# tippinpoint.ch > tippinpoint.ch – News, Analysen und Hintergründe zu Banken, Börsen, Krypto, Sustainability, Kapitalmärkten, Geldanlage und Fintech. Für Anleger, Investoren und Finanzprofis. Public Ghost content for AI and LLM tooling. This file includes a bounded export of public pages first, then recent public posts. Append `.md` to any post or page URL to get the content in Markdown (for example, `/example-post.md`). ## Pages ### Über uns URL: https://www.tippinpoint.ch/about/ Last updated: 2026-06-28T15:08:42.000Z Inhaltlich legen wir den Schwerpunkt auf den Schweizer Finanzplatz. Die Zielgruppe sind professionelle Investoren, Unternehmerinnen, private Anlegerinnen, Akteure des Schweizer Finanzplatzes sowie ein allgemein interessiertes Publikum. Hinter dem Medium steht ein Kernteam von erfahrenen Journalisten und Medienmachern: - **Beat Schmid** ist Herausgeber und publizistischer Leiter. Seit über 20 Jahren schreibt er über Banken, Finanzmärkte und den digitalen Wandel. Er war Autor und Nachrichtenchef bei Tamedia. Zuvor wirkte er als stellvertretender Chefredaktor und Wirtschaftschef der «Schweiz am Wochenende» (CH Media). - **Werner Grundlehner** ist ein ausgewiesener Kenner der Bitcoin-Ökonomie. Er zählt zu den profiliertesten Journalisten im Bereich Digital Assets, Stablecoins und Bitcoin. Der frühere NZZ- und FuW-Redaktor verantwortet jede Woche das «Digital Assets Briefing». - **Balz Bruppacher** kennt die Finanzbranche wie kaum ein anderer. Der Journalist und Buchautor war Chefredaktor der AP Schweiz und arbeitet heute als Freelancer für verschiedene Medien. Seit 2025 berichtet er für Tippinpoint über Gerichtsverfahren sowie das politische Geschehen in Bundesbern. Haben Sie einen Input, eine Idee? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. [redaktion@tippinpoint.ch](mailto: crew@tippinpoint.ch) **Medienecho:** Geschichten von Tippinpoint werden regelmässig in anderen Medien zitiert. [Hier geht es zur Auswahl. ](https://www.tippinpoint.ch/medienecho/) ### Werbung URL: https://www.tippinpoint.ch/werbung/ Last updated: 2026-08-11T13:52:07.000Z Das Online-Medium bietet eine breite Palette an digitalen Werbemöglichkeiten – von klassischen Display-Formaten über Newsletter-Integrationen bis hin zu Speziallösungen wie Partner Content. Alle Formate sind auf maximale Sichtbarkeit und zielgerichtete Ansprache eines finanzinteressierten Publikums ausgelegt. ### Display-Werbung – Desktop & Tablets | Format | Grösse (px) | TKP (CHF) | Preis/Woche (CHF) | | ------------- | --------------------- | --------- | ----------------- | | Wideboard | 994 × 250 | 90 | 1'600 | | Half Page Ad | 300 × 600 | 90 | 1'600 | | Rectangle | 300 × 250 | 80 | 1'400 | | InRead Banner | 600 × 360 / 300 × 250 | 90 | 1'600 | | InRead Video | 19:6 (Ratio) | 100 | 1'800 | ### Display-Werbung – Mobile | Format | Grösse (px) | TKP (CHF) | Preis/Woche (CHF) | | ---------------- | ------------ | --------- | ----------------- | | Welcome Ad | 768 × 921 | 100 | 1'800 | | Medium Rectangle | 300 × 250 | 80 | 1'600 | | InRead Banner | 300 × 250 | 80 | 1'400 | | InRead Video | 19:6 (Ratio) | 100 | 1'600 | ### Branding Day | Formate | Grössen (px) | Preis/Woche (CHF) | | ------------------------------------------------------------ | -------------------- | ----------------- | | Wideboard Top, Wideboard Middle, Wideboard Bottom, Half Page | 3 x 994×250, 300×600 | 3'500 | ### Newsletter | Format | Grösse / Text | Preis/Ausgabe (CHF) | | --------- | -------------------------------------------------------- | ------------------- | | Wideboard | 970 × 250 px | 300 | | Teaser Ad | Titel: 50 Zeichen, Text: 270 Zeichen, Bild: 300 × 180 px | 300 | ### Specials | Format | Details | Preis (CHF) | | ------------------ | ---------------------------------------------------------------------------------------------- | ----------- | | Partner Content | Startseitenplatz, Newsletter, Archiv, Exklusivität | 2'200 | | Teaser Ad | Titel: 50 Zeichen, Text: 160 Zeichen, Bild: 300 × 180 px | 1'800/Woche | | Search Branding | 200 × 40 px, Jahreslizenz | 10'000/Jahr | | Section Sponsoring | Presenting Partner einer Rubrik, Exklusivität | Auf Anfrage | | Partner Blog | Branded Arikelbox auf der Homepage, Partner-Content-Beiträge, Newsletter-Präsenz, Exklusivität | Auf Anfrage | ### Buchung & Konditionen - **Rabatte:** bis zu 25 % je nach Buchungsvolumen - **Lieferzeiten:** Standard 3 Tage, Specials 5 Tage vor Start - **Optimierung & Reporting:** inkl. Pre- und Post-Kampagnenreporting - **Support-Kosten:** Technik CHF 160/h, Redaktion CHF 200/h Sie suchen neue Wege, Ihre Zielgruppe zu erreichen? Kontaktieren Sie uns. Gemeinsam entwickeln wir die passende Werbelösung. ### Kontakt Sales and Marketing [crew@tippinpoint.ch](mailto:crew@tippinpoint.ch) +41 76 730 05 44 ### Financials URL: https://www.tippinpoint.ch/financials/ Last updated: 2025-08-25T12:33:57.000Z Hier lesen Sie alles über unsere lieben Banken ### Datenschutz URL: https://www.tippinpoint.ch/datenschutz/ Last updated: 2026-06-28T13:49:35.000Z **1\. Allgemeines** Die vorliegende Datenschutzerklärung informiert Sie darüber, wie die BKS Information GmbH, (nachfolgend insgesamt auch «wir») mit Ihren Personendaten umgehen (nachfolgend auch «Ihre Daten»). Wir legen grossen Wert auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Nutzerinnen und Nutzer (nachfolgend «Nutzer» oder «Sie») unserer Produkte, halten uns an die anwendbaren datenschutzrechtlichen Bestimmungen und ergreifen die notwendigen Massnahmen zum Schutz Ihrer Daten. Webseiten von Dritten, die über unsere Webseiten zu erreichen sind, unterliegen nicht den hier festgehaltenen Datenschutzregelungen. Wir übernehmen keine Verantwortung oder Haftung für die Beachtung des Datenschutzes durch Webseiten Dritter. **2\. Datenbearbeitungen und Verwendungszwecke** 2.1 Allgemeines „Personendaten“ sind alle Angaben und Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Dazu gehören z.B. Kontaktdaten wie Name, Telefonnummer, Anschrift oder E-Mail-Adresse sowie weitere Angaben, die Sie uns beispielsweise bei der Registrierung, im Rahmen einer Bestellung oder bei der Teilnahme an Gewinnspielen oder Umfragen und dergleichen mitteilen. Als „Bearbeitung“ oder „Verarbeitung“ gilt jeder Umgang mit Personendaten, so insbesondere auch die Sammlung, Speicherung, Verwaltung, Nutzung, Übermittlung, Bekanntgabe oder Löschung Ihrer Daten. Ihre Daten werden nur zu den jeweiligen Zwecken verwendet, die Ihnen in der vorliegenden Datenschutzerklärung mitgeteilt werden. Wir ergreifen die notwendigen Massnahmen, damit Ihre Personendaten vor Verlust, Diebstahl und Missbrauch geschützt werden. In der Folge informieren wir Sie darüber, in welchen Fällen wir Daten über Sie erheben, welche Daten wir von Ihnen bearbeiten, zu welchen Zwecken wir diese verwenden und an wen diese gegebenenfalls weitergegeben werden können. Zudem erklären wir Ihnen, welche Rechte Sie uns gegenüber in Bezug auf Ihre Daten innehaben und wie Sie diese geltend machen können. 2.2 Nicht anonyme Nutzer Als „Bearbeitung“ oder „Verarbeitung“ gilt jeder Umgang mit Personendaten, so insbesondere auch die Sammlung, Speicherung, Verwaltung, Nutzung, Übermittlung, Bekanntgabe oder Löschung Ihrer Daten. Ihre Daten werden nur zu den jeweiligen Zwecken verwendet, die Ihnen in der vorliegenden Datenschutzerklärung mitgeteilt werden. Wir ergreifen die notwendigen Massnahmen, damit Ihre Personendaten vor Verlust, Diebstahl und Missbrauch geschützt werden. In der Folge informieren wir Sie darüber, in welchen Fällen wir Daten über Sie erheben, welche Daten wir von Ihnen bearbeiten, zu welchen Zwecken wir diese verwenden und an wen diese gegebenenfalls weitergegeben werden können. Zudem erklären wir Ihnen, welche Rechte Sie uns gegenüber in Bezug auf Ihre Daten innehaben und wie Sie diese geltend machen können. 2.3 Anonyme Nutzer unserer Webseiten Beim Besuch unserer Webseiten erheben, speichern und verwenden wir sowie Dritte von registrierten als auch von nicht registrierten Nutzern Daten, die über sogenannte „Cookies“ und ähnliche Techniken erhoben werden. Dabei handelt es sich um Textdateien, die auf dem Benutzer-System gespeichert werden und die eine Analyse der Benutzung der Produkte ermöglicht. Diese Technologie erlaubt es, einzelne Nutzer als (wiederkehrende) Besucher zu erkennen und ihnen individualisierte Dienstleistungen und Produkte zu unterbreiten. Allgemein dient der Einsatz von Cookies dazu, unsere Dienste zu verbessern, effektiver und sicherer zu machen. Solche Cookies können etwa auch erforderlich sein, um Warenkörbe oder Zahlungsfunktionen zu nutzen. Nutzer unserer Webseiten können das Speichern von Cookies über die Einstellungen Ihres Browsers oder softwaregestützt deaktivieren, einschränken oder abgelegte Cookies auch wieder löschen. Die Vorgehensweise beim Kontrollieren und Löschen von Cookies ist von dem verwendeten Browser abhängig. Informationen dazu finden Sie in den Hilfeseiten Ihres Browsers sowie auf Websites wie www.allaboutcookies.org und www.youronlinechoices.eu. Dies kann jedoch die Funktionalität der Produkte behindern und eine Optimierung der Online-Dienste für die Nutzer erschweren. Die Nutzung unserer digitalen Angebote wird überdies mittels verschiedener technischer Systeme, überwiegend von Drittanbietern gemessen und ausgewertet. Diese Messungen können sowohl anonym als auch personenbezogen erfolgen. Unter folgendem Link sehen Sie die wichtigsten von uns verwendeten Analysedienste sowie weitere Informationen dazu. Die vorgenannten Technologien werden insbesondere zur Analyse des Surfverhaltens der Nutzer und zur Reichweitenmessung erhoben. Mit der Reichweitenmessung kann ermittelt werden, wie viele Personen mit der Werbung eines Werbetreibenden erreicht werden können. Die mit solchen Technologien erhobenen Informationen können zudem zu Marketingzwecken, zur Verbesserung der Produkte und der Websites, zur Auswertung des Nutzungsverhaltens, zur Auslieferung zielgruppengerechter Werbeformate und zur bedarfsgerechten Gestaltung derselben (z.B. mittels Pop-ups) verwendet werden. **3\. Weitergabe von Personendaten an Dritte** Wir geben Personendaten nicht an Dritte weiter, ausser dies sei gesetzlich vorgeschrieben oder durch einen richterlichen Entscheid so angeordnet oder der Weitergabe an Dritte wurde zugestimmt. Davon ausgenommen ist die Weitergabe an Dritte a) zum rechtlichen Schutz der Nutzer; b) zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen; c) zur Verteidigung und zum Schutz unserer Rechte oder sonstiger berechtigter Interessen; d) zur Einhaltung der Nutzungsbedingungen oder der Datenschutzbestimmungen; e) zur Behebung technischer Schwierigkeiten der Produkte; f) zur Zusammenarbeit mit Dienstleistungspartnern, die zur Bestell- oder Auftragsabwicklung die Übermittlung von Daten benötigen. Die Übermittlung der Daten beschränkt sich dabei auf das erforderliche Minimum für deren Auftragserfüllung. Insbesondere im Zusammenhang mit der Vertragsausführung für kostenpflichtige Produkte werden Kreditkartendaten an die entsprechende Kreditkartenorganisation weitergeleitet. g) zur Zusammenarbeit mit Dienstleistungspartnern, welche uns insbesondere im Marketingbereich, für die Analyse bestimmter technischer Daten und für Funktionen der Verarbeitung und/oder Speicherung von Daten unterstützend zur Seite stehen. Wir arbeiten mit einer begrenzten Anzahl vertrauenswürdiger externer Dienstleistungspartnern zusammen, die von uns sorgfältig ausgewählt wurden und hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards erfüllen. Den Dienstleistungspartnern werden Daten nur insoweit offengelegt, als dies für die Erbringung der angebotenen Dienste erforderlich ist. Bei einem Verkauf, einer Fusion oder sonstigen Reorganisation einiger oder aller Vermögenswerte unseres Unternehmens können Personendaten im Rahmen dieser Transaktion oder Reorganisation übermittelt, übertragen, verkauft oder anderweitig mit Dritten geteilt werden. **4\. Übermittlung ins Ausland** Falls notwendig und zweckmässig für die in dieser Datenschutzerklärung beschriebenen Datenbearbeitungen, übermitteln wir gegebenenfalls Ihre Personendaten auch an Dritte ins Ausland. Wenn der Datenschutz in dem betreffenden Land kein angemessenes Niveau hat, stellen wir sicher, dass der Schutz Ihrer Personendaten ein solches Niveau hat. Wenn das Datenschutzniveau in einem Land nicht dem schweizerischen entspricht, stellen wir vertraglich sicher, dass der Schutz Ihrer personenbezogenen Daten demjenigen in der Schweiz jederzeit entspricht. Dies stellen wir jeweils durch eine oder mehrere der folgenden Massnahmen sicher: durch das Abschliessen von EU Model Clauses und/oder durch Vorhandensein von durch eine europäische Datenschutzbehörde anerkannten Binding Corporate Rules (BCR) bei den betreffenden Unternehmen. **5\. Plug-Ins und andere Einbindungen von Angeboten Dritter** Unsere digitalen Angebote sind auf vielfältige Weise mit Funktionen und Systemen Dritter vernetzt, so etwa durch Einbindung von Plug-Ins sozialer Netzwerke Dritter, wie insbesondere Facebook, LinkedIn, Google oder Twitter, oder wenn Sie unseren Auftritt auf Webseiten Dritter besuchen (z.B. Linkedin Fanpage etc.). Wenn Sie bei diesen Dritten ein Benutzerkonto haben, ist es diesen Dritten unter Umständen ebenfalls möglich, Ihre Nutzung unserer digitalen Angebote zu messen und auszuwerten. Dabei können weitere Personendaten, wie IP-Adresse, persönliche Browsereinstellungen und andere Parameter an diese Dritten übermittelt und dort gespeichert werden. Welche Informationen diese Dritten erhalten und wie diese verwendet werden, entnehmen Sie den Datenschutzhinweisen der jeweiligen Netzwerke Dritter. Dort finden Sie auch weitergehende Hinweise zu Ihren diesbezüglichen Rechten und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatsphäre sowie Ihrem Widerspruchsrecht gegen die Bildung von Nutzerprofilen. **6\. Rechtliche Grundlage für die Datenbearbeitungen** Wir bearbeiten Ihre Personendaten immer in Übereinstimmung mit den anwendbaren Datenschutzbestimmungen. Bei der Bearbeitung von Personendaten zur Abwicklung eines Vertragsverhältnisses dient das Vertragsverhältnis als Rechtsgrundlage. Dies gilt auch für Verarbeitungsvorgänge, die zur Durchführung vorvertraglicher Massnahmen erforderlich sind. Bei Datenverarbeitungen, die zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erforderlich sind, dient die betreffende rechtliche Verpflichtung als Rechtsgrundlage. Für weitere Verarbeitungen stützen wir uns auf unser überwiegendes Interesse, beispielsweise unsere Angebote den Bedürfnissen unserer Kunden optimal anzupassen und kontinuierlich zu verbessern und Marketingaktivitäten durchzuführen, um Ihnen passende Produkte oder Dienstleistungen anbieten zu können, sowie Ihnen Werbungen, die für Sie relevant ist, anzuzeigen. Dies ist eine wichtige Grundlage für die Finanzierung und Weiterentwicklung unserer Angebote. Zur Erreichung dieser Interessen ist die Verarbeitung von Personendaten wie von uns beschrieben erforderlich. Wir haben jedoch Massnahmen getroffen, mit denen wir die Auswirkungen der Datenverarbeitung für unsere Nutzer mindern können. Insbesondere wenn wir Personendaten über Kinder verarbeiten, treffen wir spezifische Vorsichtsmassnahmen (wie beispielsweise Ausschluss von Werbekampagnen), um deren Interessen zu schützen. Wir haben unser Interesse auch dem Interesse unserer Nutzer gegenübergestellt und sind zum Schluss gekommen, dass wir mit unseren Datenbearbeitungen die Interessen oder Grundrechte unserer Nutzer nicht übermässig tangieren und dass unsere Interessen bei diesen Datenbearbeitungen entsprechend überwiegen. Sollten Sie hier anderer Ansicht sein, haben Sie jederzeit das Recht, diesen Datenbearbeitungen im Rahmen des rechtlich zulässigen Rahmens zu widersprechen (siehe Ziffer 8 und 9). In Fällen, wo wir für die Datenbearbeitung eine Einwilligung einholen, gilt diese als Rechtsgrundlage. **7\. Speicherungsdauer** Wir verwenden und behalten Ihre Daten nur so lange, wie es gemäss dem betreffenden Verarbeitungszweck notwendig ist, eine andere rechtliche Grundlage dafür besteht oder wir daran ein überwiegendes berechtigtes Interesse haben. Daten, die wir aufgrund einer Vertragsbeziehung mit Ihnen besitzen, behalten wir mindestens so lange wie die Vertragsbeziehung besteht und Verjährungsfristen für mögliche Ansprüche von uns laufen oder gesetzliche oder vertragliche Aufbewahrungspflichten bestehen. **8\. Ihre Rechte** Recht auf Auskunft und Berichtigung Sie haben im gesetzlichen Rahmen das Recht, von uns jederzeit unentgeltlich Auskunft darüber zu erhalten, ob und welche Personendaten wir von Ihnen verarbeiten. Zudem können Sie von uns verlangen, dass wir unrichtige Daten über Sie in unseren Systemen berichtigen oder vervollständigen. Recht auf Löschung und Einschränkung Sie haben das Recht, von uns die Löschung oder die Einschränkung der Bearbeitung Ihrer Personendaten zu verlangen. Bitte beachten Sie, dass wir auch nach Ihrer Aufforderung zur Löschung Ihrer Personendaten diese gegebenenfalls aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Aufbewahrungspflichten (etwa zu Abrechnungszwecken) behalten müssen und in diesem Fall Ihre Daten soweit erforderlich nur einschränken bzw. sperren. Ferner kann eine Löschung Ihrer Daten zur Folge haben, dass Sie die von Ihnen registrierten Dienste nicht mehr weiter beziehen oder nutzen können. Widerspruchsrecht Sie haben das Recht auf Widerspruch gegen die Bearbeitung Ihrer Personendaten, welches Sie bei uns geltend machen können (siehe dazu im Detail Ziffer 9). Recht auf Datenportabilität Sofern anwendbar, können Sie zudem Ihr Recht auf Datenportabilität geltend machen. Widerruf der Einwilligung Sie können Ihre Einwilligungen zu Datenbearbeitungen, grundsätzlich mit Auswirkung für die Zukunft, jederzeit widerrufen. Im Fall eines Widerrufs können wir Ihnen unter Umständen eine personalisierte Nutzung von kostenlosen und/oder kostenpflichtigen Produkten nicht mehr zur Verfügung stellen. Recht auf Beschwerde Sofern anwendbar, haben Sie das Recht, bei der zuständigen Aufsichtsbehörde Beschwerde bezüglich Datenbearbeitungen zu erheben. **9\. Widerspruch** Sie haben das Recht, der Bearbeitung Ihrer Personendaten gemäss den gesetzlichen Vorgaben jederzeit zu widersprechen. a) Anonyme Nutzer Falls Sie wünschen, dass kein Retargeting mehr gemacht wird, wenn Sie als nicht registrierte bzw. nicht eingeloggte – d.h. anonyme – Nutzer unsere Webseiten besuchen, können wir diese Einstellung leider nicht vornehmen, da wir den Bezug zwischen einem anonymen Nutzer unserer Webseiten und einer bei uns registrierten Person nicht herstellen können. Sie können jedoch ein solches Retargeting selber abwenden, indem Sie in Ihren Browser-Einstellungen die Speicherung von Cookies deaktivieren und so generell das Speichern von für ein Retargeting notwendigen Cookies verhindern. Falls Sie wünschen, dass wir keine der weiteren in Ziffer 2.3 genannten Bearbeitungen Ihrer Personendaten vornehmen, dann bitten wir Sie, dies gemäss Anweisungen bei der Beschreibung der jeweiligen Datenbearbeitung in Ziffer 2.3 vorzunehmen. b) Registrierte/eingeloggte Nutzer Falls Sie beim Besuchen unserer Webseite als registrierter und eingeloggter Nutzer kein Werbetargeting mehr wünschen, können Sie eine E-Mail an datenschutz@tippinpoint.ch senden mit dem Vermerk „Kein Werbetargeting als eingeloggter Nutzer“. Falls Sie zudem kein Retargeting wünschen beim Besuch unserer Webseiten, wenn Sie nicht eingeloggt sind, dann bitten wir Sie, wie in Ziffer 9 lit. a) beschrieben vorzugehen. c) Marketingmassnahmen Falls Sie wünschen, dass Ihre Personendaten für keinerlei Marketingmassnahmen verwendet werden, können Sie eine E-Mail an datenschutz@tippinpoint.ch senden mit dem Vermerk „Keine Marketingmassnahmen“. d) Newsletter Die Abmeldung von einem Newsletter ist jederzeit möglich über Ihr Benutzerkonto oder den betreffenden Link im Newsletter selber. **10\. Kontaktangaben** Ihre Anfragen richten Sie bitte an nachfolgende Adresse. Damit Auskünfte nicht an fremde Personen gelangen, sind sie schriftlich und unter Beilegung einer Ausweiskopie anzufordern. BKS Information GmbH, Aufdorfstrasse 81b, 8708 Männedorf, E-Mail: datenschutz@tippinpoint.ch **11\. Anpassungen** Wir behalten uns ausdrücklich das Recht vor, die vorliegende Datenschutzerklärung jederzeit zu ändern. Werden derartige Anpassungen vorgenommen, veröffentlichen wir diese umgehend auf unserer Webseite. Es liegt in Ihrer Verantwortung, sich über die aktuell geltende Fassung der Datenschutzerklärung auf unserer Webseite zu informieren. Wir empfehlen Ihnen daher, diese Datenschutzerklärung regelmässig zu konsultieren. Copyright © BKS Information GmbH – alle Rechte vorbehalten. ### AGB URL: https://www.tippinpoint.ch/agb/ Last updated: 2026-06-28T13:50:15.000Z **I. Anwendungsbereich** Gegenstand der vorliegenden AGB bilden die Beziehungen BKS Information GmbH (Herausgeberin der Webseite Tippinpoint.ch; nachfolgend insgesamt auch «Anbieter») und den Nutzerinnen und Nutzern (nachfolgend «Nutzer») von Dienstleistungen und Produkten der BKS Information (insbesondere Webauftritte und der mobilen Applikationen) und/oder Dienstleistungen und Produkten Dritter, welche von der BKS Information angeboten werden (nachfolgend insgesamt «Produkte»). Die vorliegenden AGB sind für alle Nutzer verbindlich. Mit der Nutzung der Produkte akzeptieren die Nutzer die vorliegenden AGB. Diese werden damit integrierender Bestandteil jedes abgeschlossenen Vertrages zwischen den Nutzern und BKS Information, sofern keine abweichenden Vereinbarungen zwischen den Parteien getroffen werden. Von den vorliegenden AGB abweichende Bestimmungen eines Nutzers haben keine Geltung. Allfällige Abweichungen benötigen die ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Anbieters. **II. AGB** 1\. Nutzungsumfang Die Produkte dienen ausschliesslich der persönlichen, nicht kommerziellen Nutzung durch natürliche Personen zu privaten Zwecken. Eine weitergehende oder abweichende Nutzung, insbesondere der automatisierte Abruf von Informationen und deren Verbreitung in anderen Systemen ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Anbieters gestattet und kann von diesem jederzeit widerrufen werden. Es zudem gelten die Bestimmungen in Ziffer II./6 (Urheber- und weitere immaterielle Rechte). Die Registrierung eines Benutzerkontos erfordert einen Namen und eine gültige E-Mail-Adresse. Für die Nutzung kostenpflichtiger Angebote ist die Angabe des korrekten Vor- und Nachnamens erforderlich. Das automatisierte Anlegen von elektronischen Konten ist nicht gestattet. Der Nutzer verpflichtet sich, seine Zugangsdaten (insbesondere Passwort) vertragskonform zu verwenden und diese ohne schriftliche Zustimmung des Anbieters keinem Dritten zugänglich zu machen. Der Nutzer ist für den Schutz seiner Zugangsdaten verantwortlich. Die vom Nutzer in Anspruch genommenen kostenpflichtigen Produkte werden vom Anbieter zu den jeweils bei Vertragsschluss gültigen Tarifen abgerechnet. Alle Zahlungen haben ohne Abzug zu erfolgen. Bei Bezug gegen Rechnung gilt eine Zahlungsfrist von 10 Tagen. Bei Zahlungsverzug des Nutzers ist der Anbieter berechtigt, die Bereitstellung einzelner oder sämtlicher der dem betroffenen Nutzer zugänglichen Produkte einzustellen. Die BKS Information hält sich die Geltendmachung jeglicher Schadenersatzforderungen gegenüber dem Nutzer ausdrücklich vor. 2\. Leistungen des Anbieters Inhalt und Umfang der dem Nutzer zur Verfügung gestellten Produkte bestimmen sich nach der jeweiligen Nutzungsform (nicht registrierter oder registrierter Nutzer, kostenlose oder kostenpflichtige Produkte), einem allfällig bestehenden Vertragsverhältnis und den vorliegenden AGB. Die Online-Dienste (inkl. mobiler Anwendungen) sind in der Regel an 7 Tagen während 24 Stunden verfügbar. Der Anbieter behält sich das Recht vor, diese Betriebszeiten einzuschränken und/oder aus technischen Gründen vorübergehend auszusetzen sowie die Produkte jederzeit zu modifizieren. Die Produkte unterliegen laufenden Änderungen und Anpassungen. Auch können Software Updates oder technische Weiterentwicklungen Inhalt und Umfang der dem Nutzer zur Verfügung gestellten Produkte ändern. Insbesondere stehen dem Nutzer gespeicherte Inhalte eines Produktes nach entsprechenden Vorgängen allenfalls nicht mehr zur Verfügung. 3\. Haftung Der Anbieter haftet nur für Schäden, die beim Nutzer durch die Nutzung der Produkte entstehen, falls ihm grobfahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten nachgewiesen werden kann. Soweit gesetzlich zulässig, ist die Haftung des Anbieters in jedem Fall auf denjenigen Betrag beschränkt, welcher dem Nutzer für das entsprechende Produkt in Rechnung gestellt wurde. In keinem Fall haftet der Anbieter für Folgeschäden und entgangenen Gewinn. Der Anbieter haftet nicht für schadhafte Technik und für durch Computerviren, Spionageprogramme und/oder andere schädliche Computerprogramme (Malware, Spyware) bewirkte Schäden. Es besteht auch keine Haftung für die Folgen von Betriebsunterbrüchen, die durch Störungen aller Art entstehen oder die der Störungsbehebung, der Wartung und der Einführung neuer Technologien dienen. Die vom Anbieter publizierten Inhalte sind mit grosser Sorgfalt erstellt. Dennoch können Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Produkte nicht garantiert werden. Der Anbieter lehnt hierfür jegliche Haftung ab. Die Verwendung derartiger Informationen und Daten hat unter Einhaltung der Eigentums- und Urheberrechte des Anbieters zu erfolgen und geschieht auf eigenes Risiko des Nutzers. Die in den Produkten veröffentlichten Inhalte können auch von Dritten stammen. Der Anbieter und seine Datenlieferanten garantieren weder die Richtigkeit, Vollständigkeit noch Aktualität dieser Inhalte. Der Anbieter lehnt hierfür jegliche Haftung ab. Dieselben Haftungsbeschränkungen gelten für die Mitarbeiter, Vertreter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters. 4\. Urheber- und weitere immaterielle Rechte Die BKS Information behält sich bezüglich der Produkte inklusive Layout, Software und deren Inhalten sämtliche Urheber- und sonstigen Schutzrechte vor. 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Richtlinien für von Nutzern selbst erstellte Inhalte Verfasser von nutzerseitig selbst erstellten Inhalten (user-generated-content; z.B. Leserkommentare etc.) haben deren Verträglichkeit mit der geltenden, für das jeweilige Produkt anwendbaren Rechtsordnung sowie die Beachtung der Rechte Dritter zu gewährleisten. Insbesondere Inhalte mit rechts- und sittenwidrigen Inhalten, namentlich beleidigende, verleumderische, ruf- und geschäftsschädigende, pornografische oder rassistische Äusserungen sowie Aufforderungen zu Gewalt oder sonstigen Straftaten sind nicht zulässig. Bei Verfehlungen trägt der Verfasser allfällige rechtliche Konsequenzen alleine. Er verpflichtet sich, den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter, die aufgrund seiner Beiträge geltend gemacht werden, frei zu zeichnen. Der Anbieter behält sich das Recht vor, bei krassen Verfehlungen gegen die vorliegenden Richtlinien rechtliche Schritte gegen den fehlbaren Verfasser einzuleiten. 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Anwendbares Recht und Gerichtsstand Auf sämtliche Rechtsbeziehungen zwischen der BKS Information, ihrer Gruppengesellschaften und den Nutzern ist schweizerisches materielles Recht anwendbar. Ausschliesslicher Gerichtsstand bei Streitigkeiten aus den vorliegenden AGB ist Männedorf als Sitz der TP-Mediengruppe, unter Vorbehalt abweichender zwingender Gerichtsstände. 2\. Teilnichtigkeit Sollten einzelne Bestimmungen der vorliegenden AGB unwirksam sein oder werden, so berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. An die Stelle einer unwirksamen Bestimmung tritt eine neue Bestimmung, die in ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkung der unwirksamen Bestimmung möglichst nahekommt. 3\. Anpassungen Die BKS Information behält sich ausdrücklich das Recht vor, die vorliegenden AGB jederzeit zu ändern. Werden derartige Anpassungen vorgenommen, veröffentlicht die BKS Information diese umgehend auf den jeweiligen Webseiten. Es ist Sache des Nutzers, sich über die aktuell geltende Fassung der AGB auf den Internetseiten der BKS Information zu informieren. Männedorf, 01.11.2021 Copyright © BKS Information GmbH – alle Rechte vorbehalten. ### Kontakt URL: https://www.tippinpoint.ch/kontakt/ Last updated: 2026-06-28T13:48:23.000Z Herausgeber und Redaktion: Beat Schmid [beat.schmid@tippinpoint.ch](mailto:beat.schmid@tippinpoint.ch) +41 78 603 05 07 Werbung und Kommunikation: crew@tippinpoint.ch +41 76 730 05 44 Postadresse: Tippinpoint BKS Information GmbH Aufdorstrasse 81b 8708 Männedorf ### Artikelübersicht URL: https://www.tippinpoint.ch/alle-artikel/ Last updated: 2026-05-31T09:52:13.000Z _No content available._ ### Medienecho URL: https://www.tippinpoint.ch/medienecho/ Last updated: 2026-09-02T19:55:47.000Z Luzerner Zeitung, Watson und weitere, vom 31.08.2026 **Bank Vontobel zieht von Zürich nach Baar – mit 1500 Mitarbeitenden** Für das Fachmedium «Tippinpoint» ist der Umzug ein «Paukenschlag». Die NZZ schreibt, dass bei den Eigentümerfamilien im Vorfeld des Standort-Entscheids ein möglicher Verlust der Zürcher Identität ein Thema war. [Link](https://www.watson.ch/wirtschaft/schweiz/536838275-bank-vontobel-zieht-von-zuerich-nach-baar-mit-1500-mitarbeitenden?ref=tippinpoint.ch) Infosperber.ch, vom 29.08.2026 **Regulierung der UBS: Die SVP macht rechtsumkehrt** \[…\] Das Finanzportal «Tippinpoint» kommentierte: «Würde der (Kompromiss-)Vorschlag umgesetzt, bedeutet dies, dass die UBS nur noch sehr wenig zusätzliches Eigenkapital bilden müsste.\[…\] Das wäre eine riesige Differenz zu den von Bundesrat und Nationalbank geschätzten über 20 Milliarden, welche die UBS aufbringen müsste. Good News für die Bank, wie «Tippinpoint» feststellt: «Die Aussicht auf diesen massiven Discount haben die UBS-Aktien explodieren lassen.» [Link](https://www.infosperber.ch/wirtschaft/kapitalmarkt/regulierung-der-ubs-die-svp-macht-rechtsumkehrt/?ref=tippinpoint.ch) SDA vom 07.08.2026 **UBS-Eigenkapitalregeln werden in Ständeratskommission zum Thema** Umstritten ist allerdings, ob die Banken für diese "Versicherung" eine Gebühr bezahlen sollen. Laut dem Portal "Tippinpoint" könnte die WAK-S die Eigenmittelfrage mit dem PLB im Hinblick auf ein mögliches Referendum verknüpfen. NZZ vom 21.07.2026 **Kurze Hosen gehen auch im Büro** Nicht einmal mehr in seiner Rolle als Angestellter. «Tippinpoint» machte kürzlich publik, dass Gianfranco Lot, Schweizer Landespräsident von Swiss Re, den männlichen Kollegen in einer ­E-Mail geschrieben habe: «Shorts are for weekends . . .» [Link](https://www.nzz.ch/schweiz/on-is-cool-kuenzli-ist-laessig-und-kurze-hosen-gehen-auch-im-buero-unterwegs-im-land-der-modischen-tristesse-ld.10016170?ref=tippinpoint.ch) Blick vom 14.07.2026, 20 Minuten, Schweizer Illustrierte, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung **Swiss Re macht mit Kleidervorschrift Mitarbeiter hässig** Die Nachricht des Chefs kam nicht bei allen gut an, wie das Wirtschaftsportal Tippinpoint berichtet. [Link](https://www.blick.ch/wirtschaft/kurze-hosen-sind-fuers-weekend-swiss-re-macht-mit-kleidervorschrift-mitarbeiter-haessig-id22108098.html?ref=tippinpoint.ch) Finews.ch vom 10.07.2026 **Ohrfeige für die Finma: Gericht kassiert Enforcement gegen VP Bank** Erst dieser gerichtliche Entscheid machte die Nachrichtenagentur AWP und in der Folge das Finanzportal Tippinpoint auf die Angelegenheit \[…\] . Gegenüber Tippinpoint bestätigte die Bank damals \[…\]. [Link](https://www.finews.ch/news/banken/72893-ohrfeige-fuer-die-finma-urteil-bundesverwaltungsgericht-vp-bank-serniya-komplex-ofac?ref=tippinpoint.ch) Aargauer Zeitung vom 29.06.2026 **Finma kontert UBS-Chef Sergio Ermotti** UBS-Chef Sergio Ermotti kritisierte kürzlich, dass die Ursachen der CS-Krise nicht vollständig dargestellt würden. «Einer der Hauptgründe für das Scheitern der Credit Suisse ist, dass sie regulatorische Ausnahmeregelungen genossen hat», sagte er laut «Tippinpoint». nau.ch vom 23.06.2026 **Partners Group sucht nach dem Kursrutsch einen neuen Boden** Partners Group steht nach deutlichen Kursverlusten vor wichtigen Bewährungsproben. Mehrere Faktoren belasten derzeit die Stimmung der Anleger. [Link ](https://www.nau.ch/news/wirtschaft/partners-group-sucht-nach-dem-kursrutsch-einen-neuen-boden-67141553?ref=tippinpoint.ch) insideparadeplatz.ch vom 17.06.2026 **Ellexx-Laeri: Umsatz CHF 500’000 – statt 26 Millionen** Patricia Laeri ist Spitze. Im Marketing – vor allem jenem von sich selbst. [Link](https://insideparadeplatz.ch/2026/06/17/ellexx-laeri-umsatz-05-mio-statt-26/?ref=tippinpoint.ch) bluewin.ch vom 16.06.2026 **GC soll noch diese Woche verkauft werden – die Besitzer werden wieder chinesisch** Der Zürcher Fussballrekordmeister steht vor einem erneuten Besitzerwechsel. Eine chinesische Investorengruppe setzt sich offenbar durch und bringt einen FIFA-Juristen als neuen Chef mit. [Link](https://www.bluewin.ch/de/sport/fussball/super-league/grasshopper-geht-an-chinesische-investoren-zweiter-bieter-zieht-sich-zurueck-li.3283018?ref=tippinpoint.ch) Neue Zürcher Zeitung vom 01.06.2026 **Lara Warner war einst eine der mächtigsten Managerinnen der Schweiz. Bald könnte die ehemalige CS-Bankerin erneut vor Gericht stehen** Dagegen hat die Bundesanwaltschaft laut einem Bericht des Finanzblogs «Tippinpoint» aber ebenfalls Beschwerde eingereicht. Wie es im Verfahren gegen die... [Link](https://www.nzz.ch/wirtschaft/lara-warner-war-einst-eine-der-maechtigsten-managerinnen-der-schweiz-nun-koennte-die-ehemalige-cs-bankerin-bald-erneut-vor-gericht-stehen-ld.10009215?ref=tippinpoint.ch) Basler Zeitung vom 22.05.2026 **Abwicklung der BLKB-Tochter Radicant ist fast abgeschlossen** Onlinebank Die Abwicklung von Radicant, der gescheiterten Online-Tochter der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), ist weit fortgeschritten, wie die Wirtschaftsplattform Tippinpoint berichtete. [Link](https://www.bazonline.ch/radicant-liquidation-der-blkb-digitalbank-fast-beendet-759355197002?ref=tippinpoint.ch) watson.ch von 20.05.2026 **US-Medienbericht: So wollen Parlamentarier die «Lex UBS» abschwächen** \[…\] von der Wirtschaftsnewsplattform «tippinpoint» am Mittwoch: «Das Stufenmodell klingt nach einem typisch eidgenössischen Kuhhandel: Man gewährt der Grossbank ... [Link](https://www.watson.ch/wirtschaft/banken/395201012-ubs-regulierung-so-wollen-parlamentarier-die-lex-ubs-abschwaechen?ref=tippinpoint.ch) Bündner Tagblatt von 06.05.2026 **Beim GKB-Millionenkläger handelt es sich um Remo Stoffel** \[…\] Zuvor hatte das Onlineportal «Tippinpoint» darüber berichtet. «Die Angelegenheit ist Gegenstand laufender Verfahren. Wir werden uns dazu nicht weiter äussern», Link SDA/ATS vom 05.05.2026 **Bei GKB-Millionenkläger handelt es sich um Investor Remo Stoffel** \[…\] Zuvor hatte das Online-Portal "Tippinpoint" darüber berichtet. "Die Angelegenheit ist Gegenstand laufender Verfahren. Wir werden uns dazu nicht weiter nau.ch vom 30.04.2026 **Partners Group unter Druck nach Shortseller-Attacke** \[…\] Laut «Tippinpoint» steht der Shortseller Grizzly selbst wegen seiner Research-Methoden in der Kritik. Der Bericht verweist auf wiederholt umstrittene Marktanalysen [Link](https://www.nau.ch/news/wirtschaft/partners-group-unter-druck-nach-shortseller-attacke-67123846?ref=tippinpoint.ch) cash.ch vom 24.04.2026 **Kunden von liquidierter Bank MBaer warten weiter auf ihr Geld** Der von der Finanzmarktaufsicht (Finma) eingesetzte Liquidator, Daniel Staehelin, bestätigte am Freitag gegenüber dem Online-Portal «Tippinpoint», dass ... [Link ](https://www.cash.ch/news/kunden-von-liquidierter-bank-mbaer-warten-weiter-auf-ihr-geld-932102?ref=tippinpoint.ch) Blick vom 11.04.2026 **ZSC gegen HCD mit dem Rücken zur Wand: Hoffnung bei Andrighetto, Fragezeichen um Fora** Die Kryptobörse Zondacrypto, Namenssponsor der Davoser Eishalle, steckt gemäss einem Artikel von «Tippinpoint» in grossen Schwierigkeiten: Berichte sprechen ... [Link](https://www.blick.ch/sport/eishockey/zsc-gegen-hcd-mit-dem-ruecken-zur-wand-hoffnung-bei-andrighetto-fragezeichen-um-fora-id21861364.html?ref=tippinpoint.ch) 20 Minuten vom 01.03.2026 **Schweizer Bankchefin zählte zu Epsteins engsten E-Mail-Kontakten** \[…\] «Tippinpoint»\[…\] Doch Epstein und de Rothschild sollen auch über persönliche Anliegen gesprochen haben, wie «Tippinpoint» schreibt. So soll sie Epsteins ... [Link](https://www.20min.ch/story/ariane-de-rothschild-schweizer-bankchefin-zaehlte-zu-epsteins-engsten-e-mail-kontakten-103516207?ref=tippinpoint.ch) Blick vom 26.02.2026 **Aus nach 123 Jahren: Noble Goldküsten-Bank wird zum Schnäppchenpreis verkauft** Und: Statt auf die Kostenbremse zu stehen, stiegen die Gehälter an – zwischen 2019 und 2024 um 62 Prozent, wie «Tippinpoint» weiss. Der Bruttoerfolg aus ... [Link](https://www.blick.ch/wirtschaft/nach-123-jahren-regiobank-maennedorf-zum-billigpreis-verkauft-id21702412.html?ref=tippinpoint.ch) Swissinfo.ch vom 26.02.2026 **Switzerland freezes CHF687m linked to Maduro’s Venezuelan circle** \[…\] The online portal tippinpoint was the first to report on these assets. The Swiss government confirmed to the Keystone-SDA news agency that all these funds ... [Link](https://www.swissinfo.ch/eng/various/switzerland-freezes-chf687m-linked-to-maduros-circle/91005337?ref=tippinpoint.ch) Tagesanzeiger vom 23.02.2026 **Vor Verkauf an Acrevis: Der Regiobank Männedorf geht es noch schlechter als gedacht** \[…\] denn die Bank hat Ausgaben für den neuen Hauptsitz in der Bilanz aktiviert, sich aus den Bankreserven bedient und andere Bilanzmassnahmen ergriffen, so berichtet es zumindest das Wirtschaftsmagazin «Tippinpoint». [Link](https://www.tagesanzeiger.ch/regiobank-maennedorf-verkauf-an-acrevis-wegen-millionenverlust-109147557721?ref=tippinpoint.ch) Bilanz vom 17.02.2026 **Noble Goldküsten-Bank wird zum Schnäppchenpreis verkauft** Und: Statt auf die Kostenbremse zu stehen, stiegen die Gehälter an – zwischen 2019 und 2024 um 62 Prozent, wie «Tippinpoint» weiss. Der Bruttoerfolg aus ... [Link](https://www.bilanz.ch/unternehmen/nach-123-jahren-goldkuesten-bank-zum-schnaeppchenpreis-verkauft/v29svp4?ref=tippinpoint.ch) ### Firmenabo URL: https://www.tippinpoint.ch/firmenabo/ Last updated: 2026-07-09T14:04:55.000Z Mit einem Firmenabo erhalten bis zu 10 Personen Zugriff auf die wichtigsten Analysen, Hintergründe und Einordnungen aus der Schweizer Finanzwelt. Ideal für Banken, Vermögensverwalter, Beratungen, Kanzleien, Kommunikationsabteilungen und alle, die Entwicklungen am Finanzplatz Schweiz eng verfolgen. **Das Firmenabo umfasst:** - Bis zu 10 persönliche Zugänge - Zugriff auf alle kostenpflichtigen Artikel - Weekly Digest mit den wichtigsten Geschichten der Woche - Kommentar- und Diskussionsfunktion - Einfache Verwaltung der Zugänge - Abrechnung per Rechnung möglich **Preis und Laufzeit** Firmenabos werden individuell vereinbart. Gerne erstellen wir ein passendes Angebot für Ihr Team. **Firmenabo anfragen** Schreiben Sie uns kurz, für welche Organisation Sie das Firmenabo nutzen möchten und wie viele Zugänge Sie benötigen. [Firmenabo anfragen](mailto:crew@tippinpoint.ch?subject=Anfrage%20Firmenabo%20tippinpoint) ### LGT Insights URL: https://www.tippinpoint.ch/lgt-insights/ Last updated: 2026-07-12T10:14:54.000Z _No content available._ ## Posts ### Pierre Mirabaud: Ehemaliger Bankierpräsident zu 24 Monaten bedingt verurteilt URL: https://www.tippinpoint.ch/pierre-mirabaud-ehemaliger-bankierprasident-zu-24-monaten-bedingt-verurteilt/ Last updated: 2026-09-08T11:35:12.000Z Der Schuldspruch war erwartet worden, nachdem sich der ehemalige Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung und die Bundesanwaltschaft (BA) [auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt](https://www.tippinpoint.ch/pierre-mirabaud-wegen-bestechung-und-geldwascherei-vor-bundesstrafgericht/) hatten. Es ging um die Geschäftsbeziehung des früheren Teilhabers der renommierten Genfer Privatbank mit dem ehemaligen Generaldirektor der kuwaitischen Sozialversicherungsbehörde PIFSS, Fahad Al-Rajaan, in den Nullerjahren. Pierre Mirabaud hatte diesem ungerechtfertigte Rückvergütungen von 82 Millionen Franken zukommen lassen, während der Kuwaiter Gelder in der Höhe von 592 Millionen Dollar (Stand Ende 2012) in Fonds platzierte, die vor allem von der Genfer Bank verwaltet wurden. Mirabaud anerkannte den Vorwurf der Bundesanwaltschaft, sich damit der Bestechung fremder Amtsträger und der schweren Geldwäscherei schuldig gemacht zu haben. Beim Strafmass berücksichtigte die BA unter anderem, dass der heute 77-jährige Mirabaud seit Jahren nicht mehr im Bankgeschäft tätig ist, mit den Behörden zusammenarbeitete und sich für eine globale Entschädigung an die kuwaitische Sozialversicherungsbehörde einsetze. Dabei wurden 42 Millionen Franken überwiesen, die auf einem Konto Mirabauds beschlagnahmt worden waren. In der Affäre um die Geschäfte mit dem 2022 im Londoner Exil verstorbenen Al-Rajaan – die Ermittlungen liefen unter der Spitzmarke «Orient-Express» – verurteilte die Bundesanwaltschaft im Mai dieses Jahres drei weitere Personen per Strafbefehl, darunter Yves Mirabaud. Der Neffe von Pierre Mirabaud hatte die Bank 2024 verlassen, vor dem Hintergrund der Affäre um die Geschäftsbeziehung mit dem US-Milliardär Robert Brockman. ### UBS-Kompromiss setzt auf AT1-Anleihen, die es noch gar nicht gibt URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-kompromiss-setzt-auf-at1-anleihen-die-es-noch-gar-nicht-gibt/ Last updated: 2026-09-08T06:02:06.000Z Kann der Kompromissvorschlag mit den neuartigen AT1-Anleihen mit Doppeltrigger überhaupt funktionieren? Ende August hat sich die Wirtschaftskommission des Ständerats dafür ausgesprochen, die Auslandstöchter im Stammhaus hälftig mit Eigenkapital (CET1) und wandelbarem Fremdkapital (AT1) zu unterlegen. Allerdings brachte sie nicht herkömmliche AT1-Anleihen ins Spiel, die sich am Markt mehr oder weniger etabliert haben, sondern spezielle Papiere mit einem deutlich höheren Trigger. Die Idee für diese besonderen AT1 stammt vom Basler Wirtschaftsprofessor Ivan Lengwiler und Topanwalt Rolf Watter. Beide Experten stehen der UBS nahe. Grundsätzlich können AT1-Anleihen in Aktien umgewandelt werden, wenn ein bestimmter Schwellenwert unterschritten wird, der sich an der Kapitalstärke der Bank orientiert. Bei den bestehenden AT1-Anleihen der UBS wird dieser Mechanismus ausgelöst, wenn Verluste die Eigenkapitalquote unter die kritischen Schwellen von 7 beziehungsweise 5,125 Prozent der risikogewichteten Aktiven drücken. Der Kompromissvorschlag sieht dagegen Anleihen vor, bei denen ein erster Mechanismus bereits greift, sobald die Quote auf die regulatorische Mindestanforderung fällt, die derzeit bei 11 Prozent liegt. Die Idee: Wird diese Marke unterschritten, wird der erste Trigger ausgelöst. Tritt das ein, hätte die UBS sechs Monate Zeit, zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen. Gelingt ihr dies nicht, könnten die Anleihen in Aktien umgewandelt werden. Zudem dürfte die UBS nach Unterschreiten dieser Schwelle weder Coupons auf die Anleihen noch Dividenden an die Aktionäre ausschütten, bis ihre Kapitalbasis wiederhergestellt wäre. ### Das Problem mit dem Doppeltrigger In der Theorie klingt der Vorschlag nachvollziehbar. Das Problem ist allerdings, dass diese neue Form von AT1-Anleihen bislang am Markt gar nicht existiert. Die UBS müsste solche ungetesteten Papiere im Umfang von mehreren Milliarden Dollar in einem ohnehin unsicheren Markt und zu einem unbekannten Preis platzieren. Und sie wäre vermutlich die einzige Bank weltweit, die versuchen würde, solche Instrumente zu verkaufen. Wie Analysten von RBC Capital Markets in einer Analyse schreiben, entsteht für die Anleihegläubiger dadurch die Gefahr deutlich höherer Verluste. Die UBS müsste deshalb auf diesen AT1-Anleihen höhere Zinsen bezahlen, weil Investoren für das zusätzliche Risiko eine höhere Rendite verlangen würden. Die Kostenersparnis gegenüber Eigenkapital wäre somit kleiner. Mit einer höheren Auslöseschwelle soll erreicht werden, dass die UBS in einer Stressphase früher Massnahmen ergreift, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Zusätzliches Kapital für den Going Concern bereitzustellen, ist eigentlich auch die Funktion der bestehenden AT1-Anleihen. Nur hat das bisher nicht funktioniert. In der Praxis wurden AT1-Anleihen bislang nur im Fall eines Bankenkollapses abgeschrieben. Durch ihre Abschreibung werden die Kosten für die Steuerzahler reduziert oder die Rettung durch eine andere Bank erleichtert – wie bei der Credit Suisse und 2017 bei der spanischen Banco Popular SA. Der Grund, weshalb der Mechanismus in der Praxis nicht wie vorgesehen funktioniert, liegt auf der Hand: Kein AT1-Investor will, dass seine Anleihen schon im Going Concern in Aktien umgewandelt oder vollständig abgeschrieben werden. AT1-Investoren kaufen die Papiere, um einen attraktiven Coupon zu erhalten. Und die Banken wiederum wollen ihre Anleihegläubiger nicht mit einer Umwandlung verärgern, weil diese Investoren danach das Weite suchen könnten. ### UBS-nahe Kreise sehen kein Problem Quellen, die der UBS nahestehen, schlagen diese Bedenken in den Wind. Anleger würden sich um die Papiere reissen, die schliesslich von einer Bank mit Single-A-Rating emittiert würden. Eine Quelle schätzt den Coupon auf 4 bis 5 Prozent. Insider sind überzeugt, dass die neuartigen AT1-Anleihen ohnehin niemals ausgelöst würden. Gläubiger hätten vielmehr einen Anreiz, sich an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen, um ihre AT1-Anleihen zu schützen. ### SIX und Twint steigen bei Schweizer Stablecoin-Projekt ein URL: https://www.tippinpoint.ch/six-und-twint-steigen-bei-schweizer-stablecoin-projekt-ein/ Last updated: 2026-09-08T06:15:26.000Z SIX und Twint schliessen sich dem Projekt für einen Stablecoin auf Frankenbasis an. Damit beteiligen sich mittlerweile neun Unternehmen daran. Neben SIX und Twint sind UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, die Zürcher Kantonalbank (ZKB), die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) und die Swiss Stablecoin AG dabei. Gemeinsam testen sie in einer geschützten digitalen Live-Umgebung – einer sogenannten Sandbox – verschiedene Einsatzmöglichkeiten eines Franken-Stablecoins. Technische Grundlage ist der CHFD, der seit Ende Juni innerhalb der Sandbox live ist. Der digitale Token ist im Verhältnis eins zu eins an den Schweizer Franken gekoppelt. Die Infrastruktur wird von der CHFD Infrastruktur AG betrieben, einer Tochtergesellschaft der Swiss Stablecoin AG. ### Von Wertschriften bis zu Eventtickets Getestet werden sowohl Anwendungen, die international bereits zum Einsatz kommen, als auch neue Einsatzmöglichkeiten. Dazu gehören automatisierte Transaktionen zwischen Finanzinstituten und die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte. Ein Fokus liegt auf sogenannten programmierbaren Zahlungen. Die Projektpartner wollen unter anderem untersuchen, ob sich damit das Betrugsrisiko auf Online-Marktplätzen reduzieren lässt. Weitere Tests betreffen den Zugang zu Eventtickets sowie die effizientere Auszahlung staatlicher Gelder. Noch ist nicht entschieden, ob aus dem Versuch ein breit eingesetzter Schweizer Stablecoin hervorgehen wird. Die Testphase sei ergebnisoffen und soll voraussichtlich bis Ende 2026 dauern. ### Finma-Chef Walter auf Goodwilltour bei den Kleinbanken URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-chef-walter-auf-goodwilltour-bei-den-kleinbanken/ Last updated: 2026-09-08T06:22:36.000Z Aus der aufgeheizten Debatte um die höheren Eigenkapitalanforderungen für die UBS hält sich Finma-Chef Stefan Walter schon länger heraus. Dafür meldete sich der oberste Schweizer Finanzmarktaufseher am Kleinbanken-Symposium der Finma in Bern zu Wort. Im Zentrum stand die Frage, ob kleinere Institute von der Aufsicht übermässig stark in die Mangel genommen werden. «Bei der UBS führt die Finma über 40 Vor-Ort-Kontrollen pro Jahr durch; eine kleine Bank wird im Durchschnitt nur alle acht bis zehn Jahre einer Vor-Ort-Kontrolle unterzogen», sagte Walter. Auch beim Enforcement seien in den vergangenen zehn Jahren verhältnismässig deutlich mehr Verfahren gegen grössere als gegen kleinere Institute geführt worden. Und bei sogenannten Gewährsanträgen grosser Banken stellt die Finma in rund 30 Prozent der Fälle zusätzliche Anforderungen. Bei kleinen Banken seien es weniger als 10 Prozent. Die Behörde arbeite somit nach dem Prinzip der Proportionalität. Die Folge? «Unsere Aufsicht richtet sich nach dem Risikopotenzial eines Instituts für das Finanzsystem und nach unserer Risikoeinschätzung. Bei kleineren Instituten mit geringerem inhärentem Risiko erfolgt sie überwiegend datenbasiert. Wir intensivieren sie, wenn wir Anzeichen für erhöhte Risiken oder besondere Auffälligkeiten sehen», sagte Walter. ### Entscheidend sei das Risikopotenzial Dabei gehe es aber nicht nur um die Grösse der Finanzhäuser. Entscheidend sei das Risikopotenzial eines Instituts für das Finanzsystem. «Instabilität über Gruppen von kleineren Banken kann auch systemrelevant sein, wie wir 2023 bei den Regionalbanken in den USA erlebt haben.» «Wir wollen unsere Aufsichtsressourcen dort einsetzen, wo die Risiken liegen», so Walter weiter. Er erinnerte daran, dass sich besonders solide aufgestellte Banken am sogenannten «Kleinbankenregime» beteiligen können. Für diese Institute entfällt unter anderem die Berechnung komplizierter Kennzahlen. Aktuell nähmen immerhin 56 Institute teil, so der Finma-Chef. ### Erstmals mehr als 1600 arbeitslose Banker in Zürich URL: https://www.tippinpoint.ch/erstmals-mehr-1600-arbeitslose-banker-in-zurich/ Last updated: 2026-09-07T09:38:28.000Z Die Zahl steigt scheinbar unaufhörlich an. Im August waren 1627 Arbeitslose aus der Bankenbranche bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet. Das ist ein neuer Rekord. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im August um 3,4 Prozent oder 53 Personen. In keiner Branche registrierten die Behörden einen derart starken Anstieg. Auch im Vergleich der letzten zwölf Monate steht das Banking einsam an der Spitze. Die Arbeitslosenzahlen haben insgesamt um 36 Prozent zugenommen – von 1195 auf 1627 Arbeitslose. Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Zahlen bei den Versicherern. In den vergangenen zwölf Monaten kletterten sie um 31 Prozent. Insgesamt sind 364 Arbeitslose aus der Versicherungsbranche bei den RAV des Kantons Zürich gemeldet. Möglicherweise hat der Anstieg auch mit den Lehrabgängern zu tun, die von den Banken nicht mehr weiterbeschäftigt werden. Wie die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich schreibt, zeigt sich der saisonale Anstieg auch in Branchen, die traditionell viele Lernende ausbilden. Neben dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Informations- und Kommunikationsbranche nennt das Amt auch das Finanz- und Versicherungswesen. Insgesamt blieb die Arbeitslosenquote im Kanton stabil bei 2,9 Prozent. Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) stieg die Zahl der als arbeitslos registrierten Personen um 357 und lag per Ende August bei 26'050\. Saisonbereinigt erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im August 2026 um 231 Personen. ### Raiffeisen baut Asset Management aus – weil Milliarden von Vontobel zurückfliessen URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-baut-jobs-ab-und-verdoppelt-gleichzeitig-das-asset-management/ Last updated: 2026-09-08T12:31:43.000Z Vontobel und Raiffeisen waren lange ein Dreamteam. Die Zürcher Privatbank war so etwas wie der verlängerte Wertschriftenarm der Genossenschaftsbank. Einige Jahre sass auch der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im Verwaltungsrat der Zürcher Privatbank. Doch mit dem Aufstieg in die Liga der grössten Schweizer Banken sah die Bankleitung die Zeit gekommen, ein eigenständiges Angebot im Asset Management aufzubauen. Die Trennung ist beschlossene Sache: Bis im Sommer 2027 sollen sämtliche Fonds von Vontobel zu Raiffeisen transferiert werden. Das Gesamtvolumen der aktuell noch von Vontobel verwalteten Fonds betrug per Ende Juni 2026 11,4 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich um aktiv gemanagte sogenannte Raiffeisen-Futura-Fonds. Im Zuge der Integration muss Raiffeisen ihr Asset Management deutlich ausbauen. Die Bank ist auf der Suche nach geeignetem Fachpersonal, wie Tippinpoint erfahren hat. Im Zuge der Integration der Credit Suisse in die UBS haben etliche Portfoliomanager (PMs) ihre Stelle verloren. Doch Raiffeisen will nicht einfach nur PMs mit CS-Hintergrund einstellen, da es schon einige Wechsel zu Raiffeisen gab, sagt eine Quelle. Der zweite Punkt: Wie jede Bank sucht auch Raiffeisen nach PMs mit einem starken Leistungsausweis – Manager, die in der Lage sind, den Index zu schlagen. ### 12 neue Vollzeitstellen Auf Anfrage bestätigt ein Raiffeisen-Sprecher den Ausbau des Asset Managements. «Wir können bestätigen, dass die Rekrutierung mehrerer Portfoliomanager für die aktiv verwalteten Aktien- und Obligationenfonds von Raiffeisen derzeit läuft. Diese werden das bereits bestehende Portfoliomanagement-Team in der Vermögensverwaltung ergänzen», sagt er. Laut dem Raiffeisen-Sprecher umfasst das Asset Management von Raiffeisen Schweiz aktuell 13 Vollzeitstellen (FTE) und verwaltet ein Volumen von 22,6 Milliarden Franken. «Ziel ist es, bis zum Abschluss der Integration der derzeit noch durch Vontobel verwalteten Fonds das Team mit zusätzlichen 12 Vollzeitstellen zu komplettieren.» Dazu gehören neben den Portfoliomanagern zusätzliche Mitarbeitende für die vertriebliche Unterstützung der Raiffeisenbanken. Mit dem Asset Management baut Raiffeisen auch ein eigenes Aktienresearch «mit Fokus auf Schweizer Aktien» auf, sagt der Sprecher weiter. Dazu werden neben dem Leiter Aktienanalyse, der bereits gestartet hat, drei weitere Analystinnen beziehungsweise Analysten angestellt. Zu konkreten Zielen bezüglich zukünftiger Assets under Management äussert sich Raiffeisen Schweiz nicht. ### Asset Management kommt in neuen Privatkundenbereich Auch organisatorisch kommt es zu Veränderungen. Per 1\. Oktober 2026 wird der Bereich Investment & Vorsorge Center im Zuge der organisatorischen Anpassungen bei Raiffeisen Schweiz in Asset Management umbenannt, erklärt der Sprecher weiter. Dieser Bereich werde von Caroline Hilb geleitet. Die Fonds liegen in der Verantwortung von Roland Kläger, der seit 2018 für die Fonds und die Vermögensverwaltung bei Raiffeisen Schweiz verantwortlich ist. Das Aktienresearch Schweiz ist im CIO-Office unter der Leitung von Matthias Geissbühler angesiedelt. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/09/caroline-hilb-paraskevopoulos-1.webp) Caroline Hilb wird das Asset Management von Raiffeisen leiten. Derzeit ist das Asset Management im Departement Produkte & Investment Services angesiedelt. Auch hier kommt es zu einer Umstellung. Anfang Oktober 2026 wird die Abteilung Teil des neuen Departements Privatkunden. Dieses wird von Patrick Lehner geleitet, einem ehemaligen CS-Kadermann. Vor zwei Wochen gab Raiffeisen bekannt, 180 Jobs abzubauen. Bis zu 70 Mitarbeitende werden den blauen Brief erhalten. Ziel der Bank ist es, ab 2027 jährlich rund 60 Millionen Franken an Personal- und Sachkosten einzusparen. ### ZKB holt neuen Marketing- und Kommunikationschef von LGT URL: https://www.tippinpoint.ch/zkb-holt-neuen-marketing-und-kommunikationschef-von-lgt/ Last updated: 2026-09-07T08:53:55.000Z Rund drei Jahre war er bei der LGT Group tätig, jetzt stösst José-Manuel Pombo Lanz zur Zürcher Kantonalbank (ZKB) als Leiter Marketing und Kommunikation. Den Job tritt er Anfang Jahr an, wie das vom Kanton Zürich kontrollierte Institut in einer Mitteilung schreibt. Vor LGT, wo er gemäss Mitteilung als Bereichsleiter Marketing die globale Marken- und Marketingstrategie leitete, war der 52-Jährige knapp vier Jahre bei Pictet tätig. Dort führte er von Genf aus die Marketing- und Kommunikationsteams im Wealth Management, wie es heisst. Während insgesamt 15 Jahren war José-Manuel Pombo Lanz bei der UBS tätig: von 2014 bis 2019 als Marketingleiter Europa und Wachstumsmärkte und von 2004 bis 2014 in verschiedenen Führungsfunktionen innerhalb der Kommunikation auf Gruppenstufe. «Mit José-Manuel Pombo Lanz gewinnen wir einen erfahrenen und versierten Marketing- und Kommunikationsexperten», sagt ZKB-Chef Urs Baumann. Der schweizerisch-spanische Doppelbürger löst Jan-Hendrik Völker-Albert ab, der die ZKB nach gut drei Jahren im Sommer bereits wieder verliess. ### Liquid Network verliert 95 Prozent seiner Bitcoin-Reserven URL: https://www.tippinpoint.ch/liquid-network-verliert-95-prozent-seiner-bitcoin-reserven/ Last updated: 2026-09-07T06:44:30.000Z Aus dem Liquid Network, das eine Blockchain für schnellere Transaktionen betreibt, wurden rund 4000 der insgesamt 4200 Bitcoin gestohlen. Diese waren in einer Wallet der Liquid Federation hinterlegt. Dies teilte das Netzwerk auf der Plattform X mit. Bei den Angreifern handle es sich angeblich um sogenannte White-Hat-Hacker. Diese verschieben Gelder, nachdem sie Sicherheitslücken entdeckt haben. Gegen eine Belohnung geben sie in der Regel die Assets zurück. «Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten», schrieb Liquid Network. Sämtliche neuen Transaktionen seien vorerst gestoppt worden. Die Mitglieder der Federation würden daran arbeiten, den normalen Netzwerkbetrieb wiederherstellen zu können. Liquid Network erklärte auf X, die Gelder seien über SideSwap abgezogen worden. Dabei handelt es sich um eine Settlement-Plattform, die berechtigt ist, Transfers aus dem Netzwerk abzuwickeln. Der entsprechende Schlüssel sei jedoch nicht kompromittiert worden. ### Schnellere Abwicklung Kryptobörsen nutzen Liquid Network für eine schnellere Abwicklung von Transaktionen. Die eigentliche Bitcoin-Blockchain kann bei hoher Netzwerkauslastung langsam und teuer werden. Liquid umgeht dieses Problem, indem es sogenannte Liquid Bitcoin (L-BTC) ausgibt. Diese sind durch echte Bitcoin gedeckt, die im Netzwerk hinterlegt und gesperrt werden. Liquid Network wurde 2018 von Blockstream Corp. lanciert, einem Blockchain-Technologieunternehmen, das unter anderem vom Kryptografen und Bitcoin-Pionier Adam Back mitgegründet wurde. Heute wird das Netzwerk nach Angaben von Blockstream gemeinsam von 80 Kryptobörsen, Infrastrukturunternehmen und Vermögensverwaltern betrieben. Blockstream führt mehrere grössere Kryptobörsen als Nutzer von Liquid auf, darunter BTSE und Bitfinex. Bitfinex gehört zum selben Mutterkonzern wie Tether, der Herausgeber des weltweit grössten Stablecoins. Auch BitMEX, das angekündigt hat, seinen Betrieb noch in diesem Monat einzustellen, nutzte das Netzwerk. Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Angriffen. Erst vergangene Woche entwendete ein Angreifer sechs Millionen Dollar von einer mit Crypto.com verbundenen Plattform für Kryptokredite. Im August war zudem die populäre Offline-Bitcoin-Wallet Coldcard Ziel eines Angriffs geworden. ### Nach Dollar-Derivate-Debakel: UBS-Manager wechselt still in neue Rolle URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-dollar-derivate-debakel-ubs-manager-wechselt-still-in-neue-rolle/ Last updated: 2026-09-08T06:30:21.000Z Die Aufräumarbeiten nach dem Derivate-Debakel beschäftigen die UBS weiterhin. Kürzlich wechselte ein Mitglied der Schweizer Geschäftsleitung des Global Wealth Management in eine neue Rolle. S.B. war Head Advisory & Sales Wealth Management Switzerland. Anfang August wechselte er in eine EMEA-Funktion, wie seinem LinkedIn-Profil zu entnehmen ist. _This post is for subscribers only._ ### Die Rally, die keine war – und was jetzt, Bitcoin? URL: https://www.tippinpoint.ch/die-rally-die-keine-war-und-was-jetzt-bitcoin/ Last updated: 2026-09-04T06:19:02.000Z Der Bitcoin hat in der zweiten Augusthälfte ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Der Wert der Kryptowährung stieg vom Tiefstand von unter 63'000 Dollar um 27 Prozent auf über 80'000 Dollar. Der Anlass dafür lag allerdings nicht im Kryptomarkt: Vielmehr waren die Ursache eine Aussage des US-Notenbankchefs und eine Initiative des US-Finanzministeriums. Ersterer kündigte am Treffen der wichtigsten Notenbankchefs in Jackson Hole an, am Inflationsziel von 2 Prozent festzuhalten, das Finanzministerium gab gleichzeitig bekannt, die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen zu verdoppeln. Der Ankauf länger laufender US-Staatsanleihen, finanziert über den Verkauf kurzfristiger Staatsanleihen, ähnelt den Anleihekäufen der US-Notenbank im Rahmen der quantitativen Lockerung. Diese Umschichtungen laufen unter dem Begriff «Debasement Trade». Damit ist der Kauf von Bitcoin und Gold als Absicherung gegen die Abwertung von Fiatgeld gemeint. Die Abwertung wird durch die expansive Geldpolitik und wachsende Staatsverschuldung der USA und anderer Staaten getrieben. In den vergangenen Wochen legten Anlagen, die als Absicherung gegen Geldentwertung gelten, deutlich zu. Zeitgleich mit der Aufstockung der Anleihekäufe traf sich US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Krypto-Industrie und frischte so seine zuletzt scheinbar abgekühlte «Kryptoliebe» wieder auf. Der Preissprung des Bitcoins löste zudem einen Short-Squeeze aus, bei dem Short-Positionen im Wert von rund vier Milliarden Dollar liquidiert wurden. ### Verkäufe locken Derartige kurstreibende Faktoren, die ausserhalb des Kryptosektors liegen, verleihen in der Regel nur kurz Schub. Daher stellt sich die Frage, ob die jüngste Erholung nachhaltig ist und die Nachfrage anzieht, oder ob die Rally im Wesentlichen das Ergebnis eines Short-Squeeze und einer vorübergehenden Entspannung an den Anleihemärkten war. Für eine baldige Korrektur spricht das MVRV-Verhältnis (Market Value to Realized Value). Diese Kennzahl vergleicht den aktuellen Marktwert mit dem realisierten Wert. Der Marktwert entspricht dem Gesamtwert aller Bitcoins zum aktuellen Marktpreis, während der realisierte Wert die durchschnittlichen Anschaffungskosten des Marktes zeigt, also die Summe der Kurse, zu denen die Bitcoins zum letzten Mal auf der Blockchain bewegt – d. h. verkauft oder übertragen – wurden. Dieser Wert stieg in der zweiten Augusthälfte auf 1,5 und zeigt, dass die Inhaber im Schnitt seit ihrer letzten Bitcoin-Transaktion einen Gewinn von 50 Prozent erzielt haben. Verkäufe erscheinen so verlockend. ### Michael Saylor beendet Sommerpause Doch es gibt zahlreiche Hinweise, die auf eine solide Aufwärtsbewegung hindeuten. Die Kreditaufnahme für den Kryptokauf explodierte nicht wie in vergangenen Rallys. Eine Avance, hinter der weniger Verschuldung steckt, löst sich schwerer wieder auf. Während einige Anleger den Kursanstieg für Gewinnmitnahmen genutzt hätten, seien die institutionellen Käufer wieder stärker in den Markt zurückgekehrt, schreibt Pascal Hügli von der Privatbank Maerki Baumann in einer Analyse. In den vergangenen zwei Wochen seien rund 2,5 Milliarden Dollar in Bitcoin-ETF geflossen, weitere 1,5 Milliarden Dollar flossen in Ethereum-ETF. «Bemerkenswert ist, dass die Ethereum-ETFs in diesem Zeitraum an keinem einzigen Tag Nettoabflüsse verzeichneten. Das ist wichtig. Denn wenn bestehende Anleger Gewinne mitnehmen, institutionelles Kapital dies jedoch kompensiert, kann der Markt trotz des unter der Oberfläche liegenden Verkaufsdrucks potenziell stabil bleiben», schreibt Hügli. Ein wichtiges psychologisches Zeichen für den Markt ist auch das Verhalten von Strategy. Das Bitcoin-Treasury-Unternehmen kaufte in der letzten Augustwoche 4603 Bitcoin für 370 Millionen Dollar und beendete eine rund zweimonatige Verkaufspause. Der Bestand des Unternehmens steigt damit auf 845'050 Bitcoin. Gemäss Unterlagen, die an die Börsenaufsicht eingereicht wurden, betrug der durchschnittliche Kaufpreis 80'318 Dollar. Strategy finanzierte diesen Bitcoin-Kauf vollständig über sein At-the-Market-Programm. Über dieses Instrument platziert der Konzern laufend eigene Aktien direkt im Markt, ohne eine formelle Kapitalerhöhung durchzuführen. ### Ray Dalio rät zu Bitcoin Der bekannte Hedgefund-Manager Ray Dalio rät Anlegern, Anleihen unterzugewichten und dafür 10 bis 15 Prozent des Portfolios in Gold sowie einen kleinen Anteil in Bitcoin zu halten. Der Starinvestor erwartet eine US-Schuldenkrise, die in den nächsten drei Jahren unausweichlich werde. Der Gründer von Bridgewater Associates ist für seine Big-Cycle-Thesen zu Staatsverschuldung und Währungsordnung bekannt geworden. Diese Einschätzung ist nicht ganz neu, Dalio vertritt sie seit 2025, hat sie aber zuletzt wieder aktiv «verkauft». «Von einem definitiven Ende des Bärenmarkts zu sprechen, wäre dennoch verfrüht», heisst es in der Maerki-Baumann-Analyse. Spannend sei nun, ob Bitcoin das Muster des viel diskutierten Vierjahreszyklus durchbrechen könne. «Bleibt der jüngste Aufwärtstrend in den kommenden rund 40 Tagen intakt und erreicht Bitcoin kein neues Tief, hätte sich der bisherige Zyklustiefpunkt erstmals im dritten statt wie in früheren Zyklen im vierten Quartal gebildet», heisst es im Bericht. ### Klarheit bei Clarity Die grösste Gefahr für Bitcoin liegt weiterhin bei den langfristigen US-Zinsen, schreibt Jacob Lindberg, Chief Revenue Officer beim Krypto-ETP-Emittenten Valour. «Sollten die Renditen dreissigjähriger Staatsanleihen wieder deutlich steigen, würde das den jüngsten Rückenwind schnell abschwächen. Höhere Renditen machen sichere Anlagen attraktiver und setzen zugleich die Bewertungen riskanterer Investments unter Druck», fügt er an. Der Bitcoin könnte dann erneut zeigen, dass seine enge Verbindung zu den globalen Liquiditätsbedingungen in beide Richtungen wirkt. Auch die Senatsabstimmung über den Clarity Act am 15\. September wird gemäss Lindberg die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eine Zustimmung könnte der Branche mehr rechtliche Klarheit geben und institutionellen Anlegern den Markteintritt erleichtern, der direkte Einfluss auf den Bitcoin-Preis dürfte jedoch begrenzt sein. «Regulierung schafft zunächst einen Rahmen, sie erzeugt noch keine Nachfrage. Zudem sollten Anleger beachten, dass eine Zustimmung nicht sicher ist, Prognosemärkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung derzeit auf nur 22 Prozent», schreibt der Valour-Stratege. ### Der «Shitcoin» (pardon Memecoin) lebt URL: https://www.tippinpoint.ch/der-shitcoin-pardon-memecoin-lebt/ Last updated: 2026-09-07T06:12:15.000Z Statt Aktienhandel ein Memecoin-Kasino. So könnte man die junge Geschichte der Robinhood Chain umschreiben. Der Discount-Broker startete seine Blockchain am 1\. Juli mit tokenisierten Aktien als Flaggschiffprodukte. Die neue Chain stieg schnell in die Top fünf der dezentralen Handelsplätze (DEX) auf. Doch schon nach wenigen Tagen lief der Handel mit Memecoins den Aktien den Rang als Umsatzchampion ab. Am 30\. August verzeichnete die Robinhood-Blockchain eine Rekordzahl von 5,52 Millionen Transaktionen, als Nutzer 22'600 neue Token lancierten und Memecoin-Handelstools den Grossteil des Umsatzes von 2,66 Millionen Dollar generierten. Gemäss Daten des Research-Dienstes DefiLlama erwirtschaftete die Robinhood Chain damit am zweitmeisten Gebühreneinnahmen pro Tag hinter Solana (5,07 Millionen Dollar) und doppelt so viel wie die Apps auf Ethereum einbrachten. ### Mehr Einnahmen als die Basisblockchain Als Geldmaschine sticht Pons heraus, eine App, mit der jeder auf der Robinhood Chain einen Token erstellen und handeln kann. Anfang September wurden gemäss DefiLlama innerhalb von 24 Stunden fast 25'000 neue Token lanciert und Gebühren von fast 6 Millionen Dollar eingenommen, also deutlich mehr als die Robinhood Chain, auf der die App basiert. Pons stieg damit zum viertgrössten Blockchain-Gebührengenerator hinter Tether, Uniswap und Circle auf. Pons ist eine Produktionsstätte für neue Token, die innerhalb weniger Minuten handelbar werden. Ein Nutzer wählt einen Namen und ein Symbol aus und erstellt den Token über die App gegen eine Einführungsgebühr von rund 1 Dollar. Auf der Robinhood Chain kann der Handel mit dem neuen Token aufgenommen werden. Pons erhält einen Anteil an jedem Handel, wobei Teile an das Protokoll und die Token-Ersteller gehen. Die Wirtschaftlichkeit von Pons hängt nicht nur von der Anzahl der lancierten Token ab, sondern auch davon, wie viel Handelsvolumen sie nach Lancierung generieren. Gemäss eigenen Angaben verwendet Pons den Grossteil der einbehaltenen Mittel, um den eigenen Pons-Token zu kaufen und zu vernichten und schafft so eine wiederkehrende Nachfrage. Der Pons-Token hat in einer Woche 300 Prozent zugelegt. ### Nicht der erste Memecoin-Hype Zur Erinnerung: Memecoins haben keinen Nutzen und dienen vor allem der Spekulation – die Token können auch Spuren von Kreativität und Erinnerungswert enthalten. Mitte dieser Woche legte der «Cash Cat»-Token rund 30 Prozent auf rund 30 Cent zu, erreichte eine Marktkapitalisierung von 300 Millionen Dollar und ist einer der grössten Memecoins auf der Robinhood-Blockchain. Der Name Cash Cat leitet sich von einem frühen internen Arbeitstitel ab, den die Handelsplattform Robinhood angeblich vor ihrer offiziellen Benennung verwendet hatte. Es gibt jedoch keine offizielle Verbindung zum Unternehmen. Solche Community-getriebenen Token ohne wirklichen Nutzen haben den Aktienhandel auf der Blockchain in den Hintergrund getrieben. Das Erwachen aus diesem Spekulations-Fiebertraum wird ernüchternd sein. Die Kryptobranche hat bereits einen solchen Memecoin-Zyklus gesehen und auch der NFT-Hype endete mit grossen Enttäuschungen. ### Antibiotika: die stillen Stars im Schatten der Blockbuster URL: https://www.tippinpoint.ch/antibiotika-die-stillen-stars-im-schatten-der-blockbuster/ Last updated: 2026-09-04T04:39:11.000Z Die Entdeckung und Entwicklung von Antibiotika war einer der bedeutendsten Meilensteine der Medizin und hat unser modernes Leben erst möglich gemacht. Dennoch investieren die grossen Hersteller verschreibungspflichtiger Medikamente, oft als «Big Pharma» bezeichnet, nur zurückhaltend in diesen Bereich. Warum ist das so? Stabile Cashflows, attraktive Dividenden und trotz Preisdruck vergleichsweise hohe Margen zählen seit jeher zu den Merkmalen von «Big Pharma». Hinzu kommt eine naturgemäss stabile Nachfrage – denn krank werden wir immer. Diese Faktoren bilden die Grundlage für den defensiven Charakter des Sektors. ### Blockbuster dominieren Seit Jahren wird der Newsflow im Pharmasektor vor allem von Entwicklungen bei den grossen Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit geprägt: Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Innovative Therapien in diesen Bereichen haben häufig Blockbuster-Potenzial. Entsprechend gross ist die Aufmerksamkeit – man denke nur an Ozempic und Keytruda. Deutlich weniger Beachtung finden Impfstoffe zur Vorbeugung oder Behandlung viraler oder bakterieller Infektionen sowie Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen. Zwar rücken Viren wie Hanta oder Ebola bei lokalen Ausbrüchen kurzfristig in den Fokus. Bleiben diese regional begrenzt, lässt das Interesse jedoch rasch wieder nach. Erst wenn sich lokale Epidemien zu einer Pandemie ausweiten, wie im Fall von Covid-19, steigt das öffentliche Interesse – und das von Anlegerinnen und Anlegern. Angesichts des dann stark wachsenden medizinischen Bedarfs ist dies nachvollziehbar. ### Antibiotikaresistenzen: eine unterschätzte globale Bedrohung Doch ein hoher weltweiter medizinischer Bedarf allein reicht offenbar nicht immer aus, um nachhaltige Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Antibiotikaresistenzen in einem [2019 veröffentlichten Bericht](https://www.who.int/news-room/spotlight/ten-threats-to-global-health-in-2019?ref=tippinpoint.ch) unter den zehn grössten globalen Gesundheitsrisiken. Auf der Liste stehen unter anderem auch Luftverschmutzung und Klimawandel, nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mangelhafte Lebensbedingungen. Im selben Jahr waren bakterielle Infektionen nach koronaren Herzerkrankungen die zweithäufigste Todesursache weltweit. 33 bakterielle Erreger standen mit knapp 7.7 Millionen Todesfällen in Verbindung. Rund die Hälfte davon entfiel auf lediglich fünf Erreger. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einkommensschwachen und wohlhabenden Regionen. In Subsahara-Afrika starben jährlich 230 Menschen je 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner an bakteriellen Infektionen. In westlichen Industrieländern waren es bloss 52 je 100'000. Häufig zitierte Modellrechnungen gehen davon aus, dass bis 2050 weltweit jährlich bis zu zehn Millionen Menschen an Infektionen mit multiresistenten Erregern sterben könnten, sofern keine wirksamen Gegenmassnahmen ergriffen werden. Gleichzeitig ist die Versorgung mit wichtigen, oftmals älteren Antibiotika teilweise kritisch. Lieferengpässe, niedrige Lagerbestände und die Konzentration der Produktion auf wenige Anbieter erhöhen die Anfälligkeit der Gesundheitssysteme zusätzlich. ### Hoher Bedarf, geringe Anreize Die Entstehung von Antibiotikaresistenzen ist ein natürlicher evolutionärer Prozess. Der Bedarf an neuen Antibiotika dürfte daher langfristig hoch bleiben. Fehlerhafte Behandlungen, etwa das zu frühe Absetzen eines Antibiotikums, könnten ihn zusätzlich erhöhen. Dennoch bleibt die Entwicklung neuer Antibiotika im Vergleich zur Erforschung von Impfstoffen gegen virale Infektionen deutlich unterrepräsentiert. Laut einem Bericht der «Access to Medicine Foundation» sank die Anzahl der von grossen Pharmaunternehmen entwickelten antimikrobiellen Arzneimittel in den fünf Jahren seit 2021 um 35% – von 92 auf 60 Projekte. ### Das Resistenzdilemma Antibiotika werden bei akuten Infektionen eingesetzt, meist nur wenige Tage lang. Um die Entstehung weiterer Resistenzen zu vermeiden, sollen sie zudem möglichst zurückhaltend verschrieben werden. Genau dies begrenzt jedoch ihr kommerzielles Potenzial. Für Pharmaunternehmen wird es dadurch schwieriger, die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten zu refinanzieren. Bei Antibiotika besteht somit ein Spannungsverhältnis zwischen medizinischem Bedarf und wirtschaftlichem Anreiz. Hinzu kommt, dass sie häufig aus niedermolekularen Wirkstoffen bestehen. Nach Ablauf des Patentschutzes können daher vergleichsweise schnell Generika auf den Markt kommen, was den Preisdruck erhöht. Impfstoffe hingegen sind oft komplexe biotechnologische Produkte, die für Wettbewerber wesentlich schwieriger nachzuahmen sind. ### Innovation wieder wirtschaftlich machen Die entscheidende Frage ist: Wie lässt sich der Antibiotikamarkt für «Big Pharma» wieder attraktiver machen? Gefragt sind vor allem staatliche Akteure. Sie können wirtschaftliche Anreize schaffen, damit sich die Entwicklung neuer Antibiotika wieder stärker lohnt. Weltweit werden dazu verschiedene Modelle diskutiert und bereits umgesetzt. Grundsätzlich lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen: «Push»-Modelle sollen das finanzielle Risiko in frühen Forschungs- und Entwicklungsphasen vor der Marktzulassung reduzieren. «Pull»-Modelle setzen nach der Zulassung an und schaffen finanzielle Anreize für erfolgreiche Entwicklungen. Als besonders wirkungsvoll gilt eine Kombination beider Ansätze. Ein vielversprechender «Pull»-Ansatz ist das Subskriptionsmodell. Dabei zahlt ein Staat oder Gesundheitssystem dem Hersteller eine feste jährliche Vergütung für den Zugang zu einem neuen Antibiotikum – unabhängig davon, wie häufig es tatsächlich verschrieben wird. So wird der Umsatz von der verkauften Menge entkoppelt. Gleichzeitig fördert das Modell einen zurückhaltenden und medizinisch sinnvollen Einsatz. Grossbritannien erprobt diesen Ansatz bereits. In der Europäischen Union werden zudem marktwirtschaftliche Anreize wie übertragbare Exklusivitätsgutscheine diskutiert. Entwickelt ein Unternehmen ein dringend benötigtes Antibiotikum, könnte es damit die Marktexklusivität eines anderen, umsatzstärkeren Medikaments verlängern. Der Markteintritt günstigerer Generika würde sich dadurch verzögern - und der wirtschaftliche Anreiz zur Entwicklung neuer Antiinfektiva steigen. Diese Initiativen greifen eine zentrale Forderung der Pharmaindustrie auf: den Übergang von einer mengenabhängigen Vergütung hin zu einer Vergütung für die verlässliche Verfügbarkeit neuer Antibiotika. Setzen sich solche Modelle auf breiter Front durch, könnten sie dazu beitragen, der wachsenden Gefahr durch bakterielle Infektionen und Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken. ### «Schlechter Stil»: Raiffeisen erntet scharfe Kritik für Stellenabbau URL: https://www.tippinpoint.ch/schlechter-stil-raiffeisen-erntet-scharfe-kritik-fur-stellenabbau/ Last updated: 2026-09-07T06:10:12.000Z Raiffeisen Schweiz soll ihre Mitarbeitenden erst nach der Öffentlichkeit über den geplanten Abbau von 180 Stellen informiert haben, schreibt CH Media. Diese seien im Vorfeld lediglich für Mittwochnachmittag zu einer Informationsveranstaltung eingeladen worden, heisst es. Die Bank begründete die Nichtkommunikation mit der «Regelung der Ad-hoc-Publizitätspflicht». Raiffeisen müsse «die sich daraus ergebenden Einschränkungen beachten». Eine Vorabinformation der Mitarbeitenden wäre nach eigener Darstellung nicht erlaubt gewesen. Raiffeisen ist nicht an der Börse notiert, aber über Anleihen am Kapitalmarkt aktiv. ### Neue ruppige Kultur bei Raiffeisen? «Das ist schlechter Stil», kommentierte der Präsident des Schweizerischen Bankpersonalverbands, Michael von Felten, die Kommunikation. Der Verband geht davon aus, dass viele Mitarbeitende die Hiobsbotschaft zuerst am Radio oder über eine Pushmeldung auf dem Handy erfahren hätten, sagte von Felten zu CH Media. Der Verband befürchtet, dass «diese ruppige Art die neue Kultur bei Raiffeisen» werde. «Da mache ich mir schon Sorgen.» Welche Abteilungen vom Stellenabbau betroffen sind und inwiefern er sich auf die beiden Hauptstandorte St. Gallen und Zürich auswirken wird, will die Bank weiterhin nicht mitteilen. «Es werden bis zu 70 Kündigungen notwendig sein», sagte ein Raiffeisen-Sprecher. Laut CH Media soll gar eine Abbauliste mit über 100 Namen kursieren. Darauf sollen sich die Namen etlicher Mitarbeitender befinden, die über 55 Jahre alt sind, sagte von Felten. Noch diese Woche sollen alle Betroffenen über ihr Schicksal aufgeklärt werden. Laut Raiffeisen werden die Mitarbeitenden bis spätestens Anfang September informiert. Der Bankpersonalverband sieht den Personalabbau sehr kritisch. Er erfolge ohne jede Not, zeitgleich mit einem Halbjahresgewinn, der höher liegt als im Vorjahr, sagte von Felten. ### Kein Grund für die Massenentlassung erkennbar Tatsächlich ist kein wirklicher Grund für die [Massenentlassung ](https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-schweiz-kundigt-entlassungen-an/)zu erkennen. Raiffeisen-CEO Gabriel Brenna selbst konnte an der Medienorientierung letzte Woche keinen spezifischen Grund nennen. Eine gut vernetzte Quelle sagt, dass Brenna mit den Entlassungen in der Zentrale die Regionalgenossenschaften besänftigen wollte. Diese sehen das Wachstum der Zentrale traditionell kritisch, weil sie für die Dienste bezahlen müssen. Letzte Woche setzte Gabriel Brenna mit Helen Fricker zudem eine in den Regionen[ gut vernetzte Raiffeisen-Kaderfrau ab](https://www.tippinpoint.ch/patrick-lehner-erst-beriet-er-raiffeisen-jetzt-sitzt-er-in-der-geschaftsleitung/). Er löste Frickers Geschäftsbereich auf, gleichzeitig holte er mit Patrick Lehner einen Ex-CS-Banker und Boston-Consulting-Berater in die Geschäftsleitung der Zentrale. Als Chef des neu geschaffenen Departements «Privatkunden» wird er sich künftig um die Regionalgenossenschaften kümmern. ### Credit-Suisse-Banker nach «kleinen Lügen» zu Recht entlassen URL: https://www.tippinpoint.ch/credit-suisse-banker-nach-kleinen-lugen-zu-recht-entlassen/ Last updated: 2026-09-03T06:10:29.000Z Ein Credit-Suisse-Banker stürzt nach einem alkoholreichen Abend vom 12\. Stock eines Hotels auf einen zwei Etagen tiefer gelegenen Balkon. Er überlebt. Jahre später wird der spektakuläre Vorfall zum Thema vor dem Arbeitsgericht Zürich. Der Banker glaubt, die Credit Suisse habe ihn wegen des drohenden Reputationsschadens loswerden wollen. Der Credit-Suisse-Kadermann war ab 2010 bei der Credit Suisse für die Betreuung vermögender Privatkunden aus Russland, der Ukraine und Zentralasien zuständig. Kurz nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs im Jahr 2022 wurde er entlassen. Das Westschweizer [Justizportal Gotham City berichtete über den Fall](https://gothamcity.ch/2026/09/02/un-banquier-de-credit-suisse-licencie-apres-de-petits-mensonges/?ref=tippinpoint.ch). Im Februar 2022 befand er sich auf einer Geschäftsreise in Russland, als ihn die Bank aufforderte, nach Zürich zurückzukehren. Wegen der instabilen Lage nach Ausbruch des Krieges sah die Bank ihre Mitarbeitenden gefährdet. Doch der Banker nahm den für ihn gebuchten Flug nicht. ### Mobiltelefon verloren Er kehrte erst zwei Tage später zurück und erklärte zunächst, er habe sein Mobiltelefon in einem Taxi verloren. Später führte er eine Erkrankung als Grund an. Als ihn die Compliance-Abteilung nach seiner Rückkehr befragte, brach der Banker das Gespräch nach 45 Minuten ab und erklärte, er habe «weitaus Besseres zu tun». Nach dem Vorfall in Russland entliess die CS den Banker. Bereits zuvor gab es Probleme mit dem Beschäftigten. Der Banker hatte private Börsentransaktionen getätigt, ohne vorgängig eine Genehmigung einzuholen. Zudem erhielt er eine Verwarnung wegen einer Geschäftsreise nach Südfrankreich, wo er einen potenziellen Kunden traf und mit ihm die Möglichkeit einer Immobilienfinanzierung besprochen hatte. Später machte er gegenüber der Compliance falsche Angaben über den Grund der Reise. ### **«Keine Musterbank»** Der Banker sagte vor Gericht, er und seine Kollegen hätten sich angewöhnt, jede Ausgabe mit einem geschäftlichen Zweck zu verknüpfen, damit die Bank ihre Spesen rasch und unkompliziert zurückerstatte. Damit hätten sie Rückfragen sowie einen unverhältnismässigen Aufwand für Erklärungen vermeiden wollen. Aus seiner Sicht befand er sich in einem System, in dem man zu «kleinen Lügen» gezwungen werde. Ausserdem sei die Credit Suisse ohnehin «keine Musterbank» gewesen, die sich gewissenhaft an die Anforderungen des Risiko- und Compliance-Managements gehalten hätte und deshalb legitimiert gewesen wäre, von ihren Mitarbeitenden mit äusserster Strenge, Konsequenz und Kompromisslosigkeit dasselbe zu verlangen. Er glaube, der wahre Grund für seine Entlassung sei sein spektakulärer Sturz von einem Balkon in Russland gewesen. Alkoholisiert fiel er vom 12\. Stock eines Hotels auf einen zwei Stockwerke tiefer gelegenen Balkon. Über den Vorfall berichteten Medien, darunter Inside Paradeplatz. Der Banker glaubt deshalb, die Bank habe nach Vorwänden gesucht, um ihn loszuwerden, weil sie nach der medialen Berichterstattung einen Reputationsschaden befürchtet habe. Das Arbeitsgericht Zürich kam zum Schluss, dass die Kündigung gerechtfertigt war. ### Doyen der Bankenaufseher lässt kein gutes Haar am Ständeratsdeal URL: https://www.tippinpoint.ch/doyen-der-bankenaufseher-lasst-kein-gutes-haar-am-standeratsdeal/ Last updated: 2026-09-02T14:40:36.000Z Der Jurist und Berner Fürsprecher Zuberbühler hat die Schweizer Bankenaufsicht wie kein Zweiter geprägt. Während 33 Jahren war er für die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) tätig, davon zwölf Jahre als Direktor. Er vertrat die Schweiz während 15 Jahren im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, dem wichtigsten internationalen Gremium für die Mindeststandards in der Finanzmarktregulierung. Von 2009 bis 2011 war Zuberbühler Vizepräsident des Verwaltungsrats der EBK-Nachfolgerbehörde Finma. Zusammen mit dem früheren UBS-Generaldirektor und ersten Finma-Präsidenten Eugen Haltiner war er wesentlich am Aufbau der integrierten Finanzmarktaufsicht beteiligt. Die Stimme des Doyen der hiesigen Bankenaufseher hat also Gewicht. Auch weil Zuberbühler sich nie scheute, die Dinge beim Namen zu nennen. Auch nicht im Falle der Grossbanken, die er liebevoll-ironisch «Big Babies» nannte. «Frankly, my dear, I don’t give a damn», liess sich Zuberbühler im April 2008 vom «Economist» zur Drohung der Grossbanken zitieren, Teile des Geschäfts ins Ausland zu verlagern. Auf ein «déjà vu» macht Zuberbühler auch in der vom Departement Keller-Sutter veröffentlichten, zwölfseitigen Stellungnahme zu der von der Ständeratskommission geplanten Anrechnung der AT1-Anleihen anstelle von hartem Eigenkapital aufmerksam. _This post is for subscribers only._ ### Warten auf den Rettungsschirm URL: https://www.tippinpoint.ch/warten-auf-den-rettungsschirm/ Last updated: 2026-09-02T07:37:44.000Z Public Liquidity Backstop (PLB) heisst das Instrument zur Stärkung der Stabilität des Finanzsektors. Es ist für systemrelevante Banken vorgesehen (das sind in der Schweiz die UBS, die Zürcher Kantonalbank, die Raiffeisengruppe und die Postfinance) und besteht aus Liquiditätsspritzen der Nationalbank, die mit einer Bundesgarantie versehen sind. Der PLB soll als sogenannt dritte Verteidigungslinie zum Einsatz kommen, wenn die eigenen flüssigen Mittel einer Bank nicht mehr ausreichen und die ordentliche Liquiditätshilfe der Nationalbank ausgeschöpft ist. Während sich der PLB gestützt auf die Empfehlungen internationaler Gremien auf den grossen Finanzplätzen etablierte, liess man sich in der Schweiz trotz Drängens der Finanzmarktaufsicht Finma Zeit. Im März 2022 beschloss der Bundesrat, bis Mitte 2023 dem Parlament eine Vorlage zu unterbreiten. Im Finanzdepartement unter dem damaligen Bundesrat Ueli Maurer war man offenbar der Ansicht, es sei besser, sich Zeit zu lassen, als das Risiko einzugehen, am möglichen Widerstand der Branche und der bürgerlichen Politik zu scheitern. Ein halbes Jahr später werden die Behörden aber von der Realität eingeholt. Die angeschlagene Credit Suisse (CS) erleidet im Oktober 2022 einen Bank Run mit dem Abzug von Kundengeldern in der Höhe von 84 Milliarden Franken. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) bereitet eine Vorlage zur Einführung des PLB per Notrecht vor. Sie liegt für die Bundesratssitzung vom 16\. November beschlussreif auf dem Tisch, wird aber im letzten Moment zurückgezogen. Unklar ist, wer den Ausschlag gab. Einiges deutet auf eine massgebliche Rolle der Nationalbank hin. So ergänzte Nationalbankpräsident Thomas Jordan an der denkwürdigen Medienkonferenz vom 19\. März 2023 zur staatlich orchestrierten Übernahme der CS durch die UBS die Ausführungen von Finanzministerin Karin Keller-Sutter ungefragt mit der Bemerkung, die Einführung des PLB im Herbst 2022 per Notrecht hätte nicht stabilisierend, sondern destabilisierend gewirkt. Keller-Sutter hatte zuvor bestätigt, dass der Bundesrat unter ihrem Vorgänger im EFD im Herbst 2022 eine Beschleunigung der PLB-Einführung erwogen habe. Man habe aber verzichtet, um nicht zu verunsichern. Die zentrale Rolle des PLB in der Krise wurde spätestens im März 2023 bei der Bewältigung der CS-Krise deutlich, als der Bundesrat doch noch zum Notrecht griff und der Nationalbank eine [Liquiditätshilfe von 168 Milliarden Franken](https://www.snb.ch/de/snb-explained/financial-stability?ref=tippinpoint.ch) ermöglichte. Schon zwei Monate später, im Mai 2023, präsentierte der Bundesrat eine Vorlage, mit der der PLB ins ordentliche Recht überführt werden soll. Doch seither geriet das Vorhaben ins Stocken. Zunächst gab es Kritik in der Vernehmlassung, vor allem weil der Bundesrat den PLB den systemrelevanten Banken gratis zur Verfügung stellen wollte. In der Botschaft ans Parlament korrigierte dies der Bundesrat mit dem Vorschlag einer vorab jährlich zu entrichtenden Abgabe von 70 bis 210 Millionen Franken. Die Höhe der «Prämie» blieb umstritten und wurde zum Beispiel vom früheren Bankenprofessor und ehemaligen Nationalbank-Direktor Urs Brichler als «Staatsgarantie zum Schleuderpreis» kritisiert. ### Gibt die Politik ein Pfand aus der Hand? Die Wirtschaftskommission (WAK) des Ständerats hat sich inzwischen an mehreren Sitzungen intensiv mit dem PLB befasst und zahlreiche Experten angehört. Im Februar 2025 [beschloss die Kommission, das Geschäft zu sistieren](https://www.parlament.ch/press-releases/Pages/mm-wak-s-2025-02-25.aspx?lang=1031&ref=tippinpoint.ch), um es in die übrigen Massnahmen des Bundesrats als Folge des CS-Untergangs einzubetten. Die Bereinigung der Vorlage war für die Sitzung der WAK vom Montag dieser Woche geplant. Das Hickhack um die Lex UBS nahm aber so viel Zeit in Anspruch, dass der PLB erneut warten muss. Damit ist auch fraglich, wie weit der PLB und die Höhe der Abgeltung in den parlamentarischen Beratungen noch als [Pfand im Eigenmittelstreit](https://www.tippinpoint.ch/soll-das-parlament-den-public-liquidity-backstop-als-pfand-zurueckbehalten/) dienen kann. So lange der PLB nicht im Bankengesetz verankert ist, besteht das Risiko, dass der Bundesrat im Fall einer Krise erneut zum Notrecht greifen muss. «Ich hoffe einfach, dass wir den PLB in der Zwischenzeit nicht brauchen. Das wäre natürlich kein gutes Signal», sagte Keller-Sutter im Frühling 2025 im Ständerat. Auch wenn es plausible Argumente für die Verzögerung der PLB-Vorlage gibt, ist der Umgang von Behörden und Politik mit dem Geschäft symptomatisch für die Bankenregulierung in der Schweiz. Sie ist krisen- und skandalgetrieben und zeitlichen Wellen unterworfen. Dreieinhalb Jahre nach dem Untergang der Credit Suisse lässt der Schwung der Regulierung deutlich nach. Das Departement Keller-Sutter hat kürzlich [eine Expertengruppe eingesetzt](https://www.tippinpoint.ch/departement-keller-sutter-pruft-erleichterungen-auf-dem-finanzplatz/), die Vorschläge für die Vereinfachung der Finanzmarktregulierung machen soll. ### BNP-Paribas-Schweiz-Chefin: «Meine Ambition ist nicht, die Credit Suisse zu ersetzen» URL: https://www.tippinpoint.ch/bnp-paribas-schweiz-chefin-meine-ambition-ist-nicht-die-credit-suisse-zu-ersetzen/ Last updated: 2026-09-02T06:19:30.000Z Kann BNP Paribas in der Schweiz einen Teil der Lücke füllen, welche die Credit Suisse hinterlassen hat? Diese Frage stellte Daniel Zuberbühler, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission, der Schweiz-Chefin der französischen Grossbank, Enna Pariset, an der Konferenz Vision Bank der Finanz & Wirtschaft. Zuberbühler zielte dabei insbesondere auf das Kommerzgeschäft. Mit dem Verschwinden der Credit Suisse ist dort ein gewichtiger Anbieter weggefallen. Pariset gibt sich zurückhaltend – zumindest bei der Formulierung des Anspruchs. «Meine Ambition ist nicht, die Credit Suisse zu sein oder die Credit Suisse zu ersetzen», sagte sie. Vielmehr wolle BNP Paribas die Schweizer Wirtschaft unterstützen und zu einem «gesunden und vielfältigen Schweizer Finanzplatz» beitragen. ### Von einer auf 1,5 Milliarden Euro Gleichwohl mangelt es Pariset nicht an Wachstumsambitionen. 2024 erzielte BNP Paribas in der Schweiz mit ihren drei wichtigsten Kundengruppen – Wealth-Management-Kunden, Firmenkunden und Finanzinstituten – Erträge von einer Milliarde Euro. Bis 2030 sollen diese auf 1,5 Milliarden Euro steigen, was einem Wachstum von 50 Prozent entspricht. Im Firmenkundengeschäft liege BNP Paribas bei den Emissionen von Frankenanleihen je nach Woche auf Rang zwei oder drei, sagte Pariset. Zur Rolle der Bank im Unternehmenskreditgeschäft äusserte sie sich nicht. BNP Paribas feierte 2022 ihr 150-jähriges Bestehen in der Schweiz. Laut Pariset beschäftigt die Bank rund 1200 Mitarbeitende in Genf und Zürich. ### Karin Keller-Sutter lässt nicht locker URL: https://www.tippinpoint.ch/karin-keller-sutter-lasst-nicht-locker/ Last updated: 2026-09-02T07:34:17.000Z Am Tag nach dem Entscheid der Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) zur Lex UBS legt Bundesrätin Karin Keller-Sutter nach. An einem Anlass in Basel kommentierte sie die Kompromisslösung der Ständeräte scharf: «So viel kann ich sagen: Es haben sich nicht die Interessen der Steuerzahlenden durchgesetzt», sagte sie einem angereisten Journalisten von CH Media. Das Finanzdepartement publizierte ausserdem ein [«Faktenblatt»](https://www.efd.admin.ch/de/newnsb/g-DMuj6xb9CI?ref=tippinpoint.ch), in dem es den Entscheid der WAK-S dem Vorschlag des Bundesrats gegenüberstellt. Die «leichte» Erhöhung der Unterlegung von ausländischen Beteiligungen mit hartem Kernkapital von heute 45% auf 50% adressiere die Risiken für die Kundengelder und Gläubiger der Stammhäuser von systemrelevanten Banken und letztlich auch für die Schweizer Steuerzahlenden «ungenügend», heisst es darin. Statt ausschliesslich auf hartes Eigenkapital setzen die Ständeräte auf AT1-Anleihen. Das Problem an diesen Anleihen sei, dass sie auch in der angepassten Form kaum oder nur sehr spät Verluste absorbieren könnten. Die Wirksamkeit der AT1-Anleihen bleibe damit begrenzt und unsicher. Der automatische Stopp von Couponzahlungen sei sinnvoll, komme aber spät in der Krise und bringe kurzfristig wenig Entlastung. Keine andere vergleichbare Bank weltweit könne auch nur annähernd so viele AT1-Anleihen anrechnen, hält das EFD fest. Mit dem Vorschlag der WAK-S werde die Handlungsfähigkeit in einer Stabilisierungsphase nur marginal verbessert. Eine in der Krise der Credit Suisse erkannte Lücke werde damit nicht konsequent angegangen. ### 10 Milliarden «negative Kapitallücke» Mit dem Vorschlag der WAK-S bestehe für die UBS kein Aufbaubedarf an hartem Kernkapital. Die UBS würde die von der WAK-S vorgeschlagenen Anforderungen im Stammhaus sogar um rund 10 Milliarden US-Dollar übertreffen. Das EFD beschreibt dies als «negative Kapitallücke». Am Anlass in Basel nahm Keller-Sutter auch zu ihrer Kritik am Lobbying der UBS Stellung: «Ich habe nur beschrieben, was ich wahrnehme. Es gibt Parlamentarier, die zu mir gekommen sind und mir davon erzählt haben. Gestandene Parlamentarier haben gesagt, dass sie sich teilweise unwohl oder bedrängt gefühlt hätten», sagte sie. Auch die UBS äusserte sich zum WAK-S-Entscheid. «Wir würdigen die Bemühungen der Kommission, Alternativen zu den extremen Vorschlägen des Bundesrats zu prüfen», heisst es in einem LinkedIn-Post von UBS-Chef Sergio Ermotti. In einer separaten Stellungnahme teilte die Bank mit, die Kommission habe «wichtige Fakten» und «Zusammenhänge» berücksichtigt, um seine Empfehlungen zu begründen. Nach Schätzung der Grossbank müsste die UBS AG zusätzlich rund 13 Milliarden US-Dollar an Tier-1-Kapital halten, das mit AT1-Kapital gedeckt werden könnte. Hinzu kämen rund 2 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1-Kapital aufgrund der vom Bundesrat Anfang Jahr angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe. Darüber hinaus müsse die UBS infolge der Übernahme der Credit Suisse unter den bestehenden Vorschriften wie bereits kommuniziert rund 15 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1-Kapital halten. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/09/Chart-9_2_2026-1_54_09-AM.png) UBS-Aktie tauchte am Montagmorgen und erholte sich im Verlauf des Tages wieder. Die UBS-Aktie reagierte gestern eher negativ auf den Entscheid der WAK-S. Die Papiere schlossen leicht im Minus. Die Verwässerung des Bundesrats dürfte bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein. ### Nützt UBS bei Aryzta ihre Marktmacht aus? URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-nutzt-ihre-macht-aus/ Last updated: 2026-09-04T08:27:08.000Z Bulle: Da hat wieder einer von der UBS den Vogel abgeschossen. Am 20\. August hat ihr Analyst Iffert in einem einzigen Ruck die Aktien-Empfehlung für Aryzta von «Kaufen» auf «Verkaufen» herabgestuft und das Kursziel von 70 auf 40 Franken beinah halbiert. Bär: Vor rund einem Jahr hatte die UBS sogar ein Kursziel von 94 Franken, auf Sicht von zwölf Monaten. Heute, nach Fristablauf, notiert die Aryzta-Aktie um 42 Franken. Ein schönes Beispiel für den Wert, den Analysten für uns Normalanleger haben. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/09/Chart-9_1_2026-2_09_05-AM.png) Kursentwicklung Aryzta. Bulle: Wahr ist ja, Aryzta hat bewegte Zeiten er- und überlebt. Früher einmal, als Gipfelibäcker Hiestand, war das ein topseriöses Unternehmen. Nach der Fusion mit der irischen IAWS kam sie in die Hände von Abzockern und Versagern. Mit der Folge, dass der Kurs vom Höchst zum Tiefst fast 99% einbrach und das im eigentlich stabilen Backwarengeschäft. Bär: Die irren Zeiten unter Führung der Iren sind gottlob vorüber. Seit der Schweizer Urs Jordi das Zepter in der Hand hat, ist mehr Ruhe und Vernunft eingekehrt. > Bär: Für einmal gebe ich dir recht. Aryzta ist keine Zockeraktie, heute nicht mehr. > Bulle: Und trotzdem will die UBS daraus ein Instrument für Spekulanten machen… Bulle: Darum versteh ich den UBS-Iffert nicht. Wie kann der so herumirren mit seinen Kurszielen? Aryzta hat ein relativ einfaches Geschäftsmodell, das nicht so schwierig einzuschätzen ist. Nichts Hochspekulatives. Backwaren sind kein zyklisches Geschäft. Und dass Grosskunden vermehrt selber produzieren könnten und der Wettbewerb zunimmt, das Thema hatten wir früher schon. Bär: Für einmal gebe ich dir recht. Aryzta ist keine Zockeraktie, heute nicht mehr. Bulle: Und trotzdem will die UBS daraus ein Instrument für Spekulanten machen… Bär: Schau dir an, wer die wirklich wichtigen Kunden im Handelsgeschäft der UBS sind. Hedgefonds, die traden, ständig Positionen auf- und abbauen, auf fallende Kurse wetten. Schnell rein und raus. Was die suchen und brauchen, ist Volatilität an den Märkten. Starke Kursbewegungen, nach oben oder nach unten… Bulle: …und die UBS hilft ihnen, indem ihre Analysten Aktien herauf- und herunterstufen und die Kursziele stark verändern, meinst du? Bär: So kann man das sehen. Die UBS mit ihrer Kundenbasis und Vermögensverwaltung im Rücken hat natürlich die Macht, um Aktienkurse mit Empfehlungen kräftig zu beeinflussen, gerade bei kleinen und mittleren Börsenwerten wie Aryzta. Zumal bei uns die Zahl der Analysten gesunken ist. Bulle: Wie wahr, nachdem die UBS ihre Verkaufsempfehlung veröffentlicht hatte, sackte Aryztas Kurs in zwei Tagen um 9% ab. Mir ist in diesem Jahr noch ein drastisches Beispiel aufgefallen, da war ich auch investiert. Im Frühling hat die UBS das Kursziel für den Personalvermittler Adecco in einem Rutsch von 21 auf 13 Franken gesenkt, um annähernd 40%. > Bär: Ich kenne ein paar Finanzchefs von Börsengesellschaften. Sie sagen mir, dass die Analysten ihnen gar nicht mehr richtig zuhören. Die hätten sich in ihrem Hinterkopf schon vorher ihren Case zusammengezimmert. Bär: Auch ein starkes Stück, ja. Ich kenne ein paar Finanzchefs von Börsengesellschaften. Sie sagen mir, dass die Analysten ihnen gar nicht mehr richtig zuhören. Die hätten sich in ihrem Hinterkopf schon vorher ihren Case zusammengezimmert. Man merke schon an ihren Fragen, auf was sie hinauswollen. > Bulle: So langsam habe ich Sympathie für unsere Finanzministerin. Ich kann es mehr und mehr verstehen, wenn Keller-Sutter der UBS Zügel anlegen will. Bulle: So langsam habe ich Sympathie für unsere Finanzministerin. Ich kann es mehr und mehr verstehen, wenn Keller-Sutter der UBS Zügel anlegen will. Wäre es am besten, die Bank aufzuspalten, in eine Schweizer und eine unabhängige amerikanische Einheit? Um ihre Macht einzuschränken. Bär: Da machst du ein grosses Fass auf. Aber ja, es ist einfach so, dass eine Grossbank wie die UBS stur ihre eigenen Interessen verfolgt, auch wenn die nicht im Interesse des Landes liegen. Und es ist so, dass ihr Denken kurzfristig ausgerichtet ist, dafür sorgt schon die Vergütungsstruktur mit den Boni. Um zu unserem Fall zurückzukommen, an langweilig-soliden Finanzmärkten hat die UBS im Grunde kein Interesse. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Volatilität. Reges Auf und Ab bringt Gebühren. ### Lex UBS: Karin Keller-Sutters Strategie ist gescheitert URL: https://www.tippinpoint.ch/lex-ubs-karin-keller-sutters-strategie-ist-gescheitert/ Last updated: 2026-09-01T06:40:16.000Z Am Entscheid der Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) lässt sich nicht herumdeuteln. Mit 10 zu 2 Stimmen bei einer Enthaltung hat sich das Gremium ausgesprochen deutlich gegen den Vorschlag des Bundesrats ausgesprochen, die Auslandstöchter der UBS mit 100 Prozent hartem Eigenkapital (CET1) im Stammhaus zu unterlegen. Stattdessen schwenkte die bürgerlich dominierte Kommission voll auf die Linie der UBS ein. Diese brachte den «Kompromiss» ins Spiel, die Töchter zu je 50 Prozent mit CET1 sowie mit abschreibbarem Fremdkapital (Additional Tier 1, AT1) zu unterlegen. Der Status quo sieht mindestens 45 Prozent CET1 und 15 Prozent AT1 vor (also insgesamt 60 Prozent). In der Praxis verfügt die UBS aber über mehr Eigenkapital, sodass der Vorschlag gewissermassen einen Rückschritt gegenüber dem bestehenden Regime bedeutet. Damit hat sich die Ständeratskommission für eine aus Sicht des Bundes befürchtete Verschlimmbesserung ausgesprochen. Mit dem Entscheid nimmt das Gesetz zwar nur die erste Hürde in einem langen parlamentarischen Prozess. Doch die politische Ausgangslage hat sich mit dem klaren Ergebnis der WAK-S fundamental verschoben. ### Formbar wie Plastilin Dass es so weit gekommen ist, muss niemanden erstaunen. Parlamentarier sind formbar wie Plastilin. Den Kardinalfehler machte der Bundesrat vor einem Jahr, als er entschied, dieses entscheidende Element in der Grossbankenregulierung nicht per Verordnungsweg durchzusetzen, sondern via Änderung des Bankengesetzes, womit er den nun laufenden Prozess auslöste. Die Landesregierung reagierte damals auf die Opposition des Parlaments, das die Einführung auf dem Verordnungsweg via Motion verhindern wollte. > Karin Keller-Sutter hat es verpasst, das Eisen zu schmieden, als es noch heiss war. Die Schweiz könnte längst über eine verschärfte TBTF-Regulierung verfügen, wenn die Bundesrätin schon sehr früh die wichtigsten Stakeholder an einen Tisch geholt hätte. Das nun vorliegende Zwischenergebnis ist ein Debakel für die Landesregierung und damit für Karin Keller-Sutter. Sie hat es verpasst, das Eisen zu schmieden, als es noch heiss war. Die Schweiz könnte längst über eine verschärfte TBTF-Regulierung verfügen, wenn die Bundesrätin schon sehr früh die wichtigsten Stakeholder an einen Tisch geholt hätte. Mit der Finma, der Nationalbank, der Wissenschaft, der Bankiervereinigung und der UBS hätte sie die neuen Leitplanken definieren können. Keller-Sutter hätte klar durchgeben können: Wir haben ein Problem, wir wollen 20 Milliarden mehr Eigenkapital, eine Begrenzung der risikogewichteten Aktiven im Investmentbanking auf 20 Prozent, ein Bonusverbot bei Verlusten und eine Limitierung der UBS-Bilanz auf 200 Prozent des Schweizer BIP. Die UBS hätte sich gegen die 20 Milliarden gewehrt, und man hätte sich bei 10 Milliarden gefunden. Zusammen mit den anderen Massnahmen wäre dies eine wesentlich wirkungsvollere Regulierung als der Stand heute, mehr als drei Jahre nach der staatlich orchestrierten Rettungsaktion der Credit Suisse. ### Nächster Stellenschocker: Swiss Life streicht 600 Jobs URL: https://www.tippinpoint.ch/nachster-stellenschocker-swiss-life-streicht-600-jobs/ Last updated: 2026-09-01T06:01:45.000Z Die nächste Hiobsbotschaft für den Schweizer Arbeitsmarkt: Swiss Life will bis Ende 2028 rund 600 Stellen abbauen. Das kündigt der Lebensversicherer am Dienstag zusammen mit seinen Halbjahreszahlen an. Der Stellenabbau soll zu etwa gleichen Teilen Swiss Life in der Schweiz und den Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers betreffen, dort vor allem Standorte im Ausland. Ein grosser Teil der Stellen soll über natürliche Fluktuation verschwinden. Der Abbau hat bereits begonnen. Durch die selektive Besetzung offener Stellen seien rund 100 Jobs weggefallen, schreibt Swiss Life. Bis Ende 2026 sollen weitere rund 100 Stellen folgen. Die restlichen Stellen werden bis Ende 2028 abgebaut. CEO Matthias Aellig begründet den Schritt mit dem Ziel, die Effizienz des Konzerns zu steigern und die «Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung» zu nutzen. Swiss Life wolle damit ihre Position stärken und neue Marktchancen schneller wahrnehmen können. ### Gewinn steigt um 8 Prozent Bemerkenswert ist der Stellenabbau auch deshalb, weil Swiss Life kerngesund ist. Der Reingewinn stieg im ersten Halbjahr um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 8 Prozent auf 967 Millionen Franken. Besonders gut entwickelte sich das Fee-Geschäft. Dieses legte in Lokalwährungen um 11 Prozent auf 430 Millionen Franken zu. Die Fee-Erträge stiegen um 7 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken. Auch die Prämieneinnahmen erhöhten sich um 3 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken. Gleichzeitig gibt Swiss Life weiteres Kapital an ihre Aktionäre zurück. Nachdem Ende Mai ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Franken abgeschlossen wurde, kündigt der Konzern bereits das nächste an. Zwischen Oktober 2026 und Ende März 2027 sollen eigene Aktien für weitere 250 Millionen Franken zurückgekauft werden. Die Eigenkapitalrendite erreichte im ersten Halbjahr 20,2 Prozent nach 17,6 Prozent im Vorjahr und liegt damit sogar über dem strategischen Zielkorridor von 17 bis 19 Prozent. ### Asset Management für Dritte wächst Auch Swiss Life Asset Managers, wo ein Teil des Stellenabbaus anfällt, konnte das Geschäft ausbauen. Die für Drittkunden verwalteten Vermögen stiegen von 146 Milliarden Franken Ende 2025 auf 158 Milliarden Franken per Ende Juni. Allerdings gingen die Nettoneugeldzuflüsse deutlich zurück: von 13,2 Milliarden auf 7,2 Milliarden Franken. Die Erträge in diesem Bereich kletterten um 5 Prozent auf 519 Millionen Franken. ### Partners Group: David Layton gibt CEO-Rolle ab URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-david-layton-gibt-ceo-rolle-ab/ Last updated: 2026-09-01T05:45:23.000Z Beim Zuger Private-Markets-Spezialisten Partners Group kommt es zu einem gewichtigen Wechsel an der Spitze. David Layton gibt nach acht Jahren als CEO die operative Führung ab. Der Investor behilft sich mit einer Doppelspitze: Per 1\. Januar 2027 übernehmen Roberto Cagnati und Juri Jenkner gemeinsam als Co-CEOs. Layton bleibt Partners Group allerdings erhalten. Er wechselt zurück ins Investmentgeschäft und wird Chief Investment Officer sowie Chairman des Global Investment Committee. Aus dem Executive Team scheidet er aus. Layton war seit 2019 zunächst Co-CEO und führt Partners Group seit 2021 als alleiniger CEO. ![](https://www.partnersgroup.com/~/media/Images/P/Partnersgroup/Universal/our-team/executive-team/layton-david.jpg) David Layton. Gleichzeitig lieferte Partners Group enttäuschende Halbjahreszahlen ab. Die Performance Fees, also die erfolgsabhängigen Einnahmen, sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken. Ihr Anteil am gesamten Umsatz fiel von 29 auf 19 Prozent. ### Kaum Exits Partners Group begründet den Rückgang unter anderem damit, dass mehrere grössere Verkäufe ins zweite Halbjahr 2025 vorgezogen worden seien, um das damals günstige Marktumfeld zu nutzen. Zudem könnten sich einige derzeit geplante Exits ins Jahr 2027 verschieben. Das schlägt auf das Ergebnis durch. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken. Der EBITDA ging um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken zurück. Unter dem Strich verdiente Partners Group 502 Millionen Franken – 13 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Gut läuft dagegen das Geschäft mit den wiederkehrenden Management Fees, was naturgemäss auch nicht verwundert. Diese stiegen um 6 Prozent auf 905 Millionen Franken, währungsbereinigt betrug das Plus 12 Prozent. Auch beim Fundraising legte Partners Group kräftig zu: Im ersten Halbjahr flossen dem Vermögensverwalter 16 Milliarden Dollar an neuen Kundengeldern zu. Die verwalteten Vermögen erreichten per Ende Juni 186 Milliarden Dollar, 7 Prozent mehr als vor einem Jahr. ### Partners Group hält an Prognose fest Für das Gesamtjahr hält Partners Group an der Prognose von 26 bis 32 Milliarden Dollar an neuen Kundengeldern fest. Die Performance Fees sollen 20 bis 25 Prozent der gesamten Einnahmen ausmachen. Mittelfristig peilt das Unternehmen weiterhin einen Anteil von 25 bis 40 Prozent an. Die neuen Co-CEOs Roberto Cagnati und Juri Jenkner sind schon lange bei dem Zuger Investor. Beide stiessen bereits 2004 zum Unternehmen. Cagnati verantwortete zuletzt Portfolio Solutions und das Risikomanagement. Jenkner ist derzeit Präsident und Leiter Business Development und führte zuvor unter anderem die Bereiche Infrastruktur und Private Credit. ### Paukenschlag: Vontobel verlegt Holding-Sitz nach Baar URL: https://www.tippinpoint.ch/paukenschlag-vontobel-verlegt-holding-sitz-nach-baar/ Last updated: 2026-08-31T07:16:38.000Z Vontobel kehrt Zürich als Hauptsitz den Rücken. Die Privatbank plant, den Sitz der Vontobel Holding nach Baar im Kanton Zug zu verlegen. Dort soll bis 2030 ein neuer Campus entstehen, auf dem mehr als 1500 Mitarbeitende arbeiten werden. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Damit verlagert Vontobel einen Grossteil seiner Belegschaft aus Zürich in den steuergünstigen Kanton Zug. Heute sind die Mitarbeitenden auf sieben Gebäude in Zürich verteilt. In Baar sollen sie künftig an einem Standort zusammengeführt werden. Vontobel hat dafür einen langfristigen Mietvertrag für einen für die Bank konzipierten Campus im Lindenpark abgeschlossen. Auf rund 15'000 Quadratmetern Bürofläche soll eine neue Arbeitsumgebung entstehen. Die Wahl von Baar begründet Vontobel unter anderem mit dem wirtschaftlichen Umfeld. Der Lindenpark liege in einer «innovativen, unternehmerisch geprägten Wirtschaftsregion mit einer wachsenden Business-Community, darunter verschiedene Investmentfirmen». Zudem verfüge das Areal über weiteres Entwicklungspotenzial und eine gute Verkehrsanbindung. ### Steuerliche Vorteile nennt Vontobel nicht «Von den möglichen Standorten, die wir für den neuen Campus geprüft haben, stach der Lindenpark in Baar deutlich hervor», werden die Co-CEOs Christel Rendu de Lint und Georg Schubiger zitiert. Das Areal biete Platz für weiteres Wachstum und ein dynamisches Umfeld, das zur Ausrichtung von Vontobel passe. Steuerliche Vorteile nennt Vontobel in der Mitteilung nicht. Ganz aus Zürich zieht sich die traditionsreiche Privatbank allerdings nicht zurück. Das Gebäude am Bleicherweg soll umfassend umgebaut und zum zentralen Kundenstandort aufgewertet werden. Dort werden künftig noch mehr als 300 Mitarbeitende tätig sein. Geplant sind neue Empfangs- und Besprechungsbereiche, ein Private-Dining-Restaurant sowie Räumlichkeiten für die Vontobel-Kunstsammlung. Der Umzug bedeutet für Stadt und Kanton Zürich eine Zäsur. Die Bank wurde 1924 in Zürich gegründet und ist seit mehr als 100 Jahren eng mit dem Finanzplatz verbunden. ### UBS-Abbau lässt Zahl der Bankstellen in der Schweiz stark sinken URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-abbau-lasst-zahl-der-bankstellen-in-der-schweiz-stark-sinken/ Last updated: 2026-08-31T06:45:05.000Z Das Verschwinden der Credit Suisse schlägt sich immer deutlicher auf die Beschäftigungszahlen des Schweizer Bankenplatzes durch. Ende 2025 beschäftigten die Banken hierzulande noch 92'002 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das waren 2345 Stellen oder 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bemerkenswert dabei: Der Rückgang ist gemäss dem am Montag veröffentlichten Bankenbarometer der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) auf die UBS zurückzuführen, die die CS vor über drei Jahren übernahm. Alle anderen Bankengruppen verzeichneten dagegen einen Stellenzuwachs. Der deutliche Stellenabbau fällt in ein Jahr, in dem es den Banken wirtschaftlich sehr gut ging. Der aggregierte Geschäftserfolg der Schweizer Institute stieg 2025 um 5,8 Prozent auf den Rekordwert von 73,8 Milliarden Franken. Besonders gut lief das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Erfolg legte um 6,5 Prozent zu. Der übrige ordentliche Erfolg erhöhte sich sogar um 26,6 Prozent. Dagegen sank der Erfolg aus dem Zinsgeschäft trotz höherem Kreditvolumen um 0,8 Prozent. ### Vermögen knacken 10-Billionen-Marke Auch die verwalteten Vermögen erreichten eine neue Höchstmarke. Ende 2025 lagen diese bei 9'729 Milliarden Franken, 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr 2026 wurde erstmals die Schwelle von 10'000 Milliarden Franken überschritten. Per Ende Juni verwalteten die Banken 10'119,5 Milliarden Franken. Für das laufende Jahr bleibt die Branche zuversichtlich. Mehr als die Hälfte der von der SBVg befragten CIOs sowie Chefökonominnen und Chefökonomen erwartet 2026 einen höheren Geschäftserfolg, rund ein Drittel rechnet mit einer stabilen Entwicklung. Mit einem Rückgang rechnet keiner der Befragten. Wachstumstreiber dürfte erneut das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sein. 73 Prozent erwarten dort einen höheren Erfolg. Das Zinsgeschäft dürfte dagegen wegen des Nullzinsumfelds unter Druck bleiben. Bei der Beschäftigung sind die Aussichten verhalten positiv. Im ersten Halbjahr 2026 ging der Personalbestand zwar weiter zurück, wobei dies gemäss SBVg hauptsächlich auf weniger Beschäftigte im Ausland zurückzuführen war. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen knapp 60 Prozent der Befragten mit einem stabilen Personalbestand, rund ein Drittel erwartet einen Anstieg. ### Umbau bei ResponsAbility: Stephanie Bilo verlässt Zürcher Impact-Pionierin URL: https://www.tippinpoint.ch/umbau-bei-responsability-stephanie-bilo-verlasst-zurcher-impact-pionierin/ Last updated: 2026-08-31T10:57:20.000Z Bei ResponsAbility kommt es zu einem wichtigen Abgang. Wie ein Sprecher auf Anfrage schreibt, habe sich Stephanie Bilo entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Für sie sei der richtige Zeitpunkt gekommen, das nächste Kapitel ihrer beruflichen Laufbahn aufzuschlagen. Sie werde ResponsAbility während einer Übergangsphase weiterhin unterstützen, während die Suche nach ihrer Nachfolge laufe. Stephanie Bilo stiess vor sieben Jahren zur Zürcher Investmentboutique, die damals noch stark von ihren Gründern und den Ankeraktionären wie dem C&A-Erben Stephen Brenninkmeijer geprägt war. Bei dem 2003 gegründeten Investor dürfte damals noch ein Groove geherrscht haben, der eher an eine NGO erinnerte als an einen Finanzinvestor. Der Purpose war mindestens so wichtig wie die Renditen aus den Investments in Entwicklungsprojekte. Die Anstellung von Stephanie Bilo, die zuvor im Derivatebereich für Finanzkonzerne wie JP Morgan und Morgan Stanley gearbeitet hatte, war kein selbstverständlicher Fit für die Boutique. [Es gab Unruhe im Unternehmen](https://www.tippinpoint.ch/trotz-internen-kulturkaempfen-will-der-responsability-chef-in-diesem-jahr-die-assets-um-40-prozent-steigern/), Mitarbeiter sprachen von Kulturkämpfen, es kam zu Kündigungen. Im Jahr 2022 wurde ResponsAbility vom britischen [Asset Manager M&G übernommen](https://www.tippinpoint.ch/schweizer-impactpioneer-wird-uebernommen/). Damals sagte Bilo in einem [Interview mit Tippinpoint](https://www.tippinpoint.ch/stephanie-bilo-asien-bietet-derzeit-das-attraktivste-risk-return-profil-fuer-impact-investments/), dass sie sehr glücklich über die Zusammenarbeit sei. Ausserdem würde der neue Besitzer die Zürcher Boutique «unabhängig» lassen. Doch als M&G Ende 2025 mit Nadia Nikolova eine CEO implementierte, muss das für Stephanie Bilo ein Dämpfer gewesen sein. Bilo wurden stets CEO-Ambitionen nachgesagt. ### Das Ende der Unabhängigkeit Mit der Unabhängigkeit scheint es allmählich vorbei zu sein. M&G führt ihre Zürcher Boutique zunehmend enger. So werden die Produkte von ResponsAbility besser mit der Vertriebsplattform von M&G verzahnt, um so Doppelspurigkeiten im Sales auszumerzen. Für Bilo als Chief Client & Investment Solutions Officer wird dadurch der Gestaltungsspielraum kleiner. Ihr Weggang ist somit keine wirkliche Überraschung. Wie viele Stellen im Zuge der engeren Anbindung an die Konzernmutter in Zürich verloren gehen, ist Gegenstand von Spekulationen. [Inside Paradeplatz](https://insideparadeplatz.ch/2026/08/27/klima-vorzeige-boutique-responsability-tabula-rasa/?ref=tippinpoint.ch) schrieb letzte Woche von einem Abbau von insgesamt 70 Stellen von total 200. Nadia Nikolova, CEO von ResponsAbility, sagt zur Personalie: «Stephanie hat das Wachstum und die Entwicklung von ResponsAbility massgeblich mitgeprägt. Dazu gehört auch ihr Beitrag zum Ausbau der Assets under Management von rund 3 Milliarden auf 6 Milliarden US-Dollar. Sie hat unsere Beziehungen zu Kunden und Partnern vertieft und die erfolgreiche Übernahme von ResponsAbility durch M&G unterstützt.» Zuletzt habe sie eine wichtige Rolle beim Ausbau der Klima-Investmentplattform von ResponsAbility gespielt, so Nikolova weiter. «Wir sind ihr für ihren langjährigen Beitrag und ihr Engagement sehr dankbar und wünschen ihr für den nächsten Abschnitt ihrer beruflichen Laufbahn viel Erfolg.» ### EFG wildert bei UBS für Berner Standort URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-wildert-bei-ubs-fur-berner-standort/ Last updated: 2026-08-31T05:51:28.000Z EFG baut ihr Geschäft im Schweizer Heimmarkt aus. Die Privatbank eröffnet per 1\. September einen neuen Standort in Bern. Geleitet wird das Büro von Sandro Steiner und Dominik Bühler, die beide von der UBS zu EFG wechseln. Die beiden Kundenberater berichten an Manuel Blanco, Head of Private Banking Gstaad & Greater Bern Area. Das neue Büro an der Marktgasse 37 soll eng mit dem bestehenden EFG-Team in Gstaad zusammenarbeiten. Es sollen vermögende und sehr vermögende Kunden aus der Schweiz sowie aus internationalen Märkten bedient werden, heisst es in einer Mitteilung. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/2024367dc6aaf81d839d3d069f2973a3_w500_h300_cp.jpg) Sandro Steiner (Foto: HO) Mit Steiner holt EFG einen erfahrenen Private Banker für das Berner Oberland und die Region Thun. Er war seit 2023 bei der UBS als Head Thun and Private Wealth Berner Oberland tätig. Insgesamt blickt er auf 28 Jahre bei der Grossbank zurück, unterbrochen von mehr als sieben Jahren bei unabhängigen Vermögensverwaltern. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/1608634246691.jpg) Dominik Bühler (Foto: Linkedin) Auch Bühler ist ein UBS-Urgestein. Er stiess 1991 zur Grossbank und verbrachte seine gesamte bisherige Karriere dort. Zuletzt arbeitete er als Senior Client Advisor für Unternehmer und Führungskräfte in Bern. Bei EFG wird er für die Regionen Seeland und Biel zuständig sein. Mit dem neuen Standort will EFG ihre Präsenz in der Region Bern ausbauen. Neben klassischen Vermögensverwaltungsdienstleistungen bietet die Bank dort auch Wohnbauhypotheken und Kredite an. Schweiz-Chef Franco Polloni bezeichnet die Region Bern als strategisch wichtigen und attraktiven Markt. Manuel Blanco sieht die Expansion nach Bern als nächsten Schritt nach dem Ausbau des Geschäfts in Gstaad. ### Migros Bank bolzt Gewinn – die MGB-Chefs freuts URL: https://www.tippinpoint.ch/migros-bank-bolzt-gewinn-die-mgb-chefs-freuts/ Last updated: 2026-08-31T06:09:31.000Z Die Migros Bank liefert ihrem Mutterhaus gute Nachrichten. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte die Bank ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 14,3 Prozent auf 151,5 Millionen Franken. Der Geschäftserfolg legte sogar um 14,7 Prozent auf 185,5 Millionen Franken zu. Treiber war insbesondere das Zinsgeschäft. Der Nettoerfolg daraus erhöhte sich trotz Nullzinsumfeld um 9,8 Prozent auf 319,4 Millionen Franken. Die Bank profitierte dabei von tieferen Refinanzierungskosten und einem geringeren Bedarf an Wertberichtigungen. Die Kundenausleihungen erhöhten sich leicht um 0,2 Prozent auf 51,6 Milliarden Franken, die Kundeneinlagen um 0,4 Prozent auf 46,1 Milliarden Franken. Auch im Anlagegeschäft kommt die Migros Bank voran. Der Erfolg aus dem Kommissionsgeschäft stieg um 10,2 Prozent auf 67,5 Millionen Franken. Das Volumen der Vermögensverwaltungsmandate nahm im ersten Halbjahr um 10,9 Prozent zu. Insgesamt erhöhte sich der Geschäftsertrag um 8,6 Prozent auf 433,8 Millionen Franken. Gleichzeitig sank der Geschäftsaufwand leicht um 0,5 Prozent auf 220,9 Millionen Franken. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich damit auf 50,1 Prozent. Das Ergebnis dürfte die Chef des Migros-Genossenschafts-Bund freuen. Der Detailhandelsriese befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau und hat sich von zahlreichen Unternehmen und Beteiligungen getrennt. Auch im Kerngeschäft hat der Dutti-Konzern zu kämpfen. ### Bitcoin ist nicht grösser als Tron URL: https://www.tippinpoint.ch/bitcoin-ist-nicht-grosser-als-tron/ Last updated: 2026-08-29T10:30:13.000Z Bitcoin ist die grösste und wichtigste, dann folgen Ethereum und Tether. Dieser einfache Blick auf den Kryptosektor ist weit verbreitet unter Investoren. So lässt sich auch erklären, dass der Bitcoin als Ur-Kryptowährung weiterhin den Takt in der Wertentwicklung vorgibt. Wenn der Bitcoin steigt, klettert der gesamte Sektor mit, bricht der Bitcoin ein, leiden die anderen Kryptowährungen ebenfalls. In der Entstehungsphase des Krypto-Sektors war das durchaus verständlich – doch je länger, je mehr ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen, was Blockchains können und wie sie genutzt werden. Wir werfen Gold, Kupfer und Lanthan auch nicht in den gleichen Topf, nur weil es Metalle sind, die in der Erde vorkommen. Eine Möglichkeit, die Blockchains einzuschätzen, ist die On-Chain-Analyse, welche die tatsächliche Nutzung und Netzwerkeffizienz der Netzwerke vergleicht. Wir haben dafür die fünf grössten Blockchains nach Marktkapitalisierung ausgewählt, aber Stablecoins wie Tether und Transaktions-Coins von Börsen wie den Binance-Coin weggelassen. Die erste Überraschung ist dabei, dass es Tron in diese Aufstellung schafft, während Cardano weit zurückgefallen ist. