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# Raiffeisen baut Asset Management aus – weil Milliarden von Vontobel zurückfliessen
- URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-baut-jobs-ab-und-verdoppelt-gleichzeitig-das-asset-management/
- Published: 2026-09-07T08:44:00.000Z
- Updated: 2026-09-07T09:04:31.000Z
- Description: Während Raiffeisen Schweiz Stellen streicht, baut die Genossenschaftsbank ihr Asset Management kräftig aus. Gesucht werden unter anderem Portfolio-Manager. Hintergrund ist die Übernahme der bisher von Vontobel verwalteten Fonds.
- Author: Beat Schmid
- Tags: Raiffeisen, Financials

Vontobel und Raiffeisen waren lange ein Dreamteam. Die Zürcher Privatbank war so etwas wie der verlängerte Wertschriftenarm der Genossenschaftsbank. Einige Jahre sass auch der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im Verwaltungsrat der Zürcher Privatbank. Doch mit dem Aufstieg zur Nummer 2 im Schweizer Banking sah die Bankleitung die Zeit gekommen, ein eigenständiges Angebot im Asset Management aufzubauen.

Die Trennung ist beschlossene Sache: Bis im Sommer 2027 sollen sämtliche Fonds von Vontobel zu Raiffeisen transferiert werden. Das Gesamtvolumen der aktuell noch von Vontobel verwalteten Fonds betrug per Ende Juni 2026 11,4 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich um aktiv gemanagte sogenannte Raiffeisen-Futura-Fonds.

Im Zuge der Integration muss Raiffeisen ihr Asset Management deutlich ausbauen. Die Bank ist auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal, wie Tippinpoint erfahren hat. Im Zuge der Integration der Credit Suisse in die UBS haben etliche Portfoliomanager (PMs) ihre Stelle verloren. Doch Raiffeisen will nicht einfach nur PMs mit CS-Hintergrund einstellen, da es schon einige Wechsel zu Raiffeisen gab, sagt eine Quelle. Der zweite Punkt: Wie jede Bank sucht auch Raiffeisen nach PMs mit einem starken Leistungsausweis – Manager, die in der Lage sind, den Index zu schlagen.

### 12 neue Vollzeitstellen

Auf Anfrage bestätigt ein Raiffeisen-Sprecher den Ausbau des Asset Managements. «Wir können bestätigen, dass die Rekrutierung mehrerer Portfoliomanager für die aktiv verwalteten Aktien- und Obligationenfonds von Raiffeisen derzeit läuft. Diese werden das bereits bestehende Portfoliomanagement-Team in der Vermögensverwaltung ergänzen», sagt er.

Laut dem Raiffeisen-Sprecher umfasst das Asset Management von Raiffeisen Schweiz aktuell 13 Vollzeitstellen (FTE) und verwaltet ein Volumen von 22,6 Milliarden Franken. «Ziel ist es, bis zum Abschluss der Integration der derzeit noch durch Vontobel verwalteten Fonds das Team mit zusätzlichen 12 Vollzeitstellen zu komplettieren.» Dazu gehören neben den Portfoliomanagern zusätzliche Mitarbeitende für die vertriebliche Unterstützung der Raiffeisenbanken.

Mit dem Asset Management baut Raiffeisen auch ein eigenes Aktienresearch «mit Fokus auf Schweizer Aktien» auf, sagt der Sprecher weiter. Dazu werden neben dem Leiter Aktienanalyse, der bereits gestartet hat, drei weitere Analystinnen beziehungsweise Analysten angestellt. 

Zu konkreten Zielen bezüglich zukünftiger Assets under Management äussert sich Raiffeisen Schweiz nicht.

### Asset Management kommt in neuen Privatkundenbereich

Auch organisatorisch kommt es zu Veränderungen. Per 1\. Oktober 2026 wird der Bereich Investment & Vorsorge Center im Zuge der organisatorischen Anpassungen bei Raiffeisen Schweiz in Asset Management umbenannt, erklärt der Sprecher weiter. 

Dieser Bereich werde von Caroline Hilb geleitet. Die Fonds liegen in der Verantwortung von Roland Kläger, der seit 2018 für die Fonds und die Vermögensverwaltung bei Raiffeisen Schweiz verantwortlich ist. Das Aktienresearch Schweiz ist im CIO-Office unter der Leitung von Matthias Geissbühler angesiedelt.

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Caroline Hilb wird das Asset Management von Raiffeisen leiten. 

Derzeit ist das Asset Management im Departement Produkte & Investment Services angesiedelt. Auch hier kommt es zu einer Umstellung. Anfang Oktober 2026 wird die Abteilung Teil des neuen Departements Privatkunden. Dieses wird von Patrick Lehner geleitet, einem ehemaligen CS-Kadermann.

Vor zwei Wochen gab Raiffeisen bekannt, 180 Jobs abzubauen. Bis zu 70 Mitarbeitende werden den blauen Brief erhalten. Ziel der Bank ist es, ab 2027 jährlich rund 60 Millionen Franken an Personal- und Sachkosten einzusparen.