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# UBS muss bei der Vergütung ihrer US-Berater erneut nachbessern
- URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-muss-bei-der-vergutung-ihrer-us-berater-erneut-nachbessern/
- Published: 2026-09-24T05:41:07.000Z
- Updated: 2026-09-24T06:06:15.000Z
- Description: Nach vielen Abgängen geht die UBS bei ihrem Vergütungsmodell für US-Finanzberater über die Bücher. Die Bank zahlt Beratern eine Sonderprämie, wenn sie viel Neugeld bringen.
- Author: Beat Schmid
- Tags: UBS, Financials, #pos2

Der UBS laufen im amerikanischen Wealth Management die Beraterteams davon. Allein im ersten Halbjahr 2026 sollen es mindestens 27 Beraterteams gewesen sein, die kumuliert 28 Milliarden Dollar verwalten. Im Gesamtjahr 2025 sollen es gemäss Zahlen von AdvisorHub 54 Teams mit fast 52 Milliarden Dollar gewesen sein.

Die Abwanderungswelle wurde durch eine Änderung der Vergütungspolitik im notorisch margenschwachen US-Vermögensverwaltungsgeschäft ausgelöst. Die UBS musste zurückbuchstabieren und hat die Verschlechterung wieder zurückgenommen. Jetzt wird die Bank ihre Programme erneut anpassen, wie verschiedene Branchenportale mit Bezug auf ein internes Memo schreiben.

Zu den Änderungen gehört ein zusätzlicher Wachstumsbonus im Programm «Pathways». UBS hatte dieses im März eingeführt, um Beratern einen Vorschuss auf Zahlungen zu gewähren, die sie später über das Nachfolgeprogramm «Aspiring Legacy Financial Advisor» (ALFA) erhalten könnten.

Im Rahmen von Pathways erhalten Berater derzeit eine Zahlung in Höhe von 100 Prozent ihrer Erträge, wenn sie sich verpflichten, bis zum Ende ihrer beruflichen Laufbahn bei der Grossbank zu bleiben. Künftig zahlt UBS zusätzlich 25 Prozent des Ertrags der vergangenen zwölf Monate. Diesen Sonderzustupf sollen Banker erhalten, die überdurchschnittlich viel Neugeld in die Bank holen.

UBS führt ausserdem eine zusätzliche Prämienstufe für neue Kundenbeziehungen ab 50 Millionen Dollar ein. Zudem erhalten Berater bei gesperrten Aktien von Kunden künftig die volle Anrechnung als Nettoneugeld. Die gemeinsame Obergrenze für die drei Wachstumsprämien von UBS bleibt bei 1 Million Dollar.

Der neue Vergütungsplan, der ab Januar 2027 gilt, setzt auch Anreize, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bankgeschäfte in den USA stehen. Im März hat die UBS bekanntlich die volle US-Banklizenz erhalten. Im neuen Plan werden auch Gelder auf Lohn- und Sparkonten in die Berechnung der Nettoneugeld-Prämien einbezogen. Im Sommer startete die UBS erste [Testversuche mit Retaildienstleistungen](https://www.tippinpoint.ch/ubs-plant-testversuch-startschuss-furs-amerikanische-alltagsbanking/). 

«Wir sind überzeugt, dass wir bei der Vergütung für mehr Klarheit und Berechenbarkeit sorgen und gleichzeitig erhebliche oder unerwartete Änderungen vermeiden», schreibt Lisa Golia im internen Memo. [Im Februar übernahm sie](https://www.tippinpoint.ch/ubs-stellt-das-amerikanische-wealth-management-neu-auf/) die operative Leitung der US-Wealth-Management-Advisors.

### Teures US-Modell

Das US-Modell unterscheidet sich grundlegend vom Schweizer Wealth Management. Während die Kundenberater hierzulande in der Regel Angestellte der Bank sind und einen Fixlohn plus variable Vergütung erhalten, arbeitet die UBS in den USA weitgehend mit selbstständig agierenden Finanzberatern. Das Modell stammt noch aus der Übernahme des US-Brokers PaineWebber im Jahr 2000.

Die Berater werden direkt nach den Erträgen entschädigt, die sie für die Bank erwirtschaften. Entscheidend ist dabei das sogenannte «Grid»: Je höher der generierte Umsatz, desto grösser ist der Anteil, der an den Berater fliesst. Bei den umsatzstärksten Beratern kann dieser Anteil gegen 60 Prozent gehen. Hinzu kommen teils sehr hohe Wechsel- und Bindungsprämien.

Für die UBS ist dieses Modell teuer. Es bringt der Bank zwar enorme Kundenvermögen, lässt sich aber deutlich schlechter skalieren als das Schweizer Modell. Ablesen kann man das an der deutlich höheren Cost-Income-Ratio im US-Geschäft. Deshalb versucht die UBS seit Jahren, die Profitabilität ihres US-Wealth-Managements zu erhöhen. Kürzt sie jedoch die Vergütungen zu stark, können ganze Beraterteams samt Milliarden an Kundenvermögen zur Konkurrenz wechseln – wie die jüngsten Abgänge gezeigt haben.