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/unnamed--21-.png) ### Bitcoin mit eigenem Massstab Diese Kennzahlen zeigen eine klare Aufteilung des Marktes – auch wenn sie der Bitcoin-Blockchain nicht gerecht werden. Denn Bitcoin dominiert klar als Wertspeicher, was aus dieser Analyse nicht ersichtlich ist. Der Grossteil des Transaktionsvolumens besteht aus blossen Netzwerkabwicklungen, d. h. Kapitaltransfers. Die Einführung von Protokollen wie Ordinals und Runes sorgt periodisch für Spitzen bei den Netzwerkgebühren, verlagert jedoch den Hauptfokus nicht von der Rolle als Wertspeicher. Die Sicherheit von Bitcoin wird durch das Buchführungsmodell UTXO (Unspent Transaction Output) garantiert. Dieses verlangsamt zwar die Transaktionen, verhindert dafür Double-Spending (das doppelte Ausgeben derselben Coins) und ermöglicht, jede Transaktion bis zu den ursprünglichen Erstellern zurückzuverfolgen. ### Ethereum: Das langsame Schwergewicht Ethereum ist das wirtschaftliche Schwergewicht. Das zeigt der Total Value Locked, der einem grossen Vielfachen von jedem Konkurrenten entspricht. Diese Zahl gibt den Gesamtwert aller Krypto-Assets an, die in dezentralen Finanzprotokollen (DeFi), Smart Contracts oder Layer-2-Anwendungen auf einer Blockchain hinterlegt sind. Bekannte Layer-2-Blockchains wie Arbitrum, Optimism, Base und Polygon nutzen die Sicherheit von Ethereum, bündeln die Transaktionen jedoch ausserhalb und beschleunigen sie dadurch. Darum ist Ethereum die Basis zahlreicher DeFi-, Staking- und Tokenisierungsanwendungen. Zahlreich sind dabei auch die Diskussionen, wieso es Ethereum als Stamminfrastruktur nicht schafft, den Erfolg der «Unter-Blockchains» selbst zu monetarisieren. ### Solana mit hoher Frequenz Solana, XRP (Ripple) und Tron haben jeweils im Zahlungsverkehr ihre Nischen gefunden. Solana führt mit durchschnittlich bis zu 3 Millionen aktiven Adressen pro Tag die Nutzeraktivität an. Dank niedriger Gebühren und Clients wie Firedancer, die Durchsatzraten von bis zu 1800 Transaktionen pro Sekunde erlauben, ist Solana für den Hochfrequenzhandel auf dezentralen Handelsplätzen (DEX) und für Consumer Apps prädestiniert. Beim Total Value Locked kommt Solana trotz viel höherer Transaktionszahlen nicht einmal auf einen Zehntel des Wertes von Ethereum, denn dort ist die Kapitaldichte pro Nutzer sehr hoch. ### XRP fürs institutionelle Clearing Der XRP Ledger hat im Vergleich zu Ethereum oder Solana eine deutlich geringere Retail-DeFi-Aktivität. Transaktionen werden stark von Payment-Hubs und institutionalisiertem Clearing dominiert, teilweise treten hohe Ausschläge durch Börsen-Rebalancing oder institutionelle Transfers auf. Hier lässt sich XRP mit Bitcoin vergleichen, beide zeichnen sich vor allem durch Value-Settlement aus. ### Tron treibt Tether Die Tron-Blockchain verdankt ihre Grösse vor allem Tether. Mehr als die Hälfte des weltweiten USDT-Umlaufs wird über dieses Netzwerk abgewickelt – insbesondere in Schwellenländern in Asien, Südamerika und Nahost. Tron geniesst eine hohe Akzeptanz dank planbaren günstigen Gebühren für Überweisungen. Den vergleichsweise hohen Total Value Locked verdankt Tron wenigen Grossprotokollen, etwa der Lending-Plattform JustLend und dezentralen Börsen wie SunSwap. Weil Tron punkto aktiver Adressen und TVL Bitcoin übertrumpft, lässt sich so auch der Titel für diesen Artikel rechtfertigen. Jetzt zeigt die On-Chain-Analyse nicht, wie viel Wert die einzelne Blockchain haben sollte. Es ist jedoch möglich abzuschätzen, welche Dienste gefragt sind und welche Werte gespeichert werden. Die Entwicklung dieser Faktoren im Auge zu halten, wird langfristig für Investoren ergiebiger sein, als einfach darauf zu setzen, dass jede Blockchain die Entwicklung des Bitcoins mitmacht. ### Patrick Lehner: Erst beriet er Raiffeisen, jetzt sitzt er in der Geschäftsleitung URL: https://www.tippinpoint.ch/patrick-lehner-erst-beriet-er-raiffeisen-jetzt-sitzt-er-in-der-geschaftsleitung/ Last updated: 2026-09-05T08:19:12.000Z Er beriet Raiffeisen bei der Strategieentwicklung. Nun holt ihn CEO Gabriel Brenna in die Geschäftsleitung. Die Personalie ist auch deshalb brisant, weil Lehner eine in den Regionen gut vernetzte Raiffeisen-Kaderfrau ersetzt. Es ist ein phänomenaler Aufstieg von Patrick Lehner, dem ehemaligen CS-Kadermann, der unter anderem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der CSX-Plattform spielte. Nach dem Kauf der Credit Suisse durch die UBS gab es jedoch keinen Platz mehr für ihn. Lehner ging zu Boston Consulting und wurde Berater. Es war eine Rückkehr: Nach seinem ETH-Studium stieg er beim Strategieberater ins Berufsleben ein. Dazu muss man wissen: Boston Consulting hat seit mehreren Jahren ein Mandat von Raiffeisen für die Strategieentwicklung. Patrick Lehner leitete das Mandat bei Raiffeisen während rund zwei Jahren und war oft in St. Gallen, am Sitz der Zentralgenossenschaft, wie eine Quelle sagt. Ein Raiffeisen-Sprecher bestätigt, dass Boston Consulting ein Mandat von Raiffeisen hat. Dass Berater eines Unternehmens später bei diesem einsteigen, ist nicht unüblich. Die Rekrutierung von Lehner wirft trotzdem Fragen auf. In seinen früheren Rollen war Lehner nie Mitglied einer Geschäftsleitung einer Bank, er war auch bei der CS Schweiz nicht in der Geschäftsleitung. Raiffeisen ist die Nummer 2 im Schweizer Banking und wird von der Nationalbank als systemrelevant eingestuft. ### Ansprechpartner für die regionalen Genossenschaften Ein weiterer Punkt ist der Bereich, den er leiten wird. Lehner wird das neu geschaffene Departement «Privatkunden» führen. Die Bezeichnung überrascht, da Raiffeisen Schweiz selbst keine Privatkunden hat. Diese werden von den regionalen Genossenschaften betreut. Noch ist vieles unklar, welches Profil das neue Departement haben wird. Klar scheint einzig, dass der ehemalige Grossbanker in seiner neuen Rolle der wichtigste Ansprechpartner für die regionalen Genossenschaften werden wird. Eine Rolle, die bislang Helen Fricker innehatte, deren Bereich «Services» hiess und nun aufgelöst wird. Mit der Abberufung von Fricker und der Einwechslung von Lehner hat CEO Gabriel Brenna seinen vielleicht heikelsten Entscheid getroffen. Ein Kadermann sieht die Personalie kritisch: «Mit dem Abgang von Helen Fricker hat sich Gabriel Brenna sicherlich keinen Gefallen getan», ist er überzeugt. Als Bankerin blickt Fricker auf 30 Jahre Erfahrung zurück. Sie war bei der ZKB; seit 2011 ist sie bei Raiffeisen. In den Regionen war sie gut vernetzt und hatte ein offenes Ohr für die Anliegen der über 200 rechtlich eigenständigen Raiffeisenbanken. In der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz vertrat sie Positionen, die manchmal auch im Widerspruch zu denen des CEOs standen, sagt eine Quelle. Damit dürfte sie bei Gabriel Brenna angeeckt sein, der seit Anfang Jahr Raiffeisen-Chef ist. Brenna soll kein Fan abweichender Meinungen sein, wie ein Kadermann mit Kenntnissen der Vorgänge auf Stufe Geschäftsleitung sagt. ### Welcome to the Stablecoin-Jungle URL: https://www.tippinpoint.ch/welcome-to-the-stablecoin-jungle/ Last updated: 2026-08-28T09:08:46.000Z Das ist jetzt keine Revolution von Revolut. Die britische Neo-Bank hat diese Woche einen Euro-Stablecoin lanciert. Der Euro-gebundene und MiCA-regulierte Token EURR startet vorerst für eine begrenzte Kundengruppe in Dänemark, Polen und Portugal. Im laufenden Jahr ist eine Ausweitung auf den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum geplant. Emittiert wird EURR von Bridge, einem Stablecoin-Infrastrukturunternehmen, das Stripe gehört. Stripe hält und verwaltet die Reserven, die den Token decken. Der lässt sich direkt in der Revolut-App nutzen und soll auf mehreren Blockchains und externen Wallets unterstützt werden. Zunächst geht der neue Stablecoin auf Ethereum live. Das ist ein überzeugendes Setting. Das Problem ist ein anderes. Der Beobachter hat das Gefühl, dass mittlerweile fast wöchentlich Staaten, Banken und Kryptodienstleister neue Stablecoins ankündigen oder bereits lancieren. Die Website Coinmarketcap.com listet bereits 26 Euro-Stablecoins auf und zahlreiche stehen kurz vor der Lancierung. Der Elefant im Raum ist dabei Qivalis: Ein von einem grossen europäischen Bankenkonsortium – das mittlerweile fast 40 Grossbanken umfasst – entwickeltes Projekt für einen vollständig regulierten, 1:1 durch den Euro gedeckten Stablecoin, der in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen soll. ### Hauseigene Währung senkt Transaktionsgebühren Auch zahlreiche globale Unternehmen wie Klarna, Amazon, Walmart und Donald Trumps World Liberty Financial haben ihre «individuelle» Währung in Umlauf gebracht. Das vorrangige Ziel ist es, die geschätzten globalen Transaktionsgebühren in Höhe von 120 Milliarden Dollar zu senken, die jährlich durch grenzüberschreitende Zahlungen anfallen. Das soll insbesondere dadurch geschehen, dass Intermediäre und das Netzwerk der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications (SWIFT) umgangen werden. Doch bisher finden Transaktionen in Stablecoins vor allem in Dollar statt. Der Krypto-Dienstleister Coingecko.com führt eine Liste mit 397 Dollar-Stablecoins. Das Segment wird von Tether und USD-Coin mit einer Marktkapitalisierung von 183 Milliarden Dollar und 74 Milliarden Dollar klar beherrscht. Der drittgrösste Coin bringt es noch auf 9 Milliarden Dollar. Auch Zahlungsdienstleister wie PayPal und Ripple betreiben eigene Dollar-Stablecoins. ### Europäer mit minimalem Anteil «Stablecoins sind im Zahlungsverkehr tatsächlich ein Trend der Stunde, kaum ein Finanzdienstleister ist nicht in irgendeiner Form an den Innovationsprojekten beteiligt. Stablecoins versprechen Nutzern preiswerten und effizienten grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr und können die Kundenbindung stärken», sagt Jan-Michael Steiner vom Beratungsunternehmen Capco. Wir erlebten derzeit eine wahre Flut an neuen Lösungen, mit Revolut als jüngstem Akteur. So stehen gemäss Steiner nun allein im MiCA-Register inzwischen 23 zugelassene Emittenten mit 43 Tokens. Weltweit gebe es wohl eine dreistellige Zahl von Coins – bei einem Gesamtmarkt von 308 Milliarden Dollar, an dem Tether allein 59 Prozent halte. «Europäische Lösungen haben jedoch bislang nur einen minimalen Anteil», sagt der Capco-Experte. «Die Frage ist weniger, ob es noch einen weiteren Stablecoin braucht, sondern welche Rolle ein Euro-Stablecoin in der digitalen Finanzinfrastruktur grundsätzlich spielen sollte – sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene», sagt Jan-Oliver Sell, CEO von Qivalis, dem eingangs erwähnten Stablecoin des grossen europäischen Bankenkonsortiums. Heute werde der Stablecoin-Markt klar vom Dollar dominiert: mehr als 98 Prozent des Stablecoin-Marktvolumens sind gemäss Sell Dollar-basiert. Für Europa bedeute das eine strukturelle Abhängigkeit von einer Infrastruktur, die auf eine andere Währung und aussereuropäische Anbieter ausgerichtet ist. ### Europa braucht Unabhängigkeit Der Qivalis-CEO legt dar, wieso Europa im Stablecoin-Bereich aufholen müsse: «Immer mehr Zahlungen, Kapitalmarkttransaktionen und digitale Vermögenswerte werden auf der Blockchain abgewickelt. Und wer als Unternehmen im Euroraum on-chain abwickelt, trägt damit sofort ein Währungsrisiko und begibt sich in Abhängigkeiten von Zahlungssystemen ausserhalb europäischer Aufsicht. Europa läuft damit Gefahr, dauerhaft auf eine dollarbasierte Infrastruktur angewiesen zu bleiben». Es braucht gemäss Sell eine eigene, Euro-basierte On-Chain-Infrastruktur: «einen Euro für Zahlungen und Settlement, der on-chain mit ausreichend Liquidität verfügbar ist, statt den Umweg über den Dollar zu nehmen». Ein nativer Euro-Stablecoin schaffe eine eigene digitale Zahlungs- und Settlement-Schiene und könne damit nicht nur Effizienzgewinne ermöglichen, sondern auch die strategische Autonomie Europas stärken. «Es braucht also europäische, regulierte Alternativen zu USD-Stablecoins, die speziell auf die Anforderungen des europäischen Finanzmarktes zugeschnitten sind», sagt der CEO. Genau daran arbeite Qivalis. ### Viele Projekte haben zu kämpfen Klar ist gemäss Jan-Michael Steiner: «Liquidität und Skalierung sind die grossen Herausforderungen für die neu angestossenen Projekte». Realistisch gesehen sei diese Vielzahl an Coins sicherlich nichts, was der Markt wirklich erfordere. Selbst prominente Vorstösse wie der von PayPal würden noch stark damit kämpfen, sich gegen die Stablecoin-Platzhirsche zu behaupten. Die Projekte fokussieren dabei gemäss Capco-Experte auf unterschiedliche Anwendungsgebiete: Unterscheiden könne man z.B. geschlossene Settlement-Tokens, hier ist JP Morgan ein prominentes Beispiel, welche für Treasury- und Abwicklungsprobleme genutzt werden, Konsortial-Coins (etwa Qivalis), die über ein wachsendes Bündnis gemeinsame Liquidität schaffen, und klassische Retail-Coins wie nun der EURR von Revolut. ### Es locken Zinseinnahmen Für die Finanzindustrie locken Stablecoins vor allem mit – derzeit stattlichen – Zinseinnahmen: Die zinslosen, digitalen Token binden Vermögen, die hinterlegten echten Gelder lassen sich teilweise in sichere, zinstragende Anlagen wie Staatsanleihen investieren und erzielen damit Renditen. «Wer nicht auf eine eigene Lösung setzt, stattdessen etwa auf USDC, riskiert strategische Unabhängigkeit und das volle Potential der Monetarisierung», sagt Steiner. Doch Steiner sieht Vorteile an neu auftretenden Konkurrenten wie Revolut: «Die schiere Zahl neuer Nutzer, die ein Anbieter wie Revolut perspektivisch ins Feld führen kann, hilft, Stablecoins ins Bewusstsein der Bankkunden zu bringen – nicht nur von Treasurern und Kryptoenthusiasten. Das kann den Markt nachhaltig verschieben und dürfte Rivalen wie Circle, die ja zusätzlich auch auf EURC setzen, alarmieren». ### ZKB legt im Kommissionsgeschäft kräftig zu URL: https://www.tippinpoint.ch/zkb-legt-im-kommissionsgeschaft-kraftig-zu/ Last updated: 2026-08-28T09:06:48.000Z Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) wächst kräftig im Kommissionsgeschäft. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent auf 598 Millionen Franken. Damit entwickelte sich der zweitgrösste Ertragspfeiler der Bank deutlich dynamischer als das klassische Zinsgeschäft. Treiber war vor allem das Wertschriften- und Anlagegeschäft. Die Kommissionserträge nahmen gegenüber dem Vorjahr um 77 Millionen Franken oder 12,6 Prozent zu. Die ZKB zog im ersten Halbjahr netto 10,5 Milliarden Franken Neugeld an. Zusammen mit der positiven Marktentwicklung stiegen die Kundenvermögen seit Anfang Jahr um 31,9 Milliarden auf 610,8 Milliarden Franken. Die verwalteten Vermögen stiegen auf 527,2 Milliarden Franken. Das Handelsgeschäft legte um 4,7 Prozent auf 244 Millionen Franken zu. Deutlich gemächlicher entwickelte sich das weiterhin wichtigste Zinsgeschäft. Der Nettoerfolg daraus erhöhte sich lediglich um 1,7 Prozent auf 836 Millionen Franken. Insgesamt steigerte die ZKB den Geschäftserfolg um 12,1 Prozent auf 783 Millionen Franken. Der Konzerngewinn nach Steuern nahm um 1,6 Prozent auf 679 Millionen Franken zu. Geschäftsaufwand erhöhte sich um 1,6 Prozent. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 52,9 Prozent von dadurch von 54,7 per Ende Jahr. ### Pictet steigert Gewinn um 12 Prozent URL: https://www.tippinpoint.ch/pictet-steigert-gewinn-um-12-prozent/ Last updated: 2026-08-28T08:59:28.000Z Die Pictet-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 371 Millionen Franken erzielt. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Der Betriebsertrag nahm um 4 Prozent auf 1,637 Milliarden Franken zu. Die Kosten entwickelten sich weniger stark als die Erträge. Der Gesamtaufwand vor Steuern erhöhte sich um 1 Prozent auf 1,165 Milliarden Franken. Deutlich nach oben gingen die Kundenvermögen. Per Ende Juni verwaltete oder verwahrte Pictet Vermögen von insgesamt 810 Milliarden Franken. Das sind 7 Prozent mehr als Ende 2025 und ein neuer Höchststand. «In einem von geopolitischer Unsicherheit geprägten Umfeld sind die Pictet anvertrauten Kundengelder auf ein Allzeithoch gestiegen», lässt sich Senior-Teilhaber Marc Pictet in der Mitteilung zitieren. Die Kapitalisierung bleibt komfortabel. Das Eigenkapital belief sich Ende Juni auf 3,17 Milliarden Franken. Die Gesamtkapitalquote lag bei 21,9 Prozent und damit deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung der Finma von 12 Prozent. ### ZKB-Umbau: Langjährige Kader fühlen sich übergangen URL: https://www.tippinpoint.ch/zkb-umbau-langjahrige-kader-fuhlen-sich-ubergangen/ Last updated: 2026-08-27T14:15:32.000Z Am Freitagmorgen wird die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihre Zahlen fürs erste Halbjahr bekanntgeben. Es ist davon auszugehen, dass das staatliche Institut ein Spitzenergebnis zeigen wird – wie die meisten anderen Retailbanken der Schweiz, die von den volatilen Märkten profitiert haben, viel Neugeld angezogen und sich gut im traditionellen Zinsengeschäft geschlagen haben. Doch in den Fluren der Bank an der Bahnhofstrasse und in den Büros in Zürich West rumort es. Die zahlreichen Wechsel in der Geschäftsleitung und in den Stufen darunter, die die Bank zuletzt erlebt hat, hinterlassen Spuren. «Es kommt mir vor, als ob die neue Führung nach den erfolgreichen Jahren unter CEO Martin Scholl mit aller Kraft eine Kulturveränderung herbeizwingen will», sagt ein langjähriger Kadermann. Urs Baumann übernahm 2022 die Spitze der Bank. Seither blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Viele Positionen in der Geschäftsleitung wurden neu besetzt – praktisch ausschliesslich mit Managern, die von ausserhalb der Bank kamen. Florence Schnydrig, eine ehemalige CS-Bankerin, kam 2021 zur ZKB und wurde im Juli 2026 stellvertretende Vorsitzende der Generaldirektion. Roger Reist kam von Raiffeisen und wurde im Juli 2026 neuer Leiter Institutionals & Multinationals. Er ist ein Rückkehrer: 2020 verliess er die ZKB nach zehn Dienstjahren. Seit einem Jahr ist Mario Crameri IT-Chef der Bank, ebenfalls ein CS-Veteran. Susanne Thellung war vor ihrem Abstecher zur Schwyzer Kantonalbank viele Jahre für die UBS tätig. Sie ist seit einem Jahr neue Leiterin Privatkunden. ### Reorganisationen als neue Konstante «Nicht nur auf Stufe Geschäftsleitung, auch darunter werden langjährige ZKB-Mitarbeiter bei Beförderungen oftmals übergangen», sagt ein Insider. Wer länger als fünf Jahre bei der Bank ist, hat praktisch keine Chance aufzusteigen, sagt er. Manche würden sogar aus ihren Rollen gedrängt und müssten die Bank verlassen. Ausgeprägt sei diese Entwicklung insbesondere im Bereich Private Banking von Florence Schnydrig, sagt er. «Reorganisationen sind zur neuen Konstante geworden», sagt ein anderer Kadermann. Alle zwei Jahre werde umgebaut. Dabei gebe es keinen ersichtlichen Grund. Die Bank sei in blendender Verfassung, auch weil sie massiv vom Verschwinden der Credit Suisse profitieren konnte. Zudem spielten die Märkte für die Bank. Es gebe also keinen zwingenden Grund für permanente Reorganisationen. Der einzige Grund, den er erkennen könne, sei, dass die neue Führungscrew die Bank nach ihrem Gusto umbauen könne, um gezielt Führungskräfte zu fördern beziehungsweise andere abzusetzen. Der Banker sagt: Was die ZKB mache, erinnere ihn an die Credit Suisse, die auch permanent Reorganisationen durchpeitschte. «Was hat es gebracht? Nichts.» Laut einer Bank-Sprecherin ist die Neubesetzung einer Führungsposition stets das Ergebnis eines umfassenden, mehrstufigen Auswahlverfahrens, wobei die beste Qualifikation für die jeweilige Position ausschlaggebend ist. Dabei würden sowohl interne als auch externe Kandidatinnen und Kandidaten sorgfältig evaluiert, sagt sie. Die ZKB achte darauf, dass diese zur Kultur der Bank passten, und besetze Führungsfunktionen über «alle Geschäftseinheiten hinweg mehrheitlich intern». Die Bank widerspricht zudem der Darstellung, wonach diese Entwicklung im Private Banking unter Florence Schnydrig besonders ausgeprägt sei. ### Mercer verschwindet als Marke – Schweizer Chefin wechselt nach Frankreich URL: https://www.tippinpoint.ch/mercer-verschwindet-als-marke-schweizer-chefin-wechselt-nach-frankreich/ Last updated: 2026-08-27T12:30:32.000Z Die traditionsreiche Beratungsmarke Mercer verschwindet. Ab dem 1\. September wird der auf Vorsorge- und Investmentfragen spezialisierte Geschäftsbereich unter der Marke Marsh auftreten. Das teilte der US-Konzern am Donnerstag mit. Mercer gehört bereits seit Jahrzehnten zu Marsh. Im Oktober 2025 hatte der Konzern angekündigt, seine verschiedenen Geschäftsbereiche schrittweise unter einer gemeinsamen Marke zusammenzuführen. Marsh baut ein zweigliedriges Modell auf: Marsh People für strategische HR-Beratung, Talent- und Benefits-Management sowie Marsh Investments für Private Markets, Asset Management und Investment Solutions. In der Schweiz geht die Markenintegration mit einem Wechsel an der Spitze einher. Die bisherige Mercer-Schweiz-Chefin Isabelle Hernu-Sfeir hat ihren Posten verlassen, um die Leitung des Geschäfts in Frankreich zu übernehmen. Die Schweizer Einheit People and Investments wird derzeit interimistisch von Achim Lüder geführt. Er ist gleichzeitig CEO von Marsh für Deutschland sowie Nord-, Mittel- und Osteuropa. «Die Zusammenführung unserer Geschäftsbereiche unter der Marke Marsh wird es uns ermöglichen, unsere Kunden in der Schweiz noch besser zu unterstützen», wird Lüder in der Mitteilung zitiert. Der bisher unter Mercer geführte Geschäftsbereich berät Unternehmen und institutionelle Kunden unter anderem in den Bereichen berufliche Vorsorge, Investments, Vergütung und Mitarbeiter-Benefits. Die Marsh-Gruppe, Marsh & McLennan Companies, ist an der Börse in New York kotiert und generierte 2025 Erträge in der Höhe von 27 Milliarden Dollar. Zur Gruppe gehört unter anderem auch das Beratungsunternehmen Oliver Wyman. ### SNB-Vize zeigt Kante und erteilt UBS-Kapitalkompromiss eine klare Abfuhr URL: https://www.tippinpoint.ch/snb-vize-zeigt-kante-und-erteilt-ubs-kapitalkompromiss-eine-klare-abfuhr/ Last updated: 2026-08-27T06:34:35.000Z Die UBS soll verpflichtet werden, ihre ausländischen Beteiligungen in der Schweiz vollständig mit Eigenkapital höchster Qualität zu unterlegen. Das schlägt der Bundesrat in einer überarbeiteten TBTF-Regulierung vor. Und das will auch die Schweizerische Nationalbank (SNB). Während das Parlament derzeit über eine mögliche Abschwächung dieser Vorgabe diskutiert, bezeichnete SNB-Vizepräsident Antoine Martin den strengeren Vorschlag des Bundesrats weiterhin als die beste Lösung. In einem Referat sagte er: > Die Krise der Credit Suisse legte mehrere Schwachstellen im aktuellen regulatorischen Dispositiv offen, insbesondere im Bereich der Kapitalanforderungen und der Vorbereitung von Sicherheiten. Angesichts der höheren Konzentration im Schweizer Bankensektor und seiner Grösse im Verhältnis zum Schweizer BIP ist es umso wichtiger, dass die Schweiz eine solide «Too big to fail»-Regulierung (TBTF-Regulierung) umsetzt und diese Schwachstellen behebt. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen TBTF-Massnahmen – insbesondere die vollständige Unterlegung von ausländischen Beteiligungen mit hartem Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) – würden den Schweizer Finanzmarkt widerstandsfähiger machen. Kompromissvorschläge aus dem Parlament würden es der UBS erlauben, bis zur Hälfte der geforderten zusätzlichen Kapitalunterlegung mit günstigerem Fremdkapital zu erfüllen – konkret mit sogenannten AT1-Anleihen. Allerdings ist diese Form von Kapital kaum tauglich, um in einer Krise Verluste zu absorbieren. Die beratende Kommission des Ständerats dürfte kommenden Montag ihre Position zu den Vorschlägen bekannt geben. ### Antizyklischer Puffer nach oben offen? Im Kern ging es in seinem [Referat an der Uni Basel](https://www.snb.ch/embargo/01c0a687/de/publications/communication/speeches/2026/ref%5F20260826%5Fanmar?ref=tippinpoint.ch) aber um eine Flexibilisierung des sektoriellen antizyklischen Eigenkapitalpuffers. Hinter dem sperrigen Begriff steht ein Instrument, das es der Nationalbank erlaubt, von den Banken zu verlangen, dass sie etwa bei stark steigenden Immobilienpreisen ihr Kapital schrittweise aufstocken. Erstmals wurde dieser Puffer in der Tiefzinsphase im Jahr 2013 eingeführt und ein Jahr später erhöht. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 wurde er deaktiviert. 2022 wurde er dann reaktiviert und auf seine gesetzliche Maximalhöhe von 2,5 Prozent erhöht. «Diese strikte gesetzliche Obergrenze, die eine Schweizer Eigenheit ist, stellt eine Einschränkung für den Einsatz des antizyklischen Kapitalpuffers dar», sagt Martin. Er sei zwar nicht der Meinung, dass der Puffer aktuell erhöht werden sollte. Aber er regte an, dass man sich angesichts der gesammelten Erfahrungen Gedanken zum Regelwerk machen sollte. Die Schweiz sei 2012 eines der ersten Länder weltweit gewesen, die den antizyklischen Kapitalpuffer aufgenommen habe. «In der Zwischenzeit haben andere Länder aufgeholt und das Instrument weiterentwickelt und so eine flexiblere und wirksamere makroprudenzielle Politik ermöglicht.» ### Pierre Mirabaud wegen Bestechung und Geldwäscherei vor Bundesstrafgericht URL: https://www.tippinpoint.ch/pierre-mirabaud-wegen-bestechung-und-geldwascherei-vor-bundesstrafgericht/ Last updated: 2026-08-26T07:48:56.000Z Die Genfer Privatbank Mirabaud kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Nach [Verfahren der Finanzmarktaufsicht Finma und der Genfer Staatsanwaltschaft](https://www.tippinpoint.ch/donnerschlag-gegen-mirabaud-bussen-und-millionenstrafe-gegen-die-bank-und-ihr-aushaengeschild/) im Zusammenhang mit der Betreuung des verstorbenen US-Milliardärs Robert Brockman geht es nun um eine heikle Geschäftsbeziehung in den Nullerjahren. Sie betrifft den ehemaligen Generaldirektor der kuwaitischen Sozialversicherungsbehörde PIFSS, Fahad Al-Rajaan. Er starb im September 2022 im Londoner Exil. Laut der am Dienstag veröffentlichten Anklageschrift wirft die Bundesanwaltschaft (BA) dem früheren Spitzenbanker Pierre Mirabaud im Zusammenhang mit der Betreuung des Kunden Al-Rajaan Bestechung fremder Amtsträger und schwere Geldwäscherei vor. Und zwar soll Mirabaud zwischen Mai 2000 und März 2012 dem Kuwaiter fortlaufend und systematisch einen Vorteil in Höhe von 82'330'943 Franken in Form ungerechtfertigter Rückvergütungen gewährt haben. Als Gegenleistung habe Al-Rajaan beschlossen, Vermögenswerte der PIFSS bei Mirabaud anzulegen und Anteile an den Anlagefonds – 595'272'309 Dollar per 31\. Dezember 2012 – zu erwerben, die insbesondere von der Mirabaud-Gruppe verwaltet worden seien. Pierre Mirabaud wird vorgeworfen, Al-Rajaan bestochen zu haben, um die Interessen der Bank beziehungsweise seine eigenen Interessen als Gesellschafter zu begünstigen. Weiter beschuldigt die BA Mirabaud der qualifizierten Geldwäscherei, weil er unrechtmässige Provisionen in Form von 122 Geldtransfers im Gesamtbetrag von umgerechnet 76'965'605 Franken überwiesen habe, beziehungsweise habe überwiesen lassen. Dies mit dem Ziel, die Ermittlung der kriminellen Herkunft der Al-Rajaan gewährten unrechtmässigen Provisionen zu erschweren und ihre Auffindung zu vereiteln. Die Anklage gegen Mirabaud erfolgt im abgekürzten Verfahren gemäss [Artikel 358 der Strafprozessordnung](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2010/267/de?ref=tippinpoint.ch#a358). Dabei geht es um eine Art Deal zwischen der Anklagebehörde und dem Beschuldigten, wenn dieser geständig ist und die Strafe nicht fünf Jahre übersteigt. Das Gericht prüft in einer summarischen Hauptverhandlung dann nur noch, ob das Verfahren korrekt angewendet wurde und ob die Strafe angemessen ist. Im Fall von Pierre Mirabaud wird eine auf zwei Jahre bedingte Freiheitsstrafe beantragt. Die BA berücksichtigte dabei, dass der heute 77-Jährige seit mehreren Jahren keine berufliche Tätigkeit mehr ausübt, dass sein Gesundheitszustand geschwächt ist und dass er aktiv mit der BA zusammenarbeitete sowie geständig ist. Überdies habe sich Mirabaud proaktiv an einem globalen Abkommen zur Entschädigung der kuwaitischen Sozialversicherungsbehörde beteiligt, einem Schritt, der nahe an die Wiedergutmachung komme, wie sie im Strafgesetzbuch vorgesehen ist. Pierre Mirabaud ist einer der bekanntesten Bankiers in der jüngeren Geschichte des Schweizer Finanzplatzes. Von 2003 bis 2009 präsidierte er die Schweizerische Bankiervereinigung, den Dachverband der Schweizer Banken. Der joviale Banker mit dem auffälligen Schnauz war nie um eine prägnante Stellungnahme verlegen. In Erinnerung ist zum Beispiel sein Bonmont nach Abschluss der bilateralen Verhandlungen II mit der EU im Frühling 2004, wonach das Bankgeheimnis nun für mindestens 15 Jahre betoniert sei. Der Anklageschrift der BA ist am Rande zu entnehmen, dass in der gleichen Angelegenheit auch gegen Yves Mirabaud wegen Geldwäscherei ermittelt wurde. Dieses Verfahren wurde am vergangenen 27\. Mai mit einem Strafbefehl abgeschlossen. Zum Strafmass wurden keine Angaben gemacht. [Yves Mirabaud hatte die Bank 2024 vor dem Hintergrund der Finma-Verfahren verlassen](https://www.tippinpoint.ch/austritt-im-stillen-yves-mirabaud-trat-bereits-im-mai-aus-dem-verwaltungsrat-zurueck/). Auf die Verfahren gegen ihre prominenten, früheren Teilhaber angesprochen, erklärte die Mirabaud-Gruppe: «Die Bank hat keinen Kommentar, sie ist in diesen Verfahren nicht Partei.» Einer der Verteidiger von Pierre Mirabaud sagte auf Anfrage, sein Klient werde vor Gericht Stellung nehmen. ### Kevin Warsh: Das Schweigegelübde des neuen US-Notenbankchefs URL: https://www.tippinpoint.ch/kevin-warsh-das-schweigegelubde-des-neuen-us-notenbankchef/ Last updated: 2026-09-04T08:29:40.000Z Bulle: Das kann bös nach hinten losgehen. Der neue Chef des Fed will viel weniger mit den Märkten kommunizieren als seine Vorgänger. Weniger als halb so viel, nimmt man die Statements zu den Zinsentscheiden. Das von Ende Juli unter Warsh zählte 166 Worte, das letzte unter Vorgänger Powell 341 Worte. Die Forward Guidance hat Warsh auch abgeschafft. Jetzt dürfen wir rätseln, in welche Richtung die Leitzinsen sich bewegen sollen. Bär: Es wird noch besser. Laut der New York Times überlegt sich Warsh, ob das Fed seine regulären Meetings zu den Zinsentscheiden, bisher acht pro Jahr, reduzieren soll. Endlich weniger Theater. Bulle: Kauzig. Alle Welt sieht die Sitzungen des Fed und die Erläuterungen seines Chefs als taktgebend für die Märkte an. Für dich aber alles Theater. Bär: Die Fixierung der Märkte auf die Fed-Meetings hat doch etwas Infantiles. Schon Tage vorher werweisst ihr, was der Meister ausbrütet. Nach den Sitzungen hält er Hof und ihr hängt an seinen Lippen und prüft jedes Wort und Komma auf allenfalls dahinter verborgene Weisheiten. Ihr solltet mehr auf die Marktsignale hören und weniger auf den Erleuchteten. > Bulle: Jeder Eheberater sagt dir, wie wichtig die Kommunikation mit deiner Frau ist. Weniger heisst mehr Chaos. So ist es auch an den Märkten. Bulle: Jeder Eheberater sagt dir, wie wichtig die Kommunikation mit deiner Frau ist. Weniger heisst mehr Chaos. So ist es auch an den Märkten. Wenn die Notenbankchefs weniger kommunizieren, bedeutet das, dass die Unsicherheit und die Kursschwankungen zunehmen. Also höhere Risiken. Soll das gut sein? Bär: Das hat in dem Fall sein Gutes, ja. Auf die Weise werdet ihr erwachsen und lernt, die Risiken an den Märkten selbständig einzuschätzen. Dann handelt ihr auch risikobewusster. Du spekulierst doch auch mit Kredit an der Börse. Bulle: Wer nicht? Ich kenne viele, die das tun. Die Banken geben dir gerne einen Lombardkredit, so wie meine. Online einen Antrag stellen und das Geld innerhalb einer Stunde erhalten. Ganz einfach. Bär: Verführerisch einfach. Und die Notenbanker haben‘s euch auch so leicht gemacht, haben euch ans Händchen genommen und gezeigt, wo es langgeht. Und wenn’s an der Börse einmal gerappelt hat, haben sie sofort erste Hilfe geleistet, Zinsen gesenkt, Liquiditätsspritzen verabreicht. Greenspan-Put, Bernanke-Put, Yellen-Put, Powell-Put, auf die Absicherungsdienste der Fed-Chefs konntet ihr euch lange, lange verlassen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/DSC_5171-pw.jpg) Ist Schweigen Gold? FED-Chef Kevin Warsh. (Bild: FED) Bulle: Und es hat gut funktioniert. Es gab die Finanzkrise, die Corona-Krise. Alle wurden überwunden, dank entschlossenen Handeln der Notenbanker und glaubwürdiger Kommunikation. Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut von Notenbankern. Das haben ihnen die Märkte zugestanden. Bisher jedenfalls. Bär: Das höchste Gut eines Notenbankers, du wirst pathetisch. Für jene, die die Sache wie ich betrachten, haben die Notenbanker ihre Glaubwürdigkeit schon längst verloren. Bulle: Einer wie du nörgelt ständig an allen herum. Aber du wirst mir zustimmen, dass das Fed die global wichtigste Institution für die Finanzmärkte ist. Wenn es an Vertrauen verliert, weil schlecht oder eben zuwenig kommuniziert wird, dann haben wir alle ein Problem. Bär: Was du als gute Kommunikation bezeichnest, ist am Ende aller Tage reines Einlullen. Wegen der Notenbanken habt ihr euch in Sicherheit gewogen, in falscher. Sie haben Versprechen gemacht, in denen sie sich eines Tages zwangsläufig verstricken. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Chart-8_26_2026-1_53_31-AM.png) Bulle: Wer falsche Versprechen macht und Mist baut, das sind die Politiker. Die Notenbanker haben gewiss Fehler gemacht, wer nicht. Aber alles in allem haben sie geliefert. Zu deinem Verdruss, lieber Bär, haben die Börsen auch in diesem Jahr einen guten Lauf, der amerikanische Leitindex S&P 500 ist nahe seinem Allzeithoch. Unser Swiss Market Index ist noch etwas näher dran und hat dieses Jahr 9% zugelegt, ohne Dividenden. Bär: Du siehst es halt aus deinem kleinen beschränkten Blickwinkel. Was kümmern dich die langfristigen Folgen der lockeren Geldpolitik der Notenbanker, solange deine Aktien steigen. Ich will nicht ins Detail gehen, zu komplex für hyperaktive Anleger wie dich. Aber eine Schlagzeile aus den letzten Tagen wird dir nicht entgangen sein. Bulle: Mangel an Schlagzeilen gibt es nicht, aber welche Negativschlagzeile hat es dir denn angetan? > Bär: Gefangen im Schuldendilemma. In dem können die Notenbanker nicht mehr der Taktgeber sein, der Takt wird ihnen vorgegeben. Was soll Warsh noch viel dazu sagen? Da ist Schweigen Gold. Bär: In der vergangenen Woche ist die Staatsverschuldung der USA zum ersten Mal auf über 40 Billionen Dollar gestiegen. Das sind mehr als 360 000 Dollar pro Steuerzahler. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Screenshot-2026-08-26-074814.png) Quelle: [Fiscal Data, US Treasury](https://fiscaldata.treasury.gov/datasets/debt-to-the-penny/?ref=tippinpoint.ch) Bulle: Schulden sind Investitionen in die Zukunft. Und die USA können noch lange Geld drucken, sie verfügen über die Weltleitwährung. Bär: Falsch. Die Abwärtsspirale ist in Gang. Stetig wachsende Schulden der USA, schwindendes Vertrauen in deren Schuldpapiere und den Dollar, steigende Zinsen, noch höhere Kreditkosten für das Land, weiter wachsende Schulden und so fort. Wenn die USA da Geld drucken, erhöhen sie nur die Inflation und die Zinsen. Gefangen im Schuldendilemma. In dem können die Notenbanker nicht mehr der Taktgeber sein, der Takt wird ihnen vorgegeben. Was soll Warsh noch viel dazu sagen? Da ist Schweigen Gold. ### Raiffeisen krempelt Geschäftsleitung um und gibt Ex-CS-Crack eine Chance URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-krempelt-geschaftsleitung-um-und-gibt-ex-cs-crack-eine-chance/ Last updated: 2026-08-26T06:16:58.000Z Nicht oft werden ehemalige CS-Kaderleute in Toppositionen bei anderen Banken geholt. Weil ihnen das Odium des Scheiterns anhaftet, werden ihre Kandidaturen meist aussortiert. Bei Raiffeisen eine Chance bekommen hat Patrick Lehner, der frühere Head of Everyday Banking bei der CS, der im November 2023 im Zuge der UBS-Integration zu Boston Consulting wechselte. Jetzt holt ihn Raiffeisen-CEO Gabriel Brenna ins Business zurück. Ab 1\. November wird er die Leitung des neu geschaffenen Departements Privatkunden übernehmen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/1754424601488.jpg) Kommt: Patrick Lehner. (Foto: Linkedin) Ausserdem kündigte Raiffeisen an, dass Philipp Ackermann das Departement Firmenkunden & Handel nun definitiv übernimmt. Seit dem Abgang von Roger Reist zur ZKB führte er den Bereich interimistisch. Einen Abgang gibt es im Bereich Products & Investment Services: Roger Altweg, der bisherige Chef der Einheit, wird die Bank schon im September verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger wurde in die Wege geleitet, heisst es. Ebenso keinen Platz mehr hat es für Helen Fricker, die seit 2020 in der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz sitzt und den Bereich Services leitet. In ihrer Rolle war sie für die wichtige Verbindungsstelle zwischen der Dachorganisation Raiffeisen Schweiz und den einzelnen Raiffeisenbanken zuständig. Auch sie wird die Bank im September verlassen. Der Bereich wird aufgelöst. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/helen-fricker-2.jpg) Geht: Helen Fricker. (Foto: HO) Mit zwei vertriebsorientierten Einheiten für Privatkunden und Firmenkunden sowie einer auf Produktentwicklung fokussierten Einheit stärke Raiffeisen Schweiz ihre Beratungs- und Servicequalität gegenüber den Raiffeisenbanken, begründet die Bank die Neuorganisation. «Zusätzlich fördert Raiffeisen Schweiz mit einer stärkeren Verzahnung ihrer Geschäftsfelder mit der IT die Umsetzungsstärke im Hinblick auf neue Produkte, Innovations- und Digitalisierungsvorhaben», schreibt die Bank in einer Mitteilung. ### Raiffeisen Schweiz kündigt Entlassungen an URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-schweiz-kundigt-entlassungen-an/ Last updated: 2026-08-26T08:58:51.000Z Bei Raiffeisen Schweiz kommt es zu einem Stellenabbau. Bis zu 180 Stellen könnten von den Sparmassnahmen betroffen sein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Ziel ist es, ab 2027 jährlich rund 60 Millionen Franken an Personal- und Sachkosten einzusparen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Stellen soll ohne Kündigungen wegfallen. Raiffeisen setzt dabei auf natürliche Fluktuation, die Streichung nicht besetzter Stellen, den Abbau externer Arbeitskräfte sowie Frühpensionierungen. Wie viele Kündigungen letztlich ausgesprochen werden, lässt Raiffeisen offen. An einer Medienkonferenz bezifferte der Finanzchef die Zahl der Entlassungen auf maximal 70\. Der Stellenabbau erfolgt trotz eines guten Geschäftsgangs und einer verbesserten Cost-Income-Ratio, die auf 56,8 Prozent sank. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Gewinn der Raiffeisen Gruppe um 18,9 Prozent auf 659,3 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag nahm um 7,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken zu. Gleichzeitig erhöhte sich der Personalaufwand um 4 Prozent auf 856,6 Millionen Franken. Zuletzt baute Raiffeisen Schweiz im Jahr 2019 Stellen ab. Nach den turbulenten Vincenz- und Lachapelle-Jahren waren 200 von total 2000 Stellen betroffen. Inzwischen zählt die Zentralgenossenschaft rund 2300 Beschäftigte. ### Rainer-Marc Frey holt Gefolgsleute in den Leonteq-Verwaltungsrat URL: https://www.tippinpoint.ch/rainer-marc-frey-holt-gefolgsleute-in-den-leonteq-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-08-25T06:07:06.000Z Jetzt sind die Würfel gefallen. Der Verwaltungsrat von Leonteq hat Andreas Casutt als neuen Präsidenten nominiert. Er wird die Nachfolge von Christopher Chambers antreten, der wie bereits angekündigt aus dem Verwaltungsrat ausscheiden wird. Der bisherige Kandidat, Felix Oegerli, habe beschlossen, sich auf seine künftige Rolle als bedeutender Minderheitsaktionär zu konzentrieren, und werde nicht zur Wahl antreten, wie die Derivate-Boutique Leonteq in einer Mitteilung schreibt. Andreas Casutt ist Anwalt der Kanzlei Niederer Kraft Frey und war gemäss Lebenslauf noch nie in Organfunktion einer Finma-regulierten Gesellschaft. Hingegen war er von 2010 bis 2026 Mitglied des Verwaltungsrats der Siegfried Holding. Rainer-Marc Frey und Casutt kennen sich gut. Als der Investor im Jahr 2010 Grossaktionär bei Siegfried wurde, liess er sich indirekt durch seinen Vertrauten Andreas Casutt vertreten. Ebenfalls neu in den Leonteq-VR einziehen soll Reto Suter. Auch er ist ein Mann mit Siegfried-Hintergrund. Von 2017 bis 2026 war er Chief Financial Officer des Pharma-Zulieferers. Philippe Le Baquer, seit 2021 Mitglied des Verwaltungsrats von Leonteq, wird nach der ausserordentlichen Generalversammlung das Amt des Vizepräsidenten des Verwaltungsrats übernehmen. In dieser Funktion tritt er die Nachfolge von Philippe Weber an, der seit 2020 als Vizepräsident und Mitglied des Verwaltungsrats tätig war. ### Umfassendes Rückkaufprogramm Für die auf den 21\. September angekündigte ausserordentliche Generalversammlung hat Rainer-Marc Frey zudem mehrere Anträge eingereicht. Zum einen soll der Verwaltungsrat beauftragt werden, ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von maximal 5'000'000 Namenaktien mit einem Nennwert von je 1.00 Franken und einem maximalen Anschaffungswert von 100'000'000 Franken aufzulegen. Das Programm soll über eine separate Handelslinie im Zeitraum zwischen der ausserordentlichen Generalversammlung im Herbst 2026 und Ende Juni 2028 durchgeführt werden. Der Verwaltungsrat gibt keine Empfehlung zu diesem Geschäft ab. Zum zweiten hat Rainer-Marc Frey, der 23,3 Prozent der Leonteq-Aktien hält, zudem einen Antrag auf Änderung der Statuten eingereicht. Die Mitglieder des Verwaltungsrats sollen zusätzlich zur fixen Vergütung eine variable Vergütung in Form von Beteiligungspapieren der Gesellschaft erhalten können. Gemäss dem Antrag soll sich die variable Vergütung nach der Entwicklung des Aktienkurses der Gesellschaft richten. Interessant ist, dass der Verwaltungsrat sich gegen den zweiten Vorschlag stellt. Die vorgeschlagenen Änderungen würden eine variable, leistungsabhängige Vergütungskomponente für die Mitglieder des Verwaltungsrats einführen, was nicht im Einklang mit den Best-Practice-Grundsätzen für die Vergütung von nicht-exekutiven Verwaltungsratsmitgliedern börsenkotierter Schweizer Unternehmen stehe. Die Zeiten in der Führungsetage von Leonteq stehen somit weiterhin auf Sturm. ### Luzerner Kantonalbank lässt kommerzielle Immobilieninvestoren im Regen stehen URL: https://www.tippinpoint.ch/luzerner-kantonalbank-lasst-kommerzielle-immobilieninvestoren-im-regen-stehen/ Last updated: 2026-08-25T06:50:22.000Z Im ersten Halbjahr 2026 hat die Luzerner Kantonalbank (LUKB) eine bemerkenswerte Umschichtung der Eigenkapitalzuteilung im Kreditgeschäft vorgenommen. Wie aus den heute veröffentlichten Zahlen hervorgeht, blieben die Hypothekarforderungen gegenüber Ende 2025 praktisch unverändert (bei rund 40,9 Milliarden Franken). Doch innerhalb dieses Buches gab es eine bemerkenswerte Veränderung: Die LUKB hat in den letzten sechs Monaten die Ausleihungen für kommerzielle Immobilienprojekte um 600 Millionen Franken zurückgefahren. LUKB-CFO Marcel Hurschler erklärt das so: «Eigenkapital zur Unterlegung von Ausleihungen ist wertvoll und begrenzt. Wir betreiben unser Ausleihungsgeschäft deshalb mit grösster Umsicht und mit Blick auf Wirtschaftlichkeit.» Die Bank habe deshalb die Hypothekarausleihungen an diese «sehr preissensitive» Kundengruppe der Immobiliengesellschaften um fast 600 Millionen Franken reduziert. ### Kapital für wertschöpfungsstärkere Kundengruppen Obwohl die Bank das nicht explizit sagt, vergibt sie Kredite offenbar lieber an Kundengruppen, die höhere Margen akzeptieren, also vor allem Privatkunden. «Die frei gewordenen Eigenmittel stehen uns nun für wertschöpfungsstärkere Kundengruppen zur Verfügung», sagt Marcel Hurschler dazu. LUKB-CEO Daniel Salzmann drückt bei der Bank weiter aufs Gaspedal. Die Erträge kletterten um 6,3 Prozent auf 369,2 Millionen Franken. Die Kosten nahmen um 5,7 Prozent zu. Der Personalaufwand stieg um 6,4 Prozent. Die Cost-Income-Ratio blieb gegenüber Ende 2025 praktisch unverändert bei tiefen 45,5 Prozent. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/LUKB-Salzmann-Daniel.webp) Daniel Salzmann ist seit 2024 CEO der LUKB. Unter dem Strich weist die Bank für das erste Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 161,4 Millionen Franken aus – ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber der gleichen Periode 2025\. Alle zentralen Ertragskomponenten hätten einen Beitrag zum deutlichen Gewinnwachstum geleistet, teilt die Bank mit. «Die Kombination aus moderatem Kreditwachstum und zweistelligen Steigerungsraten im Kommissions- und Dienstleistungs- sowie im Handelsgeschäft entspricht exakt unserer strategischen Ambition», sagt CEO Salzmann. ### Wenn KI den Krypto-Anlageentscheid übernimmt URL: https://www.tippinpoint.ch/wenn-ki-den-krypto-anlageentscheid-ubernimmt/ Last updated: 2026-08-25T04:29:37.000Z Das tönt ja wie das Ei des Kolumbus: «Bitcoin, wenn's läuft. Cash, wenn's kracht». Drei Schweizer Finanzdienstleister präsentieren eine anscheinend verblüffend einfache Lösung für ein schwieriges Problem – nämlich die Volatilität des Bitcoins. House of Satoshi, Aisot Technologies und Maverix Securities lancieren den Bitcoin AI Strategy ETP (BTCAI). Das Anlageprodukt investiert in Bitcoin und Dollar. Die Quoten werden monatlich automatisch an die Marktlage angepasst. Ein Exchange Traded Product (ETP) ist ein börsengehandeltes, besichertes Schuldinstrument. Ein ETP ist kein Anlagefonds, sondern eine Inhaberschuldverschreibung des Emittenten. Daher ist es kein Sondervermögen und fällt nicht unter das Schweizer Kollektivanlagengesetz (KAG). Im neuen Produkt kommen einige Trendthemen zusammen: «Wir verbinden die Renditekraft von Bitcoin mit AI und nutzen die Volatilität des Bitcoin-Marktes gezielt», heisst es in der Pressemitteilung. Das ETP BTCAI passt die Gewichtung zwischen Bitcoin und Bargeld monatlich an die Marktlage an. Grundlage sind gemäss Emittenten KI-gestützte quantitative Modelle von Aisot, die Markt-, Nachrichten- und Wirtschaftsdaten laufend auswerten. «Unsere Modelle schätzen ein, wie sich Bitcoin entwickeln könnte, und wie sicher diese Einschätzung ist», schreibt Stefan Klauser, CEO von Aisot Technologies. In schwierigen Marktphasen kann der Bargeldanteil bis zu 80 Prozent betragen. ### Wirbel veranstalten im Krypto-Winter? Angesichts des Zeitpunkts könnte der Beobachter auf die Idee kommen, dass im Kryptowinter der vergangenen Monate selbst eingefleischte Bitcoiner neue Anlageideen suchten. «Die Idee stand schon länger im Raum. Wir haben vor schätzungsweise zweieinhalb Jahren mit Aisot zusammen Strategien entwickelt und diese unserer Community vorgestellt, so nach dem Motto: Was wollt ihr lieber? Nach dem Voting haben wir uns für Bitcoin & Cash entschieden», führt Rino Borini vom House of Satoshi aus. Sie hätten eine gewisse Zeit zur Vorbereitung gebraucht und einfach noch andere Prioritäten gehabt. Die Anbieter hätten zudem nicht einfach ein Produkt raushauen wollen. Alle Kanäle sollten ready sein und sie möchten die Investoren auch während des Produktzyklus begleiten, «auf moderne Art», sagt Borini. «Auf dem Höhepunkt des Bullenmarkts wollten wir das Produkt nicht lancieren und wir fanden: Jetzt mitten im Bärenmarkt ist ein idealer Zeitpunkt zum Loslegen. Man muss auch Mut haben, um jetzt sowas rauszuhauen», fügt er an. ### Dollar hat bessere Liquidität als Franken Die Angabe von «Dollar-Bargeld» in der Pressemitteilung ist nicht ganz genau. Borini führt aus: «Im Termsheet ist festgelegt, dass die Strategie neben Bitcoin auch Cash bzw. Cash-Instrumente halten kann. Die Produktwährung selbst ist Franken. Für den Handel mit Bitcoin ist die Liquidität in Dollar-basierten Märkten allerdings deutlich höher als in Bitcoin/Franken.» Deshalb könnten Cash-Reserven, die für Käufe und Verkäufe von Bitcoin eingesetzt würden, auch in Dollar bzw. geeigneten Dollar-basierten Cash-Instrumenten gehalten werden. Die Wahl von Dollar sei damit primär operativ durch die Marktliquidität begründet und keine eigenständige Anlageentscheidung zugunsten des Dollars. Auf die Frage, warum nicht Gold anstelle von Dollar gewählt wurde, erklärt Borini, Gold wäre ein zusätzlicher risikobehafteter Anlagebaustein gewesen und nicht einfach eine Cash-Alternative. Fixiert wird jeweils Anfang Monat. Die Emittenten wollen nicht auf kurzfristige Bewegungen reagieren und dem Modell nicht noch die emotionale menschliche Komponente beifügen. «Wir sind derzeit bei 80 Prozent Cash, das heisst, wir haben den jüngst kurzfristig stattgefundenen Kursaufstieg verpasst», räumt Borini auf die Frage der aktuellen Zusammensetzung ein. Doch wer habe gedacht, dass die Ankündigung des US-Finanzministeriums so viel auslösen würde. Es hätte auch jederzeit in eine Gegenrichtung gehen können, fügt er an. Die ETP-Strategie sei langfristig orientiert. ### Nicht das erste Krypto-Produkt mit Gewichtung durch KI Das Anlageprodukt hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 1,5 Prozent und eine Performance-Fee von 10 Prozent. «Letzteres nach dem High-Water-Mark-Prinzip und somit verdienen wir daran nur, wenn Anleger neues Geld verdient haben», so Borini. An der Schweizer Börse gibt es bereits zahlreiche ETP auf Bitcoin und Kryptowährungen. Die meisten investieren long only auf einen Coin oder einen Basket. Am ehesten vergleichbar mit dem neuen Produkt ist der BTC BOLD vom Anbieter 21Shares. So wie der BTCAI auf Cash setzt, investiert der BOLD je nach Marktlage in Gold. Bei beiden Produkten sind die Faktoren, die zur jeweiligen Gewichtung führen, für Aussenstehende nicht direkt nachvollziehbar. Auch Bitgold von Helveteq setzt auf Gold und Bitcoin, deren Gewichtung mit KI bestimmt wird. Seit der Lancierung im September des vergangenen Jahres ist der Kurs von 1000 Dollar auf rund 620 Dollar gefallen. Das 21Shares-Produkt notiert auf dem Niveau von vor einem Jahr. ### Zumindest die historischen Zahlen stimmen Das soll beim BTCAI besser werden. Die Emittenten legen die Resultate einer historischen Rückrechnung vor. Gemäss dieser hätte das Anlageprodukt über fünf Jahre einen Gesamtgewinn von 153,8 Prozent erzielt, gegenüber 50,4 Prozent bei einer reinen Bitcoin-Anlage. Gleichzeitig fiel das Verlustrisiko deutlich kleiner aus (−41,8 statt −76,7 Prozent). Über zwei Jahre hätte BTCAI 28,4 Prozent Gewinn erzielt, während Bitcoin 2,9 Prozent verloren hätte. Wie bei jeder Anlagestrategie besteht kein Schutz vor Verlusten. Zudem kann BTCAI in stark steigenden Märkten hinter einer reinen Bitcoin-Anlage zurückbleiben, insbesondere nach Produktkosten. Eigentlich kommt man sogar auf fünf Schweizer Parteien, die den BTCAI handelbar machen. Aisot Technologies entwickelt die Strategie, Maverix Securities emittiert das Produkt, Swissquote Bank verwahrt die zugrunde liegenden Werte, gehandelt wird an der SIX Swiss Exchange und House of Satoshi begleitet die Anleger mit laufenden Informationen zur Entwicklung des Produkts. Also verdient das Produkt – ohne zu schummeln wie gewisse Sportschuhhersteller – ein Schweizerkreuz und den Vermerk: «Made in Crypto Valley». Die Zeichnungsfrist für das neue Anlageprodukt läuft vom 24\. August bis zum 1\. Oktober 2026\. Gehandelt wird es ab dem 6\. Oktober 2026 an der SIX Swiss Exchange. ### Liechtensteiner Daten-GAU: Registersoftware soll von einem lokalen Anbieter stammen URL: https://www.tippinpoint.ch/liechtensteiner-daten-gau-registersoftware-soll-von-einem-lokalen-anbieter-stammen/ Last updated: 2026-08-24T14:52:16.000Z In Liechtenstein herrscht seit dem Cyberangriff von Ende Juli grosse Verunsicherung. Bekannt ist lediglich, dass vermutlich professionelle Täter eine fehlerhafte Berechtigungslogik ausnutzten, um sich Zugang zum Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen zu verschaffen. Doch von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Inzwischen soll Liechtenstein bei Behörden in der Schweiz, Deutschland und den USA um Hilfe gebeten haben. Bisher gab es kaum Informationen zum IT-System, auf dem das Register basiert. Wie der SonntagsBlick schreibt, soll das Produkt von der Liechtensteiner Firma Aviita stammen. Die IT-Schmiede wiederum sei eng mit der First Advisory Group verbunden. Dabei handelt es sich um eine der grossen Treuhandgruppen Liechtensteins, die durch den bekannten Treuhänder Herbert Batliner geprägt worden war. So soll das Compliance-Tool AviOne zusammen mit und für die Treuhandgruppe entwickelt worden sein. Die Liechtensteiner Regierung und Aviita wollen ihre Zusammenarbeit gegenüber dem SonntagsBlick weder bestätigen noch dementieren. Aviita-CEO Viktor Frick sagt, sein Unternehmen sei ein Softwarehersteller, der Software entwickle und diese branchenüblich durch entsprechende Updates warte. Aviita würde grundsätzlich keinerlei Daten ihrer Kunden auf ihren Systemen halten. ### Grübel zur UBS: «Der Staat ist der grösste Stakeholder» URL: https://www.tippinpoint.ch/grubel-zur-ubs-der-staat-ist-der-grosste-stakeholder/ Last updated: 2026-08-24T05:29:26.000Z Oswald Grübel kennt die Schweizer Grossbanken wie kaum ein anderer. Er stand an der Spitze der Credit Suisse und der UBS. Inzwischen ist er 82 Jahre alt und mischt sich immer noch in aktuelle Debatten ein. In der SonntagsZeitung äusserte er sich zum Streit zwischen der UBS und dem Bund. Während die UBS vor den Folgen deutlich höherer Eigenkapitalanforderungen warnt, stellt sich Ex-Grossbanker Grübel überraschend auf die Seite des Staates. Dass es nach dem Untergang der Credit Suisse nur noch eine Schweizer Grossbank gibt, hält Grübel zunächst nicht für ein grundsätzliches Problem. Früher hätten UBS und Credit Suisse zusammen eine deutlich grössere Bilanzsumme gehabt als die heutige UBS. «Rein technisch ist das Risiko also kleiner geworden», sagt Grübel. Allerdings habe sich mit der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS die Ausgangslage für die Schweiz verändert. Das Land verfüge nur noch über eine global tätige Grossbank. Deshalb müsse der Staat entscheiden, unter welchen Bedingungen diese operieren dürfe. Schliesslich sei er beziehungsweise die Nationalbank im Krisenfall der «Lender of last Resort». Das ist für Grübel der entscheidende Punkt in der Eigenkapitaldebatte. Finanzministerin Karin Keller-Sutter will die Kapitalanforderungen für die UBS deutlich verschärfen. Nach den Plänen des Bundes müsste die Bank rund 20 Milliarden Franken zusätzliches Eigenkapital halten. Die UBS bekämpft die Vorlage vehement. Der Streit dauert nun schon bald drei Jahre. Grübel hingegen hält strengere Vorgaben grundsätzlich für legitim. Eine Grossbank sei eben nicht nur ein privates Unternehmen. Sie habe verschiedene Stakeholder: Aktionäre, Privat- und Geschäftskunden sowie Angestellte. «Aber der grösste Stakeholder ist der Staat, weil er im Fall einer Krise die Liquidität bereitstellen muss, um seine Wirtschaft zu schützen», sagt Grübel. ### «Staat muss Regeln bestimmen können» Das Argument, wonach unternehmerische Risiken grundsätzlich Sache der Privatwirtschaft seien, lässt der frühere UBS-Chef nur bedingt gelten. Das treffe zu, solange die Reserven einer Bank ausreichten. Sind diese aufgebraucht, müsse der Staat entscheiden, wie er seine Wirtschaft schütze. Die Finanzkrise von 2008 sei dafür das beste Beispiel. Auch der Vorstellung, wonach im Krisenfall der internationale Teil einer Grossbank abgewickelt werden könnte, erteilt Grübel eine Absage. Würden Staaten ihre international tätigen Banken einfach untergehen lassen, drohe im schlimmsten Fall eine Weltwirtschaftskrise. Deshalb müssten Zentralbanken in schweren Krisen eingreifen. 2008 und 2009 hätten sie teilweise sogar Banken mit Liquidität versorgt, die diese Unterstützung gar nicht wollten. Das Ziel sei gewesen, Vertrauen zu schaffen und eine Wirtschaftskrise zu verhindern. Die Konsequenz daraus: Wenn der Staat im Ernstfall das letzte Sicherheitsnetz bildet, muss er auch die Regeln bestimmen können. «Wenn er das nicht tut, gefährdet er die Wirtschaft seines Landes», sagt der frühere Banker. Denn eine Grossbank sei eng mit der gesamten Volkswirtschaft verflochten. Millionen von Kunden hielten dort Konten, Unternehmen hätten Kredite über Hunderte Milliarden Franken aufgenommen. Eine unkontrollierte Pleite könnte entsprechend weitreichende Folgen haben. Der Untergang der Credit Suisse habe gezeigt, welche Risiken sich über Jahre aufbauen könnten. ### «Der Finanzplatz wird nicht geschwächt» Grübel sieht deshalb auch einen Widerspruch in der politischen Debatte: Man könne den Staat nicht einerseits dafür kritisieren, eine Grossbank ungenügend beaufsichtigt zu haben, und ihm andererseits vorwerfen, wenn er als Konsequenz strengere Regeln und höhere Kapitalreserven verlange. Auch das zentrale Argument der UBS gegen die geplante Verschärfung überzeugt ihn nicht. Die Bank warnt davor, dass rund 20 Milliarden Franken zusätzliches Eigenkapital ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit den Schweizer Finanzplatz schwächen würden. Grübel sieht das anders. Mehr Eigenkapital drücke zwar die Kapitalrendite der UBS. Für den Finanzplatz als Ganzes sei das jedoch kein Nachteil. «Ja, die Kapitalrendite sinkt», sagt Grübel. «Aber der Finanzplatz wird dadurch nicht geschwächt.» ### Ja zur «Neutralitätsinitiative» Auch zur «Neutralitätsinitiative» äusserte sich Grübel, der schon viele Jahre in der Schweiz lebt, sich aber nicht einbürgern liess. Könnte er abstimmen, würde er Ja sagen. «Wenn wir die Schweiz erhalten wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als konsequent neutral zu bleiben.» Die gleiche politische Linie vertritt er auch bei den bilateralen Verträgen. Er glaube nicht, dass man sie aus wirtschaftlichen Gründen brauche. Mit dem Vertrag unterwerfe sich die Schweiz ausländischer Gerichtsbarkeit. Neutral sein und gleichzeitig unter EU-Gerichtsbarkeit stehen, gehe nicht, meint Grübel. ### Partners Group steigt bei Gong cha aus URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-steigt-bei-gong-cha-aus/ Last updated: 2026-08-24T06:10:34.000Z Die Zuger Partners Group steigt nach rund sieben Jahren beim taiwanesischen Bubble-Tea-Produzenten Gong cha aus. Der Innerschweizer Investor ist 2019 über ein Kreditpaket in der Höhe von 200 Millionen Dollar eingestiegen, um die Übernahme von Gong cha durch die Beteiligungsgesellschaft TA Associates zu finanzieren. Zusätzlich beteiligte sich Partners Group mit einer Minderheitsposition am Eigenkapital. Jetzt kommt es zum Exit, wie Partners Group in einer Mitteilung schreibt. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass TA Associates einen Deal eingegangen ist, seine Beteiligung an Bain Capital zu veräussern. Damit verkauft Partners Group sowohl seine Private-Credit-Position als auch seine Minderheitsbeteiligung. Angaben zum Preis oder zur erzielten Rendite macht Partners Group nicht. Gong cha hat in den vergangenen Jahren stark expandiert. Die Zahl der Filialen stieg innerhalb von sechs Jahren von rund 1000 auf knapp 2200\. Gleichzeitig weitete das Unternehmen seine Präsenz von 17 auf 33 Länder aus. Nach eigenen Angaben verkauft Gong cha weltweit mehr als 150 Millionen Getränke pro Jahr. ### Boomender Bubble-Tea-Markt 2006 wurde Gong cha gegründet. Das Unternehmen gilt als Pionier von sogenannten Bubble-Tea-Getränken. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Tee, Milch oder Fruchtsirup sowie kaubaren Einlagen wie Tapioka-Perlen. Der weltweite Markt für Bubble Tea hat im Jahr 2026 ein geschätztes Volumen von rund 3,6 bis 4,2 Milliarden US-Dollar und wächst rasant. Bubble Teas gelten als veritable Zucker- und Kalorienbomben. Auch nach dem Ausstieg bei Gong cha bleibt Asien wichtig für Partners Group. Man suche nach weiteren Investitionsmöglichkeiten in Asien, da Kunden eine Diversifizierung weg von den USA anstreben würden, sagte Andrew Bellis, globaler Leiter des Bereichs Private Debt, letzte Woche in einem Interview mit Bloomberg. Der Vermögensverwalter habe in Asien in den letzten 15 Jahren über 50 Private-Credit-Investitionen im Umfang von mehreren Milliarden Dollar getätigt. Der Grossteil der Investments sei in den letzten fünf bis sieben Jahren erfolgt. ### Ist es das Ende – oder hat sich El Salvador nur dem Druck des IWF gebeugt? URL: https://www.tippinpoint.ch/ist-es-das-ende-oder-hat-sich-el-salvador-nur-dem-druck-des-iwf-gebeugt/ Last updated: 2026-08-22T05:47:37.000Z Vor fünf Jahren schrieb das mittelamerikanische Land Geschichte. Als erstes Land der Welt führte El Salvador Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Präsident Nayib Bukele wollte damit die Bürger ohne Bankkonto erreichen, internationale Überweisungen günstiger machen und ausländische Investoren anziehen. Als Bitcoin 2021 eingeführt wurde, verfügten nur rund 36 Prozent der erwachsenen Bürger des Landes über ein Bankkonto. Fünf Jahre später zeigt sich, wie schwierig die Umsetzung war. Bitcoin wurde für Millionen Salvadorianer nicht zum alltäglichen Zahlungsmittel, auch die versprochene finanzielle Teilhabe blieb weitgehend aus. Ein Grund war das Chivo-Wallet, welches jeder Bürger mit einem Guthaben von 30 Dollar in Bitcoin erhalten konnte. Das Wallet sah sich weit verbreiteter Kritik ausgesetzt, darunter Vorwürfe des Identitätsdiebstahls, technische Pannen und eingefrorene Konten. Ein weiterer Grund für den Misserfolg ist, dass El Salvador bereits zuvor keine «eigene» Landeswährung mehr hatte. Seit 2001 wird der Dollar als offizielle Währung genutzt. Geld, das von Migranten aus den USA geschickt wird, muss daher nicht umgetauscht werden. Ein Teil des möglichen Kostenvorteils von Bitcoin entfällt damit. ### IWF mochte das Experiment nicht Der Internationale Währungsfonds (IWF) stand dem Experiment von Anfang an ablehnend gegenüber. Er warnte wiederholt davor, dass die Preisschwankungen von Bitcoin Risiken für die öffentlichen Finanzen bergen, und drängte auf eine Begrenzung der staatlichen Exponierung. Ende 2024 war der IWF kurz vor dem Ziel, die Kryptowährung einzugrenzen. Um einen dringend benötigten Kredit des IWF über 1,4 Mrd. Dollar zu erhalten, stimmte das Land zu, die umstrittene Bitcoin-Politik zurückzufahren. Das Land kündigte aber an, weiter Bitcoins zu kaufen. Vor wenigen Tagen, am fünften Jahrestag seit der Einführung von Bitcoin, hat El Salvador bekannt gegeben, dass es seinen Bitcoin-Fonds um 50 Prozent reduzieren wird. Zudem wurde die gesetzliche Verpflichtung für Händler, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, aufgehoben. Die Regierung hält 7474 Bitcoin und Unternehmen können zukünftig selbst entscheiden, ob sie Bitcoin akzeptieren möchten. ### Kritische Masse ist erreicht Trotz dieses Rückschlags bleibt festzuhalten, dass das Wertversprechen von Bitcoin insofern einzigartig ist, als es hinsichtlich seines Netzwerks eine kritische Masse erreicht hat. Es wird mit einer enormen Menge an Energie betrieben, die über die ganze Welt verteilt ist. Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem sogar Regierungen dies tun – entweder heimlich oder offen. Heimlich tun dies beispielsweise Länder wie Russland, China oder der Iran, während ein Land wie Bhutan mit seinem Bitcoin-Mining dies offen tut. Aus Sicht von Phil Lojacono von der Bitcoin-Boutique Berglinde hat sich Bitcoin bisher vor allem als Vermögenswert und Wertaufbewahrungsmittel durchgesetzt und noch nicht in relevantem Umfang als alltägliche Währung bzw. Zahlungsmittel. «Das sei ein wichtiger Unterschied», fügt er an. Dass Bitcoin als Parallel- oder sogar Landeswährung wie in El Salvador bisher nicht den erhofften Durchbruch erzielt habe, liege aus Perspektive von Lojacono weniger an technischen oder ökonomischen Unzulänglichkeiten von Bitcoin selbst. ### Monetäre Struktur ist auf Fiat-Währungen ausgerichtet «Vielmehr ist das bestehende politische und monetäre System strukturell auf Fiat-Währungen ausgelegt. Politiker und Regierungen haben in der Regel ein starkes Interesse daran, möglichst flexibel und schnell zusätzliche Geldmengen schaffen und ausgeben zu können – ein Phänomen, das unter dem Begriff Cantillon-Effekt beschrieben wird», sagt der Experte. Sein Unternehmen Berglinde wurde im vergangenen Herbst von Blockstream gekauft und ist auf Bitcoin-Lösungen für Institutionelle und auf mit Bitcoin besicherte Kredite spezialisiert. Solange dieses Anreizsystem bestehe, fehle der politische Wille, einen echten Gegenentwurf wie Bitcoin systematisch zu etablieren. Diesen Willen finde man derzeit nahezu nirgendwo in ausreichender Stärke. ![Bitcoin Genauer Anschauen - Phil Lojacono](https://i.ytimg.com/vi/C3xUXZgoJ4Y/maxresdefault.jpg) Phil Lojacono, Berglinde. (Bild: HO) «Dasselbe gilt für die stets weiterwachsenden Staatsdefizite: Diese sind in dem beobachteten Ausmass nur durch ungedecktes Fiat-Geld möglich. Bitcoin als knappes, nicht willkürlich vermehrbares Gut steht diesem Modell fundamental entgegen», ergänzt Lojacono. Ob und wann sich daran etwas ändere, hänge seines Erachtens vor allem davon ab, ob und wann der Schmerz für die Bevölkerung durch Inflation, Währungsverfall und Vertrauensverlust in das bestehende System gross genug werde. «Bis dahin bleibt Bitcoin primär ein Vermögenswert und ein alternatives Geldsystem, das parallel existiert – und weniger eine Landeswährung im klassischen Sinne», so der Berglinde-Experte. ### Es braucht nur einen Aspekt für Akzeptanz «Der Bitcoin kann erfolgreich sein, unabhängig davon, ob er sich als Tauschmittel oder als Währung etablieren kann», ergänzt Luke Nolan, Analyst von CoinShares. Die Funktion als Wertspeicher sei stark genug. Das sei der einzige Aspekt, der sich bezüglich Akzeptanz wirklich durchsetzen müsse. Daran habe das Vorgehen von El Salvador nichts geändert. Die Regierung habe ehrgeizig beschlossen: Lasst uns diese Infrastruktur für digitale Geldbörsen aufbauen. Wir werden sie jedem zur Verfügung stellen, der sie haben möchte, und wir verteilen zu Beginn eine kleine Menge Bitcoin. ![About – Luke Nolan – Medium](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Luke_Nolan_Coin_Shares_edited_fb17514839.jpg) Luke Nolan, CoinShares (Bild: HO) «Betrachtet man die Statistiken, so waren die Nutzer überwiegend Männer Mitte 20, die bereits über Bankkonten verfügten, wahrscheinlich schon über Bitcoin Bescheid wussten und davon ziemlich begeistert waren», erklärt Nolan. In dieser Hinsicht sei das Projekt gescheitert, insofern das ursprüngliche Ziel darin bestanden habe, Menschen ohne Bankkonto Zugang zum Bankwesen zu verschaffen. «Ob es nun an mangelnder digitaler Kompetenz, anderen Faktoren oder hohen Transaktionskosten lag – was auch immer der Grund war, es ist auf jeden Fall gescheitert», so Nolan. El Salvador muss das Experiment mit Bitcoin als Landeswährung einstellen, doch trotzdem erreichte das Land einiges. Bitcoin kam so auf die Agenda zahlreicher Regierungen. Länder wie die Zentralafrikanische Republik versuchten sich ebenfalls mit ähnlichen Experimenten. Grosse Länder wie Russland, China und der Iran setzen Bitcoin ebenfalls als Dollar-Alternative ein, tun dies aber im «Geheimen». Und auch für das Eigenmarketing als «digitale, fortschrittliche Nation» war das Projekt hilfreich. El Salvador erlebte in den vergangenen drei Jahren einen fast 95-prozentigen Zuwachs im Tourismus: Ein Teil davon ist auf jeden Fall auf den sogenannten Bitcoin-Tourismus zurückzuführen. ### Der Rohstoff für KI wird handelbar URL: https://www.tippinpoint.ch/der-rohstoff-fur-ki-wird-handelbar/ Last updated: 2026-08-22T05:49:54.000Z Nicht nur Weizen, Rohöl, Strom und Schweinebäuche lassen sich zukünftig an der CME, der weltgrössten Optionsbörse, handeln, auch Rechenleistung wird zum Anlageprodukt. Die CME Group wird die ersten Terminkontrakte auf den Markt bringen, die an die Betriebskosten der Chips gekoppelt sind, die künstliche Intelligenz antreiben. _This post is for subscribers only._ ### Nach 500-Millionen-Klage nimmt Graubündner KB die BZ Bank an die Kandare URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-500-millionen-klage-nimmt-graubundner-kb-die-bz-bank-an-die-kandare/ Last updated: 2026-08-21T10:54:53.000Z Mit den Halbjahreszahlen gibt die Graubündner Kantonalbank auch eine Veränderung ihrer Beteiligungsstrategie bekannt. Dabei soll die Positionierung der BZ Bank «geschärft» und personell umgebaut werden. Künftig will die Konzernmutter ihre 100-prozentige Tochter verstärkt als Spezialistin für aktienbasierte Lösungen positionieren. Die Research- und Anlagekompetenz soll die BZ Bank insbesondere für die Einzeltitelselektion in Kundenportfolios sowie für das Management eigener Themenfonds nutzen, heisst es in der Mitteilung. Die GKB übernehme neu zusätzliche Aufgaben für die BZ Bank und schaffe damit Synergien in den Bereichen Finanzen & Controlling und im Risk Management. Damit einher gehen Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung der BZ Bank: Stefan Sigron verlässt per 30\. September 2026 den dreiköpfigen Verwaltungsrat. Er wird ersetzt durch Michèle Hess, Mitglied des Bankrats der GKB. CEO Marc Schurter und Peter Rebsamen, Leiter Investment Funds (CIO), sollen künftig den «Kern der Geschäftsleitung» der BZ Bank bilden und die operative Umsetzung der Strategie verantworten. Per 1\. September soll zudem der frühere Swisspartners-Legal-Counsel Thomas Kostkiewicz als neuer Chief Risk Officer in die Geschäftsleitung einziehen. Dieter Göldi, bisher Chief Financial Officer, verlässt die BZ Bank Ende August 2026\. Die Finma muss den Neubesetzungen noch zustimmen. ### Remo Stoffel mit Megaklage Im Mai wurde bekannt, dass der bekannte [Schweizer Investor Remo Stoffel ](https://www.tippinpoint.ch/remo-stoffel-steckt-hinter-der-millionenschweren-klage-gegen-die-graubundner-kb/)die GKB mit einer Klage im «mittleren dreistelligen Millionenbereich» eingedeckt hat. Die Klage richtet sich gegen die BZ Bank, gegen ehemalige und aktuelle Organe der BZ Bank sowie gegen die GKB. Der Kläger wirft der Bank und den Organen «Pflichtverletzungen» vor. Anfang Juni kam es zu einer [ersten Schlichtungsverhandlung](https://www.tippinpoint.ch/schlichtungsverfahren-gescheitert-jetzt-wirds-teuer-fuer-klaeger-remo-stoffel/) vor dem Vermittleramt Höfe im Kanton Schwyz, wo die BZ Bank ihren Sitz hat. Dabei konnte keine Einigung erzielt werden. Darauf hat Remo Stoffel angekündigt, eine Klage beim zuständigen Zivilgericht einzureichen. Die BZ Bank Aktiengesellschaft wurde 1985 von Martin Ebner gegründet. 2022 kaufte die GKB 70 Prozent der Bank auf, Anfang 2025 die restlichen 30 Prozent. Verwaltungsratspräsident der BZ Bank ist der frühere GKB-Finanzchef Andreas Lötscher. An der Spitze der GKB steht seit 2025 der frühere Raiffeisen-Chef Heinz Huber. Dieser löste Peter Fanconi ab, der ein Jahr früher als vorgesehen zurücktrat. Fanconi war seit 2014 Verwaltungsratspräsident der GKB und ist wegen Verstrickungen im Zusammenhang mit René Benko unter Druck geraten. --- ## GKB erzielt Rekordergebnis und verliert Kundengelder Die Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2026 den Konzerngewinn um 18,2 Prozent auf 137,2 Millionen Franken gesteigert und damit das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Der Geschäftsertrag kletterte um 11,2 Prozent auf 286,3 Millionen Franken. Die Nettogeldabflüsse von einer Milliarde Franken seien auf Abflüsse bei institutionellen Kunden der Tochtergesellschaften. Aufgrund des erfolgreichen ersten Semesters erhöht die GKB den Ausblick und erwartet für 2026 einen Gewinn über dem Vorjahr. ### Trump-Hilfe und Short Squeeze reissen den Bitcoin aus dem Schlaf URL: https://www.tippinpoint.ch/wiedererwachte-trump-hilfe-und-short-squeeze-reissen-den-bitcoin-aus-dem-schlaf/ Last updated: 2026-08-22T05:49:30.000Z Bitcoin ist innerhalb von 24 Stunden um mehr als elf Prozent gestiegen und hat erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von 70’000 Dollar überschritten. Gegen Donnerstagabend erreichte die Notierung annähernd 73’000 Dollar. Auch der restliche Kryptomarkt legte kräftig zu. «Das Treffen im Weissen Haus hat dem Markt vor allem politische Rückendeckung gegeben. US-Präsident Donald Trump empfing am Mittwoch Vertreter von Coinbase, Ripple und Robinhood gemeinsam mit den Vorsitzenden der Regulierungsbehörden SEC und CFTC. Neue regulatorische Substanz brachte das Treffen zwar kaum, doch die Botschaft war eindeutig: Die US-Regierung hält an ihrem kryptofreundlichen Kurs fest», sagt Johanna Belitz, Head of Nordics beim Krypto-ETP-Emittenten Valour. An diesem Treffen forderte der US-Präsident aber auch, die Kongressabgeordneten sollten «eine faire Fassung» des Digital Asset Market Clarity Act verabschieden, um die USA «vor China» zu halten. Der Gesetzentwurf zur Marktstruktur, der im Juli 2025 vom Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, ist seit Monaten im Senat blockiert – aufgrund von Bedenken hinsichtlich tokenisierter Aktien, Stablecoin-Prämien und potenzieller Interessenkonflikte der Familie Trump mit der Kryptoindustrie. ### Short Squeeze und makroökonomische Lage Die Stärke der Bewegung vom Donnerstag erkläre sich jedoch nicht allein durch fundamentale Impulse, fügt Belitz an. Bitcoin hatte zuvor rund drei Wochen nahe 63’000 Dollar notiert, während die realisierte Volatilität auf etwa 21,5 Prozent gefallen war. «Der Markt war ungewöhnlich ruhig, Absicherungen entsprechend dünn und die Positionierung einseitig. Als die Kurse anzogen, wurden innerhalb von 24 Stunden Short-Positionen im Volumen von rund 1,4 Milliarden Dollar liquidiert. Dieser Short Squeeze machte aus einem fundamental nachvollziehbaren Anstieg eine wesentlich stärkere Bewegung», schreibt die Valour-Strategin. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/unnamed--20--1.png) Nach einer langen Ruhephase der plötzliche Anstieg. Die jüngste Bitcoin-Rally wird gemäss James Butterfill, Chefstratege von CoinShares, weniger von kryptospezifischen Faktoren als von der veränderten makroökonomischen Lage getrieben. «Schwächere US-Daten, sinkende Zinserwartungen und wachsende Zweifel an der fiskalischen Tragfähigkeit der USA schaffen ein Umfeld, in dem Bitcoin von Liquiditätshoffnungen und einem schwächeren Dollar profitieren kann», schreibt er. Der nächste wichtige Impuls dürfte von Jackson Hole kommen, wo neue geldpolitische Signale einen Ausbruch über die Marke von 80’000 US-Dollar begünstigen könnten. In Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming treffen sich jeden August die weltweit einflussreichsten Notenbanker. Matt Mena, Senior Strategist bei 21Shares, fügt noch einen dritten Faktor für den Kurssprung an – die Nachfrage nach Krypto-ETF. «In den vergangenen zwei Monaten begannen Anleger, eine Pause bei weiteren Zinserhöhungen sowie die Unterstützung des US-Finanzministeriums für den Anleihenmarkt einzupreisen. Gleichzeitig verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETF starke Zuflüsse – rund 1 Milliarde Dollar allein in den ersten beiden Augustwochen.» ### Wasser: Eine unverzichtbare Ressource unter Druck URL: https://www.tippinpoint.ch/wasser-eine-unverzichtbare-ressource-unter-druck/ Last updated: 2026-08-21T06:09:15.000Z Der Mensch ist auf Süsswasser angewiesen, doch dieses wird knapper. Die weltweit steigende Nachfrage setzt die verfügbaren Ressourcen immer stärker unter Druck. Der Klimawandel verschärft die Risiken zusätzlich: Dürren, unregelmässige Niederschläge und extreme Wetterereignisse werden häufiger. Diese Entwicklungen verschlechtern die Rahmenbedingungen für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, Infrastruktur und Volkswirtschaften. «Wasser, Wasser überall - doch kein Tropfen zu trinken.» Als der Dichter Samuel Taylor Coleridge diese Zeilen in «The Rime of the Ancient Mariner» schrieb, schilderte er die Not eines durstigen Seemanns mitten auf dem Ozean - umgeben von Salzwasser, aber ohne trinkbares Süsswasser. Benjamin Franklin bemerkte einst treffend: «Wenn der Brunnen versiegt ist, erkennen wir den Wert des Wassers.» Wasserstress – definiert als eine Nachfrage, die das Angebot mindestens einen Monat pro Jahr übersteigt – betrifft heute jährlich rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Laut UN Water werden bis 2050 mehr als fünf Milliarden Menschen davon betroffen sein. Nicht alle Regionen sind gleichermassen betroffen; die regionalen Unterschiede sind erheblich. Regionen wie der Nahe Osten und Südasien leiden unter chronischer Wasserknappheit, während andere Teile der Welt über vergleichsweise reichliche Reserven verfügen. Der [Klimawandel ](https://www.lgt.com/global-de/markteinschaetzungen/insights/nachhaltigkeit/klimaforscher-reto-knutti-klimapolitik-ist-primaer-nationale-politik--211250?ref=tippinpoint.ch)verstärkt diese Ungleichgewichte zusätzlich, da sowohl Dürren als auch Überschwemmungen häufiger auftreten. Diese Herausforderungen werden nicht kurzfristig verschwinden. Doch dank [innovativer Lösungen](https://www.lgt.com/global-de/markteinschaetzungen/insights/nachhaltigkeit/klimaschutz-loesungen-272188?ref=tippinpoint.ch) von Unternehmen sowie vorausschauenden Handelns von Regierungen zeichnen sich Lösungsansätze ab. Der Handlungsdruck ist hoch, denn Wasserknappheit treibt Lebensmittel- und Energiepreise in die Höhe, stört Produktionsabläufe und verändert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ganzer Branchen - von der Halbleiterfertigung bis zum Bergbau. ### **Recycling und Entsalzung können bedeutende Vorteile bringen** Die Halbleiterindustrie fokussiert sich zunehmend auf Wasserkreisläufe. So strebt das taiwanische Halbleiterunternehmen TSMC an seinem Standort in Arizona eine Wiederaufbereitungsquote von 90 % an. Der Abbau von Metallen und Mineralien ist häufig sehr wasserintensiv. Diese Herausforderung wird dadurch verschärft, dass viele Bergbauaktivitäten in Regionen stattfinden, die bereits unter Wasserknappheit oder Wasserstress leiden. Unternehmen reagieren jedoch zunehmend: das Bergbauunternehmen Rio Tinto berichtet beispielsweise, dass an seinem Standort in der Wüste Gobi sowohl in Wasserrecycling als auch in Entsalzung investiert wurde. Dadurch verbraucht der Standort heute rund die Hälfte der Wassermenge, die einige Wettbewerber unter ähnlichen Bedingungen benötigen. Da die Landwirtschaft weltweit den grössten Anteil am Süsswasserverbrauch hat, steht sie im Zentrum vieler innovativer Lösungen. Digitale Sensoren, intelligente Messsysteme, fortschrittliche Filtrations- und Abwasseraufbereitungstechnologien werden weltweit eingesetzt, um den Wasserverbrauch effizienter zu gestalten. Auch [Rechenzentren](https://www.lgt.com/global-de/markteinschaetzungen/insights/anlagestrategien/investieren-in-die-fabriken-des-digitalen-zeitalters-242716?ref=tippinpoint.ch) und zahlreiche Fertigungsprozesse zählen zu den grossen Wasserverbrauchern. In manchen Anlagen kommen inzwischen membranbasierte Entsalzungssysteme und geschlossene Recyclingkreisläufe zum Einsatz, um den Süsswasserbedarf zu reduzieren. ### **Infrastruktur und Umweltverschmutzung als zentrale Herausforderungen** Während Unternehmen Wasserverantwortung zunehmend in ihre strategische Planung und Berichterstattung integrieren, reagieren auch Regulierungsbehörden und Regierungen. Neue politische Massnahmen und Preismechanismen machen Wasserrisiken in Ländern, Branchen und Lieferketten sichtbarer. Über Regulierung und Infrastrukturprogramme lenken Staaten gezielt Investitionen. Die Erreichung des Nachhaltigkeitsziels Nr. 6 der Vereinten Nationen - sauberes Wasser und Sanitärversorgung - bleibt anspruchsvoll. Zu den grossen Herausforderungen zählen Umweltverschmutzung, alternde Infrastruktur und unzureichende Investitionen. Die Infrastrukturprobleme sind besonders gravierend: In entwickelten Märkten führen jahrzehnte- oder gar jahrhundertealte Wasserleitungen häufig zu Rohrbrüchen oder Lecks, was enorme Wasserverluste und Kosten verursacht. In Schwellenländern sind die Versorgungsnetze hingegen oft unterentwickelt und stark überlastet. Zusätzlich verschmutzen unbehandeltes Abwasser und landwirtschaftliche Rückstände bestehende Wasserressourcen, was Gesundheitsrisiken sowie steigende Aufbereitungs- und Behandlungskosten zur Folge hat. Auch wenn das Ausmass der Süsswasserproblematik überwältigend wirken kann, gibt es sowohl in börsennotierten als auch in [privaten Märkten](https://www.lgt.com/global-de/markteinschaetzungen/insights/finanzmaerkte/private-markets-255498?ref=tippinpoint.ch) eine wachsende Zahl von Unternehmen und Projekten, die Technologien und Dienstleistungen zur Steigerung der Wassereffizienz, zur Aufbereitung sowie zum Ausbau der Infrastruktur anbieten. ### Scott Bessent verabreicht den Märkten eine Beruhigungspille URL: https://www.tippinpoint.ch/scott-bessent-verabreicht-den-markten-eine-beruhigungspille/ Last updated: 2026-08-20T17:33:06.000Z Bloomberg bezeichnet den US-Treasury-Chef Scott Bessent als den interventionistischsten Finanzminister der letzten Jahrzehnte, der seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setze, um einen potenziell schädlichen Anstieg der US-Kreditkosten einzudämmen. Das US-Finanzministerium kündigte am Mittwoch Unterstützungsmassnahmen für Anleihen mit langer Laufzeit an. Zuvor waren die Renditen der Papiere stark angestiegen, was zu grosser Verunsicherung an den Märkten geführt hatte. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Screenshot-2026-08-20-090031.jpg) (Quelle: CNBC) Die Ankündigung, das Volumen der Rückkäufe von Anleihen mit langer Laufzeit zu verdoppeln, konnte die Märkte zumindest kurzfristig beruhigen. Davor trieb ein massiver Ausverkauf von Anleihen die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007\. Konkret betrug die Rendite für 30-jährige Anleihen am Dienstag 5,34 Prozent. Nach der Ankündigung des Finanzministeriums sank sie auf 5,18 Prozent – sie bleibt also weiterhin auf sehr hohem Niveau. ### Allen kommen unter Druck Der Hintergrund ist die Angst vor einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Israel mit dem Iran. Hinzu kommt der immer grösser werdende Schuldenberg der Amerikaner. Höhere Anleiherenditen treiben die Kreditkosten in die Höhe. Dadurch kommen private Haushalte, Unternehmen, Finanzmärkte und der Bundeshaushalt gleichermassen unter Druck. Die ausstehenden öffentlichen Schulden der Vereinigten Staaten von Amerika kletterten am Mittwoch über die Marke von 40 Billionen Dollar. Das Finanzministerium wird das Volumen der Rückkäufe von 10- bis 30-jährigen Staatsanleihen auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Transaktion verdoppeln. Der Anstieg um 2 Milliarden Dollar ist allerdings nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Das Volumen an US-Staatsanleihen beträgt aktuell 32,2 Billionen Dollar, 5,5 Billionen davon sind Papiere mit Laufzeiten von 20 und 30 Jahren. ### Vincenz-Prozess: Das «Darlehen», das viele Fragen aufwirft URL: https://www.tippinpoint.ch/vincenz-prozess-das-darlehen-das-viele-fragen-aufwirft/ Last updated: 2026-08-20T07:47:35.000Z Pierin Vincenz und Beat Stocker sind Finanzprofis, die es gewohnt sind, mit Millionen zu jonglieren. Ein Private-Equity-Vehikel da, ein gehebeltes Aktienportfolio hier. Auch ein gemeinsames Beteiligungsvehikel, die I-Finance Management AG, haben sie professionell aufgesetzt. Zur Verschleierung ihrer Beteiligung setzten sie einen Anwalt als einzigen Verwaltungsrat ein. Interessant ist, dass eine wichtige Transaktion zwischen Beat Stocker und Pierin Vincenz dagegen erstaunlich unprofessionell abgewickelt wurde. Dabei geht es um die ominöse Überweisung von 2,9 Millionen Franken im Jahr 2015\. Gemäss Verteidigung handelte es sich dabei um ein echtes, rechtlich bindendes Darlehen. Der Verwendungszweck des Geldes sei der Kauf einer privaten Villa durch Pierin Vincenz in Morcote gewesen. Für die Zürcher Staatsanwaltschaft war der Darlehensvertrag allerdings ein konstruiertes Tarnmittel, um heimliche Zahlungen und Gewinnbeteiligungen aus den gemeinsamen Firmentransaktionen im Zusammenhang mit Investnet zu verschleiern. Sie wies darauf hin, dass innerhalb von nur drei Tagen zwei unterschiedliche Verträge über denselben Millionenbetrag unterzeichnet wurden. Die Parteien stritten im Prozess am Zürcher Obergericht stundenlang über diese Transaktion. Was interessanterweise nicht thematisiert wurde, sind folgende Punkte. Gesetzt den Fall, die Version der Verteidigung stimmt, dann kann man sich fragen: **Warum beharrte Privatinvestor Beat Stocker** nicht auf einer hypothekarischen Absicherung seines Kredits? Jeder Investor mit Verstand würde das tun – insbesondere, wenn man weiss, dass die Gegenpartei oftmals knapp bei Kasse ist wie Pierin Vincenz. Wenn es wirklich ein Darlehen war, hätte Stocker gesagt: «Ich gebe dir das Geld, aber dafür will ich eine Grundpfandsicherheit, und zwar im ersten Rang.» **Zweitens: Warum war das Darlehen zinslos?** Wenn es sich tatsächlich um einen Immobilienkredit handelte, hätte Beat Stocker wenigstens den Marktzins verlangen müssen. Das zumindest würde ein normaler Kreditgeber tun. Zudem hätte es einen Profiinvestor stutzig gemacht, dass der Chef der damals drittgrössten Bankengruppe nicht bei seiner eigenen Bank, sondern bei einer Privatperson nach einem Immobilienkredit nachfragt. **Drittens: Warum erfolgte die Auszahlung** des Kredits kurz nachdem Stocker die doppelte Summe aus seiner Investnet-Beteiligung erhalten hatte? Die Verteidigung argumentiert, dass Vincenz im fraglichen Zeitraum einen akuten Liquiditätsengpass gehabt habe. Da Stocker durch seinen eigenen Erlös über entsprechende Barmittel verfügte, habe er seinem Geschäftspartner schlicht ein privates Darlehen gewähren können. Allerdings, und das ist der Punkt, dürfte Beat Stocker bereits zum damaligen Zeitpunkt über sehr hohe finanzielle Mittel verfügt haben. Es ist davon auszugehen, dass er zu jedem Zeitpunkt den Kredit hätte geben können. Schon im Prozess am Bezirksgericht im Jahre 2022 gab er an, nach Abzug von Schulden ein Vermögen von 30 Millionen Franken zu haben. Wenige Jahre zuvor habe dieses laut Steuerrechnung «erst» bei 25 Millionen gelegen. Zum Abschluss der Verhandlung am Mittwoch ergriff Pierin Vincenz nochmals das Wort. Er sagte: «Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich auch ein paar Sachen hätte besser machen können. Ich kann aber betonen, dass ich immer die Interessen der beiden Gesellschaften Raiffeisen und Aduno vor Augen hatte und sie nie, nie schädigen wollte. Darum ersuche ich um einen Freispruch.» Auch Beat Stocker äusserte sich nochmals. «Es ging nie ums Geld», sagte er. Er beteuerte seine Unschuld und wies darauf hin, dass er gerne eine Stiftung mit seinem Vermögen gegründet hätte. Allerdings habe nach seiner Verhaftung keine Bank mehr mit ihm Geschäfte machen wollen. ### LGT erweist sich als Neugeld-Magnet URL: https://www.tippinpoint.ch/lgt-erweist-sich-als-neugeld-magnet/ Last updated: 2026-08-20T08:23:50.000Z Die LGT setzt ihren Wachstumskurs fort. Im ersten Halbjahr 2026 flossen der Bankengruppe netto 12,3 Milliarden Franken an neuen Kundengeldern zu. Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,4 Prozent, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Sowohl das Private Banking als auch das Asset Management trugen zu den Zuflüssen bei. Die verwalteten Vermögen stiegen gegenüber Ende 2025 um 7 Prozent auf 412,6 Milliarden Franken. Damit überschritt die LGT erstmals die Marke von 400 Milliarden Franken und erreichte einen neuen Höchststand. Neben dem Neugeld trugen eine positive Markt- und Anlageperformance sowie Währungseffekte zum Anstieg bei. Auch beim Gewinn legte die Bankengruppe deutlich zu. Unter dem Strich verdiente die LGT im ersten Halbjahr 281,6 Millionen Franken. Das sind 17 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Der Bruttoerfolg erhöhte sich um 5 Prozent auf 1,49 Milliarden Franken. Wichtigster Ertragspfeiler blieb das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Erfolg stieg um 7 Prozent auf 1,0 Milliarden Franken. Die LGT führt dies vor allem auf die höheren verwalteten Vermögen und die Kundenaktivität zurück. Das Handelsgeschäft und der sonstige Ertrag legten um 1 Prozent auf 325,9 Millionen Franken zu. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft sank dagegen um 2 Prozent auf 156,6 Millionen Franken. ### Kosten wachsen langsamer als die Erträge Der Geschäftsaufwand erhöhte sich lediglich um 2 Prozent auf 1,09 Milliarden Franken und damit weniger stark als die Erträge. Der Personalaufwand stieg ebenfalls um 2 Prozent auf 867 Millionen Franken. Gegenüber Ende 2025 nahm die Zahl der Vollzeitstellen um 62 zu. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich von 76,8 Prozent Ende 2025 auf 73,3 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag Ende Juni bei 18 Prozent. Nach den Wachstumsinvestitionen der vergangenen Jahre will die LGT nun vor allem ihre Position in den bestehenden Märkten stärken und Synergien sowie Skaleneffekte nutzen. Weitere Expansionsschritte stehen damit vorerst weniger im Vordergrund. «Die LGT ist für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich, wobei das geopolitische Umfeld und die Bedingungen an den Finanzmärkten schwer abschätzbar bleiben», schreibt die Bank in einer Mitteilung. Der Chairman von LGT, Prinz Max von und zu Liechtenstein, sagte: «Mit dem sehr guten Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 setzen wir den erfolgreichen Kurs der LGT fort. Nach den gezielten Wachstumsinvestitionen der letzten Jahre liegt unser Fokus darauf, unsere weltweite Präsenz in den bestehenden Märkten zu festigen und die Vorteile unserer internationalen Plattform konsequent zu nutzen.» ### Waadtländer KB zieht 2,4 Milliarden Franken Neugeld an URL: https://www.tippinpoint.ch/waadtlander-kb-zieht-2-4-milliarden-franken-neugeld-an/ Last updated: 2026-08-20T06:24:21.000Z Die BCV hat im ersten Halbjahr mehr eingenommen. Der Geschäftsertrag stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 2 Prozent auf 593 Millionen Franken. Der operative Gewinn erhöhte sich um 5 Prozent auf 263 Millionen Franken, wie die Westschweizer Kantonalbank mitteilt. Das Zinsengeschäft blieb mit einem Nettoertrag von 268 Millionen Franken stabil. Das Kommissionsgeschäft legte um 5 Prozent auf 206 Millionen Franken zu. Der Handelsertrag stieg um 3 Prozent auf 102 Millionen Franken. Die Kosten erhöhten sich um 2 Prozent auf 287 Millionen Franken. Die Personalkosten nahmen um 1 Prozent auf 201 Millionen Franken zu, die übrigen Betriebskosten um 3 Prozent auf 87 Millionen Franken. Die Hypothekarforderungen erhöhten sich seit Ende 2025 um 755 Millionen Franken auf 36,3 Milliarden Franken. Die übrigen Kredite stiegen um 3 Prozent auf 6,6 Milliarden Franken. Gleichzeitig nahmen die Kundeneinlagen um 3 Prozent auf 39,4 Milliarden Franken zu. Deutlich zulegen konnte die BCV bei den verwalteten Vermögen. Diese stiegen um 6 Prozent beziehungsweise 7,7 Milliarden Franken auf 141,8 Milliarden Franken. Davon entfielen 2,4 Milliarden Franken auf Netto-Neugeld. Weitere 5,3 Milliarden Franken steuerte die Anlageperformance bei. Die Bank weist eine Kernkapitalquote (CET1) von 17,6 Prozent aus, das Eigenkapital beträgt 3,8 Milliarden Franken. Im Mai schüttete die BCV insgesamt 379 Millionen Franken beziehungsweise 4,40 Franken je Aktie an ihre Aktionäre aus. ### Maerki Baumann macht Patrick Vogt zum Leiter Externe Vermögensverwalter URL: https://www.tippinpoint.ch/maerki-baumann-macht-patrick-vogt-zum-leiter-externe-vermogensverwalter/ Last updated: 2026-08-20T07:16:01.000Z Patrick Vogt ist seit knapp 20 Jahren als Kundenberater für externe Vermögensverwalter bei der Zürcher Privatbank Maerki Baumann tätig. Davor war er bei der Banque Générale du Luxembourg in den Bereichen Portfoliomanagement, Trading und externe Vermögensverwalter in Zürich beschäftigt. Eingestiegen ist er mit einer Banklehre bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in Baden, wie Maerki Baumann in einer Mitteilung schreibt. Maerki Baumann arbeitet seit über 25 Jahren mit externen Vermögensverwaltern zusammen. Das Angebot der Bank umfasst unter anderem Depotbankdienstleistungen, den Handel mit traditionellen und digitalen Vermögenswerten, den Zugang zu Anlageprodukten und Research-basierten Anlageideen sowie Finanzierungs-, E-Banking- und Reporting-Lösungen. ### Wird der Franken bald noch schwächer? URL: https://www.tippinpoint.ch/wird-der-franken-bald-noch-schwacher/ Last updated: 2026-08-19T05:30:07.000Z Die überraschenden, koordinierten Interventionen der USA und Japans zur Stützung des Yen könnten dazu führen, dass der Schweizer Franken weiter an Wert verliert. Das würde den exportorientierten Unternehmen entgegenkommen, für hauptsächlich im Franken exponierte Anleger wäre das aber weniger gut. Der Franken hat in diesem Jahr bereits deutlich gegenüber dem Euro verloren, er ist aber immer noch 12 Prozent stärker gegenüber dem Euro als vor fünf Jahren. Gründe dafür sind die bekannten Aufwertungsfaktoren wie der hohe Handelsbilanzüberschuss, die tiefe Verschuldung der Staatsfinanzen, die tiefe Inflation und Zuflüsse in den Franken als sicheren Hafen. Sowohl der Yen als auch der Franken spielen bei sogenannten Carry Trades eine wichtige Rolle. Dabei nehmen Investoren Kredite in Währungen mit tiefen Zinsen auf und investieren das Geld in höher verzinste Anlagen – häufig in Schwellenländern. Dadurch geraten die als Finanzierungswährungen verwendeten Währungen tendenziell unter Abwertungsdruck. Allerdings können Kursbewegungen die vergleichsweise kleinen Gewinne aus der Zinsdifferenz rasch zunichtemachen. Bislang war der Yen die bevorzugte Finanzierungswährung. Doch das Auf und Ab der japanischen Währung hat Carry Trades unberechenbarer gemacht. Investoren müssen jederzeit mit Interventionen rechnen. «Die Marktteilnehmer werden darüber nachdenken, einen Teil ihrer Finanzierungspositionen umzuschichten», sagte Fredrik Repton, Senior Portfolio Manager bei Neuberger Berman, gegenüber Reuters. Die Entwicklung des Euro-Franken-Kurses zeige bereits, wie sich das Marktumfeld verändert habe. ### **Seit März schwächelt der Franken** Der Franken dagegen ist deutlich stabiler und wird tendenziell auch immer schwächer. «Die Schweizer Zinsen sind nicht nur tiefer als jene in Japan, auch die Volatilität des Frankens ist geringer», sagt Adarsh Sinha, Leiter der globalen G10-Devisenstrategie bei der Bank of America. Bei einem Euro-Franken-Kurs von rund 0,9385 notiert der Franken gegenüber dem Euro derzeit nahe seinem schwächsten Stand seit rund einem Jahr. Seit dem Elfjahreshoch im März bei knapp 0,90 hat die Schweizer Landeswährung rund 4 Prozent verloren. Gegenüber dem Dollar hat sie seit ihrem Elfjahreshoch im Januar sogar fast 7 Prozent eingebüsst. Rabobank erhöhte vergangene Woche ihre Prognose für den Euro-Franken-Kurs auf Sicht von neun bis zwölf Monaten von 0,94 auf 0,95\. Die Analysten rechnen damit, dass sich der Franken weiter abschwächt. Auch im Direktvergleich mit dem Yen verliert der Franken. Die Bank of America empfiehlt bereits seit Längerem, den Franken gegenüber dem Yen zu verkaufen. Ihr Kursziel liegt bei 190 Yen je Franken. Derzeit sind es rund 196 Yen, vor den jüngsten Interventionen waren es noch 200 Yen. ### Grossausfall bei der ZKB: Internetbanking war während Stunden down URL: https://www.tippinpoint.ch/grossausfall-bei-der-zkb-internetbanking-seit-stunden-down/ Last updated: 2026-08-19T09:57:34.000Z «Login zur Zeit nicht möglich», hiess es auf der Internetbanking-Seite der Zürcher Kantonalbank. Während Stunden war der Zugang nicht möglich. «Die ZKB macht mitten am Tag ‘Wartungsarbeiten’ und keiner kann Online-Banking machen. Ist das normal!?», schreibt ein Leser. Nein, normal ist das nicht. Wie ein Sprecher bestätigte, hatte die Bank mit «technischen Herausforderungen» und Performanceunterbrüchen zu kämpfen. Man arbeite mit Hochdruck daran, das System wieder zum Laufen zu bringen. Wie lange die Datenpanne noch dauert, konnte die ZKB zunächst nicht sagen. Der Sprecher schliesst jedoch eine Cyberattacke aus. Erst am Abend konnte die ZKB die Störung beheben. Die Bank schreibt in einem Statement: «Die technische Störung konnte in der Zwischenzeit behoben werden, die betroffenen Systeme und Applikationen sind wieder normal verfügbar. Es handelte sich nicht um einen Cyberangriff. Wir bitten für die entstandenen Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.» ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Screenshot-2026-08-18-162511-1.jpg) Screenshot ZKB Die Panne erinnert an eine Serie von Ausfällen, die sich 2024 ereigneten. Der Gipfel der damaligen Datenpannen war, dass Kundinnen und Kunden auf ihrer ZKB-App kurzzeitig die Kontostände anderer Kundinnen und Kunden einsehen konnten. Darunter waren auch Daten wie IBAN-Nummern und Klarnamen. Da der Verdacht auf eine Verletzung des Bankgeheimnisses bestand, hat sich damals auch die [Finma eingeschaltet](https://www.tippinpoint.ch/datenpanne-bei-der-zkb-jetzt-schaltet-sich-die-finma-ein/). ### LLB steigert Gewinn – Kundenvermögen auf Rekordhoch URL: https://www.tippinpoint.ch/llb-steigert-gewinn-kundenvermogen-auf-rekordhoch/ Last updated: 2026-08-19T06:37:54.000Z Die LLB-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn deutlich gesteigert. Unter dem Strich verdiente die Liechtensteinische Landesbank 105 Millionen Franken. Das sind 15,3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Getrieben wurde das Ergebnis vor allem durch tiefere Kosten, insbesondere beim Personal und durch den Wegfall von Integrationskosten. Der Geschäftsertrag legte nur leicht um 0,9 Prozent auf 315,5 Millionen Franken zu. Das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft wuchs um 5,9 Prozent. Das Zinsengeschäft war rückläufig. Die Bank bildete Rückstellungen für die Risikovorsorge in der Höhe von 4,7 Millionen Franken. Insgesamt reduzierte sich der Geschäftsaufwand um 6,8 Prozent auf 190,6 Millionen Franken. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 65,7 auf 59,5 Prozent. Die Netto-Neugeld-Zuflüsse erreichten 2,2 Milliarden Franken, nach 1,4 Milliarden Franken im Vorjahr. Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 4,1 Prozent. Die Zuflüsse verteilten sich laut LLB auf beide Marktdivisionen sowie die Buchungszentren Liechtenstein, Schweiz und Österreich. Die Kundenvermögen erreichten mit 115 Milliarden Franken einen neuen Höchststand. Zusammen mit dem Kreditgeschäft stieg das gesamte Geschäftsvolumen erstmals auf 132 Milliarden Franken. Gegenüber Ende 2025 entspricht dies einem Plus von 5 Prozent. Die Bank hat ihr Kreditgeschäft im ersten Halbjahr wieder ausgebaut. Die Net New Loans im ersten Halbjahr beliefen sich auf 211 Millionen Franken. Im Vorjahr waren sie noch um 239 Millionen Franken geschrumpft. Die Tier-1-Ratio lag zur Jahresmitte bei 18,5 Prozent. Seit knapp einem Jahr ist Christoph Reich CEO der Gruppe. Er folgte auf Gabriel Brenna, der zur Raiffeisen wechselte. ### EFG verkauft britischen Vermögensverwalter Harris Allday URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-verkauft-britischen-vermogensverwalter-harris-allday/ Last updated: 2026-08-19T06:46:27.000Z Der Vermögensverwalter Harris Allday wurde vor mehr als 175 Jahren in den West Midlands gegründet und ist bis heute in der Region verankert. Das Unternehmen betreut Privatpersonen, Familien, Trusts und gemeinnützige Organisationen und bietet ihnen massgeschneiderte Anlagelösungen an. 2006 kaufte EFG Harris Allday. Nun soll Canaccord Wealth den Vermögensverwalter übernehmen, der rund 3,1 Milliarden britische Pfund verwaltet und Erträge von 20 Millionen Pfund erwirtschaftet. Der Vermögensverwalter zählt 77 Vollzeitstellen. Edward James, der Managing Director von Harris Allday, sagte, dass Canaccord Wealth mit seiner Grösse und seinen Kompetenzen der richtige Partner sei, um das Unternehmen in Zukunft zu führen. EFG schätzt, dass sich der Verkauf im zweiten Halbjahr 2026 mit rund 20 Millionen Franken positiv auf den Vorsteuergewinn auswirken und die CET1-Kapitalquote der Gruppe um rund 30 Basispunkte erhöhen wird. Im Rahmen des Deals übernimmt Canaccord Wealth das Kundenbuch und die Front-Office-Teams von Harris Allday. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. In Grossbritannien wird sich EFG auf ihr Kerngeschäft im Bereich Vermögensverwaltung und Private Banking konzentrieren und vermögende sowie sehr vermögende Kunden mit Sitz in Grossbritannien sowie internationale Kunden betreuen. Mit einem verwalteten Vermögen von über 20 Milliarden Pfund bleibe das Geschäft im Vereinigten Königreich eine wichtige Säule der Strategie, schreibt EFG in einer Mitteilung. ### Stocker-Verteidiger schiebt Verantwortung dem Aduno-Verwaltungsrat zu URL: https://www.tippinpoint.ch/stocker-verteidiger-schiebt-verantwortung-dem-aduno-verwaltungsrat-zu/ Last updated: 2026-08-18T06:25:36.000Z Warum sitzen Pierin Vincenz und Beat Stocker auf der Anklagebank? Unter anderem, weil sie sich verdeckt an Firmen beteiligt haben, die sie später mit Millionengewinnen an die Bezahlfirma Aduno verkauften. Um ihre Beteiligungen zu verschleiern, nutzten sie eine Investmentfirma (I-Finance Management AG, IFM) und setzten einen Anwalt als einziges Organ ein. Warum agierten sie verdeckt? Weil Vincenz bei Aduno Verwaltungsratspräsident und Stocker operativer Chef war – und somit in einem klassischen Interessenkonflikt standen. Andreas Blattmann ist der Verteidiger von Beat Stocker. Der bekannte Strafverteidiger behauptet, dass Aduno gar kein Interesse daran gehabt habe, die wahren Beteiligungsverhältnisse zu erfahren. In seinem Plädoyer greift er den Verwaltungsrat frontal an. Andreas Blattmann sagte wörtlich: > «Der Verwaltungsrat eines etablierten Unternehmens in der Finanzbranche verfügt über die Fähigkeiten und die Erfahrung, um die Notwendigkeit und den Umfang von Abklärungen bei einer Unternehmensakquisition zu beurteilen. Wenn aber nicht einmal nachgefragt oder Offenlegung gefordert wird, wenn noch vor Vertragsunterzeichnung erkannt wird, dass der eigene Anwalt für die Gegenseite unterzeichnet, dann fehlen selbst elementarste Vorsichtsmassnahmen. Die Überprüfungen des Verwaltungsrats blieben derart rudimentär, dass sie nicht einmal das im normalen Geschäftsgang Übliche erreichten.» Anschliessend zitiert er noch den Strafrechtler Gunther Arzt mit den Worten: «Würde hier Arglist bejaht, würden nicht Dumme oder Schwache, sondern Fahrlässige oder Faule geschützt. Auch deshalb ist Arglist zu verneinen.» ### **Happige Unterstellung** Stocker-Anwalt Blattmann unterstellt dem Aduno-Verwaltungsrat also, dass er faul oder fahrlässig gehandelt habe. Was treibt den bekannten Strafverteidiger dazu? Entweder kennt er als Anwalt die Aufgaben und Pflichten eines Verwaltungsrats nicht oder er ignoriert sie. Zunächst: Wenn ein Verwaltungsrat über eine Firmenübernahme entscheidet, dann ist diese Transaktion durch den CEO vorbereitet worden – im Fall von Commtrain also durch Beat Stocker selbst. Wenn ein solches Geschäft in den Verwaltungsrat kommt, dann braucht es zunächst einen Entscheid, ob man auf das Geschäft überhaupt eintreten möchte oder nicht. Ist man sich da einig, geht es um den eigentlichen Entscheid, das Geschäft zu tätigen oder nicht. Eine ganz zentrale Frage dabei ist, dass man im Rahmen der Transaktion die wirtschaftlich Berechtigten abklärt. Diese Abklärung ist aber nicht Sache des Verwaltungsrats, wie Andreas Blattmann in seinem Plädoyer insinuiert, sondern des CEOs, der die Transaktion operativ durchzieht. Gerade auch bei einer Transaktion wie bei Commtrain, wo mit I-Finance Management (IFM) ein Private-Equity-Vehikel dazwischengeschaltet wurde. Üblicherweise würde ein Verwaltungsrat in der Sitzung fragen: Habt ihr die wirtschaftlich Berechtigten abgeklärt, gibt es da kein Problem? Wenn dann der CEO sagt, ja, das haben wir gemacht, das ist eine Private-Equity-Struktur, das ist alles überhaupt kein Problem, dann wird sich der Verwaltungsrat darauf verlassen – er wird sich sogar darauf verlassen müssen. Er muss davon ausgehen, dass der CEO die Wahrheit sagt. Und selbstverständlich kann er auch davon ausgehen, dass der CEO und der Verwaltungsratspräsident (Pierin Vincenz) nicht selbst hinter der Struktur stecken. Kein Verwaltungsrat funktioniert in der Praxis so, dass er dem CEO oder dem Verwaltungsratspräsidenten grundsätzlich misstrauen müsste, wie Jurist Blattmann meint. ### Besondere Treuepflicht Umgekehrt ist sonnenklar, dass Beat Stocker und Pierin Vincenz von sich aus auf ihre Interessenkonflikte hätten hinweisen müssen. Vincenz hätte schon bei der Frage, ob man grundsätzlich auf das Geschäft eingehen soll, in den Ausstand treten – oder zumindest das Gremium fragen müssen, ob er mitentscheiden darf. Der Präsident und der CEO haben eine besondere Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen, in dem sie beschäftigt sind und von dem sie Lohn beziehen. Das blendet Anwalt Blattmann einfach aus. Streng genommen hätten Vincenz und Stocker bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit den früheren Besitzern von Commtrain dies gegenüber Aduno offenlegen müssen. Eigentlich weiss jeder Angestellte in der Schweiz, dass er ein fremdes Engagement, das den Job tangiert, dem Chef melden muss. Interessant ist noch ein anderer Punkt, nämlich, was Blattmann in seinem zehnstündigen Plädoyer nicht sagte. Er lieferte keine Erklärung ab, warum sein Mandant die Beteiligung an Commtrain gegenüber dem Verwaltungsrat nicht offenlegte. Wenn alles überhaupt kein Problem war und Stocker und Vincenz im Interesse von Aduno gehandelt haben, warum haben sie dann ihre Beteiligung verschleiert? **Mehr zum Prozess:** [Obergericht legt Widersprüchlichkeiten von Vincenz und Stocker offen](https://www.tippinpoint.ch/obergericht-legt-widerspruchlichkeiten-von-vincenz-und-stocker-offen/) [Vincenz-Prozess: Professorale Unschuldsgewissheit und der CVP-Filz](https://www.tippinpoint.ch/vincenz-prozess-professorale-unschuldsgewissheit-und-der-cvp-filz/) ### Welchen Einfluss haben US-Hyperscaler auf den Schweizer Bondmarkt? URL: https://www.tippinpoint.ch/welchen-einfluss-haben-us-hyperscaler-auf-den-schweizer-bondmarkt/ Last updated: 2026-08-18T05:57:34.000Z Gemäss SIX-Anleihenexplorer hat Google-Konzern Alphabet hat fünf Anleihen ausstehend. Bei Amazon sind es sogar sechs. Um ihre gigantischen Investitionen in KI-Infrastrukturen zu finanzieren, sind US-Techkonzerne auf kleinere Kapitalmärkte wie die Schweiz ausgewichen. Inzwischen gehören sie zu den wichtigsten Emittenten im Schweizer Markt. Das Volumen der Hyperscaler im Schweizer Markt ist bereits beträchtlich. Amazon und Alphabet machen laut Daten von S&P inzwischen zusammen 7,7 Prozent des gesamten Schweizer Investment-Grade-Credit-Index aus. Anfang Jahr lag ihr Anteil noch bei null. Wie die FT heute in einer Analyse schreibt, können die Neuemissionen kurzfristig Druck auf die Preise bestehender Unternehmensanleihen ausüben und damit deren Renditen beziehungsweise Credit Spreads erhöhen, weil Investoren plötzlich grosse Volumen erstklassiger US-Tech-Anleihen absorbieren müssen. Wie ein UBS-Experte sagt, sei dieser Effekt auf den Schweizer Markt allerdings temporärer Natur. «Es hat vor allem die Pipeline und das Timing beeinflusst und weniger die Credit Spreads strukturell», sagt Manuel Gadient, Leiter Debt Capital Markets und Syndicate für die Schweiz bei der UBS, zur FT. Die Emissionen von anderen Unternehmen seien dadurch nicht generell verteuert worden. Der Grund ist, dass lokale Emittenten ihr Timing angepasst haben und ihre Transaktionen zum Teil um eine oder zwei Wochen verschoben haben. Das hat aber zur Folge, dass sie die Quartalszahlen der US-Techriesen im Auge behalten müssen. Denn die Hyperscaler begeben ihre Bonds häufig kurz nach deren Veröffentlichung. ### Neue Konzentrationsrisiken Es gibt aber auch noch einen anderen Aspekt, der vor allem für Bondinvestoren wichtig ist. Weil der Schweizer Anleihenmarkt relativ klein ist, erreichen einzelne US-Techkonzerne sehr schnell ein grosses Gewicht in den Indizes. Für Fonds, die sich an solchen Benchmarks orientieren, steigt damit das Konzentrationsrisiko. Sollte eines dieser Unternehmen in Schwierigkeiten geraten oder sollten sich dessen Kreditrisiken deutlich erhöhen, wären kleinere Bondmärkte wie die Schweiz relativ stärker betroffen als der riesige US-Markt. Gleichzeitig bringt der Einstieg der Hyperscaler aber auch Vorteile. Der Schweizer Unternehmensanleihenmarkt wird breiter und erhält Zugang zu einem Sektor, der bislang nur schwach vertreten war. Zudem zeigen die grossen Platzierungen, dass der Markt offenbar mehr Aufnahmefähigkeit besitzt als bislang angenommen. ### Lazard wechselt Ex-CS-Topshot Marco Superina ein URL: https://www.tippinpoint.ch/lazard-wechselt-ex-cs-topshot-marco-superina-ein/ Last updated: 2026-08-17T06:20:04.000Z Marco Superina wechselt von der UBS zu Lazard. Bei der Grossbank war er als Leiter des Bereichs Global Banking Switzerland tätig und leitete die Kundenbetreuung sowie die Investmentbanking-Aktivitäten des Unternehmens in der Schweiz. Vor der Fusion mit der UBS war Superina während vieler Jahre bei der Credit Suisse. Er begann seine Karriere 1997 bei der Credit Suisse First Boston. Er war unter anderem Leiter des Bereichs M&A Schweiz, Leiter des Bereichs M&A Nordeuropa und Leiter des Bereichs M&A im Gesundheitswesen für Europa. Lazard will mit seiner Ernennung das Finanzberatungsgeschäft in der Region Deutschland, Schweiz und Österreich ausbauen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Als Leiter des Investmentbankings für die Schweiz stärke Superina die gezielte Betreuung der DACH-Region und den Fokus auf Kunden in der gesamten Schweiz, heisst es. Superina werde von Zürich aus tätig sein und Schweizer sowie internationale Unternehmen, Unternehmer sowie Finanzinvestoren bei Fusionen und Übernahmen, Kapitallösungen sowie anderen strategischen Fragen beraten. Er wird Teil des DACH-Führungsteams unter der Leitung von Marcus Schenck sein, dem Leiter der Finanzberatung für die DACH-Region bei Lazard. «Ich habe fast 30 Jahre lang bei führenden Finanzinstituten Schweizer Unternehmen beraten», sagte Marco Superina. Er freue sich darauf, Lazards globale Kompetenzen und lokale Expertise für Kunden in der gesamten Schweiz einzusetzen, sagte er weiter. ### «Living Green Wall» ist verdorrt – auch zweiter Anlauf scheitert URL: https://www.tippinpoint.ch/living-green-wall-ist-verdorrt-auch-zweiter-anlauf-scheitert/ Last updated: 2026-08-17T06:29:58.000Z Es ist ein Projekt, das die Zürcher Innenstadt aufwerten sollte: eine begrünte Hausfassade an der Zürcher Löwenstrasse. Doch statt für ein angenehmes Mikroklima zu sorgen, scheint die sogenannte «Living Green Wall» komplett zu versagen. Die meisten Pflanzen an der Fassade sind verdorrt – und es tropft auf das Trottoir. Im Durchgang zum Innenhof sieht man ebenfalls verdorrte Pflanzen. Damit scheitert bereits der zweite Versuch, eine vertikale Grünfläche in Zürich hochzuziehen. Vor einem Jahr engagierte die Besitzerin der Immobilie, die Helios AG, ein [Unternehmen aus England](https://www.tippinpoint.ch/living-green-wall-prestigeprojekt-in-der-zuercher-innenstadt-floppt/), um das Bewässerungssystem der Fassade auszutauschen. Hinter Helios steht der Niederländer Wolf Herwegh Vonk, der als Anwalt ein Vermögen gemacht hat. Vor über zehn Jahren besass er mehrere Liegenschaften in der St. Galler Altstadt, die er später an die Swiss Life verkaufte. Heute lebt er mehrheitlich in Neuseeland und Japan. ### Holländischer Besitzer klagte gegen Halter Wolf Herwegh Vonk liegt[ seit Jahren im Streit mit der Baufirma Halter](https://www.tippinpoint.ch/millionenstreit-um-erste-living-green-wall-in-zuerich/), die das Gebäude ursprünglich sanierte und mit der Begrünung der Fassade beauftragt war. Für die Sanierung und Begrünung der Fassade waren rund 8 Millionen Franken veranschlagt. Doch die Bauherrin bezahlte die letzte Tranche von 2 Millionen Franken nicht und begründete dies unter anderem mit Baumängeln – und damit, dass Halter auf einen anderen Green-Wall-Lieferanten setzte als ursprünglich vorgesehen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/IG_1236.jpg) Verdorrte Pflanzen im Durchgang. (Bild: tp) ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/IMG_1238.jpg) Die begrünte Fassade als Bewässerungsanlage fürs Trottoir. (Bild: tp) Jetzt zeigt sich, dass es auch mit dem zweiten Lieferanten Probleme gibt. Zudem scheint das sechsgeschossige Bürogebäude nach wie vor leer zu stehen. Die Türklingeln und die Briefkästen tragen keine Namen. Einzig der E-Autohersteller Lucid hat im Parterre einen Showroom eingerichtet. Die oberen Stockwerke scheinen dagegen nicht vermietet zu sein. Erstmals war das Projekt der «Living Green Wall» 2018 in den Medien. Die NZZ ging damals davon aus, dass die 180 Quadratmeter grosse Fassade des 70er-Jahre-Baus in ein bis zwei Jahren komplett begrünt sein werde. Zunächst sorgten zähe Bewilligungsverfahren und die Corona-Pandemie für massive Verzögerungen. Jetzt scheint es andere Probleme zu geben. Helios-Besitzer Wolf Herwegh Vonk liess eine Anfrage per E-Mail unbeantwortet. ### UBS entliess Subalterne – der Chef der Hotspot-Region Ostschweiz wurde befördert URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-entliess-subalterne-der-chef-der-hotspot-region-ostschweiz-wurde-befordert/ Last updated: 2026-08-17T06:35:46.000Z Es waren Produkte, deren Risiken UBS-intern kaum jemand richtig durchschaute: die sogenannten Range Target Profit Forwards (RTPFs). Spezialisten der Investmentbank konstruierten diese hochkomplexen Derivate, die auf einem Währungspaar oder dem Edelmetall Gold basierten. Eigentlich ausschliesslich für professionelle Kunden gedacht, wurden sie von der UBS in der Tiefzinsphase zunehmend bei vermögenden Privatkunden vertrieben – als Liquiditätsersatz. Weil Range Target Profit Forwards enorme Erträge für die UBS generierten, wurden sie schweizweit im Wealth-Kanal gepusht – es gab Verkaufsveranstaltungen von Rorschach bis Genf, bei denen UBS-Kundenberater die Produkte anpriesen. Besonders stark wurden die Derivate jedoch in der Ostschweiz abgesetzt – ein [eigentlicher Hotspot war dabei St. Moritz](https://www.tippinpoint.ch/st-moritz-ist-der-hotspot-im-derivate-debakel-der-ubs/), wo besonders viele Kunden in die Produkte investierten. Die UBS-intern als FX-OTCs (Foreign Exchange Over the Counter) beschriebenen Produkte lösten mit der Zollankündigung von Donald Trump im April 2025 riesige Verluste in den Portfolios der Kunden aus. Die frühere Starregion Ostschweiz wurde zum Paria innerhalb der UBS – in der Folge entliess die UBS mehrere Kundenberater. Diese sehen sich als Bauernopfer und wollen ihre Kündigungen anfechten, [wie Tippinpoint berichtete](https://www.tippinpoint.ch/dollar-derivate-skandal-geschasste-berater-bereiten-klagen-gegen-die-ubs-vor/). ### Jede Woche gab es Excel-Files mit allen Positionen Sie haben das ausgeführt, was intern vorgegeben wurde. Interessant ist, dass die UBS mehrere wichtige Kaderleute im Wealth Management von Sanktionen verschont hat. So sind der damalige Region Head Ostschweiz, R. F., und der Desk Head in St. Moritz, G. T.\*, weiterhin bei der Grossbank beschäftigt. Die beiden Manager waren stets im Bild darüber, was sich in den Portfolios der Kunden abspielte. Gemäss Recherchen erhielt der Regionenleiter jede Woche eine Excel-Liste von der Investmentbank, in der sämtliche offenen Positionen bei den FX- und Gold-OTC-Produkten aufgeführt waren. Zudem erhielt er Übersichten, in denen die Margin-Belastung und der sogenannte Lending Value jedes einzelnen Kunden vermerkt waren. Als Regionenleiter gehörte R. F. zudem zur Gruppe der sogenannten Key Risk Taker (Risikoträger) innerhalb der Bank. Die UBS beschreibt Key Risk Taker als Mitarbeitende, die «aufgrund ihrer konkreten Rolle wesentliche Unternehmensressourcen festlegen, einsetzen oder kontrollieren und/oder einen erheblichen Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil der Bank ausüben». Dazu gehören neben der Konzernleitung auch hunderte obere Kaderleute und Top-Verdiener. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/UBS_St._Moritz-2.jpg) Sitz der UBS in St. Moritz. (Foto: Wikipedia) Gemäss Linkedin war R. F. ab November 2023 «Head Wealth Management Eastern Switzerland» und damit für die Derivate-Boomregion zuständig. G. T. wiederum war als Leiter der vermögenden Kunden in der Filiale in St. Moritz tätig und beriet selbst auch direkt Kunden mit Dollar-Derivaten. ### Zum Head Wealth Planning Switzerland befördert Im Zuge der Verwerfungen rund um die FX-OTC-Produkte nahm R. F. im Frühling 2025 eine Auszeit. G. T. wurde stellvertretender Region Head. Medienberichte, wonach R. F. die UBS verlassen müsse, erwiesen sich später als falsch. Vielmehr kehrte er in die Bank zurück und übernahm die Leitung der internen FX-OTC-Taskforce. Diese Taskforce hatte den Zweck, die Entschädigungen von Kunden zu koordinieren. Im Januar 2026 stieg R. F. zum Head Wealth Planning Switzerland auf, wie auf seinem LinkedIn-Profil nachzulesen ist. R. F. rapportiert heute direkt an August Hatecke, den Chef des Wealth Management Schweiz, und an Anna Brugnoli, Head Wealth Planning & UHNW Advisory. Weiterhin fest im Sattel ist auch G. T., der nach wie vor Head Wealth Management im Nobelort St. Moritz ist. Eine Sprecherin der Grossbank lehnte eine Stellungnahme ab. *\*Namen der Redaktion bekannt.* ### US-Regulatoren warten nicht mehr auf den Clarity Act URL: https://www.tippinpoint.ch/us-regulatoren-warten-nicht-mehr-auf-den-clarity-act/ Last updated: 2026-08-16T13:22:19.000Z Der «Digital Asset Market Clarity Act», der 2025 mit parteiübergreifender Unterstützung das Repräsentantenhaus passierte, hat es noch nicht zur Abstimmung im Senat geschafft. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, hat eine Abstimmung für den 15\. September angesetzt. Doch es könnte gut sein, dass ein Entscheid noch weiter verschoben wird. Nun sieht es danach aus, als würde die US-Börsenaufsicht SEC in Eigenregie eine eigene «Krypto-Regulierung» durchpauken, die zumindest Teile des Clarity Acts umfasst. Auf der Tagesordnung der SEC-Sitzung von heute, 14\. August, steht die Entscheidung, ob ein neuer Rahmen für Emissionen – oft als «Regulation Crypto» bezeichnet – für an digitale Vermögenswerte gebundene Investitionsverträge vorgeschlagen werden soll. Die Regelung würde Start-ups einen einfacheren Weg zur Kapitalbeschaffung eröffnen, ähnlich den Ausnahmeregelungen, die bereits von kleineren Unternehmen in anderen Branchen genutzt werden. Zudem würde sie den Weg dafür ebnen, dass Token ihren Status als Wertpapiere ablegen können, sobald ihre Basis-Netzwerke so dezentralisiert sind, dass kein einzelnes Unternehmen mehr die Kontrolle ausübt. SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat zuvor angedeutet, dass die Behörde bald eine Regelung vorlegen könnte, die es ermöglichen würde, tokenisierte Aktien rund um die Uhr auf der Blockchain zu handeln. Auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat angekündigt, selbstständig vorwärtszumachen. Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig sagte, dass die Aufsichtsbehörde Regelungsvorschläge ausgearbeitet habe und beabsichtige, diese voranzutreiben – unabhängig davon, ob der Kongress den Clarity Act verabschiedet oder nicht. CFTC und SEC sind demnach bereit, festzulegen, welche Behörde welchen Bereich des Kryptomarktes kontrolliert. Der Clarity Act würde die Aufsicht über die Kryptomärkte zwischen der SEC und der CFTC aufteilen. Die meisten etablierten Token, darunter Bitcoin und Ethereum, würden als Rohstoffe unter die Zuständigkeit der CFTC fallen, während sich das Wertpapierrecht weiterhin auf die Kapitalbeschaffung und andere von der SEC regulierte Aktivitäten konzentrieren würde. ### Eine Gruppe will den Bitcoin auf die Kernmission zurückbringen – und scheitert krachend URL: https://www.tippinpoint.ch/eine-gruppe-will-den-bitcoin-auf-die-kernmission-zuruckbringen-und-scheitert-krachend/ Last updated: 2026-08-15T06:04:27.000Z Die Fork gab in der Branche seit längerem Anlass zu hitzigen Diskussionen. Am 8\. August hat sich die BIP-110-Blockchain abgespalten. Der Name stammt vom «Bitcoin Improvement Proposal 110». Am 3\. Dezember 2025 wurde der technische Vorschlag zur Änderung des Protokolls publiziert. Hauptziel der technischen Änderung war die Eindämmung von vermeintlichem Spam. Die Befürworter wollten verhindern, dass unkontrollierte Bild- und Textdaten das Netzwerk belasten und den ursprünglichen Zweck als reine Geldinfrastruktur gefährden. Unter Spam verstehen die Initianten willkürliche, nicht-finanzielle Daten wie etwa Bilder, Texte aus Ordinals-Inscriptions, BRC-20-Token und Runes (ein Protokoll für die Verwaltung von fungiblen Token auf der Blockchain). _This post is for subscribers only._ ### Aebi Schmidt knackt die Milliardenmarke URL: https://www.tippinpoint.ch/aebi-schmidt-knackt-die-milliardenmarke/ Last updated: 2026-08-14T05:38:12.000Z Am Mittwoch legte der Schweizer Spezialfahrzeugbauer Aebi Schmidt die Zahlen für das letzte Quartal vor. Das Unternehmen, das in der Schweiz vor allem durch seine Aebi-Landmaschinen bekannt ist, konnte Umsatz, Auftragseingang und Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA deutlich steigern. Der Umsatz kletterte auf knapp 500 Millionen US-Dollar. Ein Jahr nach der Übernahme der US-Firma Shyft beginnt Aebi Schmidt den milliardenschweren Zukauf damit allmählich zu verdauen. Die Profitabilität steigt überproportional, erste Synergien werden sichtbar und auch die Schuldenlast geht zurück. Die Nettoverschuldung lag Ende Juni bei rund 450 Millionen Dollar. Die Net-Debt/EBITDA-Ratio sank auf 2,72, nach 3,28 ein Jahr zuvor. Für Ende 2026 erwartet das Management noch ungefähr 2,0 oder leicht darüber. Aebi-CEO Barend Fruithof bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr mit einem erwarteten Nettoumsatz von 1,95 bis 2,15 Milliarden US-Dollar. Der Markt reagierte positiv auf das vorgelegte Ergebnis. Die an der Nasdaq kotierten Titel legten zum Börsenstart um 13 Prozent zu. Am Handelsende betrug das Plus noch 6 Prozent. Aebi Schmidt wird damit an der Börse wieder mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. Die eingefahrene Delle vom Frühling ist damit bald wieder ausgebügelt. ### So planen Gründerinnen und Gründer erfolgreich den Ausstieg URL: https://www.tippinpoint.ch/so-planen-grunderinnen-und-grunder-erfolgreich-den-ausstieg/ Last updated: 2026-08-13T18:40:59.000Z Viele Gründerinnen und Gründer träumen davon, ihre Idee nicht nur erfolgreich umzusetzen und ein skalierbares Geschäftsmodell zu schaffen, sondern später auch davon zu leben, ohne länger eingebunden zu sein. Spätestens nach der Wachstumsphase des eigenen Startups stellt sich daher die Frage: Wie mache ich den nächsten grossen Schritt – den Exit? Ein Exit ist mehr als die Entscheidung, wie und an wen das Unternehmen verkauft wird. Viele Gründerinnen und Gründer wollen nicht nur den Wert ihres Startups maximieren, sondern auch persönliche und berufliche Ziele erreichen, sich neu orientieren. ### 1\. Warum wollen Sie Ihre Firma verkaufen? Gründerinnen und Gründer sollten sich als Erstes darüber im Klaren sein, warum sie ihr Unternehmen verkaufen wollen. Ein erfolgreicher Exit beginnt deshalb mit einer klaren Vision und der Antwort auf die Frage: Warum will ich den Ausstieg? «Gründerinnen und Gründer müssen wissen, was sie wollen und warum», bestätigt auch Christian Ortner. Als Relationship Manager bei LGT Private Banking wird er oft als strategischer Partner für Startups herangezogen. Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang sei auch: «Will ich schnell aussteigen oder weiterhin mitwirken?» Zu diesem Zeitpunkt sei «der Gang zu Steuerberatern, Banken oder Anwältinnen» ratsam. ### 2\. Was macht Ihr Startup aus? Als nächster Schritt kommt das «Was»: Was genau ist mein Unternehmen? Was ist es wert? Was leistet es? Was macht es aus? Das Unternehmen muss für den Exit entsprechend vorbereitet sein: Es muss über klare Finanzstrukturen, starke Governance, eine überzeugende Wachstumsstory und belastbare Daten verfügen. Dominic Berner, Relationship Manager bei der LGT, erklärt: «Ein fundiertes Slidedeck der KPIs und eine Due Diligence-Prüfung sind jetzt wichtig.» ### 3\. Wie wollen Sie Ihre Firma verkaufen? Schliesslich geht es um das «Wie». Wie soll das Startup weitergegeben werden? Die Optionen reichen vom Verkauf an einen Corporate Buyer über den Trade Sale, den Leveraged Buyout und den Börsengang bis zur Fusion. «Welche Form des Exits die beste ist, hängt von Faktoren wie Branche, Unternehmensgrösse und Marktumfeld ab», sagt Christian Ortner. Bei einer Fusion schliessen sich zwei Unternehmen zusammen, um ihre Stärken zu bündeln. Beim Verkauf an einen Corporate Buyer übernimmt ein Grossunternehmen das Startup, um Technologie, Produkte oder Marktanteile zu integrieren – eine beliebte Strategie bei Tech-Startups. Ein Trade Sale richtet sich an Wettbewerber, die durch die Übernahme Marktanteile oder komplementäre Produkte gewinnen. Beim Leveraged Buyout (LBO) kaufen Investoren das Unternehmen mit einer Mischung aus Fremd- und Eigenkapital – ideal für stabile, profitable Firmen. Der Börsengang (IPO) ermöglicht es, Anteile an der Börse zu verkaufen, was besonders für wachstumsstarke Startups attraktiv ist. «Jede Exit-Strategie hat Vor- und Nachteile», sagt Manuele Lussu, Head Relationship Manager bei der LGT. ### 4\. Wann wollen Sie Ihre Firma verkaufen? Schliesslich bleibt noch die Frage nach dem «Wann» – dem richtigen Zeitpunkt. Verena Pausder, die 2012 das Startup Fox & Sheep gründete und 2019 verliess, sagte dem Onlineportal Business Insider: «Als Gründer baut man wahnsinnig gern etwas auf. Und wenn es dann erstmal läuft, kommt ein guter Zeitpunkt zu gehen.» Doch wann ist das genau? «Man muss tatsächlich ein Gefühl für den richtigen Exitzeitpunkt finden», sagt Dominic Berner. Es gehe darum, herauszufinden, wie der Markt aussieht, ob die Technologie des Startups innovativ und zukunftsfähig sei und welchen Mehrwert diese liefert. «Wenn alles passt, sollte man handeln und nicht zögern», rät Berner und fügt an: «Man muss sich von Emotionen lösen und den Schritt konsequent gehen.» ### Fazit: Der Exit als neue Chance Ein Exit ist nicht nur ein Verkauf, sondern die Chance, die eigene Vision in andere Hände zu legen, die sie weiterentwickeln. Entscheidend ist, loszulassen, ohne die Essenz des Unternehmens zu verlieren. Mit der richtigen Vorbereitung und einer passenden Exit-Strategie wird der Ausstieg zum Meilenstein. ### Finma soll deutlich mehr Macht erhalten – das sind die Kostenfolgen URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-soll-deutlich-mehr-macht-erhalten-das-sind-die-kostenfolgen/ Last updated: 2026-08-13T06:52:56.000Z Die Finanzmarktaufsicht soll deutlich mehr Kompetenzen erhalten, unter anderem soll sie Bussen aussprechen und frühzeitig intervenieren können. Die Bankiervereinigung warnt deshalb bereits vor einer Finma als «Superbehörde». Die Vernehmlassung für das Reformpaket läuft bis November, die Debatte im Parlament soll 2027 starten. Am Mittwoch stellte das [EFD die zweite grosse Tranche](https://www.tippinpoint.ch/finma-soll-die-gewunschten-neuen-instrumente-erhalten/) des Too-big-to-fail-Reformpakets vor. Die Stossrichtung ist klar: Das Instrumentarium der Finma soll im Vergleich zum geltenden Recht stark ausgebaut werden. Die Behörde soll Bussen im Umfang von bis zu 10 Prozent des Jahresertrags aussprechen können, zudem soll sie ein Recht auf öffentliches «Naming & Shaming» erhalten. Sie soll in sich anbahnenden Krisen frühzeitig intervenieren können und etwa Dividendenverbote durchsetzen oder fehlbare Manager absetzen können. ### Der gesamte Finanzplatz ist betroffen Hintergrund für die Überarbeitung und Verschärfung des Bankengesetzes ist der Kollaps der Credit Suisse. Manche Änderungen sind halbwegs zielgerichtet, wie die Bonus-Clawback-Mechanismen, die grössere Institute betreffen. Doch die neuen Regulierungen betreffen nicht nur die systemrelevanten Banken in der Schweiz, sondern den gesamten Finanzplatz, inklusive Vermögensverwalter und Versicherungen. Neue Regulierungen bedeuten immer auch neue Kosten. Diese sind durch die betroffenen Institute zu bezahlen. Um eine Ahnung davon zu bekommen, was das «Too-Big-To-Fail»-(TBTF)-Gesamtpaket kostet, hat der Bund gestern ebenfalls die Ergebnisse der Regulierungsfolgenabschätzungen veröffentlicht. Dies ermögliche eine «Gesamtbetrachtung» des Pakets, schreibt das EFD im Bericht. Der Bund kommt darin zum Schluss, dass die «Umsetzung der TBTF-Massnahmen gesamtwirtschaftlich sinnvoll ist». Hier ein Überblick, wie hoch die Kosten der einzelnen Massnahmen eingeschätzt werden: ### Kryptogeschäft verhagelt Swissquote die Zahlen – Aktie taucht +++ weitere News URL: https://www.tippinpoint.ch/kryptogeschaft-verhagelt-swissquote-die-zahlen-weitere-news/ Last updated: 2026-08-13T08:26:01.000Z Swissquote ist im ersten Halbjahr weiter stark gewachsen, bekommt aber die Schwäche im Kryptogeschäft zu spüren. Die Kundenvermögen erreichten mit 96,3 Milliarden Franken einen Rekordwert. Unter dem Strich stieg der Nettoertrag allerdings lediglich um 1,7 Prozent auf 364,2 Millionen Franken. Der Vorsteuergewinn sank um 1,2 Prozent auf 182,9 Millionen Franken. Hauptproblem ist das Kryptogeschäft: Der Nettoertrag mit Kryptoanlagen brach um 66,2 Prozent auf 14,6 Millionen Franken ein. Darin enthalten ist eine negative Marktwertanpassung von 5,3 Millionen Franken auf den Krypto-Beständen für die eigene Börse SQX. