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# UBS lagert britische PK-Risiken in Milliardenhöhe aus – und schont damit ihr Eigenkapital
- URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-lagert-britische-pk-risiken-in-milliardenhohe-aus-und-schont-damit-ihr-eigenkapital/
- Published: 2026-10-13T05:14:11.000Z
- Updated: 2026-10-13T05:14:11.000Z
- Description: Die UBS strukturiert ihre Pensionsverpflichtungen in Grossbritannien neu. Gewinnerin ist Legal & General – die Zurich Insurance Group verliert ein Mandat. Damit kann die Bank Eigenkapital freischaufeln. Der Schritt hat aber auch Nachteile.
- Author: Beat Schmid
- Tags: UBS, Lex UBS, L&G, Zurich

Die UBS hat Vermögenswerte im Umfang von 1,7 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Franken) aus ihrer britischen Pensionskasse an die Legal & General Group Plc (L&G) übertragen. Der britische Versicherer wird die Risiken des Pensionsplans mit rund 7000 Versicherten übernehmen. 

L&G wird zudem die Absicherung für die Langlebigkeitsrisiken der UBS-PK in Grossbritannien übernehmen. Dieses Mandat lag bis anhin bei der Zurich Insurance Group.

Bereits vor zwei Jahren hatten die Grossbank und L&G eine Transaktion zur Übertragung von Pensionsrisiken im Umfang von 900 Millionen Pfund vereinbart. Damals ging es um die PK-Anlagen von britischen Mitarbeitenden der früheren Credit Suisse.

Gemäss Bloomberg ist der britische Markt für Pensionstransfers an Versicherer in Bewegung und hat inzwischen ein Volumen von insgesamt 1,3 Billionen Pfund erreicht. Im Rahmen dieser Verschiebungen bezahlen Unternehmen Versicherer dafür, dass diese die finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Destinatären übernehmen.

Das gestiegene Zinsumfeld hat dazu beigetragen, dass Pensionskassen finanziell besser aufgestellt sind. Das wiederum hat entsprechende Transaktionen attraktiver gemacht. Grosse britische Konzerne haben deshalb Pensionsvermögen und die damit verbundenen Verpflichtungen ausgelagert.

Im Rahmen ihrer Halbjahresergebnisse kommunizierte L&G ein Volumen von 5,7 Milliarden Pfund aus solchen Geschäften mit Pensionsrisiken. Die nun abgeschlossene Transaktion mit der UBS über 1,7 Milliarden Pfund ist darin enthalten. Es handelt sich um die grösste Transaktion dieser Art im laufenden Jahr. Im Jahr 2025 übernahmen Versicherer im Rahmen von 367 Transaktionen Pensionsrisiken im Umfang von insgesamt 38,2 Milliarden Pfund.

### Faktor Lex UBS 

Für Banken scheint die Auslagerung von Pensionsrisiken besonders attraktiv zu sein. Denn Schwankungen an den Finanzmärkten können sich auf das regulatorische Eigenkapital auswirken, das sie vorhalten müssen.

Vor dem Hintergrund der Eigenkapitaldiskussion ist der Entscheid der UBS deshalb besonders interessant. Die britischen UBS-Gesellschaften hängen am Stammhaus der UBS. Die Regulierung geht in die Richtung, dass die Grossbank wesentlich mehr Eigenkapital im Stammhaus für ihre Töchter vorhalten muss.

Interessant ist auch, dass nicht alle Banken auf den Zug aufspringen. In Grossbritannien haben auch HSBC, NatWest und Banco Santander Auslagerungen geprüft, sich aber offenbar noch nicht dazu durchringen können.

Denn es gibt auch Nachteile: Unternehmen, die ihre Pensionsverpflichtungen an einen Versicherer übertragen, verzichten auf die Möglichkeit, künftig Überschüsse aus den Pensionsvermögen abzuschöpfen.

Die Gesetzgebung in Grossbritannien ist in diesem Bereich industriefreundlicher als in der Schweiz, wo Rückführungen an Unternehmen viel strikter geregelt sind. Überschüsse können beispielsweise zur Finanzierung künftiger Arbeitgeberbeiträge verwendet werden, dürfen aber grundsätzlich nicht an das Unternehmen zurückbezahlt werden.