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# Schweizer Instis setzen weiter auf Private Markets, werden aber wählerischer
- URL: https://www.tippinpoint.ch/schweizer-instis-setzen-weiter-auf-private-markets-werden-aber-wahlerischer/
- Published: 2026-09-21T12:25:28.000Z
- Updated: 2026-09-21T12:25:28.000Z
- Description: Geopolitische Risiken hinterlassen Spuren in den Portfolios institutioneller Anleger. Dabei reagieren Schweizer Asset Owner besonders stark – und zeigen gleichzeitig einen überraschend grossen Appetit auf Private Equity.
- Author: Redaktion
- Tags: Private Markets, Markets, Marsh

Bei den institutionellen Anlegern ist einiges in Bewegung. Fast die Hälfte der weltweit befragten Asset Owner hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate die geografische Ausrichtung ihrer Anlagen verändert. In der Schweiz fällt die Reaktion sogar noch stärker aus. Rund zwei Drittel der befragten Schweizer Institutionen haben ihre geografische Portfolioausrichtung angepasst. In Europa waren es 59 Prozent, weltweit lediglich 48,4 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem «Global Asset Owner Barometer 2026» von Marsh (ehemals Mercer). Befragt wurden 430 Asset Owner aus 25 Ländern mit insgesamt 5,76 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen. Zur Stichprobe gehören Pensionskassen, Versicherer und Staatsfonds sowie Vermögensverwalter, Privatbanken und Family Offices.

### Private Markets – ja, aber

Laut der Marsh-Studie sind Private Markets inzwischen praktisch flächendeckend in den Portfolios vertreten: 96,3 Prozent der 430 Befragten halten entsprechende Anlagen. Der Ausbau verliert jedoch an Tempo. 44 Prozent wollen ihre bisherigen Engagements fortsetzen, dabei aber selektiver vorgehen; 27,4 Prozent haben neue Engagements zuletzt verlangsamt, verschoben oder reduziert.

Besonders deutlich ist die Abkühlung bei Private Debt: Die Netto-Aufstockungsabsicht sank gegenüber 2025 um 32,9 Prozentpunkte auf 14,4 Prozent. Bei Private Equity ging sie von 24,3 auf 11,2 Prozentpunkte zurück. Infrastruktur bildet die grosse Ausnahme: 50,7 Prozent wollen ihre Allokation erhöhen, womit die Anlageklasse global die stärkste Netto-Nachfrage aufweist. Wie in der Schweiz sind Bewertungen der wichtigste Faktor bei neuen Private-Markets-Investitionen, gefolgt von Liquiditäts- und Cashflow-Fragen sowie dem Exit-Umfeld.

### Schweizer Stichproben 

Bei der Interpretation der Schweizer Zahlen ist allerdings Vorsicht geboten. Lediglich 15 der 430 Befragten stammen aus der Schweiz. Trotzdem liefern die Ergebnisse einige interessante Hinweise auf das Verhalten Schweizer Grossanleger.

Auch die Schweizer Anleger sind gegenüber Private Markets weiterhin positiv eingestellt, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Anlageklassen. Fast die Hälfte der befragten Schweizer Investoren will ihre Private-Equity-Allokation in den kommenden zwölf Monaten erhöhen.

Bei Private Debt/Credit ist die Zurückhaltung ebenfalls grösser geworden, was kaum überrascht. Gefragt dagegen bleibt Infrastruktur: Fast die Hälfte der Schweizer Befragten plant aufzustocken, während praktisch niemand einen Abbau vorsieht. Immobilienanlagen sollen dagegen weitgehend unverändert bleiben. Gleichzeitig werden die Anleger selektiver: Hohe Bewertungen sind mit Abstand die grösste Sorge bei alternativen Anlagen, gefolgt von der Liquiditäts- und Cashflow-Planung.

Tobias Wolf, Partner und Investments & Retirement Leader Switzerland bei Marsh, sagt: «Schweizer institutionelle Anleger reagieren auf Unsicherheiten mit einem klaren Trend zu breiterer Diversifikation und einem bewussteren Management einzelner Risiken, etwa des Fremdwährungs-Exposures. Gerade alternative Anlagen gewinnen bei unseren Kunden weiter an Bedeutung: Sie können in volatilen Phasen stabilisierend wirken und zugleich attraktive zusätzliche Ertragstreiber bieten.»