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Chart-8_13_2026-4_22_40-AM.png) Swissquote Kursentwicklung (Quelle: LSEG/FT) Die Kosten steigen um 4,6 Prozent und der Personalbestand um 13,7 Prozent. Positiv dagegen: 5,1 Milliarden Franken Neugeld und weiterhin eine Vorsteuermarge von über 50 Prozent. Swissquote senkt die Jahresprognose. Statt 760 Millionen Franken Nettoertrag werden noch rund 730 Millionen erwartet. Beim Vorsteuergewinn sinkt das Ziel von 385 auf 365 Millionen Franken. Die Börse reagiert heftig auf die Zahlen. Zur Eröffnung tauchten die Titel von Swissquote um 11 Prozent. Die handeln aktuell bei knapp unter 38 Franken. --- ### BKB steigert Gewinn deutlich Die Basler Kantonalbank hat im ersten Halbjahr den Konzerngewinn um 10,6 Prozent auf 94,8 Millionen Franken gesteigert. Der Geschäftsertrag nahm um 6 Prozent auf 354,1 Millionen Franken zu. Gleichzeitig behielt die Bank die Kosten unter kontrolle. Der Geschäftsaufwand nahm lediglich um 0,8 Prozent zu. Dadurch verbesserte sich die Cost-Income-Ratio von 55 auf 53,2 Prozent. Besonders gut entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 10,7 Prozent. Der Handelserfolg sank dagegen um 9,1 Prozent auf 25,6 Millionen Franken. Die BKB erwartet, das sehr gute Ergebnis des Vorjahres 2026 übertreffen zu können. Die Gesamtkapitalquote liegt mit 18,3 Prozent deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 13,1 Prozent. --- ### TKB steigert operativen Gewinn um 9 Prozent Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) konnte den Geschäftserfolg in den ersten sechs Monaten um 9,2 Prozent auf 123,5 Millionen Franken steigern. Der Geschäftsertrag nahm um 6,4 Prozent zu, während der Geschäftsaufwand um 4,2 Prozent auf 102,2 Millionen Franken stieg. Unter dem Strich blieb mit 81,6 Millionen Franken allerdings nur 0,9 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr. Die Hypotheken überschritten erstmals die Marke von 26 Milliarden Franken. Gleichzeitig flossen der Bank netto rund 500 Millionen Franken neue Kundengelder zu. Die verwalteten Kundenvermögen erreichten 30 Milliarden Franken. Aufgrund einer Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken von 34 Millionen Franken stieg der Reingewinn lediglich um 0,9 Prozent. Auffällig ist zudem, dass die TKB trotz des starken Halbjahres für das Gesamtjahr weiterhin einen etwas tieferen Unternehmenserfolg erwartet. --- ### Glarner Kantonalbank steigert Gewinn um 40 Prozent Die Glarner Kantonalbank hat im ersten Halbjahr den Reingewinn um 40,2 Prozent auf 13,2 Millionen Franken gesteigert. Der Betriebsertrag nahm um 11,2 Prozent auf 52,6 Millionen Franken zu, der Geschäftserfolg um 43 Prozent auf 16,1 Millionen Franken. Treiber war vor allem das Zinsengeschäft: Der Bruttoerfolg erhöhte sich um 21 Prozent auf 38,1 Millionen Franken, weil der Zinsaufwand um 33,5 Prozent zurückging. Schwächer entwickelte sich dagegen der Handel mit einem Minus von 23,8 Prozent. Die Gesamtkapitalquote lag per Ende Juni bei nur 14,6 Prozent. Das hat einen technischen Grund: Eine alte Tier-2-Anleihe über 150 Millionen Franken war nach der Kündigung nicht mehr anrechenbar, während die neue Anleihe über 125 Millionen Franken erst am 2\. Juli liberiert wurde. Die tiefe Quote war damit nur ein temporärer Stichtagseffekt. ### EZB wird wohl grünes Licht für Commerzbank-Übernahme geben URL: https://www.tippinpoint.ch/ezb-wird-wohl-grunes-licht-fur-commerzbank-ubernahme-geben/ Last updated: 2026-08-13T06:56:52.000Z Die EZB dürfte die Übernahme der deutschen Commerzbank durch Unicredit genehmigen. Dies geht aus einem internen Dokument mit der vorläufigen Einschätzung der Europäischen Zentralbank zum Grossbanken-Merger hervor. Die EZB sehe «keine Gründe für Einwände», heisst es in dem Dokument, das Reuters vorliegt. Die EZB rechnet allerdings mit einer «anspruchsvollen und langwierigen» Integration. Die deutschen Aufsichtsbehörden verlangen demnach von Unicredit eine Strategie, um innerhalb der Commerzbank Unterstützung für die Übernahme aufzubauen. Zudem fordern sie stärkere Kontrollmechanismen bei Unicredit. Das Dokument soll im vergangenen Monat dem Aufsichtsgremium der Europäischen Zentralbank vorgelegt worden sein. In diesem Gremium sitzen Vertreter der EZB und der nationalen Aufsichtsbehörden. Auf dieser Stufe fliessen bei Übernahmen die Einschätzungen der nationalen Regulatoren ein. Später muss der Entscheid vom EZB-Rat bestätigt werden. Eine abschliessende Prüfung soll im September oder Oktober stattfinden. Sprecher der EZB, der Bafin, von Unicredit und der Commerzbank wollten den [Inhalt des Dokuments gegenüber Reuters](https://www.reuters.com/business/finance/ecb-leaning-towards-approving-unicredits-commerzbank-bid-document-shows-2026-08-12/?ref=tippinpoint.ch) nicht kommentieren. Mit einer Zustimmung der EZB würde der Grossbanken-Deal die wichtigste regulatorische Hürde nehmen. Die Europäische Zentralbank hat sich seit Langem für grenzüberschreitende Bankenfusionen ausgesprochen, um die Integration innerhalb der Europäischen Union voranzutreiben. Unicredit hat sich inzwischen rund 48 Prozent der Commerzbank gesichert. Das Vorgehen stiess auf Widerstand des Managements, der Mitarbeitenden und der deutschen Bundesregierung. Doch zuletzt gab es Anzeichen für ein Einlenken. ### Finma soll die gewünschten neuen Instrumente erhalten URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-soll-die-gewunschten-neuen-instrumente-erhalten/ Last updated: 2026-08-12T15:27:27.000Z Es geht um das Kernstück von Massnahmen, mit denen der Bundesrat die Stabilität auf dem Finanzplatz nach dem CS-Debakel stärken und Lücken im Too-Big-To-Fail-Konzept schliessen will. «Kurzfristige Rendite auf Kosten der Finanzstabilität darf sich nicht lohnen», sagte Bundesrätin Karin Keller-Sutter vor den Medien in Bern. Mit einem Paket von Gesetzes- und Verordnungsänderungen sollen die Anforderungen an die Unternehmensführung der Banken und an die Krisenvorbereitung der systemrelevanten Institute erhöht werden. Etwas schärfere Zähne sind für die Aufsichtsbehörde Finma geplant. Und die Banken sollen einen besseren Zugang zu flüssigen Mitteln der Nationalbank erhalten. Die Forderung der Finma nach neuen Instrumenten wurden vom Bundesrat weitgehend erfüllt. Ein Verantwortlichkeitsregime (auch senior manager regimegennannt) verpflichtet grössere Banken, in einem Dokument festzulegen, wer für welche Entscheide verantwortlich ist. Im Vergleich zu den vor Jahresfrist festgelegten Eckwerten kam der Bundesrat den kleinen Banken insofern entgegen, als er das Regime auf Banken ab 250 Mitarbeitenden beschränkte. Die Finma soll zudem die Kompetenz erhalten, gegen fehlbare Institute Bussen zu verhängen. Im Fall vom schweren Verletzungen des Gesetzes ist eine Busse von bis zu zehn Prozent des durchschnittlichen jährlichen Betriebsertrags der vorangegangenen drei Geschäftsjahre möglich. Die Busse darf aber nicht so hoch sein, dass der Bank unmittelbar die Insolvenz droht. Weiter will der Bundesrat die restriktive Informationspolitik der Finma etwas lockern. Demnach soll künftig über Endverfügungen in Enforcementverfahren grundsätzlich unter Nennung des fehlbaren Instituts informiert werden. In Einzelfällen soll auch über Untersuchungen oder Massnahmen informiert werden können, wenn dafür ein besonderes aufsichtsrechtliches Bedürfnis besteht, wie zum Beispiel die Berichtigung von irreführenden Informationen oder die Wahrung des Ansehens des Schweizer Finanzplatzes. Die geplanten Gesetzes- und Verordnungsänderungen gehen nun bis zum 19\. November in eine Vernehmlassung. Politischer Widerstand von rechts dürfte sich vor allem gegen die zusätzlichen Kompetenzen für die Finma formieren. Bereits wurden parlamentarische Vorstösse gegen die Bussenkompetenz und das Naming und Shamigeingereicht. Der [Faktor Zeit wird den Kritikern in die Hände spielen](https://www.tippinpoint.ch/departement-keller-sutter-pruft-erleichterungen-auf-dem-finanzplatz/). Nach einem internen Zeitplan dürften die Neuerungen nicht vor 2029 in Kraft treten. Finanzministerin Keller-Sutter bezeichnete das Konzept als zielgerichtet und verhältnismässig und erinnere daran, dass weitere Teile wie die Eigenmittelanforderungen für die UBS und der Rettungsschirm Public Liquidity Backstop (PLB) bereits beim Parlament liegen. ### Obergericht legt Widersprüchlichkeiten von Vincenz und Stocker offen URL: https://www.tippinpoint.ch/obergericht-legt-widerspruchlichkeiten-von-vincenz-und-stocker-offen/ Last updated: 2026-08-14T12:38:29.000Z Die mutmasslichen Betrügereien von Pierin Vincenz und Beat Stocker begannen mit dem sogenannten Commtrain-Deal. Commtrain war eine kleine Firma, die Bezahlsysteme herstellte. Beat Stocker und Pierin Vincenz, damals CEO und Verwaltungsratspräsident von Aduno (früher Viseca), beteiligten sich an Commtrain über die Zuger Gesellschaft I-Finance AG. Um ihr Engagement zu verschleiern, liessen sie einen Anwalt als einzigen Verwaltungsrat im Handelsregister eintragen. Vincenz und Stocker beziehungsweise die I-Finance AG kauften Commtrain in zwei Tranchen. Später kam es zu einem Kooperationsvertrag mit Aduno und nochmals später erfolgte der Verkauf an Aduno. Dabei erzielten Stocker und Vincenz einen schönen Gewinn. Gegenüber den Verwaltungsräten von Aduno hielten sie ihre Beteiligung geheim. Das sind die Fakten. _This post is for subscribers only._ ### BLKB vor Rückgabe der Radicant-Banklizenz URL: https://www.tippinpoint.ch/blkb-vor-ruckgabe-der-radicant-banklizenz/ Last updated: 2026-08-12T06:14:22.000Z Das teure Experiment mit der Onlinebank Radicant steht vor dem Abschluss. Wie die Konzernmutter BLKB mit den Halbjahreszahlen mitteilt, verlaufe der im vergangenen Jahr angekündigte Rückbau der Radicant AG «planmässig». Für sämtliche Kunden seien im Frühjahr Anschlusslösungen gefunden worden. Die verbliebenen Mitarbeitenden bereiten nun unter anderem die Rückgabe der Banklizenz vor. Wie man aus dem Innern der Bank hört, habe es Verzögerungen gegeben, weil ein einziger Kunde sich geweigert habe, die Bank zu verlassen. Die BLKB erhöhte den Halbjahresgewinn gegenüber der Vorjahresperiode um 5,3 Prozent auf 96,5 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag der BLKB stieg in den ersten sechs Monaten um 4,2 Prozent auf 248,9 Millionen Franken. Zulegen konnte die Bank im Zinsengeschäft. Der Nettoerfolg stieg um 3,3 Prozent auf 177 Millionen Franken. Der Kommissionserfolg erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 49,5 Millionen Franken. Die verwalteten Vermögen nahmen seit Ende 2025 um 4,8 Prozent auf 30,8 Milliarden Franken zu. Der Netto-Neugeldzufluss belief sich auf 418,3 Millionen Franken. Das Kreditvolumen lag Ende Juni bei 26,3 Milliarden Franken. Bei den Hypotheken verzeichnete die BLKB ein Wachstum von 0,7 Prozent. Dabei konzentrierte sich die Bank stärker auf das regionale Geschäft und reduzierte gleichzeitig die Ausleihungen ausserhalb der Region, schreibt die Bank. Für das Gesamtjahr rechnet die BLKB in einem weiterhin von tiefen Zinsen geprägten Umfeld mit einem vergleichbaren Geschäftsgang wie im Vorjahr – unter Ausklammerung des damaligen Einmaleffekts. --- ## St.Galler Kantonalbank steigert Gewinn und hebt Prognose an Der Konzerngewinn der SGKB stieg um 5,1 Prozent auf 119,9 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag nahm gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Prozent zu. Der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich um 2,8 Prozent, der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 7,5 Prozent. Der Handelserfolg ging dagegen um 2,9 Prozent zurück. Zulegen konnte die Bank bei den verwalteten Vermögen. Diese stiegen seit Jahresbeginn um 5,9 Prozent auf 76 Milliarden Franken. Das Netto-Neugeld beträgt 2,1 Milliarden Franken. Am meisten zum Zufluss trugen institutionellen Anleger sowie Privatkunden bei, heisst es in einer Mitteilung. Auch das Kreditgeschäft wuchs weiter. Die Kundenausleihungen erhöhten sich um 502,8 Millionen auf 35,2 Milliarden Franken. Der Grossteil des Wachstums entfiel auf Hypotheken an Privatpersonen in den Kantonen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Der Geschäftsaufwand nahm um 4,1 Prozent zu. Der Personalaufwand stieg überproportional um 6,5 Prozent. Der Sachaufwand stabil blieb. Die Bank erhöhte die Wertberichtigungen und Rückstellungen um 3,4 Millionen Franken. Nach dem guten ersten Halbjahr hebt die SGKB ihre Prognose für 2026 an. Neu erwartet sie einen Konzerngewinn leicht über dem Vorjahresniveau. Voraussetzung seien stabile Zinsen, eine weiterhin positive Entwicklung der Aktienmärkte und keine Rezession der Schweizer Wirtschaft. ### Wie viel sind «Multipli Hundert»? URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-viel-sind-multipli-hundert/ Last updated: 2026-08-11T07:13:52.000Z Er liebe seinen Job, sagt ETF-Verkäufer Roman Poole im SRF-Format «Donat auf Achse». «Es gibt nichts Besseres.» Die Märkte seinen eine «evolving story», man habe viel Kundenkontakt. Er sei eben «relativ chatty». Seine mit Anglizismen durchsetzte Sprache klingt stellenweise fast wie die Persiflage eines Investmentbankers. Obwohl der Zürcher offenbar in Eile ist, will SRF-Reporter Donat Hofer zum Schluss noch wissen, wie viel er ungefähr verdient. Die Antwort von Poole fällt bemerkenswert unpräzise aus: «Multipli Hundert.» Im Jahr, fragt der SRF-Reporter nach. «Genau.» Der Reporter und der Kameramann fragen sich anschliessend, ob er damit tatsächlich mehrere 100’000 Franken pro Jahr gemeint habe. Die Meinungen in den Kommentaren auf Social Media sind schnell gemacht: ein typischer Zürcher Banker von der Bahnhofstrasse, ein Abzocker. Wer «Multipli Hundert» hört, dürfte zunächst an drei-, vier- oder fünfmal 100’000 Franken denken. Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass Poole tatsächlich eine halbe Million Franken im Jahr verdient. Er arbeitet beim US-Asset-Manager VanEck als Director im Bereich Sales and Business Development. ### 100'000 mit 0,8 oder 1,15 multipliziert In der Zürcher Finanzszene sorgt die Antwort jedenfalls für Heiterkeit. «Multiple kann auch bedeuten, dass die 100 mit 0,8 oder 1,15 multipliziert werden», höhnt ein Banker, der schon lange im Business ist und weiss, wie sehr seine Kollegen beim eigenen Lohn zur Übertreibung neigen. So gesehen wissen wir jetzt ziemlich genau, was Roman Poole verdient: irgendetwas mit 100. Als Reaktion auf seine Internetbekanntheit hat Poole sein LinkedIn-Profil gelöscht. SRF hat die Kommentarfunktion ausgeschaltet. Er verstehe die abschätzigen Kommentare nicht, er habe den «Finance Guy» nicht vorführen wollen, sagte Reporter [Donat Hofer gegenüber «20 Minuten»](https://www.20min.ch/story/donat-hofer-wollte-ihn-nicht-vorfuehren-das-sagt-srf-mann-zum-finance-guy-103614522?ref=tippinpoint.ch). Allerdings ist genau das geschehen. Die NZZ rückt das Meme mit dem «Sales Guy» bereits auf die Stufe jener legendären Fernsehmomente, die es ins kollektive Bewusstsein und teilweise sogar in die Alltagssprache geschafft haben. «Richi! Ich ha gseit, du söllsch di hebe!» ist so ein Klassiker. Noch heute lachen die Leute über den kleinen Buben, der in Kanada aus dem Bagger fällt. ### Mobimo nimmt 100 Millionen Franken mit Green Bond auf URL: https://www.tippinpoint.ch/mobimo-nimmt-100-millionen-franken-mit-green-bond-auf/ Last updated: 2026-08-11T16:03:55.000Z Die Mobimo Holding hat eine festverzinsliche Anleihe über 100 Millionen Franken begeben. Der Green Bond hat einen jährlichen Coupon von 0,995 Prozent und eine Laufzeit von 3,2 Jahren. Die Rückzahlung ist am 9\. November 2029 vorgesehen. Damit kann sich Mobimo günstiger refinanzieren als im bisherigen Durchschnitt. Per Ende Juni lag der durchschnittliche Zinssatz des Immobilienkonzerns bei 1,44 Prozent. Die Liberierung der Anleihe erfolgt am 9\. September. Den Erlös will Mobimo zur Finanzierung nachhaltiger Projekte gemäss ihrem Green Financing Framework verwenden. Weitere Abgaben machte Mobimo nicht. Als Joint Lead Managers fungieren die Basler Kantonalbank, die Luzerner Kantonalbank und UBS Investment Bank. Die Aufnahme des Handels an der SIX Swiss Exchange ist für den 7\. September beantragt. Vor einem Jahr plazierte das Unternehmen eine [grüne Anleihe über 175 Millionen Franken](https://www.tippinpoint.ch/mobimo-platziert-einen-green-bond-ueber-175-millionen-franken-ohne-die-hilfe-der-ubs/). Damals war die UBS nicht an Bord. Mobimo verfügt über ein Immobilienportfolio im Wert von rund 4,3 Milliarden Franken. ### UBS-Regulierung: Der Ständerat legt den Finger an den Trigger URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-regulierung-der-standerat-zieht-am-trigger/ Last updated: 2026-08-12T04:09:05.000Z Gestern Nachmittag ging es plötzlich aufwärts: Die UBS-Aktie legte um über 1 Prozent zu und schloss bei 43,8 Franken. Gut möglich, dass der Kursanstieg mit den Aussichten auf eine Verwässerung der vom Bund vorgeschlagenen Eigenkapitalregeln zusammenhängt. Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) beriet über die Eigenmittelunterlegung ausländischer Beteiligungen im Stammhaus von systemrelevanten Banken sowie über die gesetzliche Verankerung des Public Liquidity Backstop (PLB) im Bankengesetz. Heute Dienstag gehen die Beratungen weiter. Um 14.30 Uhr wird die WAK-S an einer Pressekonferenz die Ergebnisse ihrer Beratungen vorstellen. Das war zumindest der Plan, denn die Veranstaltung wurde [kurzfristig abgesagt](https://www.parlament.ch/agenda/Pages/pdp-wak-s-2026-08-11.aspx?ref=tippinpoint.ch). Die Kommission geht nun nochmals über die Bücher und will ihren Entscheid am 31\. August vorlegen. Bekannt ist, dass bürgerliche Mitglieder der WAK-S der UBS entgegenkommen wollen. Die Grossbank wehrt sich mit Händen und Füssen gegen den Vorschlag von Finanzministerin Karin Keller-Sutter, die Auslandstöchter im Stammhaus zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital zu unterlegen. ### Keine Coupons, keine Dividenden – auch keine Boni? Bisher liegt dieses Erfordernis bei 45 Prozent, hinzu kommen 15 Prozent Fremdkapitalinstrumente. Macht zusammen 60 Prozent. Nun scheint sich die Idee durchzusetzen, dass für einen Teil des zusätzlichen Sicherheitspolsters nicht hartes Eigenkapital bereitgestellt werden muss, sondern eigenkapitalähnliche Instrumente – sogenannte AT1-Anleihen. AT1 steht für «Additional Tier 1», also zusätzliches Kernkapital. Weil AT1-Anleihen in Stressphasen keine Verluste absorbieren können, sondern erst bei bestimmten Auslösern abgeschrieben oder in Eigenkapital umgewandelt werden, sollen die Instrumente anders konstruiert werden. Konkret: Ein erster Auslösungstrigger könnte auf 11,7 Prozent oder noch höher angesetzt werden. Fällt die Kapitalquote der UBS unter diese Marke, dürfte die Bank keine Coupons auf den Anleihen mehr auszahlen. Zudem könnten auch Dividendenzahlungen und möglicherweise auch Bonuszahlungen eingeschränkt werden. Gerade beim letzten Punkt scheinen die Positionen noch weit auseinander zu liegen. ### Einstellung der Couponzahlungen als Default-Event Das Problem bei solchen Konstruktionen ist: In der Theorie tönen sie gut, sind nachvollziehbar und machen sogar Sinn. Aber niemand kann sagen, wie dieser Mechanismus im Krisenfall reagieren wird. Es ist völlig unklar, wie der Markt und die Kunden reagieren, falls die Eigenkapitalquote der UBS tatsächlich einmal unter eine solche Triggerschwelle fallen sollte. Der Markt könnte die Einstellung der Couponzahlungen als eine Art Default-Event betrachten. Herabstufungen und ein Vertrauensverlust könnten die Krise der Bank zusätzlich beschleunigen. Die Kunden wiederum könnten beginnen, ihre Gelder auf andere Banken zu verteilen. Wie trügerisch formale Sicherheit sein kann, zeigte sich bei der Credit Suisse: Kurz vor ihrem Kollaps bestätigten Regulatoren und Wirtschaftsprüfer noch die Fortführungsfähigkeit der Bank. Die Bank war zwar innerlich komplett ausgehöhlt und handlungsunfähig, doch die Zahlen gegen aussen waren in Ordnung. ### Revolut erhält Banklizenz in Frankreich URL: https://www.tippinpoint.ch/revolut-erhalt-banklizenz-in-frankreich/ Last updated: 2026-08-11T05:54:53.000Z Die britische Neobank Revolut hat eine Banklizenz in Frankreich erhalten. Das teilte sie am Montag mit. Damit verfügt das Unternehmen über Banklizenzen in zwei EU-Ländern. Bisher ist das Unternehmen mit einer Banklizenz aus Litauen tätig. Aus regulatorischer Sicht braucht Revolut die französische Banklizenz nicht. Beide Gesellschaften werden durch die Europäische Zentralbank (EZB) beaufsichtigt. Die französische Lizenz ist aber ein klares Zeichen dafür, dass Revolut in Westeuropa stark wachsen will. Das Unternehmen hat das Ziel ausgegeben, «Europas grösste und vertrauenswürdigste Bank zu werden». Revolut wird für ihre EU-Aktivitäten eine Dual-Hub-Strategie fahren: Litauen für Mittel- und Osteuropa und Paris beziehungsweise Frankreich für Westeuropa. Die Schweiz gehört als Nicht-EU-/EWR-Land regulatorisch nicht direkt zu diesem EWR-Passportsystem. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Schweizer Konten auf der bestehenden litauischen Struktur verbleiben. Für Schweizer Kunden dürfte sich somit nichts ändern. ### Schweizer Banklizenz würde viel ändern Dies wäre erst der Fall, wenn Revolut eine Banklizenz für die Schweiz erhalten würde. Ob die Neobank eine Finma-Beaufsichtigung überhaupt anstrebt, ist unklar. Klar ist hingegen: Um in der Schweiz zu einer ernstzunehmenden Alternative zu den Hausbanken zu werden, bräuchte sie eine Schweizer Banklizenz. Erst dann dürften Kunden Revolut als Hauptbank nutzen und etwa ihr Lohnkonto dort einrichten. Das Fintech zählt gemäss eigenen Angaben in der Schweiz über eine Million Kunden. Wie viele davon die Dienste regelmässig nutzen, ist nicht bekannt. Insgesamt zählt Revolut rund 75 Millionen Kunden und gehört zu den grössten Neobanken weltweit, also praktisch rein online arbeitenden Direktbanken, die keine Filialen betreiben. Der Nettogewinn stieg 2025 um rund 60 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. ### Vincenz-Prozess: Professorale Unschuldsgewissheit und der CVP-Filz URL: https://www.tippinpoint.ch/vincenz-prozess-professorale-unschuldsgewissheit-und-der-cvp-filz/ Last updated: 2026-08-10T07:59:37.000Z Heute um 08:00 Uhr geht es los im Vincenz-Prozess, dem spektakulärsten Wirtschaftsfall des Jahrzehnts. Inzwischen sind vier Jahre zwischen dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich und der Neubeurteilung des Falls durch das Zürcher Obergericht verstrichen. Dem heute 70-jährigen früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz wird vorgeworfen, sich über Jahre illegal bereichert zu haben. Zusammen mit weiteren Angeklagten hat er versteckte Beteiligungen an mehreren kleineren Unternehmen im Finanzbereich erworben. Als Chef von Raiffeisen sowie des Kreditkartenanbieters Aduno hat er anschliessend die Übernahme dieser Firmen veranlasst. Durch diese Verkäufe konnte er Gewinne in Millionenhöhe erzielen, ohne die potenziellen Interessenkonflikte offengelegt zu haben. Hinzu kommt der Vorwurf, private Ausgaben über seine Firmenkreditkarte getätigt zu haben. Pierin Vincenz bezahlte private Luxusausgaben von mehreren 100’000 Franken über seine Firmenkreditkarte und deklarierte sie als geschäftliche Spesen. Dazu gehörten unter anderem Reisen im Privatjet, exzessive Nachtessen und Ausflüge ins Rotlichtmilieu. Auch die Kosten für ein demoliertes Hotelzimmer liess er über Geschäftsspesen verrechnen. Das Bezirksgericht Zürich sprach Vincenz im April 2022 schuldig. Das Gericht verurteilte den gefallenen Banker in erster Instanz wegen Betrugs, qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und passiver Bestechung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Beat Stocker, Vincenz’ enger Geschäftspartner und ehemaliger CEO von Aduno, kassierte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Schon am Tag der Urteilsverkündung machten Einschätzungen von Experten die Runde, wonach das Urteil gerecht, zu hoch oder zu mild sei. Nur wenige Tage vor dem Prozess kam es wieder zu öffentlichen Äusserungen. Dies so kurz vor Prozessbeginn zu tun, ist sehr ungewöhnlich. Dies sei in einer Form geschehen, wie man es bisher kaum gesehen habe, schrieb Arthur Rutishauser in der «SonntagsZeitung» richtigerweise: > *Zwei Rechtsprofessoren, Peter V. Kunz und Marcel Niggli, haben in der NZZ und auf SRF öffentlich Stellung bezogen und dabei Rechtsstaat infrage gestellt. Beide suggerieren, die Anklage sei mangelhaft und das Urteil des Bezirksgerichts letztlich nicht haltbar – und sie greifen dabei Argumente auf, die von den Gerichten bisher nicht gestützt wurden.* > *Beide erklären übereinstimmend, sie könnten nicht erkennen, was den Beschuldigten eigentlich konkret vorgeworfen werde. Zudem vertreten sie die Auffassung, der Raiffeisen sei durch die Firmenkäufe gar kein Schaden entstanden. Niggli geht so weit, zu behaupten, Schweizer Richter hätten den Mut für konsequente Freisprüche verloren. Er rechnet darum mit einer milden, bedingten Strafe, einer «feigen Art des Freispruchs». Laut Kunz war die Beweislage vor dem Bezirksgericht für das harte Urteil «eigentlich nicht ausreichend».* > *Aber auch er hält einen vollständigen Freispruch in der Realität für fast ausgeschlossen. Der Grund: Da Vincenz zu Beginn über 100 Tage in Untersuchungshaft sass, müsste der Staat bei einem Freispruch sehr hohe Entschädigungszahlungen leisten. Um das Gesicht zu wahren und die Zahlungen zu vermeiden, werden Gerichte laut Kunz vor einem Freispruch zurückschrecken.* Es wäre ein Armutszeugnis für den Schweizer Rechtsstaat, wenn dem so wäre. Zudem kann man sich fragen, was bekannte Juristen zu solchen Äusserungen treibt. Peter V. Kunz fällt immer wieder durch spektakuläre öffentliche Einschätzungen auf. So schätzte er etwa im Juli 2009 das finanzielle Risiko für die UBS im Streit mit den US-Steuerbehörden als extrem hoch ein und sagte unter anderem: «Wir reden von bis zu 10 Milliarden Busse.» Bekanntlich bezahlte die Grossbank am Ende jedoch 780 Millionen Dollar. Etliche Beobachter glauben, zumindest bei Marcel Niggli eine Verbindung zum CVP-Filz erkennen zu können. Niggli ist Professor an der Universität Freiburg, einer Universität mit einer historischen und ideellen Verbindung zur früheren CVP (heute Die Mitte). Sie wurde von denselben katholisch-konservativen Kreisen gegründet, die auch die Partei prägten. Raiffeisen wiederum war lange durch den CVP-Filz geprägt. Gion Clau Vincenz, der Vater von Pierin Vincenz, war ein einflussreicher Bündner CVP-Ständerat mit besonderer Banken-Nähe: Er war von 1984 bis 1992 selbst Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz. Pierin Vincenz war ab 1999 CEO von Raiffeisen Schweiz. **CVP-Mann in den Diensten von Raiffeisen und der Uni Fribourg** Eine prägende Figur war auch Franz Marty. Als hochkarätiger CVP-Politiker war er langjähriger Finanzdirektor im Schwyzer Regierungsrat sowie Präsident der kantonalen Finanzdirektorenkonferenz. Direkt im Anschluss an seine politische Karriere übernahm er von 2002 bis 2011 das Verwaltungsratspräsidium von Raiffeisen Schweiz und war damit jahrelang der direkte Vorgesetzte von Pierin Vincenz. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/marty_franz-4.jpg) Franz Marty. In Martys Präsidentenjahren spielten sich nicht nur die mutmasslich illegalen Transaktionen ab, er[ deckte Pierin Vincenz zum Teil auch noch](https://www.tippinpoint.ch/vincenz-haette-schon-2009-geschichte-sein-muessen/). Wie sich in der Anklageschrift nachlesen lässt, war Marty spätestens im September 2009 im Bilde über die erste heikle Transaktion von Pierin Vincenz. Professor Peter Forstmoser verfasste damals ein als vertraulich deklariertes Gutachten über den sogenannten Commtrain-Deal für Franz Marty und Pierin Vincenz. Offenbar kam es danach zu einem Gespräch zwischen den beiden. Das Gutachten «vermochte Marty zu überzeugen, keine Weiterungen zu unternehmen und namentlich keine Meldung an die Aduno zu erstatten», heisst es dazu wörtlich in der Anklage. Interessant ist auch die Verbindung von Franz Marty zur Universität Freiburg. 2003 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität. Später wurde er zudem Mitglied des Senats der Universität Freiburg. Dieses Amt behielt er bis ins Jahr 2015. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Marcel_Niggli.jpg) Marcel Niggli. Marcel Niggli wiederum verbrachte praktisch seine ganze akademische Karriere an der Universität Freiburg. Er machte dort seinen Master. 1995 wurde er Assistenzprofessor für Strafrecht und Kriminologie und 1999 ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie. 2001 wurde er ordentlicher Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie. Von 2009 bis 2014 war er Dekan der juristischen Fakultät der Universität Freiburg. ### New Yorks Bürgermeister spannt früheren UBS-Americas-Chef ein URL: https://www.tippinpoint.ch/new-yorks-burgermeister-spannt-fruheren-ubs-americas-chef-ein/ Last updated: 2026-08-10T06:20:14.000Z New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani will einen Beirat mit führenden Köpfen der Wall Street schaffen. Das Gremium soll die Stadtregierung beraten und Rückmeldungen aus wichtigen Branchen wie Immobilien, Finanzen und Technologie geben. Der Beirat soll innerhalb der nächsten Wochen offiziell vorgestellt werden, wie eine Sprecherin der Stadtregierung gegenüber Bloomberg sagte. Zu den möglichen Mitgliedern wollte sie sich nicht äussern. Der Wirtschaftsbeirat soll einen kontinuierlichen Austausch von Ideen sicherstellen. Ziel sei es, ein Gleichgewicht zu finden: Unternehmen sollten «Gewinne erzielen und erfolgreich sein können», gleichzeitig müsse aber auch sichergestellt werden, dass sich die normalen New Yorker als Teil dieser Stadt fühlten, sagte die Sprecherin weiter. Mamdani befindet sich mit Teilen der New Yorker Wirtschaftselite im Konflikt. Er setzt sich für höhere Steuern für vermögende Einwohner und grosse Unternehmen ein. Milliardäre wie Citadel-Gründer Ken Griffin oder Amazon-Gründer Jeff Bezos kritisierten die Pläne öffentlich. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/robert_wolf.png) Robert Wolf. Mitglied des Gremiums soll unter anderem Robert Wolf werden, ein früheres Mitglied der UBS-Konzernleitung sowie bekannter Unterstützer der Demokraten. Ebenfalls an Bord kommen sollen Antonio Weiss, ehemaliger Manager von Lazard und Berater in der Obama-Regierung, sowie Jose Tavarez, der das New Yorker Geschäft der Bank of America leitet. Langjährige Karriere bei der UBS Wolf kam 1994 zur UBS. Zuvor war er zehn Jahre bei Salomon Brothers, wo er im Bereich Fixed Income tätig war. Er stieg die Karriereleiter in der UBS Investmentbank bis zum Ausbruch der Finanzkrise hoch. Von 2004 bis 2007 war er Chief Operating Officer der Abteilung. 2007 übernahm er zusätzlich das Amt des Präsidenten der Investmentbank. Im selben Jahr wurde er zum Chairman und CEO von UBS Group Americas befördert. Von 2008 bis 2010 gehörte er der Konzernleitung der UBS an. 2012 verliess Wolf die UBS und gründete 32 Advisors, eine Holdinggesellschaft, zu der unter anderem der Direktinvestment-Arm 32 Ventures, das auf überparteiliche Wirtschaftsanalysen spezialisierte Unternehmen Strategic Worldviews sowie Beratungsdienstleistungen für Firmenkunden in den Bereichen Finanzen, Risiken und Governance gehören. ### UBS erwartet Goldpreis von 5000 Dollar URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-erwartet-goldpreis-von-5000-dollar/ Last updated: 2026-08-10T06:33:03.000Z Die UBS rechnet mit einer deutlichen Erholung des Goldpreises. In einer am Freitag veröffentlichten Einschätzung prognostiziert die Grossbank, dass der Preis für eine Feinunze Gold in der ersten Hälfte 2027 auf 5000 Dollar steigen wird. Kurzfristig bestünden allerdings weiterhin Risiken. Der Goldpreis notiert derzeit bei rund 4295 Dollar je Unze und damit 23 Prozent unter dem Rekordhoch von 5594,82 Dollar von Ende Januar. Zuletzt geriet das Edelmetall unter Druck, weil der Konflikt im Nahen Osten die Inflationssorgen verstärkte und die Erwartungen auf länger anhaltend hohe US-Zinsen schürte. Die UBS geht davon aus, dass die Inflation allmählich zurückgeht. Dies dürfte es der US-Notenbank Fed ermöglichen, die Zinsen in diesem Jahr unverändert zu lassen und 2027 den Zinssenkungszyklus wieder aufzunehmen. «Schwächephasen in Richtung 4000 Dollar je Unze oder darunter könnten sich letztlich als Gelegenheit erweisen, strategische Positionen aufzubauen», sagt Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management. ### Die Lehren aus dem Coldcard-Diebstahl URL: https://www.tippinpoint.ch/die-lehren-aus-dem-coldcard-diebstahl/ Last updated: 2026-08-08T09:57:54.000Z Das war ein gefundenes Fressen für Krypto-Kritiker und Bitcoin-Feinde. Über Tage wurden über 2000 Bitcoins aus mehr als 4500 vermeintlich sicheren Wallets gestohlen, die vor allem von «Bitcoin-Maxis», also überzeugten Verfechtern der Kryptowährung, verwendet werden. Der Fehler lag im Quellcode. Das führte oft zur falschen Aussage: Der Bitcoin ist doch nicht sicher, der Code lässt sich knacken. Das Problem liegt jedoch im Coldcard-Wallet des Anbieters Coinkite – um präzise zu sein in der Firmware. Erschreckenderweise bestand die inzwischen gepatchte Sicherheitslücke in der im Gerät eingebauten Software seit fünf Jahren. Normalerweise gelten solche Cold-Wallets als sehr sichere Methode zur Selbstverwahrung von Kryptowährungen – weil die Schlüssel nicht auf dem Internet, sondern auf separater Hardware gespeichert werden. Der private Schlüssel wird dabei in der Regel in einem Secure-Element auf dem Wallet-Gerät gespeichert. Neue Transaktionen werden direkt auf diesem Gerät signiert, so dass der Schlüssel die Wallet nie verlassen muss. ### Ein «fauler» Generator Doch der Generator, der aus den langen Zahlensträngen auf dem Wallet Schlüssel ableitet, war fehlerhaft. Teile des Schlüssels wurden nicht zufällig generiert, sondern basierten auf logisch ableitbaren Vorgaben. So sank der Zufälligkeitsgrad der Schlüsselgenerierung markant und konnte mit hohem Rechenaufwand geknackt werden. Gemäss Fachleuten ist gut möglich, dass der Angreifer diese Schwachstelle mittels Künstlicher Intelligenz aufgespürt hat – und dann eventuell monatelang gerechnet hat – und so nach und nach den Vollzugriff auf Kryptobestände von Tausenden Wallets erlangte. «Getroffen hat es ausgerechnet die Gemeinschaft, die Prüfung zu ihrem Bekenntnis gemacht hat: die Bitcoin-Selbstverwahrer. Coldcard gilt dort als das Gerät schlechthin, gebaut auf dem Motto 'don't trust, verify’: Vertraue nicht, prüfe selbst. Seit 2021 steckte ein Fehler in der Schlüsselerzeugung der Firmware. Der Quellcode war öffentlich einsehbar, die ganze Zeit. Geprüft hat ihn erst ein Fremder, der Dieb», kommentiert der österreichische Ökonom und Publizist Rahim Taghizadegan den Vorfall auf Linkedin. Für ihn sei das kein Anlass zur Häme. Er beobachte Bitcoin seit 2009, mit Sympathie, und mit wachsender Skepsis gegenüber der Bewegung, die sich darum herum gebildet habe. Der Vorfall zeige ein Muster, das weit über Bitcoin hinausreiche: Wo Prüfung zur Identität wird, hört sie auf, Praxis zu sein. Man kauft das richtige Gerät, trägt das richtige Motto, und fühlt sich verifiziert. Die Gemeinschaft applaudiert sich selbst, statt nachzusehen, schreibt Taghizadegan. «Geld ist für Fremde. Das ist der älteste Massstab für Geld überhaupt: Es muss zwischen Menschen funktionieren, die einander nicht kennen, nicht vertrauen, nichts glauben», fügt er an. Eine Währung, deren Sicherheit davon abhänge, dass die Gläubiger ihre Hausaufgaben machen, habe diesen Test noch vor sich. ### Die Blockchain bleibt solide Mittlerweile hat der Wallet-Hersteller Coinkite das Problem behoben und eine aktualisierte Firmware-Version publiziert. Das Unternehmen betont jedoch in einer Sicherheitsmeldung, dass mit einer anfälligen Version generierte Seeds dauerhaft unsicher bleiben. Nutzer sollten also nicht nur die Coldcard-Firmware aktualisieren, sondern danach auch dringend eine neue Seed-Phrase generieren und ihre Bitcoin-Bestände darauf umziehen. Cold Wallets bleiben auch nach diesem Vorfall der sicherste Ort, um die Bitcoin-Schlüssel aufzubewahren, wenn der Generator so wie vorgesehen funktioniert. Aber die Nutzer müssen sich trotzdem bewusst sein, dass die Bitcoins physisch nicht auf dem Wallet sind, sondern in der Blockchain. Einzig der Schlüssel wir auf der Hardware verwaltet. Die Bitcoin-Blockchain selbst ist weiterhin «rocksolid» und wurde noch nie geknackt. ### Wie Bern einen Datenklau wie im «Ländle» verhindern will URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-bern-einen-datenklau-wie-im-landle-verhindern-will/ Last updated: 2026-08-07T05:49:28.000Z Es geht um den Kampf gegen die Geldwäscherei und die Terrorismusfinanzierung. Seit 1989 versucht eine von den G-7-Staaten in Paris ins Leben gerufene Arbeitsgruppe, die Financial Action Task Force (FATF), die Abwehrmassnahmen international zu koordinieren. In Form von Empfehlungen wird ein Mindeststandard formuliert, dessen Einhaltung mit dem Länderexamen geprüft wird. Weist ein Land anhaltend Lücken auf, wird es auf grauen und schwarzen Listen angeprangert und riskiert massive Einschränkungen im Finanzverkehr. Zu diesen Minimalanforderungen gehört die Transparenz über juristische Personen. Die wahren Berechtigten an einer Firma sollen sich nicht hinter Vehikeln verstecken können, wie sie zum Beispiel bei den sogenannten [«Panama papers»](https://www.tippinpoint.ch/spuren-von-putins-geld-in-der-schweiz/) bekannt wurden. Seit März 2021 kennt das Fürstentum Liechtenstein im Einklang mit den Geldwäschereivorschriften der EU ein Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen. Es wurde letzte Woche [Ziel eines Cyberangriffs](https://www.regierung.li/medienportal-medium/16182/234653/medienmitteilung?ref=tippinpoint.ch) unbekannter Herkunft mit möglicherweise gravierenden Folgen für den Finanzplatz des Landes. In der Schweiz wird ein [vergleichbares Register](https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2025/2900/de?ref=tippinpoint.ch) am kommenden 1\. Oktober eröffnet. Dass es fünfeinhalb Jahre länger dauerte als im «Ländle», ist unter anderen auf den Widerstand der Anwälte zurückzuführen. Sie legten sich vor allem gegen das parallele Gesetz quer, das Anwälte und weitere Berater teilweise den Sorgfaltspflichten des Geldwäschereigesetzes unterwirft. Eine erste Vorlage scheiterte im Parlament; die [Neuauflage wurde gegen den Willen des Bundesrats entschärft](https://www.tippinpoint.ch/realitaetsverweigerung-im-staenderat/). Weniger Geldwäscherei werde es auf dieser Welt mit dem Transparenzregister nicht geben, polemisierte der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch. Sein Walliser Kollege Beat Rieder sprach von einem Overkill im bürokratischen Bereich, wie er es noch nie gesehen habe. Ging es im Parlament vor allem um Abstriche am ursprünglichen Vorschlag des Bundesrats, war die Datensicherheit bisher kaum ein Thema. Das Gesetz legt lediglich fest, dass der Bundesrat die Einzelheiten der Bearbeitung, namentlich die Datensicherheit sowie die Organisation und die Führung des Transparenzregisters festlegt. Der Schutz der IT-Sicherheit vor Cyberangriffen und unberechtigtem Datenzugriff stehe beim Betrieb des Transparenzregisters an oberster Stelle, versichert das Bundesamt für Justiz (BJ), wo das Transparenzregister angesiedelt ist. BJ-Sprecherin Ingrid Ryser nennt auf Anfrage von Tippinpoint drei Massnahmen. Erstens erfolge der Betrieb des Registers in einem speziell gesicherten Netzwerk durch das Informatik-Service-Center des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Sämtliche Daten seien ausschliesslich auf einem physischen Server in der Schweiz gespeichert und würden laufend durch geschulte Fachleute überwacht. So liessen sich Cyberangriffe, Sicherheitsvorfälle oder Systemfehler frühzeitig erkennen und umgehend Gegenmassnahmen einleiten. Zweitens sei der Zugriff auf autorisierte Behörden und Nutzer beschränkt, müsse beim BJ beantragt werden und erfordere eine mehrstufige Authentifizierung. «Um Missbräuchen vorzubeugen und allfälliges Fehlverhalten aufzudecken, werden sämtliche Abfragen protokolliert und periodisch analysiert», erklärte die Sprecherin. Direkten Zugriff auf das System hätten nur Mitarbeitende der registerführenden Behörde und der Kontrollstelle, wobei ein Zugriff nur über das Single-Sign-On Portal des Bundes möglich sei. Alle anderen Nutzer des Registers müssten über das [Portal EasyGov](https://firma.easygov.swiss/?ref=tippinpoint.ch) oder über eine applikatorische Schnittstelle zugreifen. ### Regelmässige Schwachstellentests geplant Als dritte Sicherheitsmassnahme nannte Ryser den Umstand, dass sowohl die technische Sicherheit als auch der Schutz vor unberechtigtem Datenzugriff regelmässig durch interne und externe Schwachstellentests auf allfällige Lücken überprüft würden. Namentlich werde dort der technologischen Entwicklung von Cyberangriffen Rechnung getragen. Der Cyberangriff in Vaduz hat unterdessen weitere Folgen. Als Vorsichtsmassnahme wurden vier staatliche Systeme vom Netz genommen, um diese zusätzlichen Sicherheitsprüfungen zu unterziehen. Der am letzten Sonntag eingesetzte Krisenstab beschloss, weitere Systeme zu prüfen und zu diesem Zweck zeitweise vom Netz zu nehmen. ### Rekordarbeitslosigkeit und das Schweigen der Verbände URL: https://www.tippinpoint.ch/rekordarbeitslosigkeit-und-das-schweigen-der-verbande/ Last updated: 2026-08-07T06:07:39.000Z Gewohnt trocken vermeldet die Medienstelle der Direktion für Volkswirtschaft des Kantons Zürich Monat für Monat die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit. Für die Juli-Statistik heisst es, dass die Quote leicht auf 2,9 Prozent gestiegen sei und dass die Unternehmen etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate blicken würden. Kein Grund zur Aufregung also. Zur Stellensituation auf dem Finanzplatz verliert das Amt selten ein Wort. So auch in der jüngsten Mitteilung. Dabei hat die Zahl der beim RAV gemeldeten arbeitslosen Banker ein neues Rekordhoch erreicht: Im Juli waren im Kanton 1574 Arbeitslose registriert – ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 33 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Damit sind die Banken beziehungsweise das übergelagerte Finanzwesen (inklusive Versicherungswesen) die mit Abstand am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffene Branche. Auffallend an den Zahlen im Juli ist auch, dass in allen anderen erhobenen Branchen die Arbeitslosigkeit rückläufig war. Trotz der immer prekärer werdenden Lage äussern sich die Verbände kaum zur Lage. Weder die Bankiervereinigung, der Arbeitgeberverband Banken noch der Zürcher Bankenverband machen den Stellenschwund zum Thema. Während andere Branchen wie die im Swissmem organisierten Industriellen längst Alarm schlagen würden angesichts einer solchen Entwicklung, schweigen sie. ### Rekordergebnisse mit weniger Personal Warum? Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass es den meisten Finanzunternehmen finanziell sehr gut geht. Viele der Banken erzielen Rekordergebnisse auch mit einer schrumpfenden Belegschaft. Sie haben auch kein Fachkräfteproblem. Gründe dafür sind Auslagerungen ins Ausland, Einsatz von künstlicher Intelligenz, Synergien (im Fall von UBS/CS). Weniger nachvollziehbar ist, dass sich die Arbeitnehmervertreter kaum zur Entwicklung äussern. Weder der Kaufmännische Verband noch der Bankpersonalverband scheinen Lust zu verspüren, auf das Thema aufzuspringen. ### Ist das Scheitern von Esperanto ein Fanal für den Bitcoin? URL: https://www.tippinpoint.ch/ist-das-scheitern-von-esperanto-ein-fanal-fur-den-bitcoin/ Last updated: 2026-08-07T18:32:15.000Z Was ist denn das für ein absurder Vergleich – eine Universalsprache gegen ein verschlüsseltes, dezentralisiertes Zahlungssystem abzuwägen? Doch es gibt erstaunliche Parallelen und das Scheitern von Esperanto zeigt, dass Systeme, die technisch besser, grenzenlos und effizienter sind, nicht immer gewinnen, wenn nationale Interessen, einzelne grosse Player, Bequemlichkeit und monetäre Interessen dagegenstehen. Objektiv betrachtet, gibt es keinen Grund, weshalb Esperanto nicht zur globalen Lingua Franca wurde. Die Sprache ist logisch und lässt sich schnell erlernen. Die Grammatik ist vollständig regelmässig, es gibt keine unregelmässigen Verben oder sonstige Ausnahmen. Die Rechtschreibung ist phonetisch, jeder Buchstabe wird immer gleich ausgesprochen, jedes Wort wird genauso geschrieben, wie man es hört. Weil die Struktur von Esperanto vollkommen transparent ist, entwickeln Lernende schnell ein tiefes Verständnis für Grammatik, für Fälle, Zeiten und Satzbau. ### Kommunikationsbarrieren kosten Milliarden Da Esperanto die Muttersprache keines Landes ist, begegnen sich Sprechende auf Augenhöhe. Niemand hat den nativen Vorteil einer dominanten Weltmacht hinter sich. Es schien also, dass die Plansprache, die der Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof im Jahr 1887 in Warschau im damaligen Russischen Kaiserreich ins Leben rief, sich aufmachen würde, den Globus zu erobern. Das Nichtverstehen von fremden Sprachen führt nicht nur zu Missverständnissen oder ausbleibender Kommunikation, der globale «Sprachensalat» verursacht auch Kosten. Es gibt zahlreiche Studien, die diesen Aufwand zu schätzen versuchen. Die Economist Intelligence Unit etwa schätzt, dass Sprach- und Kommunikationsbarrieren der weltweiten Wirtschaft jährlich über 2000 Milliarden Dollar an entgangenen Umsätzen, abgebrochenen Verhandlungen und gescheiterten Internationalisierungsversuchen kosten. Allein in Grossbritannien schätzt die Regierung den Verlust durch Sprachdefizite im Aussenhandel auf etwa 3,5 Prozent des BIP. Die Parallelen zum Bitcoin sind erstaunlich. Auch die Kryptowährung ist an kein Staatsgebiet gebunden und kennt keinen zentralen Betreiber – das System ist dezentral und wird von den Nutzern global verwaltet. Auf der Blockchain herrscht ein weltweiter Standard, der von allen einsehbar ist. Durch das Ausschalten von Intermediären entsteht ein globaler Bezahlungsstandard, der hohe Kosten einspart. Doch jüngst schien es, als habe die Dynamik des Bitcoins merklich nachgelassen, es fehlt an Erfolgsgeschichten. Gibt es da Gemeinsamkeiten mit Esperanto? ### Für Staaten ist Sprache ein Machtmittel Wieso ist die Lingua Franca gescheitert? Dafür gibt es nicht einen Grund, sondern eine Verflechtung aus Geopolitik, Sprachökonomie und strukturellen Schwächen. Zuerst die Geopolitik: Für Staaten ist Sprache ein Machtmittel in Diplomatie und Wirtschaft. So verhinderte Frankreich in den 1920er Jahren, dass Esperanto vom Völkerbund als Arbeitssprache anerkannt wurde, um die Vormachtstellung des Französischen zu schützen. In den 1930er und 1940er Jahren wurde die Esperanto-Bewegung von Nationalsozialisten und dem Stalin-Regime verfolgt, da es als «jüdisch-kosmopolitisch» oder «imperialistisch» verleumdet wurde. Weil Esperanto von keinem Staat oder Wirtschaftsraum getragen wurde, gab es keinen finanziellen Anreiz für Unternehmen oder Schulen, darin zu investieren. Mit Esperanto konnten keine Märkte erschlossen, Karriere oder Kultur gemacht werden. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts setzte sich Englisch als Weltsprache durch und ein Erlernen bot die vorgenannten Möglichkeiten. Die Esperanto-Bewegung schwächte sich zudem auch selbst mit Debatten über Sprachreformen und Abspaltungen. ### Bitcoin hat kein Machtzentrum Auch hier sieht der Kryptointeressierte Parallelen. Gibt es doch seit Anbeginn des Bitcoins immer wieder einmal Streit über Blockgrösse, Skalierung und Ähnliches, was schon zu mehreren Abspaltungen (Forks) führte. Auch führt die Dezentralität, die ein grundlegender Vorteil des Bitcoins ist, dazu, dass kein Staat, den Bitcoin nachhaltig unterstützt und als eigene Währung einführen würde, wenn man von kurzfristigen Experimenten in El Salvador und Zentralafrika absieht. Auch die Unterstützung durch US-Präsident Donald Trump dürfte sich langfristig als kontraproduktiv erweisen – da vieles schlicht nach Selbstbereicherung riecht. Staaten – insbesondere die USA – werden ihre Währung nicht aus der Hand geben, sie brauchen sie, um Wirtschafts- und Machtpolitik zu betreiben. Bitcoin hat weltweit viele Entwickler, Nutzer und Verfechter. Doch wenn es darum geht, den Bitcoin gegenüber Regierungen und Finanzindustrie zu vertreten, gibt es keine zentrale, mächtige Organisation. Der Bitcoin hat ebenfalls das Potenzial viele Milliarden einzusparen – an Gebühren im globalen Zahlungsverkehr. Weil damit Finanzintermediären ihre Geschäftsmodell wegbrechen würde und nationale Grossbanken an Macht verlieren würden, ist der Widerstand gross. Auch haben Länder Angst ohne eigene Währung ihre Fähigkeit Schulden zu machen zu verlieren. Zahlreiche Länder arbeiten deshalb daran, ihre eigene Währung zu digitalisieren und auf die Blockchain zu bringen. Das hat weniger mit einem Bitcoin II zu tun, sondern verfolgt vielmehr den Zweck, den Bürger noch genauer steuern und überwachen zu können. Auch Blackrock & Co. können nicht als Verfechter des Bitcoins angeführt werden. Der weltgrösste Asset Manager verpackt Vermögenswerte in ETF, die sich verkaufen lassen und nicht etwa, weil er von der zensurresistenten Kryptowährung überzeugt ist und diese fördern möchte. ### Ein Flop trotz grosser Fanbasis Die jüngste Ereignislosigkeit im Bitcoin-Bereich sollte deshalb den Verfechtern der Kryptowährung Sorgen machen. Auch Esperanto hat weiterhin Millionen von Fans, welche die Sprache sprechen, Online-Foren betreiben und das Projekt weiterentwickeln. Doch es ist offensichtlich, dass die Plansprache die Welt nicht mehr erobern wird. Damit den Bitcoin nicht das gleiche Schicksal ereilt, sollte jetzt die nächste Entwicklungsstufe gezündet werden. Welche das sein sollte – keine Ahnung. ### Cinerius übernimmt Mehrheit an Nordlux URL: https://www.tippinpoint.ch/cinerius-ubernimmt-mehrheit-an-nordlux/ Last updated: 2026-08-07T05:38:38.000Z Die Zuger Cinerius Financial Partners übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung am Luxemburger Vermögensverwalter Nordlux Vermögensmanagement. Nordlux verwaltet mit rund 30 Mitarbeitenden Kundenvermögen von rund einer Milliarde Euro und konzentriert sich auf deutschsprachige Kunden. Nordlux soll mit GSLP International zusammengeführt werden, die bereits zu Cinerius gehört. Die kombinierte Gesellschaft wird über 40 Mitarbeitende beschäftigen und mehr als 1,5 Milliarden Euro verwalten. Laut Cinerius entsteht damit der grösste Luxemburger Vermögensverwalter mit Fokus auf deutschsprachige Kunden. «Mit Nordlux und GSLP schaffen wir den grössten Luxemburger Vermögensverwalter für deutschsprachige Kundinnen und Kunden. Das ist ein starkes Signal in den Markt und ein wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau unserer Präsenz in Luxemburg», lässt sich Cinerius-CEO Joël Schüepp in der Mitteilung zitieren. Nordlux-Chef Markus Linnert bleibt Miteigentümer und Geschäftsführer und beteiligt sich im Rahmen der Transaktion an Cinerius. Gemeinsam mit Wolfgang Engel wird er die zusammengeführte Gesellschaft führen. Die bisherigen GSLP-Geschäftsführer Norbert Lersch und Arnd Brüggenwirth bleiben als Senior Advisors an Bord. Mit der Übernahme steigt das von der Cinerius-Gruppe verwaltete Vermögen nach eigenen Angaben auf mehr als 19 Milliarden Euro. Der Vollzug der Transaktion und die Zusammenführung mit GSLP stehen noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und werden im vierten Quartal 2026 erwartet. ### Das Finma-Verfahren geht auch auf die Kappe der Konzernspitze URL: https://www.tippinpoint.ch/das-finma-verfahren-geht-auch-auf-die-kappe-der-konzernspitze/ Last updated: 2026-08-09T12:21:13.000Z Bereits zweimal hat Greco versucht, die Wogen in der Affäre um das [Enforcement-Verfahren der Finma gegen die Zurich](https://www.tippinpoint.ch/also-doch-greco-bestatigt-enforcement-verfahren-12-mitarbeitende-entlassen/) zu glätten. Nach den Enthüllungen über das Verfahren äusserte er sich gegenüber Bloomberg und zuletzt in der «NZZ am Sonntag». Die Stossrichtung seiner Aussagen ist klar: Das Problem liege nicht beim Konzern, sondern ausschliesslich bei der Schweizer Gesellschaft. Wörtlich sagte er: «Die Zurich Schweiz hatte sämtliche Ressourcen, um die Probleme zu beheben. Leider wurden die entsprechenden Massnahmen nicht konsequent und schnell genug umgesetzt.» _This post is for subscribers only._ ### Festhypotheken seit Juli deutlich teurer URL: https://www.tippinpoint.ch/festhypotheken-seit-juli-deutlich-teurer/ Last updated: 2026-08-06T06:02:52.000Z Die Zinsen für Schweizer Festhypotheken sind seit Anfang Juli markant gestiegen. Laut dem Hypotheken-Index von Moneyland erreichten zwei- und fünfjährige Festhypotheken um den 25\. Juli ihre Jahreshöchststände. Zwar haben sich die Richtzinsen seither leicht zurückgebildet, liegen aber weiterhin deutlich über dem Niveau von Anfang Juli. Im Juli sind die Zinssätze für Festhypotheken markant gestiegen: Vom 1\. Juli bis zum 25\. Juli legten zweijährige Festhypotheken um 0,21 Prozentpunkte auf 1,51 Prozent, fünfjährige um 0,24 Prozentpunkte auf 1,73 Prozent und zehnjährige um 0,21 Prozentpunkte auf 1,97 Prozent zu. Aktuell betragen die durchschnittlichen Richtzinsen 1,42 Prozent für zweijährige, 1,65 Prozent für fünfjährige und 1,89 Prozent für zehnjährige Festhypotheken. Als Hauptgründe für den Zinsanstieg nennt Moneyland die Eskalation im Nahen Osten, höhere Ölpreise und gestiegene Schweizer Kapitalmarktzinsen. Zwischen den Anbietern bestehen weiterhin erhebliche Preisunterschiede. Je nach Laufzeit beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot rund einen halben Prozentpunkt. Zudem sind Online-Hypotheken im Durchschnitt günstiger als klassische Angebote. Für die kommenden Monate erwartet moneyland.ch eine volatile Seitwärtsbewegung der Hypothekarzinsen. Viele Immobilienbesitzer setzen auf Geldmarkthypotheken. Im ersten Halbjahr schloss jeder Vierte Saron-Hypothek ab – ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2025\. Mit einem Anteil von 38 Prozent bleibt die 10-jährige Laufzeit aber weiterhin am beliebtesten. ### Greco sagt nichts zum Enforcement-Verfahren +++ weitere News URL: https://www.tippinpoint.ch/greco-sagt-nichts-zum-enforcement-verfahren-weitere-news/ Last updated: 2026-08-06T06:27:29.000Z ### Zurich steigert Gewinn zweistellig – Rekord im Lebensversicherungsgeschäft (06.08.26) Die Zurich Insurance Group hat im ersten Halbjahr 2026 den Betriebsgewinn um 13 Prozent auf den Rekordwert von 4,8 Milliarden Dollar gesteigert. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn legte um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu. Die bereinigte Eigenkapitalrendite erreichte 27,1 Prozent. Zum starken Ergebnis trugen alle Geschäftsbereiche bei. Besonders dynamisch entwickelte sich das Lebensversicherungsgeschäft, dessen Betriebsgewinn um 23 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar stieg. Zurich erhöhte deshalb den Ausblick und erwartet für das Gesamtjahr nun ein Gewinnwachstum von mindestens 10 Prozent. In der Schaden- und Unfallversicherung nahm der Betriebsgewinn um 16 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zu. Auch das US-Geschäft Farmers entwickelte sich robust. Der Betriebsgewinn stieg auf 1,2 Milliarden Dollar, während die Zahl der Versicherungsverträge um rund 215'000 zunahm. Die Kapitalausstattung bleibt mit einer SST-Quote von 266 Prozent sehr stark. In ihrer Kommunikation zu den Halbjahreszahlen ging die Zürich nicht auf das [laufende Finma-Verfahren](https://www.tippinpoint.ch/das-finma-verfahren-geht-auch-auf-die-kappe-der-konzernspitze/) ein. --- ### Swiss Re erhöht Gewinn – Sparziel wird deutlich angehoben (06.08.26) Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar erzielt. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Alle Geschäftsbereiche steigerten ihre Gewinne. Gleichzeitig erhöhte der Konzern sein Kostensenkungsziel: Bis 2028 sollen die Betriebskosten um 500 Millionen Dollar sinken, nachdem bisher Einsparungen von 300 Millionen Dollar bis 2027 vorgesehen waren. Im Schaden- und Unfallrückversicherungsgeschäft stieg der Gewinn um 18 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, in der Lebens- und Krankenrückversicherung um 21 Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar. Corporate Solutions steigerte den Gewinn um 14 Prozent auf 490 Millionen Dollar. Die Rendite auf Kapitalanlagen lag bei 4,0 Prozent. Zudem kommt es zu einem Wechsel im Management: Velina Peneva übernimmt per 1\. Oktober die Leitung von Life & Health Re, während Martin Zingg neuer Group Chief Investment Officer wird. ### Volksabstimmung über Lex UBS als leere Drohung? URL: https://www.tippinpoint.ch/volksabstimmung-uber-lex-ubs-als-leere-drohung/ Last updated: 2026-08-05T06:15:12.000Z Sergio Ermotti schlug schon mal einen Pflock ein. Er habe keine Angst, wenn am Schluss das Volk über die Eigenmittelunterlegung der Auslandstöchter der Grossbank entscheide, verkündete der UBS-CEO in einem Interview der CH-Media-Zeitungen. Dass sich diese Frage überhaupt stellt, geht auf [den Entscheid von Finanzministerin Karin Keller-Sutter vom Februar 2025](https://www.tippinpoint.ch/greift-die-finanzministerin-in-die-trickkiste/) zurück, die Eigenmittelanforderungen für die Auslandtöchter auf Gesetzesstufe statt wie bisher in der Verordnung zu regeln. Der Entscheid liegt damit beim Parlament und im Falle eines Referendums beim Volk statt beim Bundesrat. Man mag argumentieren, Keller-Sutter trage angesichts der Bedeutung des Entscheids anders als «Verordnungsminister» Albert Rösti den demokratischen Gepflogenheiten Rechnung. Böse Zungen vermuteten andererseits, die Finanzministerin halte sich so eine Hintertüre offen. Sollte die Vorlage verwässert werden, könne sie das Gesicht wahren und argumentieren, sie habe es versucht, das Parlament habe aber leider anders entschieden. Allerdings hat sich Keller-Sutter für ihre Vorlage seither derart ins Zeug gelegt, dass auch Kritiker kaum an ihren ehrlichen Absichten zweifeln. [Ermotti begründete seine Gelassenheit](https://www.schweizheute.ch/wirtschaft/ubs-chef-sergio-ermotti-im-interview-wer-nicht-waechst-stirbt-ld.4208591?ref=tippinpoint.ch) mit Blick auf ein mögliches Referendum damit, dass im Fall eines Volksneins alles beim Alten bliebe. Das könne ja nicht das Ziel der Kritiker sein. Eine Volksabstimmung über ein Gesetz, das vom Parlament gegen den Willen von Bundesrat, Nationalbank und Finma sowie gegen die vorherrschende Meinung der Wissenschaft verabschiedet wurde, wäre eine einzigartige Konstellation. Die Perspektive, gegen die gesamte Elite des Landes antreten zu müssen, dürfte deshalb auch beim siegesgewissen UBS-Chef Stirnrunzheln verursachen. Mit dem Werbeslogan «Eine Bank wie die Schweiz» könnte die UBS jedenfalls nicht in den Abstimmungskampf ziehen. Noch ist es nicht so weit. Zunächst stellt sich die Frage, ob überhaupt das Referendum gegen eine vom Parlament verwässerte Lex UBS ergriffen würde. Was da und dort als sicher wie das Amen in der Kirche gilt, ist komplizierter. Die Linke würde zwar ein Referendum gerne ergreifen und die Unterschriften schnell zusammenbringen, vermutet der Politologe Michael Hermann. Der Abstimmungskampf wäre aber eine echte Herausforderung. Denn eine abgeschwächte Vorlage sei immerhin strenger als der Status quo. «Wer Nein stimmt, riskiert, am Ende gar nichts zu bekommen», sagt Hermann auf Anfrage von Tippinpoint und fügt hinzu: «Jene, die das Referendum ergreifen, riskieren eine Bestätigung des Kompromisskurses an der Urne.» ### Referendum als Dilemma für Linksgrün Für Linksgrün hat zudem die [Finanzplatz-Initiative](https://finanzplatz-initiative.ch/?ref=tippinpoint.ch) mit Stossrichtung gegen den Klimawandel Priorität. Die Initianten dürften sich wohl zweimal überlegen, daneben noch Kräfte für eine Abstimmung gegen die UBS-Regulierung zu mobilisieren. Für den Politologen Hermann steckt die Linke in der gleichen Zwickmühle wie die SVP bei der [Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative](https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/fza%5Fschweiz-eu-efta/umsetzung%5Fvb%5Fzuwanderung.html?ref=tippinpoint.ch). «Sie hat den Inländervorrang light als Verfassungsbruch kritisiert – und trotzdem kein Referendum ergriffen, weil ein Nein bedeutet hätte: keine Umsetzung», so Hermann. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Foto_Michael_Hermann-ce66f6eb7649.jpeg) Politologe Hermann: «Wer Nein stimmt, riskiert, am Ende gar nichts zu bekommen.» Für die UBS ist die Rechnung gemäss dem Politologen klar: Eine Verwässerung mit Referendumsrisiko ist besser als eine Umsetzung der Vorlage des Bundesrats. Bei letzterer hätte sie die strengere Regulierung garantiert, bei ersterer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Ein Abstimmungskampf wäre für die Reputation der UBS sicher nicht optimal – aber der Ruf der Banken ist längst nicht mehr der von 1984\. «Insofern ist das verkraftbar», sagt Hermann. Der Hinweis auf 1984 betrifft die Volksabstimmung über die SP-Bankeninitiative. Sie war nach dem [Chiasso-Skandal](https://historisches-lexikon.li/Chiasso-Skandal?ref=tippinpoint.ch) der Schweizerischen Kreditanstalt SKA (der nachmaligen Credit Suisse) lanciert worden, scheiterte aber am 20\. Mai 1984 in der Volksabstimmung mit einem Nein-Anteil vom 73 Prozent. Was als Plebiszit für das Bankgeheimnis interpretiert wurde, hatte jedoch Langzeitwirkung. Inzwischen sind fast alle Anliegen der Initiative realisiert. Für den ehemaligen SP-Präsidenten Helmut Hubacher war das Nein zur Initiative deshalb eine der erfolgreichsten Niederlagen. ### Never miss a good crisis… Muss die UBS vom Powerplay gegen die Institutionen negative Langzeitfolgen befürchten? Das beispiellose Lobbying der Grossbank hat auch in wirtschaftsfreundlichen Kreisen Spuren hinterlassen. Der Politologe Hermann vermutet: «Wenn Regulierungen im Parlament verwässert werden, ist der Anreiz von Bundesrat und Finma gross, so viel wie möglich auf den Verordnungsweg zu verlagern. Erfolgreiches Lobbying im Parlament könnte am Ende also dazu führen, dass dort weniger zu entscheiden ist.» Noch deutet allerdings Vieles darauf hin, dass die Zeit für die UBS spielt – und für die Gegner einer schärferen Regulierung als Folge des CS-Untergangs. Daniel Zuberbühler, Doyen der Schweizer Bankenaufsicht, formulierte zum Zeitfaktor einst: «Never miss a good crisis: rasche, radikale Re-Regulierung bevor Banker und Politiker vergessen.» Ein Test steht diesbezüglich bevor, wenn der Bundesrat nach der Sommerpause die [Vorlage über zusätzliche Kompetenzen für die Finma](https://www.tippinpoint.ch/finma-sieht-sich-falsch-verstanden-und-will-rasch-neue-kompetenzen/) in die Vernehmlassung gibt. ### PLB als Pfand Noch hat das Parlament im Fall der UBS-Regulierung [ein Pfand in der Hand](https://www.tippinpoint.ch/soll-das-parlament-den-public-liquidity-backstop-als-pfand-zurueckbehalten/): den Public Liquidity Backstop (PLB). Also jenen international gängigen Rettungsring bei Liquiditätsengpässen, den der Bundesrat der Credit Suisse auf dem Höhepunkt der Krise im Herbst 2022 zuwerfen wollte, das Vorhaben im letzten Moment aber abblies. Man habe eine destabilisierende Wirkung befürchtet, sagte Nationalbankpräsident Thomas Jordan später zum Rückzieher. Im Vorfeld der Übernahme der CS durch die UBS setzte der Bundesrat den PLB am 16\. März per Notrecht in Kraft. Die Überführung ins ordentliche Recht verzögerte sich seither mehrmals, auch wegen der Frage, was die staatliche Rückversicherung für die systemrelevanten Banken kosten soll. An der Sitzung von Anfang nächster Woche will die Wirtschaftskommission des Ständerats die Beratungen zum PLB nun fortsetzen. Die Höhe der Versicherungsprämie für die UBS wird sicher ein Thema sein. Und möglicherweise Gegenstand für Konzessionen in der Eigenmittelfrage. Denkbar wäre mit Blick auf ein mögliches Referendum auch eine Koppelung beider Vorlagen. ### Green Bonds erleben eine unerwartete Renaissance URL: https://www.tippinpoint.ch/green-bonds-erleben-eine-unerwartete-renaissance/ Last updated: 2026-08-05T06:01:59.000Z Der von Israel und den USA angezettelte Krieg gegen den Iran hat das Thema Energiesicherheit weit oben auf die Agenda gesetzt. Davon profitieren auch grüne Anleihen. Die angekurbelte Nachfrage nach Green Bonds hat den Rückgang der Emissionen in den USA wegen Donald Trumps «Drill Baby Drill»-Politik mehr aus ausgeglichen. Dies jedenfalls legen Zahlen der Climate Bonds Initiative nahe, über die die FT zuerst berichtete. Gemäss der britischen Organisation wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Europa Green Bonds im Umfang von 242 Milliarden Dollar emittiert – so viel wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Weltweit dürfte das Emissionsvolumen den bisherigen Rekord von 673 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2024 übertreffen. Damals belief sich das Volumen in Europa auf 385 Milliarden Dollar. Die Renaissance des europäischen Green-Bond-Markts steht in deutlichem Kontrast zur Entwicklung in den USA. Dort dürfte das Emissionsvolumen das zweite Jahr in Folge zurückgehen, weil Unternehmen aus Angst vor politischen Konsequenzen in Washington ihre Umweltinitiativen weniger offensiv kommunizieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich US-Unternehmen nicht mehr für die Energiewende interessieren würden. Viele investieren weiterhin in entsprechende Projekte, verzichten jedoch bewusst darauf, diese als «grün» oder ESG-konform zu vermarkten. In der Branche hat sich dafür der Begriff «Greenhushing» etabliert. ### «Drill Baby Drill» US-Präsident Donald Trump verfolgt mit seiner «Drill Baby Drill»-Strategie eine Politik zur Förderung fossiler Energieträger und rühmte sich damit, «Hunderte Green-New-Deal-Projekte aus der Biden-Ära» beendet zu haben. Green Bonds sind Anleihen, mit denen Unternehmen und Staaten Kapital für Umwelt- und Klimaprojekte aufnehmen. In den vergangenen zehn Jahren hat ihre Bedeutung stark zugenommen – insbesondere in Europa, wo der Markt am weitesten entwickelt ist. Im vergangenen Jahr wurden in Europa Green Bonds im Umfang von 374 Milliarden Dollar emittiert. Das entsprach rund 55 Prozent des weltweiten Marktes. In diesem Jahr dürfte Europa bereits nahezu zwei Drittel aller neuen Green Bonds stellen. In den USA erreichte der Green-Bond-Markt 2021 mit 94 Milliarden Dollar seinen Höhepunkt. Seither ist das Emissionsvolumen rückläufig. 2025 wurden noch 77 Milliarden Dollar aufgenommen. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang erwartet, nachdem im ersten Halbjahr lediglich 34 Milliarden Dollar emittiert wurden. Besonders aktiv sind in diesem Jahr europäische Energieversorger. Im Juni nahm der spanische Energiekonzern Iberdrola über zwei Green Bonds 1,5 Milliarden Euro auf. Das deutsch-chinesische Unternehmen EEW Energy from Waste emittierte grüne Anleihen im Umfang von 550 Millionen Euro. Bereits im Februar hatte der französische Energieversorger EDF Green Bonds über 2,75 Milliarden Euro platziert. ### Nach MBaer schlägt die US-Behörde FinCEN auch bei der UBS zu URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-mbaer-schlagt-die-us-behorde-fincen-auch-bei-der-ubs-zu/ Last updated: 2026-08-04T05:44:22.000Z Die UBS ist von den US-Behörden wegen Verstössen gegen den Bank Secrecy Act (BSA) mit einer Busse von 125 Millionen Dollar belegt worden. Es handelt sich um die höchste jemals gegen einen Broker-Dealer verhängte Zivilstrafe wegen Verletzung des wichtigsten US-Geldwäschereigesetzes. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des Finanzministeriums teilte [in einer Mitteilung mit](https://www.fincen.gov/news/news-releases/fincen-assesses-historic-125-million-penalty-against-ubs-financial-services-inc?ref=tippinpoint.ch), dass die Grossbank eingeräumt habe, den sogenannten Bank Secrecy Act vorsätzlich verletzt zu haben. Die UBS habe es versäumt, ein wirksames Dispositiv zur Geldwäschereibekämpfung aufzusetzen sowie Verdachtsmeldungen über verdächtige Aktivitäten einzureichen. In den Augen der FinCEN ist die UBS eine «Wiederholungstäterin», weshalb die Busse so hoch ausfällt. Bereits im Dezember 2018 war die Schweizer Grossbank wegen ähnlicher Mängel mit 14,5 Millionen Dollar gebüsst worden. Die nun beanstandeten Verstösse sollen sich zwischen Januar 2019 und Juni 2023 ereignet haben. Mit der Einigung werden auch Vorwürfe der Securities and Exchange Commission (SEC), der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sowie der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) beigelegt. ### Mögliche Verbindungen zu Russland Die Behörden werfen der UBS unter anderem vor, ihre Sorgfaltspflichten nicht ausreichend wahrgenommen zu haben – insbesondere bei Hochrisikokunden mit Verbindungen nach Russland und Lateinamerika. Wie in der [Verfügung der FinCEN ](https://www.fincen.gov/system/files/2026-07/UBS-Consent-Order.pdf?ref=tippinpoint.ch)nachzulesen ist, soll ein russischer Oligarch mit engen Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin trotz Medienberichten über die Herkunft seines Vermögens sowie möglicher Geldwäscherei-Vorwürfe Konten bei der UBS eröffnet und unterhalten haben. Zudem soll der Oligarch mit einem Unternehmen in Verbindung gestanden haben, das aktiv in iranische digitale Vermögenswerte investiert gewesen sei. Darüber hinaus werfen die Behörden der UBS vor, mehr als 60'000 Fremdwährungsüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von über 10 Milliarden Dollar nicht angemessen überwacht zu haben. Im Rahmen der Einigung muss UBS Financial Services zudem einen unabhängigen externen Berater beiziehen, der das Geldwäschereiprogramm überprüft und sich dabei insbesondere auf prioritäre Risiken im Bereich der Finanzkriminalität konzentriert. FinCEN nennt in diesem Zusammenhang unter anderem die US-Südwestgrenze, Drogenkartelle und möglichen Drogenhandel sowie Risiken im Zusammenhang mit Iran, Russland und Venezuela. Die UBS erklärte in einer Stellungnahme, sie habe mit den Behörden kooperiert und erhebliche Investitionen vorgenommen, um ihr Programm zur Bekämpfung der Geldwäscherei «im Einklang mit führenden Branchenstandards» zu stärken. ### Was macht die Finma? In der Schweiz wurde die Behörde vor allem [im Zusammenhang mit MBaer](https://www.tippinpoint.ch/mbaer-merchant-bank-ist-geschichte-doch-viele-fragen-bleiben-offen/) bekannt. [Anfang Jahr erhob sie](https://www.tippinpoint.ch/connection-zu-russland-und-iran-usa-drohen-mbaer-mit-ausschluss-aus-dem-dollar/) gegen die Bank von Mike Bär ähnlich gravierende Vorwürfe, die zur Schliessung des Instituts durch die Finma geführt hatten. Bei MBaer ging es allerdings um eine deutlich tiefere Summe. US-Finanzminister Scott Bessent, dem die FinCEN unterstellt ist, warf der Bank vor, «im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust» zu haben. Ob die Finma auch im Fall der UBS aktiv wurde, ist nicht bekannt. ### 10-minütiges Abschiedsvideo gibt zu reden URL: https://www.tippinpoint.ch/10-minutiges-abschiedsvideo-gibt-zu-reden/ Last updated: 2026-08-04T05:51:08.000Z Sandro Meyer verbrachte sein ganzes Berufsleben bei Versicherungen, die meiste Zeit davon bei der Zurich. In den insgesamt 38 Jahren erlebte er «keinen einzigen Tag, den ich anders erleben möchte», schreibt er auf der Plattform LinkedIn. Vor sieben Monaten habe er seine Verantwortung abgegeben. Es sei Zeit, danke zu sagen – an all die tollen Menschen, die ihn in den vielen Jahren begleitet haben. An die Botschaft angehängt ist ein zehnminütiges [Video](https://www.youtube.com/watch?v=eVLNvdU4vY4&ref=tippinpoint.ch), das ihn auf einem Vita-Parcours zeigt, im Fitnessstudio, auf dem Hometrainer am See, auf dem Golfplatz und in seinem Homeoffice. Die Strecke mit dem Vita-Parcours ist logischerweise gewollt, da die Zurich im BVG-Bereich eng mit der Vita Sammelstiftung zusammenarbeitet – just an der Schnittstelle, die nun zum [Enforcement-Verfahren](https://www.tippinpoint.ch/also-doch-greco-bestatigt-enforcement-verfahren-12-mitarbeitende-entlassen/) geführt hat. ### Schlüsselfigur im Lebensgeschäft der Zurich Meyer war eine Schlüsselfigur im Lebensgeschäft der Zurich. Er war Head Life und sass in der Geschäftsleitung der Zurich Schweiz. Er war verantwortlich für das gesamte Lebensversicherungsgeschäft für Privat- und Unternehmenskunden in der Schweiz. Der Geschäftsbereich zählt über 300 Vollzeitstellen. Sandro Meyer war unter anderem zuständig für die Geschäfte, die von der Finma im Rahmen eines Enforcement-Verfahrens untersucht werden. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Screenshot-2026-08-03-084453.jpg) Sandro Meyer (Linkedin/Youtube) Im Video betont er, wie wichtig die Ländergesellschaften bei einer Versicherung seien, auch die die Karriere künftiger Topmanager. Die Ländergesellschaften seien der Ort, wo das Business stattfindet. Zum Schluss des Videos bedankt sich Meyer lange bei seinen Mitarbeitern und bei seinen Kollegen bei der Zürich. Der Dank für die Kolleginnen und Kollegen der Zurich Group «am Mythenquai unten» fällt dagegen knapp aus. Angesichts der Ereignisse schütteln viele in- und ausserhalb der Zurich den Kopf über die Videobotschaft. Selbst die «NZZ am Sonntag» zeigte sich irritiert über Versicherungsmanager, der mit dem Kopf nach unten an einer Reckstange baumelt, bevor er sich zum nächsten Posten auf dem Vita-Parcours macht. ### Die UBS hat die Personalsuche für die USA-Expansion gestartet URL: https://www.tippinpoint.ch/die-ubs-hat-die-personalsuche-fur-die-usa-expansion-gestartet/ Last updated: 2026-08-09T12:17:47.000Z Sergio Ermotti will in den USA Gas geben und sucht nach Personal. Die hauseigene Jobplattform zählt aktuell 233 offene Stellen. Einige dieser Ausschreibungen stehen in Zusammenhang mit den Plänen der Bank, vermehrt Retail-Dienstleistungen in den USA anbieten zu können. Die UBS hat Anfang Jahr eine nationale US-Banklizenz erhalten, die es ihr erlaubt, zu einer Universalbank in der grössten Volkswirtschaft der Welt zu werden. Die UBS ist die einzige ausländische Bank, die in den USA eine Vollbanklizenz erworben hat. _This post is for subscribers only._ ### Wann platzt die Blase? URL: https://www.tippinpoint.ch/wann-platzt-die-blase/ Last updated: 2026-08-03T06:01:41.000Z **Bulle:** Die KI-Rally geht weiter. Microsoft, einer meiner Lieblinge aus den USA, hat sehr gute Zahlen geliefert. Das tut meiner Aktionärsseele gut. Ein Tagesplus von fast 16 Prozent für Microsoft am letzten Donnerstag, am Tag darauf folgten die Südkoreaner, SK Hynix plus 30 Prozent und Samsung Electronics plus 27 Prozent, und dann noch Amazon mit plus 15 Prozent. **Bär:** Völlig verrückt, der Börsenwert von Microsoft hat sich an einem Tag um 450 Milliarden Dollar erhöht. Allein diese Tagesveränderung übertrifft die knapp 350 Milliarden Dollar, die unser Pharmamulti Roche als wertvollste Schweizer Börsengesellschaft insgesamt auf die Waage bringt. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/08/Chart-8_2_2026-5_07_09-PM.png) Plus 450 Milliarden Dollar in einem Tag: Kursentwicklung Microsoft (LSEG, FT) **Bulle:** Ja. Think big. Wer nicht gross denken kann, bringt es nie zu etwas. The sky is the limit. **Bär:** Wenn es sogar bei den Giganten zu so absurden Kurssprüngen kommt und wenn Phrasendrescher wie du Hochkonjunktur haben, kann das Top dieser Hausse nicht mehr weit sein. **Bulle:** Natürlich, nach deiner Ansicht ist das eine Börsenblase. Zum wievielten Mal hast du mir jetzt schon eine Blase prophezeit? **Bär:** Gut ja, ich mahne seit längerem. Erfolglos. Vernunft ist nichts für Irrationalisten. **Bulle:** Was heisst da irrational? Der mir bekannte Markttechniker Alfons Cortés meinte noch jüngst, es sei eine gesunde Hausse. Dafür spricht die Marktbreite, viele und unterschiedliche Aktien nehmen an der Hausse teil. Anders wäre es, wenn der Markt eng und enger würde. Das wäre ein klassisches Signal, das einem Bärenmarkt vorangeht. **Bär:** Jaja, die Charttechniker nehmen sich und ihre Marktbreite wichtig. Marktbreite gut, alles gut, so kommt es mir manchmal vor. Für mich absurd. Irrational. **Bulle:** Du verschliesst dich allem, was nicht in dein Weltbild passt. Schon mein Lieblingsschriftsteller Joseph Roth meinte, dass der sogenannte realistische Mensch in der Welt unzugänglich dasteht, wie eine Ringmauer aus Zement und Beton. **Bär:** Ich bin kein Träumer, ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und ich sehe, was ich sehe. Zeichen für eine Blase. **Bulle:** Bereits der legendäre US-Notenbanker Alan Greenspan verneinte, dass man Spekulationsblasen im Voraus zweifelsfrei erkennen könne. **Bär:** Im Alter hat er manches etwas anders gesehen. Wie auch immer, man kann die Leute beobachten. Herrscht Angst, herrscht Gier? Heute sind die Anleger doch extrem risikofreudig. Wenn sie Angst haben, dann davor, etwas zu verpassen. Das zeigt schon das elendige Buy-the-dip-Verhalten. Jede Art von Kursrücksetzer gilt schnell als Kaufgelegenheit. **Bulle:** Für mich hat sich buy the dip in den letzten Jahren ausgezahlt. Mehr als genug. Und wenn ich mich umhöre in meinem Umfeld, zeigen sich viele meiner Anlegerkollegen durchaus vorsichtig. **Bär:** So etwas hat die Qualität einer Strassenumfrage. Es gibt Fakten. **Bulle:** Harte Fakten, die für eine Blase sprechen? Überrasch mich. **Bär:** Wie gross die Sorglosigkeit ist, zeigt sich am besten daran, wie viele Leute Aktien auf Pump kaufen. Schau dir die [Margin-Debt-Daten der Finra](https://www.finra.org/rules-guidance/key-topics/margin-accounts/margin-statistics?ref=tippinpoint.ch) an. In den USA sind die Kredite der Anleger bei ihren Brokern auf das luftige Hoch von 1,5 Billionen Dollar gestiegen, über 4,5 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Auf dem Top der Dotcom-Blase 2000 waren es nur 3 Prozent. Auch die Südkoreaner hat das Spekulationsfieber erfasst. Da fehlt es eindeutig an Bodenhaftung. **Bulle:** Dann bleib halt am Boden. Du hast Angst vor dem Fliegen. Ich halte mich an meine Regel, Gewinne laufen zu lassen. The sky is the limit. ### Nur die Nationalbanken halten den Goldmarkt in Schwung URL: https://www.tippinpoint.ch/nur-die-nationalbanken-halten-den-goldmarkt-in-schwung/ Last updated: 2026-07-31T05:48:44.000Z Die Nachfrage nach Gold blieb im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 1269 Tonnen (t) unverändert. Dies zeigt der Bericht «Gold Demand Trends» des World Gold Council (WGC). Dabei muss man sich vor Augen halten, dass im 2\. Quartal 2025 die Unze Gold im Schnitt rund 1000 Dollar tiefer notierte als in der diesjährigen Vergleichsperiode. Vom 1\. April 2026 bis Ende des zweiten Quartals fiel der Preis für eine Unze Gold jedoch von 4760 auf 4000 Dollar zurück. Dass die Edelmetall-Nachfrage stabil blieb, ist einzig und allein den Notenbanken zuzuschreiben. Während alle Bereiche von Anlagen in Barren und Münzen, Schmuck, ETF im Vergleich zum ersten Quartal etwas bis deutlich zurückgingen, legten allein die Käufe der Notenbanken deutlich zu, die im ersten Quartal jedoch auch deutlich eingebrochen waren. ### Spürbare Marktbereinigung Interessant ist der Blick auf den bisherigen Jahresverlauf. Nach einem spekulativen Rekordauftakt zu Jahresbeginn folgte im Frühjahr eine spürbare Marktbereinigung und Neuausrichtung. An 28\. Januar erreichte die Notierung für das Edelmetall mit über 5400 Dollar ein Rekordhoch – mittlerweile bewegt sich der Kurs auf rund 4000 Dollar. Unter dem nachlassenden Preis litt die Nachfrage aber nicht. Im Vergleich zum ersten Quartal stieg die Goldnachfrage im zweiten Quartal 3,1 Prozent von 1231 auf 1269 Tonnen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Chart-7_31_2026-1_10_00-AM.png) Preis pro Unze Gold in Dollar (LSEG/FT) Der Bericht «Gold Demand Trends» erfasst die Nachfrage durch Schmuck, Technologie, Zentralbanken, Barren und Münzen, ETF sowie ausserbörsliche Aktivitäten (OTC). Der Goldpreis lag im zweiten Quartal im Schnitt leicht über 4500 Dollar, das waren 8 Prozent weniger als im ersten Quartal, aber 37 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. In den ersten sechs Monaten stieg die Nachfrage zum ersten Halbjahr um 2 Prozent auf geschätzte 2522 t im Wert von 380 Milliarden Dollar. ### Polen kauft am meisten Louise Street, Senior Marktes Analyst beim World Gold Council, kommentiert in der Pressemitteilung zum Bericht: «Während die Zuflüsse in Gold-ETF parallel zu den Preisen zurückgingen, trugen anhaltende Käufe durch Zentralbanken und das Wachstum bei OTC-Anlagen dazu bei, dass die Gesamtnachfrage nach Gold im ersten Halbjahr leicht anstieg». Zentralbanken – und andere staatliche Institutionen – stockten ihre Reserven im zweiten Quartal um netto 289 Tonnen auf – ein Anstieg um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz des stärkeren zweiten Quartals blieb die Nachfrage im ersten Halbjahr aufgrund der schwächeren Aktivität im ersten Quartal unter den hohen Niveaus der vergangenen Jahre. Gemäss Krishan Gopaul, Senior Analyst EMEA beim World Gold Council, stammt der Grossteil der Nachfrage aus Schwellenländern. Polen (51 t), China (33 t). Usbekistan (16t) und Kasachstan (15 t) waren die grössten Käufer. ### Alle im Kaufmodus Gopaul bestätigt die Vermutung von Tippinpoint, dass einige der Zentralbanken zugekauft hatten, damit das Volumen von 289 Tonnen zustande kam. Die Umfrage des WGC zu den Goldreserven der Zentralbanken ergab, dass 45 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihre eigenen Goldreserven in den nächsten 12 Monaten aufzustocken, was die anhaltende Bedeutung von Gold in den offiziellen Reserven unterstreicht. «Die effektiven Zahlen erfahren wir aber erst mit Verzögerung, momentan verarbeitn wir die Juni Zahlen», so der WGC-Analyst. ### Ein riesiger Graubereich Dass hier einiges interpretierbar und in der Schwebe ist, zeigt eine Fussnote im Bericht. Dort heisst es: «Auf der Grundlage neu verfügbarer Marktdaten und zusätzlicher Analysen wurde die Schätzung für die Goldnachfrage der Zentralbanken im ersten Quartal 2026 von 244 Tonnen auf 57 Tonnen revidiert. Die Differenz von 187 Tonnen wurde als ausserbörsliche (OTC) und sonstige Nachfrage neu klassifiziert». Mit 244 Tonnen hätten die Notenbanken im üblichen Umfang der vergangenen Jahre gekauft, der Rückgang auf 57 Tonnen ist ungewöhnlich. «Die OTC-Transaktionen fanden vor allem in Asien statt, insbesondere im zweiten Quartal», präzisiert Gopaul. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Krishan_Gopaul.jpg) Krishan Gopaul (Quelle: HO) Das World Gold Council versteht unter dem OTC-Handel (Over-the-Counter oder ausserbörslicher Handel) den direkten Kauf und Verkauf von Gold zwischen zwei Parteien ohne die Einschaltung einer zentralen Börse. Dieser dezentrale Markt – historisch stark um den Londoner Großhandelsmarkt zentriert – zeichnet sich durch individuelle Verträge, grosse Volumina und eine geringere regulatorische Sichtbarkeit aus. Gopaul räumt ein, dass es in diesem Bereich einen gewissen Graubereich gebe. Diese OTC-Aktivitäten, also vor allem die Nachfrage asiatischer Investoren, legte im zweiten Quartal deutlich um 34 Prozent auf 327,1 Tonnen zu und war eine der Stützen des Marktes. ### Schmuck zu teuer Die Investitionen in Gold-ETF, Goldbarren und Goldmünzen gingen im 2\. Quartal auf 262 Tonnen zurück (von 539,2 Tonnen im 1\. Quartal), da der sinkende Goldpreis im zweiten Quartal die zu Jahresbeginn beobachtete starke Dynamik dämpfte. «Es dürfte eine Mischung aus zunehmender Sorge wegen Inflation und Geopolitik sowie dem hohen Preis sein, der die Nachfrage dämpfte», sagt der WGC-Analyst. Auffällig ist, dass bei goldgedeckten ETF nicht nur die Nachfrage nachliess, sondern es sogar zu Abflüssen von 44,8 Tonnen kam. Gopaul will hier aber keinen Trend weg von ETF erkennen, da für das gesamte Halbjahr ein Zufluss bei Gold-ETFs zu verzeichnen sei. «Das Einkommensniveau und der Goldpreis haben einen direkten Einfluss auf die Schmucknachfrage», sagt Gaul. Die hohen Preise belasteten die Nachfrage im zweiten Quartal weiterhin, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent zurückging. Die Konsumenten steigen vermehrt auf andere Edelmetalle um. Doch nur die Absatzmenge sank, wertmässig stieg die Goldschmucknachfrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent. ### Das Angebot ist ziemlich statisch «Die Erwartung an die Zinsschritte des Federal Reserve sind wahrscheinlich bis zum Jahresende im Goldmarkt eingepreist», antwortet der Analyst auf die Frage, ob es denn Goldmarkt grundlegend verändert hätte, wenn die US-Notenbank diese Woche die Zinsen angehoben hätte. Der Goldpreis wird nicht nur von der Nachfrage «gemacht», sondern ebenso vom Angebot. Dieses blieb im zweiten Quartal mit 1269 t im Vergleich zum ersten Viertel fast unverändert – auch in den Vorquartalen bewegte sich der Minenausstoss auf diesem Niveau. «Die Produktion ist weniger preissensitiv und kann kurzfristig nicht verändert werden», sagt Gopaul. Im Moment sei das Angebot kein entscheidender Faktor für den Preis. Fazit: Der Markt wird im zweiten Halbjahr voraussichtlich weiterhin vom Investmentbereich angeführt werden, wobei einerseits die OTC-Aktivitäten von asiatischen Investoren getrieben wird, andererseits die Nachfrage nach Gold-ETF enger mit den Realrenditen, den Erwartungen an die US-Geldpolitik und dem Dollarkurs verknüpft sind. Unabhängig davon bleiben die Zentralbanken – vor allem aus Schwellenländern – bedeutende Käufer. --- ## **Schweiz: Barren gewinnen gegenüber Münzen an Bedeutung** Der Schweizer Edelmetallhändler Philoro spürte den vom World Gold Council verbuchten statistischen Rücksetzer allerdings nicht, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Vielmehr verzeichnet Philoro Schweiz bezüglich Verkauf von Barren und Münzen aus Gold und Silber im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Umsatzsteigerung. «Die Anzahl Transaktionen ging zwar zurück, aber die Warenkörbe wurden erheblich grösser. Selbst im Privatkundengeschäft stieg der Durchschnittskorb um gut 42 Prozent». Auch bezüglich Stückelungen habe sich gezeigt, dass Gold- und Silberbarren gegenüber den Münzen an Bedeutung gewonnen haben. Gemessen an der verkauften Stückzahl war bei den Goldmünzen das Goldvreneli 20 Franken am beliebtesten, gefolgt vom Krügerrand und dem Wiener Philharmoniker jeweils 1 Unze. Ebenfalls gemessen an der Stückzahl war bei Silber der Maple Leaf 1 Unze am meisten gefragt. Beim Ankauf von Gold und Silber hat der Anteil von Altgold und Altsilber in Form von Schmuck, Silberbesteck, Dentalgold und ähnlichem bei Philoro im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen, während der Ankauf von Anlageprodukten in Form von Münzen und Barren zurückgegangen ist. *(gru)* ### SNB schreibt 31 Milliarden Franken Gewinn auf Fremdwährungspositionen URL: https://www.tippinpoint.ch/snb-schreibt-31-milliarden-franken-gewinn-auf-fremdwahrungspositionen/ Last updated: 2026-07-31T05:53:11.000Z Die Schweizerische Nationalbank weist für das erste Halbjahr 2026 einen Gewinn von 25,2 Milliarden Franken aus. Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen belief sich auf insgesamt 31,7 Milliarden Franken. Die Zins- und Dividendenerträge betrugen 6,7 Milliarden beziehungsweise 1,7 Milliarden Franken. Die Zinsaufwände beliefen sich auf 400 Millionen Franken. Mit Zinspapieren und -instrumenten setzte es Kursverluste in der Höhe von 1,7 Milliarden Franken ab. Mit Aktien und anderen Beteiligungsinstrumenten erzielte die SNB einen Gewinn von 22,9 Milliarden Franken. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich auf insgesamt 2,5 Milliarden Franken. ### **Bewertungsverlust auf dem Goldbestand** Der deutliche Kursrückgang des Goldes bescherte der Notenbank einen Verlust von 6,4 Milliarden Franken. Ende 2025 kostete ein Kilogramm Gold 110’919 Franken; Ende Juni lag der Kilopreis bei 104’812 Franken. Die SNB hat im ersten Halbjahr weder Gold gekauft noch verkauft. Der Gewinn auf den Frankenpositionen betrug insgesamt 0,1 Milliarden Franken. Er resultierte im Wesentlichen aus der Verzinsung der Sichtguthaben auf Girokonten und aus sogenannten liquiditätsabschöpfenden Operationen. Die SNB schöpft Liquidität mit Repogeschäften und mit eigenen Schuldverschreibungen ab. Wie die SNB mit Blick auf mögliche Ausschüttungen an Bund und Kantone in einer Mitteilung schreibt, müsse sie Rückstellungen bilden, welche es erlauben, die Währungsreserven auf der geld- und währungspolitisch erforderlichen Höhe zu halten. Die Zuweisung für das laufende Geschäftsjahr wird Ende Jahr festgelegt. ### Bitget-Chefanalyst: Bitcoin wird seine Dominanz schrittweise verlieren URL: https://www.tippinpoint.ch/bitget-chefanalyst-bitcoin-wird-seine-dominanz-schrittweise-verlieren/ Last updated: 2026-08-09T12:19:46.000Z Bitget-Chefanalyst Ryan Lee erklärt, weshalb die Blockchain selbst kaum vom Tokenisierungsboom profitiert, warum Bitcoin seine Dominanz verlieren könnte und weshalb der digitale Euro eher Visa und Mastercard als Kryptowährungen herausfordert. _This post is for subscribers only._ ### Julius Bär: Langjähriger Medienchef Jan Vonder Muehll tritt nach 17 Jahren ab URL: https://www.tippinpoint.ch/julius-bar-langjahriger-medienchef-jan-vonder-muehll-tritt-nach-17-jahren-ab/ Last updated: 2026-07-30T09:16:16.000Z Nach fast 17 Jahren Verantwortung für Media Relations und Kommunikation bei Julius Bär habe er sich entschieden, die Bank Julius Bär zu verlassen, schreibt Jan Vonder Muehll in einem E-Mail. Es sei die Zeit gekommen, einen Schritt zu machen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/1578502005313.jpg) Jan Vonder Muehll (Linkedin) Das ist der zweite gewichtige Abgang in der Kommunikationsabteilung der Bank nach [Larissa Alghisi](https://www.tippinpoint.ch/larissa-alghisi-verlaesst-julius-baer/), die vor einem Jahr zurücktrat. Bank-CEO Stefan Bollinger versucht, einen völlig neuen Stil in der Bank zu etablieren, und hat sich damit auf eine Gratwanderung begeben. Der frühere Goldman-Sachs-Banker hat Anfang Jahr Cindy Leggett-Flynn als neue Kommunikationschefin der Bank installiert. Sie kam wenige Monate vor der Pleite zur Credit Suisse und musste die Bank im Zuge der Zusammenlegung mit der UBS wieder verlassen. Im Schreiben lässt Jan Vonder Muehll offen, was er nach einer Auszeit in Zukunft machen will. Ob er danach etwas völlig Neues anpacken werde oder doch wieder etwas Vertrautes, sei völlig offen. ### «Stimmt nicht» – Mario Grecos scharfes Urteil stösst auf Widerspruch URL: https://www.tippinpoint.ch/stimmt-nicht-mario-grecos-scharfes-urteil-stosst-auf-widerspruch/ Last updated: 2026-07-29T06:05:43.000Z Nachdem am Montag die Zurich ihr Schweigen zum Enforcement-Verfahren der Finma gebrochen hatte, ging CEO Mario Greco in die Offensive und gab Bloomberg ein kurzes Interview. Die Zurich Insurance Group habe im Zuge des Verfahrens mehr als zwölf Mitarbeitende entlassen. «Es ist bedauerlich, dass wir das Problem nicht selbst entdeckt haben – trotz aller Audits und Kontrollen, die wir durchführen», sagte er. Vereinbarte Korrekturmassnahmen seien nicht umgesetzt worden, was letztlich zum Enforcement-Verfahren geführt habe. Es sind Sätze, die es in sich haben – und auf scharfen Widerspruch stossen. Es stimme nicht, dass vereinbarte Kontrollmassnahmen der Finma intern nicht umgesetzt worden seien, sagt eine Quelle mit Kenntnissen der Vorgänge zu Tippinpoint. Auch stimme es nicht, dass mehr als zwölf Mitarbeitende entlassen worden seien. Einige Mitarbeitende, die im fraglichen Bereich beschäftigt gewesen seien, hätten selbst gekündigt. «Ihre Arbeitsverhältnisse sind nicht forciert beendet worden», sagt die Quelle. Eine andere Quelle innerhalb des Zurich-Konzerns stützt hingegen die Darstellung von Mario Greco. Es ist aussergewöhnlich, dass sich der CEO eines regulierten Unternehmens bereits vor Abschluss eines Enforcement-Verfahrens öffentlich derart klar positioniert, Fehler einräumt und auf Schuldige zielt. Ob das kommunikativ clever war, sei dahingestellt. Ebenso, ob es klug war, ein die Schweizer Aktivitäten betreffendes Verfahren auf einer amerikanischen Daten- und Nachrichtenplattform zu kommentieren. Das Finma-Verfahren ist ein heftiger Ausrutscher für das Topmanagement der Zurich – einerseits für Konzernchef Mario Greco, andererseits für Chief Risk Officer Peter Giger. Dieser nahm 2019 Einsitz in die Konzernleitung. Er kam von der Finma, wo er zwischen 2014 und 2018 den Versicherungsbereich des Regulators leitete. ### Vita: «Gelder jederzeit sicher» Am Dienstag veröffentlichte auch die Vita Sammelstiftung eine Stellungnahme zu den Vorgängen. Die Finma habe im Rahmen ihrer Aufsicht «Beanstandungen gegen unsere Dienstleistungspartnerin Zurich Lebensversicherungs-Gesellschaft AG erhoben und ein sogenanntes Enforcement-Verfahren eröffnet», heisst es darin. Die Stiftung sei eine rechtlich und organisatorisch selbständige Vorsorgeeinrichtung, betonte Vita. Die Gelder der Versicherten seien «jederzeit sicher und werden zweckgebunden» für die berufliche Vorsorge der Destinatärinnen und Destinatäre verwendet. Die «Weiterentwicklung in Richtung Autonomie» sei für die Sammelstiftung seit Längerem ein Thema und «integraler Bestandteil ihrer strategischen Weiterentwicklung», sagte Stefan Wyss, Präsident des Stiftungsrats. Die «aktuellen Ereignisse» hätten diesen Schritt beschleunigt. Die teilautonome Sammelstiftung Vita ist eng mit dem Zurich-Konzern verbunden. ### UBS: Im Wealth Management explodieren die Kosten – 4500 Jobs weg URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-im-wealth-management-explodieren-die-kosten-4500-jobs-weg/ Last updated: 2026-07-29T06:19:11.000Z Die UBS hat im zweiten Quartal 2026 einen Reingewinn von 2,8 Milliarden Dollar erzielt. Für das erste Halbjahr summiert sich der Gewinn auf 5,8 Milliarden Dollar. Die verwalteten Vermögen stiegen auf 7,3 Billionen Dollar. Im Wealth Management konnte die Grossbank den Gesamtertrag um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar steigern. Gleichzeitig zogen jedoch die Kosten weiter an. Der Geschäftsaufwand stieg auf bereinigter Basis um 6 Prozent und durchbrach erstmals die Marke von 5 Milliarden Dollar in einem Quartal. Haupttreiber dafür waren höhere variable Vergütungen für Kundenberater infolge der gestiegenen Erträge, wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Die Cost-Income-Ratio im Wealth Management lag bei 73,6 Prozent beziehungsweise bereinigt bei 71,5 Prozent. Positiv entwickelte sich das Neugeldgeschäft: Der Nettozufluss belief sich auf 35,5 Milliarden Dollar, während die verwalteten Vermögen gegenüber dem Vorquartal um 274 Milliarden auf knapp 4,95 Billionen Dollar zunahmen. Auch die Investment Bank steigerte ihren Ertrag wie erwartet deutlich. Der Bereich erwirtschaftete einen Vorsteuergewinn von 1,15 Milliarden Dollar, während die Erträge um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar zunahmen. Getrieben wurde das Wachstum vor allem vom Handelsgeschäft sowie vom Investment Banking. Im Vergleich zu den grossen US-Investmentbanken fiel die Entwicklung allerdings weniger berauschend aus. Während die grossen Konkurrenten wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Morgan Stanley im Handels- und Beratungsgeschäft von aussergewöhnlich starken Kapitalmärkten profitierten, blieb das Wachstum der UBS-Investmentbank hinter den Wall-Street-Grössen zurück. ### Beschleunigter Stellenabbau Der Personalabbau geht unvermindert weiter. Wie im Quartalsbericht nachzulesen ist, sank die Zahl der UBS-Beschäftigten erstmals seit der Übernahme der Credit Suisse unter die Marke von 100’000\. Per Ende Juni zählte die Bank 99’085 interne Beschäftigte. Rechnet man die Contractors dazu, sind es 112’388\. Im abgelaufenen Quartal hat die Bank deutlich mehr Personen entlassen als in den vergangenen Monaten. Insgesamt waren es 4500 Jobs – davon allein 2500 interne Stellen. ### Neues Aktienrückkaufprogramm Ausserdem hat die UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt, das bis spätestens Ende des zweiten Quartals 2027 laufen soll und Rückkäufe im Wert von 3 Milliarden Dollar vorsieht. In den nächsten drei Monaten sollen Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zurückgekauft werden. Bis Mitte Juli 2026 hatte die UBS im Jahr 2026 Aktien im Gesamtwert von 3 Milliarden Dollar zurückgekauft. ### Das Leonteq-Paradox: Warum die Aktie ein Kauf ist URL: https://www.tippinpoint.ch/das-leonteq-paradox-warum-die-aktie-ein-kauf-ist/ Last updated: 2026-07-28T15:30:09.000Z **Bulle:** Leonteq ist zurück. Sie haben im ersten Halbjahr geliefert und nach dem letztjährigen Verlust wieder Gewinn gemacht. Sie sind auf einem richtigen Weg. Ich habe einen schönen Betrag in diese Aktien investiert. **Bär:** Ich bin schon ein wenig länger investiert. **Bulle:** Du, als risikoaverser Pessimist? Dass ich das noch erleben darf, dass wir einmal auf derselben Seite sind. **Bär:** Wir sind zwar beide Leonteq-Aktionäre, aber kaum aus den gleichen Überlegungen heraus. **Bulle:** Ich habe Leonteq seit dem März auf meinem Radar gehabt, seit die Raiffeisen ihre Beteiligung grossteils an Rainer-Marc Frey verkaufte. Er hält jetzt mit Mitinvestoren 30 Prozent an Leonteq. RMF hat eine gute Nase für lohnende Investitionen, bei den Genossenschaftsbänklern bin ich mir da nicht sicher. **Bär:** Aber weisst du, was Frey will? Du sagst, Leonteq sei auf einem richtigen Weg. Aber welcher Weg ist denn der richtige? **Bulle:** Mach es nicht zu kompliziert. Für mich ist klar, dass es im Markt eine Nachfrage für das Engineering von strukturierten Produkten gibt. Leonteq kennt das Geschäft in- und auswendig und hat eine moderne Technologieplattform dafür. Gut geführt, muss es mit der Struki-Bude aufwärts gehen. Auf was achtest du denn, mein lieber Mitaktionär? ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Rainer-Marc_Frey-_Chairman-_Horizon21_AG_at_the_border_crossing_in_A_Day_in_the_Life_of_a_Refugee_-23876531283-.jpg) Rainer-Marc Frey: Masterplaner (Quelle: Wikipedia) **Bär:** Was die Zahlen anbelangt, achte ich auf das ausgewiesene Eigenkapital und speziell auf das CET1-Kapital, das qualitativ hochwertigste Eigenkapital. **Bulle:** Wie ich. Diese Zahlen zeigen, wie viel Wert in Leonteq steckt. Per Mitte Jahr beträgt das Eigenkapital rund 40 Franken je Aktie und das harte Kernkapital rund 37 Franken je Aktie. Das ist das 2,3- bis 2,5fache des Aktienkurses. **Bär:** Dieses Missverhältnis oder diese Unterbewertung, wie du meinst, gibt dir auch einen Hinweis, dass bei Leonteq viel zu viel Kapital gebunden ist. Sie müssen ihr Eigenkapital reduzieren. **Bulle:** Sie haben eben ihre Absicht bestätigt, Anfang 2027 einen Aktienrückkauf zu lancieren. Aber Leonteq ist ein Wertpapierhaus und muss als solches strengen regulatorischen Vorgaben wie eine Mindestkapitalquote erfüllen, ähnlich einer Bank. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Chart-7_27_2026-12_40_05-PM.png) Kursentwicklung Leonteq-Aktie (Quelle: LSEG / FT) **Bär:** Sie müssen ihr Geschäftsmodell anpassen. Jetzt garantiert Leonteq für all ihre strukturierten Produkte. Diese Risiken lasten auf ihrem Buch, deshalb müssen sie so viel Kapital vorhalten. Im Verhältnis dazu erzielen sie einen viel zu kleinen Ertrag. Die Rechnung kann nicht aufgehen. Sie müssen versuchen, Risiken aus ihrem Buch zu nehmen und auszulagern. **Bulle:** Und wie, schwebt dir ein Modell vor, wie es Picard Angst hat? Die konstruieren auch Strukis, auf Mandatsbasis, und beauftragen einen Grossen als Zahlstelle, mit der Abwicklung und all dem. **Bär:** In so eine Richtung könnte der Weg von Leonteq gehen. **Bulle:** Dafür müssen sie ihr Portfolio umbauen, was nicht von heute auf morgen geht. Leonteq hat Produkte, die noch über einige Zeit laufen. **Bär:** Ich schätze, so ein Umbau wird zwei, drei Jahre beanspruchen. Aber je weiter er fortschreitet, umso weniger Eigenkapital wird benötigt und umso mehr kann für Dividenden und Aktienrückkäufe freigemacht werden. **Bulle:** Und wo soll das enden? **Bär:** Leonteq muss versuchen, das operative Geschäft, soweit möglich, auf Vordermann zu bringen. Nach ein paar Jahren bleiben drei Möglichkeiten: Das Restgeschäft ist genügend rentabel und kann weiterbetrieben werden. Oder es wird an einen Grossen verkauft, natürlich ohne das darin steckende Kapital, das an die Aktionäre verteilt wird. Oder, wenn nichts hilft, wird der Betrieb eingestellt und das verbliebene Kapital ausgezahlt. **Bulle:** Ist das der Masterplan von Rainer-Marc-Frey? **Bär:** Meiner wäre es jedenfalls. Das ist das Paradoxe. Egal wie es für Leonteq ausgeht, sehe ich für RMF wie für uns hier eine sehr gute Chance, Gewinn zu machen. Eben weil so viel Eigenkapital vorhanden ist, viel mehr, als Leonteq an der Börse wert ist. **Bulle:** Mir wäre es recht, wenn Leonteq weiterleben würde. Aber ich wette, du glaubst nicht mehr daran. **Bär:** Ich wette nie. Aber ja, ich sage voraus, dass Leonteq in ein paar Jahren nicht mehr selbständig existiert. Sie wird verkauft oder abgewickelt. Irgendwann ist sie auch zu klein, als dass ein Dasein an der Börse noch viel Sinn ergäbe. ### Also doch: Greco bestätigt Enforcement-Verfahren – 12 Mitarbeitende entlassen URL: https://www.tippinpoint.ch/also-doch-greco-bestatigt-enforcement-verfahren-12-mitarbeitende-entlassen/ Last updated: 2026-07-28T05:59:19.000Z Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat für bestimmte Policen im Leben-Bereich ein Verkaufsverbot verhängt. Auslöser des Enforcement-Verfahrens sei gewesen, dass Kunden in der Schweiz Policen – die einer strengen Regulierung unterliegen – zu tieferen Preisen verkauft worden seien, als mit der Finma vereinbart gewesen sei. «Es ist bedauerlich, dass wir das Problem nicht selbst entdeckt haben – trotz aller Audits und Kontrollen, die wir durchführen», sagte CEO Mario Greco gegenüber Bloomberg. Vereinbarte Korrekturmassnahmen seien nicht umgesetzt worden, was letztlich zum Enforcement-Verfahren geführt habe. Die Konsequenz: Die betroffene Einheit innerhalb des Schweizer Geschäfts darf vorerst nur noch bestehende Kunden betreuen. Wie lange die Untersuchung dauern wird, ist unklar. Der Geschäftsbereich erwirtschafte jährlich einen Gewinn von rund 20 Millionen Franken. Das Verkaufsverbot werde deshalb «keine Auswirkungen» auf das Konzernergebnis haben. ### Mängel beim internen Kontrollsystem (IKS) Damit bestätigen sich Recherchen des [SonntagsBlick](https://www.blick.ch/wirtschaft/bad-news-fuer-super-mario-zurich-hat-die-finma-im-haus-id22135068.html?ref=tippinpoint.ch). Dieser berichtete, dass Schwerpunkt der Untersuchungen bei Mängel beim internen Kontrollsystem (IKS) liegen soll. Das Überwachungssystem ist wichtig, um Risiken zu erkennen, aber auch dafür zu sorgen, dass Geschäftsprozesse korrekt abgewickelt und Interessenkonflikte vermieden werden. Offenbar wurde in den vergangenen Jahren bei Investitionen in die Plattform gespart. Die Zurich Insurance Group ist in der Schweiz ein grosser Player in der beruflichen Vorsorge. Die Sammelstiftung Vita ist mit 27’000 angeschlossenen Unternehmen und rund 150’000 Versicherten das Flaggschiff. Sie verwaltet mehr als 22 Milliarden Franken Vorsorgevermögen. Wie in grösseren Fällen üblich, mandatierte die Finma einen sogenannten externen Untersuchungsbeauftragten. [Im Verfahren gegen die Zurich ](https://www.tippinpoint.ch/finma-hat-die-zurich-insurance-group-ins-visier-genommen/)handelt es sich um das Beratungsunternehmen BDO. Die Versicherung wiederum soll die Anwaltskanzlei Homburger mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt haben. ### Milliardenaffäre endet mit Mini-Busse und einem Bedingten URL: https://www.tippinpoint.ch/milliardenaffare-endet-mit-mini-busse-und-einem-bedingten/ Last updated: 2026-07-28T06:01:02.000Z Zum [Paukenschlag](https://www.tippinpoint.ch/schlappe-fuer-bundesanwaltschaft-im-fall-karimowa/) hatte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts bereits bei Beginn des Prozesses am 28\. April ausgeholt: Sie stellte das Verfahren gegen die usbekische Präsidententochter Gulnara Karimowa und ihren mutmasslichen Komplizen Bekhzod Akhmedow ein. Begründung: Die heute 54-Jährige Usbekin sei in ihrer Heimat seit 12 Jahren inhaftiert. Ihre Teilnahme an einem Prozess in der Schweiz sei frühestens 2028 möglich. Dann aber wären die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft – Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Geldwäscherei und Korruption – verjährt. Im Fall des früheren Mitarbeiters der Usbekin, der sich in Russland aufhält, kamen die Richter zum Schluss, er werde ebenfalls dauerhaft und unverschuldet an einer Teilnahme des Prozesses verhindert. Von der Anklage der BA verblieben damit die Vorwürfe gegen die Genfer Privatbank [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/bundesanwaltschaft-klagt-lombard-odier-wegen-schwerer-geldwaescherei-an/), die Karimowa und ihrem Netzwerk als Hausbank gedient hatte, sowie gegen einen ehemaligen Vermögensverwalter des Instituts. Der 55-Jährige, den die Bank entlassen hat, wurde nun vom Bundesstrafgericht wegen qualifizierter Geldwäscherei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Die Bank erhielt eine Busse von drei Millionen Franken, weil sie nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren gegen die Geldwäscherei durch ihren Angestellten getroffen hatte. Die Bundesanwaltschaft hatte höhere Strafen und Bussen beantragt. Das Gericht erachtete die lange Zeit seit den Straftaten in den Jahren 2011 und 2012 als strafmindernd. Im Fall der vor dem 27\. Juli 2011 vorgeworfenen Taten stellte das Gericht das Verfahren wegen Verjährung ein. Die Bundesanwaltschaft nahm das Urteil zur Kenntnis und erinnerte daran, dass sie schon früher angekündigt hatte, die Einstellung des Verfahrens gegen Karimowa bei der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts anzufechten. Lombard Odier machte darauf aufmerksam, dass das Bundesstrafgericht im Gegensatz zu den Forderungen der BA bloss eine limitierte Geldstrafe verhängt und auf eine Ersatzforderung verzichtet habe. Dennoch werde man das Urteil anfechten. Denn die Bank habe zum damaligen Zeitpunkt über robuste interne Kontrollmechanismen und Verfahren zur Bekämpfung der Geldwäscherei verfügt und die organisatorischen Anforderungen des Schweizer Strafrechts erfüllt. Lombard Odier erinnerte zudem daran, dass eine Verdachtsmeldung der Bank im Jahre 2012 das Verfahren ausgelöst hatte. In Berufung wird auch Karimowa gehen, wie ihr Verteidigungsteam um die Genfer Anwälte Grégoire Mangeat, Fanny Margairaz et Romain Wavre ankündigte. Ihnen geht es um die vom Gericht beschlossene Einziehung von mehr als 400 Millionen Franken. Dies sei angesichts der Einstellung des Verfahrens und des Rückzugs der meisten in Usbekistan unter zweifelhaften Umständen erhobenen Beweise gegen ihre Klientin überraschend. Die Anwälte spielten damit auf die [zweimalige Reise des Gerichts nach Usbekistan](https://www.tippinpoint.ch/fall-karimowa-bundesstrafgericht-reist-erneut-nach-usbekistan/) zu zusätzlichen Beweiserhebungen an. Die Verteidiger erinnerten zudem daran, dass die Tochter des früheren usbekischen Präsidenten Islam Karimow gemäss einem UNO-Gremium willkürlich inhaftiert ist. ### 313 Millionen Dollar an Usbekistan zurückerstattet Noch ist das letzte Wort in der Affäre um Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe dreier internationaler Telekomkonzerne bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen in Usbekistan nicht gesprochen. Für die Schweizer Justiz ist das Ergebnis trotz Verfahrenskosten von 2,3 Millionen Franken unbefriedigend. Das hat auch mit [Pannen und strategischen Problemen bei der Bundesanwaltschaft](https://www.tippinpoint.ch/prozess-gegen-usbekischen-prinzessin-unter-ungewissen-vorzeichen/) zu tun. Bereits 2018 hatte der Bundesrat beschlossen, alle rechtskräftig eingezogenen Gelder nach Usbekistan zu retournieren. Das ebnete den Weg zu Strafbefehlen gegen vier in Usbekistan zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Karimowa-Komplizen und zur Einziehung von fast 700 Millionen Franken. Gestützt auf ein Abkommen mit Usbekistan und einem UNO-Treuhandfonds hat die Schweiz in zwei Tranchen inzwischen 313 Millionen Dollar an Usbekistan für Projekte zugunsten der dortigen Bevölkerung zurückerstattet. Bei den jetzt vom Bundesstrafgericht eingezogenen Geldern geht es unter anderem um die Lombard-Odier-Konten der von Karimowa beherrschten Briefkastenfirma Takilant auf Gibraltar. Sie wurden bereits im Zuge eines Strafbefehls der BA eingezogen. Dieser Strafbefehl sei wegen der Einsprache von Takilant aber nicht rechtskräftig geworden, erklärte das Gericht auf Anfrage von Tippinpoint. Mit dem jetzigen Urteil, das den Strafbefehl substituiere, habe das Gericht die Einziehung dieser Gelder verfügt. Die weiteren Einziehungen seien neu und nicht Gegenstand der Strafbefehle der BA gewesen. Bisher vergeblich bemüht sich ausserdem eine Gruppe von Gläubigern der 2010 in Konkurs gegangenen Firma Zeromax im Kanton Zug um die in der Karimowa-Affäre beschlagnahmen Gelder. Die Gruppe, die neben Kleinunternehmern aus Süddeutschland auch brasilianische Fussballer wie Rivaldo vertritt, wurde als Privatklägerin vom Karimowa-Verfahren der BA ausgeschlossen. Ohne Erfolg blieb bisher eine Staatshaftungsklage dieser Gläubiger gegen die Schweiz. ### Partners Group erhält Zugang zu 75 Millionen Revolut-Kunden URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-erhalt-zugang-zu-75-millionen-revolut-kunden/ Last updated: 2026-07-28T07:15:04.000Z Das Fintech Revolut baut sein Vermögensverwaltungsgeschäft aus und öffnet seinen mehr als 75 Millionen Kunden in Europa den Zugang zu Private-Markets-Fonds. Zu den Anbietern gehören die Zuger Partners Group, Apollo, Ares und Hamilton Lane. Damit erhalten die Investment-Manager Zugang zu einem der grössten Retailkundenpools Europas. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gebeutelte Private-Markets-Branche verstärkt nach neuen Geldquellen sucht. Partners Group musste [bei mehreren Fonds die Gates](https://www.tippinpoint.ch/partners-group-die-probleme-bei-den-evergreen-fonds-weiten-sich-aus/) hochfahren, nachdem die Rücknahmeorders der Kunden die Limiten überstiegen hatten. Meist wollten vermögende Privatkunden ihre Gelder abziehen. Ein wichtiger Vertriebskanal ist das [Wealth Management der UBS](https://www.tippinpoint.ch/werden-die-turbulenzen-der-partners-group-auch-fuer-die-ubs-zum-problem/). Entsprechend wurde die [Gesellschaft an der Börse ](https://www.tippinpoint.ch/wo-die-probleme-bei-partners-group-wirklich-liegen/)abgestraft. Auch Apollo und Ares gehörten zuletzt zu den Anbietern, die Rücknahmen bei einzelnen Fonds eingeschränkt haben. Der Zugang zu Millionen potenzieller Privatanleger über Revolut dürfte deshalb helfen, frisches Kapital zu gewinnen und die Anlegerbasis zu verbreitern. Gratis stellt Revolut seine Vertriebspower nicht zur Verfügung. Revolut erhebt zwar keine zusätzlichen Plattform- oder Transaktionsgebühren. Das Fintech erhält stattdessen Retrozessionen auf den jeweiligen Anteilsklassen der Fonds. Rolandas Juteika, Head of Wealth and Trading (EEA) bei Revolut, lässt sich in einer Medienmitteilung vom Montag so zitieren: «Private Markets waren aufgrund des mangelnden Zugangs lange die fehlende Anlageklasse im Portfolio des durchschnittlichen Anlegers. Durch die Partnerschaft mit Branchengrössen wie Apollo, Hamilton Lane und Partners Group verändern wir diese Situation grundlegend.» ### «Grundsätzlich illiquid» Um den Retailzugang überhaupt zu ermöglichen, sind die Fonds bei Revolut im Rahmen des EU-ELTIF-2.0-Regimes (European Long-Term Investment Fund) strukturiert. In der Medienmitteilung weist Revolut darauf hin, dass diese Fonds «grundsätzlich illiquide» seien. Rücknahmen seien nicht garantiert und könnten gemäss den Bedingungen des jeweiligen Fonds beschränkt oder ausgesetzt werden. «Diese Fonds sind daher ausdrücklich für langfristige Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont konzipiert, die keinen unmittelbaren Zugriff auf ihr Kapital benötigen.» ### Finma hat die Zurich Insurance Group ins Visier genommen URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-hat-die-zurich-insurance-group-ins-visier-genommen/ Last updated: 2026-07-27T05:57:30.000Z Bei der Zurich Insurance Group ist die Finma eingefahren. Dies bestätigen mehrere Quellen mit Kenntnissen der Vorgänge. Bisher seien rund ein Dutzend Mitarbeitende von der Finma befragt worden. Wie in grösseren Fällen üblich, mandatierte die Behörde einen sogenannten externen Untersuchungsbeauftragten. Im Verfahren gegen die Zurich handelt es sich um das Beratungsunternehmen BDO – nicht Deloitte, wie der *SonntagsBlick* gestern schrieb. Die Versicherung wiederum soll die Anwaltskanzlei Homburger mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt haben. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen sollen Mängel beim internen Kontrollsystem (IKS) sein. Für eine Versicherung ist dieses Überwachungssystem äusserst wichtig, um Risiken zu erkennen, aber auch dafür zu sorgen, dass Geschäftsprozesse korrekt abgewickelt und Interessenkonflikte vermieden werden. Offenbar wurde in den vergangenen Jahren bei Investitionen in die Plattform gespart, wie eine Quelle sagt. Das soll sich nun rächen. Im Fall der Zurich geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit darum, ob die Versicherung das sogenannte Lebengeschäft im Griff hat, einen besonders sensiblen Bereich. Die Zurich Insurance Group ist in der Schweiz ein grosser Player in der beruflichen Vorsorge. Und die von der Zurich ausgelagerte Sammelstiftung Vita ist mit 27’000 angeschlossenen Unternehmen und rund 150’000 Versicherten das Flaggschiff. Sie verwaltet mehr als 22 Milliarden Franken Vorsorgevermögen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/2500x1250-mario-greco--1--1.jpg) Mario Greco, seit 2016 CEO der Zurich Insurance Group / Zurich Die Sammelstiftung der Zurich gilt als eine der ältesten der Schweiz. Entstanden ist sie 2003 nach dem Platzen der Dotcom-Blase und den darauf folgenden Zinssenkungen der Notenbanken. Das damalige Marktumfeld riss grosse Löcher in die Bilanzen der Versicherer. Mit der Auslagerung wurde das Anlagerisiko den Versicherten übertragen. Zugleich verblieben wichtige Dienstleistungen bei der Zurich – etwa Verwaltung, Administration, Anlagemanagement und die Risikoabdeckung für Invalidität und Todesfall. Dieser sogenannte Rückversicherungsbereich gilt als besonders lukrativ. ### Heikle Schnittstelle Was genau bei der Zurich schiefgelaufen ist, sollen die Abklärungen zeigen. Klar ist: Die Finma und die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge schauen bei rechtlich selbstständigen Sammelstiftungen genauer hin. Dabei rückt die Schnittstelle zwischen den Stiftungen und den gewinnorientierten Versicherern zunehmend ins Visier der Regulatoren. Das Gesetz verlangt, dass die Kosten für Verwaltung und Rückversicherung zu Marktpreisen abgerechnet werden. Ein schwaches internes Kontrollsystem kann dazu führen, dass Quersubventionierungen oder überrissene Gebühren zugunsten des Mutterkonzerns unter dem Radar bleiben. Die Kernaufgabe des IKS besteht darin, sicherzustellen, dass Entscheide im Interesse der Versicherten getroffen werden – und nicht im Interesse der Aktionäre. An diesem Punkt kommt es schnell zu Konflikten. Die Zurich Insurance Group ist primär ihren Aktionären verpflichtet. Seit 2016 ist Mario Greco CEO der Gruppe. Der gebürtige Neapolitaner führt den Konzern mit harter Hand; Kostensenkungen gehören zu den Kerndisziplinen des früheren McKinsey-Beraters. Schaut man auf den Aktienkurs, ist Greco hoch erfolgreich: Der Wert der Aktie hat sich seit seinem Amtsantritt fast verdreifacht. Der Konzern **vom** Mythenquai wird an der Börse mit knapp 100 Milliarden Franken bewertet. ### Andrea Orcel am Ziel: Commerzbank hisst die weisse Fahne URL: https://www.tippinpoint.ch/andrea-orcel-am-ziel-commerzbank-hisst-die-weisse-fahne/ Last updated: 2026-07-27T05:45:26.000Z Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht zu Ende. Verwaltungsratspräsident Jens Weidmann hat die italienische Unicredit öffentlich zu Gesprächen mit dem Management in Frankfurt aufgefordert. «Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar», sagte er. Nun gehe es darum, in konstruktiven Verhandlungen wichtige Eckpunkte für Mitarbeitende, Aktionäre und Kunden festzulegen. Die Aussagen gelten als erstes öffentliches Eingeständnis der Commerzbank-Spitze, dass der Kampf um die Eigenständigkeit verloren ist. Nachdem sich Unicredit-CEO Andrea Orcel weitere 17 Prozent der Aktien gesichert hat, dürfte die italienische Grossbank nach den aufsichtsrechtlichen Genehmigungen knapp die Hälfte der Anteile an der zweitgrössten deutschen Bank kontrollieren. Damit nimmt sie eine dominierende Stellung im Aktionariat sein. Weidmanns Vorstoss markiert einen deutlichen Strategiewechsel. Während sich die Commerzbank-Führung in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten vehement gegen eine Übernahme gewehrt hatte, scheint scheinen nun Details eines Zusammenschlusses in den Vordergrund zu rücken. Gleichzeitig setzt sich Weidmann dafür ein, dass die aktuelle Commerzbank-Führung mit Bettina Orlopp an der Spitze teil der Gespräche über die Zukunft der Bank ist. Andrea Orcel hat das bisher abgelehnt. ### Dollar-Derivate-Skandal: Geschasste Berater bereiten Klagen gegen die UBS vor URL: https://www.tippinpoint.ch/dollar-derivate-skandal-geschasste-berater-bereiten-klagen-gegen-die-ubs-vor/ Last updated: 2026-07-24T09:30:58.000Z Sie sollen den Kopf für ein systemisches Versagen hinhalten. Dazu scheinen Mitarbeitende aus dem Wealth Management der Bank aber keine Lust zu haben. Wie Recherchen zeigen, wehren sich mehrere UBS-Kundenberater gegen ihre Entlassung. Mit Anwälten bereiten sie Klagen gegen die Grossbank vor. Insgesamt hat die UBS im Zusammenhang mit der Affäre um die Dollar-Derivate sieben Beschäftigte entlassen. Aus Sicht der Kundenberater erfolgten die Kündigungen missbräuchlich. Vor über einem Jahr erschütterte ein Skandal um komplexe Fremdwährungskonstrukte die UBS. Die ursprünglich für professionelle Kunden positionierten Produkte wurden über mehrere Jahre auch vermögenden Kunden im Wealth Management der Bank angeboten. Die UBS versprach, dass mit den Währungsderivaten «Liquidität im Portfoliokontext attraktiv bewirtschaftet werden kann», wie es in einem inzwischen gelöschten LinkedIn-Beitrag eines UBS-Managers heisst. Statt Cash auf den Konten schlummern zu lassen, sollten die Kunden ihr Geld in sogenannten Range Target Profit Forwards (RTPFs) anlegen. Diese Produkte werfen attraktive Erträge ab, solange sich ein Währungspaar innerhalb einer bestimmten Bandbreite bewegt. Die erheblichen Risiken, die bei starken Währungsschwankungen entstehen, durchblickten jedoch nur die wenigsten – weder bankintern noch auf Kundenseite. Zum grossen Unfall kam es Anfang April 2025, als Donald Trump seine Zollankündigungen im Garten des Weissen Hauses machte und damit die Devisenmärkte in Aufruhr versetzte. Massenhaft rutschten die Range-Produkte der UBS aus den Bandbreiten. Zahlreiche Kunden mussten zusätzliches Geld einschiessen, das den ursprünglichen Kapitaleinsatz deutlich überstieg. Vermögende Kunden fielen aus allen Wolken, als sie von ihren Kundenberatern Margin Calls erhielten. Die Verluste fielen häufig doppelt ins Gewicht, weil die Kunden für den Kauf der FX-Produkte ihre Aktiendepots belehnten. ### So schnell wie möglich vom Tisch Nach dem Knall im April wollte die UBS das Thema so schnell wie möglich vom Tisch haben. Bereits vier Monate später sagte Sergio Ermotti anlässlich der Halbjahreskonferenz der UBS Ende Juli, eine interne Untersuchung hätte ergeben, dass rund 3000 Kundinnen und Kunden in der Schweiz diese Produkte in den letzten 12 bis 18 Monaten gehalten hatten. Bei weniger als 200 davon sei es zu Situationen gekommen, in denen sich Kundenberater nicht an die Regeln gehalten hätten. Verantwortlich sei eine Handvoll Personen an wenigen Standorten. Diese müssten mit Konsequenzen rechnen. Ermottis Aussagen erwecken den Eindruck, als hätte die UBS die Verantwortlichen bereits identifiziert gehabt. Dabei war die interne Untersuchung zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abgeschlossen. Wie konnte die Bank so kurz nach dem Knall und lange vor Abschluss der Untersuchung wissen, wer die vermeintlichen Schuldigen waren? Das ist nur einer von mehreren Punkten, die Betroffene an einem offenen und fairen Untersuchungsverfahren zweifeln lassen. Stand heute ist die Affäre für die UBS noch nicht ausgestanden. Neben den entlassenen Kundenberatern, über die zuerst [Inside Paradeplatz](https://insideparadeplatz.ch/2026/07/06/ubs-dollar-skandal-7-subalterne-allein-bestraft/?ref=tippinpoint.ch) Anfang Juli berichtete, laufen weiterhin Auseinandersetzungen mit Kunden, die wegen ihrer Verluste gegen die Bank vorgehen. Hinzu kommt, dass sich auch die Finma mit dem Fall beschäftigt. Allerdings hat die Aufsicht bisher keine externe und damit unabhängige Untersuchung angeordnet. Was die Finma bisher gemacht hat: Sie hat mehrere UBS-Angestellte zu Gesprächen aufgeboten. Gemäss informierten Quellen wurden unter anderem August Hatecke und hohe Kader aus dem FX-Bereich der Investmentbank vorgeladen. Hatecke ist Chef des Wealth Managements Schweiz und ist bisher unbeschadet durch den Derivate-Skandal gekommen, obwohl er zu den treibenden Kräften beim Vertrieb der Produkte gehörte und die operative Verantwortung für das Schweizer Wealth Management trägt. Er sitzt in der Geschäftsleitung des Global Wealth Management von Iqbal Khan und rapportiert zusätzlich an Schweiz-Chefin Sabine Keller-Busse. Es ist davon auszugehen, dass sowohl Keller-Busse als auch Iqbal Khan stets über den Vertrieb der Produkte informiert waren. Sie stehen weit oben in einer langen Kette, die bei den einzelnen Kundenberatern und Investment Advisors beginnt und über sogenannte Desk Heads und Regionschefs bis zu August Hatecke führt. Eine ähnlich lange Kette zieht sich im Bereich Risk von unten bis nach oben. Alle wichtigen Daten werden durch das Controlling erfasst, auf Monatsbasis werden detaillierte Reports erstellt, in denen die Zahl der Abschlüsse, die Telefongespräche mit Kunden, die verschickten E-Mails und so weiter erfasst werden. ### Weekly Sales Calls im Grünenhof Intern ein grosses Thema waren die sogenannten Weekly Sales Calls, die August Hatecke initiierte. Jeweils am Montagmorgen um acht Uhr fand eine Art Rütlirapport statt. Kundenberater und Investment Advisors von der Front hatten sich im Grünenhof in Zürich zu versammeln, wo die Truppe auf die neuesten Produkte eingeschworen wurde. Die Teilnahme galt als Pflichttermin für das Schweizer Wealth Management. Rund 200 Personen nahmen jeweils physisch teil, gleichzeitig wurde die Veranstaltung über UBS TV übertragen. Besonders erfolgreiche Berater präsentierten auf der Bühne ihre «Success Story». Produktspezialisten der Investmentbank, des Fremdwährungsbereichs und der Abteilung für strukturierte Produkte traten ebenfalls auf. Auch UBS-CIO Daniel Kalt und später sein Nachfolger traten auf. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Playtherange.jpg) «Play the Range»: Weekly Sales Call im Grünenhof mit August Hatecke (links) Unter dem Motto «Play the Range» wurden von August Hatecke insbesondere die Rage-Produkte stark gepusht. Quartalsweise wurden die Teams mit den besten Verkaufszahlen ausgezeichnet. Als Geschenk erhielten sie Champagner fürs Team oder Eishockey-Trikots. Teilnehmer berichten rückblickend von einer Atmosphäre, die sich wie eine Sekte angefühlt habe. Nach dem Knall im April 2025 wurden die Weekly-Sales-Call-Veranstaltungen umbenannt. Sie heissen heute Weekly Market Update. ### Keine unabhängige Untersuchung Die entlassenen Berater kritisieren die Art und Weise, wie die UBS die interne Untersuchung durchführte. Gemäss Quellen wurden einzelne Mitarbeitende ohne Vorankündigung nach Zürich beordert und bis zu eineinhalb Tage befragt. Erst am Ende der Befragungen seien konkrete Vorwürfe erhoben worden. Das Ergebnis der Untersuchung habe sich danach mehrfach verzögert. Anfang 2026 wurden dann Kündigungen ausgesprochen, wegen nicht näher definierten disziplinarischen Verstössen. Welche internen Richtlinien sie konkret verletzt haben sollen, wurden den Betroffenen offenbar nicht mitgeteilt. Manche sollen bis heute auf die Protokolle warten. Andere Kundenberater und Vorgesetzte wurden später, teilweise lediglich per Teams, befragt. Zudem sollen sie vorgängig informiert worden sein, Einsicht in ihre Protokolle erhalten und sich entsprechend vorbereitet haben können. Zudem seien längst nicht alle Berater untersucht worden, welche die Range-Produkte verkauft hätten. Die Betroffenen sehen darin ein Indiz dafür, dass von einem systemischen Versagen ablecken wolle. Schliesslich seien, wie oben beschrieben, auch Desk Heads und Region Heads für die Kontrolle des Geschäfts verantwortlich gewesen. Gleichzeitig hätten interne Audits die entsprechenden Bereiche über Jahre positiv beurteilt, obwohl das Geschäft mit den Devisenderivaten stark gewachsen sei. Hinzu kommt, dass es bereits in der Vergangenheit ähnliche Fälle gegeben hatte. So kam es nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses 2015 zu erheblichen Verlusten bei vergleichbaren Produkten. Auch beim Einbruch des britischen Pfunds nach dem Brexit sowie bei Gold-Derivaten sollen Kunden teilweise entschädigt worden sein. Die UBS lehnte eine Stellungnahme ab. ### Nachfolgelösung mit Krypto URL: https://www.tippinpoint.ch/nachfolgelosung-mit-krypto/ Last updated: 2026-07-24T07:25:54.000Z Bekannte Namen aus der Bitcoin-Szene, etwa die Autorin und Anlegestrategin Lyn Alden und der Tech-Unternehmer Jeff Booth, haben mit Orange Juice eine Permanent-Capital-Gesellschaft gegründet. Mit 40 Millionen Dollar Startkapital werden sie kleine und mittelgrosse, profitable Unternehmen erwerben. Sie wollen das gekaufte Unternehmen auf dem zukünftigen Wachstumskurs unterstützen und legen einen Teil der Gewinne dauerhaft in Bitcoin an. Die übernommenen Unternehmen könnten so ihre Identität behalten, während sich die Gründer zur Ruhe setzen, den Betrieb fortsetzen oder die Führung im Laufe der Zeit abgeben. Verkäufer erhalten einen Teil ihrer Gegenleistung in Form von Orange-Juice-Anteilen. «Der Aufbau eines Unternehmens dauert Jahrzehnte. Gründer verdienen mehr als nur einen Weg, wenn es an der Zeit ist, die Eigentumsverhältnisse zu übertragen», geben die Gründer zu Protokoll. Im Gegensatz etwa zu Strategy, dem «Erfinder» des Bitcoin-Treasury, fliesst hier nicht gehebeltes Fremdkapital in den Bitcoin, sondern reale Einnahmen aus der Realwirtschaft. Orange Juice hielt fest, dass es als Permanent-Capital-Gesellschaft und nicht als traditioneller Private-Equity-Fonds strukturiert sei und daher nicht an Fondszyklen oder den Druck zum Weiterverkauf von Portfoliounternehmen gebunden sei. Glaubwürdigkeit erhält das Unternehmen dadurch, dass der mexikanische Milliardär Ricardo Salinas als Ankeraktionär fungiert. Ricardo Salinas, dessen Vermögen auf gegen 6 Milliarden Dollar geschätzt wird, hält Anteile am Einzelhandelsunternehmen Grupo Elektra SAB. Gegenüber Bloomberg gab er einst an, dass sein Vermögen zu 70 Prozent in Bitcoin und zu 30 Prozent in Gold und Goldminen investiert sei. Er habe keine einzige Anleihe und keine anderen Aktien, ausser vom eigenen Unternehmen. Er habe einen diversifizierten Mischkonzern aufgebaut, der Millionen von Kunden in Lateinamerika bediene und über 170’000 Mitarbeiter beschäftige. Daraus habe er zwei Dinge gelernt: «Cashflow ist König, und man kann sich nicht darauf verlassen, dass Regierungen den Wert des eigenen Geldes schützen», wird Salinas zur Firmengründung zitiert. Auf dem Kurznachrichtendienst X setzte Salina vor Kurzem diese Meldung ab: «Es ist nun fast eine Woche her, seit @ORANGEJUICE\_BTC eine Kapitalbeschaffung in Höhe von 40 Millionen Dollar angekündigt hat, die von mir geleitet wird. In dieser Zeit haben sich Hunderte potenzieller Investoren, Unternehmer und Betreiber bei uns gemeldet. Unsere Botschaft findet Anklang. Die Welt wünscht sich eine Alternative zum Private-Equity-Sektor – solides Kapital, das auf solider Währung basiert.» Salinas hat zusammen mit zwei Schweizer Krypto-Pionieren – Pascal Hügli und Daniel Jungen – ein Buch über die Geschichte des Geldes verfasst. «The Bitcoin Enlightenment» soll gemäss Pressemitteilung «die wahre Funktionsweise der Fiat-Währungen – ein System, das auf Undurchsichtigkeit, Täuschung und unaufhörlicher Inflation beruht» enthüllen. ### Vontobel steigert Halbjahresgewinn auf Rekordniveau URL: https://www.tippinpoint.ch/vontobel-steigert-halbjahresgewinn-auf-rekordniveau/ Last updated: 2026-07-24T06:12:00.000Z Vontobel hat im ersten Halbjahr 2026 den höchsten Halbjahresgewinn ihrer Geschichte erzielt. Der Reingewinn stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 87 Prozent auf 216 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag legte um 24 Prozent auf 852 Millionen Franken zu. Gleichzeitig verbesserte sich die Cost-Income-Ratio deutlich von 77,9 auf 67,9 Prozent, teilte die Bank mit. Die verwalteten Vermögen erhöhten sich per Ende Juni um 5 Prozent auf 252,2 Milliarden Franken. Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf 2,5 Milliarden Franken, nach 2,0 Milliarden im Vorjahr. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 23,2 Prozent. Getrieben wurde das Ergebnis laut Vontobel von einer hohen Kundenaktivität und einer tieferen Kostenbasis. Das laufende Effizienzprogramm über 100 Millionen Franken kommt schneller voran als geplant und soll bis Ende Jahr abgeschlossen werden. Im Privatkundengeschäft flossen der Bank gemäss Mitteilung in allen Regionen neue Gelder zu. Besonders dynamisch soll sich das Geschäft in den USA entwickelt haben. Dort eröffnet Vontobel einen neuen Standort in Los Angeles. In Deutschland folgt im Oktober eine Niederlassung in Düsseldorf. Im Geschäft mit strukturierten Produkten profitierte die Bank von der hohen Nachfrage nach Produkten auf Rohstoffe und US-Aktien. Im institutionellen Geschäft konnte die Bank die Abflüsse stoppen. ### Neuer CFO war kurz bei Leonteq Auch personell stellt sich die Bank neu auf. Antoine Boublil übernimmt per August die Funktion des Chief Financial Officer und wird Mitglied der Konzernleitung. Zuvor hatte er unter anderem [ein kurzes Gastspiel als CFO bei der Derivateboutique Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/personalchaos-bei-leonteq-neuer-cfo-schon-wieder-weg/). Gleichzeitig werden Gianpiero Galasso, Leiter Private Clients Europe & Middle East, Andrew Jackson, Leiter Investments, sowie Christoph von Reiche, Leiter Institutional Clients, ins Executive Committee aufgenommen. Die Co-CEOs Christel Rendu de Lint und Georg Schubiger sehen das Ergebnis als Bestätigung des Geschäftsmodells. Die gestiegenen Erträge, die verbesserte Effizienz und die starke Kapitalisierung lägen sämtlich über den langfristigen Zielwerten der Bank. ### Bekannte Kryptobörse macht Laden dicht URL: https://www.tippinpoint.ch/bekannte-kryptoborse-macht-laden-dicht/ Last updated: 2026-07-24T07:34:10.000Z Elf Jahre war BitMEX ein bedeutender Name im Krypto-Trading. Dieses Jahr wie der Handelsplatz aber endgültig geschlossen. Die mit regulatorischen Problemen kämpfende Kryptobörse hatte bereits im Februar 2025 einen Broker mit der Suche nach einem Käufer beauftragt – ohne Erfolg. Am 23\. September endet nun die Geschichte des Erfinders des unbefristeten (Perpetual-Swap) mit 100-facher Hebelwirkung endgültig. Gründer Arthur Hayes startete 2014 mit dem erklärten Ziel, Privatanlegern professionelle Krypto-Derivate zugänglich zu machen. Der Perpetual-Swap entwickelte sich zum meistgehandelten Produkt im Kryptobereich und wird von zahlreichen Handelsplätzen angeboten. BitMex stieg zum Marktführer im Derivatehandel auf, musste diese Position in den vergangenen Jahren aber Binance und Bybit überlassen und ist ins Mittelfeld abgerutscht. BitMEX bekannte sich 2024 wegen eines unzureichenden Programms zur Bekämpfung der Geldwäsche des Verstosses gegen das Bankgeheimnisgesetz schuldig und wurde im Januar 2025 mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Millionen Dollar belegt. Präsident Donald Trump begnadigte die Firmengründer im März 2025. Die Registrierung neuer Konten bei BitMex ist bereits eingestellt. Die Nutzer haben zwei Monate Zeit, ihre Positionen aufzulösen. Ab diesem Zeitpunkt wird BitMEX die neuen Positionen blockieren und nur noch Reduzierungsgeschäfte zulassen – ausserdem wird die Börse verbleibende offene Positionen zwangsweise schliessen, um den Markt geordnet abzuwickeln. Die Kryptobörse erklärte, sie übernehme keine Verantwortung für Handelsverluste, die daraus resultierten, dass ein Nutzer seine Positionen nicht vor Ablauf der Frist schliessen könne. Alle gestakten BMEX-Token wurden freigegeben und auf die Konten der Inhaber zurückgeführt. Nutzern, die weiterhin Vermögenswerte auf der Plattform belassen, wird monatlich eine Gebühr von 50 Dollar oder 1 Prozent pro Jahr berechnet, je nachdem welcher Betrag höher ist. ### Eine App gegen die Systemkrise URL: https://www.tippinpoint.ch/eine-app-gegen-die-systemkrise/ Last updated: 2026-07-24T07:06:37.000Z In der stagnierenden Kryptobranche gehört die Tokenisierung von realen Vermögenswerten neben Stablecoins momentan zu den wenigen Wachstumsthemen. Wie oft im Blockchainbereich wird mit fantastischen Zahlen hantiert. Ein aktueller Bericht der US-Grossbank Citi mit dem Namen «Tokenization 2030: Wall Street On-Chain» prognostiziert den Markt für tokenisierte Wertpapiere bis 2030 auf 5,5 Billionen Dollar, ausgehend von heute rund 17 Milliarden – darin sind neben Aktien auch Anleihen, Schuldverschreibungen, Gold und andere Vermögenswerte berücksichtigt. Die Bandbreite reicht dabei je nach Adoptionstempo von 2,7 bis 8,2 Billionen Dollar. Auch wenn diese Zahlen sehr hoch erscheinen, ist das aktuelle Wachstum unbestritten hoch: Der Markt für tokenisierte Aktien verzeichnete Mitte 2026 ein Rekordhoch von 2,3 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Damit hat sich der Sektor seit März 2026 mehr als verdoppelt und ist gegenüber dem Vorjahr bereits um das Fünffache gewachsen. ### Tokenisierter Inflationsschutz Wie so oft im Finanzmarkt findet die Entwicklung vor allem in den USA statt. Doch nun startet auch in der Schweiz ein Projekt. Das Zuger Fintech DFX präsentiert erstmals eine Lösung mit der vollwertige tokenisierte Aktien auf einer App per Banküberweisung erworben und verwahrt werden können. Tokenisiert werden mit dieser App die Anteilsscheine des Schweizer Unternehmens RealUnit, das ein «inflationsgeschütztes» Investment in Sachwerte wie Dividendenaktien, Edelmetalle, Immobilien und Bitcoin anbietet. Dass die Anleger den gesamten Weg vom Bankkonto bis zum selbst verwahrten Aktientoken in einer einzigen Anwendung zurücklegen können, bezeichnen die beiden Parteien in der Medienmitteilung als «Weltpremiere für eine börsenkotierte Gesellschaft». Die Schweizer Lösung grenzt sich von den US-Anbietern ab. Produkte wie xStocks, die Aktien-Token von Robinhood, oder Ondo Global Markets sind nur Zertifikate einer Zweckgesellschaft: Der Käufer erhält einen Anspruch auf den Wert einer Aktie, die ein Dritter für ihn hält, aber er wird nicht selbst Aktionär. Im Sommer 2025 erhob die Gesellschaft OpenAI Einspruch gegen OpenAI-Token von Robinhood. Diese Token, die ohne Einwilligung der KI-Gesellschaft erstellt wurden, seien keine Aktien. ### Direkter Weg zur Aktie Bei der DFX-RealUnit-Lösung sind Eigentum, Verwahrung und Übertragung digital organisiert. Beim RealUnit Token kann man gemäss Joshua Krüger, Head of Growth der DFX, dank der hiesigen Gesetzgebund den «direkten Weg» nehmen. Der Token ist eine Namenaktie der RealUnit AG, ausgestaltet als Registerwertrecht nach dem Schweizer DLT-Gesetz auf der Ethereum-Blockchain. «Die beste Blockchain ist die, die man gar nicht bemerkt», wird DFX-CEO Cyrill Thommen in der Pressemitteilung zitiert. «Das ist metaphorisch gemeint, weil viele Menschen sich gar nicht mit der Blockchain beschäftigen möchten. Sie wollen einfach eine Anwendung nutzen, die im Hintergrund zuverlässig funktioniert», erklärt Krüger. Mit dem DFX-Angebot sieht der Kunde die Blockchain nicht, er nützt die App. Diese ist in den gängigen App-Stores verfügbar. Die von DFX entwickelte App verbindet mit integriertem On/Off-Ramp das Bankkonto direkt mit der Blockchain. Die Verwahrung bleibt vollständig beim Anleger — komplett bankenunabhängig. Die Kundenprüfung (KYC) sei in der Regel in Minuten erledigt, sagt der Manager. ### KMU-Aktientoken floppten Die Tokenisierung von Aktien mit Handel und Corporate Governance auf der Blockchain ist in der Schweiz nicht neu. Anbieter wie Daura und Aktionariat haben in den vergangenen Jahren bereits mit dem Handel von digitalisierten KMU-Aktien über die Blockchain begonnen – und sind auf wenig Nachfrage gestossen. Die Projekte sind mehr oder weniger sistiert. Die Technologie von Aktionariat arbeitet aber auch im Hintergrund der RealUnit-App. «Diese Angebote waren zu wenig kundenfreundlich, das ändert unsere App», sagt Krüger dazu. Handeln konnte man den RealUnit-Token bisher über die Website der Gesellschaft, die Aktien der Gesellschaft sind zudem an der BX Swiss kotiert. Bei RealUnit selbst sei der Token kein Nischenphänomen mehr: Rund zehn Prozent aller Aktien der Gesellschaft werden bereits als Token gehalten, Tendenz steigend. In der überzeichneten Kapitalerhöhung vom Februar 2026 entschied sich mehr als jeder achte Zeichner für die Token-Form. Was bisher fehlte, war der durchgängige Weg für Anleger ohne Krypto-Vorerfahrung: vom Bankkonto zur selbst verwahrten Aktie, ohne Umwege über Börsenkonten. ### Einfacher Zugang zu Sachwertstrategie «DFX will zeigen, was mit tokenisierten Aktien möglich ist, gleichzeitig wollen wir daraus ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln», sagt Krüger. Ziel sei es, zukünftig weitere Aktien von Gesellschaften zu tokenisieren, die nach Schweizer Recht emittiert sind, sowie die RealUnit-App, um weitere Funktionen zu erweitern. Das Kerngeschäft von DFC ist das On-/Off-Ramping von Kryptowährungen. Gemäss Krüger bedient das Unternehmen 30’000 Kunden und generiert im Jahr ein Handelsvolumen von 100 Millionen Franken. Der CEO von RealUnit, Daniel Stüssi, sieht keinen Boom in der Tokenisierung von Aktien: «Das Bedürfnis der Schweizer KMU ihre Aktien zu tokenisieren und dadurch einfacher handelbar zu machen, scheint gering». RealUnit spreche mit dem Aktientoken dagegen Personen an, welche aufgrund der weltweit noch nie dagewesenen Staatsverschuldung eine Systemkrise befürchteten und wie Bitcoiner eine Unabhängigkeit vom Bankensystem suchten. Zudem hätten immer mehr Deutsche Mühe in der Schweiz ein Bankkonto zu eröffnen. Mit dem RealUnit-Aktientoken und eigenem Wallet werde ein einfacher Zugang zu einer breit diversifizierten Sachwertstrategie in Form einer Aktie einer Schweizer Investmentgesellschaft eröffnet. Das Volumen des RealUnit entwickle sie erfreulich. «Die geopolitischen Veränderungen, der Krieg im Iran und die Angst vor einer neuen Inflationswelle stärken die Nachfrage nach unserer Sachwertstrategie. So konnten wir im März eine Kapitalerhöhung mit einer Überzeichnung erfolgreich abschliessen und dadurch wurden uns 14,2 Millionen Franken anvertraut», sagt Stüssi. Per 30\. Juni 2026 hätte das Handelsvolumen von RealUnit bereits mehr als 84 Prozent des vorjährigen Handelsvolumens erreicht. Die Mehrheit des Volumens mache die an der BX Swiss gelistete klassische Aktie aus, die Nachfrage nach den Aktientoken nehme jedoch ebenfalls stetig zu. ### Wallet-Zugang für Personen mit wenig Tech-Verständnis «Mit der Lancierung unserer eigenen Mobile Wallet haben wir den Kreis geschlossen und bieten damit unseren Aktionären die Möglichkeit an, unsere Aktientoken bankenunabhängig und kostenfrei selbst zu verwahren. Das Wallet ist jedoch ausschliesslich für unseren Aktientoken konzipiert. Man sieht die Vermögensentwicklung, Anzahl Aktien, den aktuellen Kurs und kann sich den Steuerausweis per Mail zusenden lassen», ergänzt der RealUnit-CEO. Der Handel der Token sei 24/7 per Überweisung vom Iban-Konto her möglich. Die RealUnit Schweiz AG ist dabei die Gegenpartei für den Kauf oder Verkauf. Der Handelskurs sei der Mittelkurs des Börsenkurses, deshalb sei keine Handelslizenz nötig. RealUnit verdiene nichts am Handel. Durch diese Organisation reduziere sich die Abhängigkeit von Gegenparteien, was bei der nächsten Finanzkrise ein wichtiges Thema sein werde. Stüssi erklärt, auf wen die neue App zielt: «Die systemkritischen Personen, welche sich mit der Blockchain auskennen und bereits Wallets besitzen, verwenden weiterhin den Brokerbot von Aktionariat auf unserer Website. Die neue RealUnit-Mobile-Wallet richtet sich ebenfalls an systemkritische Menschen über 45 Jahre, welche aber noch keine oder wenig Erfahrungen mit der Blockchain haben. Wir haben bei der Entwicklung grossen Wert auf die einfache Benutzerführung gelegt, dass sogar meine Mutter einfach ein eigenes Wallet einrichten könnte». Die zahlreichen Rückmeldungen würden bestätigen, dass dies gut gelungen sei. ### Sergio Ermotti, Karin Keller-Sutter und Jean-Claude Juncker am Finance Forum Zürich URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-karin-keller-sutter-und-jean-claude-juncker-am-finance-forum-zurich/ Last updated: 2026-07-24T08:23:23.000Z Am Dienstag, 22\. September 2026, geht das Finance Forum Zürich zum vierten Mal im Kongresshaus Zürich über die Bühne. Der Treffpunkt der Schweizer Finanzbranche bringt erneut mehrere hundert Finanzdienstleister zusammen, um aktuelle Chancen und Herausforderungen für den Finanzplatz Schweiz zu diskutieren. Die Tagung bietet ein vielfältiges Programm mit hochkarätigen Referierenden, informativen Workshops und attraktiven Networking-Möglichkeiten. Führende Persönlichkeiten beleuchten aktuelle Entwicklungen der Finanzbranche aus unterschiedlichen Perspektiven. ### Europa zwischen Krisen und Chancen Das Finance Forum Zürich 2026 wartet erneut mit prominenten Referierenden und Talkgästen auf. Nach der Begrüssungsansprache durch die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh spricht Jean-Claude Juncker über Europa zwischen Krisen und Chancen. Der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission prägte über viele Jahre die europäische Politik massgeblich und gilt als einer der erfahrensten Kenner der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Im Rahmen des anschliessenden Panels diskutieren führende Vertreter der Finanzbranche über die Finanzindustrie im Wandel. Unter anderem Franco Polloni, Head Switzerland & Italy der EFG Bank, und Urs Monstein, CEO der VP Bank, beleuchten im Gespräch, wie Innovation, Regulierung und Digitalisierung die Finanzbranche verändern. ### Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz Nach der Erfrischungspause steht zunächst die zunehmende Digitalisierung der Branche im Fokus der Veranstaltung. Hendrik Lang, CEO des Banking-Softwareunternehmens Finnova, zeigt auf, wie Banken die digitale Transformation erfolgreich gestalten können. Finnova zählt zu den führenden Schweizer Anbietern von Kernbankensoftware. Die Chancen von Künstlicher Intelligenz in der Finanzindustrie beleuchtet Thomas Wüst, Gründer und CEO von ti&m. Das Schweizer IT-Unternehmen entwickelt digitale Lösungen für Banken, Versicherungen und Behörden. Wüst zeigt anhand konkreter Beispiele auf, wie KI Prozesse optimieren und neue Geschäftsmodelle ermöglichen kann. ### Wettbewerbsfähigkeit und Innovation In einem Fireside-Chat wird UBS Group CEO Sergio P. Ermotti darauf eingehen, wie Wettbewerbsfähigkeit und Innovation die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz beeinflussen. Ermotti zählt zu den prägendsten Führungspersönlichkeiten der internationalen Finanzbranche und verantwortet die Integration der Credit Suisse und die strategische Weiterentwicklung der UBS. Zum Abschluss erläutert Bundesrätin und Finanzministerin Karin Keller-Sutter die politischen Rahmenbedingungen für den Finanzplatz Schweiz. Sie beleuchtet dabei besonders die Chancen einer intelligenten Regulierung für die Schweiz. ### Treffpunkt der Finanzbranche Das Finance Forum Zürich wird von zahlreichen Partnern und Organisationen unterstützt. Das Patronat hat die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich. Presenting Partner ist ti&m. Hauptpartner sind EFG Bank, Finnova und Grant Thornton Schweiz/Liechtenstein. Partner sind ASC Technologies, ERI, SIX, ZEB und die Zürcher Kantonalbank. Wissenspartner sind die Universität Zürich und die Universität Liechtenstein. Die Veranstalter erwarten wiederum mehrere hundert Gäste aus der Finanzbranche. Ergänzend zum Konferenzprogramm finden verschiedene Workshops zu aktuellen Themen wie Digitalisierung, Regulierung und Künstlicher Intelligenz statt. Zum Abschluss der Veranstaltung lädt ein Apéro riche zum persönlichen Austausch und Networking ein. Informationen und Anmeldungen unter [www.finance-forum.ch](https://finance-forum.ch/?ref=tippinpoint.ch) Tippinpoint ist Medienpartner des Finance Forum Züric 2026. ### Bank of America ändert Verantwortlichkeiten im Kapitalmarktgeschäft URL: https://www.tippinpoint.ch/bank-of-america-andert-verantwortlichkeiten-im-kapitalmarktgeschaft/ Last updated: 2026-07-24T13:36:35.000Z Die US-Grossbank Bank of America ordnet ihre Führung im Aktienkapitalmarktgeschäft neu. Markus Meier übernimmt zusätzlich zu seiner bisherigen Verantwortung für Deutschland und Österreich neu auch die Schweiz. Er wird damit Head of Equity Capital Markets (ECM) für die gesamte DACH-Region. Meier ist seit 2007 bei der Bank tätig und leitete in den vergangenen Jahren Aktienmarkttransaktionen in Deutschland und Österreich. Er bleibt in Frankfurt stationiert und berichtet weiterhin an James Palmer, Head of EMEA Equity Capital Markets. Gleichzeitig befördert die Bank Thore Zimmermann zum Head of EMEA Equity Linked. In dieser Funktion verantwortet er das Geschäft mit aktiengebundenen Finanzierungsinstrumenten wie Wandelanleihen für die gesamte EMEA-Region. Zimmermann ist seit 2021 für Bank of America tätig. Laut der internen Mitteilung hat der frühere Goldman-Sachs-Banker in den vergangenen Jahren eine führende Equity-Linked-Plattform aufgebaut und eng mit den Bereichen Corporate Banking, Investment Banking, Capital Markets und Global Markets zusammengearbeitet. Während Meier die Verantwortung für das ECM-Geschäft in der Schweiz übernimmt, soll Zimmermann das Wachstum im Geschäft mit Hybridkapitalinstrumenten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika vorantreiben. ### Enforcement-Verfahren gegen Julius Bär dauert viel zu lange URL: https://www.tippinpoint.ch/enforcement-verfahren-gegen-julius-bar-dauert-viel-zu-lange/ Last updated: 2026-07-23T05:30:59.000Z Das Enforcement-Verfahren der Finma gegen Julius Bär dauert nun schon eine halbe Ewigkeit. Im September 2023 kam es zu den ersten Abschreibern im Zusammenhang mit dem gescheiterten Immobilieninvestor René Benko. Während der Wunderwuzzi, wie Benko genannt wurde, seit über 500 Tagen in Österreich im Gefängnis sitzt und seine Tage in der Gefängnisschreinerei verbringt, wartet Julius Bär immer noch auf den Abschluss des Enforcement-Verfahrens der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma. Das Verfahren machte die Bank im Geschäftsbericht 2024 publik. Jetzt schreiben wir Juli 2026\. Die Beamten in Bern nehmen sich, so scheint es, alle Zeit der Welt, die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Abschreiber von 600 Millionen Franken zu untersuchen. Allerdings wird die Länge des Verfahrens zu einer immer grösseren Belastung für die Bank. Der Aktienkurs brach diese Woche um rund fünf Prozent ein – unter anderem, weil am Kapitalmarkt weiterhin Unklarheit über den Stand des Verfahrens herrscht. Der Rekordgewinn, den Julius Bär für das erste Halbjahr auswies, geriet dabei fast in den Hintergrund. Obschon sich die Bank seit dem Kreditdebakel personell praktisch vollständig gehäutet und das Private-Credit-Geschäft weitgehend zurückgefahren hat, hängt das Verfahren weiterhin wie ein Damoklesschwert über ihr. ### Wohlgesinnte Beobachter schütteln den Kopf Hinzu kommt, dass die Bank die Kredite im vollen Wissen der damaligen Führung vergeben hat. Das Management ging bewusst ein geschäftliches Risiko ein und wusste, dass die Benko-Position im Extremfall einen halben Jahresgewinn vernichten könnte. Es war also kein unkontrolliertes Team, das hinter dem Rücken der Chefs die Geschäfte abgewickelt hatte, was auf ein Versagen der internen Kontrollen hingedeutet hätte. Auch deshalb kann man sich fragen: Was gibt es für die [Finma hier eigentlich noch zu untersuchen](https://www.tippinpoint.ch/was-am-enforcement-verfahren-gegen-julius-baer-seltsam-ist/)? Sind unternehmerische Fehlentscheide – selbst wenn sie 600 Millionen Franken vernichten – zwingend ein Fall für die Aufsichtsbehörde? Selbst Beobachter, die der Finma grundsätzlich wohlgesinnt sind, können das Eingreifen im Fall Bär-Benko nicht nachvollziehen. Hinzu kommt, dass das Verfahren inzwischen viel zu lange dauert. Der Median der abgeschlossenen Enforcement-Verfahren lag in den vergangenen Jahren je nach Jahr zwischen rund acht und vierzehn Monaten. Es ist also nicht so, dass die Verfahren generell immer länger dauern. Vielmehr gibt es einzelne Ausreisser, die sich über Jahre hinziehen. In gewissen Fällen mag das begründet sein, etwa im Fall Vincenz. Doch längst nicht in allen. Das Enforcement-Verfahren gegen Julius Bär läuft inzwischen seit rund zwei Jahren und dauert damit bereits deutlich länger als ein typisches FINMA-Enforcementverfahren. Unabhängig vom Ausgang wird die Hängepartie selbst zunehmend zum Problem – für die Bank ebenso wie für die Glaubwürdigkeit der Aufsicht. ### Leonteq kehrt in die Gewinnzone zurück +++ weitere News URL: https://www.tippinpoint.ch/leonteq-kehrt-in-die-gewinnzone-zuruck-news/ Last updated: 2026-07-23T06:57:05.000Z ### **Leonteq kehrt in die Gewinnzone zurück** 23.07.2026 – Die Derivate-Boutique Leonteq weist fürs erste Halbjahr 2026 einen Reingewinn von 12,7 Millionen Franken aus. Der Betriebsertrag erhöhte sich auf 111,6 Millionen Franken, während der Geschäftsaufwand dank des vor einem Jahr gestarteten Sparprogramms um 10 Prozent auf 99,2 Millionen Franken sank. Das Transaktionsvolumen legte um 10 Prozent auf 15,9 Milliarden Franken zu. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft in Asien und im Nahen Osten sowie das Schweizer Retail-Flow-Geschäft, teilt das Unternehmen mit. Leonteq bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr und hält an den Plänen für ein Aktienrückkaufprogramm Anfang 2027 fest, sofern die harte Kernkapitalquote (CET1) deutlich über 15 Prozent bleibt. --- ### **Cembra steigert Gewinn und übernimmt Santander-Geschäft** 23.07.2026 – Der Konsumbank Cembra hat den Reingewinn im ersten Halbjahr 2026 um 6 Prozent auf 92,3 Millionen Franken gesteigert. Der Nettoertrag blieb trotz tieferer Maximalzinssätze stabil, während der Geschäftsaufwand um 9 Prozent sank. Die Aufwand-Ertrags-Quote verbesserte sich auf 43,5 Prozent. Gleichzeitig kündigte Cembra die Übernahme wesentlicher Teile des Schweizer Fahrzeugfinanzierungsgeschäfts von Santander an. Die Akquisition soll die Marktposition stärken und den Gewinn je Aktie ab 2027 erhöhen. Für das laufende Jahr bestätigt Cembra – ohne Berücksichtigung der Transaktion – den bisherigen Ausblick. --- ### **Bellevue hält sich** 23.07.2026 – Die Bellevue Group hat im ersten Halbjahr 2026 trotz des weiterhin «anspruchsvollen Marktumfelds» im Healthcare-Sektor einen Konzerngewinn von 1,8 Millionen Franken erzielt. Der Geschäftsertrag stieg um 4,4 Prozent auf 26,2 Millionen Franken, während der Geschäftsaufwand dank Kostensenkungen um 3,2 Prozent zurückging. Die verwalteten Vermögen sanken dagegen gegenüber Ende 2025 um 8,7 Prozent auf 4,8 Milliarden Franken. Verwaltungsratspräsident Veit de Maddalena sieht Bellevue nach der organisatorischen Neuausrichtung gut positioniert, um von einer Erholung des Healthcare-Sektors «überproportional» zu profitieren. --- ### **SIX profitiert von hoher Handelsaktivität** 23.07.2026 – Die Börsenbetreiberin SIX hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient. Der Nettobetriebsertrag stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 8,8 Prozent auf 806,6 Millionen Franken. Das operative Ergebnis (EBITDA) ohne Transformationskosten legte dank günstiger Marktbedingungen und einer hohen Handelsaktivität um 38,2 Prozent auf 367,6 Millionen Franken zu. SIX führt die Entwicklung auf breit abgestützte Beiträge aller Geschäftseinheiten zurück. Das Transformationsprogramm «Scale Up 2027» verlaufe planmässig, teilte das Unternehmen mit. Es befindet sich inzwischen im zweiten Jahr des auf drei Jahre angelegten Programms. --- ### **Valiant steigert Gewinn trotz rückläufigem Zinsengeschäft** 23.07.2026 – Die Regionalbank Valiant hat den Konzerngewinn im ersten Halbjahr 2026 um 3,4 Prozent auf 75,9 Millionen Franken gesteigert. Der Geschäftsertrag nahm um 1,2 Prozent auf 277,3 Millionen Franken zu, während der Geschäftserfolg mit 113,9 Millionen Franken leicht über dem Vorjahreswert lag. Wachstum verzeichnete die Bank sowohl bei den Kundenausleihungen (+1,9 Prozent auf 30,9 Milliarden Franken) als auch bei den Kundengeldern (+2,1 Prozent auf 23,2 Milliarden Franken). Das Zinsengeschäft entwickelte sich im anhaltenden Nullzinsumfeld leicht rückläufig. Positiv hervor hob CEO Ewald Burgener das Kommissions- und Anlagegeschäft, dessen Erträge um 13,2 Prozent zulegten und damit zur breiteren Diversifizierung der Ertragsbasis beitrugen. --- ### Temenos meldet Ertragsrückgang 22.07.2026 – Die Genfer Bankensoftware-Anbieterin hat im zweiten Quartal einen Rückgang der Abonnement- und Software as a Service-Erträge (SaaS) um 13 Prozent auf 109,0 Millionen Dollar verbucht. Das Unternehmen nennt verzögerte Vertragsabschlüsse als Begründung. Temenos konnte jedoch die Mehrzahl der verschobenen Geschäfte bereits in den ersten drei Wochen des dritten Quartals abschliessen. Darunter Verträge mit einer der grössten Banken Mittel- und Osteuropas sowie einer europäischen Grossbank. Für das dritte Quartal erwartet Temenos ein Wachstum der Abonnement- und SaaS-Erlöse von mindestens 30 Prozent. Die Jahresprognose 2026 wurde bestätigt. ### Die Rückkehr der Finanzalchemie? UBS entwickelt offenbar neue Verbriefungsformen für Private Credit URL: https://www.tippinpoint.ch/die-ruckkehr-der-finanzalchemie-ubs-entwickelt-offenbar-neue-verbriefungsformen-fur-private-credit/ Last updated: 2026-07-22T06:13:13.000Z Es erinnert an die Zeit vor der letzten Finanzkrise. Damals verpackten kreative Investmentbanker Hypotheken von Schuldnern mit niedrigster Bonität in wohlklingende Anleihen mit bestem Rating. Den Alchemisten der Wall Street gelang es, Schrott (Subprime) in Gold (AAA) zu verwandeln. Weil diese sogenannten Collateralized Debt Obligations, kurz CDOs, einen attraktiven Coupon zahlten, nahmen die Grossbanken die Papiere gerne auch auf ihre Bilanzen. Das ging so lange gut, bis die Märkte illiquide wurden, der Wert der Papiere implodierte und mit ihnen das Eigenkapital der Banken. Jetzt, 20 Jahre später, gibt es Entwicklungen, die an diese Zeiten erinnern. Der Basiswert sind allerdings keine Hypotheken, sondern Unternehmenskredite beziehungsweise Beteiligungen an Private-Credit-Fonds. Wie Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen diese Woche ([Abo](https://www.bloomberg.com/news/features/2026-07-19/how-wall-street-is-turning-private-credit-into-investment-grade-bonds?ref=tippinpoint.ch)) berichtet, stellte die UBS kürzlich in einer Mitteilung an «sophistizierte» Kunden ein neuartiges Produkt vor, das auf den ersten Blick recht vertraut wirkt: Ein Bündel von Beteiligungen an Private-Credit-Fonds, die zu einer Anleihe umstrukturiert werden. Doch beim Durchblättern weniger Seiten sei potenziellen Käufern klar geworden, dass es sich keineswegs um eine gewöhnliche Transaktion handelte. Das Finanzinstrument, das aufgrund seiner Struktur ausserhalb des üblichen Bewertungsrahmens der meisten Ratingagenturen liegt, sollte ein A2-Rating von Moody's erhalten – eine Bonitätsnote, die im oberen mittleren Bereich der Anlageklasse liegt. Ein solides Investment-Grade-Rating also. ### Nationwide bietet einen Versicherungswrapper Doch wie ist es möglich, dass ein Bündel von Private-Credit-Finanzierungen ohne Rating in ein erstklassiges Produkt verwandelt werden kann? Die Antwort ist relativ simpel: Das Papier wird versichert. Im Fall des UBS-Instruments offenbar durch eine selten verwendete Kreditversicherung des amerikanischen Auto- und Immobilienversicherers Nationwide Mutual Insurance. Gemäss dem Bloomberg-Bericht soll sich das Produkt noch in der Entwicklungsphase befinden. Ebenfalls Player in diesem Markt sind gemäss Bloomberg Cantor Fitzgerald der Lutnick-Familie, die der [UBS die O'Connor-Fonds abgekauft hat](https://www.tippinpoint.ch/noch-mehr-aerger-fuer-ubs-lutnick-clan-will-oconnor-deal-neu-verhandeln/), sowie Partners Group. Die Idee hinter der Anlagekategorie: Investmentvehikel zu entwickeln, um in privaten Strukturen gebundenes Kapital freizusetzen. Ziel ist es, daraus Investment-Grade-Anleihen zu konstruieren, die sich an institutionelle Investoren verkaufen lassen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/a70ed9b22d5249eeacc1d3255be505ff.jpg) Neben Autos und Immobilien versichert Nationwide neu auch Private-Credit-Vehikel (Quelle: HO) Nationwide hat bestätigt, dass das Unternehmen in diesem Geschäft aktiv ist. Gleichzeitig teilte es mit, keine Kreditgarantie für das UBS-Produkt übernommen und die Nutzung seines Namens für die Transaktion nicht genehmigt zu haben. UBS und Partners Group lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Moody's gibt sich zurückhaltend. Gemäss informierten Quellen soll Nationwide kürzlich eine ähnliche Transaktion von Partners Group abgesichert haben. ### Fund Finance – ein schnell wachsender, intransparenter Markt Im Fachjargon bietet Nationwide einen sogenannten Insurance Wrapper für einen Teil eines Anlagevehikels an. Damit überträgt die Versicherung ihre eigene hohe Bonität auf diese Tranche. Dadurch wird das Underlying, das derzeit bei vielen Investoren eher auf Skepsis stösst, in ein attraktiveres Investment umgewandelt. Der Trick am Ganzen: Ein Käufer eines so abgesicherten Produkts, etwa eine andere Versicherung, muss entsprechend deutlich weniger regulatorisches Eigenkapital vorhalten. Das Problem ist, dass dadurch hohe Vermögenswerte an der Bonität von einigen wenigen Versicherern hängen. Wird ein Versicherer herabgestuft, verschlechtert sich automatisch auch das Rating der Produkte, die er abgesichert hat. Unter Umständen könnte das Verkaufswellen auslösen, weil institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen aufgrund ihrer Anlagerichtlinien diese Produkte dann verkaufen müssen. Mit Insurance Wrappern abgesicherte Vehikel sind Teil eines riesigen, schnell wachsenden Marktes. Beobachter schätzen das Volumen der sogenannten Fund Finance auf 1 bis 1,75 Billionen US-Dollar. Vor zehn Jahren lag das Volumen noch bei wenigen hundert Milliarden Dollar. In diesem Markt haben sich mehrere Transaktionsformen herausgebildet. Am weitesten verbreitet sind sogenannte Capital Call Lines. Dabei erhalten Fondsmanager Kreditlinien, die sie sofort nutzen können, ohne zunächst auf Kapitalabrufe bei ihren Investoren warten zu müssen. Daneben existieren zahlreiche Konstruktionen, mit denen Private-Equity- und Private-Credit-Fonds Kapital aus bereits länger gehaltenen Beteiligungen freisetzen können. Stark nachgefragt sind derzeit sogenannte Collateralized Fund Obligations (CFOs). Dabei werden Fondsbeteiligungen gebündelt und in geratete Anleihen umgewandelt – häufig mit dem Ziel, das Kapital der Anleger wieder für neue Fonds verfügbar zu machen. Die von UBS und Partners Group entwickelten Transaktionen sind Weiterentwicklungen dieses Konzepts. ### EFG wächst schneller als geplant – bei den Neugeldern, aber auch bei den Kosten URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-wachst-schneller-als-geplant-bei-den-neugeldern-aber-auch-bei-den-kosten/ Last updated: 2026-07-22T05:24:10.000Z Die Zürcher Privatbank EFG International hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn gesteigert und mehr Neugelder angezogen als geplant. Dank kräftiger Zuflüsse und der Übernahme von Quilvest verwaltet die Bank inzwischen Vermögen von über 200 Milliarden Franken. EFG International hat im ersten Halbjahr 2026 den Wachstumskurs fortgesetzt. Per Ende Juni beliefen sich die verwalteten Kundenvermögen auf 196,3 Milliarden Franken. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 6,2 Prozent seit Ende 2025\. Nach dem Abschluss der Übernahme von Quilvest am 21\. Juli überschritten die verwalteten Vermögen die Marke von 200 Milliarden Franken, wie die Bank mitteilt. Die Netto-Neugelder erreichten im ersten Halbjahr 5,7 Milliarden Franken. Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,2 Prozent und liegt damit über dem Zielkorridor der Bank von 4 bis 6 Prozent. Gleichzeitig setzte EFG den Ausbau der Kundenberater fort. Im ersten Halbjahr wurden 39 Kundenberater eingestellt, weitere 33 hatten bis Ende Juni einen Vertrag unterzeichnet oder ein Angebot erhalten. Netto nahm die Zahl der Kundenberater allerdings lediglich um 8 zu, von 763 per Ende 2025 auf 771\. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 694 Beratern. ### Kosten steigen um 8 Prozent Der Reingewinn belief sich auf 184,6 Millionen Franken. Das entspricht einem Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um Sondereffekte bereinigt weist die Bank ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 aus. Der Betriebsertrag stieg auf 856,5 Millionen Franken und lag damit 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Treiber war insbesondere das Kommissionsgeschäft, dessen Erträge um 20 Prozent zunahmen. Die Kosten stiegen um knapp 8 Prozent. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 verschlechterte sich die Cost-Income-Ratio deutlich, von 66,7 auf 71,5 Prozent. Die Ertragsmarge ging auf 91 Basispunkte zurück, nachdem sie im zweiten Halbjahr 2025 noch 93 Basispunkte betragen hatte. Vor einem Jahr lag diese Marge noch bei 104 Basispunkten. Die Eigenkapitalrendite auf dem materiellen Eigenkapital erreichte 22,4 Prozent und liegt damit bereits über dem strategischen Ziel von 20 Prozent bis 2028\. Die harte Kernkapitalquote (CET1) beträgt 15,0 Prozent. Die Gesamtkapitalquote lag bei 18,3 Prozent, die Liquiditätsdeckungsquote bei 267 Prozent. CEO Giorgio Pradelli zeigte sich zuversichtlich für den weiteren Geschäftsverlauf. EFG wolle das Wachstumstempo beibehalten und die ambitionierten Ziele bis 2028 erreichen. ### Tom Hayes: «Project Chocolate» soll beweisen, dass die UBS ihn von Anfang an im Visier hatte URL: https://www.tippinpoint.ch/tom-hayes-project-chocolate-soll-beweisen-dass-die-ubs-ihn-von-anfang-an-im-visier-hatte/ Last updated: 2026-07-21T17:49:04.000Z Der frühere Zinshändler Tom Hayes wirft der UBS vor, ihre interne Untersuchung zum Libor-Skandal von Beginn an gegen ihn ausgerichtet zu haben. Der Codename der Untersuchung – «Project Chocolate» – sei ein Beleg dafür, dass er bereits vor Abschluss der Ermittlungen als Hauptschuldiger festgestanden habe. Der frühere Zinshändler Tom Hayes macht weiter Druck auf die UBS. Nachdem der britische Supreme Court seine Verurteilung wegen Libor-Manipulation im vergangenen Jahr aufgehoben hatte, verklagte er seine frühere Arbeitgeberin auf 400 Millionen Dollar Schadenersatz. Er reichte die Klage letzten Oktober in Connecticut in den USA ein. Darin wirft er der Bank unter anderem vor, sie habe die US-Behörden in die Irre geführt und ihn als den «bösen Mastermind» hinter dem Libor-Skandal hingestellt. Im Beweisverfahren offengelegte Dokumente zeigen, dass die UBS ihre Untersuchung unter dem Projektnamen «Project Chocolate» führte. Der Grund dafür soll Hayes' Spitzname auf dem Tradingfloor gewesen sein. Er wurde «Tommy Chocolate» genannt, weil er an Anlässen lieber heisse Schokolade als Alkohol trank, heisst es in einem Gerichtsdokument seiner Anwälte, das der Financial Times ([Abo](https://www.ft.com/content/35bc9320-0232-4d9e-95f4-d81d2e36d6fd?syn-25a6b1a6=1&ref=tippinpoint.ch)) vorliegt. Laut den Anwälten zeigt die Namensgebung, dass die UBS sich bereits vor Abschluss der internen Untersuchung auf Hayes als Schuldigen eingeschossen hatte. Der Codename sei bewusst gewählt worden, weil das eigentliche Ziel der Untersuchung darin bestanden habe, Hayes ans Messer zu liefern. Die UBS hatte im Jahr 2011 eine interne Untersuchung eingeleitet, nachdem US-Behörden im Zuge des Libor-Skandals erheblichen Druck auf die Bank ausgeübt hatten. Die UBS hält dagegen, dass der Rechtsstreit nicht in Connecticut, sondern in England oder New York geführt werden müsse. Ausserdem beruft sich die Bank auf das sogenannte Anti-SLAPP-Gesetz des Bundesstaats Connecticut, das Klagen verhindern soll, die auf Einschüchterung abzielen, um Kritiker mundtot zu machen. Das Gesetz wurde eigentlich geschaffen, um Journalisten, Wissenschaftler oder Whistleblower vor sogenannten SLAPP-Klagen zu schützen (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Die Anwälte der UBS argumentieren, dass Hayes versuche, die Gerichte in Connecticut zu nutzen, um die Zusammenarbeit der Beklagten mit Strafverfolgungsbehörden zu sanktionieren – eine Form der Kommunikation, die rechtlich besonders geschützt sei. ### Das Gesicht des Libor-Skandals Hayes sass fünfeinhalb Jahre einer ursprünglich elfjährigen Haftstrafe ab. Er wurde beschuldigt, eine zentrale Rolle in einer gross angelegten Verschwörung zur Manipulation des inzwischen eingestellten London Interbank Offered Rate (Libor) gespielt zu haben. Der Skandal, der 2012 öffentlich wurde, führte zu Bussen von insgesamt fast 10 Milliarden US-Dollar gegen ein Dutzend Banken und Brokerhäuser. Hayes beteuerte stets seine Unschuld und erklärte bereits im ursprünglichen Prozess, er habe lediglich an einer «branchenweiten Praxis» teilgenommen. Die Aufsichtsbehörden hätten ihn zum Sündenbock gemacht, um ein Exempel zu statuieren. Hayes wurde zum bekanntesten Gesicht des Skandals. Nach seiner Verurteilung durch ein Londoner Gericht im Jahr 2015 verbrachte er fünfeinhalb Jahre im Gefängnis. Er hat stets betont, lediglich seine Arbeit erledigt und dabei mit Wissen seiner Vorgesetzten gehandelt zu haben. Der britische Supreme Court hob seine Verurteilung im vergangenen Jahr auf, sprach ihn jedoch nicht vollständig von allen Vorwürfen frei. ### Wenn Insiderkäufe für die Katz sind URL: https://www.tippinpoint.ch/wenn-insiderkaufe-fur-die-katz-sind/ Last updated: 2026-07-22T07:57:46.000Z **Bulle:** Ich habe Aktien von Partners Group gekauft. **Bär:** Bist du auch in die Falle getappt. Nur die jüngsten Schocker dazu. Ende April hat der Hedgefonds Grizzly deinen Anlagemanager angegriffen, auch andere Leerverkäufer haben Blut geleckt. Im Juni die Hiobsnachricht, er beschränke Rücknahmen bei Evergreen-Fonds wegen zu grosser Abzüge von Kundengeldern. Das jüngste Update von letzter Woche hat die Zweifler nicht beruhigt. Generell ist die Kommunikation unbedarft. Mir reicht das, um die Finger davon zu lassen. **Bulle:** Du musst das grosse Bild im Auge behalten, wie die Insider aus der Geschäftsleitung. Die kaufen Aktien dazu. Partners Group bleibt für mich einer der profiliertesten Private-Equity-Spezialisten. Der Kursrückgang bietet darum eine verheissungsvolle Chance. **Bär:** Soso, wieder einmal «buy the dip». **Bulle:** Auf der Webseite der SIX schaue ich mir stets die [Management-Transaktionen](https://www.ser-ag.com/de/resources/notifications-market-participants/management-transactions.html?ref=tippinpoint.ch) an. Wenn Manager eigene Aktien kaufen oder verkaufen, ist das für uns Kleinanleger eine starke Empfehlung, was wir tun sollen. **Bär:** Ein Manager kann aus mehreren für dich nicht relevanten Gründen Aktien verkaufen, etwa weil er Probleme mit dem Steueramt hat. Und bei Insiderkäufen sollte man ebenfalls genau hinschauen, gerade in deinem Fall. **Bulle:** Die Insider von Partners Group haben allein seit Ende April, seit dem Tag der Grizzly-Attacke, neunzehn Kauftransaktionen im Gesamtwert von rund 67 Millionen Franken gemeldet. Wen das nicht überzeugt… **Bär:** Der grösste Teil dieser Insiderkäufe wird auf die drei Unternehmensgründer Alfred Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni entfallen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Chart-7_22_2026-3_25_22-AM.png) Kursentwicklung Partners Group (Quelle:LSEG/FT) **Bulle:** Sie sind und bleiben dem Unternehmen eben treu verbunden. Alle drei bringen sich ja als exekutive Verwaltungsräte weiter im Geschäft ein. Und jeder der drei besass Ende 2025 über 1,34 Millionen Aktien von Partners Group, jedes der Pakete ist selbst zu den heutigen Tiefkursen 910 Millionen Franken und mehr wert. **Bär:** Darüberhinaus sind sie mehrfache Frankenmilliardäre. Für sie selbst spielen Aktienkäufe für ein, zwei Dutzend Millionen Franken keine entscheidende Rolle mehr. > **Bär: Finanzmedien reagieren doch wie Pawlowsche Hunde darauf und kläffen reflexhaft, dass das ein Kaufsignal sei, und viele Anleger wie du kaufen dann.** > **Bulle: Nicht zu unrecht, das Kaufsignal hat sich oft bewährt.** **Bulle:** Aber trotzdem kauft niemand Aktien, wenn er nicht glaubt, damit eine gute Rendite zu erzielen. Die drei haben bewiesen, dass sie wissen, wie man Geld verdient. **Bär:** Die drei haben heute doch höheres im Sinn als nur Geldverdienen. Gantner ist laut Wikipedia Politaktivist. Wietlisbach ist auch politisch aktiv und Philanthrop. Erni wollte am Anfang gar nicht gross hinaus, sondern lieber skifahren und glücklich sein, wie er einmal sagte. Sie können bei Partners Group nicht loslassen, aber voll dabei sind sie auch nicht mehr. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606159_070627-1.webp) Fredy Gantner: Politaktivist. (Quelle: Screenshot Firmenvideo) **Bulle:** Ihre Verdienste um das Private-Equity-Unternehmen sind unbestritten. Aber willst du behaupten, dass ihre Aktienkäufe gar kein richtiges Bekenntnis zum Unternehmen sind? **Bär:** Sie wollen ihr Investment in Partners Group schützen, wohl richtig. Und sie wissen um die Wirkung von Insiderkäufen. Finanzmedien reagieren doch wie Pawlowsche Hunde darauf und kläffen reflexhaft, dass das ein Kaufsignal sei, und viele Anleger wie du kaufen dann. **Bulle:** Nicht zu unrecht, das Kaufsignal hat sich oft bewährt. Mir ist letztes Mal aufgefallen, dass ein Verwaltungsrat der kleinen Metall-Zug-Gruppe im Juni für gegen 6 Millionen Franken Aktien gekauft hat, nahe einem Tief. Auch Jan Jenisch, Chef des Baustoffkonzerns Amrize, hat bei Kursschwächen konsequent zugekauft, wie Mitte Mai. **Bär:** Und bei Partners Group? Da haben sich die vielen diesjährigen Aktienkäufe für die Insider nicht ausbezahlt… **Bulle:** Du denkst eben viel zu kurzfristig. Von den Analysten wird Partners Group auch positiv gesehen, neben den Kaufen- und Halten-Empfehlungen sehe ich keine Verkaufsempfehlung. **Bär:** Die Analysten sind für mich Kontraindikatoren. Sie sind Partners Group seit langem sehr freundlich gesinnt. Dabei datiert das Höchst der Aktien von November 2021, bis heute haben sie rund 60% verloren. Dieses Jahr sind sie über 30% im Minus, während der Swiss Market Index 7% im Plus liegt. **Bulle:** Ein schönes Aufholpotenzial.. **Bär:** … nein, ein klarer Trend nach unten, der jedem zu denken geben muss. Offenbar ist der Höhepunkt überschritten. Wer das Umfeld von Partners Group, die Private-Equity- und Private-Debt-Märkte gut kennt, scheint die Finger von diesen Aktien zu lassen. Auch diese Leute sind Insider. [**Mehr von Bulle und Bär**](https://www.tippinpoint.ch/author/bulle/) ### Trotz sprudelnder Erträge behält Julius Bär die Kostenkontrolle URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-sprudelnder-ertrage-behalt-julius-bar-die-kostenkontrolle/ Last updated: 2026-07-21T07:03:45.000Z Bei steigenden Erträgen die Kosten unter Kontrolle zu halten, klingt einfacher, als es ist. Bei vielen Banken entwickeln sich die Kosten oftmals im Gleichschritt mit den Erträgen. Stefan Bollinger scheint bei Julius Bär nun Wege und Mittel gefunden zu haben, bei steigenden Erträgen die Kosten einigermassen unter Kontrolle zu halten. Das zeigt sich in den Halbjahreszahlen. Wie die meisten Privatbanken hat auch Julius Bär von der hohen Volatilität an den Märkten profitiert. Der IFRS-Betriebsertrag erreichte 2276 Millionen Franken, was einem Anstieg von 26 Prozent gegenüber 1810 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025 entspricht. Rechnet man Sondereffekte weg, die im ersten Halbjahr 2025 anfielen, beträgt das Plus noch 12 Prozent. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich um 12 Prozent auf 1279 Millionen Franken, wobei die wiederkehrenden Erträge um 10 Prozent auf 984 Millionen Franken anstiegen. Die hohe Kundenaktivität führte zu einer Zunahme der Courtagen und des Ertrags aus Wertschriftenemissionen um 12 Prozent auf 448 Millionen Franken. Der IFRS-Geschäftsaufwand erreichte 1462 Millionen Franken, was einem Anstieg von 2 Prozent gegenüber 1440 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025 entspricht. Der Sachaufwand blieb unverändert bei 371 Millionen Franken. Die Bank erhöhte die Rückstellungen für Rechtsfälle um 34,1 Millionen Franken. Per Ende Juni belaufen sie sich nun auf 78 Millionen Franken. Der adjustierte Personalaufwand erhöhte sich um 4 Prozent auf 974 Millionen Franken, was die Bank auf einen Anstieg des durchschnittlichen Personalbestands um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie höhere leistungs- und erfolgsabhängige Vergütungen zurückführt. 2025 baute Stefan Bollinger [das Vergütungsmodell um ](https://www.tippinpoint.ch/julius-baer-baut-das-verguetungsmodell-um-und-verschreckt-damit-erfahrene-banker/)und verschreckte damals erfahrene Banker. ### Weniger Kundenberater Mitte 2026 zählte die Gruppe 7675 Vollzeitstellen (FTE), was einem Nettozuwachs von 285 Stellen seit Jahresbeginn entspricht. Die Hälfte davon kommt von sogenannten Internalisierungen, also der [Festanstellung von sogenannten Contractors](https://www.tippinpoint.ch/julius-baer-draengt-contractors-in-festanstellungen/). Die Zahl der Kundenberater ging dagegen zurück. Auf Nettobasis sank sie um 14 auf 1247 FTE. Bär stellte im ersten Halbjahr 50 Kundenberater ein, 64 gingen. Ein «erheblicher Teil» dieser Abgänge resultiere aus «kontinuierlichen Performance-Management-Massnahmen», schreibt die Bank. Im Durchschnitt verwaltet ein Kundenberater bei Bär 438 Millionen Franken – 6 Prozent mehr als Anfang Jahr. Dadurch verbessert sich der operative Hebel der Bank deutlich: Die adjustierte Cost/Income Ratio (ohne Rückstellungen und Verluste) verbesserte sich auf 62,6 Prozent (erstes Halbjahr 2025, zugrunde liegend: 68,2 Prozent). Der Gewinn vor Steuern nach IFRS stieg um 120 Prozent auf 814 Millionen Franken, während die Ertragssteuern um 88 Prozent auf 141 Millionen Franken anstiegen. Der IFRS-Konzerngewinn der Gruppe erhöhte sich um 128 Prozent und erreichte einen Halbjahresrekord von 673 Millionen Franken, verglichen mit 295 Millionen Franken im Vorjahr. Der adjustierte Gewinn vor Steuern stieg auf 814 Millionen Franken, ein Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem zugrunde liegenden Ergebnis des Vorjahres. Die entsprechende Vorsteuermarge verbesserte sich um 6 Basispunkte auf 31 Basispunkte. ### Total verwaltete Vermögen steigen auf 649 Milliarden Franken Die verwalteten Vermögen (AuM) stiegen auf einen Rekordwert von 547 Milliarden Franken, was einem Plus von 26 Milliarden Franken oder 5 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Massgebend für diese Zunahme seien eine positive Marktentwicklung und Währungseffekte in Verbindung mit anhaltenden Netto-Neugeldzuflüssen gewesen, schreibt die Bank. Rechnet man die Custody-Vermögen von 102 Milliarden Franken dazu, betragen die insgesamt verwalteten Kundenvermögen 649 Milliarden Franken. CEO Stefan Bollinger schreibt in einem Statement: «Die heutigen Ergebnisse stellen einen soliden Start in unseren neuen dreijährigen Strategiezyklus dar. Durch disziplinierte und konsequente Umsetzung erzielen wir bei allen unseren Prioritäten stetige Fortschritte, wobei unser Fokus besonders auf der Beschleunigung des organischen Wachstums liegt. Wir freuen uns, unsere Mittelfristziele zu bestätigen.» ### Raiffeisenchef Gabriel Brenna scheut die Risiken im Firmenkundengeschäft URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisenchef-gabriel-brenna-scheut-die-risiken-im-firmenkundengeschaft/ Last updated: 2026-07-20T05:35:00.000Z Seit über drei Jahren ist die Credit Suisse nun schon Geschichte. Durch ihren Wegfall entstand eine Lücke, die von anderen Schweizer Banken nur zum Teil gefüllt wurde. So überliessen sie das bilanzintensive und damit mit Verlustrisiken verbundene Firmenkundengeschäft vorwiegend der ausländischen Konkurrenz. Eine Bank, die genügend Schlagkraft gehabt hätte, die Rolle der Credit Suisse zu übernehmen, ist die Raiffeisen-Gruppe. Doch der frühere Chef Heinz Huber hatte keine Lust darauf. Auch der neue Chef Gabriel Brenna scheint ähnliche Prioritäten zu setzen. So sagte er bei seinem ersten Auftritt, dass er den Fokus auf das Anlage- und die Vermögensverwaltung setzt. Daran will er festhalten, wie aus einem Interview mit [CH Media](https://www.watson.ch/schweiz/banken/334376980-raiffeisen-will-anlage-und-vorsorgegeschaeft-ausbauen?ref=tippinpoint.ch) hervorgeht. Bei den «kleineren und mittleren» Firmenkunden habe Raiffeisen und die Kantonalbanken vom Verschwinden der CS profitieren können. Internationale Konzerne hingegen würden heute «verstärkt» von ausländischen Banken betreut. «Es fehlt heute aber neben der UBS eine zweite schweizweit tätige Bank für Grosskunden», sagte Brenna. Daran dürfte sich auch Zukunft kaum etwas ändern. Raiffeisen selbst habe zwar Fortschritte gemacht. Das Firmenkundengeschäft sei um rund 6 bis 7 Prozent pro Jahr gewachsen. «Ich glaube aber, dass wir noch mehr erreichen können. Wir verfügen über alle nötigen Fähigkeiten, um mehr Grosskunden zu gewinnen», sagte Brenna. Ein «Grosskunde» im Firmenkundengeschäft beginnt bei Raiffeisen bei einem Jahresumsatz von 75 Millionen Franken. In diese Kategorie fallen gemäss Brenna ungefähr die 1000 grössten Unternehmen der Schweiz – mit Ausnahme der international tätigen Grosskonzerne, die nicht als Zielgruppe für Raiffeisen infrage kommen. Der Marktanteil im Grosskunden-Segment sei «sehr klein» – im einstelligen Prozentbereich. ### Raiffeisen-Chef mit Wohnsitz Liechtenstein Der neue Chef der Genossenschaftsbanken, der übrigens mit seiner Familie in Liechtenstein lebt und dies auch nicht ändern will, sieht viel grösseres Potenzial im Anlage- und Vorsorgegeschäft. Gemessen an unserer Grösse haben wir enormes Potenzial, mehr als jede andere Bank in der Schweiz, sagt er. Im Anlagegeschäft müsse die Bank «nochmals einen Gang höher schalten». «Wenn wir unserem ursprünglichen Auftrag gerecht werden wollen, reicht das Hypothekargeschäft allein nicht mehr aus.» Zur DNA der Bank gehöre weiterhin, dass man Landwirten einen neuen Pflug und später einen Traktor finanzierte und der breiten Bevölkerung den Zugang zu Kapital ermöglichte. Heute seien die Kunden vermögender und älter. Themen wie Vorsorge, Vermögensplanung, Vermögensaufbau und Vermögensnachfolge würden an Bedeutung gewinnen. Das wollen doch alle anderen Retailbanken auch, oder? – «Doch», sagt Brenna. Trotzdem will er lieber im Anlagegeschäft wachsen, wo bereits Dichtestress herrscht. Die neue Strategie soll Ende des Jahres vom Verwaltungsrat verabschiedet werden. Opposition wird es kaum geben. Schon bei seiner Wahl zum CEO war klar, dass Raiffeisen in diese Richtung gehen möchte. Dass das Firmenkundengeschäft in der neuen Strategie keine Top-Priorität geniesst, war wahrscheinlich auch der Grund, warum der frühere [Firmenkundenchef Roger Reist ausgestiegen](https://www.tippinpoint.ch/schwergewichtiger-abgang-in-der-geschaeftsleitung-von-raiffeisen/) ist. Sein Nachfolger ist über ein Jahr nach Reists noch nicht gefunden. Nach wie vor ist die Position interimistisch besetzt. ### «Viele Investoren hinterfragen derzeit ihre globale Allokation» URL: https://www.tippinpoint.ch/viele-investoren-hinterfragen-derzeit-ihre-globale-allokation/ Last updated: 2026-07-20T05:55:59.000Z **Herr Bourrousse, was geht Ihnen als CEO von Scor Investment Partners durch den Kopf, wenn Sie diese hohen Temperaturen sehen, die in Europa und auch in Frankreich in diesen Wochen gemessen werden?** Es ist wichtig, nicht jedes einzelne Wetterereignis unmittelbar mit den Risiken in unseren Instrument-Linked Securities (ILS) Portfolios gleichzusetzen. Unsere wichtigsten Risiken sind Hurrikane und Erdbeben – also sogenannte Primärrisiken in Regionen mit hoher Versicherungsdurchdringung. Dennoch spielt der Klimawandel für uns eine zentrale Rolle. Wir beobachten weniger eine Zunahme der Anzahl grosser Hurrikane als vielmehr Veränderungen bei ihrer Intensität. Deshalb passen wir unsere Modelle und Portfolios laufend an, damit sie auch stärkeren Schadenereignissen standhalten und selbst schwerere Verlustszenarien verkraften können. Wichtig ist zudem, dass gewisse Risiken – etwa Erdbeben – nicht unmittelbar mit dem Klimawandel zusammenhängen. **Welche Naturgefahren bereiten Ihnen derzeit die grössten Sorgen** Besonders aufmerksam verfolgen wir sogenannte Sekundärrisiken wie Überschwemmungen, Waldbrände, Tornados oder sogenannte konvektive Stürme. Diese Ereignisse werden durch den Klimawandel stärker beeinflusst und sind deutlich schwieriger zu modellieren als klassische Hurrikan- oder Erdbebenrisiken. Deshalb begrenzen wir diese Engagements und investieren selektiv mit Fokus auf eine breite Diversifikation. **Das heisst konkret?** Wir investieren nur in Risiken, die wir sehr gut verstehen und modellieren können. Gleichzeitig überprüfen wir unsere Annahmen laufend und investieren erhebliche Ressourcen in die Weiterentwicklung unserer Modelle. Unser Ziel ist nicht, Risiken zu vermeiden, sondern sie realistisch einzuschätzen und Portfolios aufzubauen, die auch grössere Schocks verkraften können. **Was ist das grösste Fehlerrisiko Ihrer Modelle?** Das grösste Risiko besteht darin, dass die zugrunde liegenden Informationen – etwa über die versicherten Gebäude – unvollständig oder ungenau sind. Schwieriger zu modellieren sind zudem die Sekundärrisiken wie Überschwemmungen, Waldbrände oder Tornados. Sie sind sehr lokal und werden vom Klimawandel sowohl hinsichtlich ihrer Häufigkeit als auch ihrer Intensität stärker beeinflusst. **Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei der Risikomodellierung** Eine immer grössere. Wir sehen bereits KI-Modelle, die beispielsweise die Zugbahnen von Hurrikanen sehr präzise vorhersagen können. Gleichzeitig hilft uns KI bei der Analyse grosser Dokumentenmengen und komplexer Vertragsstrukturen. Das beschleunigt unsere Arbeit erheblich. Entscheidend bleibt aber das Fachwissen unserer Analysten. KI ist ein Werkzeug, das unsere Entscheidungen unterstützt, aber sie nicht ersetzt. **Katastrophenanleihen oder eben Cat Bonds haben in den vergangenen Jahren aussergewöhnlich hohe Renditen erzielt. Wie nachhaltig ist das?** Der Markt ist zyklisch. 2023 und 2024 waren aussergewöhnlich starke Jahre, 2025 ebenfalls. Dahinter steht vor allem die steigende Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. Wir befinden uns derzeit in einer Normalisierungsphase des Zyklus, in der sich die Renditen wieder ihrem langfristigen Gleichgewicht annähern. Natürlich kann jederzeit eine Naturkatastrophe eintreten und dieses Gleichgewicht beeinflussen. **Wie funktionieren Cat Bonds eigentlich?** Das Prinzip ist einfach: Anleger stellen Kapital für drei bis fünf Jahre als Sicherheit zur Verfügung und erhalten dafür eine Risikoprämie. Tritt während der Laufzeit keine definierte Naturkatastrophe ein, erhalten sie ihr Kapital vollständig zurück. Kommt es zu einem versicherten Ereignis, wird das Kapital ganz oder teilweise zur Schadendeckung eingesetzt. Genau deshalb kommt der Auswahl einzelner Transaktionen und einer breiten Diversifikation eine entscheidende Bedeutung zu. **Warum interessieren sich institutionelle Investoren überhaupt für diese Anlageklasse?** Der entscheidende Vorteil ist die geringe Korrelation zu den Finanzmärkten. Naturkatastrophenhängen nicht von der Konjunktur oder den Aktien- oder Anleihenmärkten ab. Gerade in Phasen wie 2022, als klassische Anleihen deutlich an Wert verloren, haben Cat Bonds ihre stabilisierende Wirkung im Portfolio unter Beweis gestellt. **Cat Bonds haben in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Erleben wir derzeit einen Boom?** Der Markt wächst seit Jahren kontinuierlich. Einerseits wollen Versicherer und Rückversicherer immer mehr Extremrisiken an den Kapitalmarkt übertragen. Andererseits entdecken immer mehr institutionelle Anleger Cat Bonds als Diversifikationsinstrument. Das hat den Markt deutlich grösser gemacht. Besonders stark war die Entwicklung nach 2022\. Damals führten steigende Zinsen und hohe Schadenereignisse – etwa Hurrikan Ian – dazu, dass Rückversicherungsschutz deutlich teurer wurde. Dadurch stiegen auch die Risikoprämien für Cat Bonds. Das machte die Anlageklasse für Investoren besonders attraktiv. **Wie gross ist dieser Markt inzwischen?** Gemessen am globalen Rückversicherungsmarkt ist er noch relativ klein. Weltweit stehen etwas mehr als 800 Milliarden US-Dollar an Rückversicherungskapital zur Verfügung. Rund 20 Prozent davon stammen inzwischen aus alternativem Kapital, also beispielsweise aus Cat Bonds oder anderen Insurance-linked Securities. Dieser Anteil wächst kontinuierlich. **Wie hoch sind die Risiken für Anleger?** Man muss unterscheiden zwischen einzelnen Schadenereignissen und einem breit diversifizierten Portfolio. Statistisch liegt der erwartete Verlust eines Cat-Bond-Portfolios bei etwa zwei bis drei Prozent. Einzelne Verträge können natürlich deutlich riskanter sein. Unsere Aufgabe besteht darin, schlecht strukturierte Risiken zu vermeiden und ein Portfolio zusammenzustellen, das auch grössere Ereignisse verkraften kann. **Welche Rolle spielt dabei die Diversifikation?** Sie ist entscheidend. Kein professioneller Investor sollte nur in einen einzelnen Cat Bond investieren. Wir kombinieren unterschiedliche Regionen, Gefahren und Emittenten. Dadurch kann ein einzelnes Schadenereignis zwar Spuren hinterlassen, das Gesamtportfolio aber nicht dominieren. Genau dafür gibt es spezialisierte Asset Manager. **Was denken Cat Bonds neben Naturgefahren heute noch ab?** Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf klassischen Naturkatastrophen. Es gibt zwar erste Transaktionen im Bereich Cyberrisiken oder anderen versicherbaren Ereignissen, doch dieser Markt ist noch sehr jung. Wir konzentrieren uns bewusst auf Naturkatastrophen, weil wir diese Risiken am besten verstehen und modellieren können. **Scor Investment Partners ist seit 2023 mit einem eigenen Team in Zürich präsent. Weshalb ist die Schweiz für Sie so wichtig?** Eigentlich begann unsere Geschichte in der Schweiz schon deutlich früher. Wir arbeiten seit mehr als zehn Jahren mit Schweizer institutionellen Investoren zusammen. 2023 haben wir entschieden, eine dauerhafte Präsenz in Zürich aufzubauen, um näher bei unseren Kunden zu sein. Heute stammen knapp 40 Prozent unserer extern verwalteten Vermögen aus der Schweiz. Damit gehört der Schweizer Markt neben Frankreich zu unseren wichtigsten Märkten. **Warum stossen Cat Bonds gerade bei Schweizer Investoren auf Interesse?** Die Schweiz verfügt über ein sehr gut entwickeltes institutionelles Anlageumfeld. Viele Pensionskassen beschäftigen sich schon seit Jahren mit alternativen Anlagen. Hinzu kommt ein starkes Netzwerk spezialisierter Anlageberater, die Pensionskassen bei der strategischen Asset Allocation begleiten. Dadurch sind Insurance-linked Securities hier deutlich bekannter als in vielen anderen europäischen Ländern. **Ist dieser Markt inzwischen ausgereizt?** Nein. Wir sehen weiterhin neue Allokationen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass Cat Bonds bei Schweizer Investoren bereits gut verstanden werden. Das grösste Wachstumspotenzial sehen wir deshalb inzwischen in anderen Bereichen unseres Angebots. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Louis-Bourrousse-1.jpg) #### Louis Bourrousse Der Franzose ist seit November 2023 Chief Executive Officer von SCOR Investment Partners. Er kam 2013 zu SCOR und übernahm dort verschiedene Führungspositionen in den Bereichen Strategie, Investments und Geschäftsentwicklung. Zuvor war er als Investmentbanker mit Schwerpunkt Fusionen und Übernahmen bei Oddo BHF und Nomura tätig. Bourrousse ist Absolvent der École Polytechnique und verfügt über einen Masterabschluss in Finance der ENSAE ParisTech. **Wo liegen diese Wachstumschancen?** Vor allem bei Liquid Credit, also liquiden Kreditstrategien. In den vergangenen Jahren standen Private Credit und Private Equity im Mittelpunkt. Heute beobachten wir jedoch, dass institutionelle Anleger die Bedeutung von Liquidität neu bewerten. Entsprechend steigt das Interesse an syndizierten Unternehmenskrediten (Syndicated Loans beziehungsweise European Leveraged Loans). Diese bieten attraktive risikobereinigte Renditen, sind aber im Gegensatz zu klassischen Private-Debt-Anlagen über einen Sekundärmarkt handelbar. Unser Flaggschiff-Fonds verfügt deshalb über einen täglichen Nettoinventarwert (NAV). **Welche Renditen lassen sich dort derzeit erzielen?** Im Bereich syndizierter Unternehmenskredite bewegen sich die Renditen in Euro bei etwa 5 bis 7 Prozent, aktuell eher zwischen 5,5 und 6,5 Prozent. Seit dem Ende der Negativzinsphase hat sich das Umfeld für Fixed-Income-Anlagen deutlich verbessert. Wir glauben deshalb, dass qualitativ hochwertige Kreditstrategien wieder eine wichtigere Rolle in institutionellen Portfolios spielen werden. **Sie sehen auch Chancen bei Infrastrukturfinanzierungen. Weshalb?** Infrastrukturkredite werden häufig unterschätzt. Viele Anleger denken zuerst an Infrastruktur-Eigenkapital. Dabei lassen sich auch mit Fremdkapital attraktive und stabile Erträge erzielen. Gleichzeitig weisen Infrastrukturinvestitionen häufig langfristige Verträge und inflationsgeschützte Cashflows auf. Das macht sie für langfristig orientierte Investoren interessant. Im Rahmen der BVV2-Regulierung bieten Infrastrukturkredite Schweizer Pensionskassen zudem einen risikoeffizienteren Zugang zu Infrastruktur als Infrastruktur-Eigenkapital. **Welche Projekte finanzieren Sie konkret?** Unsere Schwerpunkte liegen in drei Bereichen: erneuerbare Energien wie Wind- und Solarparks, digitale Infrastruktur mit Glasfasernetzen und Rechenzentren sowie Verkehrsprojekte. Wir konzentrieren uns bewusst auf Fremdkapitalfinanzierungen und bauen breit diversifizierte Portfolios auf. Wir differenzieren uns durch einen bewusst selektiven Ansatz und investieren häufig als alleiniger institutioneller Investor oder im Rahmen exklusiver Club Deals. **Beobachten Sie derzeit auch Veränderungen bei den geografischen Präferenzen institutioneller Anleger?** Ja. Viele Investoren hinterfragen derzeit ihre globale Allokation. In den vergangenen Jahren floss ein grosser Teil der Mittel automatisch in globale Strategien mit einem hohen US-Anteil. Heute hören wir häufiger den Wunsch, Europa wieder stärker separat abzudecken und die Gewichtung bewusster zu steuern. Davon profitieren spezialisierte europäische Strategien. ### Die neue Geometrie der Macht URL: https://www.tippinpoint.ch/die-neue-geometrie-der-macht/ Last updated: 2026-07-18T20:33:53.000Z Wir erleben eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Neue Machtzentren entstehen, geopolitische Spannungen nehmen zu und technologische Innovationen beschleunigen den globalen Wettbewerb. Im Fokus stehen der strategische Wettbewerb zwischen den USA und China, die Rolle von Innovation, Ressourcen und staatlicher Einflussnahme sowie die Frage, wie wirtschaftliche und politische Interessen zunehmend ineinandergreifen. --- **Dr. Stefan Legge**, Ökonom, Universität St. Gallen Stefan Legge ist Dozent für Volkswirtschaftslehre und Leiter des MBA-Curriculums an der Universität St.Gallen. Nach Forschungsaufenthalten in Princeton und Berkeley promovierte er 2016\. Seine Forschung, die in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf internationalen Handel und Makroökonomie. Seine Einschätzungen zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen erscheinen regelmässig in renommierten internationalen Medien. **Philipp Lisibach**, CIO Europe, LGT Private Banking Philipp Lisibach ist Chief Investment Officer Europe der LGT Bank Schweiz in Zürich. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die LGT Europe House View, welche die makroökonomischen Prognosen, die taktische Anlagepositionierung sowie Themeninvestments und Research beinhalten. Philipp Lisibach ist Vorsitzender des LGT Europe Anlageausschusses. ### Swift: Ein mächtiger Player betritt den Kryptomarkt URL: https://www.tippinpoint.ch/swift-ein-machtiger-player-betritt-den-kryptomarkt/ Last updated: 2026-07-20T09:32:19.000Z Angriff ist die beste Verteidigung – wenn die Blockchain unser Transaktionsnetzwerk bedroht, gehen wir auch auf die Blockchain. Das dürfte sich Swift angesichts der Zahlungsinitiativen von Kryptodienstleistern und Stablecoins gedacht haben. Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT), der weltweit über 11’000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern angehören hat einen Pilotbetrieb mit einem Blockchain-Ledger eingeführt, auf dem die Testteilnehmer rund um die Uhr grenzüberschreitende Zahlungen mit tokenisierten Einlagen vornehmen können. Zu den 17 globalen Grossbanken, die das blockchainbasierte Hauptbuch testen, gehört auch die UBS, neben BNP Paribas, the Bank of New York Mellon, Citi, HSBC und Wells Fargo. Ziel ist es gemäss Pressemitteilung, den Banken zu ermöglichen, Gelder für Kunden über Nacht und am Wochenende zu bewegen, bevor die endgültige Abwicklung über bestehende Zahlungssysteme erfolgt. Die Banken werden die Transaktionen mit Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten über mehrere Blockchains hinweg abwickeln können, wobei sie neben den bestehenden Zahlungsnetzen arbeiten und diese nicht ersetzen werden. Die UBS schreibt in einem Statement, dass die Bank an einer einer Vielzahl von Brancheninitiativen beteiligt sei, die sich mit digitalen Vermögenswerten, tokenisierten Einlagen und Stablecoins befassen. ### Nur ein Kommunikationsnetzwerk Stablecoin-Emittenten bieten bereits Transfers an, die ausserhalb der Bankgeschäftszeiten abgewickelt werden können, wobei Banken regulatorische, Compliance- und Risikokontrollen als Vorbehalte gegen Stablecoins anführen und lieber tokenisierte Einlagen auf bankgeführten Infrastrukturen anführen. Swift bietet bisher kein Transaktionsnetzwerk und überweist oder verwaltet kein echtes Geld. Es ist ein globales, sicheres Kommunikationsnetzwerk der Banken. Es dient dazu, standardisierte Nachrichten für internationale Geldtransfers und Finanztransaktionen zwischen Instituten zu übermitteln. Der entscheidende Unterschied zu Stablecoins liegt in der Rechtsnatur des Geldes. Tokenisierte Einlagen sind zunächst digitale Repräsentationen realer Bankguthaben, die im regulierten Bankensystem verbleiben. Somit gelten Einlagensicherung, KYC- und AML-Prüfungen sowie die Bilanzierung bei der emittierenden Bank weiter. Stablecoins hingegen stammen meist von Drittanbietern und sind überwiegend an den US-Dollar gekoppelt. Banken senden heute über Swift Zahlungsanweisungen, die dann über Korrespondenzbanken abgewickelt werden. Swift gibt an, dass 75 Prozent der Zahlungen im Netzwerk innerhalb von 10 Minuten die Empfängerbanken erreichen würden – häufig sogar in Sekunden. Der Blockchain-Ledger soll nun eine durchgehend verfügbare Plattform für regulierte digitale Gelder bieten und gleichzeitig die endgültige Abwicklung an bestehende Systeme binden. ### Ripple ist nicht dabei Der Ledger von Swift wird auf Linea aufgebaut, einer Ethereum Layer-2-Blockchain von ConsenSys auf der Basis von Hyperledger Besu, aber der Zugang bleibt vollständig zugangsbegrenzt. Nur das Bankenkonsortium entscheidet, wer auf dem Ledger Transaktionen durchführen darf. Diese geschlossene Struktur steht im Widerspruch zur Philosophie der offenen Blockchain-Kultur. Weil einige der Teilnehmer-Banken mit Ripple experimentieren, wurde der Ripple-Kurs durch die Swift-Ankündigung angetrieben. Doch in der Vergangenheit hatte Swift die Ripple-Blockchain kritisiert. Ripple hat sich gemäss Markus Fehn von Chartered Investment früh als Swift-Alternative positioniert, sei im Kerngeschäft der Banken untereinander aber nie in der Breite angekommen. Die tatsächliche Nutzung konzentriere sich bis heute vor allem auf private Auslandsüberweisungen, etwa von Arbeitsmigranten in ihre Heimatländer. «Wenn Swift und die Grossbanken die Blockchain-Funktionalität nun selbst liefern, fällt das zentrale Verkaufsargument der Herausforderer weg: Warum eine Alternative nutzen, wenn das eigene Netzwerk dieselbe Leistung bietet?» fragt er rhetorisch. ### Zugangsbeschränkte Systeme Die Zentralisierungskritik an Ripple relativiere sich aber in diesem Kontext: Auch die Swift-Lösung sei eine zugangsbeschränkte Infrastruktur, betrieben von einer Genossenschaft der Banken, sagt Fehn. Im Zahlungsverkehr zwischen Banken sei das kein Mangel, sondern eine Voraussetzung, denn Aufsicht, Haftung und Governance verlangen klare Verantwortlichkeiten. «Die relevante Frage ist daher nicht dezentral oder zentral, sondern wessen Governance der Markt vertraut», fügt der Experte an. Ripple könnte sicherlich ein Vorreiter sein bei der technischen Umsetzung, sagt Nourdine Abderrahmane, Partner bei Magpie Projects. «Der Ripple Token selbst eignet sich in heutiger Form nicht als Stablecoin, da die Tokens ja nicht nur Währung, sondern auch Firmenanteile darstellen, und somit den Zweck eines Stablecoins nicht genau umsetzen. Ripple argumentiere natürlich anders». Ripple ist wegen der Zentralisierung des Unternehmens, der Regulierungsproblematik und den häufigen Token-Verkauf durch Insider in der Kritik. Der frühere Swift-Innovationschefs Tom Zschach beendete Spekulationen über eine mögliche Integration von Ripple in das internationale Zahlungsnetzwerk auf X mit einem knappen «not happening». ### Das Ende der Langsamkeit «Für die Swift Teilnehmer ist es in erster Linie eine Erleichterung - man kann Zahlungen international konditioniert ausführen, man kann Checks wie Sanktionen, ausreichendes Guthaben bei der Korrespondenzbank präventiv prüfen Für den Kunden sollte endlich auch die Überweisungsgeschwindigkeit von bis zu drei Werktagen auf wenige Minuten heruntergehen», so Abderrahmane. Auf die Frage, wer durch die Swift-Initiative konkurrenziert werde, antwortet der Experte von Magpie Projects: «Wenn es überhaupt um Konkurrenzieren geht, dann stellt dieser Vorstoss eine Konkurrenz zu bestehenden Krypton-Tokens dar, deren Entwicklung ja unter anderem durch das lahme und zähe Korrespondenzbankensystem motiviert wurde. Ich sehe es jedoch als Vorstoss von Swift, mittels DLT einen der zentralen Nachteile zu heilen – nämlich, dass eine internationale Zahlung via Swift langsam, aufwendig und schwer nachvollziehbar ist». «Stablecoin-Anbieter, allen voran Circle und das neu angekündigte OUSD-Konsortium. Sie werben um genau die grenzüberschreitenden Zahlungsströme, die Swift nun selbst rund um die Uhr abwickeln will», antwortet Markus Fehn auf die Frage der Konkurrenzierung. Daneben konkurrenziere das Projekt die zahlreichen Blockchain-Lösungen, die einzelne Banken oder kleinere Bankengruppen in den vergangenen Jahren für den Zahlungsverkehr untereinander aufgebaut hätten. Diese Lösungen funktionierten, erreichten aber jeweils nur einen begrenzten Teilnehmerkreis. Ein gemeinsames Netzwerk aller Banken mache viele dieser Insellösungen überflüssig. «Swift konkurrenziert damit auch Initiativen der eigenen Mitgliedsbanken», so Fehn. ### Was kommt auf den Ledger? Kann Swift zukünftig bestimmen, welche Stablecoins und welche Art von tokenisierten Assets auf der Swift-Blockchain gehandelt werden? «Faktisch ja, in seiner Rolle als Plattformbetreiber. Swift ist eine Genossenschaft der Banken und wird, wie heute schon bei den Nachrichtenstandards im Zahlungsverkehr, die Regeln setzen: welche Assets zugelassen werden, welche Anforderungen Emittenten erfüllen müssen und wie das Zusammenspiel mit anderen Netzwerken aussieht», sagt Fehn. Das sei Stärke und Angriffsfläche zugleich. Standards schaffen Vertrauen und Skalierbarkeit, bedeuten aber auch Kontrolle über den Zugang. Die Governance-Details sind in der Pilotphase noch offen, genau hier lohnt sich gemäss Fehn in den kommenden Monaten der Blick. «Ich erwarte, dass Swift zunächst auf tokenisierte Einlagen der eigenen Mitgliedsbanken fokussiert und regulierte Assets schrittweise zulässt, statt eine offene Plattform für beliebige Token zu bauen». ### Gelder bleiben Bankeinlagen Der Unterschied zu anderen Systemen und Stablecoins liegt gemäss Fehn nicht in der Geschwindigkeit, sondern im Instrument. Tokenisierte Einlagen bleiben Bankeinlagen: mit Einlagensicherung, Verzinsungsmöglichkeit und voller Bankenregulierung. Stablecoins sind dagegen ein Anspruch auf einen Reservepool, in den USA nach dem Genius Act mit ausdrücklichem Zinsverbot für Halter, in Europa gilt unter MiCAR dasselbe für E-Geld-Token. «Für die Banken ist der entscheidende Punkt: Fliessen Kundengelder in Stablecoins, verlassen Einlagen die Bankbilanz und fehlen in der Kreditvergabe. Tokenisierte Einlagen halten das Geld im Bankensystem. Für Unternehmen wiederum entfällt der Tausch in ein Dritt-Asset und damit das Risiko, dass dieses von seinem festen Wert abweicht», erklärt Fehn. Sein Fazit: Stablecoins und tokenisierte Einlagen konkurrierten nur an der Oberfläche um denselben Anwendungsfall. Strukturell seien es unterschiedliche Instrumente: Stablecoins dort, wo freie Übertragbarkeit gefragt ist, tokenisierte Einlagen dort, wo Geld im regulierten Bankenkreislauf bleiben soll. ### Tokenisierung boomt Welchen Impact Swift dereinst auf die dezentrale Transaktionsabwicklung haben wird, ist noch schwer abzuschätzen. Zwei Tatsachen sind aber unbestritten: Einerseits hat die Organisation mit ihrem bereits riesigen Netzwerk gute Chancen, den Markt zu dominieren, wenn eine attraktive Blockchain-Lösung aufgesetzt wird. Andererseits ist der Trend hin zu tokenisierten Wertschriften und Geld unumkehrbar. So hat sich etwa das monatliche Handelsvolumen von tokenisierten Aktien im Juni mit 3,86 Mrd. Dollar ein Allzeithoch erreicht – ein Anstieg von 145 Prozent innerhalb eines Monats. Um Handel und Abrechnung streiten sich dabei schon eine Vielzahl von Anbietern und Systemen wie Circle, Qivalis, Ripple, OpenUSD etc. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass die Blockchains Solana, Ethereum etc. über welche dieser Boom läuft zu Kursen von vor drei Jahren bewertet werden. Abderrahmane weist darauf hin, dass Stablecoins nur einen Teil des Bedürfnisses erfüllen. Eine Überweisung an das studierende Kind in Fiat Währung von hier nach Neuseeland würde in der heutigen Welt ein Einwechseln an einer Kryptobörse voraussetzen und beim Empfänger wieder umgekehrt. «Das macht die Überweisung schneller, jedoch sind die Transaktionsgebühren vergleichsweise hoch. Die Swift-Überweisung geht günstiger, dauert aber länger», so der Magpie-Projects-Experte. ### Die Landschaft wird komplexer Wer sich schlussendlich durchsetzen werde und ob es unübersichtlich werde, sei nicht einfach zu beantworten. «Vor nicht allzu langer Zeit gab es ja auch mehrere Kartengeld-Standards und verblieben sind nur wenige. Die Treiber sind jedoch vielschichtig: kommerziell, User-Freundlichkeit, aber auch organisatorische Gründe wie Bankenverbunde können einen Einfluss haben. Sogar geopolitische Faktoren spielen eine Rolle», fügt Abderrahmane an. «Die Landschaft wird komplexer, nicht einfacher: Stablecoins, tokenisierte Einlagen, der digitale Euro, dazu diverse Blockchain-Lösungen einzelner Banken und Bankengruppen und jetzt der Swift-Ledger. Jede Initiative ist für sich schlüssig, die eigentliche Frage ist ihre Koexistenz», bestätigt Fehn. Einen einzelnen Gewinner werde es aus seiner Sicht nicht geben: «Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der mehrere Zahlungsnetzwerke dauerhaft nebeneinander bestehen. Durchsetzen werden sich jene, auf denen sich die Liquidität konzentriert und deren Standards anschlussfähig sind». Die Entwicklung von Märkten verlaufe erfahrungsgemäss in Zyklen: Eine Konsolidierung werde kommen, ihr Zeitpunkt sei schwer zu prognostizieren. Für Finanzinstitute verschiebe sich damit die strategische Frage. Sie laute nicht mehr: Welche Technologie wähle ich? Sondern: Wie bleibe ich über mehrere Netzwerke hinweg anschluss- und handlungsfähig, so Fehn. «Wer heute alles auf ein einziges System setzt, geht eine Wette ein. Die Diskussion dreht sich immer weniger um digitale Assets selbst und immer mehr um Marktstruktur», fügt er an. ### Jetzt geht’s in den Norden - Bitcoin Allemagne URL: https://www.tippinpoint.ch/jetzt-gehts-in-den-norden-bitcoin-allemagne/ Last updated: 2026-07-18T22:59:06.000Z Der im Jahr 2013 gegründete Bitcoin-Pionier weitet seine Aktivitäten auf den deutschen Markt aus. Voraussetzung dafür ist die MiCAR-Lizenz, welche die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) ende Juni erteilte. Dank dieser Zulassung als Crypto Asset Service Provider (CASP) kann [Bitcoin Suisse](https://tippinpoint.ch/unternehmen/113/bitcoin%5Fsuisse.html?ref=tippinpoint.ch) regulierte Krypto-Dienstleistungen durch Passporting grundsätzlich im gesamten EWR (27 EU-Staaten plus EFTA-Länder) anbieten. «Liechtenstein ist seit 2018 einer unserer Standorte und mit dem TVTG (Gesetz über Token und VT-Dienstleister) einer der Pioniere der Krypto-Regulierung. Unsere Überzeugung war immer: Vertrauen entsteht durch Regulierung, nicht an ihr vorbei», sagt Andrej Majcen, Group CEO und Co-Founder von Bitcoin Suisse gegenüber tippinpoint. Mit dem Passporting für Deutschland bediene das Unternehmen deutsche Kunden direkt. Eine zusätzliche BaFin-Zulassung für dieselben MiCAR-Dienstleistungen sei dafür grundsätzlich nicht erforderlich. ![Jetzt geht’s in den Norden - Bitcoin Allemagne](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Andrej_Majcen_2607198_060722.jpg) Andrej Majcen, CEO Bitcoin Suisse. (Quelle: HO) Bitcoin Suisse richtet sich in Europa gezielt an vermögende Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Investoren. Dabei setze das Unternehmen auf seine mehr als zehnjährige Erfahrung im Kryptomarkt, die sich über mehrere Marktzyklen hinweg bewährt habe, hält das Unternehmen fest. Zum Angebot zählen insbesondere Handel, Verwahrung und Staking von digitalen Vermögenswerten. Als zentrale Unterscheidungsmerkmale nennt das Unternehmen seine eigene technologische Infrastruktur sowie ein Betreuungsmodell, bei dem jeder Kunde einen persönlichen Ansprechpartner erhält. Der Deutschlandvorstoss im Krypto-Winter erscheint nicht optimal. Doch der Bitcoin-Suisse-CEO entgegnet, die europäische Expansion sei über mehrere Jahre vorbereitet worden. Die Nachfrage aus Deutschland habe schon lange vor dem aktiven Markteintritt bestanden. Was fehlte, war ein einheitlicher regulatorischer Rahmen. «Genau den schafft MiCAR: Mit der MiCAR-Lizenz und dem Passporting können wir mit [Bitcoin Suisse](https://tippinpoint.ch/unternehmen/113/bitcoin%5Fsuisse.html?ref=tippinpoint.ch) (Europe) AG den Markt nun gezielt bearbeiten», so Majcen. Kurzfristige Kursbewegungen seien für diesen Entscheid nicht ausschlaggebend. Bitcoin Suisse habe seit 2013 mehrere Marktzyklen durchlaufen. ### Der logische nächste Schritt Die Expansion nach Europa verantwortet Roman Przibylla, der über viel Erfahrung im Finanzsektor verfügt und am 1\. Dezember 2025 zu [Bitcoin Suisse](https://tippinpoint.ch/unternehmen/113/bitcoin%5Fsuisse.html?ref=tippinpoint.ch) wechselte. Deutschland ist für Bitcoin Suisse kein komplett neuer Markt. Der Schweizer Arm der Gruppe zählt gemäss Pressemitteilung bereits seit Gründung eine Vielzahl an deutschen Kunden. «Die Schweiz bleibt unser Heimmarkt und unser Fundament. Deutschland ist der logische nächste Schritt: bestehende Nachfrage, eine hohe Dichte an vermögenden Kunden und ein Markt, der unter MiCAR weiter an Reife gewinnt», sagt Majcen. Der Ansatz werde in Deutschland derselbe sein: Bitcoin Suisse positioniert sich als krypto-nativer Premium-Spezialist mit Trading, Custody und Staking auf vollständig eigener Infrastruktur und einem festen Relationship Manager statt anonymem Massengeschäft. «Das konkrete Angebot richtet sich nach dem jeweiligen regulatorischen Rahmen», ergänzt Majcen. ### Nicht im Preiskampf des Massenmarktes Der Krypto-Markt Deutschland ist kein einfaches Pflaster. [Bitcoin Suisse](https://tippinpoint.ch/unternehmen/113/bitcoin%5Fsuisse.html?ref=tippinpoint.ch) wird nicht im Massenmarkt in den Preiskampf mit etablierten Anbietern wie Bitpanda, Trade Republic und Bison treten. Ob die Schweizer das richtige Angebot haben, um sich bei vermögenden Privatkunden, institutionellen Investoren und Family Offices zu etablieren, muss sich noch zeigen. Andere Plattformen und etablierte Anbieter bearbeiten dieses Segment bereits. Die langjährige Erfahrung im Kryptomarkt Schweiz dürfte für Bitcoin Suisse ein Plus sein. «Zum Start ist keine eigene Niederlassung in Deutschland geplant; eine physische Präsenz wird mittelfristig geprüft», ergänzt der CEO. Deutsche Kunden würden vor allem den Unterschied spüren: einen festen Ansprechpartner, direkten Zugang zu echten Krypto-Experten und massgeschneiderte Lösungen auf der eigenentwickelten Kerninfrastruktur. Bitcoin Suisse sei nicht die Lösung für jeden, sondern für Kunden, denen Standardzugang nicht reiche. ### Der ABB-Chef kann bis zu 10 Millionen Franken verdienen - die Industriellen schliessen zu den Banken auf URL: https://www.tippinpoint.ch/der-abb-chef-kann-bis-zu-10-millionen-franken-verdienen-die-industriellen-schliessen-zu-den-banken-auf/ Last updated: 2026-07-22T17:34:10.000Z Der Schweizer Technologiekonzern hat einen Lauf an der Börse. Die Investitionen in künstliche Intelligenz haben die Auftragsbücher gefüllt und den Aktienkurs nach oben getrieben. 27 Prozent Plus seit Anfang Jahr. Damit überflügelt der Konzern andere SMI-Titel um Längen. Der KI-Boom katapultierte [ABB](https://tippinpoint.ch/unternehmen/7/abb.html?ref=tippinpoint.ch) auf Platz vier der wertvollsten Unternehmen der Schweiz – gleich hinter den grossen drei: [Roche](https://tippinpoint.ch/unternehmen/198/roche.html?ref=tippinpoint.ch), [Novartis](https://tippinpoint.ch/unternehmen/209/novartis.html?ref=tippinpoint.ch) und [Nestlé](https://tippinpoint.ch/unternehmen/41/nestl.html?ref=tippinpoint.ch). Jetzt soll auch der oberste Manager, CEO Morten Wierod, von der Entwicklung profitieren. Der Norweger, der in seinem Auftritt so bescheiden und bodenständig wie ein Schweizer KMU-Chef wirkt, könnte durch eine Anpassung des Vergütungssystems näher an die Spitzengruppe der Schweizer Manager heranrücken. Künftig kann Wierod im Idealfall auf eine Gesamtvergütung von rund 10 Millionen Franken kommen. Ganz an die Spitze reicht es allerdings nicht: Novartis-CEO Vasant Narasimhan bezog 2025 15,2 Millionen Franken. UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt eine Vergütung von 14,9 Millionen Franken. Partners-Group-CEO David Layton bezog 16 Millionen Franken. Mit 10 Millionen Franken kommt Wierod in den Bereich, in dem sich die Chefs von Roche und Nestlé bewegen. Noch höher fiel die ausgewiesene Entschädigung des neuen Julius-Bär-CEO Stefan Bollinger mit 24 Millionen Franken aus. Dieser Wert ist allerdings nur bedingt vergleichbar, weil darin eine einmalige Ersatzentschädigung von 14,8 Millionen Franken für beim Wechsel von Goldman Sachs entgangene Vergütungen enthalten ist. Ohne diesen Sondereffekt belief sich seine operative Vergütung auf rund 8,3 Millionen Franken. ### Grundlohn von 1,5 Millionen Franken Auffällig bei [ABB](https://tippinpoint.ch/unternehmen/7/abb.html?ref=tippinpoint.ch) ist vor allem der hohe Bonusanteil. Während früher vor allem Banken wegen hoher Boni im Fokus standen, setzen heute auch Industrieunternehmen verstärkt auf langfristige Aktienprogramme. Insgesamt kann der ABB-Chef 550 Prozent seines Basissalärs als variablen Bonus erhalten. Damit hängt ein immer grösserer Teil der Vergütung direkt von der Börsenentwicklung ab. Die Anlagestiftung Ethos hat die Erhöhung des variablen Anteils bereits als zu hoch kritisiert. Allerdings trägt Morten Wierod auch das Risiko, deutlich weniger zu verdienen, wenn es an der Börse nicht mehr gut laufen sollte. Das Grundgehalt des 54-jährigen Managers beträgt 1,5 Millionen Franken. Zum Vergleich: Das Basissalär von Sergio Ermotti beläuft sich 2,5 Millionen Franken – mit Nebenleistungen sind es 2,8 Millionen Franken. **Korrektur:** In einer früheren Version stand fälschlicherweise, Morten Wierod sei Schwede. ### Big in Japan: UBS wagt Comeback im japanischen Investmentbanking URL: https://www.tippinpoint.ch/big-in-japan-ubs-wagt-comeback-im-japanischen-investmentbanking/ Last updated: 2026-07-16T09:22:27.000Z UBS-Chef Sergio Ermotti will nicht nur in den USA wachsen – auch in Fernost scheint er seinem Leitmotiv «Shrinking is not an Option» verpflichtet zu sein. In den letzten Monaten hat die Bank ihre Investmentbanking-Aktivitäten durch Neueinstellungen deutlich verstärkt und ist wieder in Bereiche eingestiegen, die sie vor Jahren aufgegeben hat. Wie Bloomberg aus Japan berichtet, hat die Grossbank Takehiro Sakuramoto von Goldman Sachs abgeworben. Der Managing Director hatte am Donnerstag seinen ersten Arbeitstag bei der Bank. Er ist neuer Leiter des Bereichs Debt Capital Markets (DCM) für Japan in der Investmentbank. Die Bank will künftig Mandate für die Emission von Unternehmensanleihen japanischer Firmen gewinnen und sich zu Beginn auf Fremdwährungsanleihen konzentrieren, sagte die Sprecherin der Bank. Für die [UBS](https://tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html?ref=tippinpoint.ch) bedeutet das einen Wiedereinstieg ins Geschäft. 2021 straffte die Grossbank ihr Fixed-Income-Geschäft in Asien und verlagerte etwa den Zins- und Anleihehandel von Tokio nach Sydney. Sie gab auch ihren Status als Primärhändler für japanische Staatsanleihen auf. Am Schluss spielte sie bei der Emission von Unternehmensanleihen kaum noch eine Rolle. ### Boom bei Fremdwährungsanleihen Seit Sergio Ermotti wieder CEO ist, investiert [UBS](https://tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html?ref=tippinpoint.ch) gezielt in das Investmentbanking in Japan. In den vergangenen zwei Jahren wurden mehrere erfahrene Banker von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Rothschild verpflichtet – darunter jetzt Takehiro Sakuramoto als DCM-Chef. Japanische Unternehmen haben im vergangenen Quartal so viele Fremdwährungsanleihen emittiert wie schon lange nicht mehr. Sie nutzen zunehmend die tieferen und liquideren internationalen Kapitalmärkte, um ihr Wachstum zu finanzieren. In den ersten drei Monaten stieg das Emissionsvolumen auf den Rekordwert von 16,7 Billionen Yen (umgerechnet rund 83 Milliarden Franken). ### Partners Group: Kunden zogen 3,8 Milliarden aus Evergreen-Fonds ab URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-kunden-zogen-3-8-milliarden-aus-evergreen-fonds-ab/ Last updated: 2026-07-16T09:16:48.000Z Zu sagen, dass Private Markets derzeit besonders gefragt sind, wäre übertrieben. Noch schwieriger ist die Lage allerdings bei sogenannten Evergreen-Strukturen – semiliquiden Private-Markets-Vehikeln, die speziell für vermögende Privatanleger konzipiert wurden. Das zeigen die Halbjahreszahlen von [Partners Group](https://tippinpoint.ch/unternehmen/56/partners%5Fgroup.html?ref=tippinpoint.ch). Im ersten Halbjahr zogen Investoren insgesamt 3,8 Milliarden US-Dollar aus den Evergreen-Fonds des Unternehmens ab. Rund 80 Prozent der Rücknahmen entfielen dabei auf drei Fonds. Wie Partners Group bereits im Juni mitgeteilt hatte, betrifft dies unter anderem den Partners Group Global Value SICAV sowie den in Delaware domizilierten Partners Group Private Equity (Master Fund). Bei insgesamt fünf Fonds musste das Unternehmen sogenannte Gates aktivieren. Damit werden Rücknahmen begrenzt, weil sie die in den semiliquiden Fonds vorgesehenen Rücknahmelimiten überschritten hatten. ### Belastung reicht bis ins kommende Jahr Die Auswirkungen der hohen Rücknahmen werden [Partners Group](https://tippinpoint.ch/unternehmen/56/partners%5Fgroup.html?ref=tippinpoint.ch) noch längere Zeit beschäftigen. Aufgrund der Rücknahmebeschränkungen werden nicht alle Auszahlungen sofort abgewickelt; ein Teil der Rücknahmen wird erst im zweiten Halbjahr verarbeitet. Das Management rechnet deshalb damit, dass die Evergreen-Plattform das Wachstum der verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) sowohl 2025 als auch 2026 um jeweils ein bis zwei Prozentpunkte des gesamten AuM bremsen wird. Hinzu kommen sogenannte Tail-down-Effekte, die Partners Group für das Gesamtjahr auf 10 bis 13 Milliarden US-Dollar beziffert. Dabei handelt es sich um planmässige Kapitalrückzahlungen aus auslaufenden Private-Markets-Fonds, wodurch das verwaltete Vermögen sinkt. Auf Basis der aktuellen Exit-Pipeline erwartet das Unternehmen zudem, dass die Performance Fees im Gesamtjahr 2026 am unteren Ende der mittelfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent des Gesamtumsatzes liegen werden. ### Rekordzuflüsse treffen auf überhitzten Markt Trotz der Probleme bei den Evergreen-Produkten bleibt die Nachfrage nach den Anlagestrategien von [Partners Group](https://tippinpoint.ch/unternehmen/56/partners%5Fgroup.html?ref=tippinpoint.ch) hoch. Im ersten Halbjahr sammelte das Unternehmen Neuzusagen von 16 Milliarden US-Dollar ein, nach 12 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Zuflüsse sind zwar schön und gut, doch das Problem ist, sie müssen auch investiert werden. Und das ist im aktuellen Umfeld gar nicht so einfach. Viele Firmen werden zu sehr hohen Bewertungen gehandelt. Entsprechend gross ist das Risiko, bei neuen Transaktionen zu viel zu bezahlen. Das ist ein oftmals [unterschätztes Problem in den Private Markets](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78829/wo%5Fdie%5Fprobleme%5Fbei%5Fpartners%5Fgroup%5Fwirklich%5Fliegen.html). Darauf verweist auch CEO David Layton: «Wir freuen uns, eine rekordhohe Kundennachfrage vermelden zu können. Das Investitionsumfeld bleibt jedoch anspruchsvoll. Wir gehen bei neuen Investitionen weiterhin äusserst selektiv vor, da insbesondere im Private-Equity-Bereich häufig sehr hohe Bewertungen verlangt werden.» Die Aktien von Partner Group haben seit Beginn des Jahres 30 Prozent verloren. Das Gründertrio mit Fredy Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni haben rund 60 Millionen aufgeworfen, um die Aktie zu stützen. Aktuell liegt der Kurs bei 720 Franken, knapp 90 Franken über dem Tief von Ende Juni als die Aktie bei 632 Franken lag. Am Donnerstag startete die Aktie mit einem tiefen Taucher in den Tag. Bis 11 Uhr erholen sie sich leicht und liegen noch 4,5 Prozent im Minus. ### Volatile Märkte lösen bei UBP einen Ertragsschub aus URL: https://www.tippinpoint.ch/volatile-markte-losen-bei-ubp-einen-ertragsschub-aus/ Last updated: 2026-07-16T09:05:21.000Z Union Bancaire Privée (UBP) hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient. Der Reingewinn stieg integrationsbericht gegenüber der Vorjahresperiode um 40,4 Prozent auf 169,4 Millionen Franken. Der Erfolg aus der Geschäftstätigkeit legte um 10,4 Prozent auf 812,5 Millionen Franken zu. Net-New-Money-Zahlen gab die Bank nicht bekannt. Die verwalteten Kundenvermögen erhöhten sich seit Ende 2025 um 4,8 Prozent auf 193,5 Milliarden Franken. Ausschlaggebend dafür waren laut der Bank die positive Entwicklung an den Finanzmärkten sowie die Wertsteigerung der Vermögensverwaltungsmandate und Anlagefonds. Vom volatilen Marktumfeld profitierte vor allem das Kommissions- und Gebührengeschäft. Die Erträge stiegen um 16,5 Prozent auf 471,1 Millionen Franken. Auch das Zinsengeschäft entwickelte sich positiv: Der Nettoerfolg nahm um 4,0 Prozent auf 275,8 Millionen Franken zu. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft erhöhte sich um 5,9 Prozent auf 64,2 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand blieb mit einem Plus von 1,8 Prozent nahezu stabil. Die Bank führt das auf ein «diszipliniertes Kostenmanagement» sowie auf Synergien nach der Integration von Société Générale Private Banking (Schweiz) und SG Kleinwort Hambros Bank zurück. Die kurzfristige Liquiditätsquote (LCR) lag Ende Juni bei 233,8 Prozent, die Kernkapitalquote (Tier 1) bei 22,5 Prozent. «Unsere Halbjahresergebnisse wurden sowohl von den positiven Entwicklungen an den Finanzmärkten als auch von der Straffung der Geschäftsabläufe im Zuge der beiden jüngsten Akquisitionen beflügelt. Wir verdanken dies dem unermüdlichen Engagement unserer Teams, denen es gelungen ist, innerhalb eines Jahres, zwei Banken in der Schweiz und im Vereinigten Königreich zu integrieren», sagte Guy de Picciotto, CEO der [UBP](https://tippinpoint.ch/unternehmen/87/ubp.html?ref=tippinpoint.ch). Vor einem Jahr wies die Bank wegen der Integration einen deutlich gesunkenen Reingewinn aus. Er verringerte auf 120 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025, verglichen mit 138 Millionen in der gleichen Periode im Jahr 2024. ### Wall-Street-Banken pushen UBS auf neuen Mehrjahresrekord URL: https://www.tippinpoint.ch/wall-street-banken-pushen-ubs-auf-neuen-mehrjahresrekord/ Last updated: 2026-07-18T22:59:07.000Z Der phänomenale Boom um die künstliche Intelligenz hat die Gewinne der grossen Wall-Street-Banken in neue Sphären hochgeschraubt. JPMorgan-Chef Jamie Dimon bezeichnete das Marktumfeld als fast so gut, «wie es überhaupt geht». Besonders der Handel mit Aktien schenkte ein. [JP Morgan](https://tippinpoint.ch/unternehmen/167/jp%5Fmorgan.html?ref=tippinpoint.ch), [Goldman Sachs](https://tippinpoint.ch/unternehmen/83/goldman%5Fsachs.html?ref=tippinpoint.ch), [Citigroup](https://tippinpoint.ch/unternehmen/124/citigroup.html?ref=tippinpoint.ch) und [Bank of America](https://tippinpoint.ch/unternehmen/106/bank%5Fof%5Famerica.html?ref=tippinpoint.ch) erzielten in diesem Bereich kumuliert Erträge von 19,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über alle Geschäftsbereiche hinweg erwirtschafteten die vier Riesen einen Nettogewinn von 42,7 Milliarden Dollar. Der Ertrags- und Gewinnschub wird von den Entwicklungen rund um die künstliche Intelligenz getrieben. Dabei geht es nicht primär um Erträge, die Banken direkt mit KI-Firmen erzielt haben, etwa durch den Blockbuster-Börsengang von SpaceX. Die Wall-Street-Banken erzielten Gebühreneinnahmen von insgesamt rund 500 Millionen Dollar. Goldman Sachs und Morgan Stanley verdienten jeweils rund 100 Millionen Dollar, [JP Morgan](https://tippinpoint.ch/unternehmen/167/jp%5Fmorgan.html?ref=tippinpoint.ch), Citigroup und Bank of America jeweils rund 75 Millionen Dollar. Doch richtig durchgeschlagen haben die heftigen Kursschwankungen, die die KI-Revolution an den Märkten ausgelöst hat. Sie sind das Elixier, das transaktionsabhängige Einnahmen antreibt. Hinzu kamen im zweiten Quartal Anpassungen in den Indizes, die ebenfalls die Transaktionsmaschinen auf Hochtouren laufen liessen. ### «Ein Umfeld, das kaum besser sein könnte» «Wir nähern uns einem Umfeld, das kaum besser sein könnte. Wir wissen nur nicht, wie lange das anhält», sagte etwa Jamie Dimon. Seine Bank erwirtschaftete einen Rekordreingewinn von 21,2 Milliarden Dollar im zweiten Quartal. Auch die anderen Wall-Street-Banken zeigten Spitzenresultate. [Goldman Sachs](https://tippinpoint.ch/unternehmen/83/goldman%5Fsachs.html?ref=tippinpoint.ch) meldete den höchsten Quartalsgewinn seit fünf Jahren. Die Bank übertraf im Aktienhandel die Ertragsprognosen der Analysten um mehr als zwei Milliarden Dollar. Auch die [Bank of America](https://tippinpoint.ch/unternehmen/106/bank%5Fof%5Famerica.html?ref=tippinpoint.ch) erreichte mit 3,6 Milliarden Dollar einen Rekord im Aktienhandel. Das entspricht einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die [Citigroup](https://tippinpoint.ch/unternehmen/124/citigroup.html?ref=tippinpoint.ch), deren Stärke traditionell im Anleihehandel liegt, steigerte ihre Erträge im Aktienhandel um 45 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. ### UBS über 43,8 Franken ![Wall-Street-Banken pushen UBS auf neuen Mehrjahresrekord](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607196_070734.jpg) Um 15.30 gab es einen Schub. (Quelle: FT/LSEG) Die Rekordergebnisse liessen die Aktienkurse hochschiessen – auch diesseits des Atlantiks. Der Kurs der UBS-Aktien machte kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse einen Sprung nach oben. Um halb vier Uhr legten die Titel stark zu. Bei Börsenschluss betrug das Plus 3,74 Prozent. Die Aktien handeln nun bei 43,8 Franken – ein neuer Rekordwert seit der Finanzkrise. Zuletzt handelte die [UBS](https://tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html?ref=tippinpoint.ch) Anfang 2008 auf diesem Niveau. Die UBS legt ihre Zahlen Ende Monat vor. Die Kurssteigerungen deuten darauf hin, dass die Anleger davon ausgehen, dass die KI-Party noch lange weitergehen wird. Das wird gestützt von euphorischen Einschätzungen etwa von Goldman-Chef David Solomon. Er glaubt, dass die weltweit erwarteten Billioneninvestitionen in künstliche Intelligenz das Investmentbanking noch über Jahre hinweg stützen werden. «Der Ausbau der KI-Infrastruktur steht erst am Anfang. Wir sind überzeugt, dass dieser mehrjährige Investitionszyklus weiterhin zu einer hohen Zahl strategischer Transaktionen, Finanzierungen und Kapitalmarktaktivitäten führen wird», sagte Solomon. Doch es gibt auch Risiken und Warner, was bei diesen Aktienhöchstständen auch nicht verwunderlich ist. Anlass zur Sorge bereitet etwa der zunehmende Einsatz von Fremdkapital, um den Boom zu stützen. Das sieht man auch in den Zahlen der Wall-Street-Banken, zum Beispiel im sogenannten Prime-Brokerage-Geschäft. [Goldman Sachs](https://tippinpoint.ch/unternehmen/83/goldman%5Fsachs.html?ref=tippinpoint.ch) hat die Erträge im Geschäft mit der Finanzierung von Hedgefonds auf 3,3 Milliarden Dollar verdoppelt, unter anderem mit einem Ausbau dieses Bereichs in Asien. Zudem setzten vermehrt Privatanleger auf riskante Instrumente wie gehebelte ETFs. ### Swiss Re gibt Kleiderordnung durch: «Shorts are for weekends» URL: https://www.tippinpoint.ch/swiss-re-gibt-kleiderordnung-durch-shorts-are-for-weekends/ Last updated: 2026-07-18T22:59:08.000Z Die anhaltend hohen Temperaturen können das Arbeiten zur Qual machen. Das fängt schon beim Pendeln an in überhitzten und stinkigen Trams und Zügen – und endet in überhitzten und stickigen Sitzungszimmern. Wie wenn es nicht schon heiss genug wäre, sorgte beim Rückversicherer [Swiss Re](https://tippinpoint.ch/unternehmen/4/swiss%5Fre.html?ref=tippinpoint.ch) eine E-Mail für noch mehr rote Köpfe. Darin gab Schweiz-President Gianfranco Lot ein paar Tipps, um in dieser «aussergewöhnlichen Hitzewelle einen kühlen Kopf» zu bewahren. Eine Empfehlung stiess bei manchen männlichen Kollegen sauer auf: «Zieh dich bequem an, aber achte auf ein professionelles Erscheinungsbild. Leichte, atmungsaktive Stoffe (und an meine männlichen Kollegen gerichtet: Shorts are for weekends…).» ![Swiss Re gibt Kleiderordnung durch: «Shorts are for weekends»](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607195_070705.jpg) Hinter Glasscheiben: Die Dachterrasse am Hauptsitz. (Quelle: Swiss Re) Viele empfanden das weniger als eine Empfehlung, sondern vielmehr als eine paternalistische Ermahnung zu einer Kleiderordnung, die es im Konzern eigentlich gar nicht gibt. Verärgert waren einige Kollegen zudem, weil in der Mail nichts zur Kleidung der Frauen stand. ### Mit einem Augenzwinkern gemeint Der erhobene Zeigefinger war wohl mit einem Augenzwinkern gemeint, wie die ganze E-Mail – passend zu den hohen Temperaturen – ebenfalls in einem lockeren Ton daherkommt. Andere Tipps waren hingegen weniger verfänglich. Man solle die Einrichtungen von [Swiss Re](https://tippinpoint.ch/unternehmen/4/swiss%5Fre.html?ref=tippinpoint.ch) vor Ort nutzen, darunter Duschen und Umkleideräume – sei es nach einem aktiven Arbeitsweg oder um sich vor einem wichtigen Meeting frisch zu machen. Man solle trinken, trinken, trinken und eine Pause machen, wenn man eine brauche. Und ja, warum nicht ein Sprung in den Zürichsee? «Wir haben einen wunderschönen See … direkt vor unserer Haustür …» Das E-Mail ging Ende Juni an alles Mitarbeiter von Swiss Re in der Schweiz. ### Nirgendwo sind die Löhne höher - und nirgends kostet ein Dinner-Date mehr als in Zürich URL: https://www.tippinpoint.ch/nirgendwo-sind-die-lohne-hoher-und-nirgends-kostet-ein-dinner-date-mehr-als-in-zurich/ Last updated: 2026-07-18T22:59:09.000Z Zürich ist eine der teuersten Städte der Welt. Das zeigt die neue Ausgabe der Studie «Mapping the World's Prices 2026» von [Deutsche Bank](https://tippinpoint.ch/unternehmen/48/deutsche%5Fbank.html?ref=tippinpoint.ch) Research, die 69 internationale Metropolen vergleicht. Die Studie kommt zum Schluss, dass die seit vielen Jahren links-grün regierte Stadt sowohl bei den Kosten als auch bei den Nettolöhnen weltweit zur Spitze gehört. Verglichen werden Lebenshaltungskosten, Löhne, Mieten und Kaufkraft. Zusätzlich analysiert die Studie eher ungewöhnliche Grössen – etwa die Kosten für ein Dinner-Date oder den öffentlichen Verkehr. Zürich und Genf gehören in fast allen untersuchten Kategorien zu den teuersten Städten der Welt. Gleichzeitig holen amerikanische Metropolen wie New York und San Francisco auf. Dort haben vor allem gestiegene Wohnkosten und die anhaltende Inflation die Preise deutlich nach oben getrieben. Gleichzeitig zählt Zürich zu den Städten mit der höchsten Kaufkraft. Nach Steuern verfügen Beschäftigte über eines der weltweit höchsten Nettoeinkommen. Gemeinsam mit Genf, San Francisco und Luxemburg reicht das Einkommen trotz hoher Preise im internationalen Vergleich am weitesten. Die Gehälter in Zürich erreichen satte 476 Punkte, jene in Genf 457 Punkte, gemessen an der indexierten Basis von 100 in New York. ![Nirgendwo sind die Löhne höher - und nirgends kostet ein Dinner-Date mehr als in Zürich](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607195_090758.jpg) Top bei den Löhnen. (Quelle: Mapping the World's Prices 2026) Beim Wohnen jedoch, wo die Wogen wegen der hohen Mieten hochgehen, steht Zürich im internationalen Vergleich nicht an der Spitze. Bei den Mieten für eine Drei-Zimmer-Wohnung liegt New York weltweit auf Platz eins. Direkt dahinter folgen Zürich sowie San Francisco, Boston und Singapur. ![Nirgendwo sind die Löhne höher - und nirgends kostet ein Dinner-Date mehr als in Zürich](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607195_080747.jpg) Bei den Restaurantpreisen ebenfalls top. (Quelle: Mapping the World's Prices 2026) Wenig überraschend für Zürcherinnen und Zürcher ist, dass die Stadt beim sogenannten «Cheap Date»-Index am schlechtesten abschneidet. Die [Deutsche Bank](https://tippinpoint.ch/unternehmen/48/deutsche%5Fbank.html?ref=tippinpoint.ch) berechnet dafür die Kosten eines typischen Abends zu zweit mit Restaurantbesuch und Kinotickets. Gemeinsam mit Genf gehört Zürich zu den teuersten Städten weltweit. Ebenfalls weit oben liegen Tel Aviv, Oslo und Kopenhagen. Das Gleiche gilt für ein Abendessen in einem «Mid-Range»-Restaurant für zwei Personen. In Zürich kostet ein Abend knapp 150 Franken. Das ist etwa zehnmal so viel wie in Jakarta. Beim öffentlichen Verkehr schneidet Zürich vergleichsweise besser ab. Die höchsten Preise für Monatsabonnemente verlangen laut der Studie London, Sydney, New York und Melbourne. Gleichzeitig zeigt der Vergleich, dass einzelne Länder wie Luxemburg den öffentlichen Verkehr sogar kostenlos anbieten. [Hier geht es zum Report.](https://www.dbresearch.com/PROD/IE-PROD/PDFVIEWER.calias?pdfViewerPdfUrl=PROD0000000000633223&rwnode=REPORT&ref=tippinpoint.ch) ### Zuger Kantonalbank hält Gewinn im ersten Halbjahr 2026 stabil URL: https://www.tippinpoint.ch/zuger-kantonalbank-halt-gewinn-im-ersten-halbjahr-2026-stabil/ Last updated: 2026-07-15T16:08:47.000Z Belastet wurde das Ergebnis durch den rückläufigen Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft, der um 2,8 Prozent auf 104,9 Millionen Franken sank. Der Zinsertrag verringerte sich um 9,4 Prozent auf 131,3 Millionen, gleichzeitig reduzierte sich der Zinsaufwand um 26,5 Prozent auf 28,1 Mio. Franken. Wachstumstreiber blieb das Anlagegeschäft. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte um 8,3 Prozent auf 50 Millionen Franken zu. Gut lief das Wertschriften- und Anlagegeschäft, das ein Plus von 11,3 Prozent auf 36,2 Millionen Franken auswies. Auch der Handelserfolg stieg um 3,4 Prozent auf 10,3 Mio. Franken. Die verwalteten Kundenvermögen der [Zuger KB](https://tippinpoint.ch/unternehmen/129/zuger%5Fkb.html?ref=tippinpoint.ch) erhöhten sich im ersten Halbjahr um 1,5 Mrd. Franken auf 30,8 Milliarden Franken. Das Nettoneugeld belief sich auf 612,5 Millionen Franken, ein deutliches Plus gegenüber den 251,7 Millionen des Vorjahres. Die Kundengelder wuchsen um 3,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Franken, während die Kundenausleihungen leicht um 1 Prozent auf 15,2 Mrd. Franken zurückgingen. Der Geschäftsaufwand legte um 3,2 Prozent auf 73,5 Mio. Franken zu. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich auf 43,5 Prozent. Für das zweite Halbjahr erwartet die Zuger Kantonalbank ein weiterhin anspruchsvolles Zinsumfeld. Wachstumspotenzial sieht sie vor allem im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank aufgrund des veränderten Zinsumfelds und ausbleibender Sondereffekte mit einem tieferen Ergebnis als 2025. ### Fall VP Bank: Gericht wirft der Finma «kognitive Verzerrung» vor URL: https://www.tippinpoint.ch/fall-vp-bank-gericht-wirft-der-finma-kognitive-verzerrung-vor/ Last updated: 2026-07-15T16:10:06.000Z Das Gericht hat die Beschwerde einer Bank – der [VP Bank](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/204/vp%5Fbank.html), vertreten durch die Kanzlei Homburger – gegen einen Enforcement-Entscheid der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html) gutgeheissen. Die Aufsichtsbehörde hatte der Bank gravierende Mängel bei der Bekämpfung der Geldwäscherei vorgeworfen und ein umfangreiches Massnahmenpaket angeordnet. Dieses umfasste unter anderem die Einziehung mutmasslich erzielter Gewinne (440’000 Franken), Vorgaben zur Verbesserung von Governance und Compliance sowie ein Verbot, bestimmte neue Geschäftsbeziehungen einzugehen. Die Finma hielt in ihrem Geschäftsbericht 2024 fest: «Die Verstösse und Unterlassungen stellten in ihrer Gesamtheit eine schwere Verletzung von Aufsichtsrecht durch die Bank X dar.» Dabei handelte es sich um die [VP Bank](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/204/vp%5Fbank.html), wie [Finews](https://www.finews.ch/news/banken/72893-ohrfeige-fuer-die-finma-urteil-bundesverwaltungsgericht-vp-bank-serniya-komplex-ofac?ref=tippinpoint.ch)zuerst berichtete. Bekannt wurde das Enforcement-Verfahren bereits im Oktober 2024\. Die VP Bank wollte damals vor Gericht verhindern, dass die Finma die Enforcement-Verfügung öffentlich machen konnte. Damals hielt eine Sprecherin der VP Bank in [einer Stellungnahme gegenüber Tippinpoint](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77651/die%5Ffinma%5Fstellt%5Fschwere%5Fverletzung%5Fvon%5Faufsichtsrechtlichen%5Fbestimmungen%5Fdurch%5Fdie%5Fvp%5Fbank%5Ffest.html)fest: «Die Finma hat ein Enforcement-Verfahren gegen die VP Bank (Schweiz) AG mit einer Verfügung abgeschlossen. Diese Verfügung steht hauptsächlich im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung, die allerdings bereits 2020 saldiert wurde.» Die Bank habe vollständig mit der Finma kooperiert, sei jedoch mit einzelnen Punkten der Verfügung nicht einverstanden und habe deshalb rechtliche Schritte eingeleitet. Nun bekam die Bank vor dem Bundesverwaltungsgericht recht. Es hob sowohl die angeordnete Gewinnabschöpfung als auch die inhaltlichen Auflagen auf. Nach Auffassung des Gerichts konnte die Finma weder eine schwerwiegende Verletzung des Aufsichtsrechts ausreichend nachweisen noch darlegen, dass die angeordneten Massnahmen erforderlich und verhältnismässig waren. ### Empfindliche Niederlage Für die Behörde ist das Urteil ein Flop der Extraklasse. Wie die Homburger-Anwälte auf ihrer Website schreiben, macht das Urteil deutlich, dass die weitreichenden Durchsetzungsbefugnisse der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html) rechtlichen Grenzen unterliegen. Die Behörde müsse ihre Entscheide auf eine klare gesetzliche Grundlage stützen, den Sachverhalt präzise feststellen und – insbesondere bei einer Gewinnabschöpfung – eine schwerwiegende Verletzung des Aufsichtsrechts nachweisen, die ursächlich zu einem finanziellen Vorteil geführt habe. Zudem müssten angeordnete Massnahmen notwendig und verhältnismässig sein. Ein wichtiger Punkt, auf den das Gericht in seinem Urteil hinweist, ist zudem das sogenannte «Enforcement by hindsight» – also die Beurteilung von Sachverhalten im Nachhinein. Konkret bedeutet das: Spätere geopolitische Entwicklungen, neue Sanktionen oder nachträglich bekannt gewordene belastende Informationen dürfen nicht als Massstab dafür dienen, was eine Bank Jahre zuvor hätte erkennen müssen. Entscheidend ist vielmehr der damalige Kenntnisstand zum Zeitpunkt des fraglichen Verhaltens sowie – bei Sanierungsmassnahmen – die tatsächliche Situation des Instituts im Zeitpunkt des Finma-Entscheids. [Im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts](https://mcp.opencaselaw.ch/entscheid/bvger%5FB-5862%5F2024?ref=tippinpoint.ch) heisst es dazu wörtlich: «Die Beschwerdeführerin (VP Bank) rügt insofern zu Recht, dass die Vorinstanz bei ihrer Argumentation einen Rückschaufehler begeht. Bei einem Rückschaufehler (Hindsight Bias) handelt es sich um eine kognitive Verzerrung respektive um eine Tendenz, im Nachhinein zu glauben, dass man ein Ereignis hätte vorhersehen können oder müssen.» Seien zunächst unzusammenhängende Punkte einmal verknüpft, neige man dazu, davon auszugehen, dass diese «Verknüpfungen in einem beliebigen früheren Zeitpunkt hätten erkannt werden können und müssen». Um einen Rückschaufehler zu vermeiden, ist die Ausgangslage in einer ex ante Betrachtung zu beurteilen, so das Gericht. Die Finma wird das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen. ### Trotz Ermottis Kassandrarufen - UBS ist superbullish auf europäische Aktien URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-ermottis-kassandrarufen-ubs-ist-superbullish-auf-europaische-aktien/ Last updated: 2026-07-18T22:59:09.000Z Steigende Firmengewinne und eine breiter abgestützte Kursrally werden europäische Aktien auf neue Höchststände treiben. Das ist die optimistische Einschätzung der Strategen der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html). Gerry Fowler und Sutanya Chedda hoben ihr Jahresendziel für den Stoxx Europe 600 von 630 auf 690 Punkte an. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 8 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Mit ihrer neuen Prognose liegen sie über der bisherigen Spitzenprognose von 680 Punkten, die im vergangenen Monat von Mislav Matejka von JP Morgan veröffentlicht wurde. Für Ende 2027 erwarten die UBS-Strategen sogar einen Stand von 760 Punkten – ein Plus von rund 19 Prozent innerhalb der nächsten 18 Monate. ![Trotz Ermottis Kassandrarufen - UBS ist superbullish auf europäische Aktien](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607194_070757.jpg) UBS schwingt mit ihrer Prognose oben aus. (Quelle: Screenshot Bloomberg) Frühere Einschätzungen seien zu vorsichtig gewesen, schreiben die Strategen. «Wir erhöhen unsere Kursziele für den Stoxx Europe 600, weil sich die Unternehmensgewinne als robuster und besser als erwartet erweisen.» Gemäss Fowler und Chedda gibt es drei Gründe, weshalb sich die Erwartungen gegenüber früher verändert haben: Erstens seien die Gewinnanhebungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz stärker ausgefallen als erwartet. Zweitens würden Banken weiterhin von positiven Gewinneinschätzungen profitieren. Drittens belasteten die grossen defensiven Sektoren den Index nicht länger, auch weil die Schwäche des Euro unterstützend wirke. «Das reicht aus, um ein robustes Gewinnwachstum (>10 %) und eine höhere Bewertung (\~16x) zu stützen», schrieben die UBS-Strategen in einer Mitteilung. Fowler und Chedda gehen davon aus, dass die bevorstehende Berichtssaison den positiven Trend weiter stützen wird. ### Ermottis Pauschalkritik Die optimistische Einschätzung steht im Widerspruch zur obersten Führungsetage der Bank. Sergio Ermotti warnt regelmässig vor einem Niedergang Europas. Zuletzt tat er das Ende Juni auf der Bühne der Point Zero in Zürich. Er kritisierte, dass der Kontinent nicht wachse, kaum Innovationen hervorbringe und kein neues Vermögen schaffe. Die Schweiz dürfe diesen wirtschaftlichen Weg keinesfalls einschlagen, da andernfalls Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit verloren gingen. Früher schien sich seine Kritik an Europa auf die Bankenregulierung zu beschränken. Er verortete auf dem alten Kontinent ein «sehr engstirniges Denken über Grossbanken», wie er vor zwei Jahren [in einem Interview sagte](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77278/sehr%5Fengstirniges%5Fdenken%5Fsergio%5Fermotti%5Fkritisiert%5Fdie%5Feuropaeischen%5Fregulatoren%5Fscharf%5F-%5Fhat%5Fer%5Frecht%5F.html). «Europa hat alles getan, was es konnte, um Banken daran zu hindern, grösser oder erfolgreicher zu werden», sagte Ermotti. Das war eine einigermassen kecke Aussage – nur ein Jahr nachdem die Politik mit der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) einen Deal aushandelte, der es der Grossbank erlaubte, die Credit Suisse zu übernehmen und unter Aushebelung des Wettbewerbsrechts zur alles dominierenden Bank in der Schweiz aufzusteigen. ### «ESG-Backlash» als Chance URL: https://www.tippinpoint.ch/esg-backlash-als-chance/ Last updated: 2026-07-12T08:57:32.000Z Wer diese Entwicklung aber vereinfachend als Ablehnung der Nachhaltigkeitsprinzipien abtut, verliert den Blick für das Grosse und Ganze. ESG-Anlagen stehen nicht von ungefähr auf dem Prüfstand: Die Kritik folgt auf eine historische Wachstumsperiode – seit 2018 haben sich Anlagen in nachhaltigen Strategien versechsfacht. ### Opfer des eigenen Erfolgs Der rasche Aufstieg der ESG-Anlagen in den finanziellen Mainstream hat dazu geführt, dass sie in jüngster Zeit eingehend unter die Lupe genommen wurden. Nach Schätzungen von Morningstar machen Anlagen in ESG und Nachhaltigkeitsfonds in Europa inzwischen über 20 Prozent aller verwalteten Vermögen aus. Die zunehmende Popularität von ESG-Anlagen führte natürlicherweise dazu, dass die Mittelflüsse in diesem Segment sich den allgemeinen Trends in der Branche angeglichen haben. Zwar verzeichneten die Nachhaltigkeitsfonds im ersten Quartal 2025 erstmals seit ihrem Bestehen Netto-Mittelabflüsse – insgesamt betrugen sie allerdings lediglich 0.2 Prozent der gesamten weltweiten Anlagen in derartigen Fonds, was sich kaum als Massenexodus bezeichnen lässt. Später veröffentlichte Morningstar sogar einen Bericht, wonach im zweiten Quartal 2025 wieder Mittel in nachhaltige Investmentfonds geflossen sind, die die Abflüsse aus dem ersten Quartal mehr als ausgeglichen haben. Somit dürfte der «Backlash» weniger die Folge einer eigentlichen anlegerseitigen Ablehnung sein, sondern vielmehr eine natürliche Konsequenz des Erfolgs. Jede rasche Expansion geht zwangsläufig mit Wachstumsschmerzen und umfassenderen Sorgfaltspflichten einher. In einem solchen Klima sind die Finanzinstitute zu einem effizienten Umgang mit den Rückfragen aufgerufen. Zudem sollten sie die Vorzüge von nachhaltigen Strategien überzeugender herausarbeiten. ### Zurück zu den Grundlagen: die finanzielle Seite Das aktuelle Umfeld verlangt in erster Linie nach einer Rückbesinnung auf die grundlegenden Prinzipien der treuhänderischen Pflicht, d.h. die materiellen, finanziellen Argumente für nachhaltige Anlagen. Zahlreiche Studien aus Wissenschaft und Praxis haben bereits belegt, dass solide ESG-Praktiken sich positiv auf die finanzielle Performance auswirken können. So zeigt z.B. Research von MSCI, dass ESG-Kriterien sich vergleichbar verhalten wie traditionelle finanzielle Faktoren und dass sie positiv mit der Performance korreliert sind. Während die ESG-Faktoren allein keine Vorhersagen für die Bewertung eines Unternehmens ermöglichen, liefern sie doch einzigartige Informationen, die für jeden robusten Anlageprozess erfolgskritisch sind. Insbesondere sollte Nachhaltigkeit nicht als eigenständige, isolierte Strategie umgesetzt werden. Bei führenden Privatbanken und Vermögensverwaltern sind Nachhaltigkeitsfragen in den fundamentalen Anlageprozess integriert, der für alle Strategien massgeblich ist. Finanzielle Renditen werden nach wie vor von der strategischen Asset Allocation, der Titelauswahl und dem Risikomanagement getrieben. Nachhaltige Anlagen sollten als spezifischer Fokus innerhalb dieses bewährten Rahmenwerks dargestellt werden, damit die Kundschaft nachvollziehen kann, dass die betreffenden Strategien alle essenziellen Aspekte eines Managementprozesses nutzen, welche die Renditen fördern und das Verlustrisiko in Grenzen halten. ### Ein schärferer Fokus auf Risiken und Renditen Wer sich auf finanzielle Wesentlichkeit ausrichtet, erkennt, dass ESG-Daten vielfältige Einblicke und Erkenntnisse ermöglichen. Diese Kennzahlen sind unerlässlich, um zu ermitteln, wie wirksam ein Unternehmen mit externen Nachhaltigkeitsrisiken umgeht. Sie bieten einen Einblick in die Ausrichtung der Geschäftsleitung auf langfristige Probleme und die Beziehungen zu den Stakeholdern des Unternehmens und sind Ausdruck der generellen Qualität der Leadership des Unternehmens – d. h. des wohl wesentlichsten Faktors für die langfristige Wertentwicklung. Abgesehen von den Risikomanagementaspekten ist Nachhaltigkeit eines der Mittel, um attraktive Anlagechancen zu identifizieren. Langfristige Megatrends wie die Kreislaufwirtschaft, die Wasserversorgungsinfrastruktur und der wachsende Bedarf an Energiesicherheit sind Treiber für eine bedeutende Nachfrage nach neuen Produkten und Dienstleistungen. Indem Finanzinstitute Nachhaltigkeit in ihr zentrales thematisches Research einbetten – anstatt sie als separates Thema zu behandeln –, können sie ihrer Kundschaft die starken Wachstumstreiber aufzeigen, die den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft unterstützen. ### Über die Bilanzen hinaus: Orientierung an Werten Am wichtigsten dürfte es sein, dass die Finanzinstitute eine eindeutige Verbindung zwischen ihren nachhaltigen Anlageangeboten und ihrer langfristigen Unternehmensstrategie schaffen. Kundinnen und Kunden mit Interesse für nachhaltige Anlagen wollen mit einem Institut zusammenarbeiten, das sie und ihre Anliegen ernst nimmt – nicht als kommerzielle oder Marketingtaktik, sondern im Rahmen der zentralen, gelebten Werte des Instituts. Für Privatbanken bedeutet dies, dass sie Nachhaltigkeitsthemen zwingend in ihr primäres Anlageangebot integrieren. Wenn sich Kundinnen und Kunden an eine Bank wenden, erwarten sie eine Beratung, die darauf ausgerichtet ist, ihr Vermögen bestmöglich zu erhalten und zu vermehren. Wenn Nachhaltigkeit eine zentrale Stellung in der Anlagestrategie einnimmt, sollten nachhaltige Anlagen mit einem Mindestanteil im Standardangebot für alle Kundinnen und Kunden vertreten sein. Dieser Ansatz sorgt für eine starke gemeinsame Interessensübereinstimmung in Nachhaltigkeitsfragen zwischen der Bank und ihrer Kundschaft – ein entscheidender Faktor im Aufbau und der Pflege von Vertrauensverhältnissen. ### Nachhaltige Anlagen: das nächste Kapitel Schliesslich sollte man den jüngsten «ESG-Backlash» nicht als Herausforderung, sondern als Chance betrachten. Im vergangenen Jahr (2025) haben wir bereits gesehen, wie namhafte Anlegerinnen und Anleger ihre Vermögensverwalter aus Nachhaltigkeitsgründen wechselten. Der dänische Fonds AkademikerPension und der 33 Milliarden Pfund verwaltende britische People’s Pension Fund gaben beide bekannt, dass sie Managern Mandate entzogen hätten, weil deren Performance in Sachen Klimawandel ungenügend ausgefallen sei. Dieser Trend zeigt auf, dass der «Backlash» in kommerzieller Hinsicht eine Chance für Manager darstellt, sich bei einer langfristig ausgerichteten, engagierten Anlegerschaft zu profilieren. Finanzinstitute können sich diese Entwicklungen zunutze machen, indem sie die finanziellen Argumente für ESG-Anlagen unterstreichen, sich auf konkrete Risiken und Chancen ausrichten und ihr Angebot auf ihre Kernwerte abstimmen. Dieses Vorgehen ermöglicht eine Rückbesinnung auf die grundlegenden Prinzipien und die Bildung einer solideren Basis für zukünftige Innovation und Wachstum in ihren nachhaltigen Anlagestrategien. ### Strategy: Michael Saylor muss Strategie ändern URL: https://www.tippinpoint.ch/strategy-michael-saylor-muss-strategie-aendern/ Last updated: 2026-07-18T22:59:10.000Z «Strategy verkauft niemals» ist Geschichte. Vergangene Woche veräusserte Michael Saylors [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) über 3588 Bitcoins mit einem Wert von rund 216 Millionen Dollar. So überraschend kam das nicht. Das war die Umsetzung der Finanzierungsumstrukturierung, die das Unternehmen nach einem anhaltenden Einbruch der Kryptowährung und der eigenen Aktien bekannt gegeben hatte. Ende Juni genehmigte der Strategy-Verwaltungsrat formell ein Monetarisierungsprogramm: Die Gesellschaft darf jetzt Bitcoin verkaufen, um Reserven, Dividenden und Rückkäufe zu finanzieren. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - SEC startet die nächste Krypto-Reform - Ein Bitcoin-Anstieg braucht mehr Dollar --- Die Transaktion ist der grösste Bitcoin-Verkauf des Unternehmens seit dem Aufbau seiner Bestände im Jahr 2020 und insgesamt erst der dritte. Das weltweit grösste Bitcoin Treasury Unternehmen hat 2026 über 171'000 Bitcoin gekauft, mehr als 1000 pro Tag, und war damit eine der dominierenden Nachfragequellen. Jahrelang beruhte das Geschäftsmodell von Strategy auf der einfachen Prämisse: Kapital beschaffen, Bitcoin kaufen und nicht verkaufen. Im Moment besitzt Strategy gemäss Unternehmens-Website 843'775 Coins. _This post is for subscribers only._ ### UBS soll Rücknahmewelle bei Blue Owl ausgelöst haben URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-soll-ruecknahmewelle-bei-blue-owl-ausgeloest-haben/ Last updated: 2026-07-18T22:59:11.000Z Ende 2025 kam es zu heftigen Turbulenzen im Private-Credit-Markt. Der Zusammenbruch des US-amerikanischen Autofinanzierers Tricolor und der First Brands Group löste eine Welle von Rücknahmen aus Private-Credit-Vehikeln aus. Besonders stark betroffen war der Investment-Managers Blue Owl mit seinem Flaggschiff-Fonds Technology Income Fund (OTIC), der die Rücknahmeanträge nervöser Anleger zeitweise nicht mehr bedienen konnte. Die Probleme von Blue Owl und anderen Anbietern säten weltweit Zweifel an der Anlageklasse der Privatmärkte, die bis heute nachwirken. Wie die Financial Times nun enthüllt, stand am Anfang dieser Entwicklung offenbar eine Kundenempfehlung des [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) Wealth Managements. Die Grossbank habe eine Welle von Mittelabflüssen aus dem Blue-Owl-Fonds ausgelöst, schreibt das Blatt. Im vierten Quartal 2025 begannen Investoren, grosse Summen aus dem rund drei Milliarden Dollar schweren Blue-Owl-Fonds abzuziehen, der hauptsächlich über das Wealth Management der UBS vertrieben worden sei. Kurz nachdem die Bank Kunden mit einem hohen Private-Credit-Engagement geraten hatte, ihre Positionen zurückzufahren, soll es dann zu einer Flut von Rücknahmeanträgen gekommen sein. ### 60 Prozent UBS-Gelder in Blue-Owl-Fonds Pikanterweise war es auch die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), die den Fonds zuvor mit aufgebaut und zu einem der grössten Private-Credit-Angebote für Privatkunden gemacht hatte. Blue Owl legte den technologieorientierten Fonds im Jahr 2022 auf, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit der UBS ein Produkt entwickelt hatte, das auf die Bedürfnisse der Bankkunden zugeschnitten war, berichten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mindestens 60 Prozent des eingeworbenen Kapitals stammten demnach von UBS-Kunden, von denen die meisten in Asien ansässig waren. Das ist doppelt so viel, wie einige Branchenvertreter als sinnvolle Obergrenze für die Abhängigkeit von einem einzelnen Vertriebspartner ansehen. Bei vielen gilt eine von 20 bis 30 Prozent je Vertriebsplattform, um das Risiko breiter zu streuen. Offenbar hatten Blue Owl und die UBS auf eine breitere Investorenbasis gehofft. «Tatsächlich fiel sie deutlich konzentrierter aus, als beiden lieb gewesen wäre», sagte eine Quelle der Financial Times. Nach Angaben der Ratingagentur KBRA zogen Anleger im vierten Quartal 15,4 Prozent des Fondsvermögens ab. Daraus ergaben sich Nettoabflüsse von rund 400 Millionen US-Dollar – ein Vielfaches der Rücknahmen im Vorquartal. Im ersten Quartal dieses Jahres stiegen die Rücknahmeanträge auf mehr als 40 Prozent des Fondsvermögens. ### Private-Banking-Gelder abgezapft Private Credit war lange Zeit eine Anlageklasse, in die ausschliesslich institutionelle Anleger investierten. Um mehr Gelder in den Markt zu bringen, zapfte die Finanzindustrie das Privatkundensegment an. Dadurch verlagerten sich die Machtverhältnisse im Markt zunehmend von professionellen Kreditmanagern auf Banken und Vermögensverwaltungsplattformen, die den Geldfluss der Kunden steuern. Da private Investoren in Krisen selten einen kühlen Kopf bewahren, werden die Märkte krisenanfälliger. Auch der UBS-eigene [Private-Credit-Spezialist ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78333/megapleite%5Fvon%5Ffirst%5Fbrands%5Fubs-fonds%5Ffahren%5F500%5Fmillionen%5Fdollar%5Fan%5Fdie%5Fwand.html)[UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) O'Connor war betroffen: In einem seiner Fonds entfielen rund 30 Prozent des Engagements auf die First Brands Group. Die UBS lehnte eine Stellungnahme gegenüber der Financial Times ab. Ein Sprecher von Blue Owl erklärte, die konstant gute Kreditqualität des OTIC-Fonds habe eine stabile Ausschüttungsrendite von 9,2 Prozent ermöglicht. ### Schnell reich werden mit der Schweizer Nati URL: https://www.tippinpoint.ch/schnell-reich-werden-mit-der-schweizer-nati/ Last updated: 2026-07-18T22:59:12.000Z Ganze 2 Prozent des Wettvolumens, das auf den neuen Fussballweltmeister tippt, setzt auf der Krypto-Wettplattform Polymarket auf die Schweizer Nationalmannschaft. Das ist doch für jeden hiesigen Fussballfan ein Affront und eine himmelschreiende Fehleinschätzung. Oder wenn man ein überzeugter Anhänger von Granit, Gregor und Johan ist, eine exzellente Chance viel Geld zu machen. Ganz humorlos ist dagegen 32 Prozent des Wetteinsatzes auf Frankreich und 20 Prozent auf Spanien verteilt. Die laufende Fussballweltmeisterschaft hat bei der dezentralen Prognoseplattform Polymarket zu einem Rekordvolumen von über 4,3 Milliarden Dollar geführt. Damit wurden bisherige Spitzenresultate wie beim Super Bowl oder den US-Präsidentschaftswahlen deutlich überflügelt. Auch andere Handelsplätze wie Zoomex und Kalshi boomen dank Soccer-Wetten – wobei Kalshi keine Blockchain-Plattform mit Smart-Contracts ist. Nicht nur die Wettvolumen auch die Verluste bei einzelnen Kunden erreichen Rekordhöhen. Ein Polymarket-Konto mit dem Namen «Coldsway» hat in nur 10 Tagen 11,6 Millionen Dollar in Sportwetten verloren. ### 2 Cent für einen Dollar Wer jetzt (wir schreiben diese Zeilen am späten Donnerstagabend) darauf wettet, dass die Mannschaft von Murat Yakin am Ende den goldenen Pokal in den Himmel stemmt, der drückt auf der Polymarket-Seite auf «Yes» für die Schweiz und kauft eine sogenannte Yes-Share. So kauft man für 2 Cent im Fall eines Schweizer Weltmeistertitels einen Dollar (Gewinnchance: 4900 Prozent). Da wird selbst der Nvidia-Investor neidisch. Die Schweiz hat zusammen mit Belgien übrigens die schlechteste Quote. Für das Spiel gegen Argentinien kauft der Schweizer Fan einen «Sieges Token» für 16,75 Cents, während der Gaucho für einen Sieg-Dollar 57 Cent bezahlen muss. 27 Cent kostet der Unentschieden-Dollar – das mögliche Penaltyschiessen, dass ja reines Glückspiel ist, wird vom Wettanbieter ignoriert. Der Schweizer Fan muss seine Wette nicht bis zum Schlusspfiff halten. Wenn die Nati durch einen Schlenzer von Okafor in der 17\. Minute gegen Argentinien in Führung geht, steigt der Preis der gekauften «Yes»-Anteile und der Supporter kann sie vorzeitig auf der Plattform verkaufen, um seinen Gewinn abzusichern. Auf Polymarket kann man auf vielerlei Entwicklungen wetten – viele im Zusammenhang mit der Fussballweltmeisterschaft. Beispielsweise als Favorit für den goldenen Fussballschuh wird auf Polymarket Lionel Messi mit einem Preis für die Yes-Share von 42,1 Cents geführt. Jene von Kylian Mbappe kostet 38 Cents. Wir Schweizer, die auf einen Weltmeistertitel der Nati setzen, wissen aber, dass dieses Verhältnis am Sonntagmorgen nach dem Ausscheiden der Argentinier nochmals auf den Kopf gestellt wird. ### Technische und regulatorische Hürden Ganz so einfach, wie es bis jetzt scheint, ist die Wette auf Polymarket aber nicht. Es stehen einige Hürden im Weg. Weil Polymarket eine Krypto-Wettplattform ist, laufen die Wetten mit Kryptowährungen. Entweder authentifiziert man sich über die Website von Polymarket und eröffnet im Hintergrund ein eigenes Wallet oder man registriert sich mit einem bereits bestehenden Krypto-Wallet – etwa einem von [Coinbase](https://www.tippinpoint.ch/tag/coinbase/). In erster Linie nutzt der Wettanbieter den Stablecoin USD-Coin (USDC), diese können mit Banküberweisung oder Kreditkarte in der integrierten Bezahlfunktion erworben werden. Man kann die USDC auch direkt von einer Kryptobörse an Polymarket überweisen. Wer sich hier aber mit der Deposit-Adresse vertippt, erleidet bereits einen Totalverlust. Jenseits der Grenze locken oft höhere Gewinnchancen bei Wettanbietern, doch wegen des hiesigen Geldspielgesetzes, dass seit 2019 in Kraft ist, sind Sportwetten aus der Schweiz bei ausländischen Anbietern untersagt. Aufgrund dieser regulatorischen Vorgaben sperrt Polymarket den direkten Zugriff aus der Schweiz. Wer seine Schweizer Herkunft mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) verschleiert und die IP-Adresse in ein nichtblockiertes Land verlegt und von Polymarket dabei entdeckt wird, wird automatisch gesperrt und verliert sein Guthaben. Auch wer unerkannt bei einem ausländischen Wettanbieter gewinnt, ist noch nicht sicher, dass er das Geld auch erhält, denn rechtlich durchsetzen lässt sich das nicht und der Schweizer Steuerfreibetrag – 1 Million bei Sportwetten – gilt auf Gewinnen, die auf ausländischen Plattformen erzielt werden, ebenfalls nicht. Disclaimer: Dieser Text wurde am Donnerstagabend geschrieben. Die Quoten haben sich durch das Nachtspiel nochmal verändert. Panta Rhei. ### Helene Budliger: «Ich liebe die UBS immer noch» URL: https://www.tippinpoint.ch/helene-budliger-ich-liebe-die-ubs-immer-noch/ Last updated: 2026-07-18T22:59:12.000Z «Ich liebe die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) immer noch, aber das ist nicht das Wesentliche», sagte Helene Budliger Artieda, die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), am Mittwoch an einem Gespräch bei Bloomberg an der Zürcher Bahnhofstrasse. Ihre Aussage bezieht sich auf ein [früheres Zitat von ihr](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78431/nach%5Fdem%5Fkniefall%5Fim%5Fweissen%5Fhaus%5Fwirft%5Fsich%5Fhelene%5Fbudliger%5Fvor%5Fder%5Fubs%5Fin%5Fden%5Fstaub.html), das sie letzten Herbst machte. Worum es jetzt gehe, liege in den Händen des Parlaments. Es werde entscheiden, welche Vorschriften die UBS einhalten muss, wenn die Bank in der Schweiz bleibe. Unternehmen zu lieben, gehöre quasi zu ihrem Job, meinte Budliger. Die meisten Leute würden zwar immer denken, dass das Seco, das bekanntlich eng mit dem Privatsektor verbunden ist, nur darauf schaue, dass die Unternehmen Geld verdienen. Das sei aber nicht so. Dafür zu sorgen, dass es Arbeitsplätze gebe, dass Schweizerinnen und Schweizer einen Job haben, das «ist es eigentlich, was mich antreibt, und deshalb schätze ich alle Unternehmen». «Und deshalb finde ich es gut, dass wir in der Schweiz eine Bank mit einem solchen Ruf und einer solchen Grösse haben», sagte Budliger weiter. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. «Die Regierung hat entschieden, wie sie die Dinge sieht und wie sie mit Risiken umgehen will. Und nun ist es am Parlament zu entscheiden, wie es die Lage einschätzt und was für die Schweiz das Richtige ist.» ### Gute Chancen für 15 Prozent Budligers wichtigstes Dossier sind nicht die Banken, sondern die Handelsdiplomatie. Mit Blick auf den Zollstreit mit den Amerikanern sagte sie, dass gute Chancen bestünden, dass die Schweiz ein dauerhaftes Handelsabkommen mit den USA zu Zollsätzen von 15 Prozent abschliessen werde. «Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind für uns das ideale Szenario», sagte Helene Budliger Artieda im Gespräch mit dem stellvertretenden Chefredakteur von Bloomberg News, Reto Gregori, am Mittwochabend. Schweizer Unternehmen «legen zwar Wert auf die Höhe der Zölle, aber mittlerweile ist ihnen die Vorhersehbarkeit und Stabilität dieser Höhe fast noch wichtiger», sagte sie. ### Commerzbank: Es ist Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken URL: https://www.tippinpoint.ch/commerzbank-es-ist-zeit-den-tatsachen-ins-auge-zu-blicken/ Last updated: 2026-07-18T22:59:13.000Z Die Überraschung ist gross in Deutschland, dass die italienische [Unicredit](https://www.tippinpoint.ch/tag/unicredit/) einer Mehrheit an der Commerzbank immer näher kommt. Insgesamt wurden der Mailänder Bank 17,6 Prozent der Aktien angedient, wie am Mittwoch bekannt wurde. Zusammen mit ihrem bereits bestehenden Anteil von 26,77 Prozent steigt der direkte Anteil der Unicredit an der Commerzbank damit auf gut 44 Prozent. Das entspreche sogar 49,65 Prozent der Stimmrechte, da die eigenen Aktien der Commerzbank nicht stimmberechtigt seien. Hinzu kommen rechnerische Auswirkungen des laufenden Aktienrückkaufprogramms der [Commerzbank](https://www.tippinpoint.ch/tag/commerzbank/). Unicredit hielt fest, dass die Annahmequote die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen habe. Man sei weiterhin bestrebt, «konstruktiv» mit allen wichtigen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und die notwendigen regulatorischen Prozesse voranzutreiben. Man könnte also meinen, dass die Sache nun gelaufen ist. Doch die in die Enge gedrängte Commerzbank-Führung will nicht aufgeben. Sie äusserte Zweifel daran, wie die hohe Annahmequote zustande gekommen ist. Demnach hätten weniger als zwei Prozent der institutionellen und privaten Aktionäre die Offerte angenommen. Die angedienten Aktien würden vor allem von Investmentbanken stammen, die mit Unicredit verbunden seien. Auch die deutsche Bundesregierung will nicht nachgeben, obwohl sie noch rund zwölf Prozent an der Commerzbank hält. Sie kritisierte das Vorgehen der Unicredit erneut als «aggressiv und feindlich» und bezeichnete es als «nicht akzeptabel». ### Mit Gewinn verkaufen Dabei spricht die Entwicklung des Aktienkurses eine deutliche Sprache: Seit Beginn der Übernahmekampagne vor 22 Monaten haben die Commerzbank-Aktien rund 160 Prozent an Wert gewonnen. Statt diesen Erfolg zu nutzen, einen beträchtlichen Gewinn für den Steuerzahler zu realisieren und den langjährigen Staatsanteil endlich abzubauen, blockiert Berlin die Übernahme weiterhin. Es ist unverständlich, dass sie Regierung die wirtschaftlichen Realitäten nicht anerkennen will. Pro Memoria: Die deutsche Regierung stieg am 8\. Januar 2009 bei der [Commerzbank](https://www.tippinpoint.ch/tag/commerzbank/) ein, um sie vor dem Untergang zu retten. Viele Grossbanken wurden damals von Regierungen gestützt, um grossen Schaden für die Volkswirtschaft abzuwenden. Während die Staaten meisten wieder ausgestiegen sind – so etwa der Bund bei der UBS –, hielt die Deutsche Regierung an der Beteiligung fest. 2024 hat sie sie sogar wieder leicht ausgebaut. Die Regierung stieg bei einem Kurs von 6 Euro ein. Hinzukamen Kapitalerhöhungen und anderen Massnahmen, die einen realen rechnerischen Einstiegspreis von 26 Euro ergeben. Heute handeln die Titel bei knapp 38 Euro. ### Petrobras-Fall: Verjährung rettet Bank Cramer vor Geldwäscherei-Prozess URL: https://www.tippinpoint.ch/petrobras-fall-verjaehrung-rettet-bank-cramer-vor-geldwaescherei-prozess/ Last updated: 2026-07-18T22:59:14.000Z Die Privatbank Cramer & Cie entgeht im Zusammenhang mit dem Petrobras-Korruptionsskandal einem Gerichtsverfahren wegen Geldwäscherei. Zwar kommt die Bundesanwaltschaft zum Schluss, dass über die Luganeser Niederlassung zwischen 2013 und 2014 insgesamt 32,5 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern geschleust wurden. Das Verfahren musste jedoch wegen Verjährung eingestellt werden. Dies geht aus einer Einstellungsverfügung vom Januar hervor, die dem Westschweizer Justizportal [Gotham City vorliegt](https://gothamcity.ch/2026/07/08/petrobras-les-scelles-sauvent-la-banque-cramer-dun-proces-pour-blanchiment/?ref=tippinpoint.ch). Das sei Entscheidung, die die Bundesanwaltschaft «nicht an die grosse Glocke hängt», schreibt das Medium. Ausschlaggebend waren langwierige Entsiegelungsverfahren. Die Bank und einzelne Mitarbeitende beantragten diesen Schutz unmittelbar nach den Hausdurchsuchungen im Jahr 2020\. Das zuständige Tessiner Gericht benötigte mehr als drei Jahre, um über die Entsiegelung zu entscheiden. Die Bundesanwaltschaft erhielt erst im April 2024 vollständigen Zugang zu den Daten – nur wenige Monate vor Ablauf der zehnjährigen Verjährungsfrist für einfache Geldwäscherei. ### Die Kosten trägt der Bund Eine längere Verjährungsfrist wäre nur bei qualifizierter Geldwäscherei anwendbar gewesen. Dafür sah die Bundesanwaltschaft jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte. Da auch das Verfahren gegen zwei ehemalige Cramer-Banker eingestellt wurde, fehlte die Grundlage für eine Strafbarkeit der Bank. Die Verfahrenskosten von rund 21'000 Franken trägt der Bund. Die Bank muss keine Kosten oder weitere Konsequenzen tragen. Die beschlagnahmten digitalen Daten werden vernichtet. ### ESG-AM läutet nächste Wachstumsphase ein und will Personal aufstocken URL: https://www.tippinpoint.ch/esg-am-lautet-nachste-wachstumsphase-ein-und-will-personal-aufstocken/ Last updated: 2026-07-12T14:01:22.000Z Der auf nachhaltige Fixed-Income-Credit-Anlagen spezialisierte Asset Manager ESG-AM verstärkt seine Führungsebene: Janine Hofer-Wittwer übernimmt per sofort die Position als Head Sustainability. Zuvor war sie unter anderem bei der UBS, Bank of America Merrill Lynch sowie während vieler Jahre bei der SIX tätig. Nach einem kurzen Abstecher zu Forvis Mazars wird sie bei ESG-AM die strategische Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsaktivitäten leiten und die Integration von ESG-Aspekten in die Investmentprozesse vorantreiben, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Der Bereich Engagement wird weiterhin von Paula Krol verantwortet. Janine Hofer-Wittwer folgt auf Caroline de Leeuw den Bouter, die die Funktion aufgebaut hatte und das Unternehmen inzwischen verlassen hat. Gemäss ihrem LinkedIn-Profil ist sie heute beim dänischen Engineering-Unternehmen Ramboll als Head of Impact Assessment, Ecosystems & Biodiversity am Standort Berlin tätig. ### «Nächste Wachstumsphase» Laut Unternehmensangaben war das zweite Quartal 2026 das erfolgreichste seit der Gründung von ESG-AM im Jahr 2021\. Nach dem starken ersten Halbjahr und der jüngst verkündeten Partnerschaft mit der Neue Bank plant der Vermögensverwalter für die zweite Jahreshälfte weitere personelle Aufstockungen. «Nach fünf Jahren haben wir uns mit unseren Produkten und unserem Ansatz etabliert und streben nun die nächste Wachstumsphase an. Entsprechend werden wir weiter in Personal investieren», sagt Philipp Good, CEO von ESG-AM. Ziel sei es, die Nachhaltigkeits- und Engagement-Prozesse verstärkt auch institutionellen Drittinvestoren in der DACH-Region zugänglich zu machen. ### Trotz Aufnahme in den Nasdaq 100 taucht die SpaceX-Aktie URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-aufnahme-in-den-nasdaq-100-taucht-die-spacex-aktie/ Last updated: 2026-07-18T22:59:15.000Z Die Aufnahme am Dienstag in den Nasdaq 100 brachte dem KI- und Raketenunternehmen [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) kein Glück. Die Aktien tauchten gestern um 6,49 Prozent und schlossen bei 149 Dollar. Damit handeln sie ungefähr dort, wo sie vor drei Wochen beim grössten Börsengang der Geschichte gestartet waren. Der gestrige Kurssturz dürfte viele Beobachter auf dem falschen Fuss erwischt haben. Offenbar hat die Schwäche bei wachstumsstarken Technologiewerten, darunter auch Micron Technology (minus 4,71 Prozent), eine grössere Wirkung auf den Kurs von SpaceX ausgeübt als die Aufnahme in den Nasdaq-100-Index beziehungsweise die damit verknüpfte Hoffnung, dass die Titel nach einer mehrwöchigen Post-IPO-Depression nun wie eine Rakete abheben würden. Schon vor dem IPO gab es Kritik am deutlich beschleunigten Aufnahmeprozedere für das von Elon Musk geführte Unternehmen. Nichtsdestotrotz ist die Aufnahme von SpaceX in den Index weniger als einen Monat nach dem Börsengang vom 12\. Juni Tatsache geworden. Möglich wurde das durch geänderte Nasdaq-Regeln, um Börsenneulingen einen Highspeed-Zugang zu wichtigen Aktienindizes zu ermöglichen. ### Index-Aufnahme kein Selbstläufer Mit der Aufnahme in den technologieorientierten Nasdaq-100 entsteht eine zusätzliche Nachfrage nach der Aktie: Indexfonds und börsengehandelte Fonds (ETFs), die den Nasdaq-100 nachbilden, müssen SpaceX-Aktien kaufen, um die neue Zusammensetzung des Index abzubilden. Nach LSEG-Daten erhält [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) im Nasdaq-100 zunächst ein Gewicht von 1,34 Prozent. Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter Schwergewichten wie Nvidia oder Apple, da die Nasdaq die Gewichtung anhand des frei handelbaren Aktienbestands (Free Float) berechnet – und der ist eben viel kleiner als bei den grossen Tech-Bros-Titeln. Die Indexaufnahme scheint für SpaceX kein Selbstläufer zu sein. Die Nervosität im Markt ist hoch, weil die Erwartungen vielleicht zu stark hochgeschraubt sind. Ein nächster Orientierungspunkt sollen die Quartalszahlen geben, die auf den 6\. August terminiert sind. ### Euphorisierte Analysten Dennoch überbieten sich Investmentbanken mit euphorisierten Kurseinschätzungen. Mehr als ein Dutzend haben ihre Berichterstattung über [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) mit Kaufempfehlungen aufgenommen. Die optimistischsten Kursziele gaben die grossen Konsortialbanken des Börsengangs ab. [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) und [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/) haben ein Overweight- beziehungsweise Outperform-Rating und sehen den Kurs auf 225 bis 300 Dollar steigen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), die ebenfalls [beim IPO berücksichtigt wurde](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78799/spacex%5Fder%5Fgroesste%5Fipo%5Fder%5Fgeschichte%5Fzementiert%5Fdie%5Fhackordnung%5Fim%5Finvestment%5Fbanking.html), gab eine Buy-Empfehlung und ein Kursziel von 210 Dollar ab. Am unteren Ende liegt MoffettNathanson mit einem Ziel von 130 Dollar. Ganz oben steht Raymond James mit 800 Dollar. Das Unternehmen argumentiert, dass SpaceX sich zu einer der wichtigsten Infrastrukturplattformen des 21\. Jahrhunderts entwickeln könne. Das Schräge an den Analystenschätzungen ist: Je höher die Kursziele zum Teil gesetzt sind, desto niedriger werden die erwarteten Erträge eingeschätzt. Das ist ein typisches Zeichen dafür, dass dem Titel etwas Kulthaftes anhaftet – wie das bei allen Ventures von Elon Musk zu sein scheint. ### Cembra krempelt Geschäftsleitung um URL: https://www.tippinpoint.ch/cembra-krempelt-geschaftsleitung-um/ Last updated: 2026-07-12T14:11:30.000Z Bei [Cembra](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/75/cembra.html) kommt es zu einer umfassenden Reorganisation. Die Konsumkredit-, Bezahl- und Leasingbank schafft den neuen Geschäftsbereich Sales. Darin werden sämtliche kommerziellen Aktivitäten der Bank gebündelt. Geleitet wird der Bereich von Peter Schnellmann als Chief Sales Officer, wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Weitere Änderungen: - Chief Financial Officer Christoph Glaser übernimmt zusätzlich den Bereich Risk und wird auch Chief Risk Officer. - Cembra bündelt sämtliche Supportfunktionen im Bereich Corporate Functions, um die laufende Transformation der Bank gezielt voranzutreiben, wie es in einer Mitteilung heisst. Annekathrin Krügel-Falkenberg, derzeit Head Human Resources, wird den Bereich leiten und neu Einsitz in die Geschäftsleitung nehmen. - General Counsel Eric Anliker übernimmt zusätzlich die Funktion des Chief Compliance Officer. Compliance wird neu als eigenständige Funktion geführt. Der bisherige Chief Risk Officer Volker Gloe und Christian Stolz, Business Unit Leader Payments, werden die Bank im Verlauf des Jahres verlassen und vorzeitig in den Ruhestand treten. Unverändert bleiben die Funktionen von Sandra Babylon, Chief Technology Officer, Alona Eiduka, Chief Operating Officer, sowie Bernardo de Barros Franco. Dessen Funktion wird künftig unter der Bezeichnung Chief Product Officer geführt. Aktiv werden die Änderungen per 1\. August 2026. ### Bank-CEO: «Die Finma kann morgen in mein Büro kommen und mir mitteilen, dass ich die Gewähr nicht mehr biete» URL: https://www.tippinpoint.ch/bank-ceo-die-finma-kann-morgen-in-mein-buero-kommen-und-mir-mitteilen-dass-ich-die-gewaehr-nicht-mehr-biete/ Last updated: 2026-07-18T22:59:15.000Z Finma-Präsidentin Marlene Amstad verlangt einen erweiterten Werkzeugkasten. Sie fordert Bussenkompetenz, ein Verantwortlichkeitsregime und mehr Transparenz bei Enforcement-Verfahren. Diesen Dreiklang bringt sie seit dem Untergang der Credit Suisse vor, der sich praktisch vor den Augen der Aufsicht abspielte. So auch wieder in der jüngsten Ausgabe der NZZ am Sonntag ([Abo](https://www.nzz.ch/wirtschaft/das-erzwungene-schweigen-schadet-dem-finanzplatz-sagt-die-finma-praesidentinbussen-stellen-den-wettbewerb-wieder-her-sagt-die-finma-praesidentinwir-wollen-fehlbaren-instituten-die-gelbe-karte-zeigen-koennen-sagt-die-finma-praesidentin-die-finma-wird-nicht-allmaechtig-verspricht-die-finma-praesidentin-ld.10012949?ref=tippinpoint.ch)). Interessant sind ihre Begründungen, weshalb die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) diese Verschärfungen brauche – zumal die Aufsicht mit dem Lizenz- und dem Gewährsentzug bereits heute über zwei Instrumente verfügt, die schärfer kaum sein könnten. Weshalb reicht dieses Schwert nicht aus? «Ein Gewährs- oder ein Lizenzentzug ist für uns immer die Ultima Ratio», sagt Marlene Amstad. «Es ist ein schwerer Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit, und es bestehen hohe rechtliche Hürden, bis das überhaupt möglich ist.» Ist es tatsächlich so, wie Amstad behauptet? Experten und Praktiker aus der Branche sehen das teilweise völlig anders. Die Governance-Expertin Monika Roth hat in den vergangenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass die Finma ihre bestehenden Möglichkeiten nicht ausgeschöpft habe. ### Nicht genutzt, Möglichkeiten verpasst Im Zentrum steht Artikel 3 des Bankengesetzes. Dieser besagt, dass eine Bank für die Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit eine Bewilligung der Finma benötigt. Diese wird unter anderem nur dann erteilt, wenn «die mit der Verwaltung und Geschäftsführung der Bank betrauten Personen einen guten Ruf geniessen und Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit bieten». In einem Beitrag aus dem Jahr 2024 schrieb Roth im Zusammenhang mit der Krise der Credit Suisse, die Finma habe das Instrument der Gewährsanforderung «nicht genutzt und die Möglichkeit verpasst, konsequent darauf gestützte Wertungen, Empfehlungen und Urteile zu formulieren». Sie weist darauf hin, dass die Vorgängerbehörde der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/), die EBK, genau dies ab 2001 gegenüber Einzelpersonen getan habe. Der prominenteste Fall war Marcel Ospel. Die Behörde erklärte ihm 2008 in einem Gespräch, dass er die Gewähr nicht mehr erfülle. Ospel musste als UBS-Präsident zurücktreten. Bei der Credit Suisse seien dagegen sämtliche Verantwortlichen in ihren Ämtern geblieben, schreibt Roth. Niemand sei von der Finma zum Rücktritt aufgefordert worden. ### Risikoprämie als Teil des Gehaltspakets Auch unter Praktikern in der Bankenszene wird diese Einschätzung geteilt. Der CEO einer Bank formuliert es so: «Die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) kann morgen in mein Büro kommen und mir mitteilen, dass ich die Gewähr nicht mehr biete. Das Einzige, was ich dann tun könnte, wäre meine sieben Sachen zu packen und den Badge abzugeben.» Selbstverständlich könne er anschliessend den Rechtsweg beschreiten und gegen die Verfügung der Finma klagen. Viel nützen würde ihm das jedoch nicht. «Wenn ich nach drei oder fünf Jahren vor Gericht Recht bekomme, ist meine Karriere ohnehin beendet.» Ob das fair sei? Er zuckt mit den Schultern. Das Gehaltspaket eines Banken-CEO müsse man eben auch als Prämie für genau dieses Risiko verstehen. ### Wenige widerspenstige Institute Marlene Amstad spricht im Interview davon, dass es ihr nicht um «mehr Regulierung» gehe, sondern um schärfere Konsequenzen für die «wenigen Institute», die sich bei schweren Regelverletzungen «renitent» verhalten. Doch kann ein Ausbau der Kompetenzen tatsächlich die Antwort auf Widerspenstigkeit sein? Amstads Argumentation enthält eine gewisse Ironie. Ausgerechnet der Hinweis auf «renitente» Institute könnte auch als Eingeständnis gelesen werden, dass sich die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) mit den bestehenden Kompetenzen in entscheidenden Fällen nicht durchsetzen konnte. Ob dafür tatsächlich neue Instrumente nötig sind oder vielmehr eine konsequentere Anwendung des bestehenden Rechts, ist genau die Frage. **Anmerkung vom 9.7.2026**: Die Finma legt Wert auf die Feststellung, dass die zitierte Aussage des Banken-CEOs nicht dem geltenden Verfahren entspreche: «Ein CEO kann von der Finma nicht von einem Tag auf den anderen aus seiner Funktion entfernt werden. Der Entzug der Gewähr setzt vielmehr die Durchführung eines formellen Verfahrens durch die Firma voraus. Die Finma kann keinen CEO entfernen, solange die Verfügung zum Gewährsentzug nicht rechtskräftig ist.» ### Departement Keller-Sutter prüft Erleichterungen auf dem Finanzplatz URL: https://www.tippinpoint.ch/departement-keller-sutter-pruft-erleichterungen-auf-dem-finanzplatz/ Last updated: 2026-07-12T18:33:06.000Z Die Mitteilung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) vom letzten Mittwoch über die Einsetzung einer Arbeitsgruppe löste wenig Echo aus. Das Ziel lässt aber aufhorchen: Das fünfköpfige Gremium soll vorschlagen, wie die Finanzmarktregulierung in der Schweiz vereinfacht werden kann. Das Departement Keller-Sutter will dem Bundesrat bis Ende nächsten Jahres einen Bericht mit Empfehlungen abliefern. Dass die behördliche Tätigkeit auf Doppelspurigkeiten überprüft und nach Möglichkeiten zum Bürokratieabbau gesucht wird, dagegen ist auch in der Finanzmarktregulierung nichts einzuwenden. Und sollte eigentlich eine Daueraufgabe sein. Überraschend sind aber der Zeitpunkt der Übung und das Gewicht, das dem Ansinnen mit der Einsetzung einer externen Expertengruppe gegeben wird. Noch sind die Lehren aus dem Untergang der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/2/credit%5Fsuisse.html) (CS) auf regulatorischer Ebene nicht umgesetzt. Der Bundesrat will seinen Plan zur Sicherung der Bankenstabilität nach den Sommerferien verabschieden. Unter anderem geht es um neue Instrumente für die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html). Im Herbst ist das Parlament in der heiss umstrittenen Frage am Zug, wie stark die verbleibende Grossbank UBS ihre Sicherheiten ausbauen muss. Ist es angebracht, schon vor diesen Entscheiden eine Diskussion über Schritte loszutreten, die in die andere Richtung gehen? Oder läuft man so nicht Gefahr, jene Kräfte zu unterstützen, die generell nach Deregulierung rufen und die Finma bei jeder Gelegenheit schlechtreden? Einen Vorgeschmack auf die politische Stimmung gut drei Jahre nach dem Aus für die CS lieferte der Nationalrat Anfang Juni. Ohne eine bürgerliche Gegenstimme beschloss er, die Regulierungen der Finma künftig einem Konsultationsverfahren des Parlaments zu unterwerfen. – Ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörde. Immerhin sollen die vom Bundesrat als Konsequenz aus dem CS-Untergang geplanten Massnahmen nicht Gegenstand der Beratungen der Expertengruppe sein, wie die Mitteilung festhält. Handelt es sich um eine Reaktion auf die verbreitete Klage der Branche gegen Swiss Finish und Überregulierung? Das federführemde Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) winkt ab. Die Arbeiten reihten sich in die weltweiten Bestrebungen zur Modernisierung und Optimierung von nationalen und internationalen Finanzmarktregulierungen ein, heisst es auf Anfrage. Diese würden auch in internationalen Fachgremien diskutiert, namentlich im Financial Stability Board (FSB). ### Bagatellfälle und Compliance-Aufwand im Visier Auf die vom EFD erwähnten Doppelspurigkeiten angesprochen, sagte SIF-Sprecher Vinzenz Mathys, im Vordergrund stünden der Abbau von Bürokratie und Vereinfachungen. Als Beispiele nannte er einheitliche und einfachere Reportingformate, einen Pauschalzuschlag anstelle einer aufwendigen Modellierung oder den Verzicht auf Bagatellanforderungen und die Reduktion des Compliance-Aufwands. Es sei dem EFD wichtig, die Qualität der schweizerischen prinzipienbasierten Finanzmarktregulierung grundsätzlich sicherzustellen. Sie soll zur Sicherung von Stabilität, Integrität, Kundenschutz und funktionsfähigen Märkten sowie der Wettbewerbsfähigkeit überprüft werden, heisst es in der Mitteilung. Die Arbeitsgruppe wird von der ehemaligen Finma-Vizepräsidentin und früheren Managerin der Zürich-Versicherung Monica Mächler geleitet. Die weiteren Mitglieder sind der Genfer Anwalt und Rechtsprofessor Rashid Bahar, die Berner Rechtsprofessorin und Präsidentin der Übernahmekommission Mirjam Eggen, der St. Galler Volkswirtschaftsprofessor Reto Föllmi sowie der Rechtsanwalt und frühere Nationalbank-Chefjurist Hans Kuhn. ### Nationalbank: Vereinfachung Ja – Deregulierung Nein Den Experten ist die Aufmerksamkeit der Finma sicher. Sie begrüsste deren Einsetzung umgehend mit einer Medienmitteilung und wies darauf hin, dass sie selber laufend nach Möglichkeiten suche, die Effizienz in der Aufsicht zu steigern und die Interaktion mit den Beaufsichtigten zu vereinfachen. Als Beispiele nannte die Finma das Fast-Track-Verfahren zur schnelleren Markteinführung von Anlagefonds und die beschleunigte Zulassung von Versicherungsvermittlern. Für Finma-Direktor Stefan Walter ist es laut der Mitteilung wichtig, «dass die Vereinfachung des Regulierungswerkes bei gleichbleibender Stabilität, Integrität und Funktionsfähigkeit des Finanzplatzes erfolgt.» Die Schweizerische Nationalbank (SNB) begrüsste die Einsetzung der Expertengruppe ebenfalls. Sie unterstützt das Ziel der Vereinfachung der Finanzmarktregulierung, wendet sich aber gegen Deregulierung. Stichwort Vereinfachung: An der Überwachung der Finanzmärkte sind in der Schweiz mit der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html), der Nationalbank, dem EFD und der Geldwäschereimeldestelle MROS mehrere Behörden beteiligt, Hier sind aber keine Änderungen der Zuständigkeiten oder Vereinfachungen geplant, wie das SIF auf Anfrage erklärt. Der MROS-Leiter hatte letzten Herbst angesichts der Vollzugsprobleme die Möglichkeit eine Integration seiner Behörde in die Nationalbank erwähnt. Die Notenbank will aber nichts davon wissen. Mit dem SIF hat der Bund im Frühling 2010 übrigens selber eine neue Behörde geschaffen. Als Antwort auf den ausländischen Druck nach der Finanzkrise und der Preisgabe des steuerlichen Bankgeheimnisses. ### Die Arbeitslosenzahlen sinken, aber im Banking steigen sie weiter an URL: https://www.tippinpoint.ch/die-arbeitslosenzahlen-sinken-aber-im-banking-steigen-sie-weiter-an/ Last updated: 2026-07-18T22:59:16.000Z Insgesamt waren im Juni 1539 Personen aus der Bankenbranche bei den Arbeitsämtern im Kanton Zürich als arbeitslos gemeldet. So viele wie noch nie in den letzten Jahren. Die Zahl ist in den vergangenen zwölf Monaten um 33,7 Prozent gestiegen. Ebenfalls mehr Arbeitslose verzeichnet das Amt für Arbeit in der Versicherungsbranche: Die Zahl der bei den RAV gemeldeten Arbeitslosen stieg auf 364, nach 340 im Vormonat. Während die Zahlen in der Banken- und Versicherungsbranche anstiegen, sanken sie über alle Branchen betrachtet. Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist im Juni von 2,9 auf 2,8 Prozent gesunken. Insgesamt waren 25'413 Personen als arbeitslos gemeldet, 126 weniger als im Vormonat. Dieser saisonbedingte Rückgang fällt jedoch schwächer aus als um diese Jahreszeit üblich, teilt das Amt für Arbeit des Kantons Zürich mit. ![Weiter steigende Zahlen (Area Chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/iwAcG/full.png) Die Geschäftslage der Zürcher Wirtschaft blieb im Juni insgesamt stabil und wird weiterhin positiver beurteilt als in der Gesamtschweiz, so das Amt. Auch der Ausblick habe sich zuletzt leicht aufgehellt. Bei den Beschäftigungserwartungen ergebe sich allerdings kein einheitliches Bild: Während Unternehmen in der Finanzbranche und der Industrie wieder etwas häufiger mit einer stabilen oder steigenden Beschäftigung rechnen, hat sich diese Einschätzung in anderen Branchen – vor allem im Projektierungssektor und im Detailhandel – leicht eingetrübt. Ob Banken und Versicherungen in den kommenden Monaten tatsächlich wieder vermehrt einstellen, werden allerdings erst die kommenden Zahlen zeigen. ### MiCA ist da: was sich ändert, was nicht und was noch kommt URL: https://www.tippinpoint.ch/mica-ist-da-was-sich-andert-was-nicht-und-was-noch-kommt/ Last updated: 2026-07-12T18:27:02.000Z Am 1\. Juli 2026 endet die Übergangsfrist der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA). Ab diesem Zeitpunkt benötigen Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen in der EU anbieten, grundsätzlich eine Zulassung. Damit gelten erstmals einheitliche Regeln in allen 27 Mitgliedstaaten. Die neue Verordnung regelt die Emission bestimmter Krypto-Token sowie Dienstleistungen wie Verwahrung, Handel und Portfolioverwaltung. Ein zentrales Element ist das sogenannte Passporting: Eine Zulassung in einem EU-Mitgliedstaat berechtigt Unternehmen dazu, ihre Dienstleistungen EU-weit anzubieten. ### Ein grosser Binnenmarkt Die wichtigste Neuerung ist die regulatorische Klarheit. MiCA ersetzt nationale Einzelregelungen durch einheitliche Standards für Unternehmensführung, Eigenmittel, Verwahrung, Transparenz und Marktmissbrauch. Für institutionelle Investoren schafft das den bislang fehlenden verlässlichen Rechtsrahmen. Auch der Binnenmarkt wird gestärkt. Eine einzige Lizenz ermöglicht den Vertrieb in der gesamten EU und erleichtert grenzüberschreitendes Wachstum. Zudem verbessert MiCA den Anlegerschutz durch verbindliche Offenlegungspflichten, die Trennung von Kundenvermögen und klare Verhaltensregeln. Stablecoins unterliegen künftig umfassenden Anforderungen an Reserven, Rücktausch und Governance. Gleichzeitig werden Anbieter ausserhalb der EU deutlich eingeschränkt: Dienstleistungen für EU-Kunden sind grundsätzlich nur noch auf deren ausdrückliche Eigeninitiative zulässig. Die europäische Aufsicht legt diese Ausnahme bewusst eng aus. ### ETP laufen unter «altem» Gesetz MiCA erfasst nicht den gesamten Kryptomarkt. Finanzinstrumente wie die meisten Krypto-ETP bleiben unter MiFID II reguliert. Vollständig dezentrale Protokolle, die meisten NFT und digitale Zentralbankwährungen (CBDC) fallen ebenfalls weitgehend ausserhalb des Anwendungsbereichs. Grossbritannien sowie die Schweiz unterliegen nicht MiCA und betreiben eigene Regulierungsregimes. Wer von der Schweiz aus aktiv EU-Kunden anspricht oder über eine EU-Gesellschaft tätig ist, muss die MiCA-Vorgaben dennoch einhalten. Zugleich entwickelt sich MiCA zunehmend zum europäischen Qualitätsstandard. Internationale Investoren und Geschäftspartner orientieren sich an diesen Governance- und Compliance-Anforderungen. MiCA ist jedoch nicht das Ende der Regulierung. Die Europäische Kommission arbeitet bereits an den nächsten Schritten – unter anderem zu DeFi, Staking, Tokenisierung und der Weiterentwicklung der Stablecoin-Regeln. ### Securitize: Tokenisierung geht an eine traditionelle Börse URL: https://www.tippinpoint.ch/securitize-tokenisierung-geht-an-eine-traditionelle-borse/ Last updated: 2026-07-12T18:27:33.000Z Tokenisierung ist eines der grossen Versprechen – und Hoffnungen – der Kryptobranche. Die jüngste Entwicklung ist auf den ersten Blick aber zwiespältig. Denn die Tokenisierung von Aktien auf der Blockchain soll zukünftig traditionelle Börsen obsolet machen. Doch der Tokenisierungsexperte Securitize geht durch eine Fusion mit der Zweckgesellschaft Cantor Equity Partners II an die Börse. Etablierte Finanzmarktteilnehmen wie [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/64/blackrock.html) und [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/70/morgan%5Fstanley.html) tragen diesen Schritt mit. Denn Securitize bietet eine Infrastruktur an, auf die etablierte Vermögensverwalter bereits heute zurückgreifen. Gemeinsam mit der New Yorker Börse NYSE baut Securitize eine Plattform für tokenisierte Wertpapiere auf. So werden die Aktien doch auch zu Token: Securitize plant, die eigene Aktie parallel auf der hauseigenen Plattform zu tokenisieren. Damit wird die Notierung selbst zum Anwendungsfall, in dem traditionelle Abwicklung und Blockchain-basiertes Settlement parallel laufen. In den USA kommt allgemein Bewegung ins Geschäft mit auf Token verbrieften Wertschriften. Die Börsenaufsicht SEC genehmigte vor kurzem einen Nasdaq-Vorstoss für den Handel bestimmter tokenisierter Wertpapiere. Zahlreiche grosse Finanzhäuser bereiten sich auf blockchainbasierte Kapitalmärkte vor. Aber auch traditionelle Börsen beginnen damit, ihre Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere aufzubauen. Dadurch könnten Wertpapiertransaktionen zukünftig schneller, günstiger, effizienter und Rund um die Uhr durchgeführt werden. «Wie schnell sich Tokenisierung nun durchsetzt, hängt weniger an der Machbarkeit als an der Bereitschaft der Institutionen, bestehende Prozesse auf diese Infrastruktur zu verlagern. Ein Börsengang dieser Grössenordnung wirkt als Katalysator, weil er Tokenisierung auf der sichtbarsten Bühne des Kapitalmarkts als das bestätigt, was sie längst ist: belastbare Infrastruktur», kommentiert Moritz Stumpf, CEO und Mitgründer von tokenforge, den Börsengang. ### Heikle personelle Verflechtung zwischen Freiburger und Jurassischer Kantonalbank URL: https://www.tippinpoint.ch/heikle-personelle-verflechtung-zwischen-freiburger-und-jurassischer-kantonalbank/ Last updated: 2026-07-18T22:59:17.000Z Christophe Mettler gilt als Schwergewicht. Der ausgebildete Anwalt und ehemalige UBS- und Crédit-Agricole-Manager ist Leiter der Division Rechtsdienst, Risk und Compliance der Freiburger Kantonalbank (BCF). Er sitzt auch in deren Geschäftsleitung. Zusätzlich zu diesem Job nimmt er noch Verwaltungsratsmandate wahr. Ein besonders heikles kam vor wenigen Wochen hinzu. Mitte Mai wurde Mettler ins oberste Leitungsgremium der Banque Cantonale du Jura (BCJ) gewählt. Wie kommt es, dass ein Geschäftsleitungsmitglied einer Kantonalbank Einsitz im Verwaltungsrat einer anderen Kantonalbank nimmt? Kantonale Institute operieren zwar im Retailgeschäft mehr oder weniger innerhalb ihrer Kantonsgrenzen. Doch in vielen anderen Bereichen sind sie Konkurrenten. Was, wenn ein in Freiburg wohnhafter Unternehmer mit seinem im Jura ansässigen Unternehmen in Schwierigkeiten gerät? Möglicherweise hat er bei beiden Banken Kreditlinien offen. Auch in vielen anderen Konstellationen können Interessenkonflikte entstehen. Für die beiden Kantonalbanken scheint das kein Problem zu sein. «Die Banque Cantonale du Jura und die Freiburger Kantonalbank stehen nicht in einem direkten Wettbewerbsverhältnis. Beide Institute sind hauptsächlich in ihrem jeweiligen Kantonsgebiet tätig und betreuen dort ihre regionale Kundschaft», schreibt eine Sprecherin der BCF. Die Frage, wie sich die BCF dazu stellt, dass Christophe Mettler mit dem Mandat in unüberbrückbare Interessenkonflikte geraten könnte, beantwortet sie nicht. ### «Kein Interessenkonflikt» Bei der jurassischen Kantonalbank wird die Sprecherin konkreter: «Die BCJ war sich der von Herrn Mettler ausgeübten Funktionen zum Zeitpunkt seiner Wahl vollumfänglich bewusst. Seine Kandidatur wurde im Einklang mit den geltenden gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an die Corporate Governance von Banken geprüft. Die beiden Banken stehen nicht in direktem Wettbewerb zueinander. Im Gegenteil: Die beiden Institute arbeiten bei bestimmten Projekten zusammen. Es liegt also kein Interessenkonflikt vor.» Dass Banken in Projekten zusammenarbeiten, kommt natürlich oft vor. Das ist jedoch noch lange kein Grund, weshalb man Einsitz in einen Verwaltungsrat nimmt. Auch die Aussagen, wonach die Banken in keinem direkten Wettbewerb stehen, machen stutzig. Etliche Kantonalbanken haben mit ihren Angeboten längst die Kantonsgrenzen verlassen. Viele Kantonalbanken haben beispielsweise digitale Produkte aufgebaut, die Kunden in der ganzen Schweiz zugänglich sind. Vielmehr ist der Wettbewerb ausdrücklich gewünscht. Der Preisüberwacher etwa begrüsst einen intensiven Wettbewerb zwischen den Kantonalbanken nicht nur, sondern fordert ihn aktiv ein. Für Stefan Meierhans ist ein funktionierender Wettbewerb das wichtigste Werkzeug gegen überhöhte Preise. Sogar der Verband der Kantonalbanken widersetzt sich dem Wettbewerbsgedanken nicht grundsätzlich. ### Mehrfachmandate nicht «per se» ausgeschlossen Interessant ist, dass die Finanzmarktaufsicht nichts gegen die personelle Verflechtung einzuwenden hatte. Zum konkreten Fall äussert sie sich wie üblich nicht. Generell sagt eine Sprecherin: «Mehrfachmandate bei verschiedenen Banken sind aufsichtsrechtlich nicht per se ausgeschlossen, sofern insbesondere die Vermeidung von Interessenkonflikten sowie die zeitliche Verfügbarkeit sichergestellt sind, damit die Gewährsfunktion mit der gebotenen Sorgfalt ausgeübt werden kann.» Die Aufsicht, die bei der Wahl von Organen den Instituten oftmals pingelig auf die Finger schaut, lässt beim Thema Interessenkonflikte oftmals das nötige Gespür vermissen. So liess die Behörde zu, dass Bernadette Koch gleichzeitig im Verwaltungsrat der Post und der LUKB Einsitz nehmen konnte. Nach öffentlichem Druck zog sich Koch dann aus dem Verwaltungsrat der Post zurück. ### Direkter Angriff auf Tether und Circle URL: https://www.tippinpoint.ch/direkter-angriff-auf-tether-und-circle/ Last updated: 2026-07-18T22:59:17.000Z Tether und Circle dominieren den Dollar-Stablecoin-Markt und damit auch den globalen Stablecoinmarkt. Die beiden Dollarcoin-Anbieter kontrollieren rund 90 Prozent des gesamten Marktes. Das könnte sich nun ändern. Der Markt steht vor einer strukturellen Veränderung. Ein neu gegründetes Branchenkonsortium namens «Open Standard», dem über 140 Unternehmen angehören – darunter Finanzgiganten wie [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/), [Visa](https://www.tippinpoint.ch/tag/visa/), Mastercard und Stripe sowie Krypto-Plattformen wie [Coinbase](https://www.tippinpoint.ch/tag/coinbase/) –, hat die Lancierung des des Stablecoins OpenUSD (OUSD) angekündigt. Das digitale Zahlungsmittel soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Das erinnert stark an das rasch wachsende Netzwerk des Euro-Stablecoins Qivalis. 25 europäischen Banken – darunter etwa ING, Unicredit, BBVA, BNP Paribas, ABN AMRO und Erste Group wollen ebenfalls in der zweiten Hälfte des Jahres einen Euro-Stablecoin lancieren. Der MiCA-konforme Euro-Stablecoin soll unter der Aufsicht der De Nederlandsche Bank (DNB) auszugeben werden. Doch es gibt bedeutenden Unterschiede im Aufbau von Qivalis und dem OpenUSD. ### Netzwerkpartner werden bezahlt Der OpenUSD verfügt über eine Eigenschaft, die ihm schnell zum Durchbruch verhelfen könnte. Die Zinserträge auf den Reserven, die bislang der Emittent – also etwa Circle und Tether – behält, fliessen bei OUSD nach Abzug einer Management-Gebühr an die Netzwerkpartner. Nutzniesser sind die 140 Partner — Banken, Zahlungsdienstleister, Börsen und Wallets. Sie bekommen den Ertrag, weil sie die Distribution liefern, also Nutzer und Volumen ins Netzwerk bringen. «Genau das ist ihr Anreiz, mitzumachen. Ob beim Kunden etwas ankommt, ist da die eigentlich spannende, offene Frage. Möglich wäre dies über tiefere Gebühren, Cashback oder bessere Konditionen», sagt Markus Fehn - Head of Strategy & Innovation von Chartered Investment. Die neue US-Regulierung dürfte dem Projekt keinen Strich durch die Rechnung machen. Eher im Gegenteil, glaubt Fehn. Das Projekt habe aus dem Scheitern des Facebook-Projekts Libra/Diem, das primär am regulatorischen und politischen Widerstand gescheitert sei, gelernt. «Mit dem GENIUS Act, der seit Juli 2025 in Kraft ist, existiert erstmals ein Bundesgesetz für Payment-Stablecoins, das solche Projekte überhaupt erst ermöglicht», sagt der Experte. Der grösste Pluspunkt sei aber die Trägerschaft: Hinter OUSD stehen rund 140 etablierte, überwiegend regulierte Unternehmen, darunter Grossbanken, Kreditkartennetze und börsenkotierte Konzerne. Man darf gemäss Fehn davon ausgehen, dass die rechtlichen und regulatorischen Fragen im Vorfeld durchdacht und abgestimmt wurden. Das sei qualitativ etwas anderes, als wenn sich ein einzelner Akteur etwas ausdenke. «Regulierung wirkt hier also als Treiber, nicht als Bremse; sie prägt eher die Ausgestaltung, etwa das Verbot der Halter-Verzinsung, als dass sie das Projekt gefährdet», erklärt Fehn. ### Wer soll den Coin nutzen? Auf welches Geschäftsfeld zielt der neue Dollar-Stablecoin? Es gibt zahlreiche Anwendungsfelder, etwa im Handel mit Kryptowährungen, als Liquiditätsreserve oder als Zahlungsmittel. Gemäss Fehn bringt der OUSD den grössten Nutzen im geschäftlichen Zahlungs- und Abwicklungsverkehr – «und zwar sehr greifbar». Unternehmen können Geld rund um die Uhr über Grenzen, ohne Korrespondenzbank-Gebühren und mit sofortiger Abwicklung. Im Händler-Settlement im E-Commerce will Stripe OUSD zum Standard für seine Firmenkunden machen. Der Experte führt Beispiele an: Shopify- und DoorDash-Händler könnten Auszahlungen direkt in OUSD abwickeln, eingebettet in Checkout und Payout. Auch für Remittances – grenzüberschreitende Überweisungen über Partner wie MoneyGram – und für Zahlungsabwickler lohnt es sich gemäss Fehn dort, wo Kartengebühren wegfallen. Am geringsten dürfte der Nutzen dagegen im Kryptohandel selbst sein – dort ist OUSD nicht positioniert. Der Stablecoin will Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur für Unternehmen sein, kein Handelsinstrument. <ü>Als Reaktion auf die Ankündigung des neuen Stablecoins brachen die Aktien von Circle, des Emittenten des Dollarcoins, ein und verloren rund 17 Prozent ihres Wertes. Grundsätzlich ist OUSD ein aber kompetitives Produkt zu allen Stablecoins – es greift die Ertragslogik des gesamten Marktes an, nicht nur jenes von Circle. Vor allem Tether dürfte die Konkurrenz des neuen Stablecoins zu spüren bekommen. Bei Tether gibt es aber keinen Aktienkurs, der die Verunsicherung der Anleger ausdrücken könnte. ### Tether hat seine Position «Mit Blick auf Tether muss man aber präzise sein und in zwei Segmente trennen. Tethers Kernfranchise ist USDT – stark vor allem in Drittländern, wo es als niedrigschwelliges Werkzeug für Dollar-Zugang, Sparen und Alltagszahlungen dient, gerade bei hoher Inflation oder Kapitalverkehrskontrollen» erklärt Fehn. Diese Nutzung sei retail-getrieben, lebe von tiefer Liquidität, Marke und einfacher Verfügbarkeit auf vielen Blockchains – und sei ausdrücklich ausserhalb der US- und EU-Regulierung angesiedelt. In diesem Segment sei OUSD kaum direkte Konkurrenz: Ein reguliertes, compliance-lastiges B2B-Produkt für entwickelte Märkte passe schlecht zur permissionless, retail-getriebenen Nachfrage in Drittländern. Zudem ist wichtig festzuhalten: Tether steht nicht still. Der Chartered-Investment-Experte führt aus: «Für den regulierten Markt hat Tether mit USA₮ (USAT) bereits einen eigenen, GENIUS-konformen Dollar-Stablecoin über Anchorage aufgesetzt – bewusst getrennt vom grossen Offshore-USDT». Im regulierten US- und Enterprise-Segment trete Tether OUSD künftig mit USAT direkt entgegen, während die USDT-Kernfranchise (offshore, retail, Schwellenländer) von OUSD westlich-institutionellem Vorstoss nur wenig unmittelbar berührt werde. Die eigentliche Bedrohung für Tether liegt daher nicht in verlorenen Marktanteilen, sondern im strukturellen Angriff auf das Modell: Emittent behält die Zinserträge auf den Reserven ein. Das ist Tethers grösste Ertragsquelle. ### Die EZB warnt Mit Hilfe eines EU-lizenzierten Emittenten könnte der neue Dollar-Stablecoin auch MiCAR-Konformität erreichen. Gemäss Fehn ist für den Euro-Raum nicht die Regulierung entscheidend, sondern das Gewicht im globalen Finanzmarkt. «Setzt sich ein starker, sehr präsenter Dollar-Stablecoin wie OUSD als Standard auf der Blockchain durch, laufen Zahlungen und Guthaben on-chain überwiegend in Dollar – und die Dollar-Dominanz vertieft sich, während entsprechend weniger Euro gehalten werden», erklärt der Experte. Die EZB warne davor, dass Stablecoins die die internationale Dominanz des Dollars weiter zementiere, es drohe gemäss Europäischer Zentralbank die digitale Dollarisierung. Es geht weniger um den Regulierungsstandard wie MiCAR, sondern um die Frage, welche Währung die tokenisierte Finanzwelt trägt – und die Implikationen für die europäische Währungs- und Geldpolitik. ### «Ich bin doch nicht blöd» - Mediamarkt jetzt auch im Kryptohandel URL: https://www.tippinpoint.ch/ich-bin-doch-nicht-bloed-mediamarkt-jetzt-auch-im-kryptohandel/ Last updated: 2026-07-18T22:59:18.000Z Kryptowährungen dort verkaufen, wo der Konsument täglich mit neuen digitalen Themen in Berührung kommt. Das ist die Idee von Mediamarkt-Saturn. Zwischen Smartphones, TV-Geräten und Staubsaugern halten Kryptowährungen Einzug im Detailhandel. Der Elektronikhändler verkauft in seinen Läden in Deutschland neu Gutschscheinkarten von Crypotnow und bietet den Kunden damit nach eigenen Worten eine «einfache Möglichkeit, Bitcoin und andere Kryptowährungen direkt im Umfeld von Consumer Electronics zu erwerben». Die Transaktion baut auf das vertraute Gutschein-Prinzip. Die Kunden kaufen eine Gutscheinkarte im Mediamarkt und lösen diese anschliessend online ein. Der Kaufbetrag kann direkt bei der Einlösung in Bitcoin oder andere Kryptowährungen umgewandelt werden. Die Kombination aus physischem Produkt und digitaler Nutzung schafft laut Unternehmen einen niederschwelligen Zugang – insbesondere für Erstinvestoren und jene, die Kryptowährungen bislang eher skeptisch gegenüberstanden. Die Gutscheine können auch im Onlineshop von Mediamarkt oder Saturn erworben werden. Der Elektronikriese bietet in Zusammenarbeit mit der Kryptobörse Cryptonow zwei Produkte an. Einerseits das «Bitcoin Starterpake», ein physische Gutscheinkarte inklusive Cryptonow Wallet für einen sicheren und direkten Einstieg in Bitcoin – ohne technisches Vorwissen. Andererseits gibt der Kauf von Prepaid-Karten die Optionen ein bestehendes Cryptonow Wallet oder einen Cryptonow Invest Account aufzuladen und in Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu investieren. Die Einführung erfolgt in Zusammenarbeit mit epay, einem internationalen Anbieter für Payment- und Gutscheinlösungen, der die technische Integration und Distribution übernimmt. ### Big in Switzerland Die Initiative mitten im Kryptowinter wird mit einem «erfolgreichen Rollout in der Schweiz» begründet. In der Schweiz sind Cryptonow Produkte bereits seit einiger Zeit in den Märkten erhältlich. «Die Resonanz zeigt, dass das Interesse an Kryptowährungen in der breiten Bevölkerung wächst und insbesondere einfache, zugängliche Kaufmöglichkeiten im Einzelhandel stark nachgefragt werden», heisst es in der Pressemitteilung. In der Theorie eröffnet sich Krypto damit ein riesiger Markt mit einem europaweiten Netzwerk von über 300’000 geplanten Verkaufsstellen in 28 Ländern. ### Bär-CEO Stefan Bollinger holt neuen Finanzchef aus London URL: https://www.tippinpoint.ch/bar-ceo-stefan-bollinger-holt-neuen-finanzchef-aus-london/ Last updated: 2026-07-12T18:31:52.000Z Die Julius-Bär-Gruppe hat einen neuen Chief Financial Officer (CFO) gefunden. Peter Burrill folgt als neuer Finanzchef und Mitglied der Geschäftsleitung auf Evie Kostakis, die ihren Rücktritt bereits im April angekündigt hatte. Burrill wechselt von der britischen Bank Standard Chartered zu nach Zürich. Dort war er während neun Jahren tätig und zuletzt als Interim Group CFO sowie Mitglied des Group Management Teams verantwortlich. Davor leitete er während fünf Jahren den Bereich Central Finance und war stellvertretender CFO. Frühere Stationen führten ihn unter anderem zur Deutschen Bank in Frankfurt, wo er als Group Controller und Co-Head Group Finance tätig war. Julius-Bär-CEO Stefan Bollinger bezeichnete Burrill als erfahrenen Finanzmanager mit umfassender Expertise in Finanz- und Regulierungsfragen. Dank seiner internationalen Erfahrung und seiner Kenntnisse im Wealth Management sei er eine wichtige Verstärkung für die Bank und werde dazu beitragen, das Vermögensverwaltungsgeschäft weiter auszubauen. ### Was macht Evie Kostakis? Auf Linkedin haben die beiden Manager bereits Nettigkeiten ausgetauscht: «Excited to join Julius Baer as CFO. Thanks Stefan Bollinger and the Board for the opportunity to help shape the next chapter», schreibt Burrill in einem Post. Gleichzeitig dankte Bollinger der scheidenden Finanzchefin Evie Kostakis für ihren langjährigen Einsatz und ihre Beiträge zum Unternehmen und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute. Wohin ihr weiterer beruflicher Weg führt, ist derzeit nicht bekannt. Kostakis gehört zu den letzten hochrangigen Führungskräften aus der Zeit, als die Verflechtungen mit dem Signa-Imperium von René Benko die Bank in eine schwere Krise stürzten. In ihren Zuständigkeitsbereich fiel unter anderem das Kreditrisikomanagement. ### Nationalbank stärkt dem Bund bei der «Lex UBS» den Rücken URL: https://www.tippinpoint.ch/nationalbank-staerkt-dem-bund-bei-der-lex-ubs-den-ruecken/ Last updated: 2026-07-18T22:59:19.000Z Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellt dem Bankensektor insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Trotz des anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds und volatiler Finanzmärkte seien die Banken widerstandsfähig. Die Profitabilität habe sich 2025 verbessert, während die bestehenden Kapital- und Liquiditätspuffer eine hohe Verlustabsorptions- und Kreditvergabefähigkeit sicherstellten. Gleichzeitig weist die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) darauf hin, dass es zwischen den einzelnen Instituten erhebliche Unterschiede bei Profitabilität, Risiken und Widerstandskraft gebe. Zudem verweist sie auf die laufenden regulatorischen Reformen, welche die Stabilität des Finanzsystems weiter stärken sollen. Der Stabilitätsbericht bescheinigt der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) eine weitere Verbesserung der Ertragskraft im Jahr 2025\. Wachstumstreiber waren insbesondere die Vermögensverwaltung und das Investment Banking. Dagegen litt das Schweizer Geschäft unter dem rückläufigen Zinserfolg. Auch bei der Kapitalisierung sieht die SNB die Grossbank gut aufgestellt. Die UBS erfülle bereits heute die vollständig umgesetzten Anforderungen der aktuellen Too-big-to-fail-Regulierung, die erst ab 2030 verbindlich werden. Diese strengeren Vorgaben tragen der höheren Systemrelevanz Rechnung, die aus der Übernahme der Credit Suisse resultiert. ### SNB unterstützt strengere Regulierung des Bundes Wie erwartet positioniert sich die Nationalbank klar zur «Lex UBS». Die Krise der Credit Suisse habe Schwachstellen im regulatorischen Dispositiv offengelegt. Um diese zu beheben, habe der Bundesrat ein Paket von Massnahmen zur Krisenprävention und -bewältigung vorgeschlagen. «Die Nationalbank unterstützt dieses Massnahmenpaket», heisst es im Bericht. Im Zentrum steht die Forderung, dass Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit hartem Eigenkapital (CET1) unterlegt werden müssen. Wie die Krise der Credit Suisse gezeigt habe, seien die Risiken im Zusammenhang mit ausländischen Beteiligungen durch das bisherige regulatorische Kapitalregime unzureichend abgedeckt, schreibt die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/). «Der Vorschlag des Bundesrats adressiert diese Risiken gezielt und betrifft in erster Linie die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/).» [UBS-BIP-Verhältnis im internationalen Vergleich. (Quelle: Stabilitätsbericht)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2607183%5F070702.jpg?ref=tippinpoint.ch) Gleichzeitig relativiert die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) die Auswirkungen für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Gemäss den Berechnungen der Behörden verfüge die Grossbank – unter Einbezug ihrer Reserven – bereits heute über genügend Eigenmittel, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen. ### Nichtbanken-Finanzintermediäre im Fokus Im Stabilitätsbericht widmet die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) den Nichtbanken-Finanzintermediären (NBFI) ein eigenes Kapitel. Diese spielten eine wichtige Rolle im Schweizer Finanzsystem und könnten im Krisenfall erhebliche Risiken für die Finanzstabilität darstellen. Internationale Erfahrungen zeigten, dass NBFI Finanzmarktturbulenzen wiederholt verstärkt oder sogar ausgelöst hätten. Risiken könnten dabei entweder direkt von NBFI ausgehen oder – was die SNB als noch bedeutender erachtet – über enge Verflechtungen innerhalb des Finanzsystems übertragen und verstärkt werden. [(Quelle: Stabilitätsbericht)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2607183%5F070735.jpg?ref=tippinpoint.ch) Solche Verflechtungen bestehen etwa zwischen NBFI und Banken oder zwischen verschiedenen NBFI. Entsprechend gross ist ihre Bedeutung: Ende 2025 beliefen sich die aggregierten Finanzaktiven der Schweizer NBFI auf 554 Prozent des Bruttoinlandprodukts beziehungsweise auf 171 Prozent der Finanzaktiven des Schweizer Bankensektors. Die grössten NBFI-Gruppen sind Anlagefonds, gefolgt von Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften. Nachdem ihr Anteil an den gesamten Finanzaktiven während eines Jahrzehnts kontinuierlich gestiegen war, blieb er seit 2020 weitgehend stabil. ### UBS plant Testversuch - Startschuss fürs amerikanische Alltagsbanking URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-plant-testversuch-startschuss-furs-amerikanische-alltagsbanking/ Last updated: 2026-07-12T18:29:28.000Z Im Dezember soll es so weit sein. Dann will die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) ihren US-Angestellten ermöglichen, Bankkonten zu eröffnen. Die Bank will damit Preise, Produkte und technische Abläufe unter realen Bedingungen testen, bevor das Angebot schrittweise auf Kunden im Wealth Management ausgeweitet wird, schreibt die Financial Times ([Abo](https://www.ft.com/content/87adda62-321c-45c7-8765-e0bd79794bd5?syn-25a6b1a6=1&ref=tippinpoint.ch)), die sich auf mit den Plänen vertraute Kreise beruft. Damit konkretisiert sich, wie die UBS in den USA mit Retaildienstleistungen Fuss fassen will. Die Grossbank hat Anfang Jahr eine nationale US-Banklizenz erhalten, die es ihr erlaubt, zu einer Universalbank in der grössten Volkswirtschaft der Welt zu werden. Die UBS ist die einzige ausländische Bank, die in den USA eine Vollbanklizenz erworben hat. Neu kann die UBS neben der Vermögensverwaltung auch klassische Bankdienstleistungen wie Lohn- und Sparkonten, Hypotheken sowie weitere Kreditprodukte anbieten. Die UBS will damit ein grösseres Stück vom Kuchen. Als Vermögensverwalterin betreut sie zwar bereits Milliardenvermögen amerikanischer Kunden vor Ort, doch das Geschäft leidet seit Jahren unter Margenproblemen. Die Region Americas ist mit Abstand die unrentabelste Region innerhalb der Bank. ### Unrentabelste Region Der Hauptgrund ist das in den USA etablierte Beratermodell, das die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) mit der Übernahme von PaineWebber geerbt hat. Die Kundenberater arbeiten weitgehend selbstständig und werden so entschädigt, dass die Bank ihre Erträge kaum skalieren kann. Im vergangenen Jahr flossen zudem sechs Milliarden US-Dollar aus dem Geschäft ab, weil zahlreiche Beraterteams zu Konkurrenten wechselten, nachdem die UBS die Vergütungskonditionen verschlechtert hatte. Weil die UBS während Jahren nicht vom Fleck kam, gab es immer wieder Stimmen, die der Bank einen Rückzug aus den USA empfahlen. Doch statt sich vom Markt zurückzuziehen, geben Präsident Colm Kelleher und CEO Sergio Ermotti nun Vollgas. Mit dem erweiterten Angebot will die UBS stärker mit Konkurrenten wie Morgan Stanley, JP Morgan und der Bank of America konkurrieren, deren integrierte Bank- und Vermögensverwaltungsgeschäfte deutlich höhere Margen erzielen. Gerade die hohen Zinsen in den USA liessen die Erträge im Retailgeschäft amerikanischer Banken sprudeln. ### Auf Kollisionskurs mit dem Bundesrat Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) dürfte sich in den USA als Bank für vermögende Privatkunden positionieren, die über investierbare Vermögen von 2 bis 10 Millionen Dollar verfügen. Die Pläne der UBS stehen allerdings im Widerspruch zu den Regulierungsbestrebungen des Bundes. Mit der geplanten Vollunterlegung der Auslandstöchter setzt der Regulator einen Anreiz, das Bilanzwachstum im Ausland zu begrenzen. Mit dem Einstieg ins amerikanische Kreditgeschäft wird jedoch genau das Gegenteil geschehen. Die Vergabe von Hypotheken, Lombardkrediten sowie Konsum- und Studienkrediten lässt das Kreditbuch im Ausland wachsen – und damit auch die Risiken für den Schweizer Steuerzahler. Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte erklärt, die geplanten Regeln würden das Wachstum der UBS in den USA verteuern. Konzernchef Sergio Ermotti betonte dagegen, ein Schrumpfen der Bank komme nicht infrage. Die UBS setzt darauf, dass das Parlament die Pläne des Bundesrats verwässert. ### Rolex schenkte Donald Trump US-Open-Tickets im Wert von 25’000 Dollar URL: https://www.tippinpoint.ch/rolex-schenkte-donald-trump-us-open-tickets-im-wert-von-25000-dollar/ Last updated: 2026-07-18T22:59:20.000Z Die Einladung von Donald Trump in die Rolex-Loge am US Open letzten September löste einen Riesenwirbel aus. Hat der US-Präsident mit dem Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour über den Zoll-Deal gesprochen? Das wollte etwa die linke US-Senatorin Elizabeth Warren vom Schweizer Uhrenkonzern wissen. Ein bisschen Transparenz liefern nun die Steuerunterlagen von Donald Trump fürs Jahr 2025 – zumindest finanziell. Aus dem knapp 1000 Seiten umfassenden Dokument geht hervor, dass [Rolex](https://www.tippinpoint.ch/tag/rolex/) dem US-Präsidenten zehn Tickets im Gesamtwert von 25’000 Dollar geschenkt hat. Nur eine Zeile oberhalb steht der Name von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Dieser überliess Trump zehn Eintrittskarten für die Fussball-Weltmeisterschaft. Nicht Teil des Berichts sind die umstrittenen Geschenke, die die Schweizer Zolldeklaration dem US-President im Oval Office Haus überbrachten. Diese werden der zukünftigen Presidential Library zugeführt. ![Rolex schenkte Donald Trump US-Open-Tickets im Wert von 25’000 Dollar](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2607182_070731.jpg) Aus den offengelegten Finanzunterlagen geht zudem hervor, dass Trump 2025 den Grossteil seiner Einnahmen mit Kryptowährungen erzielte. Allein aus den Krypto-Projekten seiner Familie flossen ihm mehr als 1,4 Milliarden Dollar zu. Während Trump verdient hat, haben die Käufer der Kryptoanlagen Verluste erlitten. Trump erhielt ausserdem 80 Millionen Dollar aus aussergerichtlichen Einigungen mit Medienunternehmen, gegen die er geklagt hatte. Dazu gehören unter anderem Vergleiche mit ABC News und Paramount Global. 52 Millionen machte er mit Lizenzgeschäften im Ausland: Diese Summe haben Projektentwickler von Hotels und Golfanlagen gezahlt, um den Namen «Trump» benutzen zu dürfen. ### Über 6000 Transaktionen Der Report umfasst mehr als 680 Seiten mit Börsengeschäften. Insgesamt waren es 2025 über 6000 individuelle Transaktionen, die auf Trump zurückzuführen sind. Die am häufigsten gehandelten Aktien sind Amazon, Apple, Nvidia, Microsoft, Netflix oder Exxon Mobil. Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt, weil Trumps Regierung gleichzeitig die Regulierung der Branche lockerte und die USA gezielt als Krypto-Standort positionierte. Das Weisse Haus weist diese Vorwürfe zurück und betont, der Präsident handle ausschliesslich im Interesse der amerikanischen Bevölkerung. [Das Dokument ](https://www.oge.gov/web/oge.nsf/News+Releases/B8B9EA45F5EB86EC85258E2600701B77?opendocument&ref=tippinpoint.ch)wird sinnigerweise vom United States Office of Government Ethics herausgegeben – einer Behörde, die sich die Verhinderung von Interessenkonflikten auf die Fahnen geschrieben hat. Gemäss Schätzungen ist Trumps Vermögen auf 7,6 Milliarden Dollar angeschwollen. ### Schlichtungsverfahren gescheitert: Jetzt wird's teuer für Kläger Remo Stoffel URL: https://www.tippinpoint.ch/schlichtungsverfahren-gescheitert-jetzt-wirds-teuer-fuer-klaeger-remo-stoffel/ Last updated: 2026-08-21T05:58:18.000Z Am Dienstag kam es zu einer Schlichtungsverhandlung vor dem Vermittleramt Höfe im Kanton Schwyz. Dabei geht es um Forderungen, die der Investor Remo Stoffel gegenüber einer Tochtergesellschaft der Graubündner Kantonalbank (GKB) und deren Organe erhebt. Wie die Bank, die selbst auch Ziel der lage ist, mitteilte, konnte mit dem Kläger keine Einigung erzielt werden. Damit ist das Schlichtungsverfahren abgeschlossen. Es obliege nun dem Kläger, Klage beim zuständigen Zivilgericht einzureichen, schreibt die [GKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/gkb/). Anfang Mai gab die GKB bekannt, dass eine Zivilklage gegen die BZ Bank Aktiengesellschaft, gegen Organe der BZ Bank Aktiengesellschaft sowie die GKB eingegangen war. An der Position der GKB scheint sich nichts geändert zu haben. Die Bank und die BZ-Tochter erachten die Vorwürfe als unbegründet und bestreiten die Forderungen vollumfänglich, heisst in der Mitteilung. ### Ab jetzt fliesst Geld Wie in solchen Fällen üblich, hat der Kläger, also Remo Stoffel beziehungsweise seine Gesellschaft Priora, nun drei Monate Zeit, eine Klage beim Zivilgericht einzureichen. Das soll auch geschehen: «Priora wird die Klage beim zuständigen Bezirksgericht einreichen», heisst es in einer Stellungnahme von Priora. Die Klage muss begründet sein. Zudem muss der Kläger einen Kostenvorschuss leisten, um die entstehenden Gerichtskosten zu decken. Bei einer hohen Forderungssumme das das entsprechend ins Tuch. Interessant wird auch sein, ob die [GKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/gkb/) eine Sicherheit für die Parteientschädigung einfordert. Damit könnte sie im Fall von Stoffel beziehungsweise der Priora Erfolg haben, da der Kläger seit 2020 in Dubai lebt. Anfang Mai teilte die Ostschweizer Kantonalbank in einer Pflichtmitteilung mit, dass sie mit einer Klage im «mittleren dreistelligen Millionenbereich» konfrontiert sei. Die Klage stehe im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung und einem von der BZ Bank verwalteten Anlageprodukt, so die Bank. Der Kläger wirft der Bank und den Organen «Pflichtverletzungen» vor. Wie [Tippinpoint damals enthüllte](https://www.tippinpoint.ch/remo-stoffel-steckt-hinter-der-millionenschweren-klage-gegen-die-graubundner-kb/), handelt es sich bei dem Kläger um Remo Stoffel. ### UBS verliert zwei Berater an Schweizer Singapur-Veteran URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-verliert-zwei-berater-an-schweizer-singapur-veteran/ Last updated: 2026-07-12T17:19:16.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) in Singapur verliert zwei langjährige Kundenberater an den unabhängigen Vermögensverwalter HP Wealth Management. Michael Sutter und Alex Grindley wechseln als Senior Relationship Manager zu dem in Singapur ansässigen Multi-Family Office. Sutter war mehr als 25 Jahre für die UBS tätig. Beide Berater waren zuletzt in leitenden Funktionen im Wealth Management der Grossbank beschäftigt. Grindley sagt zum Wechsel: «Man verwechselt leicht Grösse mit Sicherheit und Sicherheit mit Sinnhaftigkeit. Ich gehe zu HP Wealth Management, weil Überzeugung in dieser Branche wichtiger als Bequemlichkeit.» Urs Brutsch, Gründer und Managing Partner, sagt zum Wechsel: Die Tatsache, dass zwei erfahrene Fachleute vom grössten Vermögensverwalter Asiens zu HP Wealth Management wechseln, sei ein Beleg dafür, dass das Unternehmen über die richtige Plattform verfüge, um ein florierendes Geschäft aufzubauen. Laut HP Wealth Management ermöglicht das eigene, honorarbasierte und bankenunabhängige Geschäftsmodell den Beratern mehr unternehmerische Freiheit und eine stärkere Ausrichtung auf die Interessen der Kunden. HP Wealth Management betreut vermögende Privatkunden und Familien mit Beratungs-, Vermögensverwaltungs- und Family-Office-Dienstleistungen. ### Finma-konform, Deepfake-sicher, kundenfreundlich - geht das? URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-konform-deepfake-sicher-kundenfreundlich-geht-das/ Last updated: 2026-07-12T09:27:03.000Z Die Aufsichtsmitteilung der Finma vom Februar 2026 hat den Druck auf Finanzinstitute erhöht. Digitale Kunden-Onboarding-Prozesse müssen nicht mehr nur dem Geldwäschereigesetz (GwG) entsprechen, sondern auch neuen Betrugsformen wie Deepfakes standhalten. Banken und andere Finanzinstitute stehen vor der Herausforderung, regulatorische Präzision mit einer benutzerfreundlichen Customer Journey zu verbinden. Das Schweizer Software-Unternehmen PXL Vision zeigt einen Ansatz, der beide Anforderungen erfüllt. Es positioniert digitale Identitätsprüfung nicht als reine Compliance-Messlatte, sondern als Infrastruktur für sichere, skalierbare und kundenfreundliche Prozesse. Der Fokus liegt auf Technologie, die Identität, Dokumentenechtheit und Lebendigkeit der zu verifizierenden Person in Echtzeit bewertet. ### Neue Anforderungen, neuer Handlungsdruck Die Finma macht in ihrer jüngeren Aufsichtspraxis deutlich, dass Finanzinstitute ihre Kontrollmechanismen laufend an neue Betrugsformen anpassen müssen. Besonders relevant sind automatisierte Angriffe, Identitätsdiebstahl, manipulierte Medien und zunehmend auch Deepfake-Technologien. Was vor einigen Jahren noch als Zukunftsrisiko galt, ist inzwischen operative Realität von Einzeltätern und der organisierten Cyberkriminalität. Bei der Eröffnung von Bankkonten, dem Abschluss von Kredit- oder Versicherungsverträgen braucht es Verfahren, die echte Personen zuverlässig von synthetischen oder manipulierten Identitäten unterscheiden. Die reine Sichtprüfung reicht nicht mehr aus. Es braucht technische Verfahren, die Identität, Dokumentenechtheit und Lebendigkeit der antragstellenden Person in Echtzeit bewerten. Genau hier gewinnt Deepfake-Erkennung an strategischer Bedeutung. Wo Täuschungsversuche professioneller werden, muss auch deren Abwehr Schritt halten können. Für die Finanz- und Versicherungswirtschaft ist das ein entscheidender Faktor, da diese Branchen besonders häufig Ziel von Identitätsbetrug sind. ### Deepfakes brauchen Antworten Mit der Aufsichtsmitteilung 02/2026 hat die Finma klargestellt: KI-gestützte Deepfakes sind eine reale Bedrohung für die digitale Identifikation – und Finanzinstitute müssen Antworten haben. Nicht nur technisch, sondern auch strategisch: Wie erkenne ich synthetische Identitäten zuverlässig? Welche Massnahmen greife ich in meinen Onboarding- und Compliance-Prozessen? PXL Vision hat diese Fragen nicht erst seit dem Finma-Schreiben auf dem Radar. Seit über drei Jahren forscht das Unternehmen aktiv an Deepfake-Erkennungstechnologien und hat diese seit Kurzem fest in seine Identifikationslösungen integriert. ### Identifikation via NFC als Sicherheitshebel Ein besonders starker Hebel neben einer Deepfake-Erkennung ist die auf NFC (Near Field Communication) gestützte Identifikation. Dabei werden die Daten direkt aus dem Ausweisdokument ausgelesen und elektronisch mit den übrigen Informationen abgeglichen. Das reduziert Übertragungsfehler, erschwert Manipulationen und erhöht die Beweiskraft des gesamten Prozesses. Für regulierte Branchen ist das ein wesentlicher Sicherheitsvorteil. Die Kombination aus biometrischer Verifikation, Dokumentenprüfung und NFC-Auslesen schafft eine robuste Basis für belastbare Identitätsentscheidungen. Unternehmen profitieren von weniger manuellen Aufwand, weniger Rückfragen und einer klar höheren Qualität in der Kundenaufnahme. Kund:innen erleben wiederum ein schnelles, komfortables und medienbruchfreies Onboarding. ### Nahtlose Signatur ohne Abbruchrisiko Digitales Kunden-Onboarding endet indes nicht bei der Identifikation. Erst die Integration der qualifizierten elektronischen Signatur macht aus einem Prüfprozess eine vollständige Customer Journey, die jegliche Versendung von Vertragsunterlagen per Post redundant macht. Mit einer B2C-Signatur im One-Shot-Verfahren lassen sich Kreditanträge, Leasingverträge oder Kontoeröffnungen vollständig digital und ohne aufwändige Registrierungsprozesse abschliessen. Kund:innen müssen nicht aus dem Onboarding-Prozess aussteigen, um rechtsgültig zu unterschreiben, sondern können direkt im selben Ablauf unterzeichnen. Das ist nicht nur bequem, sondern auch geschäftskritisch. Jeder zusätzliche Schritt, jeder Medienwechsel und jede Unterbrechung erhöhen das Abbruchrisiko. Ein durchgängiger digitaler Prozess hingegen senkt diese Hürden deutlich und verbessert die Abschlussquote. In wettbewerbsintensiven Märkten ist das ein direkter Faktor für Wachstum und Effizienz. Branchen, die auf hohe Conversion-Werte angewiesen sind, profitieren besonders von einer integrierten Signaturlösung. ### Zusammenspiel von Compliance und Conversion PXL Vision kombiniert also effektiv Compliance und Conversion. Das Ziel ist nicht nur, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Digitale Interaktionen sollen sowohl sicher ist das ein entscheidender Vorteil: Sie können Risiken reduzieren, Prozesse standardisieren und gleichzeitig die Kundenerfahrung verbessern. ### Vertrauen als Währung In Märkten, in denen Vertrauen das Geschäft ist, reicht digitale Bequemlichkeit allein nicht aus. Gefragt sind Lösungen, die regulatorische Präzision, technische Robustheit und eine überzeugende User Experience vereinen. Genau darin liegt die Stärke von modernem GwG-konformem Kunden-Onboarding: Es schützt Unternehmen, entlastet Prozesse und schafft gleichzeitig einen besseren Start in die Kundenbeziehung. Die FINMA-Mitteilung vom Februar 2026 ist dabei kein Abschied von der Digitalisierung, sondern eine Einladung, Onboarding-Prozesse zukunftssicher zu gestalten. [Mehr zum Thema GwG-Onboarding im Finanz-Sektor erfahren ↗](https://www.pxl-vision.com/de/loesung/finanzinstitute?ref=tippinpoint.ch) ### Neue Helvetia startet mit einem Softlaunch URL: https://www.tippinpoint.ch/neue-helvetia-startet-mit-einem-softlaunch/ Last updated: 2026-07-18T23:00:52.000Z Mit dem operativen Zusammenschluss von [Helvetia](https://www.tippinpoint.ch/tag/helvetia/) und [Baloise](https://www.tippinpoint.ch/tag/baloise/) tritt die fusionierte Versicherungsgruppe ab Mittwoch in der Schweiz unter der Marke Helvetia auf. Nach der Genehmigung durch die Finma startet das Unternehmen mit einem gemeinsamen Marktauftritt und einem deutlich erweiterten Angebot, wie es heisst. Künftig will Helvetia Versicherung, Vorsorge, Vermögensverwaltung sowie Bank- und Immobiliendienstleistungen unter einem Dach bündeln. Zum Angebot gehören neben den klassischen Sach- und Lebensversicherungen auch die Leistungen der Baloise Bank, der Hypothekenplattform MoneyPark, der Europäischen Reiseversicherung ERV sowie des Digitalversicherers Smile. ### «Produktinnovationen» in den nächsten Monaten Nach Angaben des Unternehmens sollen Kunden künftig sämtliche Finanz- und Versicherungsthemen über eine einzige Ansprechperson abwickeln können. Der Vertrieb stützt sich auf 43 Generalagenturen, rund 150 Standorte und etwa 1700 Beraterinnen und Berater. Gleichzeitig will die Gruppe ihre digitalen Angebote weiter ausbauen, sodass Kunden zwischen persönlicher, telefonischer und digitaler Beratung wählen können. Konkrete neue Produkte präsentiert [Helvetia](https://www.tippinpoint.ch/tag/helvetia/) zum Start allerdings noch nicht. Das Unternehmen kündigt lediglich an, in den kommenden Monaten erste «Produktinnovationen» vorzustellen und zusätzliche Investitionen in Beratung sowie digitale Dienstleistungen vorzunehmen. Ziel sei es, integrierte Finanz- und Versicherungslösungen aus einer Hand anzubieten. ### UBS muss Vakanzen im Investmentbanking in Asien ersetzen URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-muss-vakanzen-im-investmentbanking-in-asien-ersetzen/ Last updated: 2026-07-18T23:00:52.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hat zwei Führungspositionen im asiatischen Investmentbanking neu besetzt und schliesst damit Lücken, die nach jüngsten Abgängen entstanden waren. Dies geht aus internen Mitteilungen hervor. Die Grossbank hat Andy Neo von der US-Investmentbank Jefferies als Leiter des Geschäfts für Immobilien und Hotels in Südostasien verpflichtet. Er tritt seine neue Rolle im August an und folgt auf Indran Thana, der zur Citigroup wechselte. Neo gehörte zu jenem Citigroup-Team, das Jefferies im vergangenen Jahr abgeworben hatte. Zwischen 2015 und 2020 arbeitete Neo für die Credit Suisse. Zudem übernimmt Alfred Li die Leitung des Healthcare-Investmentbankings in Asien. Er übernimmt von Yao Chong. Ein Banksprecher in Hongkong bestätigte die Personalwechsel, über die zuerst Bloomberg berichtete. In Asien findet derzeit ein eigentlicher «Talent War» im Investmentbanking statt. Hintergrund ist die Erholung des Investmentbankings nach einer Schwächephase in den Jahren 2023 und 2024\. Besonders [Jefferies](https://www.tippinpoint.ch/tag/jefferies/), Citi und [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/) bauen ihre Teams aus. Als wichtiger Wachstumstreiber gilt der Markt für Immobilien- und Rechenzentrumstransaktionen, in dem der Wettbewerb um erfahrene Banker besonders intensiv ist. ### Also doch: Grasshoppers kommen wieder in chinesische Hände URL: https://www.tippinpoint.ch/also-doch-grasshoppers-kommen-wieder-in-chinesische-haende/ Last updated: 2026-07-18T23:00:53.000Z Laut einer Mitteilung setzte sich Bridge Football nach einem Verkaufsprozess durch, an dem mehr als ein Dutzend ernsthafte Investoren und Eigentümergruppen beteiligt waren. Ausschlaggebend seien die langfristige Strategie für den Verein sowie das Bekenntnis gewesen, die Tradition des Grasshopper Club Zürich zu bewahren und gleichzeitig in dessen Zukunft zu investieren. Begleitet wurde der Verkaufsprozess von Markham Capital and Sports Advisory, wie es weiter heisst. Dabei handelt es sich um den Ein-Mann-Betrieb von Tom Markham, der einst während weniger Monate CEO des britischen Vereins Wigan F.C. war. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Für GC endet damit eine kurze und turbulente Ära unter LAFC, das den Traditionsverein 2024 übernommen hatte. In den vergangenen beiden Saisons kämpfte der Schweizer Rekordmeister jeweils gegen den Abstieg aus der Super League. LAFC bestätigte den Verkauf in einer eigenen Mitteilung. Der Westküstenklub will seine Europa-Strategie künftig auf die langfristige Partnerschaft mit dem österreichischen Verein FC Wacker Innsbruck fokussieren. ### GC im Portfolio mit unterklassigen Vereinen Hinter der Bridge Football Group stehen der Investor Eric Li Ying und der niederländisch-chinesische Unternehmer Eddie Tao sowie zwei weitere, namentlich nicht bekannte Angel-Investoren. Eric Li Ying gilt als Schlüsselfigur der Gruppe. Er soll Verbindungen zum TikTok-Gründer Zhang Yiming haben. Zu seinen geschäftlichen Aktivitäten und den finanziellen Mitteln gibt es kaum öffentlich verfügbare Informationen. Die Gruppe hält Beteiligungen und Partnerschaften in Europa und Asien. Zum Netzwerk gehören der niederländische Fussballklub FC Den Bosch, der italienische Verein FC Pro Vercelli 1892 sowie Shaanxi Union FC – allesamt unterklassige Vereine. Präsident des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bridge Football Group Switzerland AG ist Ludovic Deléchat, ein Westschweizer, der in Zürich lebt. Dem Verwaltungsrat gehört auch der chinesische Investor Eric Li Ying an, der gemäss Handelsregister in Hongkong lebt. Deléchat ist der Mann, der bei GC die Fäden ziehen wird. In einer Medienmitteilung liess er sich wie folgt zitieren: «Wir wissen, dass den Fans des Grasshopper Club Zürich in der Vergangenheit immer wieder einiges versprochen wurde. Wir wissen auch, dass Vertrauen nicht am ersten Tag eingefordert werden kann. Das ist ein Prozess. Wir bitten um eine Chance, unsere Absichten in der Praxis unter Beweis stellen zu können. Wir werden nicht von Beginn weg alles richtig machen, aber unser Engagement ist aufrichtig, langfristig und hat das Beste für den Grasshopper Club Zürich im Sinn.» ### Finma zieht Swiss Fund Management und BZ Berater Zentrum aus dem Verkehr URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-zieht-swiss-fund-management-und-bz-berater-zentrum-aus-dem-verkehr/ Last updated: 2026-07-12T18:30:01.000Z Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat ein Enforcementverfahren wegen «gravierender Verstösse» gegen die Verhaltensregeln bei der Erbringung von Finanzdienstleistungen gegen zwei Gesellschaften und eine natürliche Person abgeschlossen. Konkret entzog sie der Swiss Fund Management AG, die sich in Liquidation befindet, die Bewilligung zur Verwaltung von Fonds. Zudem wies die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html) ein Gesuch der BZ Berater Zentrum AG um eine Bewilligung als unabhängige Vermögensverwalterin ab. Die Behörde zieht Gewinne in Millionenhöhe ein und verhängte gegen eine verantwortliche Person ein mehrjähriges Berufsverbot. Die Gesellschaften hielten hohe Anteile an illiquiden Anleihen, die vorwiegend zur Finanzierung ausländischer Immobilienentwicklungsprojekte vorgesehen waren. Aufgrund verschiedener Verflechtungen hätten Hinweise auf Interessenkonflikte bestanden, schreibt die Behörde. Das BZ Berater Zentrum verfügte über rund 2'000 Vermögensverwaltungsmandate. Anlegergelder im Umfang von rund 200 Millionen Franken seien direkt oder indirekt über die Fonds in illiquide Anleihen mit «zweifelhafter Werthaltigkeit» investiert worden. ### Gerichtsentscheid macht Finma-Verfahren öffentlich Öffentlich bekannt wurde das Enforcementverfahren bereits Ende 2024\. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde publik, weil der Zürcher Investor Marco Garzetti, der hinter den Firmen steht, die Einsetzung eines Untersuchungsbeauftragten von Grant Thornton gerichtlich angefochten hatte. Wie [Tippinpoint damals berichtete](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77770/gerichtsentscheid%5Fenthuellt%5Ffinma-verfahren%5Fgegen%5Fswiss%5Ffund%5Fmanagement%5Fag.html), beantragte die Swiss Fund Management unter anderem, das Honorar des Untersuchungsbeauftragten auf 40'000 Franken zu beschränken. Das Gericht trat auf den Antrag jedoch nicht ein und entschied, dass das Unternehmen die gesamten Kosten der Untersuchung zu tragen hat. Marco Garzetti trat im Mai 2023 ins Rampenlicht, als er ein Übernahmeangebot für die angeschlagene GAM unterbreitete. Über Taure Invest wollte er 65 Millionen Franken in den Zürcher Asset Manager investieren und so die Kontrolle übernehmen. Der Verwaltungsrat entschied sich damals jedoch für Liontrust. Dieses Unternehmen wiederum unterlag dem französischen Telekom-Milliardär Xavier Niel, der den Übernahmekampf gewann und GAM heute kontrolliert. ### «KI ist heute ein Thema, an dem kein Investor vorbeikommt» URL: https://www.tippinpoint.ch/ki-ist-heute-ein-thema-an-dem-kein-investor-vorbeikommt/ Last updated: 2026-07-18T23:00:53.000Z Mathias Gonzalez ist seit November 2024 bei [Barclays](https://www.tippinpoint.ch/tag/barclays/) in Genf tätig. Der Chief Investment Officer und Head of Investments für die Schweiz und den Nahen Osten der Barclays Private Bank. Wir treffen ihn zum Gespräch in den Büros der Barclays Investment Bank im Zürcher Engequartier. ### Herr Gonzalez, das Thema künstliche Intelligenz elektrisiert derzeit die Finanzmärkte. Wie beurteilen Sie die Entwicklung? KI ist heute ein Thema, an dem kein Investor vorbeikommt. Besonders interessant sind die sogenannten Hyperscaler, also die grossen Technologieunternehmen, die massiv in Rechenzentren, Infrastruktur und KI-Anwendungen investieren. Allein die drei grössten Hyperscaler werden 2026 voraussichtlich mehr als 700 Milliarden US-Dollar investieren. Das entspricht einem Anstieg von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Investitionen sind nicht nur für die Unternehmen selbst relevant, sondern wirken wie ein Konjunkturprogramm für die gesamte Wirtschaft. Sie schaffen Nachfrage, fördern Innovationen und unterstützen das Wirtschaftswachstum. Das findet in einem Umfang statt, wie wir das in dieser Form bisher noch kaum gesehen haben. ### Ist dieses Wachstum nachhaltig oder befinden wir uns in der Phase der Überhitzung wie während der Dotcom-Blase? Jede Marktphase hat Gemeinsamkeiten mit früheren Zyklen, aber es gibt nie eine exakte Wiederholung der Geschichte. Entscheidend ist, die Unterschiede zu erkennen. Heute verfügen die Unternehmen über deutlich stärkere Bilanzen, höhere Transparenz und bessere Daten als während der Dotcom-Ära. Für uns steht deshalb die Analyse der Fundamentaldaten im Vordergrund. Entscheidend sind Cashflows, Gewinne und die Frage, ob die enormen Investitionen langfristig wirtschaftlichen Nutzen generieren. Solange Unternehmen über robuste Cashflows verfügen, handelt es sich nicht um reine Zukunftsfantasien. Natürlich beobachten wir aufmerksam, ob die hohen Investitionen künftig tatsächlich zu den erwarteten Erträgen führen. Diese Frage wird in den kommenden Jahren zentral sein. ### Viele Aktienindizes werden inzwischen von wenigen grossen US-Technologiekonzernen dominiert. Ist das ein Risiko? Diese Konzentration ist tatsächlich ein Problem. Sie hat dazu geführt, dass Investoren mit einer passiven Indexstrategie besonders stark von den Kursgewinnen der grossen Technologiewerte profitieren konnten. Allerdings wirkt Konzentration immer in zwei Richtungen: Wenn wenige Titel einen Markt nach oben treiben, können dieselben Titel ihn auch nach unten ziehen. Deshalb bleibt Diversifikation ein wichtiger Baustein. Wir bevorzugen einen ausgewogenen Ansatz: Technologie bleibt attraktiv, gleichzeitig kombinieren wir diesen Bereich mit defensiveren Sektoren wie Gesundheit. Dadurch entsteht ein robusteres Portfolio mit unterschiedlichen Ertragsquellen. ### Wie positionieren Sie Portfolios aktuell? Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und eines anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds verfolgen wir derzeit eine eher neutrale Positionierung. Wir setzen nicht auf extreme Über- oder Untergewichtungen einzelner Anlageklassen. Wichtiger ist es, bei Marktrückschlägen gezielt Chancen zu nutzen. Statt systematisch Gewinne mitzunehmen, bevorzugen wir es, in Phasen erhöhter Volatilität selektiv Positionen aufzubauen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf zusätzlichen, möglichst unkorrelierten Renditequellen. Gerade wenn die Unsicherheit hoch ist, gewinnt die Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Strategien an Bedeutung. ### Und konkret heisst das? Wir sehen drei zentrale Schwerpunkte. Erstens bleiben Unternehmensanleihen aufgrund der attraktiven Renditen interessant. Das aktuelle Zinsniveau bietet Investoren wieder laufende Erträge, die über viele Jahre kaum verfügbar waren. Zweitens wollen wir am KI-Trend partizipieren, allerdings selektiv. Es geht nicht nur um die grossen Technologiekonzerne. Interessant sind auch Unternehmen, die von der KI-Wertschöpfungskette profitieren und als Zulieferer oder Infrastruktur-Anbieter agieren. Drittens steht die Widerstandsfähigkeit des Portfolios im Vordergrund. Investoren sollten nicht ausschliesslich auf Renditepotenziale achten, sondern ebenso auf Risikomanagement und Stabilität. ### Die Private Markets befinden sich auf dem Prüfstand. Wie sehen Sie die Anlageklasse? Private Markets bleiben ein wichtiger Bestandteil vieler Vermögensstrategien. Allerdings betrachten wir Private Equity, Private Debt, Infrastruktur und Immobilien als unterschiedliche Anlageklassen mit jeweils eigenen Eigenschaften. Die Chancen sind weiterhin vorhanden. Gleichzeitig hat sich das Umfeld verändert. Die Unterschiede zwischen den besten und den schwächsten Managern sind heute enorm. Deshalb ist die Managerselektion wichtiger denn je. ### Was würde Sie sagen, sind Private Markets heute weniger attraktiv als noch vor fünf Jahren? Nicht unbedingt. Allerdings genügt es nicht mehr, einfach pauschal auf die Anlageklasse zu setzen. Investoren müssen sehr genau verstehen, wie Renditen erzielt werden, wie lange Kapital gebunden ist und welche Risiken damit verbunden sind. Viele Anleger konzentrieren sich auf die erwarteten zweistelligen Renditen. Häufig wird jedoch unterschätzt, dass diese Renditen mit Illiquidität verbunden sind. Wer in Private Markets investiert, muss bereit sein, Kapital über viele Jahre zu binden. Für vermögende Familien ist das oft kein Problem. Für andere Investoren kann die eingeschränkte Liquidität jedoch ein wesentlicher Faktor sein. ### Worauf achten Sie bei der Auswahl von Private-Market-Managern? Wir setzen auf Manager mit nachweisbarer Erfolgsbilanz und einer klar verständlichen Investmentstrategie. Sobald die Herkunft der Renditen nicht mehr nachvollziehbar ist oder übermässige Fremdfinanzierung eingesetzt wird, werden wir vorsichtig. Besonders interessant finden wir spezialisierte Nischenmanager, die über tiefes Branchenwissen verfügen und einen klar definierten Investitionsansatz verfolgen. Generalisten, die vermeintlich alles können, betrachten wir deutlich kritischer. ### Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema «Next Generation Wealth». Wie unterscheiden sich junge Vermögensinhaber von ihren Eltern? Die Unterschiede werden immer sichtbarer. Die erste Generation hat ihr Vermögen häufig selbst aufgebaut und vertraut auf Strategien, die über Jahrzehnte erfolgreich waren. Die zweite Generation beginnt zunehmend, bestehende Strukturen zu hinterfragen. Sie diskutiert beispielsweise, ob mehr Illiquiditätsprämien genutzt oder alternative Anlagen stärker berücksichtigt werden sollten. Besonders spannend ist jedoch die dritte Generation. Diese Investoren interessieren sich nicht nur für Renditen, sondern zunehmend auch für die Wirkung ihrer Investments. Sie fragen, welchen Einfluss ihr Kapital auf Gesellschaft, Wirtschaft oder Umwelt hat. Viele junge Vermögensinhaber sind global vernetzt, haben international studiert oder gearbeitet und bringen dadurch andere Perspektiven in die Vermögensverwaltung ein. ### Sind junge Investoren tatsächlich interessiert an Nachhaltigkeit? Pauschale Aussagen sind schwierig. Nicht jeder junge Investor denkt gleich. Insgesamt beobachten wir jedoch, dass die nächste Generation stärker hinterfragt, wohin Kapital fliesst und welchen Zweck Investments erfüllen. Neben Renditen interessieren sich viele junge Anleger für Themen wie Innovation, gesellschaftliche Wirkung und langfristige Wertschöpfung. Deshalb wird finanzielle Bildung immer wichtiger. Je früher Familien ihre Nachkommen in Vermögensfragen einbeziehen, desto besser können diese später fundierte Entscheidungen treffen. ### BIZ warnt: KI-Boom könnte in einem riesigen Investitionscrash enden URL: https://www.tippinpoint.ch/biz-warnt-ki-boom-konnte-in-einem-riesigen-investitionscrash-enden/ Last updated: 2026-07-18T23:00:55.000Z Die [BIZ](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/155/biz.html), die Bank der Zentralbanken, hat in ihrem Jahresbericht die Entwicklungen rund um die künstliche Intelligenz einer Diagnose unterzogen. Die KI-Investitionen und die damit erhofften Produktionssteigerungen würden zwar die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln. Doch die Ökonomen sehen Problembereiche bei der KI, die «dringende Aufmerksamkeit» erfordern: Der Optimismus könnte trotz der Aussicht auf künftige Produktivitätssteigerungen «nicht von Dauer sein», schreiben sie. Insbesondere könnte sich der derzeitige Anstieg der Investitionsausgaben als nicht nachhaltig erweisen, sollten Lieferengpässe die Produktion einschränken. «Enttäuschende Renditen könnten einen plötzlichen Rückzug der Finanzierung auslösen und den aktuellen Investitionsboom in einen lang anhaltenden Investitionseinbruch verwandeln – mit möglichen negativen Folgen für die Finanzmärkte», schreibt die BIZ. Allein die fünf grössten sogenannten Hyperscaler – darunter [Microsoft](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/5/microsoft.html), [Amazon](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/62/amazon.html), [Alphabet](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/265/alphabet.html), [Meta](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/111/meta.html) und Oracle – werden zwischen 2025 und Ende 2026 voraussichtlich mehr als eine Billion US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Ebenfalls könnte der intensive Wettbewerb um die Marktführerschaft zu «Überinvestitionen» führen, wie dies bereits bei früheren Innovationswellen zu beobachten war. Als Beispiele nennen die Ökonomen den Kanalbau der 1830er-Jahre, den Eisenbahnboom in Grossbritannien in den 1840er-Jahren, den Elektrifizierungsschub in den späten 1920er-Jahren sowie die Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre. [Wie nachhaltig ist KI? (Quelle: BIZ)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606180%5F070624.jpg?ref=tippinpoint.ch) Allen Episoden sei gemeinsam gewesen, dass eine echte technologische Innovation Kapital in einem Ausmass angezogen habe, das sich später wirtschaftlich nicht rechtfertigen liess. Am Ende seien diese Investitionsbooms in scharfen Rückgängen und teilweise in Rezessionen geendet. ### Folgen für den Arbeitsmarkt Die [BIZ](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/155/biz.html) warnt in dem Bericht auch vor Folgen für den Arbeitsmarkt. Da immer leistungsfähigere KI-Tools in immer mehr Aufgabenbereichen und Berufen zum Einsatz kommen, könnte sich die Verdrängung von Arbeitskräften verstärken. Ob die Fortschritte im Bereich der KI neue Arbeitsplätze schaffen – oder die Nachfrage nach bestehenden Arbeitsplätzen so weit steigern –, dass solche Verdrängungen ausgeglichen werden können, bleibe «ungewiss». Doch im Unterschied zu früheren Technologien «konkurriert KI direkt mit den kognitiven Fähigkeiten des Menschen», was den Spielraum für Arbeitnehmer möglicherweise einschränkt, in der Wertschöpfungskette aufzusteigen oder neue, nicht von der KI betroffene Aufgaben zu finden. [Risiken für den Arbeitsmarkt. (Quelle: BIZ)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606180%5F070600.jpg?ref=tippinpoint.ch) Bislang seien solche einschneidenden Arbeitsplatzverluste noch nicht in grossem Umfang eingetreten. Es gebe jedoch Anzeichen für mögliche künftige Anpassungen. In Medien- und Analystenkonferenzen würden immer mehr Unternehmen potenzielle Produktivitätssteigerungen durch KI ansprechen und damit ihre Absicht signalisieren, einen zunehmenden Anteil der Produktionsprozesse zu automatisieren und auf «Arbeitskräftesubstitution» zu setzen. In den USA seien die Folgen dieser Entwicklung bereits erkennbar: Firmen mit einer höheren KI-Exposure verzeichnen höhere Produktivitätssteigerungen auf Kosten eines tieferen Beschäftigungswachstums. ### Hans Meyer: ein ebenso gradliniger wie erfolgreicher Notenbanker - mit einer Ausnahme URL: https://www.tippinpoint.ch/hans-meyer-ein-ebenso-gradliniger-wie-erfolgreicher-notenbanker-mit-einer-ausnahme/ Last updated: 2026-07-18T23:00:55.000Z Es kam vor, dass Hans Meyer an einem Samstagmorgen vor sieben Uhr einsam in einem Café in Bern sass. Der Grund: Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hatte sein Kader für eine frühmorgendliche Sitzung in den Bankratssaal des benachbarten Kaiserhauses zusammengetrommelt. Das passte ins Bild des Generalstabsobersten, der von seiner Truppe Disziplin und stete Einsatzbereitschaft verlangte. Der Aargauer Ökonom lebte gleichzeitig dem Verfassungsauftrag an die Notenbank nach, eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes zu betreiben, und unterstrich bei jeder Gelegenheit den Wert des Gemeinsinns. Im eigenen Haus kannte sich Meyer aus wie kein zweiter SNB-Präsident. 35 Jahre stand er in den Diensten der Nationalbank, die letzten 15 als Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums und die letzten fünf bis Ende 2000 als dessen Präsident. Dem elften Präsidenten in der 119-jährigen Geschichte der Nationalbank sind die Erfolge aber nicht in den Schoss gefallen. Schon seine Wahl ins Direktorium im Herbst 1984 war von einer heftigen politischen Kontroverse begleitet gewesen. Der sozialdemokratische Finanzminister Otto Stich machte sich für das SP-Mitglied Kurt Schiltknecht, den damaligen Chefökonomen der SNB, stark. Präsident Fritz Leutwiler lobbyierte beim Bundesrat aber für seinen «Ziehsohn» Meyer und setzte sich durch. Auch elf Jahre später, als Meyer vom Bundesrat als Nachfolger von Markus Lusser zum Präsidenten ernannt wurde, rümpften viele die Nase. Meyer wurde als farblos, engstirnig und stur beschrieben und als «Steinzeit-Monetarist» abqualifiziert. ### Aufmerksamer Zuhörer Doch Meyer sollte die Skeptiker in mehrfacher Hinsicht Lügen strafen. Noch unter seinem Vorgänger Lusser eingeleitet, setzte Meyer die Lockerung der Geldpolitik fort und ermöglichte den Weg aus den wirtschaftlich «verlorenen» 1990er Jahren. Die Sorge um den Gemeinsinn und der Gesamtzustand der Gesellschaft zog sich wie ein roter Faden durch Meyers öffentliche Auftritte. Er suchte den regelmässigen Kontakt mit Wirtschaftsvertretern aller Branchen und mit den Sozialpartnern. Meyer war ein aufmerksamer Zuhörer und an den Einschätzungen seiner Gesprächspartner interessiert. Die öffentlichen Auftritte des grossgewachsenen, hageren SNB-Präsidenten waren von nüchterner Korrektheit geprägt. In Meyers Reden musste man oft zwischen den Zeilen lesen, um die Botschaften zu entdecken. So antizipierte er im Sommer 1998 die Debatte ums Bankgeheimnis und wunderte sich später, dass dies kaum jemand bemerkt hatte. Von einsilbigen Durchhalteparolen, wie sie im Bundeshaus und auf dem Finanzplatz zum Bankgeheimnis zirkulierten, hielt Meyer wenig. Früh thematisierte er zudem die Rolle der Notenbank als «Lender of Last Resort» (letzter Kreditgeber) – ein Thema, dass seine Nachfolger und die Politik wegen der Schieflagen der Grossbanken bis heute beschäftigen sollte. ### Goldschatz als Spielball der Politik Für die grösste Überraschung – und zur Verärgerung seines Förderers Leutwiler – sorgte Meyer im Frühling 1997, als bekannt wurde, dass er es war, der die Idee zur Solidaritätsstiftung lanciert hatte. Als Befreiungsschlag in der Kontroverse über Nazigold und nachrichtenlos Vermögen gedacht, sollte sie mit sieben Milliarden Franken aus dem Erlös der nicht mehr benötigten Goldreserven geäufnet werden. Meyer ging es wohl auch darum, zu verhindern, dass die milliardenschweren stillen Reserven, die im Goldschatz der Notenbank schlummerten, vollständig zum Spielball der Politik wurden. Doch dies misslang gründlich. Das Stimmvolk verwarf am 22\. September 2002 sowohl eine redimensionierte Solidaritätsstiftung wie auch eine Goldinitiative der SVP, die einen Teil des Nationalbank-Goldes der AHV vermachen wollte. Nach einem weiteren Hin und Her überwies die Nationalbank im Jahr 2005 schliesslich 24 Milliarden Franken aus dem Erlös der Goldverkäufe an den Bund und die Kantone. Konsequenter als viele andere lebte Meyer seit seinem Rücktritt der Maxime nach: «Servir et Disparaître». Er übernahm keine Verwaltungsratsmandate und verzichtete auf öffentliche Auftritte mit Ratschlägen an seine Nachfolger. Seine Zeitungslektüre beschränkte Meyer auf den «Zolliker Boten», das Blatt seiner Wohngemeinde, und den «Economist», wie er an seinem letzten Medienauftritt sagte. Meyer verstarb am 17\. Juni im Alter von 90 Jahren nach kurzer, schwerer Krankreit, wie es in der Todesanzeige seiner Familie heisst. Er hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. ### Ein Franken-Stablecoin mit hohen Ambitionen URL: https://www.tippinpoint.ch/ein-franken-stablecoin-mit-hohen-ambitionen/ Last updated: 2026-07-12T18:28:58.000Z Noch hat keiner sich wirklich etablieren können – und schon kommt der nächste Franken-Stablecoin. Diese Woche kündigte das Fintech Safirum den neuen CHF-S-Token an, worüber[Tippinpoint bereits berichtete](https://tippinpoint.ch/artikel/78857/neuer%5Ffranken-stablecoin%5Fauf%5Fder%5Fstartrampe.html?ref=tippinpoint.ch). Die Lancierung soll gemäss CEO Bastien Thiébaud im 3\. Quartal des Jahres erfolgen. Für jeden im Umlauf befindlichen CHF-S-Token werden gleichwertige Fiat-Bestände auf gesonderten Konten bei Schweizer Depotbanken gehalten. Im Franken-Markt tummeln sich unterschiedliche Coins wie etwa der Frankencoin (ZCHF) oder das Projekt Swiss Stablecoin der ehemaligen Politikerin Pascal Bruderer. Während etwa der ZCHF ein dezentraler Stablecoin ohne Emittenten ist und eher der Geldschöpfung dient, soll der neue Coin von Safirum ein effizientes Zahlungsmittel für Unternehmen und Institutionelle werden und auch ein Wertaufbewahrungsmittel sein. ### «Franken muss aus der Schweiz kommen» «Ich begrüsse die vielen innovativen Ideen in der Schweiz – auch wenn es am Schluss vielleicht nur einen Franken-Stablecoin geben wird», sagt Bastien Thiébaud. Alle diese Produkte haben noch keine relevante Grösse erreicht und unterstehen dem Schweizer Recht – das heisst, sie werden von der hiesigen Finanzmarktaufsicht FINMA reguliert. Die Ausnahme ist hier – punkto Regulierung, nicht Relevanz – der im Februar dieses Jahres lancierte CHFAU von Allunity. Das Gemeinschaftsunternehmen von DWS Group, Flow Traders und Galaxy ist in Frankfurt domiziliert und verfügt bereits über einen E-Euro (EURAU), ein regulierter, in Euro denominierter Stablecoin. «Die Schweiz ist souverän und braucht einen souveränen Franken-Stablecoin, der aus der Schweiz kommt», sagt dazu der Safirum-CEO. Bevor ausländische Gesetze erfüllt werden, müssten die hiesigen Anbieter zuerst den eigenen Folge leisten. ### Mit Solana und Gebühren Die FINMA dürfte 2027 – oder doch eher 2028 – einen neuen gesetzlichen Rahmen für Stablecoins erlassen. «Nach der Lancierung des CHF-S ist der Erhalt der MiCA-Regulierung ein Ziel – vielleicht werden wir aber zuerst einen anderen Markt anvisieren. Es gibt nicht nur die EU», sagt Thiébaud. Der CHF-S unterscheidet sich auf zwei Arten grundlegend von bisherigen bekannten Stablecoin-Projekten: Zum einen wird er auf der Solana-Blockchain betrieben, zum anderen lebt er nicht vom Ertrag der Reserven, sondern von einer Transaktionsgebühr. «Die Solana-Blockchain hatte teilweise schlechte Schlagzeilen, weil auf ihr einige wenig seriöse Projekte gestartet wurden», antwortet Thiébaud auf die Frage, wieso die «Meme-Blockchain» verwendet werde. Technologisch sei Solana eine der besten Blockchains und bezüglich Kapazität, Kosten und Geschwindigkeit Ethereum, das die meisten Stablecoins nutzen, weit überlegen. ### «Die Anonymität wird verschwinden» Die bekannten Stablecoins wie [Tether](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/249/tether.html) oder USDC erzielen momentan sehr hohe Gewinne mit der Verzinsung der Reserven. Jeder Dollar ist mit einem Gegenwert in gleicher Höhe hinterlegt, diese Erträge dürfen nicht ausgeschüttet werden. Das sind im Moment vielleicht 4 bis 5 Prozent auf dem Kapital. Für einen Schweizer Anbieter bleibt nach Abzug der Inflation aber wenig übrig. Der CHF-S erhebt eine Gebühr von 0,05 Prozent auf jeder Zahlung – im Maximum 50 Rappen. Thiébaud schätzt, dass sein Unternehmen gut leben könnte, wenn er ein halbes Prozent des Schweizer Transaktionsmarktes abdecken würde. Transaktionen seien nur unter identifizierten Teilnehmern möglich. «Die reine Anonymität auf der Blockchain wird verschwinden», glaubt er. Auch heute sei die IBAN-Nr. anonym, die Bank wisse aber genau, wer hinter der Zahlung stehe. ### EU-Deadline killt Tether: Die Karten im Kyptomarkt werden neu gemischt URL: https://www.tippinpoint.ch/eu-deadline-killt-tether-die-karten-im-kyptomarkt-werden-neu-gemischt/ Last updated: 2026-07-12T18:28:22.000Z Am 1\. Juli endet die Übergangsphase der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) in der EU. Unternehmen ohne Zulassung dürfen dann keine europäischen Kunden mehr bedienen – oder müssen ihr Geschäft ganz einstellen. Die neuen Vorgaben regeln unter anderem, wie viel Eigenkapital ein Unternehmen zu halten hat, wie es geführt wird, wie Kundengelder geschützt werden und wie Geldwäsche verhindert wird. Die Verordnung ersetzt die bisherigen nationalen Regelwerke der 27 Mitgliedstaaten. Wer in einem EU-Land eine Lizenz erhält, bekommt den Zugang zum gesamten Binnenmarkt. So arbeitet [Coinbase](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/26/coinbase.html) mit einer Zulassung in Irland, Kraken erhielt eine solche in Irland sowie Luxemburg, die Banking-App [Revolut](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/118/revolut.html) besitzt seit Ende des vergangenen Jahres eine Bewilligung in Zypern. Brisant ist die Lage für die weltgrösste Kryptobörse [Binance](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/84/binance.html). Reuters berichtete unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen, Binance werde die Erlaubnis verlieren, EU-Kunden zu bedienen, weil der Lizenzantrag bei der griechischen Marktaufsicht, der Hellenic Capital Market Commission, kurz vor der Ablehnung stehe. ### Binance will vorerst nicht mehr Mitte der laufenden Woche teilte [Binance](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/84/binance.html) mit, den Antrag bei der griechischen Behörde zurückgezogen zu haben. Das Unternehmen erklärte dazu: Das Bekenntnis zu einem klaren, fairen und harmonisierten MiCA-Rahmen bleibe unverändert. Binances Ziele in Europa würden dieselben bleiben und das Unternehmen sei zuversichtlich, in den kommenden Monaten eine Lizenz zu erhalten. Betroffen von der neuen Regulierung sind nicht nur Börsen, sondern auch Stablecoins. So steht Branchenleader Tether, mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden Dollar, kurz davor, wegen der Nichteinhaltung der MiCA-Vorschriften aus der EU verbannt zu werden. Der Stablecoin-Riese entschied sich bewusst gegen die Einhaltung der MiCA-Vorschriften. Einerseits machte das Unternehmen geltend, dass Europa nicht der Hauptmarkt des Stablecoins sei und andererseits lehnt Tether die strengen Mindestreserveanforderungen entschieden ab und äussert Datenschutzbedenken bezüglich von Übergriffen durch Regierungsstellen. ### Circle profitiert Mehrere Krypto-Plattformen wie [Binance](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/84/binance.html), Kraken und Crypto.com haben bereits Anfang des Jahres damit begonnen, den Handel von Tether zurückzufahren. Mit dem Näherrücken der MiCA-«Deadline» haben viele Nutzer in Europa damit begonnen, Tether in andere Stablecoins zu wechseln. Schätzungen gehen aber davon aus, dass per 1\. Juli nochmals über 17 Milliarden Dollar in Tether von regulieren Kryptobörsen delistet werden. Der grösste Nutzniesser dürfte der andere Dollar-Stablecoin-Gigant Dollar-Coins (USDC) sein (aktuelle Marktkapitalisierung 74 Milliarden Dollar). Der Emittent Circle verfügt über eine MiCA-Lizenz. Bis Mai hatten aber erst rund 210 Krypto-Dienstleister in Europa eine Vollzulassung erhalten – von mehr als 1200 Anbieter, die bisher über eine nationale Kryptoregistrierungen innerhalb der EU verfügen –, hält die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA fest. Der Regulator schloss jedoch im April eine Verlängerung der Übergangsphase aus. Vier Fünftel der bisherigen Anbieter stehen damit kurz vor Ablauf der Frist ohne Lizenz da. Diese niedrige Umstellungsquote zeigt, dass die Mehrheit der Anbieter zum Schluss gekommen ist, dass ein Geschäftsmodell mit einer MiCA-Lizenz für sie nicht wirtschaftlich ist. Knapp vor der Deadline hat sich auch [Bitcoin Suisse](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/113/bitcoin%5Fsuisse.html) noch eine MiCA-Lizenz gesichert. Nach mehr als einem Jahrzehnt als einer der Pioniere der Schweizer Kryptobranche expandiert Bitcoin Suisse nach Europa. Das im Jahr 2013 gegründete Krypto-Urgestein aus Zug hat diese Woche von der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) die Zulassung als Crypto Asset Service Provider (CASP) gemäss der europäischen Regulierung MiCA erhalten. Die Bewilligung baut auf der bereits bestehenden Registrierung nach dem liechtensteinischen Token- und VT-Dienstleister-Gesetz (TVTG) auf und eröffnet dem Unternehmen den Zugang zu den Märkten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der EU. Die Sygnum Bank und die [Amina](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/188/amina.html) Bank haben sich über Auslandsniederlassungen bereits in den Vorjahren den EU-Marktzugang gesichert. ### Finma kontert Aussagen von Sergio Ermotti URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-kontert-aussagen-von-sergio-ermotti/ Last updated: 2026-07-12T18:30:54.000Z Sergio Ermotti war einer der Stargäste an der Point Zero Kongresshaus im Zürcher Kongresshaus. Auf der Bühne äusserte er sich unter anderem zur Regulierungsdebatte in der Schweiz, wie [Tippinpoint berichtete](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78863/sergio%5Fermotti%5Fohne%5Fwettbewerbsfaehigkeit%5Fsteigt%5Fder%5Fschweizer%5Ffinanzplatz%5Fin%5Fdie%5Fregionalliga%5Fab.html). Er wolle sich an die «Fakten» halten, sagte er. Ermotti kritisierte, dass die Ursachen der Credit-Suisse-Krise nicht vollständig dargestellt würden. «Einer der Hauptgründe für das Scheitern der Credit Suisse ist, dass sie regulatorische Ausnahmeregelungen genossen hat», sagte er. Die Credit Suisse habe Erleichterungen erhalten und gewisse Anforderungen nicht erfüllt, die für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) gegolten hätten. Diese Tatsache müsse Teil der Debatte sein. Sonst bleibe die Aufarbeitung unvollständig. Die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html) will diese Aussagen so nicht stehen lassen. In einer E-Mail an die Redaktion schreibt die Behörde: «Die im Artikel wiedergegebene Aussage, wonach regulatorische Ausnahmeregelungen einer der Hauptgründe für den Untergang der Credit Suisse gewesen seien, deckt sich weder mit der Analyse der Finma noch mit den [Schlussfolgerungen der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK)](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77800/puk-bericht%5Faxel%5Fklartext%5Fwir%5Fsind%5Fat%5Fliq-ponv%5Fder%5Fbank%5F%5F%5F%5F%5F%5Fwert%5Fder%5Fcs-aktie%5Fist%5Fnull.html). Beide Aufarbeitungen kommen zum Schluss, dass insbesondere langjährige Mängel in der Unternehmensführung und im Risikomanagement sowie der daraus resultierende Vertrauensverlust zum Zusammenbruch führten.» ### Keine Sonderbehandlung Soweit sich die Aussage von Sergio Ermotti auf regulatorische Erleichterungen beziehe, sei zudem festzuhalten, «dass sich Unterschiede bei den regulatorischen Anforderungen aus dem gesetzlichen Rahmen und den damaligen Unterschieden in der Konzernstruktur zwischen den beiden Grossbanken ergaben», so die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/136/finma.html). Update: Stellungnahme der Finma im letzten Abschnitt wurde angepasst. ### Notenbanker: Vom Genuschel zum Geschwätz URL: https://www.tippinpoint.ch/notenbanker-vom-genuschel-zum-geschwaetz/ Last updated: 2026-07-20T19:50:27.000Z Mit Alan Greenspan ist der Mann gestorben, der die Finanzmärkte über fast zwei Jahrzehnte geprägt hat wie kein Zweiter. Für die einen war er der grösste Notenbankchef aller Zeiten, für die anderen der Vater des «Greenspan-Put» – und damit einer Politik, deren Nebenwirkungen die Welt bis heute beschäftigen. Zum Auftakt unserer neuen Kolumne streiten Bulle und Bär über das Vermächtnis einer Legende. Unversöhnlich und pointiert. **Bulle:** Alan Greenspan ist tot, zu Lebzeiten schon eine Legende und der beste Notenbankchef, den die USA und die Welt gesehen hat. **Bär:** Ein Orakel war er, mit einer Heerschar von Interpreten, die sich nach seinen Konferenzen einen Reim auf das vage Gemurmel machen mussten. Hast du denn verstanden, was er vor sich hingenuschelt hat? **Bulle:** Wichtig war nur, dass er die Finanzmarktteilnehmer verstanden hat und dass er wusste, wie er sie zu lenken hat. **Bär:** Ja, jedesmal, wenn es ungemütlich wurde an der Börse, hat er sein Beruhigungsmittel verteilt und die Zinsen gedrückt, angefangen beim Crash 1987, in der Asienkrise von 1997/98 und so fort. **Bulle:** Das Mittel hat gewirkt. **Bär:** Leider hat er die Langzeitfolgen ausser Acht gelassen. Seine Politik des billigen Geldes war mitverantwortlich dafür, dass die Dotcom-Blase sich so stark aufblähte. Und er hatte Mitschuld an der Finanzkrise, auch wenn er zu der Zeit schon abgetreten war. **Bulle:** Spekulationsblasen wird es immer wieder geben. Greenspan hat 1996 selber vor «irrationalem Überschwang» gewarnt. ## «Seine Annahme, dass sich die Märkte von selber stabilisieren, war einfach falsch.» **Bär:** Und nichts dagegen getan. Seine Annahme, dass sich die Märkte von selber stabilisieren, war einfach falsch. Das hat er irgendwann selber eingesehen. **Bulle:** Es bleibt dabei, als Greenspan Chef des Fed war, hatten wir alles in allem eine wirtschaftliche Blütezeit. Und in einer Krise muss man entschlossen handeln. Das tat er, die Märkte konnten sich auf den «Greenspan-Put» als Absicherung verlassen. **Bär:** Er hat’s erfunden und eine unselige Tradition begründet, Bernanke-Put, Yellen-Put, Powell-Put und in Europa der Draghi-Put. Bei Bedarf sind sie den Märkten willig zu Hilfe geeilt. Und zu allem sind Greenspans Nachfolger immer geschwätziger geworden. Sie haben mehr und mehr Hinweise auf ihre künftige Zinspolitik gegeben. **Bulle:** Was hast du gegen so eine Forward Guidance? Das bringt mehr Transparenz und Transparenz wollen und fordern heute doch alle. Mich fürchtet es vor dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Der will nicht mehr so viel kommunizieren, mit dem absehbaren Resultat, dass sich die Börsianer schwer mit der Erwartungsbildung tun werden. Und die Folge der steigenden Unsicherheit wird sein, dass die Kursschwankungen an den Börsen stark zunehmen. ## «Es bleibt dabei, als Greenspan Chef des Fed war, hatten wir alles in allem eine wirtschaftliche Blütezeit.» **Bär:** Falsche Perspektive. Die wichtige Folge davon wird sein, dass man sich der Anlagerisiken wieder bewusster wird. Das wäre nötig. Das Geschwätz und die Put-Versprechen der Notenbanker sind doch ein Hauptgrund dafür, dass die Anleger das Risikobewusstsein verloren haben. Gerade die kleinen kaufen mehr und mehr Aktien auf Kredit. Und jeder kleine Kursrücksetzer wird heute zum Anlass genommen, nachzukaufen. **Bulle:** «Buy the dip», das mache ich auch gerne mal. **Bär:**Du leidest eben wie so viele unter «Fomo», der Angst, etwas zu verpassen. **Bulle:** Du bist ein Pessimist. **Bär:** Stimmt. Wohin haben uns die Notenbanker, angefangen mit Greenspan, mit ihrer Politik des billigen Geldes gebracht? In eine Welt voll Schulden. Ich fürchte mich vor dem Moment, an dem an den Märkten die Stimmung wirklich kippt, wenn aus dem sorglosen «Risk-on» ein anhaltendes «Risk-off» wird. Schon die Dotcom-Blase mündete in eine grosse Krise, die Finanzkrise war noch grösser, und nun? **Bulle:** Folgt der Weltuntergang, wie ich annehmen darf. **Bär:** Jetzt spottest du noch. Aber die nächste grosse Krise könnte eine werden, die auch all die orakelnden Notenbanker endgültig überfordern wird. ### Partners Group rutscht weiter ab - Aktie fällt auf Mehrjahrestief URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-rutscht-weiter-ab-aktie-faellt-auf-mehrjahrestief/ Last updated: 2026-07-18T23:00:57.000Z Noch ist keine Trendwende in Sicht. Am Montag sind die Aktien von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) weiter gefallen. Die Titel fielen im Handelsverlauf auf 669 Franken und unterschritten damit das Tief von Anfang Juni. Im Verlauf der Woche ging es weiter abwärts: Am Freitagmorgen handelten sie bei 642 Franken. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 37 Prozent an Wert verloren. Die Aktien befinden sich nun auf dem tiefsten Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Das Unternehmen kämpft bisher weitgehend erfolglos gegen den Sog der Märkte an. Auch scheinen die Stützungskäufe von Partners-Group-Gründer Fredy Gantner nicht zu fruchten. Gemäss Daten der SIX kauften Insider allein im Juni Aktien im Wert von rund 31 Millionen Franken. Bereits zuvor hatten sie mit umfangreichen Käufen versucht, den Kurs zu stützen. Seit Anfang Februar summieren sich die Insiderkäufe auf insgesamt 59,2 Millionen Franken. ![Partners Group rutscht weiter ab - Aktie fällt auf Mehrjahrestief](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606174_080602.jpg) Einen Ruck nach unten erlebten die Aktien Anfang Juni, als die Gruppe bei einem Fonds die Rücknahmeanträge beschränken musste. Beim Evergreen-Fonds Global Value SICAV lagen Rückforderungen von 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts vor. Sie überstiegen damit deutlich die Schwelle von fünf Prozent, ab der der Fonds Rücknahmen begrenzen kann. Die Begrenzung von Fondsrücknahmen gilt als Warnsignal, da sie auf einen erhöhten Liquiditätsbedarf der Anleger hindeuten. Private-Markets-Anlagen erleben derzeit schwierige Zeiten. Höhere Zinsen, ein schwächerer Markt für Unternehmensverkäufe und verzögerte Ausschüttungen erschweren vielen Fonds derzeit die Rückführung von Kapital an Investoren. Das trübt die Wachstumsaussichten von börsenkotierten Investoren wie [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) ein. Beim Zuger Investor kommen aber auch noch eine [Reihe hauseigener Probleme](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78829/wo%5Fdie%5Fprobleme%5Fbei%5Fpartners%5Fgroup%5Fwirklich%5Fliegen.html) hinzu. ### Finanzchef der BLKB gibt Rolle per sofort ab URL: https://www.tippinpoint.ch/finanzchef-der-blkb-gibt-rolle-per-sofort-ab/ Last updated: 2026-07-12T17:37:25.000Z Knapp zwei Monate nach dem Antritt von CEO Alexandra Scriba räumt Finanzchef Luca Pertoldi seinen Posten. Er war fünf Jahre in dieser Rolle – jetzt werde er als interner Berater strategische Projekte zur Profitabilität und Ertragssteigerung begleiten und direkt an CEO Alexandra Scriba berichten, heisst es in einer Mitteilung. Zudem bleibe er Verwaltungsrat der [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/165/radicant.html) und begleite die Mehrheitsbeteiligung der [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/79/blkb.html) auf ihrem Weg zur geplanten Liquidation. Die interimistische Leitung der Finanzen übernimmt Pascal Berli, der seit rund fünf Jahren für die BLKB tätig ist und derzeit als stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Finanz- & Riskmanagement fungiert. Laut Mitteilung verfügt Berli über breite Erfahrung in den Bereichen Finanzen und Risikomanagement. Zwar hat der [letzte Kunde die gescheiterte Online-Ban](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78793/radicant%5Ffast%5Fabgewickelt%5F-%5Fdie%5Fmeisten%5Fkunden%5Fhaben%5Fdie%5Fonlinebank%5Fverlassen%5F.html)k inzwischen verlassen – doch die Nachwehen des Radicant-Abenteuers werden noch lange spürbar bleiben. Das Projekt soll die BLKB-Eigner 190 Millionen Franken kostet. Im Februar bestätigte die Finma zudem eine [Finma-Untersuchung](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78609/basellandschaftliche%5Fkantonalbank%5Fbestaetigt%5Ffinma-verfahren.html). ### Der Internationale Währungsfonds schlägt sich auf die Seite des Bundesrats URL: https://www.tippinpoint.ch/der-internationale-wahrungsfonds-schlagt-sich-auf-die-seite-des-bundesrats/ Last updated: 2026-07-12T18:34:07.000Z Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüsst die «Entschlossenheit» der Schweizer Behörden, ihre «Too-big-to-fail»-Agenda umzusetzen. Insbesondere lobt die Organisation mit Sitz in Washington D.C. den «Vorschlag, G-SIBs in der Schweiz zu verpflichten, ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit CET1-Kapital abzusichern». Das sei zielgerichtet, lobenswert und stehe im Einklang mit den FSAP-Empfehlungen (Financial Sector Assessment Program). Zudem ist der IWF der Überzeugung, dass die neue sogenannte Extended Liquidity Facility (ELF) der Nationalbank das Sicherheitsnetz stärkt. Wenn die Fazilität Anfang 2027 in Betrieb geht, werde dieser staatliche Auffangmechanismus die Stabilität des Finanzsystems weiter erhöhen. Auch zur Finma äussert sich der IWF: Die laufenden Personalaufstockungen bei der Finanzaufsicht und die vorgeschlagenen Erweiterungen ihrer Befugnisse seien zu begrüssen. Der IWF nennt namentlich die Befugnis der Behörde, externe Prüfungen vollständig zu beauftragen und zu beaufsichtigen. Ebenfalls positiv sieht der IWF die geforderten Einschränkungen bei der Aussetzung von Finma-Verfügungen durch Gerichtsverfahren. Im Bundesrat dürfte man den IWF-Report mit Genugtuung lesen. Der Internationale Währungsfonds gilt weltweit wichtigsten Organisationen, die sich mit zentralen Fragen der globalen wirtschaftlichen Stabilität beschäftigt. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen überwacht der IWF das weltweite Finanzsystem, vergibt Kredite in Krisenzeiten und berät Regierungen, um Zahlungsbilanzkrisen und den Zusammenbruch von Währungen zu verhindern. ### Erhebliche Risiken im Immobilienmarkt Kritisch sieht der IWF in seinem Länderexamen unter anderem den Schweizer Immobilienmarkt. «Die starke Konzentration der Kreditvergabe auf den Immobiliensektor setzt das Bankensystem erheblichen Risiken aus», heisst es im Bericht. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum würden deutlich über ihrem fundamental gerechtfertigten Niveau liegen. Gleichzeitig erhöhten die niedrigen Renditen bei Wohnrenditeliegenschaften die Ausfallrisiken, und der Anteil der Kredite, die den bankinternen Tragbarkeitskriterien nicht entsprächen, bleibe hoch. Da der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer bereits vollständig ausgeschöpft sei, könnten zusätzliche Instrumente dazu beitragen, die bestehenden Verwundbarkeiten einzudämmen. Der IWF nennt eine Verschärfung der Vorgaben zur Tragbarkeit, eine Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers sowie höhere Risikogewichte für Immobilienkredite. Auch könnten eine Vereinfachung und Beschleunigung von Baubewilligungsverfahren den Druck auf den Immobilienmarkt verringern. ### Trotz hochattraktivem Lohnpaket verliert UBS ein Milliarden-Team in Miami URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-hochattraktivem-lohnpaket-verliert-ubs-ein-milliarden-team-in-miami/ Last updated: 2026-07-18T23:00:58.000Z Ein Vermögensverwalter mit Kundenvermögen in Milliardenhöhe hat dem [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) Wealth Management den Rücken gekehrt – und ist zu [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) zurückgekehrt. Steve Gold, Chef der gleichnamigen Wealth Management Group, soll für die UBS Erträge in der Höhe von 8 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Das fünfköpfige Team aus Miami ist vor sechs Tagen zur Konkurrentin Morgan Stanley gewechselt. Für die UBS ist das ein Verlust und zeigt, wie schwierig es für die Schweizer Grossbank ist, im nordamerikanischen Markt ihre Fussabdruck zu vergrössern. Gold startete seine Wealth-Manager-Karriere vor über 25 Jahren bei Morgan Stanley und wechselte fünf Jahre später zu UBS PaineWebber. Nun geht er also wieder zu seinem ersten Arbeitgeber. Gleichzeitig gibt Vermögensverwalter seine Gold Wealth Management Group auf und wird wieder Angestellter der US-Grossbank. Der Wechsel weg von der Unabhängigkeit hat auch regulatorische Hintergründe. In den USA hat die amerikanische Aufsichtsbehörde FinCEN die Regeln für unabhängige Vermögensverwalter verschärft, was einen administrativen Mehraufwand bedeutet. Deshalb überlegen sich derzeit viele Manager, ihre Selbständigkeit aufzugeben. ### Bitterer Abgang ![Trotz hochattraktivem Lohnpaket verliert UBS ein Milliarden-Team in Miami](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606176_080655.jpg) Für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist der Abgang des Miami-Teams bitter, da die Bank ihren unabhängigen US-Vermögensverwaltern höhere Einnahmen in Aussicht stellte. Konkret machte die Grossbank das Angebot, 550 Prozent auf den letztjährig erwirtschafteten Erträgen zu zahlen. Das Angebot ist auf eine Laufzeit von 16 Jahren ausgelegt und richtet sich an Teams mit mindestens 7 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Dabei sollen 250 Prozent als Sofortzahlung fliessen, der Rest sei an langfristige Leistungsziele geknüpft. Branchenüblich waren bisher Pakete, die bei 435 Prozent der Erträge über eine Laufzeit von zwölf Jahren lagen. Allerdings hat sich der Wettbewerb durch den Einstieg von Private-Equity-Gesellschaften deutlich verschärft. Zuvor haben bereits andere Konkurrenzbanken der UBS die Vergütungen für Vermögensverwalter-Teams auf 500 Prozent der Erträge hochgeschraubt. Die UBS habe so viele Berater verloren, dass sie jetzt rekrutieren müsse, sagte ein Insider in einem Branchendienst. ### Fehlende Skaleneffekte Gemäss Quartalsbericht zählt die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zwischen Q1 2025 und Q1 2026 160 Berater weniger in den USA. Dank guter Märkte kletterten die Erträge um 9 Prozent – gleichzeitig sind die Kosten in diesem Zeitraum um 7 Prozent gestiegen. Das Kosten-Ertragsverhältnis nahm nur leicht von 87,6 auf 86,3 auf Prozent ab. Die Zahlen weisen auf das alte Problem fehlender Skaleneffekte im nordamerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft hin. Die UBS hat gegenüber der Plattform AdvisorHub betont, dass die Mitarbeiterfluktuation nachlassen werde, da die Rekrutierungsaktivitäten in diesem Jahr wieder zunehmen. Gleichzeitig will auch die UBS in eigene Leute investieren. Den Ausbau des Wealth-Geschäfts in den USA sieht die UBS-Spitze als strategisch an. Die Grossbank hat im März 2026 von der US-Aufsichtsbehörde OCC (Office of the Comptroller of the Currency) eine nationale Banklizenz erhalten. Damit kann die Bank ihr Angebot im Kreditbereich ausbauen, was die Margen verbessern und damit auch das Kosten-Ertragsverhältnis auf ein vernünftiges Mass senken soll. Gleichzeitig steigen damit aber auch die Risiken. ### Karin Keller-Sutter: Die UBS muss realisieren, dass sie eine Staatsgarantie hat URL: https://www.tippinpoint.ch/karin-keller-sutter-die-ubs-muss-realisieren-dass-sie-eine-staatsgarantie-hat/ Last updated: 2026-07-12T18:36:12.000Z Finanzministerin Karin Keller-Sutter nutzte die Bühne am Point Zero Forum in Zürich, um die Position des Bundesrats in der Eigenkapitaldebatte darzulegen. Sie bekräftigte dabei die Forderung, dass die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit hartem Eigenkapital (CET1) im Stammhaus unterlegen muss. «Wir würden uns wirklich wünschen, dass die Kapitalanforderungen insbesondere die Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten vollständig abdecken», sagte sie über die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html). «Die Anforderungen, die derzeit in der Debatte über die Eigenkapitalregulierung der UBS diskutiert werden, sind gerechtfertigt», sagte sie. Nach ihrer Einschätzung betrifft dies nicht nur die Schweiz, sondern möglicherweise auch das globale Finanzsystem. Besorgt zeigte sie sich über die Entwicklungen in den USA, wo eine fortschreitende Deregulierung «den Weg für eine neue Finanzkrise ebnen» könnte. ### UBS mit Staatsgarantie Karin Keller-Sutter brachte am Point Zero Forum auch eine neue Ebene in die Diskussion ein. So sagte sie auf dem Podium, dass die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) «realisieren» müsse, dass sie «eine Staatsgarantie hat». Interessant ist, dass die Finanzministerin dabei nicht von einer impliziten Staatsgarantie sprach, sondern ausdrücklich von einer Staatsgarantie. Die Finanzministerin beklagte zudem die Verzögerungen beim sogenannten Public Liquidity Backstop (PLB). Dabei handelt es sich um ein Sicherheitsnetz, bei dem der Staat Liquiditätsdarlehen für systemrelevante Banken bereitstellt, die ins Taumeln geraten sind. Eine solche Hilfe wurde der UBS im Rahmen der Notübernahme der Credit Suisse gewährt. Da damals keine gesetzliche Grundlage vorlag, musste der Bund Notrecht anwenden. Laut der Finanzministerin muss der Schweizer Finanzplatz langfristig ein stabiler Standort sein, und eine solide Kapitalausstattung könne für Banken von Vorteil sein. «Vielleicht ist die Schweiz nicht Indiana Jones», sagte Keller-Sutter. «Aber sie ist verlässlich und stabil.» Heute tritt Sergio Ermotti am Point Zero Forum auf. Gemäss Agenda spricht er Die Notwendigkeit, Chancen zu nutzen, über künstliche Intelligenz und den entscheidenden Moment für die Schweiz. ### Sergio Ermotti: Ohne Wettbewerbsfähigkeit steigt der Schweizer Finanzplatz in die Regionalliga ab URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-ohne-wettbewerbsfahigkeit-steigt-der-schweizer-finanzplatz-in-die-regionalliga-ab/ Last updated: 2026-07-12T18:35:47.000Z Heute war UBS-Chef Sergio Ermotti an der Reihe, nachdem gestern seine Widersacherin Karin Keller-Sutter die Bühne des Kongresshauses nutzte, um die strengeren Kapitalvorschriften für systemrelevante Banken zu verteidigen. Eigentlich stand das Thema künstliche Intelligenz auf der Agenda, doch als Ermotti am Schluss gefragt wurde, wie er denn die Zukunft des Landes und des Finanzplatzes sehe, setzte er zu einem fünfminütigen Monolog an. Ermotti zeichnete dabei das Bild eines Finanzplatzes, der international weiterhin stark positioniert ist, sich aber nicht auf seiner Vergangenheit ausruhen kann. Die Schweiz sei ein Land, das gemessen an Fläche und Bevölkerung klein sei, aber zu den grössten Volkswirtschaften der Welt gehöre. Ein wesentlicher Grund dafür sei der Finanzplatz. Banken, Versicherungen und Asset Management machten rund zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts aus, beschäftigten etwa fünf Prozent der Erwerbstätigen und zahlten rund 40 Prozent der Unternehmenssteuern. Gleichzeitig habe sich der internationale Wettbewerb massiv verschärft. Finanzzentren in Asien, den USA und im Nahen Osten profitierten von starkem Wachstum und neuer Vermögensbildung. Europa hingegen wachse zu wenig und schaffe zu wenig neues Vermögen. Für die Schweiz bedeute das, dass sie ihre Innovationskraft besser in wirtschaftlichen Erfolg übersetzen müsse. Zwar sei das Land seit Jahren sehr innovativ, sagte Ermotti, doch es gelinge zu selten, daraus grosse Unternehmen zu schaffen. «Wir sind das innovativste Land der Welt», sagte er, «aber wir sind nicht in der Lage, das in wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen.» Als Beispiel nannte er die geringe Zahl von Unicorns im Vergleich zu Ländern wie Frankreich oder Deutschland. ### Keine neuen Arbeitsplätze Wenig überraschend ging Ermotti auch auf die Regulierungsdebatte ein. Er wolle sich dabei aber an die «Fakten» halten. Der regulatorische Rahmen in der Schweiz sei stark genug gewesen, damit [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) die Credit Suisse innerhalb weniger Monate stabilisieren konnte. Zudem habe UBS staatliche Garantien und zusätzliche Liquidität rasch zurückbezahlt. Gleichzeitig kritisierte Ermotti, dass die Ursachen der Credit-Suisse-Krise aus seiner Sicht nicht vollständig dargestellt würden. «Einer der Hauptgründe für das Scheitern der Credit Suisse ist, dass sie regulatorische Ausnahmeregelungen genossen hat», sagte er. Die Credit Suisse habe Erleichterungen erhalten und gewisse Anforderungen nicht erfüllt, die für die UBS gegolten hätten. Diese Tatsache müsse Teil der Debatte sein. Sonst bleibe die Aufarbeitung unvollständig. Ermotti warnte davor, die Regulierung einseitig auf Risikovermeidung auszurichten. Die Schweiz müsse Lehren aus der Krise ziehen, aber gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes sichern. «Ohne Wettbewerbsfähigkeit werden wir keine neuen Arbeitsplätze schaffen», sagte er. «Ohne Wettbewerbsfähigkeit wird es uns nicht gelingen, die Schweiz als globalen und dynamischen Finanzplatz zu erhalten.» ### KI nimmt den Bankberatern die Arbeit weg URL: https://www.tippinpoint.ch/ki-nimmt-den-bankberatern-die-arbeit-weg/ Last updated: 2026-07-18T23:00:59.000Z Schweizerinnen und Schweizer sind eifrige Nutzer von künstlicher Intelligenz. Wie eine Umfrage der Hochschule Luzern im Auftrag von Finpension ergeben hat, nutzt inzwischen jeder vierte Schweizer KI-Werkzeuge für Finanzfragen und Anlageentscheidungen. Wie nicht anders zu erwarten, werden KI-Tools von den jüngeren Generationen stärker genutzt als von den älteren. 32 Prozent der Gen Z stellen ihre Finanzfragen gelegentlich bis täglich an ChatGPT oder einen anderen Chatbot. Bei den Millennials sind es noch 15 Prozent. Bei der für Banken wichtigen Boomer-Generation sind es lediglich fünf Prozent. ![KI nimmt den Bankberatern die Arbeit weg](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606175_100624.jpg) (Quelle: Finpension) Insgesamt hat sich bei rund der Hälfte der Anleger:innen, die KI für Finanz- und Anlagefragen nutzen, das Anlageverhalten in mindestens einem Bereich verändert. Zwölf Prozent der KI-Nutzer wechselten ihren Finanzanbieter aufgrund einer KI-Empfehlung. 15 Prozent treffen Anlageentscheidungen schneller. Elf Prozent sparen mehr Geld, und zehn Prozent investieren mehr als zuvor, zeigt die Umfrage. ![KI nimmt den Bankberatern die Arbeit weg](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606175_100607.jpg) (Quelle: Finpension) Die Studie wurde im Auftrag von Finpension durch die Hochschule Luzern und das Marktforschungsinstitut Demoscope im Februar 2026 durchgeführt. Sie gilt als repräsentativ. «Wenn KI für Finanzfragen im Mainstream ankommt, wird sich die klassische Bankberatung verändern. Das birgt Chancen und Risiken», sagt Beat Bühlmann, Gründer und Initiant von Finpension. ### Datenbank zeigt das Engagement von 200 Schweizer Investoren in fossilen Energien URL: https://www.tippinpoint.ch/datenbank-zeigt-das-engagement-von-200-schweizer-investoren-in-fossilen-energien/ Last updated: 2026-07-12T16:59:55.000Z Eine neue Studie der NGO Urgewald und 25 Partnerorganisationen zeigt das Engagement in fossilen Energien von über 8000 institutionellen Investoren. Sie zeigt, wie stark Banken, Pensionskassen, Staatsfonds, Versicherungen, Stiftungen und Hedgefonds in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen investiert sind. Die Datenbank listet das Engagement in Aktien und Anleihen auf. Die sogenannte [Investing-in-Climate-Chaos-Datenbank](https://investinginclimatechaos.org/data?ref=tippinpoint.ch) zählt insgesamt 199 Investoren aus der Schweiz. Das Land liegt auf Platz acht der zehn grössten Investorenländer, in Europa nach Norwegen auf Platz zwei. Die wichtigsten fossilen Investoren in der Schweiz sind die UBS (71,7 Milliarden US-Dollar), Pictet (15,2 Mrd.) und die Schweizer Nationalbank SNB (9,3 Mrd.). Danach kommen [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/20/vontobel.html), die [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/50/zkb.html), [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/47/julius%5Fbaer.html), [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/42/lombard%5Fodier.html) und [Swiss Life](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/51/swiss%5Flife.html). Weltweit stehen die grossen US-Fondsgesellschaften an der Spitze. Es sind [Vanguard](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/100/vanguard.html) und [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/64/blackrock.html) mit einem gesamten Aktien- und Bond-Exposure von 659 Milliarden bzw. 553 Milliarden Dollar. Dann kommt der saudische Staatsfonds PIF, gefolgt von State Street, Capital Group und Fidelity. Die UBS liegt auf Platz 14 der weltweit grössten Fossilinvestoren. In Europa liegt nur der norwegische Government Pension Fund Global (GPFG) vor der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html). Überraschend ist, dass die Schweizer Grossbank noch vor den französischen Grossbankengruppen Crédit Agricole und BNP Paribas liegt. Der bei weitem grösste Anteil der Summen ist in Aktien investiert: Bei der UBS sind dies 64,8 Milliarden Dollar, bei Pictet 11,5 Milliarden und bei der Schweizer Nationalbank das komplette Volumen. Die grössten Beteiligungen der UBS sind ExxonMobil (5,1 Mrd.), Shell (3,6 Mrd.) und Chevron (3,5 Mrd.). Die SNB hat als grösste fossile Positionen die US-Konzerne ExxonMobil (1,8 Mrd.), GE Vernova (652 Mio.) und ConocoPhillips (388 Mio.). ### Anleihe bis ins nächste Jahrhundert Interessant ist der Blick auf die Anleihen. Besonders auf solche, die erst nach dem Jahr 2050 fällig werden – also erst nach dem festgelegten Klimaziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen. Sämtliche analysierten Schweizer Investoren haben 1,2 Milliarden Dollar in fossile Anleihen mit Laufzeiten bis mindestens 2051 investiert. Die UBS liegt hier an der Spitze mit 467 Millionen Dollar. Auf den weiteren Plätzen folgen die Zürcher Kantonalbank (171 Mio.) und [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/20/vontobel.html) (121 Mio.). Ein besonderer Fall ist eine «ewige» Anleihe des brasilianischen staatlichen Ölkonzerns Petrobras, die bis ins Jahr 2115 läuft. Petrobras plant, seine Ölförderung über das Jahr 2050 hinaus auszuweiten. Zu den langfristigen Anleihegläubigern von Petrobras gehört unter anderem auch die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html). Kürzlich ergab eine andere Studie («Banking on Climate Chaos»), dass die UBS das direkte Kreditgeschäft in fossile Energieprojekte [stark zurückgefahren hat](https://tippinpoint.ch/artikel/78834/waehrend%5Fandere%5Fgas%5Fgeben%5Freduziert%5Fdie%5Fubs%5Ffinanzierungen%5Fvon%5Ffossilen%5Fbrennstoffen%5F.html?ref=tippinpoint.ch). Laut Asti Roesle von der Klima Allianz Schweiz steht dies im «krassen» Widerspruch zum Anlagegeschäft, also zu Investments, die sie für ihre Kunden tätigt. ### KI macht Bankberatern eines ihrer wichtigsten Kundensegmente streitig URL: https://www.tippinpoint.ch/ki-macht-bankberatern-eines-ihrer-wichtigsten-kundensegmente-streitig/ Last updated: 2026-07-12T18:36:40.000Z Vermögende Durchschnittskunden erhalten heute durch KI bereits eine Beratungsqualität, die der eines Private Bankings sehr nahekommt. Davon überzeugt ist Debasish Patnaik, Senior Partner bei McKinsey. Das würde nicht nur Berater «entwerten», die in ihrem Job bislang mit standardisierten Empfehlungen operierten. Das bedeute auch, dass sich das Anforderungsprofil für viele Beschäftigte im Wealth Management grundlegend verändern werde, wie er in einem Interview mit Bloomberg sagte. Für Patnaik und McKinsey scheint es ausgemachte Sache zu sein, dass Kunden mit frei investierbaren Vermögenswerten zwischen 100’000 und 1 Million Dollar künftig weitgehend von KI-Systemen betreut werden könnten. Vermögensberater aus Fleisch und Blut müssten sich dagegen auf die «emotionalen und komplexen Bedürfnisse» wirklich vermögender Kunden konzentrieren, wenn sie einen Mehrwert gegenüber KI bieten wollen, glaubt Patnaik, ein Computerwissenschaftler, der bei McKinsey in einer speziellen KI-Einheit tätig ist. Gleichzeitig sagt Patnaik, dass bei der Betreuung von Kunden aus den vermögenderen Segmenten, also dem HNWI- (ab 1 Mio.) und UHNWI-Bereich (über 30 Mio.), weiterhin menschliche Fähigkeiten entscheidend bleiben. Wer in der Lage sei, «den Raum zu lesen» und familiäre Dynamiken zu steuern, habe die besten Chancen, die KI-Revolution im Wealth Management zu überstehen. ### Chance für die Big Player Die Diskussion über den Einfluss der KI ist inzwischen tief in die Wealth-Management-Branche eingedrungen. Bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) befindet sich KI inzwischen ganz weit oben auf der Prioritätenliste von CEO Sergio Ermotti. In internen Town Halls, aber auch öffentlich, hat er wiederholt gesagt, dass er KI als Produktivitätsmotor sehe, als ein Instrument zur Steigerung der Produktivität und zur Realisierung von Skaleneffekten. Die Bank setzt die Technologie bereits breit in der Vermögensverwaltung, bei internen Prozessen und in der Kundenbetreuung ein. Unter anderem setzt die Bank «UBS Red» ein, einen eigenentwickelten KI-Assistenten für Kundenberater. Aus Kundensicht ist noch wenig greifbar, wohin die UBS beim KI-Thema steuern wird. Konkrete Produkte für Endkunden hat die Bank bisher nicht angekündigt. Mächtig Gas geben grosse amerikanische Universalbanken, die in der Technologie die Chance sehen, in der Vermögensverwaltung zu wachsen. Jane Fraser, CEO der [Citigroup](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/124/citigroup.html), hat vor Kurzem das Ziel formuliert, die Bank zu einem «globalen Marktführer im Wealth Management» zu entwickeln. ### Mehr Interaktionen machen Kunden happy Das will die [Citigroup](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/124/citigroup.html) mit der Rekrutierung von 400 zusätzlichen Vermögensberatern im US-Privatkundengeschäft sowie weiteren 100 Mitarbeitern im Private Banking erreichen. Gleichzeitig entwickelt die Bank KI-gestützte Software, die Portfolioanalysen nahezu in Echtzeit erstellen soll – ein Vorgang, der bislang mehrere Stunden in Anspruch nahm. Bankberater sollen künftig auf Knopfdruck einen Bericht des Chief Investment Officers erstellen und die Auswirkungen für den jeweiligen Kunden zusammenfassen können. Zu den Produkten, die Citi für ihre Endkunden auf den Markt bringt, gehört unter anderem ein dialogorientierter, KI-gestützter Avatar, der speziell darauf ausgelegt ist, vermögende Kunden bei Themen wie der Verwaltung des Studienfonds für ihre Kinder zu unterstützen. Insgesamt führt dies dazu, dass Citi dank KI mehr Kontakt zu seinen Kunden haben wird, und eine stärkere Kundenbindung sorgt für zufriedenere und treuere Kunden. ### Neuer Franken-Stablecoin auf der Startrampe URL: https://www.tippinpoint.ch/neuer-franken-stablecoin-auf-der-startrampe/ Last updated: 2026-07-18T23:01:00.000Z Der Token mit der Bezeichnung CHF-S soll im dritten Quartal 2026 auf der Solana-Blockchain lanciert werden und sich neben privaten Nutzern in erster Linie an Banken, Kryptobörsen und andere institutionelle Nutzer richten, wie Safirum in einer Mitteilung schreibt. Safirum ist Mitglied des Vereins zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen (VQF), einer von der Finma anerkannten Selbstregulierungsorganisation. Das Unternehmen sieht darin die regulatorische Grundlage für die geplante Emission des Stablecoins. Nach Angaben von Safirum laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für die Markteinführung. CHF-S soll im Verhältnis 1:1 mit Schweizer Franken hinterlegt sein. Für jeden ausgegebenen Token würden entsprechende Fiat-Bestände auf separaten Konten bei Schweizer Depotbanken gehalten. Die Ausgabe neuer Token erfolge nach Abschluss der Identifikations- und Compliance-Prüfungen sowie nach Eingang der entsprechenden Gelder. Als technische Grundlage nutzt Safirum die Solana-Blockchain und deren Token-2022-Standard. Laut Safirum ist eine KYC-Whitelist-Funktion in den Smart Contract integriert. Dadurch würden Transaktionen zwischen nicht verifizierten Wallets auf Protokollebene verhindert. Das Unternehmen sieht mögliche Anwendungsbereiche unter anderem bei Unternehmenszahlungen, im Treasury-Management, bei grenzüberschreitenden Transaktionen sowie bei der Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte. ### Verbindung zu Maverix Die Gesellschaft wurde Anfang September 2025 gegründet. Organe und Gründer sind Bastien Thiébaud (Präsident und CEO), Christian Murmann und Ramon Stoffel. Das Team werde von Giuliano Glocker (Gründer und Co-CEO von Maverix Securities) als VP Banking, David Watrin (Swisscom) als VP Compliance und Kevin MacArthur (ehemals CoinMarketCap/Binance) als VP Growth unterstützt. Für die Identitätsprüfung sowie KYC- und AML-Prozesse setzt Safirum auf die Software des Anbieters Sumsub. Unterstützung in Compliance-Fragen erhält das Unternehmen von JayBee, rechtlich beraten wird es von Lawside Rechtsanwälte. Als strategischer Partner fungiert Maverix Securities. Safirum stösst in einen Markt, in dem bereits mehrere Franken-Stablecoin-Projekte aktiv sind. Dazu gehören das Projekt Swiss Stablecoin um Pascale Bruderer sowie der Frankencoin von Luzius Meisser. ### Knall in Deutschland - Bafin greift bei der Berenberg Bank durch URL: https://www.tippinpoint.ch/knall-in-deutschland-bafin-greift-bei-der-berenberg-bank-durch/ Last updated: 2026-07-18T23:01:00.000Z Die Geschäftsleitung der Hamburger Privatbank Berenberg ist wegen möglicher Verstösse entmachtet worden. Die Finanzaufsicht Bafin hat drei Geschäftsleitungsmitgliedern die Befugnis zur Ausübung ihrer Geschäfte entzogen. Wie die Bank selbst mitteilte, hätten sich Hinweise auf Verstösse während der Jahresabschlussprüfung 2025 ergeben. Die Hinweise hätten Transaktionen mit unklarem Hintergrund betroffen. Bei deren Aufklärung habe die nötige Transparenz gefehlt. Die Bafin hat die bisherige Geschäftsleitung um Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn entmachtet und zwei Sonderbeauftragte bestellt, die die Führung der Bank übernehmen. Es handelt sich um den langjährigen Berenberg-Chef Hans-Walter Peters und Michael Horf, einen früheren Vorstand der Degussa Bank. ### Asset Management in der Schweiz Das Ersetzen des Managements durch Sonderbeauftragte ist die schärfste personelle Massnahme, die die Bafin treffen kann. Sie dürfte in etwa dem Gewährsentzug entsprechen, den die Schweizer Finma gegen Organe aussprechen kann. Die Sonderbeauftragten haben offenbar nicht vor, die Aufgabe lange wahrzunehmen. Sie wollen die Führungskrise so rasch wie möglich beenden. Wie deutsche Medien berichten, sollen bereits erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten für eine neue Geschäftsleitung angelaufen sein. Berenberg hat sich 2018 in der Schweiz aus dem Private Banking zurückgezogen. Die aus der alten hanseatischen Bank hervorgegangene Bergos ist inzwischen ein eigenständiges Institut. Hingegen ist Berenberg in der Schweiz weiterhin im Bereich Asset- und Investment-Management aktiv. ### Nationalbank erhöht den Druck auf die Banken URL: https://www.tippinpoint.ch/nationalbank-erhoeht-den-druck-auf-die-banken/ Last updated: 2026-07-18T23:01:01.000Z Wie die Nationalbank am Montag mitteilt, wie sie 1\. August 2026 den Faktor für die Limite zur Verzinsung von Sichtguthaben von 15 auf 13,5 senken. Die Berechnungsgrundlage der Limite bleibe dabei unverändert: Für mindestreservepflichtige Girokontoinhaber entspricht die Limite dem laufenden Durchschnitt der Mindestreserveerfordernisse über die letzten drei Jahre, multipliziert mit dem aktuell geltenden Faktor, schreibt die SNB in einer Mitteilung. Die übrigen Girokontoinhaber verfügen weiterhin über eine fixe Limite. Sichtguthaben bis zur Limite werden zum SNB-Leitzins, Sichtguthaben darüber zum SNB- Leitzins abzüglich eines Abschlags verzinst. Nicht verzinst werden Sichtguthaben, die zur Erfüllung der Mindestreserven gehalten werden. Die Faktorsenkung wirke dem Anstieg der Limiten durch die Erhöhung des Mindestreserven entgegen. «Damit stellt die Faktorsenkung eine weiterhin effektive Umsetzung der Geldpolitik sicher und unterstützt einen aktiven Geldmarkt», schreibt die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/). Die aktuelle geldpolitische Ausrichtung ändere sich durch die Faktoranpassung nicht. Die SNB schränkt den Zugang der Banken zu attraktiv verzinsten Sichtguthaben weiter ein. Ab dem 1\. August wird die Limite für die Verzinsung zum Leitzins gesenkt. Die Notenbank will damit den durch höhere Mindestreserven ausgelösten Anstieg der Freibeträge bremsen, ohne den geldpolitischen Kurs zu verändern. ### UBS-Aktien im KI-Lift nach oben - wie weit noch? URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-aktien-im-ki-lift-nach-oben-wie-weit-noch/ Last updated: 2026-07-18T23:01:02.000Z In den vergangenen fünf Handelstagen legten die UBS-Aktien um mehr als 8 Prozent auf 41.06 Franken zu. Damit notieren die Titel der Grossbank so hoch wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Und die Aufwärtsbewegung könnte noch eine Weile anhalten. Für Furore an den Märkten sorgt ein neues Kursziel des Jefferies-Analysten Joseph Dickerson. Er hält einen Anstieg der UBS-Aktie auf 60 Franken für möglich (zuvor 55 Franken) – das entspräche einem Kurspotenzial von rund 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. ![UBS-Aktien im KI-Lift nach oben - wie weit noch?](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606170_080607.jpg) Gelingt der Aufstieg auf 60 Franken, wäre auch das Rekordhoch von etwas über 70 Franken pro Aktie nicht mehr allzu weit entfernt. Dieses Niveau erreichte die Grossbank in den Jahren 2006 und 2007, bevor die Aktie im Zuge der Finanzkrise auf eine steile Talfahrt ging und bis auf 10 Franken abstürzte. Dickerson ist für seine optimistischen Einschätzungen bekannt. Bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verweist er auf die anhaltende Dynamik im US-Vermögensverwaltungsgeschäft, die starke Entwicklung der asiatischen Wealth-Management-Sparte sowie auf ein Investmentbanking, das seiner Ansicht nach über den richtigen Mix verfügt. ### Den richtigen Mix Gelingt der Aufstieg auf 60 Franken, wäre auch das Rekordhoch von etwas über 70 Franken pro Aktie nicht mehr allzu weit entfernt. Dieses Niveau erreichte die Grossbank in den Jahren 2006 und 2007, bevor die Aktie im Zuge der Finanzkrise auf eine steile Talfahrt ging und bis auf 10 Franken abstürzte. Dickerson ist für seine optimistischen Einschätzungen bekannt. Bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verweist er auf die anhaltende Dynamik im US-Vermögensverwaltungsgeschäft, die starke Entwicklung der asiatischen Wealth-Management-Sparte sowie auf ein Investmentbanking, das seiner Ansicht nach über den richtigen Mix verfügt. ![UBS-Aktien im KI-Lift nach oben - wie weit noch?](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606170_080626.jpg) Das laufende Jahr entwickelt sich zu einem Boomjahr für Investmentbanken. Der amerikanische Aktienmarkt absorbiert eine beispiellose Welle neuer Aktienemissionen, angeführt von Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz sowie dem Mega-IPO von SpaceX. Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sprudeln die Fees der grossen Investmentbanken wie schon lange nicht mehr – im Schnitt liegen sie im ersten Quartal 2026 über knapp 50 Prozent über dem gleichen Zeitraum im Vorjahr (siehe Chart). Auch die Investmentbank der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) kann davon profitieren. Im ersten Quartal 2026 nahm sie Gebühren von knapp 150 Millionen Dollar ein – 150 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Damit war erste Quartal war eines der profitabelsten in der Geschichte der Abteilung. ### Wert der gesperrten Russengelder um eine Milliarde gestiegen URL: https://www.tippinpoint.ch/wert-der-gesperrten-russengelder-um-eine-milliarde-gestiegen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:03.000Z Die Schweiz hat weitere russische Vermögenswerte gesperrt. Anfang Juni dieses Jahres waren damit 8,5 Milliarden Franken eingefroren, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Anfrage von Tippinpoint bekanntgab. Das entspricht einer Zunahme um 13 Prozent im Vergleich zum letzten kommunizierten Wert von 7,5 Milliarden Franken. Betroffen sind neben Finanzwerten 14 Liegenschaften sowie Sport- und Luxusautos, Flugzeuge, Kunstwerke, Möbel und Instrumente von natürlichen Personen, Unternehmen und Organisationen, die aufgrund der sogenannten Ukraine-Verordnung sanktioniert sind. Die Schweiz hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nach kurzem Zögern die Sanktionen der EU gegen Russland übernommen und die seither erlassenen 20 Sanktionslisten weitgehend umgesetzt. Im Fall von 1,65 Milliarden Franken handelt es sich nach wie vor um eine superprovisorische Sperre, wie das Seco weiter erklärte. Sie betrifft Vermögenswerte aus dem Umfeld des Oligarchen Suleiman Kerimow. Das Seco führt in diesem Zusammenhang ein Verwaltungsverfahren und die Bundesanwaltschaft auf Ersuchen des Seco seit November 2023 ein Strafverfahren wegen Verdachts der Umgehung der Sanktionen und wegen Geldwäscherei. Die Zunahme der gesperrten Gelder ist einerseits darauf zurückzuführen, dass mit den insgesamt 20 Sanktionspaketen zusätzliche Vermögen in der Schweiz ermittelt und eingefroren wurden. Andererseits sind die bereits gesperrten Guthaben Wertschwankungen unterworfen. Dabei spielte laut Seco insbesondere der starke Anstieg des Goldpreises eine bedeutende Rolle. Die für die Umsetzung der Sanktionen zuständige Behörde erinnerte zudem daran, dass die Höhe der gesperrten Vermögenswerte keine direkte Messgrösse für die Umsetzung der Sanktionen sei. Es handle sich um eine Momentaufnahme, wobei der Gesamtwert in beide Richtungen schwanken könne. So beeinflussen Wertfluktuationen, Wechselkurseffekte, Marktbewegungen sowie Aktualisierungen der Datengrundlagen den Gesamtwert. Keine neuen Angaben waren vom Seco zunächst zu den hierzulande gesperrten Guthaben der russischen Zentralbank erhältlich. Bisher war von rund 7,4 Milliarden Franken die Rede. Auch hier könnte der Goldpreis den Wert inzwischen erhöht haben. Im Zuge der Sanktionen müssen die Finanzintermediäre jährlich alle russischen Einlagen von über 100'000 Franken melden. Ende 2022 beliefen sich diese nicht sanktionierten russischen Guthaben noch auf 46,1 Milliarden Franken. Innerhalb von zwei Jahren reduzierten sich diese Gelder um 71 Prozent auf noch 12,8 Milliarden Franken. Der Wertrückgang ist laut Seco auf eine beträchtliche Reduktion der Geschäftsbeziehungen zurückzuführen. Neuer Zahlen per Ende 2025 liegen noch nicht vor. ### Die Banken trennen sich von russischen Kunden Dass die hiesigen Banken seit Beginn des Ukrainekriegs im Umgang mit russischen Kunden zurückhaltend geworden sind, ist auch der länderweise gegliederten [Bankenstatistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB)](https://data.snb.ch/de/publishingSet/BIDS?ref=tippinpoint.ch) zu entnehmen. Gemäss den soeben veröffentlichten Daten verwalteten die Banken in der Schweiz Ende 2025 noch russische Guthaben in der Höhe von 8,6 Milliarden Franken. Das sind 60 Prozent weniger als Ende 2021\. In den letzten beiden Jahren hat sich der Rückgang allerdings verlangsamt. Die SNB-Statistik bildet insofern nur einen Teilaspekt der gesamten Geschäftsbeziehungen ab, als sich die Daten auf das Bilanzgeschäft beschränken. Nicht erfasst sind namentlich die Wertschriftendepots, denen eine deutlich grössere Bedeutung zukommt. Die Schweizerische Bankiervereinigung war nach einer Schätzung von Ende März 2022 noch von Vermögen russischer Kunden in der Schweiz in der Höhe von rund 150 Millionen Franken ausgegangen. ### SNB bricht mit Tradition - und verschiebt den Stabilitätsbericht URL: https://www.tippinpoint.ch/snb-bricht-mit-tradition-und-verschiebt-den-stabilitaetsbericht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:03.000Z Seit Jahrzehnten veröffentlicht die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Bericht zur Finanzstabilität im Frühsommer – jeweils gleichzeitig mit der Bekanntgabe des geldpolitischen Entscheids (SNB entschied, den Leitzins bei 0,0 Prozent zu belassen). Doch nun kommt es unter Notenbankchef Martin Schlegel zu einem Bruch mit dieser dieser Tradition. Wie auf der Website der SNB zu entnehmen ist, wird der Stabilitätsbericht nicht heute Donnerstag im Rahmen der geldpolitischen Lagebeurteilung publiziert, sondern erst am 2\. Juli. Die Veröffentlichung erfolgt ohne weiteren Auftritt der SNB-Spitze, sondern im Stillen. Um 6.30 Uhr wird der Bericht online gestellt. Lediglich ein Hintergrundgespräch mit Journalisten, das allerdings off the record ist, findet in Bern statt. Noch im vergangenen Jahr war der wichtige Diagnosebericht zur Gesundheit des Schweizer Finanzplatzes integraler Bestandteil der live übertragenen Medienkonferenz. Antoine Martin, der Chef des II. Departements der [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/), stellte die wichtigsten Befunde vor. Was wird er wohl heute auf der Bühne zu erzählen haben? ### Insidergeschäfte Warum dieser Bruch mit der Tradition? Ein Sprecher der Nationalbank wollte sich dazu nicht äussern. Man kann darüber nur spekulieren. Der Finanzstabilitätsbericht löste immer wieder Kontroversen aus. Viele Jahre wurde er vorab und unter Sperrfrist an die Medien verschickt. Das ging lange gut. Doch im Jahr 2012 kam es offenbar zu Insidergeschäften. Im Bericht hiess es damals: «Trotz weiterer Fortschritte liegt das verlustabsorbierende Kapital der Grossbanken nach wie vor unterhalb des Niveaus, das angesichts der hohen Risiken im Umfeld eine ausreichende Widerstandskraft gewährleisten würde.» Die Notenbank empfahl der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) eine zurückhaltende Dividendenpolitik und der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) einen «deutlichen» Ausbau des verlustabsorbierenden Kapitals – was letztlich nichts anderes als eine Kapitalerhöhung bedeutete. Als der Bericht um 10 Uhr öffentlich wurde, rasselte der Kurs der CS-Aktie um 10 Prozent in den Keller. Bald darauf machten in den Medien Meldungen die Runde, wonach sich einzelne Anleger mit Optionen auf einen Kurssturz positioniert hatten. Ein Jahr später war es dann vorbei mit dem Vorabversand an die Medien. «Offensichtlich war es im vergangenen Jahr zu Insiderhandel gekommen», begründete ein Sprecher damals die Entscheidung, den Bericht nicht mehr den Medien vorab zuzustellen. ### Geschickter Move Seither wird der Stabilitätsbericht zusammen mit dem geldpolitischen Entscheid für alle gleichzeitig um 9.30 Uhr, kurz nach Börsenstart, veröffentlicht. Interessant ist, dass der Bericht in diesem Jahr bereits um 6.30 Uhr publiziert wird – zu einem Zeitpunkt, an dem Unternehmen üblicherweise ihre Geschäftszahlen und andere kursrelevante Informationen bekannt geben. Man darf also gespannt sein, was in dem Bericht steht. Die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) lenkt damit geschickt zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Papier. Vielleicht ist ja genau das die Absicht von Notenbankpräsident Martin Schlegel. ### Bevölkerung unterstützt strengere Eigenkapitalregeln für die UBS URL: https://www.tippinpoint.ch/bevoelkerung-unterstuetzt-strengere-eigenkapitalregeln-fuer-die-ubs/ Last updated: 2026-07-18T23:01:05.000Z Im Bundeshaus kommt die Debatte um die Eigenkapitalregeln für systemrelevante Banken in die entscheidende Phase. Nach den Sommerferien wird eine Kommission des Ständerats ihre Position zur Lex [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) von Finanzministerin Karin Keller-Sutter abgeben. Es ist davon auszugehen, dass die Parlamentarier den Vorschlag des Bundesrats abschwächen werden. Gemäss einer Umfrage von YouGov Schweiz (ehemals LINK) politisieren die Parlamentarier an der Bevölkerung vorbei. Gemäss einer repräsentativen Umfrage, die Anfang Juni bei 1008 Personen in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt wurde, unterstützt eine klare Mehrheit der Schweizer Bevölkerung strengere Eigenkapitalvorschriften für Grossbanken. [(Quelle: YouGov)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606169%5F060618.jpg?ref=tippinpoint.ch) Im Zentrum der Befragung stand die vom Bundesrat vorgeschlagene Verschärfung der Regulierung, insbesondere die Pflicht für Grossbanken, ihre ausländischen Tochtergesellschaften künftig vollständig mit hartem Eigenkapital zu unterlegen. Die Ergebnisse sind überraschend: 75 Prozent der Befragten stimmen einer Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften voll oder eher zu. Der Bundesrat könne sich damit auf eine «breite Rückendeckung» in der Bevölkerung stützen, schreibt YouGov dazu. Ausschlaggebend für diese Haltung scheint die Sorge vor systemischen Risiken zu sein. 78 Prozent sehen ein grosses oder sehr grosses Risiko, dass eine Krise bei einer Grossbank wie der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft hätte. ### Abwanderungsszenario wird in Kauf genommen Überraschend ist auch, dass die Bevölkerung die Drohungen der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) durchaus ernst nimmt, wonach die Bank bei strengeren Vorschriften ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren und dadurch zur Abwanderung ins Ausland gezwungen sein könnte. 52 Prozent halten eine (Teil-)Abwanderung der UBS mittelfristig für eher oder sehr wahrscheinlich. 72 Prozent sprechen sich dennoch dafür aus, an strengen Kapitalregeln festzuhalten – selbst wenn die UBS mit Abwanderung droht. Noch deutlicher fällt die Zustimmung aus, wenn mögliche Einschränkungen von Wachstum oder Gewinnausschüttung thematisiert werden: In diesem Szenario befürworten 79 Prozent strengere Kapitalregeln. Interessant sind die Umfrageergebnisse bei der Frage, ob die Schweiz ihre Bankenregulierung anpassen solle, um zu verhindern, dass es zur Abwanderung der UBS kommt. Hier scheint die Bevölkerung keine eindeutige Meinung zu haben: 37 Prozent stimmen dem (eher) nicht zu, 35 Prozent stimmen dem (eher) zu und 21 Prozent wollen oder können sich weder auf die eine noch auf die andere Seite der Debatte stellen. [(Quelle: YouGov)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606169%5F060632.jpg?ref=tippinpoint.ch) Ähnlich unentschlossen sind die Befragten bei der Aussage, die Bedeutung der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) für die Schweizer Wirtschaft sei so gross, dass man ihre Anliegen stärker berücksichtigen solle. 25 Prozent der Befragten äussern hier (eher) Zustimmung, 35 % dagegen (eher) nicht. Weitere 30 % zeigen sich unentschlossen. ### Finma lässt Leonteq vom Haken URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-laesst-leonteq-vom-haken/ Last updated: 2026-07-18T23:01:06.000Z Die Finanzmarktaufsicht habe [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) bestätigt, dass sämtliche nach Abschluss des Enforcement-Verfahrens im Dezember 2024 angeordneten Massnahmen vollständig umgesetzt worden seien, schreibt die Derivate-Spezialistin in einer Mitteilung. Damit seien «alle hängigen regulatorischen Verfahren» gegen Gesellschaften der Leonteq-Gruppe abgeschlossen. Damit dürften auch die Untersuchungen der französischen Finanzaufsicht ACPR mitgemeint sein. Leonteq wird damit eine Altlast los. Das Unternehmen verfüge nun über die notwendige Klarheit und Sicherheit, um seine strategischen Prioritäten ohne regulatorische Altlasten weiterzuverfolgen, heisst es weiter. CEO Christian Spieler bezeichnete den Abschluss der Prüfung als «wichtigen Meilenstein» für das Unternehmen. Die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) hatte ein Enforcement-Verfahren gegen das Unternehmen Ende 2024 abgeschlossen. Wegen schwerer Verstösse beim Risikomanagement im Zusammenhang mit unregulierten Vertriebspartnern zog die Behörde 9,3 Millionen Franken an unrechtmässig erzieltem Gewinn ein. ### KPMG Schweiz macht Pascal Sprenger zum neuen CEO URL: https://www.tippinpoint.ch/kpmg-schweiz-macht-pascal-sprenger-zum-neuen-ceo/ Last updated: 2026-07-18T23:01:06.000Z Die stimmberechtigten Partnerinnen und Partner von [KPMG](https://www.tippinpoint.ch/tag/kpmg/) Schweiz haben Pascal Sprenger zu ihrem neuen CEO gewählt. Sprenger wird seine neue Rolle Anfang Oktober antreten. Pascal Sprenger (46) leitet seit 2024 den Bereich Financial Services und ist Mitglied des geschäftsführenden Verwaltungsrats von KPMG Schweiz. Gemäss einer Mitteilung arbeitet Sprenger seit 20 Jahren im Unternehmen. Sprenger löst Stefan Pfister ab, der diese Position während der letzten zwölf Jahre innehatte. Pfister bleibt bis März 2027 innerhalb des KPMG-Netzwerks, bevor er externe Verwaltungsratsmandate übernimmt. «Es freut mich ausserordentlich, dass meine Partnerkolleginnen und -kollegen mir ihr Vertrauen schenken und mir die Führung von KPMG Schweiz übertragen», sagte Sprenger zu seiner Wahl. Stefan Pfister übergebe ihm ein erfolgreiches, leistungsstarkes und zukunftsorientiertes Unternehmen. Pfister gelte als Architekt und wesentlicher Treiber des Zusammenschlusses mit KPMG UK zur zweitgrössten Einheit nach den USA im KPMG-Netzwerk, heisst es in der Mitteilung weiter. Durch diese Internationalisierung habe KPMG Schweiz «finanzielle und personelle Ressourcen» skaliert und die internationale Expertise für die Beratung weiter ausgebaut. ### SIX-CEO Bjørn Sibbern überwirft sich mit seinem Post-Trading-Chef URL: https://www.tippinpoint.ch/six-ceo-bjrn-sibbern-ueberwirft-sich-mit-seinem-post-trading-chef/ Last updated: 2026-07-18T23:01:07.000Z Nach nur einem Jahr verlässt der Chef des Post-Trade-Geschäfts den Finanzdienstleister Knall auf Fall. Erst im Mai 2025 trat Rafael Moral Santiago in das Unternehmen ein und nahm Einsitz in die Konzernleitung. Als Head Security Services habe er wertvolle Beiträge zur Entwicklung der Geschäftseinheit geleistet und eine Reihe wichtiger strategischer und operativer Initiativen vorangetrieben, heisst es in der kurzen Mitteilung, die die SIX gestern Abend verschickte. «Im Namen der Konzernleitung und des Verwaltungsrats möchte ich Rafael für sein Engagement und seinen Beitrag im vergangenen Jahr danken», sagte Bjørn Sibbern, CEO von [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/). Knapper und nüchterner kann man ein Geschäftsleitungsmitglied kaum verabschieden. Auf der Website wurde der Eintrag zu Rafael Moral Santiago bereits gelöscht. Hört man in die SIX hinein, entsteht der Eindruck, dass Sibbern und Santiago das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatten. Die Zusammenarbeit sei von Anfang an schwierig gewesen und habe sich in den letzten Monaten immer weiter verschlechtert. Auch Führungsprobleme im Post-Trade-Team werden thematisiert. ### Komplettumbau der Konzernleitung Bjørn Sibbern wurde im Januar 2025 CEO der [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/). Seither hat er die Geschäftsleitung komplett umgekrempelt. Auf sechs von zehn Posten setzte er eine Neubesetzung durch. Dass er nun mit Rafael Moral Santiago auf den «Falschen» gesetzt habe, könne bei so vielen Wechseln schon mal passieren, tönt es aus dem Innern. Allerdings werden Konzernleitungsmitglieder in einem scheinbar aufwändigen Prozess auf ihr sogenanntes Skillset abgeklopft. Bei der Rekrutierung setzt die SIX wie viele andere Finanzfirmen auch auf die Dienste von Egon Zehnder. Wie man hört, soll Managing Partner Dominik Schaller bereits den Auftrag für die Nachfolge von Santiago erhalten haben. Bis eine Nachfolge gefunden ist, übernimmt Marion Leslie, die Chefin des Datengeschäfts, die Abteilung. Dass es zu einem schnellen und radikalen Bruch kam, erstaunt. Die Geschäfte im wichtigen Post-Trade-Geschäft laufen gut. Auch liegt offenbar nichts Gravierendes gegen Rafael Moral Santiago vor. Hätte man da nicht eine andere Lösung finden können? Unter einem anderen CEO vielleicht schon. Doch nicht mit Bjørn Sibbern, der Entscheide mit Knalleffekt zu bevorzugen scheint. ### UBS bietet vermögenden Kunden gehebelte Saudi-Einlagen an URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-bietet-vermoegenden-kunden-gehebelte-saudi-einlagen-an/ Last updated: 2026-07-18T23:01:08.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und weitere europäische Grossbanken sollen vermögenden Kunden Strategien anbieten, um von den hohen Sparzinsen in Saudi-Arabien zu profitieren. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach hat die UBS Wealth-Management-Kunden eine Struktur vorgestellt, bei der Kundengelder mit Fremdkapital gehebelt und anschliessend bei saudischen Banken angelegt werden. Ziel sei es, die Rendite auf Cash-Positionen deutlich zu erhöhen. Als möglicher Partner wird unter anderem die saudische Al Rajhi Bank genannt, die zuletzt Sparzinsen von rund 5,1 Prozent angeboten hatte. Auch die spanische Banco [Santander](https://www.tippinpoint.ch/tag/santander/) habe entsprechende Modelle geprüft, berichtet Bloomberg weiter. Im Kern handelt es sich um eine Form des Carry Trades. Dabei werden Zinsdifferenzen zwischen verschiedenen Märkten ausgenutzt. Das Währungsrisiko gilt in diesem Fall als begrenzt, da der saudische Riyal an den US-Dollar gekoppelt ist. Für die Banken lohnt sich das Geschäft doppelt: Sie können Strukturierungsgebühren und zusätzlich eine Marge auf dem bereitgestellten Fremdkapital einkassieren. ### Saudische Banken brauchen Einlagen Saudi-Arabiens Finanzinstitute haben ihre Sparzinsen in den vergangenen Jahren erhöht, um zusätzliche Einlagen anzuziehen. Sie machen das, um ihre Funding-Struktur zu verbessern. Hintergrund sind die milliardenschweren Investitionen im Rahmen der Wirtschaftsreformen von Kronprinz Mohammed bin Salman. Die Finanzierung zahlreicher Grossprojekte hat die Liquidität der Banken an den Anschlag gebracht. Das Kreditvolumen an öffentliche und private Schuldner belief sich laut Angaben der saudischen Zentralbank zuletzt auf 3,4 Billionen Riyal. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rund zehn Prozent. ### Grasshopper geht an chinesische Investoren - zweiter Bieter zieht sich zurück URL: https://www.tippinpoint.ch/grasshopper-geht-an-chinesische-investoren-zweiter-bieter-zieht-sich-zurueck/ Last updated: 2026-07-18T23:01:08.000Z Sie haben auf Granit gebissen: Schweizer Investoren, die den Zürcher Fussballclub [Grasshopper Club Zürich kaufen wollten](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78789/exklusiv%5Fein%5Fzuercher%5Ffamily%5Foffice%5Fwill%5Fden%5Fgrasshopper%5Fclub%5Fkaufen.html). Doch wie aus informierten Kreisen, die den Verhandlungen nahestehen, zu hören ist, wird das Zürcher Family Office nicht zum Zug kommen. Die aktuellen Besitzer, der LAFC aus Kalifornien, befinden sich offenbar bereits seit April in exklusiven Verhandlungen mit der Bridge Football Group. Hinter der Bridge Football Group, über deren Kaufabsichten erstmals [der Blick berichtete](https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/verhandlungen-sind-auf-der-zielgeraden-gc-steht-vor-verkauf-an-neue-investoren-id21998235.html?ref=tippinpoint.ch), stehen primär der Investor Eric Li Ying und der niederländisch-chinesische Unternehmer Eddie Tao sowie zwei weitere, nicht namentlich bekannte Angel-Investoren. Eric Li Ying gilt als Schlüsselfigur der Gruppe. Er soll Verbindungen zum TikTok-Gründer Zhang Yiming haben. Zu seinen geschäftlichen Aktivitäten und den finanziellen Mitteln gibt es kaum öffentlich verfügbare Informationen. Die Gruppe hält Beteiligungen und Partnerschaften in Europa und Asien. Zum Netzwerk gehören der niederländische Fussballclub FC Den Bosch, der italienische Verein FC Pro Vercelli 1892 sowie Shaanxi Union FC. Es handelt sich um unterklassige Provinzvereine, von denen in der Schweiz bislang kaum jemand gehört hat. ### Westschweizer Fifa-Jurist Nun also die Grasshoppers – Schweizer Rekordmeister mit 27 Titeln. Inzwischen haben die mutmasslichen neuen Besitzer in der Schweiz eine Struktur aufgebaut. Gemäss Handelsregister wurde am 27\. Mai 2026 in Wil SG die Bridge Football Group Switzerland AG eingetragen. Die Gesellschaft bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen sowie die Ausübung sämtlicher Tätigkeiten in den Bereichen Fussball, Sport, Medien, Unterhaltung und Vermarktung im In- und Ausland. Präsident des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsleitung ist Ludovic Deléchat, ein Westschweizer, der in Zürich lebt. An Bord ist auch der chinesische Investor Eric Li Ying, der gemäss Handelsregister in Hongkong leben soll. Wie zu hören ist, ist Ludovic Deléchat als neuer Präsident der Grasshoppers vorgesehen. Der Westschweizer Jurist, der zugleich CEO der Bridge Football Group und in dieser Funktion ebenfalls Präsident von zwei Vereinen ist, sitzt gemäss LinkedIn-Profil im Disziplinarausschuss der FIFA. Zwischen 2011 und 2019 war er beim Weltfussballverband in verschiedenen Funktionen tätig. ### Chinesisches Déjà-vu Dass erneut chinesische Investoren die Kontrolle über den Verein übernehmen, dürfte bei den Fans und den verbliebenen Mitarbeitenden der Grasshopper Fussball AG keine guten Erinnerungen wecken. Im Jahr 2020 stiegen Jenny Wang und der Fosun-Konzern beim Verein ein. Die erfolglose Ära endete im Januar 2024\. Dann übernahm der LAFC – der in Zürich einen Scherbenhaufen hinterlässt. Im April kam es zu einem Eklat zwischen den Fans und den Besitzern. Mit einem Banner «Fuck Off LAFC» machten die Anhänger ihrem Ärger Luft. Kurz darauf erklärten die Eigentümer aus Kalifornien ihre Bereitschaft, über einen Teil- oder Vollverkauf zu verhandeln. Wie sich nun herausstellt, waren die Verhandlungen damals bereits weit fortgeschritten. ### Mini-Schlagabtausch zwischen Karin Keller-Sutter und Beat Walti URL: https://www.tippinpoint.ch/mini-schlagabtausch-zwischen-karin-keller-sutter-und-beat-walti/ Last updated: 2026-07-18T23:01:09.000Z Der Zürcher FDP-Nationalrat Beat Walti gehört unbestrittenermassen zum Team [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Als prominenter Parteigänger von Karin Keller-Sutter ist er bemüht, der von der Finanzministerin vorgeschlagenen Too-big-to-fail-Regulierung die Zähne zu ziehen. In der Fragestunde des Nationalrats beruft er sich auf eine in der Financial Times zitierte Studie der Beratungsgesellschaft Alvarez & Marsal. Diese kommt zum Schluss, dass eine Deregulierung der Kapitalanforderungen für Banken in den USA und Grossbritannien eine «höhere und günstigere» Kreditvergabe an Unternehmen ermöglichen würde. Walti wollte vom Bundesrat wissen, ob dieser sich der «nachteiligen» Folgen bewusst sei, die ein derart «restriktiver» Kurs für die Kreditversorgung und die Finanzierungskosten der Realwirtschaft sowie für Investitionen und Wachstum haben könnte. ### «Keine direkten Auswirkungen» In seiner schriftlichen Antwort von diesem Montag hält das Finanzdepartement von Karin Keller-Sutter fest, dass der Bundesrat einen guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten als zentral für die Wirtschaft erachte. Aktuell gebe es jedoch keine Anzeichen einer Kreditklemme. Das EFD verweist dabei auf Analysen der Schweizerischen Nationalbank vom Februar 2026 und kontert damit die Befürchtungen Waltis. Zudem hätten die Vorschläge des Bundesrates zur Stärkung des Too-big-to-fail-Regimes «keine direkten Auswirkungen» auf Unternehmenskredite. Verschärfungen bei den Eigenmittelvorschriften für Unternehmenskredite in der Schweiz seien nicht vorgesehen. Die Finanzierungssituation der KMU werde im Rahmen der Umfragen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) weiterhin eng beobachtet. Darüber hinaus verweist das EFD auf geplante Entlastungs- und Fördermassnahmen am Kapitalmarkt, die noch in diesem Jahr im Rahmen einer Bereichsstudie geprüft werden sollen. ### Urs Wietlisbach geht eigene Wege und trennt gemeinsames Family Office auf URL: https://www.tippinpoint.ch/urs-wietlisbach-geht-eigene-wege-und-trennt-gemeinsames-family-office-auf/ Last updated: 2026-07-18T23:01:09.000Z Partners-Group-Mitgründer Urs Wietlisbach organisiert sein Milliardenvermögen neu. Innerhalb des Zuger Family Offices PG3 AG, das die Vermögen der drei Gründer seit 2013 verwaltet, soll eine eigenständige Einheit für seine Investments entstehen. Die neue Einheit innerhalb der Gründer-Holding soll von Jascha Forster geleitet werden, wie Bloomberg berichtet. Forster ist derzeit Chief Investment Officer von Spectrum Value Management, dem Family Office des [Industriellen Thomas Schmidheiny ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76072/thomas%5Fschmidheiny%5Fbaut%5F35-milliarden-fonds%5Fauf.html)aus Jona SG. Die Auslagerung markiere die erste bedeutende Abkehr von der bisher vollständig gemeinsamen Struktur von PG3, die 2013 von Urs Wietlisbach, Alfred Gantner und Marcel Erni gegründet wurde, heisst es. Die Beteiligten haben die Informationen bislang nicht bestätigt. ### Heikler Zeitpunkt Die Abspaltung erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt. Seit der Private-Market-Investor von dem Shortseller Grizzly Research attackiert wurde und bei einem seiner Fonds [Rücknahmen begrenzen musste](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78820/partners%5Fgroup%5Fzieht%5Fbei%5Fevergreen-fonds%5Fdie%5Fnotbremse%5F-%5Faktien%5Fstuerzen%5Fab.html), steht die Aktie massiv unter Druck. Die Bemühungen der Gründer, den Kurs durch eigene Aktienkäufe zu stabilisieren, blieben bislang weitgehend erfolglos. Gemäss Daten der SIX kauften Insider allein im Juni Aktien im Wert von rund 31 Millionen Franken. Bereits zuvor hatten sie mit [umfangreichen Käufen versucht](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78770/nach%5Fangriff%5Fvon%5Fgrizzly%5Fpartners-group-insider%5Fintervenieren%5Fmit%5Faktienkaeufen.html), den Kurs zu stützen. Seit Anfang Februar summieren sich die Insiderkäufe auf insgesamt 59,2 Millionen Franken. Im Januar handelten die Aktien der [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) noch bei knapp 1100 Franken. Am 3\. Juni, als das Unternehmen bei einem Fonds die Rücknahmen aussetzte, fiel der Kurs von rund 820 Franken auf unter 700 Franken. Am vergangenen Freitag gingen die Titel bei 697 Franken aus dem Handel. ### Singapur steigt ins Gold-Geschäft ein und greift Position der Schweiz an URL: https://www.tippinpoint.ch/singapur-steigt-ins-gold-geschaeft-ein-und-greift-position-der-schweiz-an/ Last updated: 2026-07-18T23:01:10.000Z Singapur wird bis Ende Jahr ein Clearing-System für Gold einführen und zudem einen Verwahrungsdienst für Zentralbanken anbieten. Damit verfolgt der Stadtstaat das Ziel, sich als globales Handelszentrum für Edelmetalle zu etablieren. Mehrere internationale Banken, darunter [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/), [Deutsche Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/deutsche-bank/) und DBS, werden sich an dem System beteiligen, wie die Behörden des Stadtstaates an einer Konferenz bekanntgaben. «Wir wollen die etablierten Zentren des Goldhandels und der Liquidität nicht ersetzen», sagte Vizepremierminister Gan Kim Yong an einer Konferenz am Montag. «Stattdessen kann Singapur als vertrauenswürdiger Hub im globalen Gold-Ökosystem dienen – indem es die regionale Nachfrage mit globaler Liquidität verbindet und die Marktaktivität während der asiatischen Handelszeiten unterstützt.» Gan Kim Yong steht auch an der Spitze der Monetary Authority of Singapore (MAS). Er sagte, dass der Clearing-Mechanismus voraussichtlich bis Ende dieses Jahres in Betrieb gehen werde. Später soll das Clearing-System mit dem Interbankenhandel verbunden werden. Zu den weiteren teilnehmenden Banken gehören OCBC und UOB aus Singapur sowie die chinesische Geschäftsbank ICBC und die südafrikanische Standard Bank. ### Wettkampf mit Hongkong Singapur und Hongkong liefern sich einen Wettkampf um die Krone im asiatischen Goldmarkt. Die Finanzplätze versuchen dabei, den etablierten Gold-Hubs Marktanteile streitig zu machen. Seit Jahrzehnten befinden sich der Handel, die Lagerung und die Raffinerie von Goldbarren in den Händen von London, New York und der Schweiz. Die aufgeflammten geopolitischen Spannungen haben die Nachfrage nach Gold als sicherem Wertspeicher in unsicheren Zeiten zusätzlich angekurbelt. Dass sich nun auch die Singapurer Regierung direkt engagiert, ist neu. Bisher wurde der Aufbau einer Goldinfrastruktur vor allem von privaten Unternehmen vorangetrieben. Die MAS will Tresoranlagen schaffen, damit andere Zentralbanken ihre Goldreserven im Stadtstaat lagern können. Dadurch werde Singapurs Position als Standort gestärkt, an dem Reservevermögen sicher verwahrt, aktiv verwaltet und während der asiatischen Handelszeiten mit Marktliquidität versorgt werden könne, sagte der Vizepremierminister. «Der Goldmarkt funktioniert am besten, wenn Liquidität und Infrastruktur über Regionen hinweg miteinander verbunden sind», sagte Gan. «Mit einer etablierten Clearing-Infrastruktur und einem starken Marktökosystem kann Singapur einen nahtloseren globalen Markt über verschiedene Zeitzonen hinweg unterstützen.» ### Der Bitcoin fällt - warum es diesmal anders ist URL: https://www.tippinpoint.ch/der-bitcoin-faellt-warum-es-diesmal-anders-ist/ Last updated: 2026-07-18T23:01:11.000Z Der Bitcoin-Wert entwickelt sich in Zyklen, diese werden durch das Halving initiiert. Zyklen zeichnen sich auch durch lange Abschwünge aus – die beim Bitcoin, der den Takt für die Branche vorgibt, Kryptowinter genannt werden. So weit, so bekannt. Bitcoin-Verfechter verweisen immer wieder darauf, dass der aktuelle Werteinbruch des Bitcoins von über 50 Prozent so gesehen nichts Aussergewöhnliches, sondern im Gegenteil die Regel ist. Im letzten Bärenmarkt brach der Kurs um 77 Prozent ein, in den beiden «Wintern» davor sogar um je rund 85 Prozent. ![Der Bitcoin fällt - warum es diesmal anders ist](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606163_070617.jpg) Jedes Mal hat sich der Bitcoin danach erholt und neue Höchststände erreicht. Auffällig ist dabei, dass die Abschwünge von Zyklus zu Zyklus flacher werden, weil der Markt reifer und grösser wird. Ist also alles im grünen Bereich? --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - Citigroup handelt tokenisierte Pre-IPO-Aktien auf Schweizer Plattform - Neue Krypto-Sanktionen der EU gegen Russland --- Es lohnt sich zu vergleichen, was in der aktuellen Baisse anders ist als in früheren Zyklen. Seit dem letzten Kryptowinter von 2022 haben sich entscheidende Faktoren im Markt verändert. Der wichtigste dürfte die Wahrnehmung durch institutionelle Investoren sein. Der Startschuss für die Adaption durch professionelle Anleger dürfte Anfang 2024 die Zulassung der ersten Spot Bitcoin ETF gewesen sein. Die neuen Anlagevehikel zogen unmittelbar hohe zweistellige Milliardenbeträge an. In der Folge kamen weitere Finanzprodukte auf Bitcoin und andere Krypto-Währungen hinzu und Banken boten ihren Kunden vermehrt Möglichkeiten an, direkt – ohne Umwege über Drittanbieter wie Kryptobörsen – in die neue Anlageklasse zu investieren. ### Regierungen und Regulatoren wechseln Seite Auch das politische und regulatorische Umfeld ist ein anderes geworden – und das liegt nicht nur an Donald Trump, der sich im Wahlkampf als «Bitcoin President» gab und den Aufbau einer nationalen Bitcoin-Reserve versprach. Per Ende 2024 hat die EU die Markets in Crypto Assets Regulation (MiCAR) in Kraft gesetzt. Dieses Gesetz regelt die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und virtueller Vermögenswerte in der Europäischen Union und soll Konsumenten und Investoren schützen. Die Schweiz war mit ihrem DLT-Gesetz einst ein Vorreiter und hat bereits Anfang 2021 die rechtlichen Rahmenbedingungen für Blockchain und Krypto-Assets geschaffen. Seither hat der Schwung hierzulande aber deutlich nachgelassen – und es wächst die Angst, dass die Schweiz den Anschluss verliert. In den Vereinigten Staaten hat sich in den vergangenen Monaten eine starke Krypto-Lobby gebildet. Das hat auch damit zu tun, dass die reichsten Krypto-Unternehmer aus den USA kommen – unter den zehn reichsten Milliardären finden sich neun Amerikaner: Brian Armstrong (Coinbase), der verurteilte Betrüger Sam Bankman-Fried, Chris Larsen (Ripple), Jed McCaleb (Stellar), Michael Saylor (Strategy), die Winklevoss-Zwillinge Tyler und Cameron (Gemini), Barry Silbert (Grayscale) und Matthew Roszak (Bloq). ### Ein Sturm an Skandalen und Insolvenzen Die einflussreiche Gruppe verstärkt den klaren Pro-Krypto-Kurs der USA, der mit dem «Gesinnungswechsel» in der Börsenaufsicht SEC eingeläutet wurde. Am 21\. April 2025 trat Paul S. Atkins, der zuvor im Dezember 2024 von Donald Trump nominiert wurde, offiziell seine Stelle als Chef der SEC an. Damit löste ein Krypto-Verfechter Gary Gensler ab, der Bitcoin & Co. skeptisch gegenüberstand. Atkins begann etwa mit der Einführung einer neuen Token-Taxonomie. Bald werden das Stablecoin-Gesetz (Genius Act) und das umfangreiche Marktstrukturgesetz (Clarity Act) verabschiedet und mehr Sicherheit und Transparenz in den Markt bringen. Der Bitcoin und andere Kryptowährungen werden dadurch wie Rohstoffe und nicht wie Wertschriften reguliert. Der letzte Kryptowinter wurde auch durch zahlreiche grosse Skandale, wenn nicht ausgelöst, dann doch «genährt». Im November 2022 brach die Kryptobörse FTX zusammen, als bekannt wurde, dass Gründer Sam Bankman-Fried Milliarden Kundengelder veruntreut und in riskante Spekulationen investiert hatte. Das Unternehmen FTX wurde insolvent. Bereits im Mai 2022 wurden beim Zusammenbruch des Terra-Luna-Konstrukts schätzungsweise 40 bis 50 Milliarden Dollar an Anlegervermögen vernichtet. Dies Kombination täuschte Stabilität mit durch zwei Coins vor: den Terra USD, ein sogenannter algorithmischer Stablecoin, der eigentlich im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sein sollte und Luna, die schwankende Schwesterwährung, die als Stützungsmechanismus für den Stablecoin diente. ### «Wenn er das nicht aushält, soll er sterben» Jetzt könnte man anführen, dass der aktuelle Winter deshalb schneller vorüber sein wird, weil viele Hindernisse aus dem Weg geräumt sind und es eigentlich keine negativen Einflussfaktoren wie in der letzten Baisse gibt. Doch bedrohlicher ist die Frage: Wieso ist der Bitcoin überhaupt im Kriechgang? Wenn es keine grossen Skandale gibt, Regulatoren, Regierungen und institutionelle Kunden Bitcoin & Co. akzeptiert und aufgenommen haben? Notenbanken wie die luxemburgische und die tschechische haben damit begonnen, Bitcoin-Reserven aufzubauen. In den vergangenen Wochen gab es oft Phasen, in denen Strategy, das Bitcoin-Treasury-Unternehmen von Michael Saylor, der einzig relevante Käufer am Markt war. Die Investorin, Ökonomin und Buchautorin Lyn Alden hat dazu mit einer zugespitzten Aussage reagiert. Auf X twitterte sie: «If Bitcoin can’t survive, it should die». Alden entgegnete damit auf die Kritik, Strategy könnte durch seine Zukäufe zu viel Macht im Markt erhalten. Man solle keine einzelne Entität dafür kritisieren, zu viele Bitcoins zu kaufen, meinte Alden. Falls Bitcoin schon dadurch zerstört werden könne, dass ein Akteur grosse Mengen Bitcoin akkumuliere, sei das Netzwerk ohnehin nicht robust genug. Das sei kein Fehler des Käufers, sondern ein Stresstest für Bitcoin, den ein offenes, neutrales Geldsystem aushalten müsse. Wahrscheinlich haben in den vergangenen Monaten zu viele Spekulanten Bitcoin einzig mit der Absicht gekauft, Geld zu verdienen und dann wieder zu verkaufen. Dieselben Investoren haben auch die Aktien von Gamestop, Meme-Coins, Crazy-Ape-NFT, Dot-Com-Aktien oder Silber in eine Berg-und-Talfahrt getrieben. Das zugrundeliegende Versprechen von Bitcoin – ein diversifizierter, globaler, zensurresistenter, währungssicherer Wertspeicher mit einem limitierten Emissionsvolumen zu sein – spielt für diese Investoren keine Rolle. Doch den Hype-Faktor haben die Kryptowährungen verloren. Die Jäger des «schnellen» Geldes haben sich neuen Opfer zugewandt wie KI-Aktien, Energietitel und SpaceX. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Citigroup handelt tokenisierte Pre-IPO-Aktien auf Schweizer Plattform Die US-Grossbank Citigroup lanciert eine Plattform, über die institutionelle Kunden tokenisierte Aktien privater Unternehmen handeln können. Das Angebot läuft auf der Schweizer Infrastruktur SDX (SIX Digital Exchange), das erste und einzige DLT-basierte zentrale Wertschriftendepot mit Finma-Lizenz. Die Zusammenarbeit wurde bereits im Mai 2025 angekündigt. Citigroup übernimmt auch die Funktion als digitale Verwahrstelle und Tokenisierungsagent. An der ersten verifizierten Investitionstransaktion war das Digitalunternehmen Kaleido beteiligt. Konkrete private Unternehmen, deren Anteile auf der Plattform gehandelt werden, nannte die US-Bank nicht. ## Neue Krypto-Sanktionen der EU gegen Russland Die Europäische Kommission hat neue Sanktionen gegen Russland unterbreitet. Mit dem Paket werden Transaktionsverbote gegen elf Krypto-Plattformen verhängt, die der Sanktionsumgehung beschuldigt werden. Das EU-Sanktionsregime gegen Russland besteht aus rollierend verabschiedeten Paketen mit unterschiedlichen Massnahmen. Den Hintergrund liefern Daten von Chainalysis. Gemäss Daten dem Unternehmen sind im vergangenen Jahr die Sanktionsumgehungen um fast 700 Prozent auf 104 Milliarden Dollar gestiegen. Vor wenigen Tagen war der 17-jährige Brite Alexander Browder auf eine russische Sanktionsliste gesetzt worden, weil er ein mutmassliches, milliardenschweres Krypto-Geldwäschesystem aufdeckte. Browder hatte im März aufgezeigt, wie Russland Börsen, OTC-Dienste und Stablecoins nutzt, um Sanktionen zu umgehen und Gelder zu waschen. Ein Eckpfeiler ist die russische Krypto-Börse Garantex, die laut Browder mehr als 100 Milliarden Dollar, der Grossteil davon aus Sanktionsumgehungen, verarbeitet hat. ### SpaceX: Retailinvestoren reissen Elon Musk die Aktien aus den Händen URL: https://www.tippinpoint.ch/spacex-retailinvestoren-reissen-elon-musk-die-aktien-aus-den-haenden/ Last updated: 2026-07-18T23:01:11.000Z Elon Musk schreibt Geschichte mit dem grössten Börsengang (IPO) aller Zeiten. Das durch ihn kontrollierte Raketen- und KI-Unternehmen [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) nimmt beim Börsengang 75 Milliarden Dollar ein und konnte wie geplant 555,6 Millionen Aktien zu einem Stückpreis von 135 Dollar im Markt platzieren, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Der Börsengang von SpaceX hat damit ein doppelt so grosses Volumen wie jener von Saudi Aramco, das im Jahr 2019 29,4 Milliarden Dollar einnahm. SpaceX hat den federführenden Banken erlaubt, weitere 83,3 Millionen Aktien zum gleichen Ausgabepreis unter die Anlegerschaft zu bringen. Falls dies gelingt, steigt das Gesamtvolumen des Börsengangs auf rund 86 Milliarden Dollar. Gemäss Agenturen überstieg die Nachfrage das verfügbare Aktienangebot um mehr als das Vierfache. Interessant am spektakulären IPO ist, dass Retailinvestoren offenbar eine entscheidende Rolle spielten. Insgesamt sollen sie Aktienorders im Umfang von mehr als 100 Milliarden Dollar platziert haben – was deutlich über den 20 Prozent des Emissionsvolumens liegt, die für Kleinanleger reserviert waren. SpaceX wird also wie erwartet mit 1,77 Billionen Dollar bewertet. Die Aktie wird am Freitag unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq sowie an der Nasdaq Texas erstmals gehandelt. Wegen geänderter Börsenregeln werden die Titel schon bald in wichtige Indizes wie den Nasdaq-100 Index aufgenommen – was die Nachfrage zusätzlich ankurbeln wird. Passive Fonds müssen die Titel nachkaufen, was zumindest am Anfang für steigende Kurse sorgen könnte. ### Passive Fonds müssen kaufen Der Umstand, dass passive Konstrukte ein Unternehmen kaufen müssen, dessen Geschäftsmodell in den Kinderschuhen steckt, das Milliardenverluste schreibt und über einen minimalen Free Float an der Börse verfügt, hat zu massiver Kritik geführt und Beobachter am [Erfolgskonzept passiver Strategien zweifeln ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78838/elon%5Fmusk%5Fversetzt%5Fdem%5Fpassiven%5Fanlegen%5Fden%5Ftodesstoss.html)lassen. Elon Musk will mit [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) in völlig neue Sphären vorstossen – im All und auf der Erde. Kein anderes Unternehmen liefert eine ähnlich spektakuläre Zukunftsgeschichte. Das fängt mit dem Raumfahrtgeschäft an, das SpaceX vor einer Revolution sieht. Mit dem Mega-Raumschiff Starship sollen die Kosten für Transporte ins All drastisch gesenkt werden. Dadurch könnten neue Märkte entstehen – von Mondmissionen über Weltraumtourismus bis hin zum Transport riesiger Satelliten und ganzer Fabriken in den Orbit. Elon Musk träumt davon, die Menschheit «multiplanetar» zu machen. Er will auf dem roten Planeten eine Stadt mit einer Million Menschen bauen. Weniger nach Science-Fiction, dafür umso mehr nach Business klingen andere Visionen. So sehen Analysten grosses Potenzial in der Verbindung von Musks Satelliten-Infrastruktur, künstlicher Intelligenz und globalen Datendiensten. Musk hat Anfang Jahr seine KI-Firma xAI in SpaceX integriert, was einen erheblichen Teil der hohen Bewertung des Unternehmens erklärt. Der Plan ist es, SpaceX zu einem weltumspannenden Technologie- und Infrastrukturkonzern auszubauen, mitsamt Datencentern im All. Die Raketen wären dann nur noch das Werkzeug für ein Geschäft, das weit über die Grenzen der Erde hinausreicht. ### Moonshot-Prognosen Um die Stimmung vor dem IPO anzukurbeln, haben Analysten zu dem Börsengang spektakuläre Studien veröffentlicht. Morgan Stanley etwa geht davon aus, dass [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) bis zum Jahr 2040 einen Jahresumsatz von rund 3,4 Billionen Dollar (3400 Milliarden) erreichen könnte – was einer Verhundertfachung gegenüber heute entspricht. Treiber dieser Entwicklung wäre in erster Linie das KI-Geschäft des Konzerns. Noch optimistischer sind die Auguren der Investmentbank Goldman Sachs. Sie schätzen, dass allein die KI-Sparte bis 2030 einen Jahresumsatz von mehr als 320 Milliarden Dollar erzielen könnte. Sowohl Morgan Stanley als auch Goldman Sachs gehören zu den Banken, die den Börsengang begleiten und daran mitverdienen. Ihnen liegt sehr viel daran, dass der IPO ein Erfolg wird. ### Elon Musk versetzt dem passiven Anlegen den Todesstoss URL: https://www.tippinpoint.ch/elon-musk-versetzt-dem-passiven-anlegen-den-todesstoss/ Last updated: 2026-07-10T11:20:34.000Z In dieser Woche geht der KI-Gigantismus in die nächste Runde. Am Freitag ist die Publikumsöffnung für die Aktien von SpaceX geplant. Diese soll dem Unternehmen von Elon Musk, das bisher mit wiederverwendbaren Raketen und dem Satelliten-Netzwerk Starlink Schlagzeilen machte, frisches Kapital von 75 Milliarden Dollar einbringen. Je nach Schätzung wird dadurch das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 5 Milliarden Dollar auswies, mit über 1,7 Billionen Dollar bewertet. SpaceX rückt damit gleich auf Platz 6 der nach Börsengewicht grössten US-Unternehmen vor – noch vor Broadcom, dem Facebook-Mutterkonzern Meta oder Berkshire Hathaway. Das macht den S&P-500-Index noch tech-lastiger – und auch KI-lastiger. Im Börsenprospekt legt das Unternehmen von Elon Musk das Schwergewicht auf KI. Mit dem Kauf von xAI Anfang dieses Jahres übernahm SpaceX auch den KI-Dienst Grok von X. Im Prospekt wird der zukünftigen Strategie mit Datencentern im All, die den Datenhunger von KI stillen sollen, viel Platz eingeräumt. Mit ChatGPT-Entwickler Open AI und Antrophic, dem Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, stehen zwei weitere KI-Konzerne in den Startlöchern zum Börsenstart – die Unterlagen an die Börsenaufsicht wurden bereits eingereicht. Die Bewertungen bewegen sich ebenfalls im Billionenbereich. Das wird das Ungleichgewicht zugunsten von amerikanischen und «KI-nahen» Unternehmen in globalen Aktienindizes noch mehr verschieben. ### **Drei Viertel des Börsengewichts** Bereits im Jahr 2010 machten US-Aktien rund 50 Prozent des MSCI World Index aus, durch hohes Wirtschaftswachstum, vielen IPO und einer überdurchschnittlichen Aktienperformance dehnte sich dieser Wert bis 2018 auf 60% aus und erreichte Ende 2024 bereits fast 75 Prozent. Der Höhenflug von Nvidia, Amazon, Google, Broadcom u.a. dürfte den Anteil zuletzt noch weiter ausgedehnt haben. Innerhalb des amerikanischen Aktienmarkts gewinnen dabei Tech-Titel immer mehr an Gewicht. Diese Valoren machen mittlerweile die Hälfte des S&P-500, dem wichtigsten US-Index, aus – wenn man zu den «glorreichen 7» mit Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta Platforms, Nvidia und Tesla die Titel aus dem Software-, Halbleiter- und Kommunikationsbereich dazuzählt. Zwischen den grossen Tech-Firmen, den Halbleiter-Produzenten und KI-Unternehmen ist ein Kreislaufgeschäft in Gang gesetzt worden, das die Bewertungen der Unternehmen gegenseitig in die Höhe treibt, ohne dabei bereits wirkliche Profitabilität zu generieren. Die führenden Big-Tech-Konzerne wie Amazon, Google, Meta und Microsoft investieren gigantische Summen, oft im dreistelligen Milliardenbereich, in KI-Rechenzentren, um sich Marktanteile zu sichern. Diese Datencenter kaufen dafür die neusten Hochleistungschips in grosser Menge, um die nötige Kapazität zu erhalten, um die Modelle der KI-Anbieter trainieren zu können. Gleichzeitig machen OpenAI und andere KI-Anbieter bei diesen Überkreuzbeteiligungen mit. ### **Eine Idee aus dem Jahr 1993** Damit geht die Diversifikation im Index, der am häufigsten für ETF genutzt wird, flöten. Als im Januar 1993 mit dem SPDR S&P-500-ETF, der erste Exchange Traded Funds eingeführt wurde, war das der Startschuss für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Das umgangssprachlich «Spider» genannte Anlageprodukte bildete die Bewegung des gesamten marktbreiten Börsenindizes S&P-500-Index nach – auch wenn nur 100 Dollar in den ETF investiert wurden. Dieses passive Investieren – statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufte man den gesamten Markt respektive Index – wurde von immer mehr Konkurrenten aufgegriffen und zog riesige Mengen Anlagegelder an. Die Idee dahinter: Der Anleger ist bereits mit einem ETF breit diversifiziert und kann theoretisch mit drei ETF (etwa USA, weltweit, Europa) eine Anlagestrategie verfolgen. Dabei geht er keine Einzelwetten ein und schlägt sich besser als die Mehrheit der aktiven Fondsmanager und Vermögensverwalter, die es (nach Abzug der Kosten) in der Mehrheit nicht schaffen, den Markt zu schlagen. Eine ETF ist dabei deutlich günstiger als ein aktiv gemanagtes Instrument. ### **Aufnahme wird beschleunigt** Das ist die Theorie: Der eigene Erfolg, Auswüchse an den Märkten und Regeländerung bedrohen heute die Erfolgsgeschichte des passiven Anlegens. Die globalen Aktienindizes waren seit jeher US dominiert und wurden in den vergangenen Jahren auch immer technologielastiger. Angesichts der starken Mittelzuflüsse nährt sich der ETF-Boom selbst. Da die meisten Indizes nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, fliesst neues Kapital systematisch in die grössten und häufig bereits hoch bewerteten Titel. Das heisst von jedem Dollar, der in den MSCI World Index fliesst, gehen rund drei Viertel an die US-Börse und davon rund die Hälfte in den erweiterten Tech-Bereich. Mit einer Investition in einen globalen ETF übernimmt man Klumpenrisiken, statt die Risiken zu streuen. Lange galt das konservative Aufnahmeprozedere der Indexanbieter als Garant, dass junge Boom-Unternehmen, mit übertriebenen Erwartungen und Bewertungen, nicht zu schnell Teil der Indizes – und damit des passiven Anlegens wurden. Unternehmen die etwa in den S&P-500-Index aufgenommen werden wollten, musste das durch anhaltende Profitabilität, ausreichender Liquidität, einer belastbaren Börsengeschichte und mit einem breit gestreuten Aktionariat verdienen. Die Bedingung für die Aufnahme in den breiten US-Börsenindex waren mindestens zwölf Monate Börsenkotierung, eine Mindestkapitalisierung, kumuliert positive Gewinne über die vergangenen vier Quartale, ein ausreichendes Handelsvolumen sowie einen Free Float von mindestens fünfzig Prozent. ### **Die Macht der passiven Kapitalströme** Der Wendepunkt kam mit dem Tesla-IPO Ende 2020\. Der Titel wurde unmittelbar in den S&P 500 aufgenommen und war auf Anhieb einer der grössten Indexbestandteil mit rund 1,7 Prozent Gewichtung. Gemäss einem Marktkommentar der Privatbank Reichmuth & Co. mussten damals passive Fonds Schätzungen zufolge Aktien im Umfang von über 50 Milliarden Dollar umschichten, um Tesla in ihre Portfolios aufzunehmen. «Damit wurde erstmals sichtbar, welche Marktmacht passive Kapitalströme besitzen», schreibt Christof Reichmuth, unbeschränkt haftender Gesellschafter der Privatbank. Seit Mai 2026 können Unternehmen gemäss der neuen «Fast Entry»-Regel des Nasdaq 100 bereits fünfzehn Handelstage nach dem IPO in den Tech-Index aufgenommen werden, sofern ihre Marktkapitalisierung respektive ihr tägliches Handelsvolumen gross genug ist. Das klassische Regime, das sogenannte Seasoning-Prinzip, war gemäss Christof Reichmut kein bürokratischer Selbstzweck gewesen, sondern sollte dem Markt Zeit geben, Bewertungen zu testen, Liquidität aufzubauen und extreme Fehlbewertungen nach Börsengängen abzufedern. ETF, die den Tech-Index nachbilden werden also gezwungen, SpaceX-Aktien kurz nach dem Börsengang zu diesen galaktischen Bewertungen zu kaufen. Dieser «Kaufzwang» für die Index-Anleger stellt sicher, dass zumindest einige Tage nach dem Börsengang noch rege Nachfrage nach den neuen Aktien herrscht. ### **SpaceX ohne Bookbuilding** Grosse weit verbreitete globale Indizes wie der MSCI World, der MSCI All Country World, der FTSE All-World, der Solactive GBS Global und viele weitere Indizes werden jedoch nur einen Teil des Gewichts in den Index aufnehmen, da sie «free float weighted» sind und nur das frei handelbare Volumen berücksichtigen. Der Indexbetreiber S&P-500 betonte anlässlich der Nachrichten zu den KI-IPO, das die oben erwähnten Kritikerin nicht ausgesetzt würden. SpaceX kommt also voraussichtlich erst 2027 in den Index. Bei SpaceX bereitet nicht nur die Aufnahme in die Indizes Sorgen. Das Unternehmen verzichtet auch auf ein klassisches Bookbuilding-Verfahren und emittiert die Aktien zu einem Festpreis. Dies bezeichnen die Konsortialbanken als «Zeichen der Stärke», man könnte auch einwenden, die Marktkräfte werden ausgeblendet. Auch die Aktionärsstruktur nach dem IPO ist kritikwürdig. Nach dem Börsengang behält Elon Musk die Kontrolle über SpaceX praktisch unverändert, dank der mit zehn Stimmrechten je Aktie ausgestatteten Class-B-Anteile käme er künftig auf 84,4 Prozent der Stimmen – vor dem Börsengang waren es 85 Prozent. ### **Wie in der Dot-Com-Blase** Vieles erinnert an die Dot-Com-Blase. Jedes Unternehmen, das aktuell nur ansatzweise die Möglichkeit bietet, mit der gehypten Technologie KI verbunden zu werden, profitiert von gewaltigen Bewertungsausdehnungen. Genügte es zum Jahrtausendwechsel eine Website und ein E-Commerce-Konzept vorzuweisen, um «dot-com» zu sei, gibt es heute kaum ein Unternehmen, das nicht angibt, dank KI Geschäftsvolumen und Profitabilität zu steigern. Die Pharmabranche nimmt in Anspruch, den Entwicklungsprozess mit künstlicher Intelligenz zu beschleunigen, Finanzdienstleister wollen On-boarding, Kundenbetreuung und Asset Management optimieren. Das geht bis hin zu traditionellen Schweizer Mid-Caps: Huber + Suhner verdient an den teuren Verkabelungen der Data-Center, Accelleron stellt für diese Diesel-Turbolader her, für den Fall, dass die Stromversorgung ausfällt, Belimo liefert Belüftungstechnik für die durch Tausende von Halbleitern aufgeheizten Hallen. Es gäbe noch viele Beispiele. Die KI-Börsengänge werden also das globale Börsengewicht erst im zweiten Schritt markant ausdehnen, in einem ersten Schritt werden sie die Marktkapitalisierung der KI-Fantasie im gesamten Aktienmarkt weiter aufblasen. Diese Durchdringung des globalen Anlageuniversums mit KI-Fantasie hat zur Folge, dass bei aufkommender Skepsis und einem Realitätscheck, die aufgeschaukelte Euphorie wie ein Kartenhaus zusammenfällt und die globalen Aktienmärkte in der Breite leiden werden. Das Verkaufsargument der diversifizierten ETF wird dann erst recht nicht mehr greifen. Die Idee des passiven Investierens vermag die Anleger nicht mehr zu schützen – weil überall zu viel USA und zu viel KI drinsteckt, wird auch die Korrektur stark überproportional in den passiven Anlageinstrumenten abgebildet. ETF sollten vielleicht bald umbenannt werden, in «Exchange Traded Concentration Risk». ### True Wealth verwaltet erstmals mehr als drei Milliarden Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/true-wealth-verwaltet-erstmals-mehr-als-drei-milliarden-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:01:12.000Z Nach eigenen Angaben betreut [True Wealth](https://www.tippinpoint.ch/tag/true-wealth/) inzwischen mehr als 45'000 Kunden, die insgesamt drei Milliarden Franken den digitalen Vermögensverwalter anvertraut haben. Zum Wachstum beigetragen habe auch das Geschäft mit der gebundenen Vorsorge, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Die in der Säule 3a verwalteten Vermögen würden inzwischen bei mehr als 500 Millionen Franken liegen. Ende Juli 2025 meldete das Unternehmen verwaltete Vermögen von 2 Milliarden Franken bei 35’000 Kunden. Die durchschnittliche Anlagesumme pro Kunde stieg seither um 16 Prozent auf über 66’000 Franken. Der Zuwachs dürfte sich zum Teil mit Marktperformance erklären lassen. Das 2013 gegründete Unternehmen verwaltet die Kundenportfolios über eine selbst entwickelte IT-Plattform. Die Software wird nach Unternehmensangaben von einem Entwicklungsteam in der Schweiz laufend weiterentwickelt. Das Unternehmen setzt dabei auf eine eigene technologische Infrastruktur und verzichtet auf externe Anbieter von Bankensoftware. ### Probleme bei Partners Group erwischen die Schweizer Asset-Management-Branche auf dem falschen Fuss URL: https://www.tippinpoint.ch/probleme-bei-partners-group-erwischen-die-schweizer-asset-management-branche-auf-dem-falschen-fuss/ Last updated: 2026-07-18T23:01:14.000Z Ideales Timing ist es nicht. Der Verband Asset Management Switzerland (AMAS) stellt in seiner jährlichen Branchenstudie die Privatmärkte ins Zentrum. Die Private Markets, also Private Equity und Debt, werden als Wachstumstreiber der kommenden Jahre für die Branche bezeichnet. Investoren würden verstärkt nach Diversifikation, Widerstandsfähigkeit und langfristiger Wertschöpfung suchen, heisst es in der Untersuchung. «Private Markets und technologiegetriebene Transformation werden eine Schlüsselrolle für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Asset Managements spielen», sagt Norman Karrer, Managing Partner der Beratungsfirma Zeb, die die Studie im Auftrag der AMAS durchführte. Doch spätestens mit dem epochalen Kurssturz der Aktien von Partners Group von letzter Woche sind die Risiken der Private Markets zu einem Mainstream-Thema geworden. Plötzlich kreisen die Diskussionen um Liquiditätsrisiken nicht mehr nur um Performancezahlen, wenn Anleger über Evergreen-Funds sprechen. Tatsächlich sehen die in der Studie Befragten die illiquide Natur von Private Markets als das grösste Hindernis in der Produktdistribution. Aus Produktionssicht kommt das Liquiditätsmanagement an zweiter Stelle der grössten Herausforderungen. [Stetes Wachstum. (Quelle: Swiss Asset Management Study 2026)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606161%5F070650.jpg?ref=tippinpoint.ch) Am ganzen Asset-Management-Kuchen macht die Anlageklasse der Private Markets mit einem Volumen von 381 Milliarden rund 13 Prozent aus. Dieser Anteil ist seit mehreren Jahren konstant. Weniger als die Hälfte ist in Private-Equity-Strukturen angelegt, dann kommen Rohstoffe, Infrastruktur und Private Debt. Spezialitäten wie CAT Bonds und Hedge-Funds befinden sich in Nischen. ### 2025 – ein Spitzenjahrgang Schaut man aufs ganze Bild, gehört 2025 zu den erfolgreichen Jahren. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen stiegen um 8,2 Prozent auf den Rekordwert von 3,73 Billionen Franken. Damit behauptet die Schweiz ihre Position als drittgrösster Asset-Management-Standort Europas hinter Grossbritannien und Frankreich. Die Studie macht allerdings deutlich, dass das Wachstum weiterhin stark von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängt. [Stetes Wachstum. (Quelle: Swiss Asset Management Study 2026)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2606161%5F070608.jpg?ref=tippinpoint.ch) Der globale Technologie- und KI-Boom habe einen wesentlichen Beitrag zum Vermögensanstieg geleistet. Gleichzeitig nehmen Margendruck, Betriebskosten und regulatorische Anforderungen zu. Nach Ansicht der Autoren werden deshalb internationale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nettoneugeldzuflüsse für die Branche immer wichtiger. ### Der Ständerat laboriert an der Verwässerung der Lex UBS URL: https://www.tippinpoint.ch/der-staenderat-laboriert-an-der-verwaesserung-der-lex-ubs/ Last updated: 2026-07-18T23:01:14.000Z Wirklich neu ist die Meldung von Reuters nicht, die gestern für einen leichten Kursanstieg der UBS-Aktie sorgte. Die Agentur berichtete, dass Schweizer Parlamentarier einen neuen Vorschlag zur Abschwächung der geplanten Kapitalanforderungen für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) diskutieren würden. Sollte dieser umgesetzt werden, könnte sich die zusätzliche Kapitalbelastung für die Bank gegenüber den ursprünglichen Plänen des Bundesrats um mehrere Milliarden Dollar verringern. Wie Reuters unter Berufung auf vier mit den Beratungen vertraute Personen schreibt, werde nun über eine «Lösung» diskutiert, bei der die UBS ihre Auslandstöchter nur zu 70 bis 80 Prozent mit CET1-Kapital absichern müsste – statt zu 100 Prozent, wie vom Bundesrat vorgeschlagen. Bereits vor ein paar Wochen [zirkulierten Meldungen über Zugeständnisse](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78797/nur%5Fnoch%5F10%5Fmilliarden%5Foder%5Fnoch%5Fweniger%5Fwie%5Fberner%5Fstaenderaete%5Fdie%5Flex%5Fubs%5Fverwaessern%5Fwollen.html), zu denen die federführende Ständeratskommission offenbar bereit ist und die für die UBS eine deutliche Entlastung bedeuten würden. Auch da ging es um die Reduktion der Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter im Stammhaus auf etwa 80 Prozent. Die verhaltene Reaktion an der Börse kann als Zeichen gewertet werden, dass die Märkte eine Verwässerung der Eigenkapitalvorschriften bereits eingepreist haben. ### Härte beim PLB? Die nächste Sitzung der Kommission findet erst nach den Sommerferien statt. Dann auch der sogenannte Public Liquidity Backstop (PLB) auf die Traktandenliste kommen. Die Kernfrage dabei lautet: Sollen systemrelevante Banken für die Liquiditätsnotsicherung eine Gebühr bezahlen müssen oder nicht? Da es sich beim PLB – neben der impliziten Staatsgarantie – um eine Subvention handelt, die der Staat den Banken gewährt, könnte sich in der Kommission eine Ja-Mehrheit herausbilden. Beim PLB ordnungspolitische Strenge zu zeigen, macht für die Ständeräte auch aus Imagegründen Sinn: Wir geben beim strengen Eigenkapitalregime nach – dafür bleiben wir bei der Liquiditätsnotsicherung hart. ### UBS streicht Nachhaltigkeits-Teams zusammen URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-streicht-nachhaltigkeits-teams-zusammen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:15.000Z Vor ein paar Jahren wurden sie noch händeringend gesucht – heute sind viele Nachhaltigkeitsspezialistinnen und -spezialisten froh, wenn sie innerhalb ihrer Bank eine andere Stelle finden. Wie Bloomberg berichtet, hat die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) die Belegschaft im sogenannten Chief Sustainability Office seit Mitte 2023 von mehr als 100 auf rund 35 Personen geschrumpft. Der Abbau erfolgt global. Erst kürzlich wurde das Nachhaltigkeitsteam in Asien von sieben auf drei Mitarbeitende reduziert. Gegenüber der Nachrichtenagentur wollte sich eine UBS-Sprecherin nicht zu konkreten Stellenstreichungen äussern. Sie betonte jedoch, dass die Nachhaltigkeitsstrategie unverändert bleibe. «Unser Anspruch, UBS als führendes Institut im Bereich Nachhaltigkeit zu positionieren, bleibt unverändert», erklärte die Sprecherin gegenüber Bloomberg. Nachhaltigkeit werde künftig stärker in die Geschäftsbereiche integriert, um Effizienzgewinne zu erzielen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. ### Der grosse Treck Spätestens mit dem zweiten Amtsantritt von Donald Trump haben sich die Prioritäten verschoben – nicht nur bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), sondern bei fast allen grossen Banken. So schloss sich die Schweizer Grossbank dem grossen Treck anderer Institute an und trat unter anderem aus der Net Zero Banking Alliance aus. Laut Bloomberg beschränkt sich der ESG-Abbau bei der UBS jedoch nicht nur auf die zentrale Nachhaltigkeitsorganisation. Bereits Ende 2024 sei das Sustainability and Impact Institute aufgelöst worden, das sich mit Thought Leadership befasste. Betroffen waren rund fünf Mitarbeitende. Zudem habe die Bank ihr ESG-Datenteam praktisch aufgelöst. Mittlerweile soll sich noch eine Person mit dem Thema befassen von ursprünglich zehn. Auch die Abteilung für Diversity und Philanthropie wurde verkleinert. Die Zahl der Mitarbeitenden sank laut Bloomberg von rund 150 auf etwa 86\. Etwa 40 Beschäftigte haben innerhalb der Bank andere Rollen gefunden. Seit 2024 ist Geschäftsleitungsmitglied Bea Martin für die Umsetzung der Nachhaltigkeits- und Impact-Strategie der Grossbank verantwortlich. Es ist eine von viele Rollen, die die Spanierin ausübt: Sie ist COO, President UBS EMEA sowie Head Non-Core and Lagacy. Zudem ist sie auch Chief Executive der UBS in Grossbritannien. ### Erstmals über 1500 arbeitslose Bankangestellte im Kanton Zürich URL: https://www.tippinpoint.ch/erstmals-ueber-1500-arbeitslose-bankangestellte-im-kanton-zuerich/ Last updated: 2026-07-18T23:01:16.000Z Die Abbauwellen in den Banken gehen weiter – das zeigen die jüngsten Statistiken des Seco und des Amts für Arbeit des Kantons Zürich. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Beschäftigten aus der Bankenbranche kletterte auf 1521 – ein Plus von 58 oder 4 Prozent gegenüber dem Monat April, als 1463 Stellensuchende bei einem RAV gemeldet waren. ![Ein Sprung nach oben (Area Chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/J1mIF/full.png) Der Zuwachs von 58 Betroffenen in einem Monat ist einer der stärksten in den vergangenen Jahren seit dem Verschwinden der Credit Suisse. Mit einem Plus von 36 Prozent gegenüber Mai vor einem Jahr gehören die Banken zu den am stärksten betroffenen Branchen im ganzen Kanton. In keiner anderen Branche war der Zuwachs höher als bei den Geldinstituten. ![Erstmals über 1500 arbeitslose Bankangestellte im Kanton Zürich](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606160_060607.jpg) Auch auf Landesebene nimmt der Stellenabbau im Banking weiter zu, allerdings deutlich weniger stark als im Kanton Zürich. Im Mai waren schweizweit 4412 Bankangestellte bei den RAVs gemeldet. Im Vormonat waren es 4387\. Ein Plus von 0,6 Prozent oder 25 Betroffenen. Gegenüber Mai 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen um 23,4 Prozent gestiegen – signifikant, aber weniger stark als im Kanton Zürich, wo jeder dritte arbeitslose Banker gemeldet ist. ### Postfinance besetzt Vakanz im Verwaltungsrat URL: https://www.tippinpoint.ch/postfinance-besetzt-vakanz-im-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-07-18T23:01:17.000Z Der staatliche Finanzdienstleister [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) hat Christoph Kurth in den Verwaltungsrat der gewählt. Im siebenköpfigen Verwaltungsrat werde er ab sofort eines von vier von der Schweizerischen Post mandatierten Verwaltungsratsmitgliedern, heisst es in einer Mitteilung. Zudem nehme er Einsitz im Ausschuss «Audit & Compliance». Der 57-jährige Schweizer Jurist bringe mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Compliance mit Schwerpunkt Finanzindustrie mit, schreibt das Unternehmen. Seit 2018 ist Christoph Kurth Partner bei der Kanzlei Baker McKenzie. Zuvor war er in verschiedenen Führungsfunktionen für die UBS tätig. Kurth ersetzt Bernadette Koch, die unter Getöse zur Luzerner Kantonalbank in den Verwaltungsrat wechselte. Nach langem Zögern und erst nach der Bestätigung durch die Generalversammlung trat Koch aus dem Post-Verwaltungsrat zurück – ein Mandat, das sie ursprünglich behalten wollte. ### Wo die Probleme bei Partners Group wirklich liegen URL: https://www.tippinpoint.ch/wo-die-probleme-bei-partners-group-wirklich-liegen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:17.000Z So einfach ist es dann vielleicht doch nicht. Am Wochenende gab Fredy Gantner der SonntagsZeitung ein Interview zu den Problemen des Zuger Private-Market-Investors und zum [massiven Kurssturz der letzten Woche](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78820/partners%5Fgroup%5Fzieht%5Fbei%5Fevergreen-fonds%5Fdie%5Fnotbremse%5F-%5Faktien%5Fstuerzen%5Fab.html). Der Mitgründer von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) gab Erklärungsversuche ab, warum das erfolgsverwöhnte Unternehmen zuletzt unter Druck kam. Er wiegelte ab. Das operative Geschäft laufe gut, die Vorwürfe des Shortsellers seien haltlos und die Bewertungen würden stimmen, führte Gantner aus. Wenn dem so sei, warum traue dann der Markt dem Unternehmen nicht, wollte die SonntagsZeitung wissen. «Das ist zurzeit ein Branchenproblem und aus meiner Sicht eine massive Überreaktion. Die geopolitischen Rahmenbedingungen helfen auch nicht. Das betrifft nicht nur uns, aber wir müssen besser und proaktiver kommunizieren. Diese schmerzhafte Lektion gilt es zu lernen», entgegnete Gantner. Tippinpoint hat in den letzten Tagen mit ehemaligen Angestellten sowie mit Branchenkennern gesprochen, die das Innenleben von Partners Group sehr gut kennen und mit den drei Gründern vernetzt sind. Neben der Zinsentwicklung und der geopolitischen Lage, mit denen alle zu kämpfen haben, kommt man auf vier Problemfelder, die spezifisch für die Zuger Partners Group sind. ### Governance Es beginnt mit der Governance, sagt ein Insider. Er sieht das Problem bei den Rollen der drei Gründer: Alfred Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni haben zwar formell Macht abgegeben und sind nur noch einfache Verwaltungsratsmitglieder – die drei bezeichnen sich als exekutive VR-Mitglieder. Doch de facto würden sie weiterhin die Fäden im Unternehmen ziehen und sich ins Geschäft einmischen. Auf dem Papier sind die Zuständigkeiten eigentlich klar geregelt: CEO ist David Layton, Executive Chairman ist Steffen Meister. Doch wer ist wirklich verantwortlich für die Entscheide, die auf höchster Ebene gefällt werden? Das sei eben nicht so klar; die Verantwortlichkeiten würden in der Luft hängen, so der Kenner des Unternehmens. ### Börsendruck Zweiter Punkt: Als börsenkotierter Investment-Manager muss [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) vor allem seinen Aktionären dienen. Diese wollen starke Zahlen sehen. Augenfällig wurde dies letzte Woche, als das Unternehmen versuchte, die Märkte zu beruhigen. «Partners Group expects solid net AuM growth for 2026 despite recent uncertainty around evergreen redemptions», lautete die Überschrift der Medienmitteilung, die das Unternehmen letzten Donnerstag verschickte. Doch der Druck, die Assets under Management zu steigern, ist eigentlich genau das Problem. «Um der Börse zu gefallen, muss Partners Group viel Geld anziehen. Doch diese Geldflut muss auch irgendwo investiert werden, und das ist gar nicht so einfach.» Die Gefahr sei gross, dass man als Manager keine optimalen Investments tätige. Wenn Partners Group nicht an der Börse wäre, würde sie den Geldfluss in der aktuell angespannten Situation eindämmen, so die Einschätzung des Experten. ### Investment-Produkte Dritter Punkt: Die Produkte von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) wie auch von anderen Private-Market-Investoren haben in den letzten Jahren nicht mehr so stark performt wie früher, als die Branche erheblich vom historischen Zinssenkungszyklus profitierte. Im Vergleich zu breiten Aktienindizes wie dem MSCI World sind vor allem die an Privatanleger vermarkteten Evergreen-Produkte nicht mehr haushoch überlegen, um es vorsichtig zu formulieren. Dabei sind spezifische Nachteile wie die fehlende beziehungsweise eingeschränkte Liquidität noch gar nicht mal eingerechnet. Die Rücknahmeanträge müssen deshalb auch aus Sicht der Performance gelesen werden, die für manche Anleger vielleicht nicht mehr so berauschend ist. ### Expertise Vierter Punkt: [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) macht (fast) alles. Das Unternehmen investiert ins Luxussegment (Breitling), aber auch in Industriefirmen, Kinderkrippen, Verpackungsunternehmen, Business-Software, Outsourcing-Dienstleister, Medizintechnik, erneuerbare Energien und vieles mehr. «Es ist unmöglich, Top-Expertise in allen diesen Branchen zu haben», sagt ein Insider. Die Gefahr, eine Branche oder ein Unternehmen nicht richtig zu verstehen, sei entsprechend gross. Damit gehe das Risiko einher, dass Partners Group für ein Unternehmen zu viel bezahle. Was man im Private-Markets-Geschäft oftmals unterschätzt: Neben den Investment-Managern wie Partners Group gibt es immer auch eine Reihe von industriellen Käufern, die sich für ein Zielobjekt interessieren. Diese sind tiefer in den Märkten verankert und oftmals auch nicht bereit, jeden Preis zu bezahlen. Beziehungsweise ziehen sich zurück, sobald ein Private-Equity-Unternehmen auftaucht. ### Lex Greensill erhält Berufsverbot für neun Jahre URL: https://www.tippinpoint.ch/lex-greensill-erhaelt-berufsverbot-fuer-neun-jahre/ Last updated: 2026-07-18T23:01:17.000Z Das Urteil erging rund fünf Jahre nach dem spektakulären Zusammenbruch von Greensill Capital. Greensill akzeptierte die Sanktion und beendete damit ein laufendes Gerichtsverfahren. Zuvor hatte er noch versucht, sich gegen die Massnahme zu wehren. Die britischen Behörden kamen zum Schluss, dass Greensill gegen seine Pflicht verstossen habe, als Firmenchef mit der erforderlichen «Sorgfalt, Kompetenz und Umsicht» zu handeln. Wie britische Medien berichten, liegt die neunjährige Sperre deutlich über der durchschnittlichen Dauer vergleichbarer Berufsverbote. Der Fall steht im Zusammenhang mit der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) beziehungsweise mit Transaktionen Ende 2020, durch die die sogenannten Greensill-Fonds der CS einen Schaden von 440 Millionen Dollar erlitten. Der Zusammenbruch von Greensill Capital brachte die Credit Suisse in massive Schwierigkeiten, von denen sie sich letztlich nie mehr erholen sollte. In den Supply-Chain-Fonds waren zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs des Greensill-Konstrukts rund 10 Milliarden Dollar investiert. Ursprünglich hatte die britische Insolvenzbehörde sogar ein Berufsverbot von bis zu 15 Jahren gefordert. Neben den Verlusten bei der Credit Suisse warf sie Greensill vor, Versicherern und dem Verwaltungsrat seines Unternehmens irreführende Angaben zu Versicherungspolicen gemacht zu haben. ### 440 Millionen zweckentfremdet Die nun [veröffentlichte Vereinbarung ](https://www.gov.uk/government/news/lex-greensill-to-be-disqualified-from-acting-as-a-company-director-in-the-uk-for-nine-years?ref=tippinpoint.ch)erwähnt ausschliesslich Vorwürfe im Zusammenhang mit den Credit-Suisse-Fonds. Konkret heisst es in der Mitteilung: «Ende 2020 veranlasste er (Lex Greensill) die Unternehmen, eine Reihe von Transaktionen mit dem US-Bauunternehmen Katerra abzuschliessen, durch die der Investitionsschutz für einen Fonds der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) aufgehoben wurde.» Der australische Geschäftsmann habe ausserdem veranlasst oder zugelassen, dass die im November 2020 erhaltenen 440 Millionen Dollar für andere Zwecke als die Rückzahlung des Fonds verwendet wurden. ### Temenos übernimmt das Zürcher Fintech Additiv URL: https://www.tippinpoint.ch/temenos-uebernimmt-das-zuercher-fintech-additiv/ Last updated: 2026-07-18T23:01:18.000Z Wie [Temenos](https://www.tippinpoint.ch/tag/temenos/) am Montag mitteilte, wurde eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf von 100 Prozent der Anteile unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Mit der Akquisition will Temenos seine Position im Wealth-Management-Markt ausbauen und insbesondere die Betreuung vermögender Privatkunden (Mass Affluent) stärken. Die Technologie von Additiv ermögliche es, Banken und Vermögensverwaltern, Anlage- und Beratungsangebote über eine KI-gestützte «Orchestrierungsplattform» schneller zu entwickeln und bereitzustellen, heisst es in einer Mitteilung. Additiv hat nach eigenen Angaben weltweit rund 30 Kunden aus den Bereichen Wealth Management, Banking und Versicherung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich beschäftigt rund 200 Mitarbeitende an zehn Standorten. Temenos-CEO Takis Spiliopoulos bezeichnete die Übernahme als wichtigen Schritt zur Stärkung des Wealth-Angebots und der KI-gestützten Kundeninteraktion. Additiv-Gründer Michael Stemmle sprach von einem starken strategischen und kulturellen Fit und erwartet durch die Integration eine beschleunigte internationale Expansion. Der Kaufpreis wird etwa zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Temenos-Aktien bezahlt. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Temenos einen «marginal positiven» Beitrag zum wiederkehrenden Umsatz, während die Auswirkungen auf Gewinn und Cashflow neutral bleiben sollen. ### Anthropic überholt OpenAI im Börsenrennen URL: https://www.tippinpoint.ch/anthropic-uberholt-openai-im-borsenrennen/ Last updated: 2026-06-28T17:14:01.000Z OpenAI und Anthropic schenken sich nichts in ihrem erbitterten Kampf um die Vorherrschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz. Wer die bessere Technologie hat, entscheidet das Rennen für sich – ganz nach dem Motto: «The winner takes it all.» Einen Vorteil kann sich dabei jenes Unternehmen erhoffen, das es zuerst an die Börse schafft. Anthropic ist vor allem für sein Sprachmodell Claude bekannt. Das Unternehmen bietet auch zahlreiche spezialisierte Werkzeuge an, mit denen unter anderem Computercodes entwickelt werden können. Um das leistungsfähige Modell Mythos entstand eine heftige Kontroverse, da befürchtet wird, dass es von Hackern für Angriffe auf Banken oder Regierungsnetzwerke eingesetzt werden könnte. _This post is for subscribers only._ ### Julius Bär: Hohe Volatilität pusht die Marge - Neugeldzahlen enttäuschen URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-julius-baer-hohe-volatilitaet-pusht-die-marge-neugeldzahlen-enttaeuschen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:19.000Z Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2026 von einer «ausserordentlichen Kundenaktivität» profitiert und ihre Profitabilität verbessert. Die Bruttomarge stieg auf 90 Basispunkte nach einem bereinigten Niveau von 80 Basispunkten im zweiten Halbjahr 2025\. Die Vorsteuermarge erhöhte sich auf 32 Basispunkte nach bereinigten 26 Basispunkten im zweiten Halbjahr 2025\. Treiber waren vor allem höhere transaktionsabhängige Erträge, wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 62 Prozent. Die verwalteten Vermögen erreichten mit 528 Milliarden Franken einen Rekordwert. Einen Wermutstropfen bilden die Neugelder: Mit drei Milliarden Franken beziehungsweise einer annualisierten Wachstumsrate von 1,7 Prozent liegen sie klar hinter den mittelfristigen Zielen der Bank zurück. [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/47/julius%5Fbaer.html) begründet dies mit der «fortgesetzten Umsetzung» des umfassend überarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmens der Gruppe, der Unsicherheit infolge des anhaltenden Nahostkonflikts sowie mit einer «Pause beim Releveraging» durch Kunden. Weiterhin im Umbau befindet sich die Konzernleitung unter dem Vorsitz von CEO Stefan Bollinger. Thomas Frauenlob, Co-Head Region Western Markets & Switzerland, und Rajesh Manwani, Co-Head Global Products & Solutions, ziehen per 1\. Juni 2026 in die Geschäftsleitung ein. Diese Veränderung stärke die Geschäftsleitung weiter und gewährleiste ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gruppenfunktionen sowie Kunden- und Produktvertretung, schreibt die Bank. Dagegen gehört die Funktion des Group General Counsel künftig nicht mehr der Konzernleitung an. Chefjurist Christoph Hiestand bleibt jedoch direkt dem CEO unterstellt. Stefan Bollinger nimmt damit zurück, was er vor einem Jahr durchzog: Die komplette Entfernung von Markt- und Produktverantwortlichen aus der Geschäftsleitung. Mit Frauenlob und Manwani kommen nun zwei Vertreter wieder an Bord. ### Sergio Ermotti liebäugelt mit einer Akquisition in den USA URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-sergio-ermotti-liebaeugelt-mit-einer-akquisition-in-den-usa/ Last updated: 2026-07-18T23:01:19.000Z UBS-Chef Sergio Ermotti hat eine mögliche Übernahme in den USA nicht ausgeschlossen. Die Schweizer Grossbank müsse ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten ausbauen, sagte Ermotti am Mittwoch am St. Gallen Symposium. Dies müsse nicht zwingend über eine Akquisition geschehen. «Möglicherweise müssen wir eine Übernahme tätigen. Vielleicht wollen wir eine Übernahme tätigen», sagte er. Keine grosse Organisation könne Akquisitionen grundsätzlich ausschliessen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) hatte im März eine nationale Banklizenz in den USA erhalten. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hatte bereits früher erklärt, die Bank könne nach Abschluss der Credit-Suisse-Integration einen weiteren US-Vermögensverwalter übernehmen. Die Integration der ehemaligen Rivalin befindet sich laut UBS in der Schlussphase. Die UBS hegt schon lange Pläne, ihr Geschäft in den USA auszubauen – auch mittels einer Akquisition. Der frühere UBS-Präsident Axel Weber sagte vor bald drei Jahren der NZZ, dass sich die Bank nach Akquisitionszielen in den USA umgesehen hatte. Namentlich erwähnte er die Silicon Valley Bank und die First Republic Bank – zwei Institute, die [im Frühling 2023 zusammenbrachen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76495/us-behoerden%5Fspannen%5Frettungsschirm%5Ffuer%5Fkunden%5Fder%5Fpleitebank%5Fsvb%5Fauf.html), nachdem Kunden massiv Gelder abgezogen hatten. Die Vertrauenskrise beschleunigte damals auch den Niedergang der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/2/credit%5Fsuisse.html). Dass es nicht zu einem Kauf kam, könnte auch Axel Webers Verdienst gewesen sein. Er galt als Bremser und stand einer Expansion in den USA eher skeptisch gegenüber. Hingegen unterstützte Weber den Kauf des Fintechs Wealthfront, den Ermotti-Nachfolger Ralph Hamers eingefädelt hatte. Colm Kelleher, der dem vorsichtigen Deutschen an der Spitze der Bank folgte, stoppte den Kauf von Wealthfront jedoch in letzter Sekunde. Ihm dürfte – ähnlich wie Ermotti – eher ein grösserer Deal in den USA vorschweben. Die Expansionspläne des UBS-Duos stehen jedoch quer zu den Plänen des Bundesrats, der mit verschärften Kapitalregeln grosse Auslandsabenteuer verteuern und damit unattraktiver machen will. Das Parlament prüft derzeit alternative Vorschläge, die die Vorgaben verwässern. Eine Entscheidung dürfte sich bis mindestens September hinziehen. ### «Kämpfen bis zur letzten Minute» Ermotti betonte, er wolle bis zur «letzten Minute» dafür kämpfen, dass die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) ihren Hauptsitz in der Schweiz behalten könne. Gleichzeitig müsse die Bank aber auf alle Szenarien vorbereitet sein. «Ich konzentriere mich auf eine Option: eine starke UBS aus der Schweiz heraus», sagte er. Auch zur Nachfolge an der Konzernspitze äusserte sich Ermotti in St. Gallen. Er zeigte sich zufrieden mit dem internen Kandidatenpool. Auf die Frage, ob er sich später das Verwaltungsratspräsidium vorstellen könne, sagte er: «Ich konzentriere mich auf meine aktuelle Rolle.» ### Wann soll ich mein Startup verkaufen? URL: https://www.tippinpoint.ch/wann-soll-ich-mein-startup-verkaufen-2/ Last updated: 2026-07-12T14:12:34.000Z Das Klischee geht ungefähr so: Nach jahrelanger Aufbauarbeit mit vielen Rückschlägen schafft das Startup dreier findiger Informatikstudenten den Marktdurchbruch und wird in Rekordzeit zum hochbewerteten Unicorn. Die bis vor kurzem noch mittellosen Studienabbrecher bringen ihr Unternehmen schnellentschlossen an die Börse und werden so zu Multi-Millionären und begehrten Mitgliedern des Jetsets. Die Realität ist meist nüchterner: Nur ein kleiner Bruchteil aller Startups erreicht den Unicorn-Status, also eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollars, und noch weniger schaffen es an die Böre. Der Grossteil scheitert entweder ganz oder stagniert irgendwann. Vielleicht wird das Startup zwar übernommen, aber ohne auch nur annähernd zum Einhorn geworden zu sein. Das führt zur Frage: Wenn die Chancen auf den ganz grossen Coup so minim sind und stets die Möglichkeit des vorzeitigen Scheiterns besteht, gibt es für Gründerinnen und Gründer einen idealen Zeitpunkt für den Exit? Einfache Antworten gibt es keine. Beim Entscheid spielen finanzielle und persönliche Überlegungen eine Rolle, und auch die Absichten allfälliger Kapitalgeber müssen berücksichtigt werden. Aber schön der Reihe nach. ### Der ideale Zeitpunkt für den Startup-Exit Unter rein finanziellen Gesichtspunkten wird man sein Unternehmen wahrscheinlich dann verkaufen wollen, wenn der erzielbare Preis am höchsten liegt. Das ist einfacher gesagt als getan, weil es von mehreren Faktoren abhängt: **1\. Marktbedingungen:** Der Markt für Startups muss reif sein für einen Exit. Ein günstiges makroökonomisches Umfeld, ein starker IPO-Markt oder eine hohe M&A-Aktivität können Indikatoren für einen guten Exit-Zeitpunkt sein. Als grobe Faustregel lässt sich festhalten, dass man sein Unternehmen gegen Ende einer Aufschwungphase verkaufen soll. Dann sind die Preise hoch und die Finanzierung von Transaktionen ist einfacher. **2\. Lebens- und Innovationszyklus:** Ein typisches Startup möchte schnell wachsen und expandieren. Die Phasen nach der ersten Seed-Finanzierung werden aber zunehmend kapitalintensiver und das Risiko besteht, dass ein kapitalbedürftiges Unternehmen keine neuen Investorinnen und Investoren findet. Viele Startups scheitern an dieser Hürde. Jacob Orosz, Gründer einer M&A-Boutique und Autor von «The Art of the Exit», empfiehlt deshalb: «Wenn Gründerinnen oder Gründer glauben, dass sie keine weitere Finanzierungsrunde aufbringen können, sollten sie verkaufen, bevor ihnen das Geld ausgeht.» Auch der Innovationszyklus des Unternehmens ist wichtig: Steht ein Unternehmen kurz vor einer bahnbrechenden Innovation, könnte es sich lohnen, mit dem Verkauf noch zuzuwarten, um den maximalen Wert zu realisieren. **3\. Unternehmensfitness:** Um für potenzielle Käufer attraktiv zu sein, sollte ein Unternehmen fit und für den Exit bereit sein. Gemäss Orosz umfasst dies u.a. eine breite Kundenbasis, robuste Systeme und eine ausgezeichnete finanzielle Performance. Das Startup sollte eine stabile Umsatzentwicklung und eine klare Wachstumsstrategie vorweisen können. **4\. Starkes Managementteam:** Teil der Unternehmensfitness ist ein starkes Management-Team, das Vertrauen und Glaubwürdigkeit ausstrahlt und für Stabilität und Kontinuität auch nach einem Exit bürgt. Hierzu sagt beispielsweise Reid Hoffman, einst Mitbegründer von LinkedIn und heute Partner beim Risikokapitalunternehmen Greylock Partners: «Ein starkes und kohärentes Führungsteam ist entscheidend. Investoren schauen nicht nur auf Zahlen, sondern auch auf das Team, das die Vision umsetzt.» **5\. Opportunitätskosten:** Wer aussteigt und Kasse macht, wird den Verkaufserlös in der Regel wieder investieren wollen. Fehlen attraktive Reinvestitionsmöglichkeiten und ist man davon überzeugt, bei Verbleib im Startup dessen Wert weiter steigern zu können, lohnt es sich vielleicht, den Exit zu verschieben. Thomas Kristensen, Partner und Investment Manager bei der auf alternative Anlagen spezialisierten [LGT Capital Partners](https://www.lgt.com/global-de/private-banking/anlageloesungen/impact-investing?ref=tippinpoint.ch), empfiehlt, sich die folgenden Fragen zu stellen: «Zu welchem Preis kann ich mein Startup aktuell verkaufen? Was wird es in fünf Jahren wert sein, wenn ich mit dem Verkauf noch zuwarte? Und was sind die Risiken und Chancen beider Optionen?» Nebst den strategischen und grundsätzlichen finanziellen Überlegungen beeinflussen auch persönliche Faktoren die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Art des Exits. **1\. Familie und soziales Umfeld:** Der Druck und die Anforderungen, die mit dem Aufbau eines Startups verbunden sind, haben erhebliche Auswirkungen auf das Familienleben und das soziale Umfeld der Unternehmerinnen und Unternehmer. Ein hoher Stresspegel und lange Arbeitszeiten führen oft zu gesundheitlichen Problemen. Deshalb ist wichtig, dass sie ihre körperliche und mentale Gesundheit im Blick behalten. «Ein Exit sollte nicht nur aus finanzieller Sicht betrachtet werden, sondern auch aus der Perspektive, wie er das persönliche Leben des Gründers beeinflusst», betont Nadine Kammerlander, Professorin für Familienunternehmen an der WHU Otto Beisheim School of Management. Eine ausgewogene Work-Life-Balance und die Unterstützung durch die Familie können entscheidende Faktoren für das Timing eines Exits sein. **2\. Persönliche Finanzsituation:** Der Aufbau eines Startups ist für viele erstmalige Gründerinnen und Gründer mit einer längeren finanziellen Durststrecke verbunden, da in der Regel noch keine Gewinne anfallen und sie sich nur tiefe oder gar keine Löhne auszahlen können. Oft fällt zusätzlich die Familiengründung in diese Phase, was den finanziellen Stress nochmals erhöht. Ein Verkauf eines Teils der Aktien im Rahmen einer Finanzierungsrunde kann die Lage entschärfen. Für Kristensen ist ein solcher Teilausstieg auch aus Investorensicht sinnvoll: «Wir möchten, dass Gründerinnen und Gründer motiviert sind. Eine Entspannung bei den persönlichen Finanzen kann dazu beitragen, dass sie sich voll auf ihr Startup konzentrieren können.» Deshalb sei es ok, wenn Entrepreneure nach einer langen Durststrecke einen Teil ihrer Aktien verkaufen – solange es nicht zu viel sei. **3.Skills und Motivation:** Die Fähigkeiten für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens – beispielsweise Risikobereitschaft, innovatives Denken oder Ausdauer – sind nicht unbedingt die gleichen, die jemand für das Management eines bereits etablierten Unternehmens mitbringen muss. Je fortgeschrittener aber das Startup in seinem Lebenszyklus ist, desto mehr wird die Führung zur Managementaufgabe. Hinzu kommt, dass die Leidenschaft einer Gründerin oder eines Gründers für den Erfolg wichtig sind. So meint etwa der John Warrilow, Autor von «Built to Sell» und Gründer-CEO von «The Value System», dass der grösste Fehler, den er bei Startup-Exits beobachte, zu langes Zuwarten sei: «Die meisten Gründerinnen und Gründer schöpfen in den ersten fünf Jahren ihres Unternehmens am meisten Wert. Nach diesem Zeitpunkt besteht zunehmend die Gefahr, dass sie an Energie verlieren und sich langweilen.» ### Kapitalgeber wollen mitreden Die bisherigen Überlegungen vernachlässigen, dass nur die wenigsten Gründerinnen und Gründer autonom über ihren Exit entscheiden können. Völlig unabhängig ist eigentlich nur die kleine Minderheit der sogenannten Bootstrapper, die ihr Startup grösstenteils oder sogar gänzlich ohne Fremdkapital aufbauen. Sobald externe Investorinnen und Investoren an Bord sind, werden diese massgeblich über den Exit-Zeitpunkt und die Modalitäten mitentscheiden wollen. Grundsätzlich ist es für Gründerinnen und Gründer ratsam, mit ihren Finanzierungspartnern klare Exit-Strategien und Zeitpläne zu vereinbaren. Doch Gründerinnen und Gründer sollten den Eindruck vermeiden, dass sie möglichst rasch Kasse machen wollen, denn Investoren wollen in Gründer investieren, die langfristig denken und die mehr treibt, als nur der wirtschaftliche. ### Nach der Beerdigung des Bitcoins URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-der-beerdigung-des-bitcoins/ Last updated: 2026-07-18T23:01:20.000Z Dies vorweg: Der Autor glaubt nicht, dass sich der Bitcoin in einer Todesspirale befindet, weil der Kurs aktuell auf deutlich unter 65'000 Dollar gefallen ist – und die Stimmung im Sektor angespannt ist. Zu stabil erscheint das Wertversprechen des fälschungssicheren, zensurresistenten, global dezentral organisierten sowie mengenmässig limitierten Wertspeichers – der in den vergangenen Jahren zudem Eingang in zahlreiche institutionelle Anlageinstrumente gefunden hat. In dieser Situation ist manch einem Krypto-Anleger aber schon durch den Kopf gegangen: Wie würde der Krypto-Sektor ohne die Ur-Kryptowährung aussehen, die im Januar 2009 lanciert wurde und die Blockchain als Konzept populär machte. Im Laufe der vergangenen fünfzehn Jahre hat sich eine milliardenschwere Industrie entwickelt – mit bekannten Kryptowährungen wie Ethereum, Solana, Ripple, Doge aber auch Stable- und Meme-Coins und einer Vielzahl tokenisierter Assets, die auf der Blockchain gespeichert und gehandelt werden. ### Über mehrere Zyklen behauptet Während sich der Bitcoin zum Wertspeicher, zum digitalen Gold, entwickelte, ist Ethereum die «Betriebssoftware» des Web3 geworden, auf deren Smart Contracts DeFi-Anwendungen, Tokenisierungsprojekte, NFT, Metaverse-Anwendungen und vieles mehr läuft. Obwohl nur die Basisfunktion auf der Blockchain vergleichbar ist, bestimmt der Bitcoin – als weitaus gewichtigste Kryptowährung – seit jeher die Stimmung im Sektor. So gesehen ist es interessant zu überlegen, was geschehen würde, wenn der Bitcoin nicht mehr wäre. «In der Tendenz würde die Krypto-Welt ohne Bitcoin noch stärker ums Überleben und Relevanz zu kämpfen haben», glaubt Pascal Hügli, Krypto-Experte und Investment-Manager bei Maerki Baumann. Gemäss Hügli sprechen dafür folgende Gründe: Der Bitcoin habe als fast einziges Krypto-Asset bewiesen, dass es über mehrere Zyklen immer wieder im Preis gestiegen ist und die Adoption, auch in Portfolios, fortschreitet. Gerade in Zeiten, die wir jetzt erleben, wo kaum mehr jemand an Krypto glaube – ausser Bitcoin-Hardliner – verdeutlichten die Wichtigkeit von Bitcoin. «Dessen stark religiöser Charakter, gekoppelt mit dem absoluten Knappheitsargument lässt die hartgesottenen Bitcoiner das Vertrauen in dieses Projekt nicht verlieren. Kaum ein anderes Krypto-Asset hat dies vorzuweisen», führt Hügli an. Der Maerki-Baumann-Manager verweist auf die Rolle des Bitcoins in der Banken- und DeFi-Welt. Er sei das Asset, auf das die meisten Kredite aufgenommen würden. So gibt es beispielsweise über 125'000 Bitcoin in «gewrappter» Form auf Ethereum und der Bitcoin ist nach Ethereum das wichtigste Asset für DeFi-Applikationen. «Das ist kein Beweis, dass DeFi nur mit Bitcoin überleben könnte, aber zeigt die Wichtigkeit von Bitcoin auf», sagt Hügli. ### AI würde Bitcoin erfinden «Wenn Bitcoin oder Ethereum nicht existieren würden, dann würde es von AI geschaffen», sagt Ralf Kubli, Tokenisierungsexperte und Verwaltungsrat bei Validation Cloud. Denn irgendjemand müsse ja den Trustlayer für die Machine-Based-Economy zur Verfügung stellen. «Auch Maschinen sind gewinnmaximierend und wenn sie kein Vertrauen haben in die Gegenpartei – vor allem bezüglich Contract execution und Compliance –, gibt es auch zwischen Maschinen keine ökonomischen Transaktionen». Wenn es den Bitcoin noch nicht gäbe, würde er in den kommenden drei Jahren von AI kreiert, glaubt Kubli. Der Experte betont, man müsse die Asset-Klasse von der Technologie unterscheiden. Stable Coins, tokenisierte Finanzinstrumente seien eben nicht Krypto. Kubli klassifiziert gemäss dem Balance-Sheet-Approach: Es gebe finanzielle Vermögenswerte (inklusive Cash und Cash Equivalents), Sachanlagen und immaterielle Werte – und sonst nichts. Kryptowährungen würden sich wie Commodities verhalten – nur digital – und seien Teil der finanziellen Vermögenswerte. «Alles, was wir auf unseren Bilanzen haben, wird tokenisiert werden», prognostiziert Kubli. Token seien kryptographisch abgesicherte Eigentumsrechte, und die würden sich immer auf einen der drei oben genannten Vermögenswerte beziehen. Für die Tokenisierung brauche es die Digital Ledger Technology und diese erfordere Token, um die dezentralisierten Netzwerke abzusichern, führt der Tokensierungsexperte aus: «Es wird also immer Kryptowährungen geben». Die Frage sei einfach, wo und wie wir sie kaufen und verwahren werden. Welcher Wert diesen Kryptowährungen zugestanden werde, hänge vom wirtschaftlichen Wert und den wirtschaftlichen Transaktionen ab, die auf diesen Netzwerken abgewickelt würden. ### Art des Verschwindens entscheidend Ob der Sektor ohne Bitcoin überlebt, hängt gemäss Leon Curti, Head of Research der Digital Asset Solutions AG, vor allem davon ab, wie der Bitcoin verschwinden würde. «Ein abrupter Zusammenbruch wäre etwas grundlegend anderes als eine langsame Ablösung durch eine andere Technologie, was ich für unwahrscheinlich halte», sagt der Finanzexperte. Im ersten Fall verlöre vermutlich die ganze Anlageklasse ihr Vertrauensfundament, im zweiten Fall würde sich der Markt schrittweise umschichten. Denn der Bitcoin sei für den Sektor zwar nicht technologisch unverzichtbar, aber sein gemeinsamer Referenzpunkt: Bei Liquidität, Risiko und Stimmung orientiert sich die ganze Branche daran. «Verschwände dieser Anker, bliebe die Technologie erhalten, die Branche verlöre aber ihre wichtigste Bezugsgrösse», sagt Curti. Technologisch ist gemäss Digital-Asset-Solutions-Experte der grösste Teil des Ökosystems aber längst nicht mehr von Bitcoin abhängig. «Stablecoins, tokenisierte Realwerte und die grossen Smart-Contract-Plattformen laufen auf eigenen Netzwerken und erfüllen eigene Funktionen». Dieser Teil der Branche würde auch dann weiterexistieren, wenn Bitcoin als Asset wegfiele, fügt er an. Für Anleger in alternativen Coins heisse das zweierlei: Kurzfristig wären sie bei einem Bitcoin-Schock nicht geschützt, weil der Markt über Liquidität und Stimmung eng korreliert und ein Vertrauensbruch zuerst alle träfe. Längerfristig hängt der Wert dieser Projekte aber an ihrer eigenen Nutzung und Adoption und nicht an Bitcoin. «Genau diese beiden Ebenen sollte man im Portfolio sauber auseinanderhalten», sagt Curti. ### Unzerstörbare Idee «Die späteren Anwendungen sind im Kern eine Fortführung von Bitcoins Grundidee», so der Finanzexperte. Als Pionier habe der Bitcoin bewiesen, dass sich ein Netzwerk ohne zentrale Instanz organisieren und ein digitales Gut glaubwürdig knapp halten lässt, und in seiner Geldpolitik gelte es bis heute als das am stärksten dezentralisierte Netzwerk. Das fest begrenzte Angebot und die fehlende zentrale Kontrolle hätten ihm den Ruf «hard money» eingebracht, für den es keinen ebenbürtigen Ersatz gibt. «Dass dezentraler Konsens ohne Mittelsmann funktioniert, hat Bitcoin damit ein für alle Mal bewiesen, und diese Erkenntnis lässt sich nicht zurücknehmen», so Curti. Würde der Pionier dennoch wegfallen, verlöre die Branche nicht die Idee selbst, aber ihren Ursprung und ihre bis heute glaubwürdigste Verkörperung. Kubli schiebt noch einen grundsätzlichen Gedanken zu einer «Welt ohne Bitcoin» nach: Ohne Bitcoin würde wohl nicht genug Handelsvolumen generiert, um die Kryptobörsen am Leben zu erhalten. Und wenn es keine Kryptobörsen geben würde, wäre weniger Liquidität für Krypto-Assets vorhanden. Auch gemäss Pascal Hügli würden Krypto-Assets von anderen Blockchains ohne Bitcoin ihre Überlebenschancen sinken sehen. Paradoxerweise könnten selbst Stablecoins und Real World Asset schlussendlich betroffen sein, obwohl sie auf anderen Blockchains «laufen» würden. ### Michael Saylor verkauft doch URL: https://www.tippinpoint.ch/michael-saylor-verkauft-doch/ Last updated: 2026-07-18T23:01:21.000Z Für viele Kritiker ist dies der Beweis, dass der Bitcoin – und mit ihm die gesamte Kryptobranche – in einer existenziellen Krise steckt. Michael Saylor, der Ende Februar vergangenen Jahres, als der Bitcoin um mehr als 10 Prozent auf rund 84'000 Dollar einbrach, noch erklärte: «Verkauf eine Niere, wenn du musst, aber behalte deine Bitcoins», hat inzwischen selbst Bitcoin-Bestände abgestossen. Als die Kryptowährung Ende Mai unter die Marke von 70'000 Dollar fiel, verkaufte sein Unternehmen Strategy 32 Bitcoins. In einem Markt, der stark verunsichert ist, sorgte das für weitere Zweifel. Denn in den vergangenen Wochen war Strategy teilweise der einzige bedeutende Käufer am Markt gewesen. Zudem entsprechen diese 32 Bitcoins nur 0,004 Prozent des Bitcoin-Bestandes von [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/). Dürften also die Finanzlage nicht ansatzweise verändern. Wieso also diese Transaktion? ### Signal an Agenturen «Strategy hat die 32 Bitcoin verkauft, um dem Kapitalmarkt und insbesondere den Rating-Agenturen zu signalisieren, dass sie ihren Bitcoin-Stack auch zur Bedienung der Preferred-Dividenden nutzen können - obwohl sie dies nicht müssen», sagt Pascal Eberle, Chief of Staff bei der Sygnum Bank, der sich vertieft mit der Strategie von [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) auseinandersetzt. Bisher hätten die Rating-Agenturen – konkret S&P, die Strategy im Oktober 2025 ein B- Rating für Kreditwürdigkeit zugewiesen haben – den über 50 Milliarden Dollar schweren Bitcoin-Bestand des Unternehmens mit 0 Dollar bewertet. «Der Bitcoin-Verkauf entkräftet diese Logik und dürfte die Chancen auf ein besseres Rating erhöhen», fügt Eberle an. Der Verkauf stehe auch im Einklang mit dem, was Strategy im Earnings-Call für das erste Quartal angekündigt habe – nämlich Bitcoin zu verkaufen, wenn es opportun sei. ### «iPhone Moment» Um das genauer zu verstehen, muss man vielleicht nochmals das Geschäftsmodell von [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) kurz darlegen. Wer in Strategy-Aktien (Nasdaq-Kürzel MSTR) investiert, erwirbt einen Anteil am ursprünglichen und weiterhin operativen Software-Geschäft sowie am riesigen Bitcoin-Bestand des Unternehmens. Mit der Vorzugsaktie STRC (Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock) hat Strategy ein Finanzhybridprodukt geschaffen, das darauf ausgelegt ist, die Nachfrage der Anleger nach verzinsten Wertpapieren in den Aufbau eines Bitcoin-Bestands umzuwandeln. Michael Saylor bezeichnet es als den «iPhone-Moment» des Unternehmens. Es ermöglicht, Kapital von Anleger zu beschaffen, die regelmässige Einkommen anstreben, ohne die Stammaktionäre zu verwässern. Traditionelle Vorzugsaktien leiden unter starken Kursschwankungen, wenn sich die Zinssätze ändern. STRC lösen dieses Problem, indem für die Aktien ein Kurswert von 100 Dollar angestrebt wird. ### Regulierung gegen 100 Dollar Um diese Kursbindung zu verteidigen, passt [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) die Dividendenrendite monatlich dynamisch in Schritten von bis zu 0,25 % an. Angestrebt wird eine Dividende von 11,5%. Fällt der Marktpreis unter 100 $, wird der Satz angehoben, um Käufer anzulocken; steigt er darüber, wird er gesenkt. Wenn die Marktnachfrage den Kurs deutlich über das 100-Dollar-Ziel treibt, besteht eine «weiche» Obergrenze, ab welcher Anteile zu 101 Dollar zurückgekauft oder aggressiv neue Anteile ausgegeben werden. Auf der Website von Strategy landet der Besucher zuerst auf zahlreichen Zahlentabellen zu den Aktien MSTR und STRC. Da erfährt man, dass die Aktie STRC auf 94.65 Dollar notiert und eine Rendite von 11,5% aufweist. Die Website zeigt zudem, dass die Bitcoin-Reserven momentan für über 31 Jahre ausreichen würden, die aktuellen Dividendenverpflichtungen zu begleichen. Die Cash-Reserven würden dagegen für diesen Zweck etwas über 6 Monate reichen. Die Treasury Gesellschaft, die mittlerweile von zahlreichen Nachahmern imitiert wird, weist momentan einen Bitcoin-Bestand von 843’706 Coins mit einem Wert von 53,8 Milliarden Dollar auf. Die Konkurrenten müssen wegen deutlich tieferer Bitcoin-Guthaben, weniger Bekanntheit und kürzerer Historie höhere Dividenden auf ihren Vorzugsaktien vergüten. Die Vermutung, dass Strategy bald wieder Bitcoins zukauft, dürfte nicht allzu gewagt sein. Zudem deutet sich an, dass wegen des gedrückten Kurses von STRC die Verzinsung auf den Vorzugsaktien steigen wird – was neue Investoren anziehen dürfte. ![Michael Saylor verkauft doch](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Gracy_Chen_2606156_060640.jpg) ## «Bis 2030 werden 10 Prozent aller globalen Finanzanlagen tokenisiert sein» Die Tokenisierung von Real-World Assets (RWA) wird nach Ansicht von Bitget-CEO Gracy Chen, vom Experiment zum regulierten Marktsegment werden. Chen sieht drei Treiber: Die breite Akzeptanz von Dollar-Stablecoins, die klaren Effizienz-Vorteil der Blockchain-Technologie und die aktive Einführung tokenisierter Aktien durch Institutionen wie Nasdaq und die New York Stock Exchange. «Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre etwa 10 Prozent aller globalen Finanzanlagen in tokenisierter Form existieren werden. Getragen von einer starken institutionellen Akzeptanz könnte dies zu einem Basis-Szenario von 3,5 Billionen Dollar an On-Chain-Vermögenswerten führen», schreibt die CEO. Mit der vollständigen Integration von Staatsanleihemärkten, Private Credit und Immobilien seine in den kommenden zehn Jahren sogar bis zu 10 Billionen US-Dollar denkbar.» Die Bitget-CEO verweist auch auf das jüngste Wachstum von tokenisierten Assets, die weltweit von 5,4 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf aktuell über 33 Milliarden Dollar angewachsen sind. Parallel dazu hätten tokenisierte kotierte Aktien ihr Volumen innerhalb eines Jahres von rund 32 Millionen Dollar auf über 1 Milliarde gesteigert. Zusätzlichen Rückenwind erhalte die Entwicklung durch den Stablecoin-Markt, der nach einem Wachstum von 49 Prozent im Jahr 2025 inzwischen ein Volumen von rund 323 Milliarden US-Dollar erreicht habe. Die Tokenisierung habe das Potenzial, den Zugang zu globalen Kapitalmärkten deutlich zu erweitern, erklärt die Bitget-CEO. Privatanleger profitierten von Bruchteilseigentum und einem weltweiten 24/7-Handel. Mit der Reifung tokenisierter Wertpapiermärkte dürfte sich die Trennlinie zwischen Krypto-Börsen, traditionellen Brokern und Kapitalmarktanbietern zunehmend verwischen. Die Tokenisierung könnte die Infrastruktur der globalen Kapitalmärkte nachhaltig verändern. ### Der letzte ZKB-Bancomat in Erlenbach verschwindet URL: https://www.tippinpoint.ch/der-letzte-zkb-bancomat-in-erlenbach-verschwindet/ Last updated: 2026-07-18T23:01:22.000Z Es ist ein trauriges Bild, das der Filialstandort der Zürcher Kantonalbank im Dorfkern der Zürcher Goldküstengemeinde Erlenbach abgibt. Die Schalterhalle, die Büros und die Beratungszimmer sind seit Jahren geschlossen. Bald wird auch der Bancomat abgebaut. Auf einem Zettel steht, dass der Geldautomat am 9\. Juni ausser Betrieb genommen werde. Die [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/) verweist ihre Kunden auf die Nachbargemeinden. Man solle nach Zollikon fahren, wo die Bank ihren Standort vom Gemeindezentrum ins Gewerbegebiet verlagert hat, nach Herrliberg oder gar nach Zumikon. Ein Kunde liess seinem Unmut freien Lauf und kritzelte auf den Zettel: «Immer weniger Freiheit! Big Brother lässt grüssen!» ![Der letzte ZKB-Bancomat in Erlenbach verschwindet](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2606156_070644.jpg) Ein treuer ZKB-Kunde aus Erlenbach kann nicht verstehen, warum sich die staatliche ZKB ausgerechnet aus einer der wohlhabendsten Gemeinden des Kantons zurückzieht – zumal es keine andere Bank und auch sonst kaum noch Möglichkeiten für Bargeldbezüge in der Gemeinde gibt. Es bleibt lediglich der Bancomat der Migros Bank im Erlibacher Märt. Der Kunde glaubt auch nicht, dass der Bancomat zu wenig genutzt wurde. Er liegt mitten im Dorf und in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und sei entsprechend stark frequentiert. «Wer beim Thai-Restaurant nebenan ein Take-away abholt, holt sich den Cash beim Bancomaten.» Auch angesichts der Strategie der [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/), das Private Banking und die Vermögensverwaltung auszubauen, kann er den kompletten Rückzug aus Erlenbach nicht nachvollziehen. Die ZKB schreibt, die Bank stelle einen «sehr starken» Trend hin zu abnehmenden Bargeldbezügen fest. Das bargeldlose Bezahlen gewinne «fortlaufend» an Bedeutung. Als «nahe Bank» sei die Zürcher Kantonalbank jedoch überzeugt, dass physische Nähe – kombiniert mit digitalem Alltagsbanking – erfolgsentscheidend sei und dass es auch in Zukunft physische Nähe für die Beratung bei Finanzdienstleistungen brauche. Nur eben nicht mehr in Erlenbach. ### Die Zahl der arbeitslosen Banker nimmt nach vielen Monaten leicht ab URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-die-zahl-der-arbeitslosen-banker-nimmt-nach-vielen-monaten-leicht-ab/ Last updated: 2026-07-18T23:01:23.000Z Im Bankenkanton Zürich war die Zahl der beim RAV gemeldeten Banker auf hohem Niveau stabilisiert. Landesweit steigt die Zahl jedoch weiter an. Jeder dritte arbeitslose Banker kommt aus Zürich. _This post is for subscribers only._ ### Wie Kapital Wandel ermöglichen kann: Vier Wege im Überblick URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-kapital-wandel-ermoglichen-kann-vier-wege-im-uberblick/ Last updated: 2026-07-12T10:30:56.000Z Anlegerinnen und Anleger, die nach Möglichkeiten suchen, ihre Investments mit ihren Werten zu vereinen, haben die Qual der Wahl: Vor uns entfaltet sich ein reichhaltiges Spektrum an Ansätzen, die Elemente konventioneller Wohltätigkeit und traditioneller wirtschaftlicher Anlagen miteinander verbinden. Vor dem Hintergrund zahlreicher, sich oft überlappender möglicher Strategien lassen sich vier breit gefächerte Ansätze skizzieren - jeder mit einer individuellen Struktur und eigenen Zielen. ### Was ist Philanthropie? Die klassische Form umfangreicher Spenden für wohltätige Zwecke war schon immer zentraler Bestandteil der Leben wohlhabender Menschen, von den alten Griechen bis hin zu den modernen Geeks im Silicon Valley. Philanthropie ist immer mit der Bereitstellung privater Ressourcen (Geld, Zeit, Know-how, Vermögenswerte) ohne Erwartung einer finanziellen Rendite verbunden, um gesellschaftliche, ökologische, wissenschaftliche, kulturelle oder humanitäre Ziele zu fördern. «Die meisten Philanthropinnen und Philanthropen bevorzugen es, greifbare, konkrete Dinge zu finanzieren – zum Beispiel Impfstoffe oder Stipendien –, statt sich für längerfristige, komplexere Anliegen wie die Stärkung des Gesundheits- oder Bildungssystems zu engagieren», erklärt Silvia Bastante de Unverhau, Leiterin von LGT Philanthropy Advisory. Während traditionelle Wohltätigkeit immer ihren Platz haben wird, fördert ihr Team strategische und kooperative Philanthropie sowie längerfristige, systemorientierte Philanthropie. Zur reinen Philanthropie gesellt sich eine wachsende Anzahl möglicher Alternativen. ### Was ist Venture Philanthropy? Das Konzept der «Venture Philanthropy» (VP) fügt dem reinen Philanthropie-Modell eine Ebene an Komplexität – und potenziellen Vorteilen – hinzu. Der Begriff wurde erstmals 1969 von John D. Rockefeller III verwendet. Er gewann in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren an Breite, als eine neue Generation von Geberinnen und Gebern nach kreativeren Methoden suchte, stets mit einem klaren Fokus auf der Wirkung. «Wir vertreten eine bewusste Form der Philanthropie, die Venture-Capital-Grundsätze zur Erreichung sozialer Ziele anwendet, indem sie starke, skalierbare soziale Organisationen aufbaut», erklärt Oliver Karius, Gründer und Partner von [LGT Venture Philanthropy](https://www.lgtvp.com/en?ref=tippinpoint.ch) seit beinahe 20 Jahren. Im Kern ist VP nicht auf einzelne Projekte, sondern auf Organisationen ausgerichtet, sodass diese anstelle von passiven Fördermitteln von einer aktiven, engagierten Investition profitieren und auf diese Weise erfolgversprechenden Organisationen geholfen werden kann, ihre Wirkung spürbar auszuweiten. Finanzielle Renditen stehen an zweiter Stelle gegenüber dem Hauptziel, positive Veränderungen zu bewirken. «Der Vorteil, nicht auf finanzielle Renditen angewiesen zu sein, liegt darin, das grösstmögliche Risiko eingehen zu können, um die höchstmögliche Wirkung zu erzielen», fügt Karius hinzu. «Das ermöglicht uns, Dinge zu tun, die geläufige Anlagen – oder sogar Impact Investing – nicht leisten können.» Venture-Philanthropinnen und -Philanthropen können langfristig denken und beispielsweise junge Organisationen ohne bewährte Geschäftsmodelle unterstützen, die es sonst schwer hätten, finanzielle Unterstützung von Regierungen oder anderen Investoren zu erhalten. Karius beschreibt, wie LGT VP Portfolio-Organisation Educate Girls, eine 2007 in Indien gegründete Non-Profit-Organisation, langfristig unterstützt, als ein klassisches Beispiel für nachhaltige VP. Erste Fördermittel in Höhe von USD 250’000 im Jahr 2011 waren nur der Auftakt einer Partnerschaft, die seither mehr als USD 8.5 Millionen aktive Unterstützung umfasst und zu einem starken Anstieg der Zahl der Mädchen in den Zielregionen geführt hat, die eine Schule besuchen (von 3000 auf mehr als 360’000 Mädchen). Seit der Partnerschaft mit LGT VP hat Educate Girls 1.56 Millionen nicht eingeschulte Mädchen für den Schulbesuch eingeschrieben, die Lernergebnisse von über 2.2 Millionen Kindern verbessert und erreicht inzwischen 40 % der schulpflichtigen, aber nicht eingeschulten Mädchen in Indien. Die neue «Strategie 3.0» zielt darauf ab, in den nächsten zehn Jahren 11.6 Millionen Mädchen zu erreichen. Im Jahr 2025 war Educate Girls die erste indische Organisation, die den Ramon-Magsaysay-Preis erhielt, Asiens renommierteste Auszeichnung. Der Preis würdigt aussergewöhnliche Integrität und transformative Führung und wird oft als «asiatischer Nobelpreis» bezeichnet. ### Was ist Impact Investing? Impact Investing ist, wenn sich ein positiver sozialer oder ökologischer Nutzen zur finanziellen Rendite gesellt. Oder, wie es die Rockefeller Foundation 2007 definierte: Beim Impact Investing geht es darum, «eine gewinnorientierte Investition zu nutzen, um sozialen und ökologischen Nutzen für die Gesellschaft zu generieren». Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Private-Equity-Fonds in netzunabhängige Solarunternehmen investiert, die Haushalte in den Subsahara-Ländern Afrikas versorgen, und sowohl den Zugang der Haushalte zu Energie als auch finanzielle Renditen anstrebt. «Ökologische, gesellschaftliche und finanzielle Renditen können sich gegenseitig verstärken», sagt Fil Lekkas, Head Investment bei der LGT Partnerfirma [Lightrock](https://www.lightrock.com/?ref=tippinpoint.ch). Lekkas erklärt, dass klimabezogene Investitionen stark zunehmen, wobei sie typischerweise entweder auf eine Minderung (Reduzierung der Treiber des Klimawandels) oder eine Anpassung (an bereits eintretende Veränderungen) abzielen, sogenannte «Klima-Anpassung». «Beide sind wichtig, aber Investitionen, die sich auf Anpassung beziehen, sind nach wie vor deutlich unterfinanziert», sagt er. Als Beispiel für die Bemühungen, diese Lücke zu schliessen, investiert Lightrock in AiDash, das Satelliten-Geodaten und Wetterüberwachungssysteme bereitstellt, um die Auswirkungen von Waldbränden und extremen Wetterereignissen auf kritische Infrastrukturen zu verringern. Das Modell erwirtschaftet Renditen und kann mehr Türen öffnen als andere; zugleich bietet es einen Anreiz für grössere Innovationen, insbesondere im Bereich technologischer Lösungen. Es ist jedoch auch mit Herausforderungen verbunden, darunter die Notwendigkeit, die Wirkung genau zu messen, um den wiederholten Vorwurf – in diesem Fall – des «Impact Washing» zu vermeiden. ### Was ist Transition Investing? «Unser Hauptfokus liegt auf der Richtung, in die sich eine Firma bewegt», erklärt Lekkas. «Das Unternehmen, in das investiert wird, muss nicht bereits ‘grün sein’ oder positive Auswirkungen erzielen, es muss sich aber glaubwürdig und messbar in diese Richtung bewegen. Anlegerinnen und Anleger setzen Kapital ein, um diese Entwicklung zu ermöglichen und zu beschleunigen und gleichzeitig eine finanzielle Rendite zu generieren.» Wie beim Impact Investing bleibt die Messung und Verifizierung der Auswirkungen (des «Impact») eine Herausforderung. Lightrock ist zwar selbst kein «Transition Investor», jedoch unterstützen viele der Portfoliounternehmen andere Unternehmen dabei, den Wechsel zu einer CO₂-armen Wirtschaft zu vollziehen. So ist Lightrock beispielsweise ein bedeutender Anleger in Liqid, einen Hersteller von Hard- und Software, der seinen Blue-Chip-Kunden ermöglicht, den Wasser- und Energieverbrauch ihrer Rechenzentren mithilfe seiner Produkte zu senken. Auch zukunftsorientierte Unternehmen – einschliesslich Start-ups – in Luftfahrt, Schifffahrt und Bergbau könnten von Anlegerinnen und Anlegern im Bereich Transition Investments ins Visier genommen werden. Thomas Hassl, Senior Portfolio Manager bei der LGT, ergänzt: «Ohne Aluminium oder Kupfer gäbe es keine Solar- oder Windkraftbranche. Daher können diese Unternehmen in einem Transition-Portfolio enthalten sein. Ja, sie erhöhen zwar die Basisemissionen und den Wasser-Fussabdruck des Portfolios – doch versierte Transition-Investoren müssen die Lieferkette und die Unternehmen betrachten, die für die Umsetzung von Nachhaltigkeits-Zielen notwendig sind. Wir bei der LGT wissen, dass der [Wandel ohne diese Unternehmen nicht möglich ist](https://www.lgt.com/ch-de/markteinschaetzungen/insights/nachhaltigkeit/transition-investments-den-uebergang-finanzieren-292174?ref=tippinpoint.ch).» ### Eine Kombination aller Ansätze Die anspruchsvollsten Akteure der neuen Philanthropie könnten all diese Ansätze kombinieren: Sie verbinden Spenden mit Impact-Investitionen, nutzen Venture Philanthropy für den Abbau von Risiken in Organisationen, bevor diese kommerzielles Kapital anziehen, und mithilfe von Transition Investments den Wandel in den besonders anspruchsvollen Sektoren vorantreiben. Silvia Bastante de Unverhau, Leiterin von LGT Philanthropy Advisory, erklärt: «Alle Arten der Finanzierung spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Herausforderungen in verschiedenen Bereichen – man kann nicht alle Probleme ausschliesslich mit einem einzigen Finanzierungsansatz lösen.» Ein wiederkehrendes Thema, das Karius nach fast 20 Jahren in dieser Branche beobachtet hat, ist ein sich wandelndes Anlegerverhalten. Anlegerinnen und Anleger stellen zunehmend die Wirkung über das gesellschaftliche Ansehen, das traditionell mit klassischer Philanthropie verbunden ist. Er ergänzt: «Die jüngeren Generationen sind zudem technisch versierter und experimentieren im gesamten Spektrum, um Wirkung zu erzielen.» ### Partners Group: Die Probleme bei den Evergreen-Fonds weiten sich aus URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-die-probleme-bei-den-evergreen-fonds-weiten-sich-aus/ Last updated: 2026-07-18T23:01:23.000Z 16,33 Prozent verlor die Aktie der [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) am Dienstag. Der historische Kurseinbruch warf den Titel auf ein Niveau zurück, das zuletzt während der Corona-Pandemie erreicht worden war. CEO David Layton zeigte sich davon jedoch wenig beeindruckt. In einem Interview mit Bloomberg TV nahm er Stellung zu den Vorgängen, die den massiven Wertzerfall ausgelöst hatten. Im Zentrum steht der Partners Group Global Value SICAV, ein Luxemburger Evergreen-Fonds mit Schwerpunkt Private Equity. Für das zweite Quartal lagen die Rücknahmeanträge bei rund 9,8 Prozent des Nettoinventarwerts und damit deutlich über der Schwelle von 5 Prozent, ab der der Fonds Rücknahmen begrenzen kann. Bemerkenswert war Laytons Argumentation. Der Fonds verfüge grundsätzlich über genügend Liquidität, um die Rücknahmen zu bedienen. Trotzdem habe man die sogenannten Gates aktiviert. Der Grund: Nur ein kleiner Teil der Anleger wolle aussteigen, während die grosse Mehrheit investiert bleiben wolle. Die vorhandene Liquidität solle deshalb nicht primär für Rückzahlungen verwendet werden, sondern dem Fonds ermöglichen, weiterhin attraktive Beteiligungen zu erwerben. Der Fonds investiert vor allem in Private Equity und wird hauptsächlich von vermögenden Privatkunden in Europa gehalten. Anders als institutionelle Investoren reagierten diese Anlegergruppen in Phasen erhöhter Unsicherheit oft deutlich sensibler auf Marktbewegungen, sagte Layton. ### Probleme in Delaware Doch die Probleme beschränken sich inzwischen nicht mehr auf den Luxemburger Fonds. [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) teilte am Mittwoch mit, dass auch bei einem in Delaware domizilierten Private-Equity-Evergreen-Fonds die Rücknahmeanträge im jüngsten Tenderfenster über den vorgesehenen Limiten liegen dürften. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Rückkaufsanträge auf rund 6 Prozent des Fondsvermögens und liegen damit ebenfalls über der Schwelle von 5 Prozent. Bei drei weiteren Evergreen-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 9,7 Milliarden Dollar werden Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent erwartet. Die endgültigen Zahlen sollen Ende Juli veröffentlicht werden. Damit weiten sich die Spannungen innerhalb der Evergreen-Plattform von Partners Group aus. Das Unternehmen erwartet, dass die Entwicklung das Netto-Neugeldwachstum im zweiten Halbjahr 2026 um ein bis zwei Prozentpunkte belasten könnte. Ein ähnlicher Effekt wird inzwischen auch für das Gesamtjahr 2027 erwartet. Layton verwies darauf, dass die Branche insgesamt eine Phase erhöhter Volatilität bei offenen Evergreen-Fonds durchlaufe. Die Abflüsse hätten zunächst Private-Credit-Produkte betroffen und griffen inzwischen zunehmend auf Private Equity über. Tatsächlich meldete Partners Group auch bei mehreren weiteren reifen Evergreen-Fonds erhöhte Rücknahmen. ### Grizzli hat nicht geholfen «Sicher nicht geholfen» habe laut Layton zudem die Attacke des Short Sellers Grizzly Research. Obwohl die Vorwürfe von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) rasch zurückgewiesen wurden, dürfte die Veröffentlichung die Nervosität vieler Anleger zusätzlich verstärkt haben. Hinzu kommen die Probleme im Private-Credit-Markt, wo es zuletzt mehrere spektakuläre Kreditausfälle gab. Die Verunsicherung scheint sich damit zunehmend auf den gesamten Markt für nicht kotierte Anlagen auszudehnen. Dass Partners Group die Rücknahmen trotz ausreichender Liquidität begrenzte, dürfte die Debatte zusätzlich angeheizt haben. Denn für viele Anleger entsteht dadurch die Frage, wie liquide die als halb-liquide vermarkteten Evergreen-Produkte in Stressphasen tatsächlich sind. Die eigentliche Frage ist nun weniger, ob Partners Group genügend Liquidität besitzt. Entscheidend wird sein, ob die Anleger den Evergreen-Strukturen weiterhin vertrauen. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass die Nervosität, die zunächst den Private-Credit-Markt erfasst hatte, zunehmend auch auf Private Equity übergreift. ### Werden die Turbulenzen der Partners Group auch für die UBS zum Problem? URL: https://www.tippinpoint.ch/werden-die-turbulenzen-der-partners-group-auch-fuer-die-ubs-zum-problem/ Last updated: 2026-07-18T23:01:24.000Z Die Turbulenzen bei [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) könnten weitreichende Folgen haben. Die jüngsten Probleme bei mehreren Evergreen-Fonds werfen auch Fragen für Banken auf, die diese Produkte in den vergangenen Jahren aktiv an vermögende Privatkunden verkauft haben. Besonders heikel ist dies für Banken, die ihren Kunden solche Produkte als sogenannte strategische Portfoliobausteine empfohlen haben. Zu den wichtigsten Vertriebspartnern von Partners Group gehört die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Die Grossbank und der Zuger Vermögensverwalter kündigten im Oktober 2020 eine langfristige strategische Partnerschaft an. Ziel war es, UBS-Kunden einen breiteren Zugang zu privaten Märkten zu ermöglichen. Sergio Ermotti erklärte damals kurz vor seinem zwischenzeitlichen Ausscheiden aus der Bank: «UBS und Partners Group sind beides weltweit führende Vermögensverwalter mit Sitz in der Schweiz, die massgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse von Anlegern anbieten. Diese Zusammenarbeit wird unseren Kunden einen breiteren Zugang zu privaten Märkten eröffnen und deren Bedeutung in ihren Portfolios stärken.» Iqbal Khan, damals Co-Chef von UBS Global Wealth Management, ergänzte: «Durch die Zusammenarbeit mit der Partners Group und die Nutzung der Grösse und des Fachwissens unserer beiden Unternehmen werden wir den Kunden von UBS einen einzigartigen Zugang zu einigen der besten Anlagechancen auf den privaten Märkten bieten.» ### Private-Market-Vehikel versprechen hohe Gebühren Viele Banken haben in den vergangenen Jahren versucht, vermögenden Kunden einen Zugang zu Private Markets zu eröffnen. Private Equity, Private Debt und Infrastrukturinvestitionen galten als Renditequelle ausserhalb der traditionellen Aktien- und Anleihemärkte. Gleichzeitig lieferten Private-Market-Vehikel wesentlich höhere Gebühren für die Banken ab. Besonders stark wurde dabei das sogenannte Evergreen-Modell gepusht. Anders als klassische Private-Equity-Fonds verfügen diese Vehikel über regelmässige Zeichnungs- und Rückgabemöglichkeiten. Damit sollten sie die Vorteile langfristiger Privatmarktanlagen mit einer gewissen Liquidität verbinden. Doch die jüngsten Entwicklungen haben nun die Grenzen dieses Modells aufgezeigt. Beim [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) Global Value SICAV überstiegen die Rücknahmeanträge im zweiten Quartal die vorgesehene Schwelle deutlich. Obwohl laut CEO David Layton genügend Liquidität vorhanden gewesen wäre, entschied sich der Vermögensverwalter, die Rücknahmen zu begrenzen. Einen Tag später wurde bekannt, dass auch bei einem Private-Equity-Evergreen-Fonds in Delaware die Rückkaufanträge über der vorgesehenen Limite liegen dürften. ### Grosse Schweizer Pensionskassen stoppen die Fremdfinanzierung von Mineralölkonzernen URL: https://www.tippinpoint.ch/grosse-schweizer-pensionskassen-stoppen-die-fremdfinanzierung-von-mineraloelkonzernen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:25.000Z Die Schweizer Vereinigung für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen, die SVVK-ASIR, hat ihren Mitgliedern empfohlen, grossen Öl- und Gaskonzernen künftig keine Fremdfinanzierung mehr bereitzustellen. Grund seien aus Sicht der Organisation erfolglose Dialog- und Einflussnahmeversuche mit den Unternehmen. Die sogenannte «Deny Debt»-Empfehlung betrifft die Unternehmen Chevron, ExxonMobil, Marathon Petroleum, PBF Energy, Phillips 66, Saudi Aramco und Valero Energy. Die SVVK-ASIR empfiehlt seinen Mitgliedern, darunter Pensionskassen und Versicherungen, die insgesamt 360 Milliarden Franken verwalten, keine neuen Investitionen mehr in Anleihen dieser Unternehmen vorzunehmen und bestehende Positionen schrittweise abzubauen. Aktien der betroffenen Unternehmen sollen hingegen weiterhin gehalten werden. Dadurch wollen die Investoren ihre Stimmrechte auf den Generalversammlungen nutzen und die Unternehmen zu einer nachhaltigeren Ausrichtung ihrer Geschäftsmodelle bewegen. ### Druck über den Anleihemarkt Über den Aktienmarkt können Investoren zwar Einfluss ausüben, etwa über Stimmrechte an Generalversammlungen. Einen direkteren Hebel sieht SVVK-ASIR jedoch bei der Bereitstellung von Fremdkapital. Nach Ansicht der Vereinigung kann der Entzug von Fremdkapital sowohl den Umfang als auch die Bedingungen neuer Anleiheemissionen beeinflussen. Dadurch wird es für Unternehmen schwieriger, neue Projekte zu finanzieren. Die Schweizer Investorenvereinigung stützt sich auf Forschungsergebnisse der University of Cambridge. Deren Untersuchungen zum Divestment im fossilen Energiesektor hätten die Entscheidung für die «Deny Debt»-Strategie massgeblich beeinflusst, heisst es. ### Engagement-Prozesse laufen ins Leere Laut SVVK-ASIR geht die Massnahme auf mehrere Jahre intensiver Gespräche mit fossilen Energiekonzernen zurück. Diese hätten jedoch keine ausreichenden Fortschritte bei den vereinbarten Transformationszielen erbracht. Die Unternehmen hätten zwar Ziele in Bereichen wie Transparenz, Klimapfad und Investitionsplanung (Capex-Allokation) definiert. In den meisten Fällen wurden die Ziele jedoch verfehlt. SVVK-ASIR plant, den Ansatz künftig auf weitere Unternehmen mit hohen CO₂-Emissionen auszuweiten. «Wir erwarten von den Unternehmen keine sofortige Transformation – aber einen glaubwürdigen Pfad dorthin. Wer diesen Pfad nicht aufzeigt, handelt den vereinbarten Klimazielen zuwider und erhöht systemische Risiken – darauf müssen wir reagieren», sagt SVVK-ASIR-Präsidentin Manuela Guillebeau, die als Sustainability Specialist bei [Publica](https://www.tippinpoint.ch/tag/publica/), der Pensionskasse des Bundes, arbeitet. Viele grosse Pensionskassen, die dem SVVK-ASIR angeschlossen sind, haben bereits angekündigt, dass sie die neue «Deny Debt»-Strategie umsetzen werden, darunter die Aargauische Pensionskasse, die ASGA Pensionskasse, die [Mobiliar](https://www.tippinpoint.ch/tag/mobiliar/), die Pensionskasse Post, die Pensionskasse SBB und die [SUVA](https://www.tippinpoint.ch/tag/suva/). Insgesamt sind 12 Pensionskassen und Versicherungen der SVVK-ASIR angeschlossen. ### Die Schere zwischen «guten» und «schlechten» Pensionskassen öffnet sich URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-die-schere-zwischen-guten-und-schlechten-pensionskassen-oeffnet-sich/ Last updated: 2026-07-20T09:17:53.000Z Die Schweizer Pensionskassen haben 2025 von einem weiteren starken Anlagejahr profitiert. Im Durchschnitt erzielten sie eine Nettorendite von 6 Prozent und lagen damit deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt von 4 Prozent. Allerdings werden die Unterschiede zwischen den besten und den schwächsten Kassen immer grösser. Wie die Schweizer Pensionskassenstudie 2026 von [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/133/swisscanto.html) zeigt, erwirtschafteten die erfolgreichsten 10 Prozent der Kassen im vergangenen Jahr eine Rendite von 9,1 Prozent erwirtschafteten, kamen die schwächsten 10 Prozent lediglich auf 3,2 Prozent – trotz tieferer Vermögensverwaltungskosten. Die Renditeunterschiede wirken sich direkt auf die Verzinsung der Altersguthaben aus. Für die Mehrheit der Pensionskassen ist die Jahresperformance heute der wichtigste Faktor bei der Festlegung der Verzinsung, heisst es in der Studie. Sind ausreichend Wertschwankungsreserven vorhanden, entscheide in erster Linie die erzielte Rendite darüber, wie viel davon an die Versicherten weitergegeben wird. Die Kassen mit den höchsten Verzinsungen schrieben ihren aktiven Versicherten im Jahr 2025 durchschnittlich 9,3 Prozent gut. Die Gruppe mit den tiefsten Verzinsungen kam dagegen lediglich auf 2 Prozent. Noch deutlicher fällt der Unterschied aus, wenn man die langfristige Anlageleistung anschaut. Die Pensionskassen mit den besten Renditen über die vergangenen fünf Jahre verzinsten die Altersguthaben 2025 durchschnittlich mit 6,7 Prozent. Bei den Kassen mit der schwächsten Fünfjahresperformance lag die Verzinsung lediglich bei 3,4 Prozent. Über die Jahre schenkt das ein. [Die Verzinsungsschere öffnet sich. (Quelle: Swisscanto)](https://www.tippinpoint.ch/bilder/artikel/Illustrationen/2026/mid/noname%5F2606154%5F060627.jpg) Die steigenden Verzinsungen haben allerdings auch eine Kehrseite. Leistungsverbesserungen erfolgen heute zunehmend über die Verzinsung der Altersguthaben und immer seltener über höhere garantierte Rentenleistungen. Entsprechend weisen die Kassen mit den höchsten Verzinsungen häufig tiefere technische Zinssätze und tiefere Umwandlungssätze auf. Die geringeren langfristigen Verpflichtungen verschaffen ihnen so zusätzlichen Spielraum, um gute Anlagejahre direkt an die aktiven Versicherten weiterzugeben, so die Swisscanto-Studie. Man kann es auch anders formulieren: Kassen, die hohe Verzinsungen bieten, schaffen Anreize für ihre Destinatäre, das Kapital zu beziehen. Weshalb erzielen einige Kassen bessere Ergebnisse als andere? Laut Swisscanto-Studie zeigen sich die grössten Unterschiede bei den Obligationen. Während die erfolgreichsten Kassen lediglich 18 Prozent ihres Vermögens in Anleihen investieren, liegt dieser Anteil bei den schwächsten Kassen bei 36,6 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch. Umgekehrt setzen die Top-Performer deutlich stärker auf renditestärkere Anlageklassen. Ihr Immobilienanteil beträgt durchschnittlich 29,5 Prozent, verglichen mit 21,5 Prozent bei den schwächeren Kassen. Auch bei Aktien ist der Unterschied gross: Die erfolgreichsten Vorsorgeeinrichtungen halten im Schnitt 35,8 Prozent Aktien, die schwächsten lediglich 30,9 Prozent. Hinzu kommt: Top-Performer investieren mehr als doppelt so viel in alternative Anlagen. Ihr Anteil liegt bei 9,5 Prozent, während die schwächsten Kassen 4,2 Prozent in diese Anlageklasse investieren. ### Partners Group zieht bei Evergreen-Fonds die Notbremse - Aktien stürzen ab URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-partners-group-zieht-bei-evergreen-fonds-die-notbremse-aktien-stuerzen-ab/ Last updated: 2026-07-20T09:19:26.000Z Eine wirklich grosse Überraschung ist es nicht: [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/56/partners%5Fgroup.html) will die Rücknahmen bei einem ihrer Evergreen-Fonds begrenzen, nachdem viele Kunden aussteigen wollten. Die Zuger Gesellschaft teilte in einem Schreiben an ihre Kunden mit, dass sie die Rücknahmen beim 8,6 Milliarden US-Dollar schweren Global Value SICAV-Fonds auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal begrenzen wird. Das ist deutlich weniger, als die Kunden zurückhaben wollten. Die Rücknahmeanträge im zweiten Quartal beliefen sich auf knapp 10 Prozent. Es habe einen Anstieg der Rücknahmeanträge von vermögenden Privatkunden im gesamten Evergreen-Portfolio des Unternehmens gegeben, sagte ein Sprecher von Partners Group gegenüber Bloomberg. Die Agentur hatte zuerst über den Investorenbrief geschrieben. Evergreen-Fonds sind offene Private-Market-Vehikel, bei denen Kunden flexibel ein- und aussteigen können – oder besser gesagt: sollten. Sie werden in der Regel für Privatkunden vermarktet, die sich nicht über viele Jahre binden wollen, wie dies bei den üblichen geschlossenen Private-Equity-Fonds der Fall ist. ![Partners Group zieht bei Evergreen-Fonds die Notbremse - Aktien stürzen ab](https://www.tippinpoint.ch/bilder/artikel/Illustrationen/2026/mid/noname_2606154_110632.jpg) Das Problem der Evergreen-Fonds ist, dass insbesondere Privatkunden in Stresssituationen schnell die Nerven verlieren und ihre Gelder zurückhaben wollen. Bei [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/56/partners%5Fgroup.html) machen Privatkunden etwa ein Fünftel des verwalteten Vermögens auf der gesamten Plattform aus und stellen einen besonders grossen Anteil der Anlegerbasis des Global Value Fonds dar. Die Aktien des Vermögensverwalters, der rund 185 Milliarden US-Dollar verwaltet, brachen am Mittwoch an der Börse bis zu 16 Prozent ein – der grösste Tagesverlust seit vielen Jahren. Seit Jahresbeginn haben die Titel rund 33 Prozent an Wert verloren. ### Geschlossene bürgerliche Front gegen die Finanzmarktaufsicht URL: https://www.tippinpoint.ch/geschlossene-buergerliche-front-gegen-die-finanzmarktaufsicht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:25.000Z Eigentlich möchte der Bundesrat die Finma als Lehre aus dem Untergang der Credit Suisse (CS) mit neuen Kompetenzen ausstatten. Und die Bankenaufseher selber hoffen bei der politischen Aufarbeitung der CS-Affäre vor allem auf drei neue Instrumente: eine Bussenkompetenz, mehr Transparenz bei der Information sowie eine klarere Zuordnung der Verantwortung der Manager. Noch bevor der Bundesrat seine Pläne konkretisiert, macht der Nationalrat deutlich, dass die Finma sich im Parlament auf einiges gefasst machen muss. Mit 116 zu 67 Stimmen und ohne eine einzige bürgerliche Gegenstimme hiess er am Dienstag [eine Motion seiner Wirtschaftskommission](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78725/kurz%5Fvor%5Fneuem%5Feigenkapitalregime%5Fbundesrat%5Fstaerkt%5Ffinma%5Fdemonstrativ%5Fden%5Fruecken.html) gut, wonach Verordnungen und Rundschreiben der Finma künftig einem Konsultationsmechanismus des Parlaments unterworfen werden müssen. «Man kann ins Gefängnis kommen oder gebüsst werden, wenn man sie verletzt», brachte der Tessiner SVP-Nationalrat Paolo Pamini namens der Kommission die Stimmung gegen die Normenkompetenz der Finma auf den Punkt. Sein Walliser Mitte-Kollege Sidney Kamerzin bemerkte zur Gefahr der Verletzung der Unabhängigkeit der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/), diese habe sich bei der CS-Affäre unter Hinweis auf ihre Unabhängigkeit bei Informationen sehr zurückhaltend verhalten. Für die links-grüne Minderheit argumentierte die St. Galler Grüne Franziska Ryser vergeblich, dass die Motion keine Lösung bringe und nur neue Probleme schaffe. Der Vorstoss fördere auch nicht die Transparenz. Denn die Finma seit nicht verpflichtet, ihre Rechtsanwendung zu dokumentieren. «Wenn jede Auslegung politisch mitverhandelt wird, wird die Finma ihre Praxis künftig gar nicht mehr ausweisen», warnte Ryser. Ohne auf das Umfeld und die bevorstehenden Anträge des Bundesrat einzugehen, wandte sich Finanzministerin Karin Keller-Sutter ebenfalls gegen die Motion. Die Unabhängigkeit sei für die Finanzmarktaufsicht und damit für die Stabilität und Integrität des Finanzplatzes von zentraler Bedeutung. Dem Parlament stünden bereits heute Instrumente zur Verfügung, um die Finma zu steuern, die insbesondere der Oberaufsicht des Parlamentes unterstehe. Noch muss die Motion vom Ständerat gutgeheissen werden. Das dürfte angesichts der bürgerlichen Mehrheit allerdings eine Formsache sein. Das Pendel schlägt gut drei Jahre nach dem Aus für die Credit Suisse zurück, wie FINMA-Direktor Stefan Walkter kürzlich festhielt. Man darf gespannt sein, wie sich das auf die Vorschläge für neue Kompetenzen der Behörde auswirkt. ### Der Fall Hässig landet vor Bundesgericht URL: https://www.tippinpoint.ch/der-fall-haessig-landet-vor-bundesgericht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:26.000Z Im Fall Vincenz ist es ein Nebenschauplatz – allerdings kein unbedeutender. Es geht darum, ob Journalist Lukas Hässig, der die Affäre ins Rollen brachte, vor Gericht angeklagt werden soll wegen Verletzung des Bankgeheimnisses. Nun muss sich das oberste Gericht der Schweiz mit dem Fall beschäftigen. Im April hat das Zürcher Obergericht entschieden, dass der Betreiber von Inside Paradeplatz wegen des Verdachts der Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt werden soll. Das Gericht wies damit die Zürcher Staatsanwaltschaft zurecht, die das Verfahren gegen den Journalisten bereits mehrfach eingestellt hatte. Sie begründete ihre Einstellungsentscheide damit, dass der journalistische Quellenschutz einer Beweisführung in wesentlichen Punkten entgegenstehe. Hintergrund ist die Veröffentlichung einer Serie von Artikeln auf dem von Hässig betriebenen Blog im Jahr 2016\. Die Berichte stützten sich auf interne Informationen der Bank Julius Bär und thematisierten heikle Transaktionen des ehemaligen Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz und seines Geschäftspartners Beat Stocker. In einem viel beachteten Prozess wurden Vincenz und Stocker erstinstanzlich zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Der Berufungsprozess ist für August 2026 angesetzt. ### «Weiteroffenbaren» Laut Obergericht sei das «Weiteroffenbaren» eines Bankgeheimnisses als Anschlussdelikt analog zu Hehlerei oder Geldwäscherei zu qualifizieren, wie es in einer Zusammenfassung des Urteils heisst. Anders als die Staatsanwaltschaft vertrat das Gericht zudem die Auffassung, dass die sogenannte Vortat nicht lückenlos aufgeklärt sein müsse, um eine Anklage zu rechtfertigen. Wie das Zürcher Obergericht gegenüber Tippinpoint bestätigte, ist der Entscheid noch nicht rechtskräftig, «da er vom Beschwerdegegner 2 ans Bundesgericht weitergezogen wurde». Bei Beschwerdegegner 2 handelt es sich um Lukas Hässig. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich wird den Entscheid hingegen nicht ans Bundesgericht weiterziehen, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mitteilte. Hässig liess WhatsApp-Anfragen unbeantwortet. Das Obergericht auferlegte dem Journalisten die Hälfte der Verfahrenskosten in Höhe von 3000 Franken. Zudem muss er dem Kläger Beat Stocker eine Prozessentschädigung von 1400 Franken bezahlen. ### Abivardi-Schwestern peilen US-Börsengang an - in der Schweiz hinterlassen sie einen Scherbenhaufen URL: https://www.tippinpoint.ch/abivardi-schwestern-peilen-us-boersengang-an-in-der-schweiz-hinterlassen-sie-einen-scherbenhaufen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:26.000Z Die Schwestern Haley Abivardi und Goly Abivardi scheinen einen guten Draht zu Bloomberg zu haben. Regelmässig verbreitet die Nachrichtenagentur positive Nachrichten über vVardis, das Dentalunternehmen, das die beiden führen. Jetzt kommt die Agentur mit der Schlagzeile, dass die Schwestern in New York einen Börsengang ins Auge fassen würden, der noch im laufenden Jahr erfolgen könnte. Dies haben mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg gesagt. Haley Abivardi und Goly Abivardi sollen demnach mit den Investmentbanken [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/) und [Goldman Sachs](https://www.tippinpoint.ch/tag/goldman-sachs/) zusammenarbeiten, um einen möglichen IPO vorzubereiten. Bei einer Finanzierungsrunde im April wurde das Unternehmen mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. Im Falle eines Börsengangs dürfte vVardis eine noch höhere Bewertung anstreben, spekuliert Bloomberg. Damals stieg der US-Investor Apollo mit einem unbekannten Betrag ein. Auch David Wertheimer, Sohn von Chanel-Miteigentümer Gérard Wertheimer, soll zum Kreis der Investoren gehören, ebenso die von ihm gegründete Beteiligungsgesellschaft 1686 Partners. Die Abivardi-Schwestern sollen weiterhin rund 70 Prozent des Unternehmens besitzen. Über die Details des Deals ist allerdings nichts bekannt. Gemäss Insidern soll eine Struktur aufgesetzt worden sein, bei der sich die Beteiligungsverhältnisse rasch ändern können. ### Enttäuschte Investoren Bei Schweizer Geldgebern sind die Schwestern allerdings weniger gut angeschrieben. Wie aus Investorenkreisen zu hören ist, haben sie Schulden von 100 Millionen Franken angehäuft. Zu den Geldgebern gehörten bekannte Namen wie Rainer-Marc Frey oder der frühere Sonova-Chef Valentin Chapero. Es kam zu Verfahren vor dem Zürcher Handelsgericht. Die Richter sollen Konten des Unternehmens blockiert haben. «Es stimmt, wir hatten einen Engpass», bestätigte Haley Abivardi gegenüber dem Portal Inside Paradeplatz, das zuerst über die Finanzprobleme berichtet hatte. Das sei auch kein Wunder, wenn plötzlich so viele ihr Geld zurück wollten, sagte Abivardi. Inzwischen hätten jedoch alle ihr Geld erhalten. Jetzt also soll es an die Börse in den USA gehen. In Fachkreisen wird das Produkt kontrovers diskutiert. Zu den Kritikern gehört der Berner Zahnmedizin-Professor Hendrik Meyer-Lückel, der an der Entwicklung einer eigenen Therapie beteiligt war. Die sogenannten nichtinvasiven Dentalprodukte produziert vVardis in der Schweiz. Der Sitz der Gesellschaft ist in Zug. Laut LinkedIn sind 168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden. Im Januar 2025 fand das Unternehmen an einer Medizinkonferenz der US-Grossbank [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/) erstmals grosse internationale Beachtung. Bankchef [Jamie Dimon persönlich lobte](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77846/wenn%5Fder%5Fmaechtigste%5Fbanker%5Fder%5Fwelt%5Fzwei%5Fschweizer%5Fzahnaerztinnen%5Flobt%5F.html) die Schwestern und das Verfahren. Seine Bank soll nun den Börsengang vorbereiten. ### Im Aargau wird ein CEO-Posten frei URL: https://www.tippinpoint.ch/im-aargau-wird-ein-ceo-posten-frei/ Last updated: 2026-07-18T23:01:27.000Z Dieter Widmer tritt per Ende Mai 2027 als Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB) zurück. Bis zu seinem «selbstgewählten Austritt» wird er neun Jahre an der Spitze der Bank gestanden haben. «Jetzt ist der ideale Zeitpunkt gekommen, die Übergabe der Verantwortung an die nächste Generation einzuleiten. Ich freue mich, die AKB zusammen mit dem ganzen Team noch bis Mai 2027 weiterzuentwickeln», sagt Dieter Widmer. Der Banker absolvierte seine Lehre bei der AKB und sammelte später einige Jahre Berufserfahrung ausserhalb der Bank. Seit seiner Rückkehr im April 1998 war er in verschiedenen Funktionen tätig, seit 2016 als Mitglied der Geschäftsleitung und ab 2018 als Direktionspräsident. Der Prozess der Nachfolgeregelung liegt in der Verantwortung des Bankrats und wird nun eingeleitet. Über die Nachfolge werde zu gegebener Zeit informiert, schreibt die [AKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/akb/). Der Lohn des CEO beträgt rund 610'000 Franken, hinzu kommen Pensionskassenleistungen von rund 120'000 Franken. Die Politik deckelte die Bezüge des CEOs auf etwa das Doppelte eines Regierungsratsgehalts. Der Posten im Aargau gilt deshalb als einer der am schlechtesten bezahlten Jobs für Bankchefs in der Schweiz. Nach dem Niedergang der Credit Suisse sieht diese Entschädigung nicht mehr ganz so schlecht aus. Es ist davon auszugehen, dass die Personalabteilung der [AKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/akb/) trotz bescheidenem Lohnpaket viele Bewerbungen erhalten wird. ### Julius Bär drängt Contractors in Festanstellungen URL: https://www.tippinpoint.ch/julius-baer-draengt-contractors-in-festanstellungen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:28.000Z Die Privatbank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) zieht die Schrauben bei den externen Mitarbeitenden an. Wie vertrauliche Quellen berichten, hat die Bank ein Budget bereitgestellt, um sogenannte Contractors zu regulären Mitarbeitenden zu machen. Dadurch wolle die Bank ihre Kosten senken, sagt eine Quelle mit Kenntnissen der Vorgänge. Die betroffenen externen Angestellten stellt das vor eine harte Entscheidung: «Entweder akzeptierst du das Angebot oder du gehst», sagt eine informierte Quelle. Nehmen die Contractors das Angebot an, müssen sie in der Regel mit Lohneinbussen rechnen. Da das Umfeld für Beratungsdienstleistungen härter geworden ist, haben die betroffenen Externen oftmals keine Wahl – beziehungsweise können sie froh sein, überhaupt ein Angebot zu bekommen. Die Bank war in den vergangenen Jahren ein guter Kunde von Beratungsfirmen, die ganze Teams in die Bank geschickt haben. Das ändert sich. Oder vielmehr: Es ändert sich wieder. Im Geschäftsjahr 2024 baute die Bank insgesamt 205 Vollzeitstellen ab. Der Stellenabbau wäre noch deutlich stärker ausgefallen, denn die Bank schuf gleichzeitig 184 Vollzeitstellen durch die «Internalisierung von zuvor externen Mitarbeitenden», wie Julius Bär Anfang Jahr mitteilte. Auch in den Jahren davor hatte die Bank immer wieder Externe fest angestellt. Im Jahr 2023 erhöhte sie die Belegschaft um 535 Vollzeitstellen – 147 davon waren damals explizit auf die «weitere Internalisierung von ehemals externem Personal» zurückzuführen. Auch im Jahr zuvor erklärte die Bank die Erhöhung der Mitarbeiterzahl mit denselben Gründen. ### Ewige Contractors bei Julius Bär Diese Entwicklung setzt sich nun auch im laufenden Jahr fort. Die Logik dahinter: Für [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) ist es unter dem Strich günstiger, eigene Mitarbeitende zu beschäftigen als externe Contractors. Die Bank gilt als das Institut am Finanzplatz Zürich, das Contractors zum Teil während Jahren beschäftigte. Idealerweise setzt ein Kunde Berater vor allem projektbasiert ein und nicht dauerhaft. Die «Internalisierung» von Externen bedeutet denn auch nicht, dass Julius Bär oder andere Banken generell keine Berater mehr einsetzen möchten. Aber sie schauen genauer darauf, für welche Aufgaben diese engagiert werden sollen, sagt ein Beobachter der Szene. Die Arbeitslosigkeit unter Bankangestellten hat seit dem Kollaps der Credit Suisse deutlich zugenommen. Für den April meldete der Kanton Zürich 1463 arbeitslose Banker – gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einer Zunahme von 31,3 Prozent. Im November 2022 lag diese Zahl der beim RAV gemeldeten Bankangestellte noch bei 682\. Die Abbauwelle im Banking dürfte so schnell nicht zu Ende gehen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), die mit Abstand grösste Bank der Schweiz, hat massgeblichen Einfluss auf die Statistik. ### Putins Cellist: Gazprombank-Urteil erhöht Druck auf Finanzintermediäre URL: https://www.tippinpoint.ch/putins-cellist-gazprombank-urteil-erhoeht-druck-auf-finanzintermediaere/ Last updated: 2026-07-18T23:01:28.000Z Das Bundesgericht hat die Urteile gegen vier ehemalige Mitarbeiter des Schweizer Ablegers der Gazprombank bestätigt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hatte den Bankern mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften vorgeworfen. Im Zentrum des Verfahrens standen zwei Konten, die der russische Cellist und Putin-Vertraute Sergei Roldugin bei der Bank eröffnet hatte. Über diese Konten wurden Millionenbeträge verschoben. Die zentrale Frage lautete: War Roldugin tatsächlich der wirtschaftlich Berechtigte der Konten oder lediglich ein Strohmann? Die Staatsanwaltschaft vermutete, dass die hohen Geldsummen auf den Zürcher Konten nicht von Roldugin selbst kontrolliert wurden, sondern von seinem Jugendfreund, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Beweisen konnte sie diesen Verdacht allerdings nicht. Das Bezirksgericht Zürich sprach die vier Banker im März 2023 wegen mangelnder Sorgfalt bei Finanzgeschäften schuldig. Das Obergericht bestätigte die Schuldsprüche im Juni 2024 und verhängte bedingte Geldstrafen. Nun ist auch das Bundesgericht den Vorinstanzen gefolgt und hat die Verurteilungen bestätigt. Wie die Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung schreibt, hält das Bundesgericht fest, dass ein Finanzintermediär bei Zweifeln an der Richtigkeit von Angaben zusätzliche Abklärungen treffen müsse. Er dürfe sich nicht leichtfertig mit den Erklärungen eines Kunden zufriedengeben. Ebenso stellte das Bundesgericht klar, dass für eine Strafbarkeit nicht nachgewiesen werden müsse, dass tatsächlich eine falsche wirtschaftlich berechtigte Person festgestellt worden sei. «Die Staatsanwaltschaft Kanton Zürich begrüsst das Urteil des Bundesgerichts. Die korrekte Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person ist ein zentrales Element der Bekämpfung von Geldwäscherei. Das Urteil sendet daher ein wichtiges Signal an den Finanzplatz Schweiz», schreibt die Behörde. ### «Mehr Verwirrung als Klarheit» Von Seiten der Verurteilten kommt hingegen Kritik am Urteil. «Das vorliegende Urteil stiftet leider mehr Verwirrung als Klarheit, indem es – im Gegensatz zur bisherigen bundesgerichtlichen Praxis – die Strafbarkeit im Bereich der Sorgfaltspflichten von Finanzintermediären deutlich verschärft und faktisch eine Beweislastumkehr als neuen Massstab etabliert», sagt Reto Giudicetti, Sprecher der Gazprombank. Nach der nun verschärften Linie genüge «offenbar bereits die blosse Vermutung», dass die wirtschaftliche Berechtigung aufgrund unzureichender Abklärungen unklar geblieben sei, sagt er. Strafbar erscheine damit nicht mehr erst der Geschäftsabschluss mit tatsächlich Unberechtigten, sondern bereits jener mit möglicherweise Unberechtigten. «Diese Entwicklung dürfte die ohnehin komplexe Rechtslage weiter verschärfen und den Schweizer Finanzsektor nachhaltig unter erhöhten regulatorischen Druck setzen – mit entsprechend spürbaren Folgen für die Rechtssicherheit im Alltag», so Giudicetti. ### Trotz Kritik an den Kosten bleiben Schweizer ihrer Bank treu URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-kritik-an-den-kosten-bleiben-schweizer-ihrer-bank-treu/ Last updated: 2026-07-18T23:01:29.000Z Trotz geopolitischer Spannungen, Handelskonflikten und wirtschaftlicher Unsicherheiten blicken vermögende Schweizer Anlegerinnen und Anleger erstaunlich optimistisch in die Zukunft. Das zeigt der erstmals erhobene «Anlegerpuls» von [True Wealth](https://www.tippinpoint.ch/tag/true-wealth/), für den das Zürcher Wealth-Tech 508 vermögende Personen in der Schweiz befragt hat. Auffällig ist dabei die Diskrepanz zwischen der Einschätzung der globalen Wirtschaft und den Erwartungen an die eigenen Anlagen. Während lediglich 35 Prozent der Befragten zuversichtlich auf die Entwicklung der Weltwirtschaft in den kommenden zehn Jahren blicken, sind 59 Prozent überzeugt, dass sich ihr eigenes Portfolio positiv entwickeln wird. Das. Als grösste Risiken für den Wirtschaftsstandort Schweiz werden militärische Konflikte sowie Handelskonflikte und Zölle genannt. Für das eigene Vermögen gewichten die Anleger Handelskonflikte und Zölle sogar noch etwas stärker als kriegerische Auseinandersetzungen. Dies deutet darauf hin, dass geopolitische Spannungen zwar als Bedrohung wahrgenommen werden, die direkten wirtschaftlichen Folgen von Handelsbarrieren jedoch als unmittelbarer für die Entwicklung der eigenen Anlagen gelten. Auf nationaler Ebene sorgen insbesondere die Beziehungen zur Europäischen Union für Unsicherheit. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht in einer Verschlechterung des Verhältnisses zur EU ein Risiko für die Schweizer Wirtschaft. Bemerkenswert ist zudem die Einschätzung der technologischen Innovationskraft. Diese wird häufiger als Risiko für das eigene Vermögen wahrgenommen als für die Schweizer Volkswirtschaft insgesamt. Offenbar befürchten viele Anleger, technologische Umbrüche könnten bestehende Geschäftsmodelle und damit auch Anlageerträge stärker beeinflussen als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. ### Kaum Wechselbereitschaft Bei der Beurteilung der Vermögensverwaltung fällt vor allem ein Punkt negativ auf: die Kosten. Während digitale Benutzerfreundlichkeit, Produktangebot, Beratungsqualität, Transparenz und Rendite insgesamt positiv bewertet werden, schneiden die Gebühren deutlich schlechter ab. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt sich mit den Kosten der eigenen Anlagelösung unzufrieden, während nur knapp ein Viertel zufrieden ist. «Kein anderer Faktor wird so kritisch bewertet wie die Kosten – und das bei einer Zielgruppe, die ihrer Bank ein Vermögen anvertraut. Das ist ein klares Signal an die Branche», sagt Felix Niederer, CEO und Gründer von [True Wealth](https://www.tippinpoint.ch/tag/true-wealth/). Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass viele Anleger ein Problem mit den Gebühren haben, aber grundsätzlich an ihrer bestehenden Bankbeziehung festhalten wollen und nur selten einen Wechsel in Betracht ziehen. 71 Prozent der schliessen einen Anbieterwechsel aus, 30 Prozent davon kategorisch. Nur 26 Prozent ziehen einen Wechsel überhaupt in Betracht, und lediglich 1 Prozent hat ihn konkret geplant. ### Nur noch 10 Milliarden oder noch weniger? Wie Berner Ständeräte die Lex UBS verwässern wollen URL: https://www.tippinpoint.ch/test8-nur-noch-10-milliarden-oder-noch-weniger-wie-berner-staenderaete-die-lex-ubs-verwaessern-wollen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:29.000Z Hört man tief in die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) hinein, herrscht grosses Vertrauen, dass die vom Bundesrat vorgeschlagenen Eigenkapitalregeln vom Parlament abgeschwächt werden. Die Frage ist nur, wie stark. Im Kern geht es darum, wie weit die 20 Milliarden Dollar, die die UBS gemäss Vorschlag zusätzlich aufbringen müsste, heruntergedrückt werden. Diese Kapitallücke entsteht, wenn die UBS den Wert ihrer Auslandtöchter im Stammhaus zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegen müsste und nicht zu 60 Prozent gemäss aktueller Regelung. Dadurch soll das Schweizer Stammhaus besser geschützt werden, wenn eine Banktochter im Ausland ins Taumeln gerät. Eine Intervention mit Steuergeldern wird dadurch wenger wahrscheinlich. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, hat die Ständeratskommission in ihrer ersten Sitzung mehrere Gegenanträge ins Spiel gebracht, die für die UBS eine deutliche Entlastung bedeuten würden. So steht unter anderem eine Erhöhung auf nur 80 oder sogar lediglich 75 Prozent im Raum. Neu ist zudem die Idee eines Stufenmodells: Demnach müsste die UBS 80 Prozent CET1-Kapital aufbringen – allerdings könnte der Discount wieder wegfallen, wenn die Auslandsgeschäfte der UBS bestimmte Schwellen im Verhältnis zum Schweizer Bruttoinlandsprodukt überschreiten. ### Regulierung mit dem Warnfinger Das Stufenmodell klingt nach einem typisch eidgenössischen Kuhhandel: Man gewährt der Grossbank einen massiven Rabatt, droht aber gleichzeitig damit, diesen wieder zu entziehen, wenn sie es im Ausland übertreiben sollte. Regulierung mit dem Warnfinger. Ob und welchen konkreten Gegenvorschlag die ständerätliche Kommission letztendlich aus dem Hut zaubert, bleibt offen. Eines scheint jedoch klar: Im tonangebenden bürgerlichen Lager ist man offenbar bereit, der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) einen Rabatt von mindestens 50 Prozent gewähren zu wollen. Das würde den CET1-Kapitalzuschlag von 20 Milliarden auf nur noch 7,5 bis 10 Milliarden Dollar senken. Sicher scheinen sich die Mitglieder der ständerätlichen Kommission allerdings noch nicht zu sein. Die Kommission vertagte Anfang Mai überraschend eine Empfehlung zur Vorlage. Bis zur nächsten Sitzung nach den Sommerferien bleibt nun Zeit, die Ideen ein weiteres Mal zu käuen und wiederzukäuen. Es dürfte bis 2027 dauern, bis der Entscheid durch die eidgenössischen Räte ist. Später könnte allenfalls noch das Volk das letzte Wort haben. ### Radicant fast abgewickelt - die meisten Kunden haben die Onlinebank verlassen URL: https://www.tippinpoint.ch/test8-radicant-fast-abgewickelt-die-meisten-kunden-haben-die-onlinebank-verlassen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:30.000Z Die Abwicklung der Online-Bank [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/165/radicant.html) ist weit fortgeschritten. Im November 2025 hatte die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) beschlossen, ihre Tochterbank zu liquidieren. Inzwischen ist der Schliessungsprozess praktisch abgeschlossen. Nahezu alle Kunden haben die Bank verlassen, sagt eine Quelle. Ein Sprecher von Radicant bestätigt dies: «Wir bestätigen, dass wir für die überwiegende Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden der Radicant AG (ehemals Radicant Bank AG) Anschlusslösungen gefunden haben.» Radicant sieht sich im Zeitplan: «Wir befinden uns bei der Umsetzung klar im Zeitplan, den wir im November 2025 kommuniziert haben», sagt der Sprecher. Angaben dazu, wohin die Kundengelder geflossen sind, macht das Institut nicht. Der Grossteil der insgesamt rund 20’000 Kundinnen und Kunden dürfte jedoch zur Online-Bank Alpian gewechselt haben. Bereits im Dezember hatten Radicant und Alpian eine entsprechende Migrationsvereinbarung abgeschlossen. ### Entscheid über künftige Struktur steht an Noch verfügt [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/165/radicant.html) über eine Banklizenz. Eine Voraussetzung für deren Rückgabe sei die erfolgreiche Suche nach Anschlusslösungen für die Kundinnen und Kunden, erklärt der Sprecher. «Wir stehen in diesem Zusammenhang mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht in Kontakt und befinden uns auch in dieser Frage im Zeitplan.» Der Prozess sei abgeschlossen, sobald die Finma «uns aus der Aufsicht entlässt», so Radicant weiter. «Anschliessend entscheiden wir, wie die künftige Struktur der Firma aussehen wird. Wir stellen damit sicher, dass alle Anspruchsgruppen weiterhin adäquat bedient werden können – dazu gehören ehemalige Kundinnen und Kunden, Technologiepartner sowie ehemalige und aktuelle Mitarbeitende. Auch in dieser Frage liegen wir im bereits kommunizierten Zeitplan.» Das finanzielle Abenteuer mit ihrer Digitalbank hat die [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/79/blkb.html) [insgesamt 180 bis 190 Millionen Franken gekostet](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78688/das%5Fradicant-abenteuer%5Fkostet%5Fdie%5Fblkb%5Fbis%5Fzu%5F190%5Fmillionen%5Ffranken.html). In dieser Summe sind die getätigten Investitionen, die Wertberichtigungen sowie die Kosten für die Liquidation und Lizenzrückgabe enthalten. ### Warum stieg die Nationalbank bei Barrick Mining wieder ein - nachdem sie vor Jahren ausgestiegen war? URL: https://www.tippinpoint.ch/warum-stieg-die-nationalbank-bei-barrick-mining-wieder-ein-nachdem-sie-vor-jahren-ausgestiegen-war/ Last updated: 2026-07-18T23:01:30.000Z Die Schweizerische Nationalbank liess jahrelang die Finger von dem umstrittenen Goldminenkonzern. Jetzt investiert sie wieder Millionen, obwohl Ratings zum Teil in die höchste Negativkategorie fallen. ![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/05/nrd-D6Tu_L3chLE-unsplash.jpg) Im ersten Quartal baute die Nationalbank ihre Position beim umstrittenen US-Goldkonzern Barrick Mining Corporation deutlich aus – um knapp 26 Prozent. Wie [Tippinpoint am Dienstag](https://tippinpoint.ch/artikel/78780/die%5Fnationalbank%5Fbaut%5Fpositionen%5Fin%5Fheiklen%5Fus-firmen%5Fdeutlich%5Faus%5F-%5Fbesonders%5Fstark%5Fbei%5Feinem%5Fumstrittenem%5Fgoldminen-konzern.html?ref=tippinpoint.ch) berichtete, erhöhte die Frankenwächterin ihre Beteiligung an Barrick Mining überproportional stark. Gegenüber Ende 2025 baute sie die Position um 25,9 Prozent von 4,51 auf 5,68 Millionen Aktien aus, was einem Investment von über einer Viertelmilliarde Dollar entspricht. Interessant ist, dass die [SNB](https://tippinpoint.ch/unternehmen/45/snb.html?ref=tippinpoint.ch) Aktien dieses Unternehmens jahrelang mied. Die US-Positionen der Schweizer Notenbank werden von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC seit August 2013 offengelegt. Die SNB stockte ihre Positionen bei dem Goldminenbetreiber bis Anfang 2016 kontinuierlich auf. Doch im zweiten Quartal 2016 kam es zu einem «spektakulären Rückzieher», wie die damalige «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete. Die SNB stiess ihre Beteiligung vollumfänglich ab. Die SNB blieb bis in den Herbst 2025 desinvestiert – also fast zehn Jahre lang. Im vierten Quartal stieg sie dann plötzlich wieder ein und baute die Position im ersten Quartal nochmals deutlich aus. Warum ist die SNB vor 10 Jahren raus und jetzt wieder rein? Üblicherweise bewirtschaftet die SNB ihre Positionen nicht aktiv, sondern bildet sie indexnah ab. Der plötzliche Verkauf 2016 musste damals also einen anderen Grund gehabt haben, zumal die Titel damals Rückenwind hatten. Da die SNB keine Angaben zu einzelnen Titeln macht, kann darüber nur spekuliert werden. Naheliegend ist, dass sich die Währungshüter aufgrund «nicht-finanzieller Aspekte» von den Aktien trennten. ### «Grundlegende Normen und Werte der Schweiz» Die Notenbank verpflichtet sich gemäss ihren Richtlinien zur Anlagepolitik, die «grundlegenden Normen und Werte der Schweiz» zu berücksichtigen. «Sie investiert nicht in Aktien und Anleihen von Unternehmen, deren Produkte oder Produktionsprozesse in grober Weise gegen gesellschaftlich breit anerkannte Werte verstossen. Die [SNB](https://tippinpoint.ch/unternehmen/45/snb.html?ref=tippinpoint.ch) erwirbt daher keine Aktien oder Anleihen von Unternehmen, die in die Produktion international geächteter Waffen involviert sind, grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen.» Noch schleierhafter ist, warum die SNB bei Barrick plötzlich wieder zugriff. Interessant ist, dass sich das Unternehmen im Mai 2025 umbenannte. Aus Barrick Gold wurde die Barrick Mining Corporation. Dieser Schritt sollte eine strategische Neuausrichtung widerspiegeln und den wachsenden Fokus auf Kupfer neben der Kernkompetenz Gold verdeutlichen, begründete das Unternehmen damals. Seit Mai 2025 werden die Aktien unter dem neuen Namen und Ticker gehandelt. Mag dies der triviale Grund sein, warum die Händler der SNB wieder zugriffen? [Barrick wehrt sich gegen das MSCI ESG Rating. (Quelle: Screenshot Barrick)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2605133%5F080524.jpg?ref=tippinpoint.ch) Klar ist, das Unternehmen ist weiterhin umstritten – wie ein seit Monaten laufender Streit mit dem Ratingunternehmen MSCI zeigt. Dieses verwies in seinem ESG-Rating auf mögliche Verstösse gegen Prinzipien des UN Global Compact und sprach von schwerwiegenden Kontroversen. Die Bewertungen umfassten teilweise die höchste Negativkategorie «Very Severe». Barrick wies dies als sachlich falsch und unangemessen zurück. Da die Ratings über Investments in Millionenhöhe entscheiden können, ist die Gegenwehr nachvollziehbar. Ein SNB-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Das Institut nimmt generell keine Stellung zu Einzelpositionen. ### Jamie Dimon hat die UBS noch nicht auf dem Einkaufszettel URL: https://www.tippinpoint.ch/jamie-dimon-hat-die-ubs-noch-nicht-auf-dem-einkaufszettel/ Last updated: 2026-05-30T14:01:13.000Z «Ich denke, dass sich in den nächsten Jahren die Möglichkeit ergeben könnte, 10 bis 20 Milliarden Dollar für eine Übernahme einzusetzen», sagte Dimon am Mittwoch an der Bernstein Strategic Decisions Conference. [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/167/jp%5Fmorgan.html) halte aktiv Ausschau nach entsprechenden Gelegenheiten. Bleibt es dabei, dürfte die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/1/ubs.html) derzeit nicht auf dem Speiseplan des mächtigsten Bankers der Wall Street stehen. Um die Schweizer Grossbank zu schlucken, müsste Dimon bereit sein, eine deutlich grössere Summe auf den Tisch zu legen. Aktuell wird die die Bank mit 120 Milliarden Dollar bewertet. Im Zusammenhang mit der Verschärfung der Eigenkapitalregeln ist eine Übernahme der UBS ein oft gehörten Drohszenario. Gegner der Verschärfung argumentieren, dass die Grossbank zu einer leichten Beute werde, wenn sie zusätzlich 20 Milliarden Dollar Kapital aufbringen müsse. Das drücke auf die Börsenbewertung, was wiederum Käufer anziehen könnte, um mit einer Sitzverlegung regulatorische Arbitrage zu betreiben. ### «Sehr geduldig mit unserem Kapital» Unter Dimons Führung hat sich [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/167/jp%5Fmorgan.html) in den vergangenen mehr als 20 Jahren zur grössten und profitabelsten Bank der USA entwickelt. Dazu beigetragen haben unter anderem die Übernahmen von Bear Stearns und Washington Mutual während der Finanzkrise sowie der First Republic Bank im Jahr 2023\. Gleichzeitig betreibt JPMorgan mit Chase eine Retailbank, die in den letzten Jahren vom Zinsumfeld stark profitiert hat. Gleichzeitig betonte Dimon, dass JP Morgan auch ohne Zukäufe in allen Geschäftsbereichen attraktive Wachstumschancen sehe. Die Bank stehe deshalb nicht unter Druck, rasch eine Transaktion abzuschliessen. Die Bewertungen am Markt seien derzeit hoch. «Wir gehen sehr geduldig mit unserem Kapital um», sagte Dimon. «Es brennt uns überhaupt nicht unter den Nägeln. Wenn das Geld eine Zeit lang ungenutzt bleibt, ist das kein Problem.» ### Die Fürstliche Strategie der LGT: Investieren über Generationen hinweg URL: https://www.tippinpoint.ch/die-furstliche-strategie-der-lgt-investieren-uber-generationen-hinweg/ Last updated: 2026-05-30T12:22:18.000Z In einer Welt, die sich oft im Takt von Quartalsberichten bewegt, verfolgen Familien oft einen anderen, auf langfristige Perspektiven ausgerichteten Ansatz mit Blick auf die nächsten Generationen. Familien haben die nächsten Generationen im Blick. Aus dieser tiefen Überzeugung ist die Anlagephilosophie der Fürstliche Strategie der LGT entstanden. Sie ist die konsequente Umsetzung einer Philosophie, die von der unternehmerischen Weitsicht und den Werten der Fürstenfamilie von Liechtenstein geprägt ist. Mit ihr soll Vermögen so entwickelt werden, dass es auch künftigen Generationen als solides Fundament dient. ### Am Anfang stand eine mutige Vision Die Geschichte der Fürstlichen Strategie beginnt im Jahr 1998, nicht in einem Handelsraum, sondern mit einer unternehmerischen Entscheidung. Nach dem Verkauf eines Firmenteils stand die Fürstenfamilie vor der Aufgabe, die Erlöse umsichtig und vor allem langfristig anzulegen. Statt auf die üblichen Lösungen zu setzen, blickte man über den Atlantik. Als Vorbild dienten die grossen amerikanischen Universitätsstiftungen wie Harvard und Yale, die ihr eigenes Kapital mit einem sehr langen Horizont verwalteten. Ihr Erfolgsrezept war eine für damalige europäische Verhältnisse fast schon radikale Diversifikation. In Anlehnung an dieses Modell wurde ein signifikanter Teil des Vermögens in die damals vor allem in Europa noch wenig verbreiteten alternativen Anlageklassen wie Private Equity und Hedgefonds investiert. Später wurde diese Strategie, in die die Familie selbst massgeblich investiert, auch für Kundinnen und Kunden zugänglich gemacht. Dieser Moment schuf eine Angleichung der Kundeninteressen mit denen der Bankeigentümer, die bis heute das Fundament des Vertrauens bildet. ### Eine Philosophie, die von Werten geprägt ist «Die Philosophie hinter der Strategie spiegelt die Philosophie unserer Familie», bringt es S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein auf den Punkt. Im Kern dieses Denkens steht nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern das Bestreben, das Vermögen und seine Kaufkraft über Zeit zu erhalten und zu entwickeln. Es ist eine Haltung, die auf einer unternehmerischen Überzeugung fusst: dass nachhaltige Wertschöpfung am besten durch die langfristige Beteiligung an aktiv geführten, soliden Unternehmen entsteht. Gleichzeitig ist dieser Ansatz untrennbar mit dem Gedanken der Verantwortung verbunden. Es geht darum, so zu wirtschaften, dass die Konsequenzen des eigenen Handelns bedacht werden und für die Nachkommen eine stabile Grundlage für ihr eigenes Leben und Wirtschaften erhalten bleiben. ### Ein disziplinierter Prozess mit Weitblick Diese langfristige Philosophie wird durch einen disziplinierten, aber doch flexiblen Prozess sichergestellt. Es beginnt mit der Erstellung einer strategischen "Landkarte", die auf einer tiefgehenden Analyse möglicher Zukunftsszenarien basiert und die langfristige Allokation des Portfolios festlegt. Diese Karte ist der Kompass, aber kein starres Korsett. Mit der taktischen Navigation reagiert das erfahrene Portfoliomanagement auf kurzfristigere Marktveränderungen und passt die Positionierung innerhalb klar definierter Bandbreiten an. Der letzte und entscheidende Schritt ist die sorgfältige Auswahl der Investments. Dies geschieht teils durch LGT Expertinnen und Experten, teils durch die Auswahl der weltweit besten externen Managerinnen und Manager. Dabei zählen nicht nur Zahlen, sondern auch die Persönlichkeit und die Erfahrung der verantwortlichen Köpfe – ein Vorteil ist, dass die LGT inzwischen auf ein über Jahrzehnte gewachsenes Netzwerk zurückgreifen kann. ### Die Kunst der Evolution Eine Strategie, die Generationen überdauern soll, muss sich anpassen können. So hat sich auch die Fürstliche Strategie über die Jahre weiterentwickelt, um auf ein verändertes Marktumfeld zu reagieren. Als klassische Anleihen an Attraktivität verloren, wurden beispielsweise neue Einkommensquellen aus versicherungsbasierten Anlagen erschlossen. Das Engagement in Privatmarkt-Anlagen wurde ausgebaut, um das riesige Universum an nicht-kotierten Unternehmen zu erschliessen. Der weitsichtige Ansatz findet seinen deutlichsten Ausdruck im Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das Bekenntnis zum Netto-Null-Ziel bis 2050 ist die logische Konsequenz des Generationendenkens. Es geht darum, die Dekarbonisierung der Anlagen voranzutreiben und gezielt in Unternehmen zu investieren, die an den Klimalösungen von morgen arbeiten. ### Ein Fundament, das trägt Letztlich ist die Fürstliche Strategie mehr als die Summe ihrer Teile. Sie verdeutlicht eine Haltung, die Stabilität und Innovation, unternehmerisches Handeln und Verantwortung miteinander verbindet. Gestützt auf ihre über 25-jährige Geschichte, verfolgt sie ein klares Ziel: ein Fundament zu schaffen, das trägt – für die Anlegerinnen und Anleger von heute und für die Generationen von morgen. ### Die Zukunft ist weiblich: Wie Frauen Wohlstand und Einfluss neu definieren URL: https://www.tippinpoint.ch/die-zukunft-ist-weiblich-wie-frauen-wohlstand-und-einfluss-neu-definieren/ Last updated: 2026-07-12T09:42:52.000Z In den nächsten 25 Jahren werden voraussichtlich rund USD 124 Billionen die Besitzerin bzw. den Besitzer wechseln - Frauen werden etwa 70 % davon erben. In Verbindung mit dem weltweit steigenden Bildungsniveau der Frauen, verstärkten Bemühungen um Diversität und Inklusion sowie anhaltenden Fortschritten bei der Schliessung des «Gender Pay Gap» signalisiert dieser Wandel einen bemerkenswerten Anstieg des globalen Vermögens in den Händen von Frauen. Dieser Wandel, häufig als «grosser Vermögenstransfer» bezeichnet, wird oft als Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter gefeiert. Für Vermögensverwalter wie die LGT stellt sich die Lage aber differenzierter dar. Tatsächlich ist die Finanzbranche vor allem auf die Gewohnheiten männlicher Anleger ausgerichtet. Angesichts der Tatsache, dass Frauen immer mehr Vermögen erben werden, stellt sich die Frage, ob die Vermögensverwaltungsbranche in der Lage ist, die Bedürfnisse, Erwartungen und Ambitionen dieser neuen Generation vermögender Frauen zu erfüllen. ### Unterschiede im Vorgehen Historisch wurden Vermögen und die Branchen, die es verwalten, von Männern dominiert, was die Industrie bis heute prägt. Frauen treten jedoch nicht einfach in die Fussstapfen ihrer Vorgänger. Auch wenn wir hier nicht verallgemeinern wollen, zeigt sich zunehmend, dass Frauen und Männer tendenziell unterschiedliche Herangehensweisen an Vermögen, Investitionen und Philanthropie haben. Das Women's Philanthropy Institute hat herausgefunden, dass es wesentliche Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie Frauen ihr Vermögen spenden. - Alleinstehende Frauen engagieren sich eher für wohltätige Zwecke als alleinstehende Männer. Verheiratete Frauen motivieren häufig ihre Ehemänner zu philanthropischen Aktivitäten. - Frauen unterstützen meist ein breiteres Spektrum von Projekten, während Männer dazu neigen, grössere Beträge in ausgewählte Institutionen zu geben. - Die von Frauen geprägte Philanthropie ist oft eng mit eigenen Erfahrungen verbunden oder auf gesellschaftlichen Wandel ausgerichtet. Die LGT Studie [↗ Wealth for Impact](https://www.lgt.com/global-en/about-lgt/lgt-news/lgt-presents-key-findings-from-the-wealth-for-impact-study--252880?ref=tippinpoint.ch) zeigt, dass vermögende Frauen auch heute oft Sexismus im Kontext ihrer Vermögensverwaltung und Beratung erleben. Das reicht von subtilen Vorurteilen über Bevormundung bis hin zur völligen Ausgrenzung. Zudem stammt ein Grossteil des Vermögens, das derzeit in Frauenhand gelangt, nach wie vor aus Erbschaften und nicht aus eigenem Erwerb. Dies führt dazu, dass sich viele vermögende Frauen eher verpflichtet fühlen, ihr Vermögen für künftige Generationen zu erhalten, als es für wirkungsorientiere – aber oft riskantere – Investitionen einzusetzen. ### Wechselnde Hände, wechselnde Gewohnheiten Trotz dieser Hürden spielen Frauen bereits heute eine aktive Rolle in der Zukunft von Vermögen und Philanthropie. In vielen Regionen, besonders in Nordamerika, belegen Studien, dass Frauen in vermögenden Haushalten bereits heute primäre oder gemeinsame finanzielle Entscheidungsträgerinnen sind und etwa 85 % der philanthropischen Entscheidungen ihrer Familien beeinflussen oder selbst treffen. Zusammenarbeit und langfristiges Engagement spielen in den philanthropischen Strategien vieler Frauen eine zentrale Rolle. Eine Teilnehmerin der genannten LGT Studie betonte etwa, wie wichtig philanthropische Netzwerke seien, da sie Frauen miteinander vernetzen und den Austausch untereinander fördern. So werden sie ermutigt, sich stärker in die Verwaltung ihres Vermögens einzubringen und durch ihr Vorbild Einfluss zu nehmen. Durch diese Kooperation kann Frauenvermögen oft über längere Zeit besonders wirksam eingesetzt werden. Ein Beispiel sind Initiativen zum Schutz gefährdeter Arten wie des Spitzmaulnashorns: Während direkte Massnahmen wie die Einrichtung von Schutzgebieten zwar sofortige Wirkung zeigen, bekämpfen sie meist nur Symptome. Nachhaltigere, wenn auch weniger schnell greifbare Philanthropie zielt auf Systemveränderungen ab – etwa durch Investitionen in Bildung, Förderung neuer Verhaltensweisen oder die Unterstützung lokaler Wirtschaftsentwicklung zur Bekämpfung der Ursachen des Problems. ### Das Problem lösen Damit die Finanzbranche diesen Wandel nicht nur bewältigen, sondern aktiv nutzen kann, muss Vermögensverwaltung mehr leisten als symbolische Gesten. Systeme, die einst für Männer konzipiert wurden, dürfen nicht der Standard für Anlegerinnen bleiben. Wenn Frauen anders investieren und spenden, gilt es, Management und Beratung gezielt auf ihre Bedürfnisse auszurichten. Denn Frauen treten nicht einfach in die Welt der Investments ein – sie prägen sie neu. Sie stellen anspruchsvollere Fragen zur Nachhaltigkeit, fordern mehr Transparenz und erweitern die Risiko-Definition um Aspekte wie Klima, soziale Ungleichheit oder langfristige Unternehmensführung. Die wachsende Bedeutung wohlhabender Frauen eröffnet der Private-Banking-Branche die einmalige Chance, Führungsrolle und Inklusionsversprechen zu erneuern – vorausgesetzt, wir gehen über blosses Anerkennen des Trends hinaus und gestalten aktiv die entsprechenden Rahmenbedingungen. Die Zukunft des Vermögens mag weiblich sein – vor allem sollte sie aber auch fair, informiert und zielgerichtet sein. --- **\*Silvia Bastante de Unverhau** ist Leiterin der Philanthropieberatung bei LGT Private Banking, wo sie vermögende Privatpersonen und Familien bei ihren philanthropischen Engagements berät. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung von Philanthropiestrategien und Programmen und lehrt Philanthropie an der Universität Genf. ### Die Stärken Europas im Gespräch: der Kontinent ist besser als sein Ruf URL: https://www.tippinpoint.ch/die-starken-europas-im-gesprach-der-kontinent-ist-besser-als-sein-ruf/ Last updated: 2026-07-18T20:30:14.000Z Während Europa debattiert, gewinnen Amerika und China an Dynamik. Europa ist wirtschaftlich zwar bedeutend mit vielen erfolgreichen Unternehmen. «Europa hat sehr viele Unternehmen, die in ihren Bereichen globale Champions sind», erklärt Philipp Lisibach. Der Kontinent ist aber strukturell unter Druck. Zersplitterte Finanzmärkte, keine gemeinsame Verteidigung, und politische Entscheide, die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten erfordern. ### Europa muss seine Stärken mobilisieren Doch der alte Kontinent hat Stärken, die es neu zu mobilisieren gilt: Industrietiefe, Binnenmarkt, Rechtsstaat, politische Stabilität und das Potenzial, geeint zu handeln, wenn die demokratischen Prozesse weiterentwickelt werden. «Ausserdem ist Europa im Umweltbereich in vielerlei Hinsicht Vorreiter», hebt Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm hervor. Die beiden Experten diskutieren im Video, wie Europa seine Vorteile einsetzen kann, um strukturelle Schwachstellen zu beseitigen und fit für die Zukunft zu sein. [LGT BP April 2026 Europe DE Captions V6.mp4Watch LGT BP April 2026 Europe DE Captions V6.mp4 on Bunny Stream![](https://static.ghost.org/v5.0.0/images/link-icon.svg)![](https://vz-3415fcdd-9bc.b-cdn.net/3f7b220a-2a9d-4d44-b03e-93c5256285f2/thumbnail.jpg)](https://player.mediadelivery.net/play/702766/3f7b220a-2a9d-4d44-b03e-93c5256285f2?ref=tippinpoint.ch) --- **Prof. Dr. Jan-Egbert Sturm**, Direktor KOF Institut und Professor für angewandte Wirtschaftsforschung, ETH Zürich Jan-Egbert Sturm ist seit Oktober 2005 ordentlicher Professor für Angewandte Makroökonomie am Departement für Management, Technologie und Wirtschaft (D-MTEC) sowie Direktor des KOF Instituts an der ETH Zürich. Er ist Chefredakteur von Economic Systems und Mitglied verschiedener Ausschüsse und Gremien in der Schweiz und im Ausland. **Philipp Lisibach**, CIO Europe, LGT Private Banking Philipp Lisibach ist Chief Investment Officer Europe der LGT Bank Schweiz in Zürich. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die LGT Europe House View, welche die makroökonomischen Prognosen, die taktische Anlagepositionierung sowie Themeninvestments und Research beinhalten. Philipp Lisibach ist Vorsitzender des LGT Europe Anlageausschusses. ### Familienvermögen: Den Nachfolgeprozess erfolgreich gestalten URL: https://www.tippinpoint.ch/familienvermogen-den-nachfolgeprozess-erfolgreich-gestalten/ Last updated: 2026-07-12T10:05:32.000Z Wie dringlich nicht nur eine frühzeitige, sondern auch eine umfassende Nachfolgeplanung ist, verdeutlicht der Fall eines Unternehmers: Seine Vermögensnachfolge war lückenhaft, obwohl er sich frühzeitig mit seiner Vermögensnachfolge auseinandersetzte. So passte er im Verlauf der Jahre das Testament mehrfach an. In der letzten Fassung war neu geregelt, dass seine Unternehmensanteile im Ablebensfall nicht nur an seinen leiblichen Sohn, sondern auch zur Hälfte an seine Ehefrau übergehen sollen, die er vor kurzem geheiratet hatte. Als der langjährige Firmenlenker unerwartet verstarb, stellte sich heraus, dass der Gesellschaftsvertrag des Unternehmens auf die neue testamentarische Erbeinsetzung der Ehefrau nicht abgestimmt war. Der Gesellschaftsvertrag sah nur leibliche Abkömmlinge als nachfolgende Gesellschafter vor. Die Ehefrau wurde folglich nicht Gesellschafterin und erwarb stattdessen einen Abfindungsanspruch gegenüber der Gesellschaft. Die Liquidität musste kurzfristig beschafft werden und war für das Unternehmen existenzbedrohend. ### Geordneter Vermögenstransfer ist anspruchsvoll Dieses Beispiel ist kein Einzelfall: Ein geordneter Vermögenstransfer ist anspruchsvoll und voller Fallstricke. In regelmässigen Abständen berichten die Medien über Konflikte bei der Nachfolgeregelung, die langjährige juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben. Diese verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern können auch die Existenz eines Unternehmens gefährden. Dabei geht es nicht um die Vermeidung von Konflikten per se. Denn wenn Familien bei Konflikten mit Unternehmensbezug das Private und Familiäre weitestgehend aussen vor lassen, kann sich dadurch Positives entwickeln. Werden Konflikte sachlich und fair ausgetragen, kann dies die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken, zum Beispiel wenn es um die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens geht. Vielfach verfügen erfolgreiche Unternehmerfamilien einerseits über ein verbindliches, familieninternes Regelwerk, eine sogenannte Governance. Diese hilft, Konflikte zu vermeiden oder zumindest deren konstruktive Bewältigung zu unterstützen. Andererseits diskutieren diese Familien schon frühzeitig über die Unternehmensnachfolge und gestalten das Vorgehen beim Vermögenstransfer vorausschauend und mit praktikablen Regelungen. ### Wer will und wer kann die Nachfolge übernehmen? In manchen Unternehmerfamilien scheint es fast schon ein Tabu zu sein, über die Nachfolge zu sprechen. Dadurch können unausgesprochene Annahmen entstehen. Ein Familienunternehmer im Bereich der Maschinenindustrie ging beispielsweise jahrelang davon aus, dass seine Kinder kein Interesse am Unternehmen hätten. Die Tochter bereitete sich jedoch für die Unternehmensübernahme vor. Als sie von den Verkaufsplänen des Vaters erfuhr, fiel sie aus allen Wolken. Mangelnde Kommunikation rund um die Unternehmenszukunft kann nicht nur zu Ärger in der Familie führen. Sie kann auch die Zukunft des Unternehmens beeinträchtigen. Daher ist es essenziell, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer gemeinsam mit der Familie mögliche Optionen sowie die individuellen Wünsche diskutieren. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Werte der Unternehmerfamilie gelegt werden. Was hat die Familie bisher miteinander verbunden? Gab es eine gemeinsame Idee? Welche Rolle spielt das Unternehmen über das Finanzielle hinaus? Wer aus der Familie soll eine Rolle im Unternehmen spielen – oder auch nicht? Was sind Dinge, die nach der Nachfolge geändert werden können oder sollen? ### Mit Familienregeln lassen sich Konflikte vermeiden Es wurde bereits kurz erwähnt: Mit einem verbindlichen, familieninternen Regelwerk (Governance) lassen sich Konflikte vermeiden. Bei Unternehmerfamilien sollten die Regelungen die vier Bereiche Unternehmen, Eigentum, Vermögen und Familie abdecken: **Corporate Governance:** Sie befasst sich mit Führungsstrukturen, Kontrollgremien und den professionellen Managementprozessen im Familienunternehmen, um dessen Führung effizienter, transparenter und im Interesse der Eigentümerfamilie zu gestalten. **Ownership Governance:** Sie bezieht sich auf die Regelung der Eigentümerstruktur und -rechte der Familie im Unternehmen. Sie definiert, wie Eigentumsanteile verteilt, übertragen und ausgeübt werden, und wie die Eigentümergemeinschaft zusammenarbeitet. **Wealth Governance:** Sie regelt die Verwaltung des Gesamtvermögens der Familie über Generationen hinweg. Das beinhaltet über das Familienunternehmen hinaus auch andere Vermögenswerte wie Immobilien, Beteiligungen oder Finanzanlagen. **Family Governance:** Damit wird die familieninterne Organisation, Kommunikation und Wertevermittlung gestaltet. Strukturen wie Familienräte, Familienversammlungen oder eine Familienverfassung stärken den Zusammenhalt, minimieren Konflikte und fördern gemeinsame Werte und Ziele. ### Jede Familie ist anders Eine professionelle Nachfolge hilft die Zukunft des Familienunternehmens zu sichern und kann durchaus auch dessen Wettbewerbsfähigkeit stärken, wenn frühzeitig die Weichen für eine geordnete Nachfolge gestellt werden. Dazu braucht es kompetente Fachexpertinnen und -experten. Denn letztlich muss jede Unternehmensnachfolge individuell angegangen werden. Jedes Familienunternehmen hat seine eigenen Bedürfnisse. Wurde eine Nachfolgeplanung einmal aufgesetzt, gilt es, diese kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, denn Familien entwickeln sich weiter. **\*Dietmar Arzner** ist Co-Head Wealth Planning & Strategic Solutions von LGT Private Banking. ### Mafia-Boss Messina Denaro hatte auch Gelder in die Schweiz verschoben URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-mafia-boss-messina-denaro-hatte-auch-gelder-in-die-schweiz-verschoben/ Last updated: 2026-07-20T08:57:48.000Z Bis zu seiner Verhaftung im Januar 2023 nach der Krebstherapie in einer Privatklinik in Palermo galt Matteo Messina Denaro als einflussreichster und meistgesuchter Boss der sizilianischen Cosa Nostra. Nach seinem Tod im September gleichen Jahres tappten die Ermittler zunächst im Dunkeln über den Verbleib seines aus dem Drogenhandel und anderen kriminellen Aktivitäten stammenden Vermögens. Nun gab die Staatsanwaltschaft in Palermo bekannt, über 200 Millionen Euro beschlagnahmt zu haben, die auf Messina Denaro zurückzuführen seien. Die von der Anti-Mafia-Behörde koordinierte Aktion erstreckte sich neben Italien auf acht weitere Länder, nämlich auf Andorra, Gibraltar, die Kaiman-Inseln, Luxemburg, der Libanon, Monaco, die Schweiz und Spanien. Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigte auf Anfrage, dass sie in der Angelegenheit ein Rechtshilfegesuch der Strafverfolgungsbehörden in Palermo vollzieht. Zum Inhalt und zum Resultat machte sie keine Angaben und verwies auf die Informationshoheit der italienischen Behörden. Nach Informationen des Tessiner Radio und Fernsehens (RSI), das nach eigenen Angaben die über 220-seitige Verfügung der Staatsanwaltschaft von Palermo einsehen konnte, geht es um das Vermögen von drei Personen, die mit Messina Denaro verbunden waren. Beschlagnahmt sei unter anderem das Konto einer Firma auf den Kaimaninseln bei einer bekannten Bank in Genf. Goldbarren im Wert von über zwei Millionen Euro seien von der Schweiz nach Luxemburg verschoben worden. Gerüchte über Verbindungen des 1962 im sizilianischen Castelvetrano geborenen Messina Debaro in die Schweiz hatte es schon lange gegeben. Auch von Besuchen des Mafia-Paten im Tessin war die Rede. Im Sommer 2014 übermittelten die Mafia-Ermittler in Palermo Informationen über einen möglichen Vertrauten und Fluchthelfer Messina Denaros an die Schweiz. Es handelte sich um Giovanni Domenico Scimonelli, einen in Locarno geborenen Italiener, der sich häufig in der Schweiz aufhielt. ### Gemeinsame Ermittlungsgruppe kam nicht voran Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 29\. Dezember 2014 ein Geldwäschereiverfahren gegen unbekannt und stimmte der Einsetzung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit der Antimafiabehörde von Palermo zu. Im Sommer 2015 löste die Bundesanwaltschaft eine Suche nach Bankkonten Scimonellis aus und führte Hausdurchsuchungen aus, während es in Italien zur Verhaftung elf Personen kam, darunter Scimonelli. Die Abklärungen in der Schweiz blieben neben einer abgebrochenen Bankverbindung eines Geschäftspartners von Scimonelli ohne brauchbares Ergebnis für das italienische Verfahren gegen Messina Denaro. Nach einem weiteren ergebnislos gebliebenen Aufruf an die Banken wurde die gemeinsame Ermittlungsgruppe Ende 2015 nicht verlängert, wie es die bilateralen Bestimmungen nach einjähriger Dauer vorsehen. Die Bundesanwaltschaft stellte das Geldwäschereiverfahren am 4\. Mai 2016 ein, weil sich kein Tatverdacht erhärten liess, der eine Anklage gerechtfertigt hätte. Die Kosten des Verfahrens von knapp 9'300 Franken wurden von der Bundeskasse übernommen. ### Tokenisierung ist gelöst - der Vertrieb bleibt die grosse Baustelle URL: https://www.tippinpoint.ch/tokenisierung-ist-gelost-der-vertrieb-bleibt-die-grosse-baustelle/ Last updated: 2026-06-01T17:38:02.000Z Den Vorgang des Tokenisierens bieten zahlreiche Anbieter an. Das ist nicht mehr das Problem. Was cfehlt, ist ein Verkaufskanal – eine «Migros» für digitale Assets. +++ Dazu: Vorsätzlich Bitcoin vernichtet +++ Kraken «verzinst» Bitcoin. _This post is for paying subscribers only._ ### Trotz Kritik und Chaos-Berichten: Die «Royal Pop» lockt weiter Käufer an URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-kritik-und-chaos-berichten-die-royal-pop-lockt-weiter-kaeufer-an/ Last updated: 2026-07-18T23:01:31.000Z Die Schlagzeilen waren vernichtend: Es war von Chaos und Abzocke die Rede, von einem «Hype, der auch nicht weiterhilft», wie die Süddeutsche Zeitung schrieb. Ein paar Tage später stellt man fest: Die Uhr scheint weiterhin zu faszinieren. Ein Leserreporter erwischte am Dienstagmorgen um 7.41 Uhr Uhrenfans auf Campingstühlen vor dem Swatch-Shop beim früheren Jelmoli an der Bahnhofstrasse – über zwei Stunden vor Ladenöffnung. Einige schienen dort übernachtet zu haben. In der Stadt scheint die Uhr weiterhin Gesprächsthema zu sein. «Wenn es keine lange Schlange hat, werde ich mir auch eine kaufen», sagt ein junger Banker, der mit einem Kollegen am Paradeplatz ins Tram steigt und Richtung Swatch-Laden gondelt. ### «Überwältigende» Resonanz Die von Swatch und Audemars Piguet Mitte Mai lancierte Taschenuhr «Royal Pop» ist für die Chefin des Luxusuhrenkonzerns aus Le Brassus VD ein voller Erfolg. Die Reaktionen auf die Einführung seien «überwältigend ausgefallen», sagte Audemars-Piguet-Chefin Ilaria Resta in einem Interview mit «Bloomberg TV» am Dienstag. «Unsere Website verzeichnete an nur einem Tag mehr als zehnmal so viele Besucher wie sonst in einem ganzen Jahr», sagte sie. Die von Swatch und Audemars Piguet lancierte Taschenuhr ist dem Design der «Royal Oak» nachempfunden und in limitierter Auflage in acht farbigen Modellen zu einem Preis von 352 Franken erhältlich. Auch die Aktie der [Swatch Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/swatch-group/) scheint die «Royal Pop» zu beflügeln. In den letzten vier Wochen stieg der Kurs um 17 Prozent auf 211 Franken. Selbst der «Kurs» der Royal Pop scheint sich zu halten: Auf Ricardo werden aktuell Dutzende Modelle zum Kauf angeboten. Meist liegt der Sofortpreis zwischen 800 und 900 Franken. ### Martin Haefner hat Anteil an Swiss Steel reduziert URL: https://www.tippinpoint.ch/martin-haefner-hat-anteil-an-swiss-steel-reduziert/ Last updated: 2026-07-18T23:01:32.000Z Seit einem Jahr ist [Swiss Steel](https://www.tippinpoint.ch/tag/swiss-steel/) nicht mehr an der Börse. Der letzte Handelstag war der 5\. Juni 2025\. Damals teilte das Unternehmen mit, dass die Gruppe den Geschäftsbericht und den nichtfinanziellen Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) gemäss den geltenden Vorschriften veröffentlichen werde. «Der genaue Veröffentlichungstermin wird zu gegebener Zeit auf der Website des Unternehmens bekannt gegeben.» Auf der Website wurde weder ein Veröffentlichungstermin noch der Geschäftsbericht für das Jahr 2025 publiziert. Lediglich der Sustainability Report wurde aufgeschaltet. Darin erfährt man Details über die Zahl der Erste-Hilfe-Einsätze, die gruppenweit geleistet wurden, oder darüber, wie viele Angestellte einen Migrationshintergrund haben. Wie es jedoch um die finanzielle Nachhaltigkeit von Swiss Steel bestellt ist, erfährt man nicht. Nicht einmal, wie viele Tonnen Stahl die Gruppe produziert hat. Eine Sprecherin von Swiss Steel sagt dazu: Seit dem Delisting veröffentliche man keinen Geschäftsbericht «im klassischen Sinne» mehr. Man publiziere jedoch weiterhin «freiwillig» einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht. Die Zugeknöpftheit erstaunt. Swiss Steel ist zwar nicht mehr an der SIX gelistet. Die Aktien sind bei der Handelsplattform LPZ-X der Bank Lienhardt & Partner allerdings weiterhin handelbar. ### Gab Haefner Aktien ans Management? Wäre es da nicht angebracht, Geschäftszahlen zu publizieren? Zumal der Free Float in den letzten zwölf Monaten grösser geworden ist? Denn: Beim Delisting vor einem Jahr kontrollierte AMAG-Erbe Martin Haefner noch knapp 90 Prozent der Aktien, sind es heute nur noch 83,22 Prozent, wie der Website von [Swiss Steel](https://www.tippinpoint.ch/tag/swiss-steel/) zu entnehmen ist. Knapp 17 Prozent ist also Free Float. Fragen, warum Haefner seinen Anteil reduziert hat und vor allem, an wen die Aktien gegangen sind, liess der persönliche Sprecher von Martin Haefner unbeantwortet. Es ist davon auszugehen, dass Haefner die Aktien nicht einfach in den «Markt» verkauft hat. Auch an einen neuen Grossaktionär dürften die Anteile kaum gegangen sein. Naheliegend ist vielmehr, dass Haefner die Aktien für Bonusprogramme des Managements eingesetzt hat. Da die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr tiefrot ausgefallen sein dürften, wäre das ein Zückerchen, um die hoch bezahlten Manager um CEO Frank Koch bei Laune zu halten. ### «Auswirkungen auf Kosten und Jobs» - Iqbal Khan spricht über KI URL: https://www.tippinpoint.ch/auswirkungen-auf-kosten-und-jobs-iqbal-khan-spricht-ueber-ki/ Last updated: 2026-07-18T23:01:32.000Z Die Einbindung künstlicher Intelligenz in den Bankalltag scheint für viele Institute noch immer experimentellen Charakter zu haben. Zumindest lassen sich die Aussagen von Iqbal Khan so interpretieren, der sich in einem Interview zum Thema äusserte. Der Asienchef der Grossbank sagte am Rande der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) Asian Investment Conference (AIC), mit KI stehe zwar die grösste Transformation bevor, die die Branche erleben werde. Doch Handfestes war von ihm kaum zu hören. KI könne Effizienz und Produktivität «über das gesamte Unternehmen hinweg» verbessern. Entscheidend sei vor allem das «Upskilling» der Mitarbeitenden – also Weiterbildung und die Anpassung an neue Arbeitsprozesse. Der Co-Chef des Global Wealth Managements outete sich dabei auch als Nutzer von KI-Assistenten. Er habe eigene Agenten gebaut, die letztlich nichts anderes seien als eine Vielzahl komplexer Prompts. Diese Agenten nutze er selbst, um effizienter zu arbeiten. Bei KI gehe es im Grunde genommen um Produktivität und zusätzliche Kapazitäten, sagte Khan. «Wenn es gelingt, diese Kapazitäten freizusetzen, um Kunden besser zu bedienen, den Anteil am Kundenvermögen (Share of Wallet) auszubauen und schneller zu wachsen, dürfte der Einfluss auf Arbeitsplätze weniger stark sein. Gelingt das jedoch nicht, wird dies selbstverständlich Auswirkungen auf Kosten und Beschäftigung haben», sagte Khan. In der Bankenwelt wie auch in vielen anderen Branchen ist KI inzwischen zu einem dominierenden Thema geworden. KI-Systeme versprechen niedrigere Kosten und höhere Effizienz, gleichzeitig steigt jedoch der Druck auf klassische Backoffice- und Standardfunktionen. Manche Bankchefs haben sich dabei mit markigen Worten zu Wort gemeldet. Der CEO von Standard Chartered, Bill Winters, sagte kürzlich, KI könne «geringwertige menschliche Arbeit» (lower value human capital) ersetzen – eine Formulierung, für die er sich später entschuldigte. Bei Goldman Sachs Group Inc. sprach COO John Waldron von einer «menschlichen Fertigungsstrasse», die sich zunehmend automatisieren lasse. Vor allem repetitive Tätigkeiten in Operations, Compliance, Reporting oder Kundenservice gelten als besonders anfällig für KI-gestützte Rationalisierung. Im Vergleich dazu schlägt Iqbal Khan einen moderateren Ton an. Optimistischer äusserte sich kürzlich Masahiro Kihara, CEO der Mizuho Financial Group Inc.. Selbst wenn KI bestimmte Aufgaben ersetze, bedeute das nicht automatisch einen Abbau von Stellen. Die Finanzindustrie betrachtet KI inzwischen weniger als Experiment denn als strukturelle Transformation – vergleichbar mit der Digitalisierung des Onlinebankings oder der Einführung elektronischer Handelsplattformen. ### Crossborder Wealth: Hongkong erstmals vor der Schweiz URL: https://www.tippinpoint.ch/crossborder-wealth-hongkong-erstmals-vor-der-schweiz/ Last updated: 2026-07-18T23:01:34.000Z Gemäss dem «Global Wealth Report 2026» verwaltete Hongkong zuletzt grenzüberschreitende Vermögen von rund 2,95 Billionen Dollar und lag damit knapp vor der Schweiz mit 2,94 Billionen Dollar. Rückenwind erhielt Hongkong insbesondere durch Vermögen aus China sowie den IPO-Boom im Jahr 2025. Laut dem Bericht stieg das gesamte weltweite Finanzvermögen im Jahr 2025 trotz Zollstreit und Kriegen um 10,7 Prozent auf 333 Billionen Dollar. Rechnet man auch Sachwerte dazu, sind es fast 550 Billionen Dollar. Die grenzüberschreitend verwalteten Vermögen machen davon lediglich 15,7 Billionen US-Dollar aus, wobei die zehn grössten Finanzzentren fast 90 Prozent aller Offshore-Gelder verwalten. Die Verschiebungen haben sich abgezeichnet. Hongkong festige seine Rolle als Tor Chinas zu den globalen Finanzmärkten. Gleichzeitig bleibe das Finanzzentrum damit aber stark abhängig von der wirtschaftlichen und regulatorischen Entwicklung auf dem chinesischen Festland, heisst es im Bericht. «Diese Veränderungen gestalten die globale Vermögensverteilung neu», sagt Michael Kahlich, Managing Director und Partner bei BCG sowie Mitautor der Studie. «Wir beobachten, dass sich Vermögensbildung, grenzüberschreitende Kapitalströme und Investitionsökosysteme zunehmend auf eine kleinere Anzahl global vernetzter Zentren konzentrieren. Der Aufstieg Hongkongs spiegelt die wachsende Anziehungskraft der asiatischen Vermögens- und Kapitalmärkte wider.» [Hongkong und Singapur werden in den nächsten Jahren schneller wachsen. (Quelle: Screenshot BCG)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2605147%5F060508.jpg?ref=tippinpoint.ch) Sowohl Hongkong als auch Singapur dürften laut BCG ihre grenzüberschreitend verwalteten Vermögen bis 2030 jährlich um rund 9 Prozent steigern. Für die Schweiz erwartet die Beratungsgesellschaft im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum von rund 6 Prozent pro Jahr. Hongkong wird seinen Abstand zur Schweiz weiter ausbauen können, während Singapur den Abstand verkleinern wird. [Hongkong ist allerdings deutlich weniger divers aufgestellt als die Schweiz. (Quelle: Screenshot BCG)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2605147%5F060516.jpg?ref=tippinpoint.ch) Trotz der tieferen Wachstumsraten sieht BCG weiterhin Vorteile für die Schweiz. Während Hongkong und Singapur stark vom Wachstum in China abhängig seien, verfüge die Schweiz über eine breiter diversifizierte internationale Kundschaft. Geopolitische Unsicherheiten stärkten zudem die Rolle der Schweiz als sicherer Hafen. Laut BCG ziehen vermögende Kunden insbesondere aus volatileren Regionen wie dem Nahen Osten vermehrt Gelder in die Schweiz ab. Der hohe und weiter steigende Anteil chinesischer Vermögen ist zugleich Hongkongs grösste Schwäche. Mit der zunehmenden Verwischung der Grenzen zwischen Hongkong und China stellt sich die Frage, ob in der ehemaligen britischen Kronkolonie verbuchte Gelder aus Festlandchina überhaupt noch als grenzüberschreitendes Geschäft gelten können. ### Hat ein Genfer Ölhändler gerade das Geschäft des Jahrhunderts gemacht? URL: https://www.tippinpoint.ch/hat-ein-genfer-oelhaendler-gerade-das-geschaeft-des-jahrhunderts-gemacht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:34.000Z Die Genfer Lytton SA soll beim beim Transit eines Öl-Supertankers durch die Strasse von Hormus ein gutes Geschäft gemacht haben. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf anonyme Quellen. Konkret geht es um die Fahrt der Agios Fanourios I, die irakisches Rohöl nach Vietnam transportierte. Der Supertanker mit knapp zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord wurde zunächst von iranischen und später von US-Behörden gestoppt. Erst vor etwas mehr als einer Woche durfte das Schiff nach [Intervention der vietnamesischen staatlichen Ölgesellschaft](https://www.reuters.com/world/asia-pacific/supertanker-with-iraqi-oil-heads-vietnam-after-hold-up-us-blockade-2026-05-17/?ref=tippinpoint.ch) die amerikanische Seeblockade passieren. Obwohl das Öl für die PetroVietnam Oil Corp. bestimmt gewesen sei, so Bloomberg, lag die Verantwortung für den Transport durch Hormus und die anschliessende Weiterfahrt bei Lytton. Der Genfer Händler und PetroVietnam lehnten Stellungnahmen gegenüber der Nachrichtenagentur ab. ### Bruttogewinn von rund 60 Millionen Dollar Das Geschäft soll sich gelohnt haben. Lytton soll das Öl im irakischen Hafen Basrah mit einem Abschlag von 18 Dollar pro Barrel gegenüber dem Referenzpreis gekauft haben. Angesichts der derzeit gezahlten Aufschläge für Öl ausserhalb des Persischen Golfs entspreche dies einem Bruttogewinn von rund 60 Millionen Dollar. Davon gehen allerdings noch die Transportkosten ab, die zuletzt exorbitant angestiegen sind. Das historische Chaos, das die Schliessung der Strasse von Hormus angerichtet hat, beschert gewieften Händlern riesige Gewinnchancen. Die staatliche irakische Ölgesellschaft habe in diesem Monat Ladungen mit Abschlägen von bis zu 33 Dollar pro Barrel angeboten – an jeden Käufer, der bereit sei, das Öl innerhalb des Golfs zu übernehmen und die Ausfahrt zu wagen. Die Handelsmargen sollen bei 20 bis 30 Dollar pro Barrel liegen – verglichen mit normalerweise wenigen Cents. Pro Supertankerladung ergibt das einen Gewinn von 40 bis 60 Millionen Dollar. Gemäss Handelsregister wurde die Lytton SA 2022 in Genf gegründet. Die aktuellen Verwaltungsräte sind seit 2024 im Amt. Es sind dies Hakim Darbouche, ein früherer Trader von Trafigura und der österreichischen OMV, sowie Jean-Julian Cantaloube, ein Finanzmanager, der bei verschiedenen Genfer Rohstoffhändlern als Finanzchef tätig war. Im Irak sei Lytton vor allem durch eine Vereinbarung zur Vermarktung von Ölprodukten aus der Taurus-Raffinerie in der kurdischen Region bekannt, schreibt Bloomberg. ### Auch Lara Warner kommt wohl ungeschoren davon URL: https://www.tippinpoint.ch/auch-lara-warner-kommt-wohl-ungeschoren-davon/ Last updated: 2026-07-18T23:01:35.000Z Nun rächt sich, dass die hiesigen Behörden viel Zeit verstreichen liessen, bis sie in der Korruptions- und Kreditaffäre der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) (CS) in Moçambique aktiv wurden. Die Strafkammer des Bundesstrafgerichts stellte in einer jetzt veröffentlichten Verfügung das Verwaltungsstrafverfahren gegen die ehemalige CS-Risikochefin Lara Warner wegen Verjährung ein. Die 58-jährige Amerikanerin wehrte sich gegen eine Busse von 100'000 Franken, die das Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) vor Jahresfrist wegen Verletzung der Geldwäscherei-Meldepflicht gegen sie verhängt hatte. Im Zentrum der Schweizer Verfahren um [die fatalen Milliardenkredite der Credit Suisse an Moçambique](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77544/thunfisch-bonds%5Fmosambik%5Ferhaelt%5F825%5Fmillionen%5Fdollar%5Fzurueck.html) steht eine mutmassliche Schmiergeldtransaktion in der Höhe von 7,89 Millionen Dollar. Das Geld wurde am 21\. März 2016 vom Wirtschafts- und Finanzministerium Moçambique auf ein CS-Konto überwiesen. Rund sieben Millionen Dollar flossen am 1\. April 2016 auf Konten in Abu Dhabi ab. Obwohl der Verdacht bestand, dass die Gelder im Zusammenhang mit der geheimen Kreditvergabe an Staatsunternehmen in Moçambique standen und deliktischer Herkunft waren, veranlasste die CS-Risikochefin Warner keine Verdachtsmeldung an die Geldwäscherei-Meldestelle des Bundes (MROS). ### Gericht: Meldepflichtverletzung schon Anfang 2024 verjährt Zum Prozess in Bellinzona kam es, weil Warner eine gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung des EFD vom 7\. März 2025 verlangte. Wegen zusätzlichen Beweisanträgen und eines [abgelehnten Ausstandsbegehrens der Amerikanerin](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78529/lara%5Fwarners%5Fkampf%5Fgegen%5Fmoambique-busse%5Fgebremst.html) gegen den Richter verzögerte sich die ursprünglich für den 30\. Oktober 2025 geplante Hauptverhandlung um mehrere Monate bis am vergangenen 2\. März. Warner, die in ihrer Heimat inzwischen als Beraterin für Regulierungsfragen tätig ist, liess sich von der Teilnahme dispensieren. In der jetzt veröffentlichten schriftlichen Verfügung kommt das Gericht zum Schluss, dass die siebenjährige Verjährungsfrist für die Verletzung der Geldwäscherei-Meldepflicht bereits Anfang 2024 und damit vor dem Erlass der Strafverfügung des EFD eingetreten sei. Das Gereicht widersprach damit der Auffassung des Finanzdepartements zu Fragen des Dauerdeliktcharakters der Verletzung der Meldepflicht sowie zur Dauer der Meldepflicht mit Blick auf die Aufspürbarkeit und die Einziehbarkeit verdächtiger Gelder. Neben der Übernahme der nicht bezifferten Verfahrenskosten muss die Eidgenossenschaft die Verteidiger Warners zudem mit 155'548,75 Franken entschädigen. Noch ist die Verfügung nicht rechtskräftig. Sie kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts angefochten werden – ein Schritt, den das EFD nach Auskunft einer Sprecherin prüft. ### Frühere Compliance-Mitarbeiterin der CS freigesprochen Letzte Woche hatte das Bundesstrafgericht in der gleichen Angelegenheit bereits eine ehemalige Compliance-Mitarbeiterin der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) vom Vorwurf der Geldwäscherei freigesprochen. Die Bundesanwaltschaft (BA) hatte der 57-jährigen CS-Angestellten vorgeworfen, trotz ernsthaften Hinweisen auf eine verbrecherische Herkunft der aus Moçambique eingegangenen Gelder eine Transaktion von über 600'000 Dollar nach Abi Dhabi veranlasst zu haben. Die Eidgenossenschaft muss den Verteidiger der Freigesprochenen mit 92'620 Franken entschädigen. Ursprünglich gehörte auch Lara Warner zu den Beschuldigten des Geldwäscherei-Verfahrens. Die BA stellte das Verfahren gegen sie am 25\. November 2025 jedoch ein. Da Warner im Verfahren des EFD weitgehend der gleiche Sachverhalt vorgeworfen werde wie im Verfahren der BA, habe sich eine weitere, parallele Strafverfolgung weder als sachlich angezeigt noch als verfahrensökonomisch zweckmässig erwiesen, hiess es zur Begründung. Die BA klagte in der gleichen Angelegenheit zudem die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) als Rechtsnachfolgerin der Credit Suisse an, weil diese wegen organisatorischer Mängel die Geldwäscherei nicht verhindert hatte. Das Bundesstrafgericht blockte jedoch auch dieses Verfahren mit einer [Einstellungsverfügung vom vergangenen 8\. April ab](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78715/der%5Fmoambique-skandal%5Fhinterlaesst%5Fwohl%5Fnur%5Fein%5Fbauernopfer.html). Die Richter kamen zum Schluss, dass mit dem Untergang der CS und deren Löschung im Handelsregister die mutmassliche strafrechtliche Verantwortliche eines behaupteten Organisationsverschuldens wegfiel. Damit liege ein Verfahrenshindernis vor. Auch hier wird die Eidgenossenschaft zur Kasse gebeten, mit 92'547,65 Franken als Entschädigung für den UBS-Anwalt. ### UBS noch nicht aus dem Schneider Sieht man von [zwei bedingten Geldstrafen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78715/der%5Fmoambique-skandal%5Fhinterlaesst%5Fwohl%5Fnur%5Fein%5Fbauernopfer.html) ab – eine betraf mit dem inzwischen mittellosen früheren CS-Manager Andrew Pearse eine der Hauptfiguren der kriminellen Kreditvergabe –, bleiben in der juristischen Aufarbeitung des Moçambique-Skandals hierzulande bisher nur Entschädigungskosten von rund 340'000 Franken für den Bund, nebst Verfahrenskosten in unbekannter Höhe. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Denn die Bundesanwaltschaft hat gegen die Verfahrenseinstellung im Fall UBS/CS Beschwerde erhoben, wie BA-Sprecherin Claudia Balzli auf Anfrage von Tippinpoint bekanntgab. Noch offen ist, ob die Bundesanwaltschaft auch den Freispruch für die ehemalige CS-Mitarbeiterin anfechten wird. Das weitere Vorgehen werde nach einer Analyse des Urteils entschieden, sagte die Sprecherin. Zur Kritik, wonach die BA in der Moçambique-Affäre zu lange die Augen verschloss, sagte Balzli: «Die BA verfolgt Delikte in ihren Zuständigkeitsbereichen konsequent, so auch vorliegend. Entscheide des Bundesstrafgerichts kommentiert die BA nicht.» ### Altlasten der BA und Häufung von Einstellungen Auffallend ist die Häufung von Einstellungsverfügungen, die das Gericht in Bellinzona in jüngster Zeit zu vor langer Zeit eröffneten Verfahren der BA verhängte. So auch im Fall der wegen schwerer Geldwäscherei und organisierter Kriminalität angeklagten Usbekin Gulnara Karimowa. Umgekehrt ist sich die Bundesanwaltschaft offensichtlich bewusst, dass ihr bei Verfahren, die noch in der Ära Lauber eröffnet worden waren, die Zeit davonläuft. So hatte die BA im Fall der gerichtlichen Beurteilung der beiden Strafbefehle im der Moçambique-Affäre das Bundesstrafgericht bei der Ansetzung der Hauptverhandlung «höflich» gebeten, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Verjährung am 1\. April eintreten wird. (Verfügung SK.2025.23 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 18.5.26) ### Partners Group will sich juristisch wehren - ein schwieriges Unterfangen URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-will-sich-juristisch-wehren-ein-schwieriges-unterfangen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:36.000Z «Wir lassen uns das nicht gefallen.» Der Verwaltungsratspräsident von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/), Steffen Meister, will gegen den [Ende April veröffentlichten Bericht ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78756/umstrittener%5Fshortseller%5Freitet%5Fattacke%5Fauf%5Fpartners%5Fgroup.html)der amerikanischen Investmentfirma Grizzly Research vorgehen. Darin hiess es unter anderem, Partners Group sei «schlimmer als Wirecard». Statt die Sache auf sich beruhen zu lassen, geht der Zuger Investor in die Offensive: «Wir haben uns entschieden, juristisch gegen die Verantwortlichen von Grizzly Research vorzugehen», sagte Meister der «NZZ am Sonntag». Grizzly ist ein unkonventioneller Short Seller, der mit negativen Analyseberichten aktiv auf die Aktienkursentwicklung eines angegriffenen Unternehmens einwirkt. So auch bei [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/), deren Titel am Tag des Angriffs um vier Prozent fielen. Die Zuger wiesen den Bericht umgehend zurück, gleichzeitig kam es zu namhaften Aktienkäufen von Partners-Group-Insidern, [wie tippingpoint berichtete](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78770/nach%5Fangriff%5Fvon%5Fgrizzly%5Fpartners-group-insider%5Fintervenieren%5Fmit%5Faktienkaeufen.html). ### Eher reputations- als schadensrechtlich motiviert Ob der juristische Gegenangriff von Erfolg gekrönt sein wird? Entscheidend wird sein, ob sich nachweisen lässt, dass Grizzly Research wissentlich falsche Tatsachen verbreitet oder Marktmanipulation betrieben hat. Reine negative Meinungen oder aggressive Bewertungen («schlimmer als Wirecard») sind in den USA durch die Meinungsfreiheit relativ stark geschützt. Auch enthalten die Reports oft Formulierungen wie «we believe» oder «in our opinion», die ebenfalls auch kaum angreifbar sind. Interessant ist auch ein anderer Punkt: Wenn [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) tatsächlich klagen sollte, erhöht das den Druck auf Grizzly, Belege offenzulegen. Gleichzeitig geht die Gesellschaft damit aber auch ein Risiko ein: Ein Verfahren verlängert die öffentliche Debatte und kann neue Details ans Licht bringen. Als negatives Beispiel gilt ausgerechnet Wirecard selbst. Das Unternehmen versuchte jahrelang, gegen Short Seller und Medien vorzugehen. Das endete katastrophal – gerade deshalb, weil sich die Vorwürfe als zutreffend erwiesen. Die Adani Group attackierte 2023 Hindenburg Research juristisch und kommunikativ. Der Imageschaden blieb dennoch am Unternehmen kleben. Das Vorgehen gegen Grizzly dürfte eher reputations- als schadensrechtlich motiviert sein. Interessant ist, dass Partners Group den in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannten Verwaltungsratspräsidenten vorschickt. Die drei im Verwaltungsrat vertretenen Gründer, insbesondere die in den Medien omnipräsenten Politaktivisten Urs Wietlisbach und Fredy Gantner, schwiegen für einmal. ### Eine neue EU-Regulierung mischt die Karten neu im weltweiten Krypto-Geschäft URL: https://www.tippinpoint.ch/eine-neue-eu-regulierung-mischt-die-karten-neu-im-weltweiten-krypto-geschaft/ Last updated: 2026-07-18T23:01:37.000Z Das EU-Parlament hat vor kurzem einer Regulierung für Krypto-Assets zugestimmt. Mit der Verordnung mit dem Namen Markets in Crypto Assets (MiCA) macht sich EU für einmal zur Vorreiterin. **Werner Grundlehner** beschreibt im **Digital Assets Briefing** diese Woche, was die neue Regulierung für die grossen Wirtschaftsblöcke und das Schweizer Crypto-Valley bedeutet. --- Und in den [**Short Cuts**](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76683/eine%5Fneue%5Feu-regulierung%5Fmischt%5Fdie%5Fkarten%5Fneu%5Fim%5Fweltweiten%5Fkrypto-geschaeft.html#short%5Fcuts) diese Woche: • SEC vs. Ripple – Vorteil Krypto • Ein Bitcoin-Wal in Bewegung • Ripple kauft Schweizer Kryptospezialistin für 250 Millionen Dollar --- ### Die EU wird berechenbarer für die Krypto-Branche "Es ging bisher zu und her wie im wilden Westen", meinte Markus Ferber, deutscher CSU-Politiker und wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, als im Frühling eine neue Krypto-Gesetzgebung diskutiert wurde. Vor allem die Geldwäscherei und die hohe Volatilität von Bitcoin & Co. waren den europäischen Parlamentariern ein Dorn im Auge. Die EU will aber die Augen vor der steigenden Bedeutung von Blockchain basierten Währungen und Registerwertrechten nicht verschliessen. Trotz hoher Volatilität gewinnen Kryptowährungen etwa als Schutz vor der Entwertung der Notenbankwährungen unter Anlegern an Bedeutung. Ende April hat das EU-Parlament mit grosser Mehrheit die sogenannte [MiCA-Verordnung](https://oeil.secure.europarl.europa.eu/oeil/popups/ficheprocedure.do?reference=2020/0265%28COD%29&l=en&ref=tippinpoint.ch) (kurz für Markets in Crypto Assets) angenommen. Die EU ist damit für einmal ein Vorreiter. Sie ist der erste der globalen Wirtschaftsblöcke, der den Kryptomarkt reguliert. ### Gleiche Behandlung wie traditionelle Währungen Mit der MiCA-Regulierung muss jeder, der ein Krypto-Asset öffentlich anbietet, einen detaillierten Projektentwurf zum jeweiligen Krypto-Asset vorlegen (ein sogenanntes Whitepaper). Dieses Dokument muss Informationen über den Herausgeber oder die Organisation enthalten, die versucht, den Vermögenswert börsenfähig zu machen. Ausserdem muss es Daten zu den Rechten oder Pflichten enthalten, die mit dem Vermögenswert verbunden sind, sowie zu der Technologie, die ihm zugrunde liegt. Die Anbieter von Kryptowährungen müssen darin auch die möglichen Risiken aufführen, die mit der Investition in ihren Vermögenswert verbunden sind. Gerade für dezentral funktionierende Organisationen im Stil des Bitcoins können solche administrativen Auflagen schwierig sein. Mit der MiCA-Verordnung werden insbesondere schärfere Regeln gegen Geldwäsche mit Kryptowähren eingeführt. Die Krypto-Handelsplattformen müssen künftig bei allen Transaktionen Informationen über Absender sowie Empfänger ermitteln und im Bedarfsfall an die zuständigen Behörden weiterleiten. Im Grundsatz sollen Transaktionen gleichbehandelt werden wie jene in Fiat-Geld – also in Euro, Franken und Dollar. Die EU fokussiert sich bei den Massnahmen auf die Schnittstelle, an der Bitcoin, Ether und andere Digitalwährungen in traditionelles Geld umgetauscht werden. Direkte Transfers zwischen Inhabern von plattformunabhängigen Krypto-Wallets werden nicht einbezogen. Das wäre aber ohnehin schwer zu kontrollieren. Um sie beurteilen zu können, klassifiziert MiCA unter dem Dachbegriff "Kryptowert" drei Kategorien: "Geld Token", "vermögenswertreferenzierte Token" und "Utility Token". An jede Kategorie sind spezifische Rechtsfolgen für die Marktteilnehmer geknüpft. Unter die Verordnung fallen damit die grossen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. ### Viele Ausnahmen – auch NFT Nicht von der neuen Verordnung erfasst in sind indes "Security Token". Als Finanzinstrumente unterliegen diese in der Regel der Finanzmarktrichtlinie und den nationalen Wertpapierhandelsgesetzen. "Non-Fungible Token" (NFT) werden ebenfalls nicht von MiCA erfasst. Bei NFT handelt es sich nicht um "Geld", sondern um auf der Blockchain gespeicherte, digitale Echtheits- oder Eigentumszertifikate für digitale oder analoge Assets, die online gekauft und gehandelt werden können. Kryptobörsen müssen zukünftig in der EU ihr Geschäftsmodell nun offenlegen und dokumentieren, wie sie das Geld ihrer Kunden sicher verwahren. Wer nun glaubt, das könnte Krypto-Dienstleister dazu veranlassen, dem EU-Raum den Rücken zu kehren, täuscht sich. Mehrere der globalen grössten Anbieter – etwa Coinbase oder Binance – haben verlauten lassen, sie überlegten sich einen Rückzug aus den USA, weil dort der Regulator der Branche vermehrt Steine in den Weg legt. Die US-Börsenaufsicht SEC, die für die Regulierung der Wertpapiermärkte in den USA zuständig ist, konzentriert sich vermehrt auf die Regulierung von Kryptowährungen und greift gegen die Krypto-Branche durch. Auch andere US-Behörden wie die Notenbank, das OCC und die FDIC sprechen sich kritisch gegen den Bereich aus. Die global tätigen Anbieter wie Binance und Coinbase erfüllen die von der EU geforderten Auflagen bereits. Das ist mit ein Grund, dass etwa Coinbase in Auseinandersetzungen mit der US-Justiz immer wieder eine Verlegung des Firmensitzes nach Europa in Erwägung zieht. Die Krypto-Branchen selbst will nicht in einem unregulierten Umfeld aktiv sein. Amerikanische Krypto-Dienstleister haben von den US-Behörden schon mehrmals klare Leitlinien für den Handel mit Krypto-Assets gefordert – bisher aber keine erhalten. Wichtig ist der Branche auch, dass sie nicht benachteiligt wird und im Vergleich mit traditionellen Finanzdienstleistern gleich lange Spiesse erhält. ### Gesetzlicher Rahmen beflügelt Industrie In Europa wird die Geschäftstätigkeit für Krypto-Unternehmer mit der MiCA-Verordnung deutlich vereinfacht. Die Dienstleister müssen nicht mehr in jedem Land einzeln eine Lizenz beantragen, um in der jeweiligen Jurisdiktion ihre Dienstleistung aktiv bewerben zu können. Die Schweiz hat gezeigt, wie ein adäquater gesetzlicher Rahmen die Krypto-Industrie vorwärtsbringen kann. Im Juni 2021 trat das DLT-Gesetz (Distributed Ledger Technologie) vollständig in Kraft. Damit verfügt die Schweiz über einen umfassenden Rahmen für die Regulierung von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Die neuen Vorschriften schufen einen rechtlichen Rahmen für Initial Coin Offerings (ICOs) und andere Formen des Token-Verkaufs und legten Richtlinien für Verfahren zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) und der Kundenkenntnis (KYC) fest. Auf viel Lob stiess der Umstand, dass die Schweiz kein neues Gesetz schrieb, sondern das DLT-Gesetz als Mantelerlass ausgestaltet wurde, mit dem gesamthaft zehn Bundesgesetze punktuell angepasst wurden. Insbesondere wurde im Obligationenrecht die Rechtsfigur eines Registerwertrechts eingeführt, mit dem eine robuste Rechtsgrundlage für die Digitalisierung oder Tokenisierung von Vermögenswerten (Rechten) wie Aktien, Schuldverschreibungen und anderen Finanzaktiven und deren Übertragung geschaffen wurde. Die pragmatische und innovative Gesetzgebung wird als wichtiger Faktor gesehen, der die Ansiedlung von Krypto-Unternehmen im Land weiter antreiben könnte. ### Beurteilung nach Umsetzung Schweizer Fachleute sehen in der neuen EU-Verordnung eher keine Bedrohung für den hiesigen Krypto-Standort, sondern einen wichtigen Entwicklungsschritt für die gesamte Industrie. Die Branche sei kaum an geographische Grenzen gebunden. Daher sei es erfreulich, dass im gewichtigen EU-Raum nun ein verbindlicher gesetzlicher Rahmen bestehe. Es bleibe aber abzuwarten, wie die EU die Regelung in der Praxis umsetzt. Denn die Verordnung ist umfassend und hat teilweise auch Zielsetzungen, die schwer erfüllbar sind. So sollen etwa Kryptowährungen ihren Energieverbrauch offenlegen müssen. Des Weiteren sieht MiCA vor, dass Stable-Coins ihren Sitz in der Europäischen Union haben. Wird ein vermögenswertreferenzierter Token (Stablecoin) zu einem allgemein anerkannten Zahlungsmittel, sieht die EU-Regulierung vor, dass die Ausgabe neuer Token eingestellt wird. Die MiCA-Verordnung soll ab Ende Juli stufenweise in Kraft treten. So müssen beispielsweise an Währungen gebundene Kryptowerte - sogenannte Stablecoins - bereits ab Juli 2024 ihre Finanzreserven nachweisen, um zugelassen zu werden. Spätestens im Januar 2025 soll dann die komplette Neuregelung gelten. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## SEC vs. Ripple – Vorteil Krypto Während in der "alten Welt" am gesetzlichen Rahmen für die Krypto-Branche gezimmert wird (vgl. Haupttext), streitet man sich in den USA immer noch über die Grundlagen. Im Jahr 2020 reichte die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eine Klage gegen den Krypto-Dienstleister Ripple ein. Die Behörde monierte, Ripple habe die Kryptowährung XRP verkauft, ohne diese zuvor bei der SEC als Wertpapier registriert zu haben. Dieser Gerichtsprozess wird als richtungsweisend für die prinzipielle Frage angesehen, ob Krypto-Assets in den Vereinigten Staaten als Wertpapiere (Securities) oder vielmehr als Rohstoffe (Commodities) eingestuft werden. Der Entscheid dürfte angesichts des Gewichts des US-Finanzmarktes auch weltweit Auswirkungen haben. Ripple hat nach eigenen Angaben schon 200 Millionen Dollar für den Rechtsstreit ausgegeben. Zur Verteidigung hat das Unternehmen mehrere Statements von wichtigen Finanzmarktvertretern zur eigenen Unterstützung eingereicht. Eine Rede von William Hinman, ehemaliger Direktor der Division of Corporation Finance der SEC, aus dem Jahr 2018 ist nun vom Gericht zugelassen worden, obwohl die Börsenaufsicht versucht hatte, diese unter Verschluss zu halten. Himan führt aus, dass es sich zumindest bei Bitcoin und Ethereum nicht um "Investitionsverträge" handle. Hinman räumte 2018 ein, dass Krypto-Assets das Potenzial hätten, über ihre ursprüngliche Rolle als Investitionsverträge hinauszuwachsen und als Waren klassifiziert werden könnten, wenn ihr Netzwerk ausgereift sei. Das Urteil im Prozess wird für Ende Juni erwartet und könnte, falls es zugunsten von Ripple ausfallen, der Krypto-Branche in den USA Auftrieb geben. [Mehr hier.](https://decrypt.co/140438/judge-denies-motion-seal-hinman-documents-ripple-sec-case?ref=tippinpoint.ch) [Die Bitcoin-Szene betreibt Whale Watching (Quelle: Unsplash)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Wal%5F2305145%5F220518.jpg?ref=tippinpoint.ch) ## Ein Bitcoin-Wal in Bewegung Ist es eine Sicherheitsvorkehrung oder die Vorbereitung für einen Verkauf – der nicht so grosse Wellen werfen soll? Am 22\. Mai hat gemäss dem Research-Dienst Bitinfocharts der viertgrösste Bitcoin-Wal über 21’000 Coins aus seinem Wallet in ein anderes verschoben. Die Transaktion sei in drei Chargen zu je 7206 Bitcoins erfolgt und hatte am Tag der Abwicklung insgesamt einen Wert von über einer halben Milliarde Dollar. Das Wallet umfasste vor der Transaktion einen Gegenwert von fast 3 Milliarden Dollar auf. Mit der Überweisung verlor das Wallet aber einen Platz in der Rangliste und ist nun das viertgrösste Bitcoin-Wallet-Guthaben. Bitcoin Wale sind Individuen oder Institutionen, die mindestens 1000 Bitcoins oder mehr besitzen. Die Guthaben (Wallets) der Wale werden scharf beobachtet, um allfällige Entwicklungen im Bitcoin-Markt abzuleiten. Ein bekannter Bitcoin-Wal ist etwas das Unternehmen MicroStrategy. Auch Satoshi Nakamoto – der oder die Erfinder von Bitcoin – werden als Bitcoin-Wal gehandelt. Allerdings sind nicht alle Adressen bekannt und die bekannten sind seit Jahren inaktiv. Research-Unternehmen können zwar Wallets beobachten. Sie finden aber nicht heraus, wer der Besitzer ist und an wen die Transaktion geht. Ein Bitcoin-Wal der sein Riesenguthaben aufteilt, kann später einen Teil seines Bestandes verkaufen, ohne dass es grosse Reaktionen – vielleicht eine Bitcoin-Schwäche – auslöst. Laut Bitinfocharts gibt es mittlerweile 112 Wallet-Adressen, die zwischen 10’000 und 100’000 Bitcoins halten. Der kumulierter Bitcoin-Anteil dieser Wallets macht rund einen Achtel des gesamten Bitcoin-Umlaufs aus. Der deutliche Anstieg des Bitcoin-Kurses in Jahr 2023 hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Millionärs-Adressen seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat. [Mehr hier.](https://www.btc-echo.de/schlagzeilen/bitcoin-viertgroesster-wal-verschiebt-eine-halbe-milliarde-us-dollar-164883/?ref=tippinpoint.ch) ## Ripple zum Zweiten: Kauf eines Schweizer Anbieters für 250 Millionen Dollar Das US-Krypto-Währungsunternehmen Ripple hat die Schweizer Metaco für 250 Millionen Dollar gekauft. Das ist die erste grosse Akquisition des US-Unternehmens. Metaco arbeitet an Technologien, die es Finanzinstituten ermöglicht, digitale Vermögenswerte zu verwalten. Zu den Kunden zählen Citigroup, BNP Paribas und Société Générale. Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, sagte gemäss Nachrichtendienst Reuters, er erwarte eine steigende Nachfrage institutioneller Anleger nach Krypto-Verwahrungsdiensten. "Wenn man sich auf die Infrastruktur konzentriert, unterliegt man nicht wirklich den gleichen Schwankungen wie im Krypto-Winter" fügt er an. Die Akquisition könnte auch als Schachzug angesehen werden, um die regulatorischen Massnahmen in den USA abzuschwächen, die Kryptounternehmen ins Ausland drängen. Der Ripple-CEO führte weiter aus: Während die amerikanischen Regulierungsbehörden die Massnahmen gegen Kryptofirmen verstärkten, habe Metaco den Sitz in der Schweiz und beschäftige Mitarbeiter ausserhalb der USA, was die Attraktivität steigere. "Die Verkehrsregeln in anderen Märkten sind im Vergleich zu den Vereinigten Staaten klar und es ist diese Klarheit, die es Unternehmen ermöglicht, zu investieren", zitiert Reuters Garlinghouse. Der Token von Ripple, XRP, ist die sechstgrösste Kryptowährung mit einem Umlauf von rund 23 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte der 250 Millionen Dollar für Metaco wurde in bar bezahlt, der Rest in Eigenkapital, schreibt Ripple. Das in Privatbesitz befindliche Unternehmen bekundete im vergangenen Jahr Interesse am Erwerb an Vermögenswerten der insolventen Krypto-Bank Celsius. Ripple ist nach eigenen Angaben "nicht in Eile" ein IPO durchzuführen, da es über ein Cash-Polster von 1 Milliarde Dollar verfüge. ### Bitcoins versichern lassen? Welchen Schutz Versicherungen bieten - und wo die Grenzen liegen URL: https://www.tippinpoint.ch/bitcoins-versichern-lassen-welchen-schutz-versicherungen-bieten-und-wo-die-grenzen-liegen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:37.000Z Die junge Kryptobranche ist reich an Betrugsfällen und mysteriösen Zahlungsausfällen. Ob der Schwindel bei FTX oder OneCoin, die nebulösen Insolvenzen von Mt. Cox und dem nicht-stabilen Stablecoin Terra/Luna immer wieder bestärken Skandale Kritiker, die Bitcoin & Co. als gigantisches Risiko sehen. Hinzu kommen Nachlässigkeiten und technische Verluste. Viel berichtet wurde über den Briten, der seinen PC, der den Zugangscode für Hunderte von Millionen in Coins enthielt, auf den Müll schmiss. Viele Investoren haben zudem schlicht ihren Private-Key zu ihrem Wallet verloren oder vergessen – auch weil der Inhaber verstorben ist – und müssen diese Kryptoguthaben abschreiben. Andere überweisen ihre Coins an ungültige oder unbenutzte Adressen und lassen die Guthaben so dauerhaft verschwinden. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - Das Euro-Stablecoin-Projekt verdreifacht die Mitgliederzahl - SpaceX hält Bitcoins für 1,4 Milliarden Dollar --- Experten, etwa jene von Chainalysis, schätzten, dass 2,3 bis 3,8 Millionen Bitcoin der finalen Maximalmenge von 21 Millionen Bitcoin – oder bis zu 20 Prozent aller Coins - unwiederbringlich verloren sind. Von gewissen Fachleuten wird diese Menge sogar auf mindestens 20 Prozent beziffert. Mit der wachsenden Popularität der Branche erwacht auch die Aufmerksamkeit der Versicherungsindustrie. Diese unvorhersehbaren und finanziell messbaren Vorfälle sind ein potenziell einträgliches Geschäft. Das Interesse ist auf alle Fälle geweckt und erste First Movers unter den Assekuranz-Gesellschaften entdecken den Geschäftssektor. ### Adoption durch Institutionelle ausschlaggebend Liegt das auch am Kryptowinter, dem monatelangen Kriechgang der Kryptowährungen, dass das Augenmerk vermehrt auf Risiken und Verluste fällt? «Nicht primär wegen des Kryptowinters, sondern aufgrund der zunehmenden institutionellen Adoption. Krypto Investitionen sind inzwischen Mainstream. Immer mehr Banken, Asset Manager und Finanzinstitute lancieren Digital Asset-Angebote – sowohl für Retail- als auch institutionelle Kunden – und experimentieren gleichzeitig selbst mit Technologien wie Stablecoins oder tokenisierten Assets», antwortet Yannis Skiadas, Partner und Europe Insurance Lead bei Capco, auf diese Frage. Die Versicherungen gewinnen auch an Bedeutung, weil Rückforderungen von Krypto-Guthaben rechtlich schwer durchsetzbar sind. «Ich kenne etablierte Kryptobörsen, die Guthaben angeblich aus Compliance-Gründen einfrieren, aber ich kenne auch allerlei Betrugsmaschen», sagt der Zürcher Rechtsanwalt Martin Steiger. In beiden Fällen bestehe das Problem, dass die Kryptobörsen bzw. die Täterschaft im Ausland sitze. «Ein rechtliches Vorgehen ist deshalb schwierig bis unmöglich». ### Im Inland bessere Karten Wer mit Kryptowährungen handeln möchte, nutze mit Vorteil direkt einen Anbieter in der Schweiz mit einer Bewilligung der Finma, rät der Rechtsanwalt. «So hat man bessere Karten bei einem Rechtsstreit und schützt sich zu einem hohen Grad vor Betrug». Generell sollte man sich im Zusammenhang mit Kryptowährungen den erhöhten Risiken bewusst sein, fügt Steiger an. Doch in der grenzenlosen Welt der Blockchain kommt man in der Krypto-Branche rasch in Kontakt mit nicht Finma-regulierten Anbietern. «In dem Moment, in dem ein Dritter die Verwahrung oder das Key Management ausführt und dafür eine Dienstleistung anbietet, endet bei Krypto-Anlegern die Eigenverantwortung und beginnen versicherbare Schadenfälle. Sobald eine Bank, Börse oder Custodian Verantwortung für die sichere Aufbewahrung, Verwaltung oder Transaktionsausführung übernimmt, entstehen operationelle, technische und Governance-Risiken, die potenziell versicherbar werden», umreisst Yannis Skiadas das versicherbare Geschäft. ### Preisausschläge lassen sich nicht versichern Es lässt sich nicht pauschal definieren, welche Risiken versicherbar sind. Klar ist, dass die grösste Verlustquelle Markt- und Preisrisiken – also Kursverluste auf Coins und Volatilität – nicht versicherbar sind. Entscheidend ist, wie ein Unternehmen digitale Assets verwahrt und welche Sicherheits-, Governance- und Kontrollmechanismen implementiert sind. Typischerweise versicherbar sind operationelle und kriminelle Risiken wie operationelle Fehler, Insider-Kollusion, Betrug, Social Engineering, Erpressung oder physische Szenarien rund um Private Keys und Backup-Materialien. Yannis Skiadas relativiert: «Der Markt für Versicherungen von Digital Asset Custody-Risiken ist strukturell noch unreif. In der Praxis verhält er sich eher wie ein Specialty Risk-Markt in einer frühen Entwicklungsphase als eine etablierte kommerzielle Versicherungssparte». Das erkläre auch die ungewöhnlich hohen Prämien, die begrenzten Kapazitäten, die engen Deckungsumfänge sowie die starke Konzentration rund um das Lloyd’s-Ökosystem. ### Lloyd’s dominiert Fast das gesamte europäische Geschäft wird über den Lloyd's-Markt versichert. «Die Markttiefe ist derzeit noch schlicht unzureichend, was zu sehr hohen Risikoprämien führt», sagt Siadas. Zu den frühen Marktteilnehmern im Bereich Digital Asset Insurance zählen insbesondere spezialisierte Lloyd’s-Syndikate sowie Versicherer wie Beazley (jüngst von [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) Insurance übernommen), Canopius, Arch, Liberty, Sompo und Munich Re. Daneben haben sich spezialisierte Anbieter wie Evertas etabliert, die sich ausschliesslich auf Digital Asset-Risiken fokussieren. Die etablierten Versicherungen halten sich noch zurück. So antwortet die [Mobiliar](https://www.tippinpoint.ch/tag/mobiliar/) auf Anfrage von Tippinpoint: «In der Cyberversicherung der Mobiliar – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen – sind Schadenfälle im Zusammenhang mit Kryptowährungen nicht gedeckt. Kryptowährungen gelten gemäss unseren Vertragsbedingungen nicht als Zahlungsmittel, auch wenn sie gesetzlich anerkannt sind. Im Privatkundengeschäft sind zudem Vermögenswerte und Streitigkeiten im Zusammenhang mit digitalen Werten wie Kryptowährungen, NFTs oder virtuellen Spielerrungenschaften explizit ausgeschlossen». ### Schwierige Quantifizierungsfragen Aus Sicht von Capco ist die Zurückhaltung etablierter Versicherer weniger ein Reputations- als vielmehr ein Risiko- und Transparenzthema. Viele Versicherer sähen aktuell noch Herausforderungen bei der Quantifizierung von Schadenwahrscheinlichkeiten und dem Verständnis und der Bewertung komplexer Custody-Architekturen. Entsprechend bewege sich der Markt heute noch selektiv und stark abhängig von der Qualität der jeweiligen Custody- und Kontrollumgebung, fügt Skiadas an. In vielen Fällen bedeutet die Versicherung gemäss Capco-Experten nicht, dass «sämtliche verwahrten Vermögenswerte gegen Verlust versichert sind». Stattdessen handle es sich häufig eher um eine begrenzte Hybriddeckung aus Technologieausfall-, Crime-, Specie- und Cyberversicherung mit klar definierten und gedeckelten Schadensszenarien. Versicherer versicherten in der Regel nicht den Nominalwert aller verwahrten Assets. Versichert würden vielmehr spezifische operative Schadensereignisse im Zusammenhang mit der Kontrolle privater Schlüssel und der Custody-Infrastruktur. ### Was wäre versicherbar gewesen? Auf die Frage, welche vergangenen Krypto-Schadensfälle versicherbar gewesen wären, antwortet Skiadas: «Die Insolvenz von FTX ist primär ein Fall von Betrug, Governance- und Kontrollversagen und nicht spezifisch ein Thema der Digital Asset Custody Insurance. Vergleichbare Fälle existieren auch ausserhalb des Kryptobereichs». Bei Angriffen auf Cross Chain Bridges oder Stablecoins handle es sich hingegen um DeFi- bzw. Smart Contract-Risiken. Für gewisse Szenarien existierten bereits spezialisierte Lösungen, beispielsweise parametrische oder protokollspezifische Versicherungsmodelle wie bei Nexus Mutual. «Grundsätzlich gilt jedoch: Je komplexer oder weniger verständlich ein Risiko ist, desto schwieriger wird klassische Versicherbarkeit», so der Capco-Experte. Bei Digital Asset Custody Insurance gehe es typischerweise um «Assets at rest» – also um die sichere Verwahrung von Private Keys sowie die Prozesse rund um autorisierte Transaktionen. Die Prämie bei einem Verlust des Private Key oder einem Hackerangriff basiert demnach nicht nur auf Assets under Custody selbst, sondern auch auf der Qualität der Custody-Architektur und des Kontrollumfelds. Bewertet werden gemäss dem Capco-Experten unter anderem Key Management, Governance, Zugriffskontrollen, operative Prozesse, Netzwerkarchitektur sowie potenzielle Schadenszenarien. Versicherer arbeiten dabei typischerweise mit Szenarioanalysen, Wahrscheinlichkeitsmodellen und Exposure-Betrachtungen. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ### Das Euro-Stablecoin-Projekt verdreifacht die Mitgliederzahl Am 8\. Mai berichteten wir an dieser Stelle über das rasch wachsende Netzwerk des Euro-Stablecoins von Qivalis. Damals wies das Gemeinschaftsprojekt von grossen EU-Banken 12 Mitglieder auf, darunter ING, Unicredit, BBVA und BNP Paribas. Nun erfolgt ein Wachstumsschub. Diese Woche meldete das Konsortium den Beitritt von 25 weiteren europäischen Banken – darunter etwa ABN AMRO, Banco Sabadell, Bank of Ireland, Erste Group, Handelsbanken, National Bank of Greece und Rabobank. Damit verdreifacht sich die Mitgliederzahl und es werden die Voraussetzung für ein paneuropäisches Euro-Netzwerk auf der Blockchain weiter verbessert. Auch der Antrag, einen MiCA-konformen Euro-Stablecoin unter der Aufsicht der De Nederlandsche Bank (DNB) auszugeben, erhält markant mehr Gewicht. «Diese Erweiterung ist ein entscheidender Schritt hin zu einem offenen und regulierten digitalen Ökosystem für den Euro. Sie zeigt zudem, dass die Mehrheit der europäischen Finanzinstitute der direkten Euro-Abwicklung auf der Blockchain bereits hohe Priorität in ihrer Digital-Asset-Strategie eingeräumt hat», gibt Qivalis-CEO Oliver Sell in der Pressemitteilung zu Protokoll. ### SpaceX bringt auch Bitcoins ins All Michael Saylor aufgehorcht! Elon Musk beherrscht die Kunst des Bitcoin Thesaurierens ebenfalls. Im aktuellen S-1-Registrierungsdokument für die US-Börsenaufsicht weist das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk Bestände von 18’712 Bitcoins aus – das entspricht einem aktuellen Gegenwert von rund 1,45 Milliarden Dollar. SpaceX hat diese Unterlagen anlässlich des für den 12\. Juni geplanten Börsengangs eingereicht. Damit sind die Bitcoin-Bestände des Unternehmens deutlich höher als angenommen – Schätzungen gingen maximal von etwa der Hälfte aus. Mit diesen Bitcoin-Vermögen würde SpaceX im Ranking börsennotierter Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz auf Platz sieben landen. Würde man die 11'509 Bitcoins von Tesla dazurechnen, würde das «Treasury-Unternehmen Elon Musk» noch weiter nach vorne rücken. SpaceX hat bereits 2021 mit der Akkumulationsstrategie begonnen und weist mit 35’320 Dollar pro Bitcoin einen deutlich tieferen Durchschnittspreis als das Strategy-Portfolio auf. Das Unternehmen von Michael Saylor kontrolliert mittlerweile einen Bestand 843’738 Coins, die im Schnitt für 66'390 Dollar gekauft wurden. ### Julius Bär: Hohe Volatilität pusht die Marge - Neugeldzahlen enttäuschen URL: https://www.tippinpoint.ch/julius-baer-hohe-volatilitaet-pusht-die-marge-neugeldzahlen-enttaeuschen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:37.000Z Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2026 von einer «ausserordentlichen Kundenaktivität» profitiert und ihre Profitabilität verbessert. Die Bruttomarge stieg auf 90 Basispunkte nach einem bereinigten Niveau von 80 Basispunkten im zweiten Halbjahr 2025\. Die Vorsteuermarge erhöhte sich auf 32 Basispunkte nach bereinigten 26 Basispunkten im zweiten Halbjahr 2025\. Treiber waren vor allem höhere transaktionsabhängige Erträge, wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 62 Prozent. Die verwalteten Vermögen erreichten mit 528 Milliarden Franken einen Rekordwert. Einen Wermutstropfen bilden die Neugelder: Mit drei Milliarden Franken beziehungsweise einer annualisierten Wachstumsrate von 1,7 Prozent liegen sie klar hinter den mittelfristigen Zielen der Bank zurück. [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) begründet dies mit der «fortgesetzten Umsetzung» des umfassend überarbeiteten Risiko- und Compliance-Rahmens der Gruppe, der Unsicherheit infolge des anhaltenden Nahostkonflikts sowie mit einer «Pause beim Releveraging» durch Kunden. Weiterhin im Umbau befindet sich die Konzernleitung unter dem Vorsitz von CEO Stefan Bollinger. Thomas Frauenlob, Co-Head Region Western Markets & Switzerland, und Rajesh Manwani, Co-Head Global Products & Solutions, ziehen per 1\. Juni 2026 in die Geschäftsleitung ein. Diese Veränderung stärke die Geschäftsleitung weiter und gewährleiste ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gruppenfunktionen sowie Kunden- und Produktvertretung, schreibt die Bank. Dagegen gehört die Funktion des Group General Counsel künftig nicht mehr der Konzernleitung an. Chefjurist Christoph Hiestand bleibt jedoch direkt dem CEO unterstellt. Stefan Bollinger nimmt damit zurück, was er vor einem Jahr durchzog: Die komplette Entfernung von Markt- und Produktverantwortlichen aus der Geschäftsleitung. Mit Frauenlob und Manwani kommen nun zwei Vertreter wieder an Bord. ### SpaceX: Der grösste IPO der Geschichte zementiert die Hackordnung im Investment Banking URL: https://www.tippinpoint.ch/spacex-der-groesste-ipo-der-geschichte-zementiert-die-hackordnung-im-investment-banking/ Last updated: 2026-07-18T23:01:38.000Z Der Börsengang des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk entwickelt sich schon jetzt zu einem Prestigeprojekt für die Wall Street. Goldman Sachs wurde auf die sogenannte «Lead-Left»-Position gehievt und übernimmt damit die federführende Rolle im IPO-Syndikat. Die Bank wird bei den Joint Bookrunnern an erster Stelle genannt und koordiniert wesentliche Teile der Platzierung. Direkt dahinter folgt Morgan Stanley. Für Morgan-Stanley-CEO Ted Pick dürfte dies eine Enttäuschung sein. Die Bank hatte sich in den vergangenen Jahren besonders intensiv um gute Beziehungen zu Elon Musk bemüht und finanzierte etwa die 44-Milliarden-Dollar-Übernahme von Twitter, heute X. Dass nun ausgerechnet Goldman Sachs die Spitzenposition erhält, zeigt die weiterhin dominante Stellung der Bank im Investmentbanking. Picks Ziel, den Abstand zum Branchenprimus in den League Tables des Investment Bankings zu verkleinern, rückt damit erneut in weitere Ferne. Überhaupt dominieren die amerikanischen Grossbanken den Mega-Deal klar. Nach Goldman Sachs und Morgan Stanley folgen Bank of America, Citigroup und JP Morgan. Erst danach erscheinen europäische Institute wie Barclays, Deutsche Bank und UBS im erweiterten Syndikat. [Europäische Banken nur in der zweiten Reihe. (Quelle: Screenshot Börsenprospekt)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2605141%5F070523.jpg?ref=tippinpoint.ch) [Laut Prospekt ](https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1181412/000162828026036936/spaceexplorationtechnologi.htm?ref=tippinpoint.ch)werden die Aktien ausserhalb den USA auch in den Schweiz angeboten, neben Grossbritannien, Japan, Kanada und ausgewwählten Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums, wie es heisst. Eine Kotierung der Aktien an Börsen ausserhalb der USA ist allerdings nicht vorgesehen. Der SpaceX-Börsengang dürfte zu einem historischen Geschäft für die beteiligten Banken werden. Das Unternehmen peilt offenbar eine Kapitalaufnahme von rund 75 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar an. Damit könnte [SpaceX](https://www.tippinpoint.ch/tag/spacex/) nicht nur den grössten IPO aller Zeiten liefern, sondern auch einen der profitabelsten für die involvierten Investmentbanken. Untersuchungen von IPO-Forscher Jay Ritter von der Universität Florida zeigen, dass die durchschnittlichen Gebühren bei grossen Börsengängen mit einem Volumen von über einer Milliarde Dollar seit 2021 bei rund 4,4 Prozent des Emissionserlöses liegen. Selbst bei einem deutlich tieferen Satz würden die Banken beim SpaceX-IPO Gebühren in Milliardenhöhe einstreichen. Bei der Hälfte dieser durchschnittlichen Marge ergäben sich noch immer Einnahmen von rund 1,7 Milliarden Dollar für das Syndikat. ### Debanking nimmt in der Schweiz stark zu URL: https://www.tippinpoint.ch/debanking-nimmt-in-der-schweiz-stark-zu/ Last updated: 2026-07-18T23:01:39.000Z Der Bankenombudsmann hatte im letzten Jahr mehr zu tun. Die Stelle bearbeitete 1080 schriftliche Fälle, was einer Zunahme von 20 Prozent entspricht. Hinzu kommen noch knapp 1500 telefonisch abgewickelte Fälle. Bei rund einem Drittel der schriftlich bearbeiteten Fälle geht es um Betrug (316 Fälle). Danach folgen Abwicklungsprobleme, meist im Bereich Konto und Zahlungsverkehr. An dritter Stelle folgen Fälle, die der Bankenombudsmann als «Restriktion Finanzinstitut» beschreibt. In insgesamt 168 Fällen wandten sich Bankkunden schriftlich an die Ombudsstelle, wenn ein Institut die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung, den Abschluss eines Geschäfts, die Erbringung einer Dienstleistung oder die Befolgung einer Weisung ablehnt, wie es im Geschäftsbericht heisst. Seit 2019 erfasst die Ombudsstelle Vorfälle von bankseitigen Dienstleistungsverweigerungen. Gab es im ersten Jahr 35 gemeldete Restriktionen, waren es 2025 bereits 168 – eine Zunahme um mehr als 380 Prozent. Am häufigsten meldeten Kunden Einschränkungen bei Konten, Transaktionen sowie Debit- oder Kreditkarten. Fälle dieser Art nahmen von 25 im Jahr 2019 auf 110 im Jahr 2025 zu (+340 Prozent) (siehe Chart). Mündlich gemeldete «Restriktionen» sind im [Geschäftsbericht ](https://bankingombudsman.ch/bibliothek/jahresberichte/?ref=tippinpoint.ch)nicht ausgewiesen. ![Debanking in der Schweiz (Column Chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/QLHig/full.png) ### Effektiv dürften die Zahlen deutlich höher liegen Die Statistik des Ombudsmanns kann daher nur Hinweise auf das Problem des sogenannten Debankings lieern. Effektiv dürften die Zahlen deutlich höher liegen, da viele Betroffene diese Anlaufstelle gar nicht kennen. Klar ist aber: Die Fälle nehmen zu. Ein Grund ist, dass Banken heute deutlich genauer prüfen, mit wem sie eine Kundenbeziehung eingehen – und mit wem nicht. Regulierungen im Bereich der sogenannten Compliance wurden in den letzten Jahren stark verschärft. Um Risiken zu vermeiden, handeln Banken häufig vorsorglich und beenden lieber eine Kundenbeziehung zu viel als eine zu wenig. Dass in der Schweiz zuletzt vermehrt über Kontoschliessungen berichtet wurde, hängt auch mit der Übernahme der Credit Suisse durch die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zusammen. Im Zuge der Integration hat die Grossbank zahlreiche Kundenbeziehungen überprüft und sich von solchen getrennt, die sie nicht weiterführen wollte. Wie der Bankenombudsmann Andreas Barfuss an einer Medienorientierung diese Woche sagte, sei die Übernahme der CS durch die UBS «geräuschfrei abgelaufen». Man habe nichts wahrgenommen, was auf eine ausserordentliche Situation hingedeutet hätte. ### Plus sechs Prozent: EFG sammelt weiter fleissig Neugelder ein URL: https://www.tippinpoint.ch/plus-sechs-prozent-efg-sammelt-weiter-fleissig-neugelder-ein/ Last updated: 2026-07-18T23:01:39.000Z Die Privatbank [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International ist mit einem Gewinnanstieg und Neugeldzuflüssen ins Jahr 2026 gestartet. In den ersten vier Monaten erzielte das Institut einen Reingewinn von über 130 Millionen Franken. Positiv beigetragen hat ein Sondereffekt im Zusammenhang mit dem Lebensversicherungsportfolio, das sich in Abwicklung befindet. Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) stiegen per Ende April auf 190,2 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber Ende 2025 sowie einem Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum April 2025\. Treiber waren laut der Bank Nettoneugeldzuflüsse und die positive Marktentwicklung. Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf 3,7 Milliarden Franken. Daraus ergibt sich eine annualisierte Wachstumsrate von sechs Prozent und damit das obere Ende der mittelfristigen Zielspanne der Bank. Die Ertragsmarge lag in den ersten vier Monaten 2026 bei 93 Basispunkten und damit auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2025\. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich leicht auf rund 70 Prozent. ### Aktie 12 Prozent im Minus An der Börse hatten es die EFG-Titel zuletzt schwer. Seit Anfang Jahr beträgt das Minus 12 Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt 5,33 Milliarden Franken. [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) liegt seit Anfang Jahr 2,2 Prozent im Plus, bei [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/tag/vontobel/) sind es 6 Prozent. Die Kernkapitalquote (CET1) erhöhte sich von 14,0 Prozent per Ende 2025 auf 14,7 Prozent. Die Gesamtkapitalquote stieg auf 18,1 Prozent. In den ersten vier Monaten des Jahres traten 25 neue Kundenberater (Client Relationship Officers) ein, weitere 26 befinden sich laut [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) im Vertragsprozess oder haben bereits unterschrieben. Gleichzeitig haben auch etliche Kundenberater die Bank wieder verlassen. Ende April lag die Zahl konzernweit bei 761, Ende 2025 waren es 763 CROs. «Wir sind stark in den neuen Strategiezyklus gestartet und haben unsere Kunden dabei unterstützt, mit geopolitischen Unsicherheiten und Marktvolatilität umzugehen», sagte CEO Giorgio Pradelli, der in diesem Jahr das Präsidium der Bankiervereinigung übernehmen wird. ### Nur noch 10 Milliarden oder noch weniger? Wie Berner Ständeräte die Lex UBS verwässern wollen URL: https://www.tippinpoint.ch/nur-noch-10-milliarden-oder-noch-weniger-wie-berner-staenderaete-die-lex-ubs-verwaessern-wollen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:39.000Z Hört man tief in die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hinein, herrscht grosses Vertrauen, dass die vom Bundesrat vorgeschlagenen Eigenkapitalregeln vom Parlament abgeschwächt werden. Die Frage ist nur, wie stark. Im Kern geht es darum, wie weit die 20 Milliarden Dollar, die die UBS gemäss Vorschlag zusätzlich aufbringen müsste, heruntergedrückt werden. Diese Kapitallücke entsteht, wenn die UBS den Wert ihrer Auslandtöchter im Stammhaus zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegen müsste und nicht zu 60 Prozent gemäss aktueller Regelung. Dadurch soll das Schweizer Stammhaus besser geschützt werden, wenn eine Banktochter im Ausland ins Taumeln gerät. Eine Intervention mit Steuergeldern wird dadurch wenger wahrscheinlich. Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, hat die Ständeratskommission in ihrer ersten Sitzung mehrere Gegenanträge ins Spiel gebracht, die für die UBS eine deutliche Entlastung bedeuten würden. So steht unter anderem eine Erhöhung auf nur 80 oder sogar lediglich 75 Prozent im Raum. Neu ist zudem die Idee eines Stufenmodells: Demnach müsste die UBS 80 Prozent CET1-Kapital aufbringen – allerdings könnte der Discount wieder wegfallen, wenn die Auslandsgeschäfte der UBS bestimmte Schwellen im Verhältnis zum Schweizer Bruttoinlandsprodukt überschreiten. ### Regulierung mit dem Warnfinger Das Stufenmodell klingt nach einem typisch eidgenössischen Kuhhandel: Man gewährt der Grossbank einen massiven Rabatt, droht aber gleichzeitig damit, diesen wieder zu entziehen, wenn sie es im Ausland übertreiben sollte. Regulierung mit dem Warnfinger. Ob und welchen konkreten Gegenvorschlag die ständerätliche Kommission letztendlich aus dem Hut zaubert, bleibt offen. Eines scheint jedoch klar: Im tonangebenden bürgerlichen Lager ist man offenbar bereit, der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) einen Rabatt von mindestens 50 Prozent gewähren zu wollen. Das würde den CET1-Kapitalzuschlag von 20 Milliarden auf nur noch 7,5 bis 10 Milliarden Dollar senken. Sicher scheinen sich die Mitglieder der ständerätlichen Kommission allerdings noch nicht zu sein. Die Kommission vertagte Anfang Mai überraschend eine Empfehlung zur Vorlage. Bis zur nächsten Sitzung nach den Sommerferien bleibt nun Zeit, die Ideen ein weiteres Mal zu käuen und wiederzukäuen. Es dürfte bis 2027 dauern, bis der Entscheid durch die eidgenössischen Räte ist. Später könnte allenfalls noch das Volk das letzte Wort haben. ### Radicant fast abgewickelt - die meisten Kunden haben die Onlinebank verlassen URL: https://www.tippinpoint.ch/radicant-fast-abgewickelt-die-meisten-kunden-haben-die-onlinebank-verlassen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:40.000Z Die Abwicklung der Online-Bank [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/) ist weit fortgeschritten. Im November 2025 hatte die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) beschlossen, ihre Tochterbank zu liquidieren. Inzwischen ist der Schliessungsprozess praktisch abgeschlossen. Nahezu alle Kunden haben die Bank verlassen, sagt eine Quelle. Ein Sprecher von Radicant bestätigt dies: «Wir bestätigen, dass wir für die überwiegende Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden der Radicant AG (ehemals Radicant Bank AG) Anschlusslösungen gefunden haben.» Radicant sieht sich im Zeitplan: «Wir befinden uns bei der Umsetzung klar im Zeitplan, den wir im November 2025 kommuniziert haben», sagt der Sprecher. Angaben dazu, wohin die Kundengelder geflossen sind, macht das Institut nicht. Der Grossteil der insgesamt rund 20’000 Kundinnen und Kunden dürfte jedoch zur Online-Bank Alpian gewechselt haben. Bereits im Dezember hatten Radicant und Alpian eine entsprechende Migrationsvereinbarung abgeschlossen. ### Entscheid über künftige Struktur steht an Noch verfügt [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/) über eine Banklizenz. Eine Voraussetzung für deren Rückgabe sei die erfolgreiche Suche nach Anschlusslösungen für die Kundinnen und Kunden, erklärt der Sprecher. «Wir stehen in diesem Zusammenhang mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht in Kontakt und befinden uns auch in dieser Frage im Zeitplan.» Der Prozess sei abgeschlossen, sobald die Finma «uns aus der Aufsicht entlässt», so Radicant weiter. «Anschliessend entscheiden wir, wie die künftige Struktur der Firma aussehen wird. Wir stellen damit sicher, dass alle Anspruchsgruppen weiterhin adäquat bedient werden können – dazu gehören ehemalige Kundinnen und Kunden, Technologiepartner sowie ehemalige und aktuelle Mitarbeitende. Auch in dieser Frage liegen wir im bereits kommunizierten Zeitplan.» Das finanzielle Abenteuer mit ihrer Digitalbank hat die [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) [insgesamt 180 bis 190 Millionen Franken gekostet](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78688/das%5Fradicant-abenteuer%5Fkostet%5Fdie%5Fblkb%5Fbis%5Fzu%5F190%5Fmillionen%5Ffranken.html). In dieser Summe sind die getätigten Investitionen, die Wertberichtigungen sowie die Kosten für die Liquidation und Lizenzrückgabe enthalten. ### Hedgefonds-Manager Christopher Hohn sorgt bei der Deutschen Börse für Uhruhe URL: https://www.tippinpoint.ch/hedgefonds-manager-christopher-hohn-sorgt-bei-der-deutschen-boerse-fuer-uhruhe/ Last updated: 2026-07-18T23:01:40.000Z Der britische Hedgefonds-Manager Christopher Hohn sorgt für Nervosität in Frankfurt. Mit seinem Fonds TCI hat der aktivistische Investor seine Beteiligung an der Deutschen Börse: auf 5,15 Prozent ausgebaut. Den Grossteil der Position hält er über Finanzinstrumente. Der Christopher Hohn ruft in der deutschen Finanzmetropole böse Erinnerung wach – 2005 verhinderte er die Übernahme der Londoner Börse durch die Deutsche Börse und trug massgeblich zum Rücktritt der damaligen Führungsspitze bei. Noch deutet wenig auf eine offene Konfrontation hin. Zwar ist TCI für Beteiligungen an Unternehmen mit Veränderungsbedarf bekannt, zugleich betont der Fonds seinen langfristigen und wertorientierten Investmentansatz. Auf seiner Website verweist TCI auf eine intensive Unternehmensanalyse sowie den Anspruch, strategische Veränderungen im Dialog mit dem Management voranzutreiben. ### Digitaler Green Bond aus der Ostschweiz URL: https://www.tippinpoint.ch/digitaler-green-bond-aus-der-ostschweiz/ Last updated: 2026-07-18T23:01:41.000Z Die St. Galler Investerra bringt nach eigenen Angaben den ersten digitalen handelbaren Green Bond der Schweiz auf den Markt. Mit der Anleihe will das Unternehmen zusätzliche Mittel für Projekte im Bereich erneuerbarer Energieinfrastruktur mobilisieren. Finanziert werden sollen unter anderem Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Energiespeicher und Biogaslösungen. Der «Digital Green Bond 31» hat ein Volumen von 4 bis 10 Millionen Franken, eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 2,75 Prozent verzinst. Die Emission erfolgt in Zusammenarbeit mit der Zürcher ISP Bank. Geplant ist zudem eine Kotierung an der digitalen Handelsplattform BX Digital, die von der Finma bewilligt wurde und derzeit ihren operativen Betrieb vorbereitet. Parallel dazu begibt Investerra mit dem «Green Bond 29» eine klassische Anleihe für professionelle Anleger. Diese hat ein Volumen von 5 bis 20 Millionen Franken, läuft über drei Jahre und bietet einen Zinssatz von 2,25 Prozent. ### Exklusiv: Ein Zürcher Family Office will den Grasshopper Club kaufen URL: https://www.tippinpoint.ch/exklusiv-ein-zuercher-family-office-will-den-grasshopper-club-kaufen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:41.000Z Dem Rekordmeister aus Zürich geht es sportlich schlecht. Heute Montag steht das erste Barragespiel gegen den FC Aarau an. Doch nicht nur sportlich läuft es unbefriedigend, der Verein hat sich auch mit seinen Fans überworfen. Zum Eklat kam es nach den Fussballspielen gegen Lausanne und den FC Luzern im April. «Wir schauen nicht mehr länger tatenlos zu, jetzt ist es Zeit, dass der LAFC (Los Angeles Football Club) Platz macht für neue Investoren aus der Schweiz», schreibt die Fangruppe Sektor IV auf ihrer Website. Vier Tage nach dem Schreiben der Fans reagierten die GC-Besitzer mit einer bemerkenswerten Stellungnahme: «Bei den jüngsten Protesten wurden wir aufgefordert, den Verein zu verlassen. Wir möchten deshalb klar festhalten, dass wir offen für Gespräche über einen Teil- oder Vollverkauf der GFAG (Grasshopper Fussball AG) sind, sofern die langfristige Nachhaltigkeit des Clubs sichergestellt ist.» Soll der Club eine Zukunft haben, erfordere das einen «geeigneten, engagierten und finanziell leistungsfähigen» Eigentümer. ### LAFC hat sich verkalkuliert Der Los Angeles Football Club (LAFC) hat im Januar 2024 die Mehrheit der Grasshopper Fussball AG übernommen – und sich verkalkuliert, wie er selber sagt. Man habe gewusst, dass es langwierig und schwierig werden würde, die Wende herbeizuführen. «Allerdings haben wir unterschätzt, wie sehr.» Jetzt zeigen sich die Besitzer bereit, sich aus Zürich zu verabschieden. Wie tippinpoint erfahren hat, gibt es zumindest einen Kaufinteressenten. Es handelt sich dabei um ein Multi-Family-Office aus der Region Zürich. Dieses soll Vermögenswerte von über einer Milliarde Franken verwalten. Laut Unterlagen, die die Redaktion einsehen konnte, erfolgte die erste Kontaktaufnahme bereits im vergangenen Jahr. Seither seien konkrete Kaufangebote abgegeben und Commitments gemacht worden, wie eine Quelle aus dem Umfeld der Investoren sagt. Ziel ist ein Neustart auf die kommende Saison hin. ### Ein Besitzer, viele Clubs Die potenzielle Käuferschaft beabsichtigt, den Club aus dem sogenannten Multi-Club-Ownership-Modell herauszulösen und künftig autonom weiterzuführen. Neben dem Grasshopper Club kontrolliert der LAFC auch den österreichischen Club FC Wacker Innsbruck. Gemeinsam mit dem FC Bayern München betreiben die Amerikaner zudem ein Joint Venture, das Anteile an der Jugendakademie Gambino Stars (Gambia) sowie an Vereinen in Südamerika und Südkorea hält. Allerdings scheint das Angebot der Schweizer Kaufinteressenten bei den GC-Besitzern aus Kalifornien bisher auf wenig Gegenliebe zu stossen. Laut einer Auskunftsperson gebe sich der LAFC zwar öffentlich offen für einen Verkauf, gleichzeitig gehe der Club nicht auf die vorliegenden Angebote ein und ignoriere Kontaktversuche. Die Kaufinteressenten aus Zürich scheinen es ernst zu meinen und haben auch Persönlichkeiten an Bord geholt, die in der schweizerischen und internationalen Fussballszene vernetzt sind. Ein Sprecher des Grasshopper Club liess eine Anfrage unbeantwortet. ### Financial Times macht UBS-Wegzug wieder zum Thema - und nennt Orcel und Gori als mögliche CEO-Kandidaten URL: https://www.tippinpoint.ch/financial-times-macht-ubs-wegzug-wieder-zum-thema-und-nennt-orcel-und-gori-als-moegliche-ceo-kandidaten/ Last updated: 2026-07-18T23:01:42.000Z Davide Serra gehört zu den bekanntesten Investoren im Londoner Hedgefonds-Umfeld. Der Genueser gründete 2006 den Vermögensverwalter Algebris Investments, der sich auf Finanzwerte und Bankanleihen spezialisiert hat. Heute verwaltet Algebris rund 30 bis 35 Milliarden Euro. In einem Beitrag der «Financial Times» äussert sich Serra zur UBS und zur Frage, wie viel zusätzliches Eigenkapital die Grossbank künftig halten soll. Dabei schlägt er deutliche Töne an – und stellt sogar einen Wegzug der UBS in den Raum. «Die UBS existiert nur wegen ihrer globalen Reichweite», sagt Serra. «Sollten die Reformen nicht abgeschwächt werden, wäre der Anreiz für einen Wegzug gross. Die Bank kann nicht mit Häusern wie Morgan Stanley konkurrieren, wenn sie doppelt so viel Kapital halten muss.» Noch konkreter wird Serra bei der Frage nach einem möglichen neuen Standort der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/): «Wenn die Bank einen wirklich grundlegenden Schritt machen würde, dann wohl in Richtung USA. Ein Umzug in die EU oder nach Grossbritannien würde wenig bringen – dort wäre man weiterhin populistischem Druck ausgesetzt.» Dass sich Serra öffentlich auf die Seite der UBS schlägt, überrascht allerdings kaum. Algebris zählt selbst zu den Investoren der Bank. Im Algebris Financial Income Fund ist UBS gemäss Fondsunterlagen sogar der grösste Anleihenemittent im Portfolio. Auch die Nähe zwischen Algebris und der UBS ist sichtbar. Als der Vermögensverwalter sein Zürcher Büro eröffnete, war mit [UBS-Präsident Colm Kelleher ein prominenter Ehrengast anwesend](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76104/algebris%5Feroeffnet%5Fbuero%5Fin%5Fzuerich%5F-%5Fund%5Fder%5Fubs-praesident%5Fist%5Fdabei%5F.html). Kelleher diskutierte damals gemeinsam mit Algebris-Gründer Serra an einer Panelveranstaltung über die Finanzmärkte. ### Gori und Orcel In einem längeren Beitrag über die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) darf auch die Frage nach der Nachfolge von Konzernchef Sergio Ermotti nicht fehlen. Die FT bringt neben den bekannten internen Kantodaten (Rob Karofsky, Iqbal Khan, Aleksandar Ivanovic) auch zewi externe ins Spiel: Unicredit-Chef Andrea Orcel, der bekanntlich früher das Investmentbanking der UBS leitete, sowie Filippo Gori, Co-Leiter des globalen Bankgeschäfts von [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/). Gori stand zuvor an der Spitze des Europageschäfts der US-Bank. ### Postfinance erweitert Krypto-Angebot auf Firmenkunden und Partnerkonten URL: https://www.tippinpoint.ch/postfinance-erweitert-krypto-angebot-auf-firmenkunden-und-partnerkonten/ Last updated: 2026-07-18T23:01:42.000Z Firmenkunden können über E-Finance oder die [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) App 22 Kryptowährungen handeln. Zudem steht Ethereum-Staking zur Verfügung. Das Angebot richtet sich laut Postfinance an Unternehmen und Institutionen in der Schweiz, die Kryptowährungen selbstständig verwahren und handeln möchten. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt, verfügen bislang 14 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen über praktische Erfahrungen mit digitalen Assets. Gleichzeitig steige das Interesse an Kryptowährungen als Anlageklasse oder für Zahlungsprozesse. Das Angebot für Firmenkunden erfolgt im sogenannten «Execution only»-Modell. Postfinance bietet dabei keine Anlageberatung an. Die Kryptowährungen werden laut Unternehmen in der Schweiz verwahrt. Neu erhalten auch Kundinnen und Kunden mit Partnerkonto Zugang zum Krypto-Angebot. Sie können gemeinsam ein Kryptoportfolio eröffnen, Kryptowährungen kaufen und Staking nutzen. Zudem steht ein Sparplan zur Verfügung, mit dem regelmässig ab 50 US-Dollar investiert werden kann. ### «Die KI-Infrastrukturstory ist breiter und langlebiger, als viele glauben» URL: https://www.tippinpoint.ch/die-ki-infrastrukturstory-ist-breiter-und-langlebiger-als-viele-glauben/ Last updated: 2026-07-18T23:01:43.000Z ### Die Börsen stehen wieder nahe an Rekordständen. Gleichzeitig ist die geopolitische Unsicherheit hoch. Wie passt das zusammen? Philipp Lisibach: Unsicherheit begleitet die Finanzmärkte eigentlich permanent. Ich bin Ende der 1990er-Jahre in die Industrie gekommen. Seither hatten wir LTCM, die Russlandkrise, 9/11, Rezession, Finanzkrise, Pandemie und vieles mehr. Man hat fast immer das Gefühl, die Unsicherheit sei gerade besonders hoch. Trotzdem stimmt die Beobachtung: Wir haben viel Unsicherheit und gleichzeitig hohe Aktienstände. Der entscheidende Punkt ist aber, dass die zugrunde liegende Wirtschaft zuletzt robuster war, als viele erwartet hatten. Die Unternehmen sind in guter Verfassung, die Konsumenten sind nicht überschuldet, die Arbeitsmärkte sind noch solide, und die Reallöhne steigen vielerorts wieder. Auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist stark. Der Markt scheint viele Risiken als vorübergehend einzuschätzen. Solange der Eindruck besteht, dass geopolitische Spannungen oder Handelskonflikte keinen dauerhaften Schaden anrichten, können die Börsen damit umgehen. ### Spielt dabei auch der sogenannte Fed-Put eine Rolle – also die Erwartung, dass die US-Notenbank im Ernstfall eingreift? Seit der Finanzkrise war das sicher ein wichtiges Playbook vieler Anleger. Wenn die Märkte stark fallen, kommt irgendwann die Notenbank und stabilisiert. Ich wäre aber vorsichtig, das einfach fortzuschreiben. Die Fed hat ein Mandat: Arbeitslosigkeit und Inflation. Daran muss sie sich orientieren. Zudem gibt es innerhalb der Notenbank unterschiedliche Ansichten, etwa zur Bilanzpolitik. In der Vergangenheit war die Bilanz ein wichtiges Instrument, um Liquidität bereitzustellen. Ob das künftig gleich funktioniert, ist nicht sicher. Aber psychologisch ist der Gedanke weiterhin da. Viele Anleger glauben, es gebe irgendwo einen Boden. Ich vermute allerdings, dass dieser Reflex irgendwann schwächer werden könnte. ### An den Aktienmärkte ist KI das dominierende Thema. Erkennen Sie Parallelen zu früheren Technologieblasen? Es gibt sicher Parallelen, aber auch grosse Unterschiede. Spannend finde ich den Vergleich mit früheren Infrastrukturzyklen, etwa dem Ausbau der Eisenbahn. Auch damals wurden enorme Summen investiert, und nicht alle Geschäftsmodelle haben überlebt. Aber die Infrastruktur selbst wurde gebraucht. Heute sehen wir etwas Ähnliches bei Rechenzentren, Strom, Kühlung und Dateninfrastruktur. Die Nachfrage nach Rechenleistung steigt massiv. Das hängt nicht nur mit Large Language Models (LLMs) zusammen, sondern auch mit autonomem Fahren, industrieller Digitalisierung und vielen weiteren Anwendungen. Wir müssen aber auch kritisch bleiben. Ich habe zwar nicht den Eindruck, dass diese Investitionen grundsätzlich übertrieben sind. Die Kapazitäten werden wahrscheinlich gebraucht. Die Frage ist eher, welche Geschäftsmodelle darauf am Ende wirklich Geld verdienen. ### Und wie beurteilen Sie die Risiken im Private-Credit-Markt? Private Credit zu beurteilen, ist für nicht-Experten schwer, da die meisten Anlagen nicht börsennotiert sind und Informationen daher schwierig zu beschaffen sind. Deshalb muss man dort vorsichtig sein. Ich würde nie sagen: Das ist kein Problem. Aber aus dem, was wir sehen, wirkt es nicht so, als ob bereits ein systemisches Problem offensichtlich wäre. Es gab Markdowns, ja. Aber nicht in einer Grössenordnung, die unmittelbar auf eine Krise hindeutet. ### Hat Sie der KI-Boom in dieser Geschwindigkeit überrascht? Der Hockey-Stick war steiler, als wir noch vor zwei oder drei Jahren erwartet hätten. Künstliche Intelligenz war bei uns schon länger ein Thema, auch in unserem thematischen Framework. Aber die Geschwindigkeit der Entwicklung, insbesondere bei den LLMs, war beeindruckend. Interessant ist auch, wie sehr KI zu einem Infrastrukturthema geworden ist. Themen, die lange als langweilig galten, werden plötzlich zentral. Dazu kommt die geopolitische Dimension. Die USA und China verstehen beide, dass künstliche Intelligenz strategisch entscheidend ist. Wer KI im grossen Stil entwickeln will, braucht Rechenleistung, Energie und technologische Kontrolle. Das ist nicht nur ein wirtschaftliches Thema, sondern auch ein Machtfaktor. ### Profitieren davon auch Schweizer Firmen? Ja, absolut. Es gibt Schweizer und europäische Unternehmen, die in bestimmten Nischen global sehr stark sind. VAT ist ein gutes Beispiel. Solche Firmen verfügen über technologisches Know-how, das nicht beliebig replizierbar ist. In gewissen Bereichen gibt es weltweit nur sehr wenige Anbieter. Solange der Ausbau der Infrastruktur anhält, werden diese Unternehmen über Jahre profitieren. Natürlich wird irgendwann der Punkt kommen, an dem man genauer unterscheiden muss: Welche Firmen profitieren strukturell, und welche wurden nur vom Hype mitgezogen? Aber die Infrastrukturstory ist aus meiner Sicht breiter und langlebiger, als viele glauben. ### Mit den Handelskonflikten und den Grönland-Drohungen haben sich Investoren teilweise vom Dollar abgewandt oder dies zumindest angekündigt. Was ist daraus geworden? Das Thema hat zwei Ebenen. Einerseits gibt es Anleger, die aus verschiedenen Gründen weniger US- und Dollar-Exposure wollen. Andererseits gibt es die strategische Frage, ob Europa unabhängiger werden muss. ### Ihre Meinung? Ich glaube, Europa hat in mehreren Bereichen Nachholbedarf: Energieversorgung, Verteidigung, Technologie und Kapitalmarkt. Die Welt bewegt sich stärker in Richtung Autonomie. Die USA und China tun das bereits. Europa wird nicht darum herumkommen, eigene Abhängigkeiten zu reduzieren. Das bedeutet nicht, dass die Globalisierung verschwindet. Für ein Land wie die Schweiz bleibt sie absolut zentral. Die Schweiz kann gar nicht autonom sein. Aber grosse Blöcke wie die Eurozone müssen sich strategischer aufstellen. Abhängigkeit macht verletzlich – das haben Pandemie, Lieferkettenprobleme und Handelskonflikte gezeigt. ### Wo sehen Sie heute Chancen, die vom Markt noch nicht vollständig erkannt werden? Ich glaube weiterhin, dass wir beim Thema Digitalisierung erst am Anfang eines neuen Innovationsschubs stehen. Künstliche Intelligenz, später vielleicht auch Quantum Computing, werden sehr viel verändern. Aktuell sind wir stark in der Infrastrukturphase. Die nächste Stufe wird dann die Dienstleistungsebene sein: Welche Anwendungen entstehen auf dieser Infrastruktur, und welche Firmen können daraus nachhaltig Umsätze und Gewinne generieren? Bei einigen grossen Technologieunternehmen kann man bereits sehen, dass die Monetarisierung funktioniert. Aber der breitere Produktivitätsbeweis für die Gesamtwirtschaft steht noch aus. Es gibt Anzeichen, aber das ist kein Thema von zwölf oder 24 Monaten. ### Wie positioniert sich die LGT in dieser Gemengelage? Man muss zwischen strategischer und taktischer Positionierung unterscheiden. Strategisch geht es darum zu erkennen, dass sich die Welt strukturell verändert. Die tektonischen Platten bewegen sich – geopolitisch, technologisch und wirtschaftlich. Solche Verschiebungen passieren nicht alle paar Jahre, sondern eher alle paar Jahrzehnte. Das sorgt natürlich für grosse Unruhe. Für Anleger bedeutet das: Man darf historische Durchschnittswerte nicht mehr blind als Massstab nehmen. Viele Investoren vergleichen die heutigen Bewertungen, Zinsen oder Währungen mit dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre und fragen dann: Ist das jetzt hoch oder tief? Aber wenn sich das Umfeld radikal verändert, sind diese Durchschnitte möglicherweise nicht mehr die richtige Referenz. Man muss deshalb stärker hinterfragen, was künftig überhaupt noch als normal gelten kann. Und man braucht eine Vorstellung davon, wohin sich die Welt bewegt. ### Und taktisch? Im Moment herrscht die positive Meinung vor, dass sich der Krieg abflachen könnte, ohne grossen Schaden für die Wirtschaft. Wir hoffen das, bleiben aber vorsichtig, sodass wir uns direktional nicht zu stark positionieren wollen. Wir haben weiterhin ein Übergewicht im Technologiebereich. Im Anleihensektor sind wir dagegen vorsichtiger. Dort ist das Renditepotenzial aus unserer Sicht begrenzt, nachdem die Spreads wieder nahe an die Tiefststände zurückgekehrt sind. ### Wie sehen Sie den Dollar und Gold? Beim US-Dollar gehen wir tendenziell von einer Abschwächung aus. Die Gründe sind institutionelle Unsicherheiten, die fiskalische Situation, Verschuldung und politische Risiken. Gold bleibt für uns ebenfalls relevant. Es war zuletzt stark vom Momentum getrieben, dann gab es eine Korrektur, die viele Anleger enttäuscht hat. Aber strukturell spricht weiterhin einiges für Gold: Diversifikation, geringere Abhängigkeit vom US-Dollar und Absicherung gegen Unsicherheit. Mich erstaunt es immer wieder, wie tief Gold in vielen Portfolios gewichtet ist – oft nur im Bereich von zwei bis drei Prozent. Wir selbst liegen bei rund fünf Prozent und diskutieren sogar, ob die neutrale Allokation längerfristig höher sein sollte. ### Erste Klage des EFD zur Einziehung von Ukraine-Geldern eingereicht URL: https://www.tippinpoint.ch/erste-klage-des-efd-zur-einziehung-von-ukraine-geldern-eingereicht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:44.000Z Anspruch und Wirklichkeit klaffen in der Politik oft auseinander. Das gilt zum Beispiel für das sogenannte Asset Recovery, also für die Sperrung und Rückführung illegal erworbener Potentatengelder in die Ursprungsländer. Die Schweiz verfüge in diesem Bereich über ein weltweit führendes Dispositiv und entwickle dieses weiter, hat der Bundesrat kürzlich wiederholt. Erwähnt wird unter anderem das 2016 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Sperrung und die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ausländischer politisch exponierter Personen (SRVG). Das im Gefolge des arabischen Frühlings erlassene Gesetz blieb bisher allerdings weitgehend wirkungslos. Eine neue Bewährungsprobe ist im Fall jener Gelder im Gang, die der Bundesrat nach der Maidan-Revolution in der Ukraine 2014 aus der Entourage des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch zunächst per Notrecht sperren liess. Es geht um mehr als 130 Millionen Franken. Davon entfallen über 100 Millionen Franken auf Konten des früheren ukrainischen Parlamentariers und Janukowitsch-Vertrauten Jurij Iwanjuschtschenko. Gegen ihn hatte auch die Bundesanwaltschaft (BA) ein umfangreiches Strafverfahren wegen Geldwäscherei und Beteiligung an einer kriminellen Organisation geführt. Im Januar 2022 stellte die BA das Verfahren aber ein. Und zwar gestützt auf die Bestimmungen der Strafprozessordnung, wonach die Staatsanwaltschaft von der Strafverfolgung absehen und das Verfahren einstellen kann, wenn die Straftat bereits von einer ausländischen Behörde verfolgt wird. Das ukrainische Verfahren gegen den aus Donezk stammenden Iwanjuschtschenko geriete nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 aber ins Stocken. Der Bundesrat beauftragte deshalb im Mai 2022 das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD), das Einziehungsverfahren gestützt auf das SRVG einzuleiten. In einem aufwendigen Verfahren ging es zunächst um die Frage, ob die Voraussetzungen für eine Sperre der fraglichen Gelder erfüllt waren. Es war insbesondere nachzuweisen, dass die Ukraine wegen des völligen oder weitgehenden Zusammenbruchs oder der mangelnden Verfügbarkeit seines Justizsystems die Anforderungen des Rechtshilfeverfahrens nicht mehr erfüllen konnte. Das Bundesgericht hiess die Sperre im Mai 2025 letztinstanzlich gut. Gleiches galt für die seit 2014 beschlagnahmten Vermögenswerte des Sohns des früheren ukrainischen Ministerpräsidenten Mykola Asarow sowie des ehemaliges Politikers Aleksandr Yefremow. ### Keine Gelder freigegeben Damit war der Weg für die Einziehungsklagen des EFD beim Bundesverwaltungsgericht frei. Entgegen den ursprünglichen Plänen des Departements Keller-Sutter kam es zu [weiteren Verzögerungen und zusätzlichen Abklärungen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78584/scheitert%5Fdie%5Frueckfuehrung%5Fvon%5F130%5Fmillionen%5Fan%5Fdie%5Fukraine%5Fan%5Fder%5Fbuerokratie.html). Am vergangenen Dienstag deponierte das EFD nun die erste Klage beim Gericht in St. Gallen. Sie betrifft Vermögenswerte Iwanjuschtschenkos in der Höhe von 2,2 Millionen Dollar, also nur einen kleinen Teil der ursprünglich gesperrten mehr als 100 Millionen Franken. Wie EFD-Sprecherin Valmira Krrakaj auf Anfrage von Tippinpoint ergänzte, befinden sich die Gelder auf unterschiedlichen Konten mit unterschiedlichen Kontoinhabern. Die nun eingereichte Einziehungsklage betreffe lediglich eines dieser Konten. Die Klagen zu den übrigen Vermögenswerten seien Vorbereitung. «Es wurden keine Gelder freigegeben», sagte die Sprecherin. Das Bundesverwaltungsgericht muss nun prüfen, ob die fraglichen Gelder in der Verfügungsmacht einer politisch exponierten Person sind und ob sie unrechtmässig erworben wurden. Letzteres wird angenommen, wenn das Vermögen der betroffenen Person «begünstigt durch die Ausübung des öffentlichen Amts durch die ausländische politisch exponierte Person ausserordentlich stark gestiegen ist». Und wenn der Korruptionsgrad im Herkunftsland notorisch hoch ist. Die Vermutung der Unrechtmässigkeit wird umgestossen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass die Vermögenswerte rechtmässig erworben wurden. Auch die Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts können von den Betroffenen beim Bundesgericht angefochten werden. Erst in einem letzten Schritt geht es um die Rückerstattung der eingezogenen Vermögenswerte, wobei verschiedene Ziele zu verfolgen sind, damit die Gelder nicht erneut in korrupten Kanälen versickern. ### Hehre Strategien und Verzögerungen Die Erfahrungen im Fall der Ukraine-Gelder werden in die seit Jahren hängige Revision des SRVG einfliessen. Das Vorhaben war 2019 mit einem Postulat des Ständerats angeschoben worden. Im mehrmals verschobenen Postulatsbericht brachte der Bundesrat im Juni 2024 einen Mechanismus ins Spiel, bei dem in Ausnahmefällen rechtskräftig eingezogene Potentatengelder einem ausländischen Staat zugewiesen werden könnten. Die Arbeiten für die Umsetzung des Postulats seien weiterhin im Gang, erklärte das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen zur kürzlich vom Bundesrat verabschiedeten nationalen Strategie zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung. Die rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Rückgabe von Vermögenswerten seien komplex und erforderten eine enge Zusammenarbeit zwischen allen involvierten Behörden. Auch neuen parlamentarischen Vorstössen zum SRVG sei gegebenenfalls Rechnung zu tragen, was zu Anpassungen im Zeitplan geführt habe. In der zuvor vom Bundesrat verabschiedeten Korruptionsstrategie für die Jahre 2026-2029 figurierte das Vorhaben unter jenen Projekten, die spätestens bis Ende 2028 umgesetzt sein sollen. ### Sind wichtige Blockchain-Anwendungen bereits am Ende? URL: https://www.tippinpoint.ch/sind-wichtige-blockchain-anwendungen-bereits-am-ende/ Last updated: 2026-07-18T23:01:44.000Z DeFi war noch vor wenigen Jahren eine der «heissesten» Abkürzungen in der Blockchain-Industrie. Sie steht für Decentralized Finance (dezentrales Finanzwesen) und für ein blockchainbasiertes Finanzsystem, das ohne Intermediäre, mit Hilfe von Smart Contracts auf der Blockchain Finanzdienstleistungen wie Handel, Kreditvergabe oder Zinszahlungen direkt zwischen den Nutzern abwickelt. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - Die Bank of England macht Stablecoins den Weg frei - Bitcoin Suisse wagt sich ins Bermudadreieck --- Diese Anwendungen bieten den Nutzern viele Vorteile wie Dezentralität, Transparenz und niedrigere Gebühren im Vergleich zu traditionellen Finanzanwendungen. Zu den bekanntesten DeFi-Anwendungen zählen die dezentrale Börse Uniswap, Compound, ein DeFi-Protokoll, das Kreditvergabe gegen Einlagen von Kryptowährungen ermöglicht und die Lending-Plattform Aave. ### Hacker knacken Aave-Plattform Aave ist mit ein Grund für die Vertrauenskrise, der sich der DeFi-Bereich gegenübersieht. Ende April erbeuteten Hacker in einem Angriff 116'500 rsETH-Token, rund 18 Prozent der in Umlauf befindlichen Token, mit einem Marktwert von gegen 300 Millionen Dollar. Der rsETH ist ein Liquid Restaking Token (LRT), der von Kelp DAO ausgegeben wird und es den es den Nutzern ermöglicht, neben dem normalen Ethereum-Staking-Yield zusätzliche Erträge zu erzielen, während sie gleichzeitig liquide bleiben. Die Angreifer attackierten die sogenannte Cross-Chain-Bridge von Kelp welche die Unichain- mit der Ethereum-Blockchain verbindet. Die rund 300 Millionen Dollar dürften unwiederbringlich verloren sein. Doch das ist nicht der gesamte Schaden. Der Total Value Locked (TVL) der Aave-Plattform sank infolge des Vertrauensverlustes um 6,6 Milliarden auf rund 20 Milliarden Dollar. Der TVL beschreibt das Kapital, das in der DeFi-Anwendung gebunden ist. Gleichzeitig verlor der Aave-Token rund 16 Prozent an Wert. Aave und andere Smart-Contract-Anwendungen wie Uniswap basieren auf der Ethereum Blockchain. Wie stark Ethereum wertmässig von diesem (und anderen) Hackerangriff der vergangenen Monate betroffen ist, lässt sich kaum beziffern. Offensichtlich ist, das Ethereum im vergangenen Monat deutlich hinter dem Bitcoin zurückblieb und rund 5 Prozent verlor, während Letzterer fast 10 Prozent zulegte. ### Eine Gefahr für Ethereum Ethereum ist der Goldstandard für Web3-Anwendungen und diese wiederum sind, neben der Sicherheit und der Wertaufbewahrung durch den Bitcoin, eines der grossen Versprechen für die Krypto-Branche. Web3-Anwendungen von Ethereum sind auch relevant für die wichtigsten Stablecoin- und Tokenisierungsprojekte. Ist DeFi nun in der Krise oder gar am Ende – und belastet das Wertversprechen von Ethereum? Denn in den vergangenen Monaten haben sich die Negativschlagzeilen zu DeFi gehäuft. «Der DeFi-Sektor befindet sich im Frühjahr 2026 in einer schweren Krise, geprägt von Sicherheitslücken, einer Schuldenkrise von rund 2,3 Milliarden Dollar und Massenabflüssen von Investoren», heisst es etwa im aktuellen Industry Rollup von [Bitcoin Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitcoin-suisse/). ### Eine Folge von besseren KI-Anwendungen Die Zunahme der Angriffe hat auch mit dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz zu tun. Deren rasante Fortschritte haben die Ausgangslage verändert. Denn je leistungsfähiger, desto schneller lassen sich potenzielle Schwachstellen in komplexen Smart-Contracts, Bridge- und DeFi-Protokollen finden und ausnutzen. Umgekehrt können Plattform-Anbieter mit Hilfe von KI ihre Anwendungen besser testen und Schwachstellen beseitigen. Der April des laufenden Jahres hat mit 28 DeFi-Hacks einen neuen Monatsrekord gesetzt – der den bisherigen Höchststand um fast das Doppelte übertraf. Aber die Verluste in Dollar legten nicht im gleichen Ausmass zu. Häufigkeit und Schweregrad entkoppeln sich zunehmend, da mehr Vorfälle auftreten, die im Durchschnitt geringere Schäden verursachen. Zwischen 2020 und 2022 lagen die durchschnittlichen Schäden pro Hack bei rund 156 Millionen Dollar, seit 2023 hingegen bei 14 Millionen Dollar. Dies deutet darauf hin, dass sich die Sicherheit im Kern verbessert hat, während Angreifer ihren Fokus auf kleinere Ziele verlagert haben. Die wichtigste Ursache dafür liegen in einer grösseren Angriffsfläche bei gleichzeitig günstigeren Suchkosten. Mehr Smart Contracts, mehr veraltete Integrationen und mehr inaktive Pools befinden sich inzwischen Onchain, während KI-gestützte Scans den Aufwand verringern, Schwachstellen zu identifizieren. ### Angemessene Rendite für Anbieter sind notwendig Die Hackerangriffe haben nicht nur die Lending-Plattformen Verlusten ausgesetzt – sie verdeutlichen auch drei inhärente Risiken der DeFi-Kreditvergabe. Erstens sind DeFi-Plattformen dem Risiko ausgesetzt, dass sie ungenaue Informationen von Drittanbietern erhalten. Sie stützen sich auf Informationen von Dritten, die der Plattform mitteilen, ob ein potenzieller Nutzer legitime Sicherheiten gestellt hat und welchen Wert diese Sicherheiten haben. Zweitens scheint der Versicherungsfonds, den einige DeFi-Kreditplattformen nutzen, um Kreditgeber im Falle eines Verlusts zu entschädigen, unzureichend zu sein und machen die Plattformen anfällig für Bank-Run-Dynamiken. Drittens tragen sogenannte Krypto-Mixer dazu bei, dass Kriminelle im Ökosystem unentdeckt agieren können, indem sie die Identitäten von Wallet-Inhabern und Krypto-Nutzern verschleiern. Der jüngste Vorfall hat auch die Debatte um angemessene Renditen im DeFi-Bereich entfacht. Er spricht für höhere DeFi-Prämien, um Smart-Contract-, Oracle-, Governance-, Bridgerisiken angemessen zu kompensieren. DeFi wird im Kern sicherer und an den Rändern gefährlicher. Die Branche steht nicht vor einem einzigen grossen Sicherheitsversagen, sondern vor einem Long-Tail-Säuberungszyklus, in dem falsch bepreiste Risiken offengelegt werden. Im Kern der Anwendung zeigt sich DeFi bereits bemerkenswert widerstandsfähig. Jeder Hackversuch, der absorbiert und analysiert wird, bringt das System näher an institutionelle Robustheit. ### Bereich zeigt Resilienz Wird sich der DeFi-Bereich also von diesen Angriffen und Kapitalabflüssen erholen können? «Die Erfahrung der vergangenen Jahre spricht dafür. Die noch junge Welt der dezentralen Finanzen hat bislang eine bemerkenswerte Resilienz bewiesen und sich nach Rückschlägen immer wieder aufgerafft oder gar neu erfunden», schreibt Pascal Hügli, Crypto Investment Manager bei Maerki Baumann im «Archip»-Report. Unbestritten sei aber auch, dass sich der Sektor weiter professionalisieren müsse. Vor allem versteckte Zentralisierungsrisiken müssten konsequenter identifiziert, reduziert und transparent gemach werden. «Denn nur wenn DeFi nicht nur technologisch innovativ, sondern auch operativ und strukturell robuster wird, kann verlorenes Vertrauen nachhaltig zurückkehren», schreibt der Experte. «Ich bin der Ansicht, dass DeFi tot ist, dass es sich bei DeFi um eine Art Nischenprodukt-Kategorie mit einer abgeschotteten Community handelt. Dieses Konzept ist tot … Mit der Zeit wird man nicht mehr von DeFi sprechen. Man wird einfach von Finanzen sprechen.» Das sagt Sidney Powell, der CEO von Maple Finance in einem YouTube-Podcast mit Kryptoexperte Marc Baumann. Die DeFi-Plattform Maple hat im Rahmen ihres neuen Modells mit überbesicherten Krediten, Ausleihungen in Höhe von mehr als 21 Milliarden Dollar vorgenommen und verzeichnet seit 2023 keine Kreditausfälle. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ### Die Bank of England macht Stablecoins den Weg frei Die Bank of England (BoE) bereite sich darauf vor, die geplanten Beschränkungen für Stablecoins zu lockern, berichten britische Medien, darunter die «Financial Times». Der Druck der Branche, die beklagt hatte, die ursprünglichen Vorschläge seien zu konservativ, scheint Früchte zu tragen. Sarah Breeden, die für Finanzstabilität zuständige stellvertretende Gouverneurin der britischen Zentralbank, erklärte gegenüber der FT, man prüfe intensiv, ob es andere Wege gebe, wie man die Risiken im Zusammenhang mit dem Aufkommen von Stablecoins bewältigen könne. «Wir sind sehr daran interessiert, ein Rahmenwerk zu schaffen, in dem Stablecoins erfolgreich sein und den Nutzern Vorteile bieten können», gab Breeden zu Protokoll. Aber es handle sich um Geld, und die BoE wolle sicherstellen, dass diese neue Form des Geldes sicher sei. Ursprünglich hatte die Notenbank vorgeschlagen, die Besitzgrenze für britische Stablecoins für Privatpersonen auf 20.000 Pfund und Unternehmen auf 10 Millionen Pfund zu beschränken, um einen massiven Abfluss von Bankeinlagen zu vermeiden. Die BoE bereite sich zudem darauf vor, ihre geplante Anforderung zu lockern, wonach mindestens 40 Prozent der Vermögenswerte, die eine britische Stablecoin absichern, als zinslose Einlage bei der Zentralbank hinterlegt werden müssen, während der Rest in Staatsanleihen und andere liquide Vermögenswerte investiert wird. Diese Anforderung ist wesentlich restriktiver als etwa in den USA. ### Bitcoin Suisse wagt sich ins Bermudadreieck Der Schweizer Kryptodienstleister [Bitcoin Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitcoin-suisse/) hat in Bermuda eine Digital-Asset-Lizenz und eine Investment-Business-Registrierung erhalten. Damit stärke Bitcoin Suisse die internationale Präsenz weiter. Der Verwalter von digitalen Vermögenswerten besitzt bereits eine Zulassung der Finanzmarktaufsicht von Abu Dhabi. Das deutet einerseits auf eine globale Expansionsstrategie hin, ist aber andererseits auch ein Zeichen, dass die hiesigen Institute die Geduld mit dem Gesetzgebungs- und Zulassungsprozess in der Schweiz verlieren. Bermuda ist wie die Schweiz ein Vorreiter in der digitalen Regulierung. Während die Schweiz das DLT-Gesetzespaket 2021 verabschiedete, ist der Digital Asset Business Act auf der Inselgruppe im Atlantik seit 2018 in Kraft. Während die Schweiz aber bald auf die «Krypto-Bremse» trat, entwickelte sich das Finanzcenter auf Bermuda weiter. Die Genehmigungen in Bermuda wurde auf «präoperativer Basis» erteilt und sei an die Erfüllung «üblicher Bedingungen geknüpft», bevor mit den Dienstleistungen für professionelle und institutionelle Kunden begonnen werden kann. Bitcoin Suisse darf damit professionellen und institutionellen Kunden ausserhalb der Schweiz regulierte Dienstleistungen im Management von digitalen Vermögenswerten und in der Investment-Beratung erbringen. Angeboten würden auch diskretionäre Portfoliomandate und proprietäre Anlagestrategien, schreibt das Unternehmen. ### Robert Studer ist tot - der letzte klassische SBG-Banker URL: https://www.tippinpoint.ch/robert-studer-ist-tot-der-letzte-klassische-sbg-banker/ Last updated: 2026-07-18T23:01:45.000Z Robert Studer ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie einer in der NZZ publizierten Todesanzeige zu entnehmen ist, starb er am 6\. Mai. Sein Lebenskreis habe sich nach einem schönen, interessanten und reich erfüllten Leben wunschgemäss geschlossen, heisst es im Text. Studer war Luzerner und absolvierte nach der Schule eine kaufmännische Lehre. Nach Sprachaufenthalten trat er später in die damalige Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) ein. Er kletterte die Karriereleiter hoch und wurde Chef und später Verwaltungsratspräsident der Bankgesellschaft. Er prägte die Bank in den 1980er- und 1990er-Jahren entscheidend mit. In der Armee war er Oberst im Generalstab. Studer verkörperte den klassischen SBG-Banker: diskret und militärisch geprägt. Auf dem Wolfsberg, der Kaderschmiede der SBG, sagte er 1991 einst: «Die gute Bank zeichnet sich aus durch Qualität in der Dienstleistung und durch Diskretion – nicht durch Auftritte in der Öffentlichkeit.» ### Affäre um nachrichtenlose Vermögen Trotzdem scheute Studer im Gegensatz zu vielen heutigen Topbankern den Gang in die Öffentlichkeit nicht. Davon zeugen Auftritte in der Fernsehsendung «Arena» und anderen Formaten. In Studers Amtszeit fiel die wohl schwerste Reputationskrise des Schweizer Finanzplatzes seit dem Zweiten Weltkrieg. In der Affäre um nachrichtenlose Vermögen jüdischer Holocaust-Opfer kam Studer international unter Beschuss. Besonders heftig kritisiert wurden der Umgang der Banken mit historischen Akten sowie die zögerliche Kommunikation gegenüber amerikanischen Behörden und jüdischen Organisationen. SRF konfrontierte Studer damals mit Fragen zur Aktenvernichtung und zur Verantwortung der Banken. Die Krise beschädigte nicht nur den Ruf der Banken, sondern erschütterte auch das Selbstverständnis einer ganzen Banker-Generation. Robert Studer war eine Übergangsfigur: ein konservativer SBG-Banker und gleichzeitig einer jener Manager, unter denen die Schweizer Grossbanken den Schritt in die globalisierte Finanzwelt wagten – nach London und New York. Die Fusion von SBG und Schweizerischem Bankverein zur UBS im Jahr 1998 markierte eine Zeitenwende. Historiker und frühere Weggefährten beschrieben später, wie die traditionelle SBG-Kultur unter dem Einfluss angelsächsischer Investmentbanker zunehmend verdrängt wurde. Einer seiner Nachfolger war Marcel Ospel, der ab Mitte der 1990er-Jahre zur dominierenden Figur der Bank wurde und die UBS zur Nummer eins an der Wall Street machen wollte. ### VSV-ASG-Studie: Ausgeprägter Home Bias bei unabhängigen Vermögensverwaltern URL: https://www.tippinpoint.ch/vsv-asg-studie-ausgepraegter-home-bias-bei-unabhaengigen-vermoegensverwaltern/ Last updated: 2026-07-18T23:01:46.000Z Unabhängige Schweizer Vermögensverwalter haben ihre Portfolios im ersten Quartal 2026 trotz erhöhter Marktunsicherheit nur selektiv angepasst. Das zeigt die neue «VSV-ASG Investment Pulse 2026»-Studie von Hochschule Luzern – Wirtschaft im Auftrag von Vanguard und mit Unterstützung des Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV-ASG). Nach einem positiven Jahresauftakt hätten geopolitische Spannungen im Nahen Osten zu einer breiteren Risikoaversion geführt, heisst es in der Studie. In den Portfolios bleiben Schweizer und europäische Aktien übergewichtet. Gleichzeitig reduzierten die befragten Vermögensverwalter ihre Allokation in US-Aktien und bauten Positionen in Schwellenländeraktien aus. ![VSV-ASG-Studie: Ausgeprägter Home Bias bei unabhängigen Vermögensverwaltern](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_2605133_100535.jpg) Die Ergebnisse deuten laut Studie auf einen anhaltenden «Home Bias» hin: Schweizer Titel bleiben im Vergleich zu internationalen Märkten klar bevorzugt, der bei kleineren Vermögensverwalter noch ausgeprägter ist als bei grösseren. Auch europäische Aktien werden weiterhin stärker gewichtet. Bei Obligationen zeigt sich dagegen Zurückhaltung. Die meisten Segmente blieben untergewichtet, mit Ausnahme von Schwellenländeranleihen. In der Umsetzung setzen Vermögensverwalter weiterhin häufig auf Direktanlagen bei Schweizer Aktien und Obligationen. Für Schwellenländer- und Asien-Pazifik-Aktien sowie für High-Yield- und US-Unternehmensanleihen werden dagegen überwiegend Fonds und ETFs eingesetzt. Bei der Auswahl von Fonds stehen laut Studie vor allem der Track Record, Kosten- und Steuereffizienz sowie die Liquidität im Vordergrund. Passive Anlageprodukte dominieren weiterhin, insbesondere ETFs sowohl im Aktien- als auch im Obligationenbereich. ### Die Nationalbank baut Positionen in heiklen US-Firmen deutlich aus - besonders stark bei einem umstrittenem Goldminen-Konzern URL: https://www.tippinpoint.ch/die-nationalbank-baut-positionen-in-heiklen-us-firmen-deutlich-aus-besonders-stark-bei-einem-umstrittenem-goldminen-konzern/ Last updated: 2026-07-18T23:01:47.000Z Die Schweizerische Nationalbank hat Appetit auf Unternehmen, aus denen sich andere grosse Investoren längst verabschiedet haben. Das geht aus den quartalsweise offengelegten US-Aktienpositionen der Notenbank hervor. Insgesamt umfassten die US-Investments Ende März 2026 noch 2301 Positionen mit einem Wert von 173,8 Milliarden Dollar. Ende 2025 waren es 2311 Positionen mit einem Wert von 168 Milliarden Dollar. Wie ein Datenabgleich zeigt, hält die Nationalbank zahlreiche Positionen, die bei anderen Investoren auf Ausschlusslisten stehen. Auffällig an den Zahlen des ersten Quartals ist, dass die Notenbank ihre Positionen in diesen umstrittenen Unternehmen zum Teil deutlich ausgebaut hat. So erhöhte die Frankenwächterin ihre Beteiligung an Barrick Mining überproportional stark. Gegenüber Ende 2025 baute sie die Position um 25,9 Prozent von 4,51 auf 5,68 Millionen Aktien aus – das entspricht einem Investment von über einer Viertelmilliarde Dollar. Barrick Mining gerät wegen umstrittener Geschäftspraktiken regelmässig in die Schlagzeilen. Vor über zehn Jahren musste in Chile ein Projekt des weltweit grössten Goldabbauunternehmens wegen massiver Umweltprobleme gestoppt werden. Der Konzern musste damals 16,4 Millionen Dollar Strafe zahlen. Im Jahr 2023 wurden wegen der Erweiterung einer Goldmine in Tansania 5000 Indigene gewaltsam vertrieben, wie NGOs berichteten. Das Gold aus dieser Mine wird von der Schweizer Goldraffinerie MKS Pamp verarbeitet. ### Tabak, Kohle, Atomwaffen Firmen wie Barrick Mining befinden sich deshalb auf den Ausschlusslisten vieler Investoren, darunter des weltweit grössten Staatsfonds aus Norwegen. Norges Bank Investment Management stieg bei dem umstrittenen Bergbauunternehmen bereits 2007 aus – wegen «schwerer Umweltschäden», wie es in der Begründung heisst. [Die Kupfermine Lumwana in Sambia gehört zum Portfolio von Barrick Mining. (Quelle: HO)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Mine%5F2605132%5F070550.jpg?ref=tippinpoint.ch) Barrick Mining ist nicht die einzige Abweichung gegenüber Norwegen. Ein Datenabgleich zeigt, dass die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) in über ein Dutzend Unternehmen investiert ist, die sich auf den Ausschlusslisten des norwegischen Staatsfonds befinden. Dazu zählen Tabak- und Rüstungskonzerne, die in der Produktion von Atomwaffen aktiv sind. Aber auch zahlreiche Unternehmen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas. Auffällig ist zudem: Caterpillar, L3Harris, Altria, Philip Morris, Boeing, Northrop, General Dynamics, Duke Energy und Honeywell wurden alle um rund 7 Prozent aufgestockt. Dem [Divestment von Caterpillar ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78253/norwegischer%5Fstaatsfonds%5Fwirft%5Ffuenf%5Fisraelische%5Fbanken%5Fund%5Fcaterpillar%5Fraus.html)ging in Norwegen eine intensive Debatte voraus. ![Umstrittene Investments der SNB (Table)](https://datawrapper.dwcdn.net/q6WmK/full.png) Ausgebaut hat die SNB auch ihre grössten Positionen: Nvidia ist gemäss Filing weiterhin die grösste Position mit 7,1 Prozent am Gesamtwert der US-Aktienbestände. Danach folgen Apple (6,3 Prozent), Alphabet (5,1 Prozent), Microsoft (4,4 Prozent), Amazon (3,3 Prozent) und Broadcom (2,4 Prozent). ### Wachablösung bei der Bankiervereinigung: Marcel Rohner geht, Giorgio Pradelli kommt URL: https://www.tippinpoint.ch/wachabloesung-bei-der-bankiervereinigung-marcel-rohner-geht-giorgio-pradelli-kommt/ Last updated: 2026-07-18T23:01:47.000Z Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) kommt es im Herbst zu einem Führungswechsel. Präsident Marcel Rohner tritt nach fünf Jahren an der Spitze des Branchenverbands zurück. Der Verwaltungsrat hat Giorgio Pradelli, CEO von [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International, einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt, wie der Verband mitteilt. Die Amtsübergabe erfolgt am Bankiertag vom 17\. September 2026. Der Rücktritt des früheren UBS-CEOs Rohner kommt in einer heiklen Phase. Seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse ist der Verband zu einer Speerspitze gegen schärfere Eigenkapitalbestimmungen für [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) geworden. «Die Geschäftsstelle ist hervorragend aufgestellt, um gemeinsam mit der starken Mitgliederbasis die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Schweizer Bankenplatz weiter zu gestalten», sagt Rohner. Er sei überzeugt, dass der Verwaltungsrat der SBVg mit Giorgio Pradelli den idealen Nachfolger gewählt habe. Der Verwaltungsrat würdigte Rohner für die stärkere Positionierung der SBVg gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Unter seiner Präsidentschaft sei es gelungen, unterschiedliche Interessen innerhalb der Branche stärker zu bündeln und gemeinsame Positionen zu vertreten. Mit Giorgio Pradelli übernimmt ein langjähriger Banker das Präsidium. Der 1967 geborene schweizerisch-italienische Doppelbürger führt seit 2018 EFG International und soll die Funktion als SBVg-Präsident zusätzlich zu seinem CEO-Mandat ausüben. Giorgio Pradelli ist gegenwärtig Präsident der Vereinigung der Schweizerischen Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV), Mitglied des Verwaltungsrats und des Stiftungsrats der Fondation Genève Place Financière sowie Präsident des Steuerungsausschusses Private Banking der SBVg. Im Zuge der Wahl zum SBVg-Präsidenten wird er diese Verbandsmandate abgeben. Er bleibt weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats der Swiss-American Chamber of Commerce in Zürich. In Bundesbern ist Pradelli kaum vernetzt. ### «Das Problem entwickelt sich schleichend.» Warum der Yuh-CEO ausländische Neobanken als unterschätzte Gefahr sieht URL: https://www.tippinpoint.ch/das-problem-entwickelt-sich-schleichend-warum-der-yuh-ceo-auslaendische-neobanken-als-unterschaetzte-gefahr-sieht/ Last updated: 2026-07-18T23:01:48.000Z ### Tippinpoint: Swissquote hat Yuh komplett übernommen. Da stellt sich die Frage, wie lange ein eigenständiger Auftritt noch Sinn macht. Die UBS hat die Credit Suisse sehr schnell verschwinden lassen. Jan De Schepper: Viele Banken versuchen heute, mit einer Marke möglichst alles abzudecken – vom klassischen Banking bis zu Krypto, Trading und Vorsorge. Das führt aber oft zu Kompromissen und am Ende verliert man Fokus und Glaubwürdigkeit. Wir glauben bewusst an komplementäre Marken. [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) ist unsere Einstiegs- und Alltagsmarke. Dort geht es um einfaches Banking, Zahlungen, Sparen und einen unkomplizierten Zugang zum Anlegen. [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) dagegen fokussiert sich stärker auf Vermögensaufbau und anspruchsvollere Anleger, wo man Zugang zu Millionen Finanzinstrumenten weltweit hat. Die beiden Marken ergänzen sich deshalb sehr gut. ### Zwei Marken zu führen kostet Geld, wie können Sie sich das leisten angesichts grosser Konkurrenten wie Revolut? Revolut war am Anfang auch sehr einfach. Mittlerweile sind so viele Sachen reingepackt worden, dass die User Experience gelitten hat. Es ist immer ein Abwägen: Wie viele Funktionen integriert man, ohne die Einfachheit zu verlieren? Genau dort wollen wir diszipliniert bleiben. Manche Services passen besser zu [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) als zu [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/). Aber ja, das hat natürlich einen gewissen Preis, weil wir zweimal eine Marke aufbauen müssen. Aber wir sind überzeugt, dass sich dieser Preis rechtfertigen wird. ### Wie wird Yuh innerhalb der Gruppe gesteuert? Yuh hat eine eigene Erfolgsrechnung und eigene Budgets. Wir präsentieren unsere Planung der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat. Natürlich investieren wir derzeit noch stark in Wachstum, Produktentwicklung und Marketing. Profitabilität ist wichtig, aber aktuell nicht die oberste Priorität. Gleichzeitig muss die Gesamtgruppe profitabel bleiben. [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) ist börsenkotiert und verfolgt weiterhin das Ziel einer hohen Vorsteuer-Marge. ### Derzeit verwässert Yuh die Profitabilität der Gruppe. Wie lange noch? Kurzfristig ist das so. Das muss man auch Analysten immer wieder erklären. Aber wir sehen [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) klar als Investition in die Zukunft. Wir haben bereits über 400’000 Kunden aufgebaut – viele davon relativ jung. Das ist ein enorm wertvoller Kundenstamm für die Zukunft. ### Wann wird sich das auszahlen? Der Weg zur Profitabilität hat mehrere Dimensionen. Einerseits müssen wir unsere Kosten skalierbarer machen. Andererseits wollen wir die Nutzung der Plattform weiter erhöhen. [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) soll nicht nur ein Zweitkonto bleiben, sondern zunehmend zur Hauptbankverbindung werden. ### Welche Kennzahlen sind für Sie zentral? Besonders wichtig sind aktive Kunden. Uns interessieren nicht einfach möglichst viele eröffnete Konten. Wir wollen Kunden, die [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) wirklich nutzen. Deshalb schauen wir stark auf die täglichen aktiven Nutzer. Aktuell liegt dieser Anteil bei rund 25 Prozent, was im internationalen Vergleich sehr hoch ist. ### Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz künftig bei Yuh? Wir sehen KI als die nächste grosse Revolution im Banking. Früher ging man an den Bankschalter, später nutzte man Online-Banking am Computer, danach kamen Smartphone-Apps. Jetzt verändert generative KI die Kundenbeziehung erneut fundamental. Kunden werden künftig nicht mehr durch Menüs navigieren, sondern direkt mit ihrer Bank sprechen – per Text oder Sprache. ### Deshalb haben Sie den KI-Chatbot «Yuhlia» lanciert? Genau. «Yuhlia» wurde vor kurzem eingeführt und beantwortet Fragen zu Konten, Zahlungen oder Investments direkt innerhalb der App. Der Chatbot hat Zugriff auf die Kundenhistorie und kann dadurch deutlich präzisere Antworten liefern als klassische Bots. Bereits heute wurden rund eine Million Fragen gestellt. ### Welche Fragen stellen die Kunden besonders häufig? Sehr viele Fragen betreffen das Investieren. Kunden wünschen sich Unterstützung bei Anlageentscheidungen oder Portfolioanalysen. Das zeigt, welches Potenzial KI künftig im Finanzbereich haben kann. ### Wie weit darf eine Bank bei KI-gestützter Beratung überhaupt gehen? Das regulatorische Umfeld muss natürlich sauber geklärt werden. Es gibt Unterschiede zwischen «Execution only» und echter Anlageberatung. Aber ich sehe keinen Grund, warum KI Kunden nicht dabei helfen sollte, bessere Entscheidungen zu treffen – etwa mit Analysen, Szenarien oder Einschätzungen zum Risiko eines Portfolios. KI könnte langfristig eine Beratungsqualität erreichen, die mit klassischen Beratern vergleichbar ist oder diese teilweise sogar übertrifft. Das eröffnet enorme Möglichkeiten. ### Etliche Ihrer Konkurrenten sind nicht Finma-reguliert, können aber trotzdem in der Schweiz Kunden anwerben oder Fussballvereine sponsern. Nervt Sie das manchmal? Ich finde es gut, dass Schweizer Banken hohe regulatorischen Anforderungen erfüllen müssen und viel in Compliance, Geldwäschereibekämpfung und Transaktionsüberwachung investieren müssen. Was mich aber tatsächlich stört, ist, dass viele ausländische Anbieter in der Schweiz aggressiv Werbung machen und Kunden gewinnen, ohne denselben Aufwand tragen zu müssen. Das führt zu einem unfairen Wettbewerb. ### Was stört Sie daran besonders? Die Schweiz erlaubt diesen Anbietern einen sehr einfachen Marktzugang. Gleichzeitig ist Schweizer Banken das umgekehrt in der EU nicht erlaubt. Dort sind die regulatorischen Hürden viel höher – nicht mal ein Tram mit Yuh-Werbung darf in Basel über die Grenze! Während ausländische Anbieter heute bereits grosse Kundenbasen in der Schweiz aufbauen. Wenn später noch eine vollständige Regulierung dazukommt, verfügen sie bereits über enorme Reichweite. ### Sie sehen darin eine Gefahr für Schweizer Banken? Ja, definitiv. Das Problem entwickelt sich schleichend. Kunden behalten zwar oft noch ihr Konto bei einer traditionellen Bank, aber immer mehr profitable Dienstleistungen wandern zu digitalen Anbietern ab – etwa Trading, Zahlungen oder Vorsorge. Langfristig kann das erhebliche Auswirkungen auf die Profitabilität traditioneller Banken haben. ### Auch für Swissquote und Yuh? Yuh ist für uns nicht nur ein Wachstumstreiber, sondern auch eine Art Schutzschild. Wir wollen mit [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) nicht in einen aggressiven Preiskampf einsteigen. Swissquote bietet eine sehr breite Produktpalette und hohe Funktionalität – das hat seinen Preis. [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) erlaubt uns dagegen, im einfacheren Segment sehr wettbewerbsfähig zu bleiben. ### Wäre eine Expansion von Yuh ins Ausland ein Thema? Grundsätzlich ja. [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) wurde von Anfang an so aufgebaut, dass eine Internationalisierung möglich wäre. Aber dafür braucht es einen klaren Business Case, regulatorische Lösungen und lokale Anpassungen. Wahrscheinlich würde eine Expansion über Luxemburg erfolgen, wo [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) bereits über eine Banklizenz verfügt. Im Moment liegt der Fokus aber klar auf dem weiteren Ausbau in der Schweiz. ### Kein Geschenk der Schweiz für Trump zum 80. Geburtstag URL: https://www.tippinpoint.ch/import-20260603-kein-geschenk-der-schweiz-fuer-trump-zum-80-geburtstag/ Last updated: 2026-07-20T09:07:33.000Z «Es ist nicht üblich und auch nicht vorgesehen, dass der Gesamtbundesrat oder die Bundespräsidentin bzw. der Bundespräsident einem anderen Staatsoberhaupt zum Geburtstag ein Geschenk überreicht.» So der Bescheid der Bundeskanzlei auf die Frage, ob der Bundesrat dem US-Präsidenten zum 80\. Geburtstag beschenken wird. Dafür brauchte es keinen Regierungsbeschluss, was im aktuellen Umfeld und angesichts der Empfindlichkeiten des Jubilars wohl einiges Kopfzerbrechen im Bundeshaus ausgelöst hätte. Denn solche Geschenke zu runden Geburtstagen von Staatsoberhäuptern sind nicht üblich oder nicht mehr üblich. «Uns sind auch keine solchen Fälle aus den letzten Jahren bekannt», heisst es bei der Bundeskanzlei. Gelegenheiten hätte es durchaus gegeben, etwa beim italienischen Präsidenten Segio Matarella, der den 80\. am 23\. Juli 2021 im Amt feiern konnte. Oder gar zum 90\. Geburtstag von Paul Biya am 13\. Februar 2023, zumal sich der [Präsident Kameruns häufig in Genf](https://www.swissinfo.ch/ger/aussenpolitik/was-ein-online-streit-%c3%bcber-das-luxusleben-der-kamerunischen-herrscherfamilie-in-der-schweiz-verr%c3%a4t/89239155?nab=0&ref=tippinpoint.ch) aufhält. Völlig abwegig ist die Frage nach einem Geburtstagsgeschenk für den Präsidenten der Schweizer «Sister Republic» allerdings nicht, wie der Blick in die Geschichte zeigt. So ist überliefert, dass der Bundesrat dem jugoslawischen [Staats- und Parteichef Josip Broz Tito](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78498/drei%5Fschnee-leoparden%5F-%5Foder%5Fbesser%5Fgar%5Fnichts.html) am 7\. Mai 1972 zum 80\. Geburtstag eine IWC-Uhr schenkte. Auch wenn solche Gefälligkeiten heute nicht mehr zur Diskussion stehen, ist das Thema «Geschenke für Trump» noch nicht ganz vom Tisch. Denn bei der Bundesanwaltschaft (BA) sind mindestens drei Strafanzeigen hängig. Sie wurden eingereicht, weil fünf schwerreiche Wirtschaftsführer am vergangenen 5\. November bei einer Audienz im Oval Office dem US-Präsidenten eine goldene Rolex und einen Goldbarren überreichten (Bild). Die Kläger wollen wissen, ob die Mitglieder des sogenannten «Team Switzerland» damit den Straftatbestand der Bestechung fremder Amtsträger erfüllten. Noch hat sich die BA nicht zum Vorgehen in dieser Angelegenheit geäussert. Einer der Kläger, der Grüne Waadtländer Nationalrat und Rechtsanwalt Raphaël Mahaim, sagte auf Anfrage von Tippinpoint, er werde sich demnächst schriftlich nach dem Stand des Verfahrens erkundigen. Er verwies zudem auf eine [Initiative des demokratischen US-Senators Ron Wyden](https://www.swissinfo.ch/eng/rolex-and-gold-given-to-trump-before-swiss-deal-queried-by-senator/90856265?ref=tippinpoint.ch) vom vergangenen Januar, Dieser stellte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer eine Reihe von kritischen Fragen. Die Entgegennahme der wertvollen Geschenke prominenter Schweizer Wirtschaftsführer Tage bevor Trump die gegen die Schweiz verhängten Zölle mehr als halbiert habe, stelle einen offensichtlichen Interessenskonflikt und eine mögliche Verletzung der Klausel über Vergütungen in der US-Verfassung dar. Er werde nun Kontakt mit dem US-Senator aufnehmen, um herauszufinden, was seine Untersuchung ergeben habe, sagte Mahaim. ### Die UBS schaltet keine Inserate mehr in der «Finanz & Wirtschaft» URL: https://www.tippinpoint.ch/die-ubs-schaltet-keine-inserate-mehr-in-der-finanz-wirtschaft/ Last updated: 2026-07-18T23:01:49.000Z Die UBS ist die wichtigste Bank der Schweiz und damit auch ein wichtiger Werbeauftraggeber. Die Marketing-Millionen fliessen in Social-Media-Kampagnen, in Plakate oder in Zeitungen – allerdings fliessen die Gelder nicht überall hin. Schon seit mehreren Monaten schaltet die UBS keine Inserate mehr in der «Finanz & Wirtschaft» (FuW). Wer durch die Zeitung blättert, stösst auf Anzeigen von Kantonalbanken, Raiffeisen- oder Privatbanken oder von anderen Finanzdienstleistern, aber auf keine von der UBS. Selbst aus produktspezifischen Anzeigegefässen wie «Anlagefonds» oder «ausgewählte strukturierte Produkte führender Emittenten in Zeichnung» hat sich die UBS zurückgezogen. Gemäss gut unterrichteten Quellen hängt dieser Rückzug mit der Positionierung der Zeitung in der Eigenkapitalfrage zusammen. Die FuW gilt als ein Medium, das eine Verschärfung klar gutheisst. Die Redaktion findet es richtig, dass die Grossbank für ihre Auslandstöchter 100 Prozent hartes Eigenkapital im Schweizer Stammhaus hinterlegen muss. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), so viel ist klar, wehr sich mit Händen und Füssen dagegen. Kommentatorinnen und Kommentatoren der Zeitung haben wiederholt pointiert Stellung bezogen. In einem Kommentar heisst es etwa, die Bank sei «Too Big to Cry». Die Grossbank klage über Kapitalvorschläge, doch am Ende werde sich alles fügen. Und wie schon nach der Finanzkrise – als die Banken ebenfalls über Regeln «gejault» hätten – werde die UBS auch in Zukunft mit dem Schweizer Sitz und hohen Eigenmitteln bei Kunden in aller Welt «hausieren» gehen und dabei «so viel Gewinn machen wie nie zuvor». Vor diesem Hintergrund passe die «Rolle des Opfers» einfach nicht. ### «Erneute Rettung wäre das wirkliche Desaster für das Land» An anderer Stelle heisst es in einem Kommentar, dass der UBS-Wegzug das «kleinere Übel» wäre. «Mit der Drohkulisse einer Sitzverlegung zwingt die Grossbank die Politik in die Knie. Doch nicht der Abgang aus der Schweiz, sondern eine erneute Rettung wäre das wirkliche Desaster für das Land», kommentiert die Zeitung. Diese Beiträge erschienen letzten Herbst – das ist auch der Zeitpunkt, als die letzten Inserate der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) aus der Zeitung verschwanden. In Branchenkreisen spricht man von einem «Inserate-Boykott», den die UBS gegen die Zeitung verhängt hat. Trotz des Entzugs der Werbegelder hielt die Zeitung standhaft an ihrem Kurs fest. Vor Kurzem forderte das Blatt das Parlament in Bern dazu auf, «hart» zu bleiben. «UBS kritisiert die neuen Eigenkapitalvorgaben des Bundesrats als ‘extrem’, obwohl er die Vorlage entscheidend abgespeckt hat. Die Räte dürfen nun nicht noch weiter einknicken.» ### «Die Bank dozierte, weinte, drohte und schmeichelte» Die Haltung der Redaktion ist über Monate konsistent geblieben: Die Vorstellung, man könne die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) im Krisenfall in den Konkurs schicken, sei eine Illusion, heisst es in einem anderen Beitrag. «Die faktische Staatsgarantie existiert weiter. Deshalb muss die Politik den Preis für diese Garantie festlegen. Und dieser Preis heisst Substanz. Nur wenn Banken gezwungen sind, so viel eigenes Geld im Feuer zu haben, dass sie Verluste absorbieren können, ist der Steuerzahler geschützt. Die beste Antwort darauf ist eine Kapitaldecke, die so dick ist, dass der Staat gar nicht erst gerufen werden muss.» Müsste die UBS das geforderte Eigenkapital von 22 Milliarden Dollar stemmen, wäre sie gemäss Einschätzung der Zeitung am Ende «wohl knapp» die bestkapitalisierte Grossbank der Welt – gegenüber der «nicht gerade üppig» kapitalisierten Vergleichsgruppe. «Oder sind mehr als rund 5 Prozent hartes Eigenkapital in Relation zur Bilanz, das die globalen Grossbanken im Schnitt mitbringen, etwa überrissen?» Die Bank finde das «unzumutbar», schreibt die «Finanz & Wirtschaft» weiter, und habe eine «Druckkampagne gestartet, die in der Geschichte von Corporate Switzerland ihresgleichen sucht». «Die Bank dozierte, weinte, drohte und schmeichelte. Stets im Raum: die unausgesprochene Option, den Sitz in die USA zu verlegen.» Auf Anfrage lehnt Jan Schwalbe, der Chefredaktor der «Finanz & Wirtschaft», eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der Bank nahm nicht direkt Stellung zum «Inserate-Boykott». «Bei unserem Markenauftritt orientieren wir uns daran, wo wir unsere Zielgruppen bestmöglich erreichen», schreibt er in einer E-Mail-Antwort. ### Kein Geschenk der Schweiz für Trump zum 80. Geburtstag URL: https://www.tippinpoint.ch/kein-geschenk-der-schweiz-fuer-trump-zum-80-geburtstag/ Last updated: 2026-07-18T23:01:49.000Z «Es ist nicht üblich und auch nicht vorgesehen, dass der Gesamtbundesrat oder die Bundespräsidentin bzw. der Bundespräsident einem anderen Staatsoberhaupt zum Geburtstag ein Geschenk überreicht.» So der Bescheid der Bundeskanzlei auf die Frage, ob der Bundesrat dem US-Präsidenten zum 80\. Geburtstag beschenken wird. Dafür brauchte es keinen Regierungsbeschluss, was im aktuellen Umfeld und angesichts der Empfindlichkeiten des Jubilars wohl einiges Kopfzerbrechen im Bundeshaus ausgelöst hätte. Denn solche Geschenke zu runden Geburtstagen von Staatsoberhäuptern sind nicht üblich oder nicht mehr üblich. »Uns sind auch keine solchen Fälle aus den letzten Jahren bekannt», heisst es bei der Bundeskanzlei. Gelegenheiten hätte es durchaus gegeben, etwa beim italienischen Präsidenten Segio Matarella, der den 80\. am 23\. Juli 2021 im Amt feiern konnte. Oder gar zum 90\. Geburtstag von Paul Biya am 13\. Februar 2023, zumal sich der [Präsident Kameruns häufig in Genf](https://www.swissinfo.ch/ger/aussenpolitik/was-ein-online-streit-%c3%bcber-das-luxusleben-der-kamerunischen-herrscherfamilie-in-der-schweiz-verr%c3%a4t/89239155?nab=0&ref=tippinpoint.ch) aufhält. Völlig abwegig ist die Frage nach einem Geburtstagsgeschenk für den Präsidenten der Schweizer «Sister Republic» allerdings nicht, wie der Blick in die Geschichte zeigt. So ist überliefert, dass der Bundesrat dem jugoslawischen [Staats- und Parteichef Josip Broz Tito](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78498/drei%5Fschnee-leoparden%5F-%5Foder%5Fbesser%5Fgar%5Fnichts.html) am 7\. Mai 1972 zum 80\. Geburtstag eine IWC-Uhr schenkte. Auch wenn solche Gefälligkeiten heute nicht mehr zur Diskussion stehen, ist das Thema «Geschenke für Trump» noch nicht ganz vom Tisch. Denn bei der Bundesanwaltschaft (BA) sind mindestens drei Strafanzeigen hängig. Sie wurden eingereicht, weil fünf schwerreiche Wirtschaftsführer am vergangenen 5\. November bei einer Audienz im Oval Office dem US-Präsidenten eine goldene Rolex und einen Goldbarren überreichten (Bild). Die Kläger wollen wissen, ob die Mitglieder des sogenannten «Team Switzerland» damit den Straftatbestand der Bestechung fremder Amtsträger erfüllten. Noch hat sich die BA nicht zum Vorgehen in dieser Angelegenheit geäussert. Einer der Kläger, der Grüne Waadtländer Nationalrat und Rechtsanwalt Raphaël Mahaim, sagte auf Anfrage von Tippinpoint, er werde sich demnächst schriftlich nach dem Stand des Verfahrens erkundigen. Er verwies zudem auf eine [Initiative des demokratischen US-Senators Ron Wyden](https://www.swissinfo.ch/eng/rolex-and-gold-given-to-trump-before-swiss-deal-queried-by-senator/90856265?ref=tippinpoint.ch) vom vergangenen Januar, Dieser stellte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer eine Reihe von kritischen Fragen. Die Entgegennahme der wertvollen Geschenke prominenter Schweizer Wirtschaftsführer Tage bevor Trump die gegen die Schweiz verhängten Zölle mehr als halbiert habe, stelle einen offensichtlichen Interessenskonflikt und eine mögliche Verletzung der Klausel über Vergütungen in der US-Verfassung dar. Er werde nun Kontakt mit dem US-Senator aufnehmen, um herauszufinden, was seine Untersuchung ergeben habe, sagte Mahaim. ### Schweizer Industriefirmen sind die KI-Gewinner URL: https://www.tippinpoint.ch/schweizer-industriefirmen-sind-die-ki-gewinner/ Last updated: 2026-07-18T23:01:50.000Z Der Börsenwert des Schweizer Techkonzerns Huber+Suhner ist in diesem Jahr um mehr als 70 Prozent gestiegen, nachdem sich die Kurse 2025 verdoppelt hatten. Der Industrieriese [ABB](https://www.tippinpoint.ch/tag/abb/) legte um 33 Prozent zu. Und der Halbleiter-Ausrüster VAT Group gewann über 40 Prozent. Auch bei anderen Technologieaktien wie Inficon oder Accelleron zeigt die Kurve steil nach oben. «Die Anleger reissen sich die Aktien aus den Händen», sagt ein erfahrener Händler. Ihn erinnert die Hausse an die Dotcom-Blase zu Beginn des Jahrtausends. Wie spektakulär manche dieser Kursgewinne sind, zeigte sich letzte Woche, als die euphorische Einschätzung eines UBS-Analysten die Titel von Huber+Suhner um 18 Prozent in die Höhe schiessen liess. Treiber dieser Entwicklung sind enorme Summen, die in die künstliche Intelligenz gesteckt werden – in Europa, China und den USA. Allein die grossen US-Techkonzerne haben angekündigt, rund 725 Milliarden Dollar in ihre KI-Strategien zu investieren. Solche Investitionsprogramme hat die Welt seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gesehen. ### Erinnerungen ans Eisenbahnzeitalter Der Boom erinnert auch an noch frühere Zeiten. Bereits zu Beginn des Eisenbahnzeitalters wurden gigantische Mittel in eine Infrastruktur gesteckt, die damals die ganze Welt umwälzte. Das Verblüffende daran: Auch heute profitieren wieder Firmen von dem Boom, die schon vor über 100 Jahren am Aufbau der Bahninfrastruktur beteiligt waren. Huber+Suhner entstand vor 56 Jahren durch den Zusammenschluss der gleichnamigen Unternehmen, doch deren Wurzeln reichen bis ins 19\. Jahrhundert zurück. Ihre Produkte spielten eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung des Schweizer Eisenbahnnetzes. Das Gleiche gilt für [ABB](https://www.tippinpoint.ch/tag/abb/), beziehungsweise die Vorgängerfirma Brown, Boveri & Cie., die entscheidend zur Elektrifizierung der Schweiz beitrug. Heute rüstet ABB Rechenzentren mit verschiedenen Produkten aus, etwa mit unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlagen, Transformatoren oder Stromverteilern, während Huber+Suhner unter anderem Kabelsysteme liefert. Auch VAT gilt als indirekter Gewinner des KI-Booms. Das Rheintaler Techunternehmen liefert Vakuumventile für Halbleiterfabriken, die Chips für Nvidia, AMD oder Samsung herstellen. Unmittelbarer Grund für die rasante Kursrallye sind massiv angeschwollene Auftragsvolumina, deren Entwicklung sich zu Beginn des Jahres nochmals beschleunigt hat. Bei VAT erhöhten sich die Bestelleingänge im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 47 Prozent. Bei Huber+Suhner und ABB kletterten die Auftragseingänge ebenfalls zweistellig. ### ABB mehr wert als die UBS Der KI-Boom bringt auch die Rangordnung im SMI durcheinander. [ABB](https://www.tippinpoint.ch/tag/abb/) wird heute mit 150 Milliarden Franken gehandelt – und liegt damit noch vor der UBS (105 Milliarden) auf dem vierten Platz, hinter Roche, Novartis und Nestlé. Die grosse Frage ist, wie nachhaltig das sein wird. Die «physische KI» verspricht noch eine Weile ein sicheres Geschäft – bei ABB rechnet man bis 2030 mit guten Geschäften. Weniger klar ist, welche Unternehmen zu den Gewinnern von KI-Anwendungen gehören werden – ob Anthropic, OpenAI oder andere. Ein Profiteur scheint der Google-Mutterkonzern Alphabet zu sein. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz im Cloud-Geschäft dort um 64 Prozent auf 20 Milliarden Dollar, getrieben durch Aboeinnahmen der hauseigenen KI Gemini. ### Descartes integriert Bitcoin in Säule-3a- und Freizügigkeitsstrategien URL: https://www.tippinpoint.ch/descartes-integriert-bitcoin-in-saeule-3a-und-freizuegigkeitsstrategien/ Last updated: 2026-07-18T23:01:50.000Z Der digitale Vermögensverwalter [Descartes](https://www.tippinpoint.ch/tag/descartes/) integriert Bitcoin neu fest in die strategische Asset Allocation seiner Säule-3a- und Freizügigkeitslösungen. Nach Angaben des Unternehmens ist Descartes damit der erste digitale Vermögensverwalter der Schweiz, der Kryptowährungen nicht nur als optionale Beimischung anbietet, sondern systematisch in Vorsorge-Musterportfolios berücksichtigt. Die neuen Strategien stehen ab sofort zur Verfügung. Je nach Risikoprofil beträgt die Bitcoin-Allokation zwischen 1 und 5 Prozent. Im Unterschied zu sogenannten «Execution-only»-Angeboten, bei denen Kundinnen und Kunden selbst über eine Krypto-Allokation entscheiden, übernimmt Descartes die Allokationsentscheidung im Rahmen des eigenen Anlageprozesses. Das Unternehmen entscheide auf Basis von quantitativen Portfolioanalysen und wissenschaftlich basierten Risikomodellen. Laut Descartes verbessere eine moderate Bitcoin-Beimischung die Sharpe-Ratio eines Portfolios und damit das Verhältnis von Rendite zu Risiko, ohne das Gesamtrisiko wesentlich zu erhöhen. Die Bitcoin-Exposition erfolgt über regulierte Exchange Traded Products (ETPs), die an der SIX Swiss Exchange kotiert sind. Als Partner für die Produkte nennt Descartes den Vermögensverwalter [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/). Bereits seit rund einem Jahr setzt Descartes Bitcoin im Bereich der freien Vermögensverwaltung ein. Die dort gemachten Erfahrungen hätten den Entscheid zur Integration in Vorsorgelösungen bestätigt, teilt das Unternehmen mit. «Bitcoin ist die bedeutendste monetäre Innovation seit Jahrzehnten. Er gehört als fester Bestandteil in ein Anlagekonzept», sagt Verwaltungsratspräsident und Bitcoin-Evangelist Rino Borini. Gründer und CEO Adriano Lucatelli sagt: «Unser Anspruch ist es, diese Verantwortung aktiv wahrzunehmen, statt sie de facto an die Kundschaft zu delegieren.» ### Die EU macht vorwärts mit dem Euro-Stablecoin - die Schweiz döst URL: https://www.tippinpoint.ch/die-eu-macht-vorwaerts-mit-dem-euro-stablecoin-die-schweiz-doest/ Last updated: 2026-07-18T23:01:50.000Z In der zweiten Hälfte des Jahres soll der Euro-Stablecoin von Qivalis im Markt eingeführt werden. Nun haben schon viele Start-ups und auch Zentralbanken in Europa einiges punkto Stablecoin versprochen – und wenig ist passiert. Doch bei Qivalis dürfte das anders sein. Denn dies ist ein Gemeinschaftsprojekt von 12 grossen EU-Banken, darunter [ING](https://www.tippinpoint.ch/tag/ing/), [Unicredit](https://www.tippinpoint.ch/tag/unicredit/), BBVA und [BNP Paribas](https://www.tippinpoint.ch/tag/bnp-paribas/), die einen an den Euro gekoppelte Stablecoin entwickeln, den sie in der zweiten Jahreshälfte einführen wollen. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - Iran zeigt die dunklen Seiten des Bitcoins - Die «Strategy» der Ethereum-Welt --- Das im Dezember 2025 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Amsterdam und strebt eine Lizenz als Electronic Money Institution (EMI) bei der niederländischen Zentralbank an. Zum Vergleich: Der im Frühling 2022 im Umfeld der Ex-Politikerin Pascale Bruderer gegründete Swiss Stablecoin gab Anfang dieses Jahres bekannt, dass die Partner wie Postfinance und UBS in einem isolierten technischen Umfeld (Sandbox) erste Anwendungsfälle ausführen würden. ### Coinbase-Manager als CEO Jan-Oliver Sell ist CEO von Qivalis. Der ehemalige Banker ist seit zehn Jahren im Krypto-Bereich unterwegs – zuletzt als Chef von Coinbase Deutschland. An einer Veranstaltung von Capco, einem globalen Consultant für Finanzdienstleister, in Zürich, legt er die Strategie von Qivalis dar. Die Initiative sei darauf ausgelegt, eine europäische Alternative zum von den USA dominierten Stablecoin-Markt zu bieten und zur strategischen Autonomie der EU im Zahlungsverkehr beizutragen. «Es gibt zahlreiche Stablecoin-Projekte in Europa, diese haben einen Marktanteil von 0,25 Prozent, wohingegen der Euro rund einen Viertel am globalen Devisenmarkt ausmacht», erläutert der CEO das Ungleichgewicht im Stablecoinmarkt. Die Initiative der Europäischen Zentralbank für einen digitalen Euro sieht Sell nicht als Konkurrenz, da der «EZB-Euro» nicht blockchainbasiert sein dürfte. Der Stablecoin von Qivalis würde Unternehmen und Verbrauchern ermöglichen, blockchainbasierte Zahlungen und Abwicklungen in Euro vorzunehmen, ohne auf traditionelle Finanzinfrastrukturen oder ausländische Drittanbieter angewiesen zu sein. «Unser Krypto-Euro ist digitales Geld auf der Blockchain», sagt Sell. Digitales Geld gebe es in Europa schon lange. ### Liquidität ist King – und Grundvoraussetzung Die Zahlungstätigkeit des Krypto-Euro dürfte sich dabei vor allem auf grenzüberschreitende Zahlungen ausserhalb der EU fokussieren, denn innerhalb der EU gebe es bereits ein effizientes Zahlungssystem. In Europa werde der Krypto-Euro dagegen als Abrechnungswährung für tokenisierte Assets eingesetzt werden. Zudem «werden AI-Agenten ihre Guthaben nicht auf einem Bankkonto, sondern auf der Blockchain halten» umreisst er die Zukunft. Qivalis befindet sich nach Angaben von Sell in fortgeschrittenen Gesprächen mit Krypto-Börsen, Market Makern und Liquiditätsanbietern, um sicherzustellen, dass der Token auf regulierten Plattformen gelistet wird und von Anfang an über eine starke Liquidität verfügt. «Liquidität ist Trumpf für Krypto-Geld», sagt der Qivalis-CEO. Es gebe viele Stablecoin-Projekte in Europa, die alle ein Liquiditätsproblem hätten. Das ist auch in den USA nicht anders, dort gibz es Hunderte von Stablecoins, aber nur zwei von Ihnen teilen 99 Prozent der Liquidität unter sich auf. ### Distribution in der Bankenstruktur Aus diesem Grund setzt das Unternehmen auf europäische Grossbanken als Emittenten. «Bank issued» ist ein Pfeiler des Qivalis-Stablecoins. Dabei handle es sich um institutionelle Liquidität und Distribution, die auf Krypto basiert, so Sell. Das Projekt verfolgt ein zweistufiges Vertriebssystem, die Stabilität und Verbreitung des Tokens baut auf der traditionellen, regulierten Bankenstruktur auf, statt direkt von einer unregulierten Plattform zum Endkunden zu fliessen. Pfeiler des Stablecoins sind auch die MiCA-Regulierung und die Technologieneutralität. Der Coin wird auf mehreren Blockchains laufen, die Entwicklungsarbeit erfolgt auf Ethereum. Qivalis entwickle eine marktneutrale Infrastruktur mit dem Fokus auf Geldausgabe. Die Anwendungsfälle für diese Blockchain-Währung würden dann die einzelnen Banken entwickeln. Erste use cases der Finanzinstitute werden im Jahr 2027 erwartet. ### Verzinsung ist vom Tisch Ein weiterer Pfeiler sind die «segregated reserves». Der Stablecoin wird 1:1 abgesichert sein, wobei mindestens 40 Prozent der Reserven in Bankeinlagen gehalten werden und der Rest in hochwertige, kurzfristige Staatsanleihen der Eurozone investiert wird, die über EU-Länder hinweg diversifiziert sind. Die Reserven werden bei mehreren hoch bewerteten Kreditinstituten gehalten, und das Design sieht eine 24/7-Einlösung für Token-Inhaber vor. Die MiCA-Regulierung untersagt eine Verzinsung von Stablecoins, während in den USA darüber noch gestritten wird. Zahlreiche Krypto-Experten – auch Sell – halten die MiCA-Regulierung gegenüber der US-Gesetzgebung mit Genius- und Clarity-Act im Kryptobereich als überlegen an. Mit dem Zinsverbot dürfte das Stablecoin-Geschäft in Euro für das Konsortium eine rentable Angelegenheit werden. Der Gewinn des dominierenden Dollar-Stablecoin-Anbieters Tether überstieg im vergangenen Jahr die 10 Milliarden-Dollar-Grenze deutlich. Tether verzinst die eigenen Stablecoins ebenfalls nicht. Qivalis will noch weitere Banken ins Konsortium aufnehmen. Sell will sich zu weiteren Partnern nicht äussern. Aber im Umfeld heisst es, es würden Verhandlungen geführt. «Die Art wie wir denken, trifft auch für die Schweiz zu», sagt Sell an der Veranstaltung in Zürich. Vielleicht lanciert das Konsortium in den nächsten Jahren einen vergleichbaren Franken mit den hiesigen Banken. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Iran zeigt die dunklen Seiten des Bitcoins Bitcoin hilft unterdrückten Bürgern, ihr Erspartes vor den Mullahs in Sicherheit zu bringen. Das ist die Theorie – und nur die Hälfte der Wahrheit. Eine Reuters-Recherche zeigt nun, dass die Mullahs an digitalen Transaktionen kräftig mitverdienen. Nobitex, Irans grösste Kryptobörse, wurde laut einer Untersuchung des Wirtschaftsnachrichtendienstes von zwei Brüdern aus einer der einflussreichsten Familien der Islamischen Republik gegründet, die Verbindungen zu den obersten Führern unterhält. Die Gründer der Börse, Ali und Mohammad Kharrazi, verwendeten in Unternehmensunterlagen und im Berufsleben das Pseudonym «Aghamir», um Verbindungen zur Kharrazi-Dynastie zu verschleiern. Die Familie Kharrazi unterhält seit Generationen Verbindungen zur obersten Staatsführung, einschliesslich Kontakten zu Ali Khamenei und seinem Nachfolger Mojtaba Khamenei, und nimmt selbst wichtige Positionen ein. Der Grossvater von Ali und Mohammad war Mitglied der Expertenversammlung, dem Gremium, das für die Ernennung des obersten Führers des Iran zuständig ist, und unterrichtete einst Mojtaba Khamenei. Ihr Vater, Ayatollah Bagher Kharrazi, gründete die Hisbollah. Nobitex bedient angeblich über 11 Millionen Kunden und bleibt auch während des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Israel in Betrieb – auch während des landesweiten Internetausfalls. Analysten teilten Reuters mit, dass während des Krieges Transaktionen im Wert von über 100 Millionen Dollar abgewickelt wurden – vornehmlich Geldströme ins Ausland. Die Börse soll auch Transaktionen im Zusammenhang mit sanktionierten Einrichtungen abgewickelt haben. Das Analyseunternehmen Elliptic identifizierte verdächtige Geldströme in Höhe von rund 366 Millionen Dollar, während Chainalysis die Zahl bei 68 Millionen Dollar ansetzte und Crystal Intelligence sanktionierte Wallets in Höhe von «lediglich» 22 Millionen Dollar aufspürte. Zudem sollen mit der iranischen Zentralbank verbundene Wallets 2025 Kryptowährungen im Wert von Hunderten von Millionen Dollar an Nobitex gesendet haben, als Teil einer umfassenderen Strategie zur Umgehung finanzieller Restriktionen. Wie der Krypto-Newsdienst Cointelegraph berichtete, haben die USA im Rahmen der «Operation Economic Fury» Kryptowährungen im Wert von 500 Millionen Dollar beschlagnahmt, die mit dem Iran in Verbindung stehen. ## Die «Strategy» der Ethereum-Welt Michael Saylor hat die Idee des Bitcoin-Treasury-Unternehmens kreiert. Mittlerweile kooperieren zahlreiche Gesellschaften seine Bitcoin-Akkumulation auf die eigene Bilanz. Doch das Unternehmen Bitmine Immersion Technologie ist wohl Saylors Firma Strategy am ähnlichsten – ausser das es statt Bitcoins Ether (den Token der Ethereum-Blockchain) kauft. Während viele Bitcoin-Treasury-Gesellschafte im Bärenmarkt die Akkumulation stoppten – aus Liquiditätsgründen oder aus Zweifeln – kaufte Michael Saylor weiter und Bitmine ebenfalls. Jüngst räumten Saylor angesichts des hohen Quartalsverlustes jedoch an, Bitcoins verkaufen zu wollen. Bitmine hat seine Strategie erst im laufenden Jahr voll auf Ethereum ausgerichtet, das aber konsequent. Das erklärte Ziel ist die «Alchemy of 5%» – also der Besitz von 5 Prozent des gesamten umlaufenden Ether-Angebots. Ende April erwarb das Unternehmen, mit dem Börsenkürzel BMNR, Ethereum im Wert von 234 Millionen Dollar, was der bisher grössten Wochenkauf war. Damit kommt Bitmine dem Volumen von Strategy nahe, wenn man dessen einzelne unregelmässige Milliardenkäufe ignoriert. Aktuell besitzt das Ether-Treasury-Unternehmen 5,2 Millionen Ether mit einem Wert von rund 13 Milliarden Dollar, was 4,3 Prozent des gesamten Angebots entspricht. Doch es gibt einen markanten Unterschied zu Strategy. Weil Bitmine 4,3 Millionen Ether im eigenen Netzwerk staked, erzielt das Unternehmen darauf rund 300 Millionen Dollar Einnahmen im Jahr. Prominente Investoren wie Cathie Wood, Founders Fund und Galaxy Digital unterstützen die aggressive Treasury-Strategie des Unternehmens. ### Die Zahl der arbeitslosen Banker nimmt nach vielen Monaten leicht ab URL: https://www.tippinpoint.ch/die-zahl-der-arbeitslosen-banker-nimmt-nach-vielen-monaten-leicht-ab/ Last updated: 2026-07-18T23:01:51.000Z Für den April meldete der Kanton Zürich 1463 arbeitslose Banker – zwei weniger als im Vormonat. Damit sank die Zahl der beim RAV gemeldeten Stellensuchenden erstmals seit vielen Monaten wieder leicht. Allerdings ist die Zunahme gegenüber dem Vorjahresmonat mit 31,3 Prozent weiterhin beträchtlich. Blickt man noch weiter zurück, ist der Anstieg noch eindrücklicher: Vor drei Jahren, als die Credit Suisse zusammenbrach, lag die Zahl weniger als halb so hoch. «Ich glaube nicht, dass man schon von einer Trendwende sprechen kann», sagt ein Banker, der von der Credit Suisse zur [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) wechseln konnte. Die Abbauprogramme würden einfach weiterlaufen und nicht nur Kollegen aus den Operations und der IT betreffen, sondern auch aus dem Business. Tatsächlich verlaufen die Jobreduktionen bei der grössten Schweizer Bank ungebremst weiter. ![Beim RAV gemeldete Banker (Area Chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/gM21m/full.png) Das zeigte sich auch im ersten Quartal, als pro Monat rund 1000 Personen (interne Mitarbeitende und Contractors) abgebaut wurden. Die internen Mitarbeitenden werden, wenn sie weder einen Job bei einer anderen Bank noch intern weiterbeschäftigt werden können, nach Ablauf der mehrmonatigen Outplacement-Phase entlassen. Auf Landesebene nimmt der Stellenabbau im Banking hingegen weiter zu. Im April waren schweizweit 4387 Bankangestellte bei den RAVs gemeldet. Im Vormonat waren es 4375\. Gegenüber April 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen um 21,7 Prozent gestiegen – signifikant, aber weniger stark als im Kanton Zürich, wo jeder dritte arbeitslose Banker gemeldet ist. ### Ralph Hamers geht unter die Buchautoren URL: https://www.tippinpoint.ch/ralph-hamers-geht-unter-die-buchautoren/ Last updated: 2026-07-18T23:01:51.000Z In diesem Buch gehe es nicht um ihn, «sondern um Sie», teasert der frühere UBS-Chef Ralph Hamers auf Social Media sein Werk an. In einer Zeit unaufhaltsamer technologischer Umbrüche, die durch KI noch beschleunigt würden, stünden Unternehmensführer vor einer gewaltigen Herausforderung, schreibt Hamers und fragt: «Wie bleiben sie wettbewerbsfähig, ohne dabei ihren Sinn, ihre Kultur und ihre Identität aus den Augen zu verlieren?» «Ich bin kein Guru», sagt der Niederländer, der auch drei Jahre nach seinem Ausscheiden bei der UBS in der Schweiz lebt. Aber er habe viel gelernt, als er [ING](https://www.tippinpoint.ch/tag/ing/) nach der Finanzkrise zu einem «zweckorientierten, kundenfokussierten digitalen Vorreiter» geführt habe. Die Muster, die er damals beobachtet habe, seien dieselben, mit denen Führungskräfte heute zu kämpfen hätten – in einer Zeit, in der sich der «Wandel schneller vollzieht als Gewissheit». Das Buch mit dem Titel «Do Your Thing» soll einen Einblick in das geben, was Unternehmenstransformation tatsächlich erfordert. Er teile die Reise von ING ganz offen, einschliesslich der Fehler, die «wir» gemacht hätten, und destilliere daraus praktische Lehren für Führungskräfte, die heute den Wandel vorantreiben. Zur [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), wo er zwischen September 2020 und Anfang April 2023 als CEO wirkte, scheint gemäss seinen eigenen Worten nicht allzu viel im Buch zu stehen. Das Buch wird im Selfpublishing-Verlag Lioncrest herausgegeben und erscheint am 19\. Mai. ### Nach Angriff von Grizzly: Partners-Group-Insider intervenieren mit Aktienkäufen URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-angriff-von-grizzly-partners-group-insider-intervenieren-mit-aktienkaeufen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:52.000Z Der Kurs der Aktien von [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) Holding AG hat sich in den vergangenen Tagen erholt. Die Titel gingen gestern zu einem Kurs von rund 882 Franken aus dem Handel. Damit notieren sie wieder ungefähr auf dem Niveau vor dem Angriff des Shortsellers Grizzly Research auf den Zuger Vermögensverwalter. Zur Stabilisierung des Kurses dürfte auch ein Signal aus dem Management beigetragen haben. Wie aus den Pflichtveröffentlichungen der SIX hervorgeht, kam es zuletzt zu mehreren Insiderkäufen. Demnach haben ein oder mehrere exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats oder der Geschäftsleitung Aktien des Unternehmens zugekauft. 28\. April und 29\. April sowie am 4\. und 5\. Mai wurden jeweils 1250 Aktien im Gegenwert von gut einer Million Franken gekauft. Am 29\. April veröffentlichte der bislang weitgehend [unbekannte Shortseller Grizzly Research einen Bericht](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78756/umstrittener%5Fshortseller%5Freitet%5Fattacke%5Fauf%5Fpartners%5Fgroup.html), der die Bewertungen in den Evergreen-Fonds von Partners Group infrage stellt. «We Have Severe Concerns About Partners Group Holding AG’s Valuation Marks in Their Prominent Evergreen Funds», schrieb Grizzly Research. In der Folge verlor die Aktie zeitweise rund 4 Prozent. Partners Group wies die Vorwürfe umgehend zurück und verwies darauf, dass externe Gutachter die Bewertungen monatlich überprüfen. ### Partners Group ist schon länger unter Druck Der Druck auf [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) besteht allerdings schon länger. Die Aktien haben in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Innerhalb eines Jahres fiel der Kurs von über 1400 Franken im Februar 2025 auf zeitweise unter 800 Franken im März 2026\. Der Kursrückgang von rund 40 Prozent dürfte auch ein Grund dafür sein, weshalb die milliardenschweren Gründer der Gesellschaft nun Gegensteuer geben. Die drei Gründer Marcel Erni, Alfred Gantner und Urs Wietlisbach sind exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats und kommen damit als Käufer infrage. Wie [Tippinpoint bereits berichtete](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78685/partners-group-insider%5Fkaufen%5Faktien%5Fim%5Fumfang%5Fvon%5F21%5Fmillionen%5Ffranken.html), häufen sich die Managementtransaktionen seit März. Nach einer Phase relativer Ruhe im April griffen die Insider zuletzt wieder verstärkt zu, Insgesamt summieren sich die gemeldeten Käufe seit Mitte März auf mehr als 37’000 Aktien im Wert von über 30 Millionen Franken. ### Sergio Ermotti liebäugelt mit einer Akquisition in den USA URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-liebaeugelt-mit-einer-akquisition-in-den-usa/ Last updated: 2026-07-18T23:01:52.000Z UBS-Chef Sergio Ermotti hat eine mögliche Übernahme in den USA nicht ausgeschlossen. Die Schweizer Grossbank müsse ihr Geschäft in den Vereinigten Staaten ausbauen, sagte Ermotti am Mittwoch am St. Gallen Symposium. Dies müsse nicht zwingend über eine Akquisition geschehen. «Möglicherweise müssen wir eine Übernahme tätigen. Vielleicht wollen wir eine Übernahme tätigen», sagte er. Keine grosse Organisation könne Akquisitionen grundsätzlich ausschliessen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hatte im März eine nationale Banklizenz in den USA erhalten. Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hatte bereits früher erklärt, die Bank könne nach Abschluss der Credit-Suisse-Integration einen weiteren US-Vermögensverwalter übernehmen. Die Integration der ehemaligen Rivalin befindet sich laut UBS in der Schlussphase. Die UBS hegt schon lange Pläne, ihr Geschäft in den USA auszubauen – auch mittels einer Akquisition. Der frühere UBS-Präsident Axel Weber sagte vor bald drei Jahren der NZZ, dass sich die Bank nach Akquisitionszielen in den USA umgesehen hatte. Namentlich erwähnte er die Silicon Valley Bank und die First Republic Bank – zwei Institute, die [im Frühling 2023 zusammenbrachen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76495/us-behoerden%5Fspannen%5Frettungsschirm%5Ffuer%5Fkunden%5Fder%5Fpleitebank%5Fsvb%5Fauf.html), nachdem Kunden massiv Gelder abgezogen hatten. Die Vertrauenskrise beschleunigte damals auch den Niedergang der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/). Dass es nicht zu einem Kauf kam, könnte auch Axel Webers Verdienst gewesen sein. Er galt als Bremser und stand einer Expansion in den USA eher skeptisch gegenüber. Hingegen unterstützte Weber den Kauf des Fintechs Wealthfront, den Ermotti-Nachfolger Ralph Hamers eingefädelt hatte. Colm Kelleher, der dem vorsichtigen Deutschen an der Spitze der Bank folgte, stoppte den Kauf von Wealthfront jedoch in letzter Sekunde. Ihm dürfte – ähnlich wie Ermotti – eher ein grösserer Deal in den USA vorschweben. Die Expansionspläne des UBS-Duos stehen jedoch quer zu den Plänen des Bundesrats, der mit verschärften Kapitalregeln grosse Auslandsabenteuer verteuern und damit unattraktiver machen will. Das Parlament prüft derzeit alternative Vorschläge, die die Vorgaben verwässern. Eine Entscheidung dürfte sich bis mindestens September hinziehen. ### «Kämpfen bis zur letzten Minute» Ermotti betonte, er wolle bis zur «letzten Minute» dafür kämpfen, dass die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ihren Hauptsitz in der Schweiz behalten könne. Gleichzeitig müsse die Bank aber auf alle Szenarien vorbereitet sein. «Ich konzentriere mich auf eine Option: eine starke UBS aus der Schweiz heraus», sagte er. Auch zur Nachfolge an der Konzernspitze äusserte sich Ermotti in St. Gallen. Er zeigte sich zufrieden mit dem internen Kandidatenpool. Auf die Frage, ob er sich später das Verwaltungsratspräsidium vorstellen könne, sagte er: «Ich konzentriere mich auf meine aktuelle Rolle.» ### Neue Bank AG und ESG-AM kooperieren bei nachhaltigen Anlagen URL: https://www.tippinpoint.ch/neue-bank-ag-und-esg-am-kooperieren-bei-nachhaltigen-anlagen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:52.000Z Die Vaduzer [Neue Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/neue-bank/) AG und die Zürcher ESG-AM AG gehen eine Partnerschaft im Bereich nachhaltiger Anlagelösungen ein. Im Zentrum steht die Finanzierung der Klimatransition, also der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft, wie die Unternehmen in einer Mitteilung schreiben. Die Neue Bank bringt ihre Erfahrung mit nachhaltigen Aktienstrategien ein, während ESG-AM auf institutionelle Anleihenlösungen sowie Active Stewardship spezialisiert ist. Die Kooperation soll zudem den institutionellen Vertrieb stärken. Beide Unternehmen wollen nachhaltige Anlagelösungen langfristig weiterentwickeln und breiter am Markt positionieren. Die Integration der Strategien der Neuen Bank soll neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen und das praxisnahe Know-how im Bereich nachhaltiger Anlagen erweitern, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig gewinne ESG-AM eine etablierte Investorin für ihre Anleihenstrategien und erhalte Zugang zu einem bestehenden Investorenkreis. ### Private Credit: Das Financial Stability Board setzt Warnschuss ab URL: https://www.tippinpoint.ch/private-credit-das-financial-stability-board-setzt-warnschuss-ab/ Last updated: 2026-07-18T23:01:53.000Z Der Markt für Private Credit wächst rasant – und ist damit auf den Radar der Finanzaufseher gekommen. In einem heute veröffentlichten Bericht warnt das Financial Stability Board (FSB) vor strukturellen Risiken, die mit dem Private-Credit-Boom einhergehen. Zwar biete Private Credit sowohl Unternehmen als auch Investoren Vorteile, gleichzeitig entstünden jedoch neue Verwundbarkeiten, die in einem angespannten makroökonomischen Umfeld erhebliche Folgen haben könnten. Das Volumen von Private Credit hat laut FSB bis Ende 2024 ein Niveau von rund 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar erreicht. Das Wachstum verlief damit deutlich schneller als in vielen anderen Kreditsegmenten. Auffällig sei zudem die starke geografische Konzentration auf wenige Märkte. Trotz der Expansion bleibt jedoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor bestehen: Das Segment wurde bislang nicht in einer längeren Phase wirtschaftlicher Schwäche getestet. Gerade in Kombination mit hoher Verschuldung und der Konzentration auf einzelne Branchen könnte dies im Abschwung zu einer Verstärkung von Stresssituationen führen, so das FSB. ### Zunehmende gegenseitige Abhängigkeiten Ein zentrales Risiko sieht das FSB in den zunehmenden Interdependenzen zwischen Private-Credit-Fonds und dem traditionellen Bankensystem. Banken, Vermögensverwalter, Versicherer und Private-Equity-Gesellschaften sind über vielfältige Finanzierungsstrukturen miteinander verbunden. Allein die direkten Kreditlinien von Banken an Private-Credit-Fonds belaufen sich auf rund 220 Milliarden US-Dollar. «Es bestehen jedoch auch potenzielle Schwachstellen aufgrund einer Reihe weiterer indirekter Risiken, unter anderem durch Banken, die Unternehmen revolvierende Kreditfazilitäten gewähren, die gleichzeitig Kredite von privaten Kreditfonds aufnehmen, sowie durch den zunehmenden Einsatz synthetischer Risikotransfers», schreibt das FSB. Der FSB-Bericht warnt zudem davor, dass undurchsichtige Bewertungen und das Vertrauen auf private Bonitätsratings die Belastungen in Stresssituationen verstärken können. Private Kreditnehmer verfügen in der Regel nicht über öffentliche Ratings, was die marktweite Überwachung erschwert. Die vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Kreditnehmer in der Regel eine geringere Bonität und eine höhere Verschuldungsquote aufweisen als Kreditnehmer auf vergleichbaren öffentlichen Märkten. Besonders kritisch bewertet das FSB die zunehmende Nutzung sogenannter Payment-in-Kind-Strukturen, bei denen Zinszahlungen gestundet und dem Kreditvolumen zugeschlagen werden. Erste Anzeichen steigender Ausfallraten – wenn auch auf niedrigem Niveau – würden diese Einschätzung verstärken. Als Problem erachtet das FSB zudem die starke Konzentration auf wenige Sektoren, insbesondere Technologie, Gesundheitswesen und Dienstleistungen. Diese Fokussierung erhöht die Anfälligkeit für Branchenschocks, die sich rasch auf den gesamten Markt ausweiten könnten. Das FSB fordert die Behörden auf, bestehende Datenlücken zu schliessen, Definitionen zu harmonisieren, um die Überwachung zu verbessern, sowie die Analyse finanzieller Verflechtungen und Liquiditätsfragen zu vertiefen und dabei aufsichtsrechtliche Erkenntnisse auszutauschen. Das FSB (oder Finanzstabilitätsrat) ist ein internationales Gremium, das nach der Finanzkrise 2009 von den G20 gegründet wurde und Finanzsysteme weltweit überwacht und Empfehlungen zur Stärkung der Stabilität ausspricht. ### Zondacrypto ist nicht mehr Partner der Tour de Suisse URL: https://www.tippinpoint.ch/zondacrypto-ist-nicht-mehr-partner-der-tour-de-suisse/ Last updated: 2026-07-18T23:01:54.000Z Es zeichnete sich ab: Die Kryptohandelsplattform Zondacrypto ist nicht mehr Sponsor der Tour de Suisse. Das gab der Veranstalter des traditionellen Radrennens bekannt, das Mitte Juni starten wird. Das Sponsoring mit Zondacrypto habe sich als «nicht tragfähig» erwiesen und wurde darum durch die Verantwortlichen der Tour de Suisse mit «sofortiger Wirkung» aufgelöst, heisst es. Die Kryptobörse war als einer von drei Premium-Partnern als Sponsor des Nachwuchs-Trikots vorgesehen. Als Ersatz konnte ein früherer Partner verpflichtet werden, der ebenfalls aus dem Finanzbereich kommt. Es handelt sich um die Kreditplattform Lend, mit der man sich auf die Erneuerung der Partnerschaft geeinigt hat. Wie tippingpoint berichtete, ist Zondacrypto in massive Probleme geraten. Kunden konnten nicht mehr auf ihre Kryptobestände zugreifen. Inzwischen ermittelt die polnische Staatsanwaltschaft, und die Website ist nicht mehr aktiv. Gemäss neuesten Meldungen wird befürchtet, dass der CEO möglicherweise Gelder veruntreut haben könnte. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass Przemysław Kral Gelder für ein anderes Projekt abgezweigt haben könnte. Es seien Millionen in ein geheimes Neobank-Projekt umgeleitet worden. ### Die UBS wird die Preise erhöhen - mit oder ohne strengere Eigenkapitalregeln URL: https://www.tippinpoint.ch/die-ubs-wird-die-preise-erhoehen-mit-oder-ohne-strengere-eigenkapitalregeln/ Last updated: 2026-07-18T23:01:54.000Z Das Narrativ hat sich verschoben. Lange hiess es, die verschärften Eigenkapitalregeln würden die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) aus dem Land treiben – nach New York oder Singapur, wo die Regulierung bankenfreundlicher sei. Jetzt tönt es anders: UBS-nahe Lobbyisten warnen nun davor, dass neue Kapitalanforderungen zu «strengeren Kreditbedingungen führen und Firmenkredite verteuern» würden. So schreiben es Vertreter mächtiger Wirtschaftsverbände in einem [Brief an das Parlament](https://www.srf.ch/news/schweiz/arena-zur-bankenregulierung-lex-ubs-wirtschaft-macht-mit-brief-druck-auf-das-parlament?ref=tippinpoint.ch). Ruedi Noser, der ehemalige Zürcher FDP-Ständerat und Unternehmer, doppelte diese Woche in einem LinkedIn-Post nach: Es gebe noch eine weitere Möglichkeit, die Kosten weiterzugeben, indem man die Preise in jenem Markt erhöhe, der am wenigsten wettbewerbsintensiv sei – und das wäre die Schweiz. Ruedi Noser kennt sich aus: Der Softwareunternehmer sass von 2017 bis zum bitteren Ende im Verwaltungsrat der Credit Suisse Asset Management Schweiz – jener Einheit, die das Debakel mit den Greensill-Fonds angerichtet hatte. ### Wie Alice im Wunderland Nosers Sorge ist berechtigt. Die Wettbewerbssituation wird sich verschlechtern. Oder besser: Sie wird sich weiter verschlechtern. Denn der Wettbewerb hat sich bereits mit dem Verschwinden der Credit Suisse verschlechert. Das ist wenig überraschend, wenn ein starker Konkurrent aus einem Markt verschwindet. Was Noser allerdings nicht sagt: Wenn sie es kann, wird die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) die Preise auch unabhängig vom Berner Eigenkapitalverdikt erhöhen. Es wäre völlig unlogisch, wenn sie es nicht täte. Schliesslich ist sie primär ihren Aktionären verpflichtet, wie Sergio Ermotti wiederholt selbst betont hat – und damit nicht der Schweizer Volkswirtschaft. Wer glaubt, wie Noser oder die Wirtschaftsverbände, die UBS werde es der Schweiz danken, wenn die Politiker in Bern die Eigenkapitalregeln verwässern, lebt wie Alice im Wunderland. Die UBS ist keine Kantonalbank mit dem Auftrag, die lokale Wirtschaft mit günstigen Krediten zu versorgen. Sie ist ein global agierender Finanzkonzern, der sich mehrheitlich im Besitz ausländischer Investoren befindet, die möglichst hohe Returns sehen wollen. Man mag einwenden, dass die Wettbewerbskommission der UBS schon auf die Finger klopfen wird, sollte sie zu stark an der Preisschraube drehen. Doch wie wollen die Wettbewerbshüter ein sanktionsfestes Fehlverhalten feststellen? Die UBS und andere Banken haben viele Argumente in der Hinterhand, um höhere Margen zu begründen – seien es gestiegene Finanzierungskosten, Basel-III-Regeln oder andere Faktoren. Womit soll man auch vergleichen? Mit den Margen vor dem CS-Kollaps? Mit dem Ausland? Das wird kaum funktionieren. ### Remo Stoffel steckt hinter der millionenschweren Klage gegen die Graubündner KB URL: https://www.tippinpoint.ch/remo-stoffel-steckt-hinter-der-millionenschweren-klage-gegen-die-graubundner-kb/ Last updated: 2026-08-21T05:56:13.000Z Am Montag teilte die Ostschweizer Kantonalbank in einer [Pflichtmitteilung ](https://tippinpoint.ch/artikel/78759/graubuendner%5Fkantonalbank%5Fmit%5Fklage%5Fueber%5Fmehrere%5Fhundert%5Fmillionen%5Feingedeckt.html?ref=tippinpoint.ch)mit, dass sie mit einer Klage im «mittleren dreistelligen Millionenbereich» konfrontiert sei. Die Klage stehe im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung und einem von der BZ Bank verwalteten Anlageprodukt, teilte die Bank mit. Der Kläger wirft der Bank und den Organen «Pflichtverletzungen» vor. Wie aus Investorenkreisen zu hören ist, handelt es sich bei dem Kläger um Remo Stoffel, einen bekannten Schweizer Investor, der inzwischen in Dubai seine Zelte aufgeschlagen hat. Stoffel wurde schweizweit bekannt mit dem Kauf der Valser Therme und seinen Plänen, den höchsten Wolkenkratzer Europas im Bergdorf zu bauen. Der an einer Medienkonferenz mit grossem Pomp angekündigte 381 Meter hohe Turm wurde allerdings nie verwirklicht. Zu einem Vermögen kam Stoffel durch den Kauf der Immobilienfirma Avireal aus der Konkursmasse der Swissair. In der Folge kam es allerdings zu einem heftigen, in den Medien ausgetragenen Streit zwischen Geschäftspartnern. Später kamen Probleme mit den Steuerbehörden dazu. Im Jahr 2020 verurteilte ihn die Zürcher Staatsanwaltschaft per Strafbefehl wegen mehrfacher Urkundenfälschung und Unterdrückung von Urkunden. ![Der Turm stürzt ein | Hochparterre](https://ik.imagekit.io/6o9aygpqfwy0o/hp2026//tr:w-2048/uploads/tx_hochparterre/femmedevals.jpg) Blieb ein Traum: Valser Turmprojekt von Remo Stoffel. (Quelle: HO) Ein Jahr zuvor machte er mit einem abrupten Umzug nach Dubai Schlagzeilen. Dort lebt er heute noch mit seiner Frau, der ehemaligen Snowboarderin Manuela Pesko, und den gemeinsamen Kindern. Stoffel bezeichnete den Umzug als «familiäre Entscheidung» und betonte seine geschäftlichen Verbindungen sowie die Weltoffenheit der Wüstenstadt. Kurz nach der Ankündigung seiner Auswanderungspläne wurde er im August 2019 für vier Tage in der Schweiz in Untersuchungshaft genommen. Später sagte er in der «Südostschweiz», dass Anschuldigungen gegenüber seiner Person ihn «schon sehr belastet» hätten, zwölf Jahre lang sei er als Steuerbetrüger und Konkurskandidat in der Öffentlichkeit hingestellt worden. ### Streitpunkt Kapitalerhöhung Die Klage gegen die Graubündner Kantonalbank und BZ Bank steht im Zusammenhang mit einer grösseren Transaktion, die Martin Ebner eingefädelt hatte. Der bekannte Investor ist auch Gründer und ehemaliger Besitzer der BZ Bank. Beim Streit geht es um den Verkauf der Sparte Machining Solutions des Industriekonzerns Georg Fischer an die United Grinding Group, die sich mehrheitlich im Besitz der Patinex AG von Rosmarie und Martin Ebner befand. Die neu entstandene Industriegruppe wurde im Zuge der Transaktion im Juli 2025 in United Machining Solutions (UMS) umfirmiert. Um den Kaufpreis überhaupt stemmen zu können, kam es zu einer Kapitalerhöhung. Laut einer informierten Quelle liegt der zentrale Streitpunkt bei den Konditionen der Kapitalerhöhung und deren Umsetzung – es geht also nicht um ein Retailgeschäft mit unerfahrenen Beteiligten. «Jeder Investor weiss, mit wem er es zu tun hat, wenn er sich mit Martin Ebner an einen Tisch setzt», sagt ein Investor, der ebenfalls zum Kreis des Ebnerschen Investorenclubs gehört. Wie die [GKB](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/82/gkb.html) gestern mitteilte, erachtet die Bank die Vorwürfe als unbegründet und bestreitet die Forderungen. Man werde sich im Verfahren entsprechend verteidigen. ### Lex UBS: Grosses Schaulaufen in Bern URL: https://www.tippinpoint.ch/lex-ubs-grosses-schaulaufen-in-bern/ Last updated: 2026-07-18T23:01:54.000Z Die Sitzung dauerte bis in den Abend hinein. Am Montag kamen die Mitglieder der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) zu einer Sitzung zur Lex [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zusammen. In Anwesenheit von Bundesrätin Karin Keller-Sutter kam es zu einer Anhörung von Vertretern der Kantone, der Schweizerischen Nationalbank, der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) und der UBS sowie von Repräsentanten der Wirtschaftsverbände (Bankiervereinigung, Economiesuisse und Swissmem). Aus der Wissenschaft waren die Basler Professorin Corinne Zellweger-Gutknecht sowie Professor Yvan Lengwiler vertreten. Wie die WAK-S in einer Mitteilung schreibt, habe die Anhörung gezeigt, dass ein starker, stabiler und gleichzeitig wettbewerbsfähiger Schweizer Finanzplatz «unbestritten im gemeinsamen Interesse aller ist». Uneinigkeit bestehe hingegen darüber, wie die Eigenmittelanforderungen konkret ausgestaltet werden sollen und welche weiteren Instrumente anzupassen sind. «Angesichts der Tragweite des anstehenden Entscheids will die Kommission verschiedene Varianten und Alternativen zum Vorschlag des Bundesrats, die teilweise auch bereits in der Öffentlichkeit eingebracht wurden, vertieft und mit genügend Zeit diskutieren.» Es scheint also noch nichts entschieden zu sein. Zur nächsten Sitzung kommen die Mitglieder nach der Sommerpause im August wieder zusammen. Dann sollen auch die Beratungen zum Public Liquidity Backstop wieder aufgenommen werden. Diese waren im vergangenen Jahr vom Parlament auf die lange Bank geschoben worden. ### Graubündner Kantonalbank mit Klage über mehrere Hundert Millionen eingedeckt URL: https://www.tippinpoint.ch/graubuendner-kantonalbank-mit-klage-ueber-mehrere-hundert-millionen-eingedeckt/ Last updated: 2026-07-18T23:01:55.000Z Die Graubündner Kantonalbank (GKB) ist mit einer Klage im «mittleren dreistelligen Millionenbereich» konfrontiert, wie die Bank in einer Pflichtveröffentlichung mitteilt. Die [GKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/gkb/) nehme Kenntnis von einer gegen ihre Tochtergesellschaft BZ Bank Aktiengesellschaft, gegen ehemalige und aktuelle Organe der BZ Bank Aktiengesellschaft sowie gegen die GKB eingereichten Klage. Die Klage steht im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung und einem von der BZ Bank verwalteten Anlageprodukt, wie die Bank weiter mitteilt. Der Kläger wirft der Bank und den Organen «Pflichtverletzungen» vor. Der Forderungsbetrag bewegt sich im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die GKB und die BZ Bank Aktiengesellschaft erachten die Vorwürfe als unbegründet und bestreiten die Forderungen, heisst es weiter. Man werde sich im Verfahren entsprechend verteidigen. Eingereicht wurde die Klage mittels Schlichtungsgesuch beim Vermittleramt Höfe. Die BZ Bank Aktiengesellschaft wurde 1985 von Martin Ebner gegründet. 2022 kaufte die GKB 70 Prozent der Bank auf – Anfang 2025 die restlichen 30 Prozent. Verwaltungsratspräsident der BZ Bank ist der frühere GKB-Finanzchef Andreas Lötscher. An der Spitze der GKB steht seit 2025 der frühere Raiffeisen-Chef Heinz Huber. Dieser löste Peter Fanconi ab, der ein Jahr früher als vorgesehen zurücktrat. Fanconi war seit 2014 Verwaltungsratspräsident der GKB und ist wegen Verstrickungen im Zusammenhang mit René Benko unter Druck geraten. ### Anthropic steht vor milliardenschwerem Joint-Venture-Deal mit Wall-Street-Investoren URL: https://www.tippinpoint.ch/anthropic-steht-vor-milliardenschwerem-joint-venture-deal-mit-wall-street-investoren/ Last updated: 2026-07-18T23:01:55.000Z Das KI-Unternehmen [Anthropic](https://www.tippinpoint.ch/tag/anthropic/) soll kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Joint Ventures mit Wall-Street-Investoren stehen. Die Zusagen sollen sich auf insgesamt 1,5 Milliarden Dollar belaufen. Zu den wichtigsten Investoren sollen [Blackstone](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackstone/), Hellman & Friedman und [Goldman Sachs](https://www.tippinpoint.ch/tag/goldman-sachs/) gehören, wie das Wall Street Journal schreibt. Anthropic selbst sowie Blackstone und Hellman & Friedman planen jeweils Investitionen in Höhe von etwa 300 Millionen Dollar. Die Investmentbank Goldman Sachs wird voraussichtlich rund 150 Millionen Dollar beisteuern. Weitere Investoren wie General Atlantic sind ebenfalls beteiligt. Ziel des Joint Ventures ist es, Portfoliounternehmen von Private-Equity-Gesellschaften beim Einsatz von KI-Werkzeugen zu unterstützen und die Integration entsprechender Technologien in operative Prozesse voranzutreiben. Der Schwerpunkt liegt auf Effizienzsteigerung, Automatisierung und Kostensenkung – die KI-Tools sollen also genau dort ansetzen, wo Private-Equity-Gesellschaften den grössten Hebel für Wertsteigerungen bei ihren Unternehmen sehen. ### Anthropic hat Vorsprung auf OpenAI Wenn [Anthropic](https://www.tippinpoint.ch/tag/anthropic/) etwas unternimmt, dann ist meist auch OpenAI nicht weit. Das Unternehmen von Sam Altman soll ebenfalls Verhandlungen über ein ähnlich gelagertes Joint Venture mit Finanzinvestoren führen. Schon seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass KI-Unternehmen neben der Entwicklung von Modellen nach Lösungen suchen, um ihre Technologien in Geschäftsprozesse zu implementieren. Während Anthropic bereits zahlreiche strategische Partnerschaften mit grossen Firmen schliessen konnte, versucht OpenAI verlorenes Terrain gutzumachen. Anthropic strebt einen Börsengang an, der noch in diesem Jahr stattfinden könnte. Der Umsatz des Unternehmens ist in den letzten Monaten dank des Erfolgs seines Programmiertools Claude Code sprunghaft angestiegen. Das Unternehmen rechnet aufs laufende Jahr hochgerechnet mit einem Umsatz von 30 Milliarden Dollar. ### Lex UBS: Startschuss für die Kapitaldebatte URL: https://www.tippinpoint.ch/lex-ubs-startschuss-fuer-die-kapitaldebatte/ Last updated: 2026-07-18T23:01:56.000Z Heute Montag befasst sich die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK) mit dem UBS-Dossier. Die 13 Mitglieder der WAK treffen sich um 10:15 Uhr in Bern, um hinter verschlossenen Türen über die Lex [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zu beraten. Dabei werden sie den Ton setzen, der bei den späteren, wahrscheinlich schon im Juni stattfindenden Debatte im Ständeratssaal herrschen wird. Die Kernfrage liegt seit zwei Wochen auf dem Tisch: Der Bundesrat verlangt, dass systemrelevante Banken in der Schweiz ihre Auslandstöchter im Schweizer Stammhaus vollständig mit hartem Eigenkapital zu unterlegen haben. Damit will die Landesregierung die Lehren aus der CS-Pleite ziehen. Bis anhin sah das Bankengesetz einen Discount von 40 Prozent vor. Die Regulierung zielt direkt auf die UBS ab, da nur sie namhafte Auslandsbeteiligungen besitzt. Für die Grossbank bedeutet das, dass sie gemäss eigenen Berechnungen rund 20 Milliarden Dollar zusätzliches CET1-Kapital beschaffen müsste. Die Bank wehrt sich vehement gegen höhere Eigenkapitalerfordernisse, da dies Zusatzkosten auslösen würde und sie deshalb weniger kompetitiv wäre. ### Neue Regeln torpedieren USA-Expansion Klar ist: Die neuen Regeln würden kapitalintensives Wachstum im Ausland deutlich verteuern. Sie würden auch gezielt die Expansionspläne der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) in Amerika torpedieren. Die Grossbank hat sich erfolgreich um eine nationale Banklizenz bemüht und kann nun ihre Dienstleistungspalette auf dem grössten Markt der Welt deutlich ausbauen – auch die Vergabe von Krediten wird dadurch ermöglicht. Jeder Eigenkapital-Dollar, den sie in den USA für Finanzierungen hinterlegen muss, muss sie auch in der Schweiz bereitstellen. Damit soll das Schweizer Stammhaus abgesichert werden, falls die UBS in den USA grosse Verluste einfährt. Und damit will der Bund die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass er bei der nächsten grossen Bankenkrise erneut einspringen und eine Bank retten muss, die in den USA mit ihren Geschäften Schiffbruch erlitten hat. ### Wie die Familie Trump die Krypto-Welt «melkt» URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-die-familie-trump-die-krypto-welt-melkt/ Last updated: 2026-07-18T23:01:56.000Z Seit Donald Trump das Amt als Präsident angetreten hat, haben Krypto-Assets als Ganzes rund 30 Prozent ihres Wertes verloren. Der neue starke Mann im Weissen Haus wollte die USA zum «Krypto-Hauptort der Welt» machen. Während den Wahlen und zu Beginn seiner Präsidentschaft herrschte viel Euphorie im Markt und der Bitcoin erklomm einen neuen Höchststand. Doch mittlerweile herrscht Katzenjammer. Das liegt nicht nur am «Clarity Act», einem wichtigen Gesetzentwurf zur Regulierung von Kryptowährungen, der vom US-Kongress blockiert wird. Vielmehr hat der Umgang des Umfelds der Familie Trump mit Krypto Assets die Anleger verunsichert. Dieses oft als Selbstbereicherung bezeichnetes Verhalten des Trump-Umfelds ist ein Grund, dass viele US-Politiker vorsichtig werden, wenn es um neue Krypto-Gesetze geht. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: - Satoshi wurde schon wieder gefunden - «Nur [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) treibt Bitcoin» --- Die jüngste Klage eines zwielichtigen Krypto-Magnaten zeigt, dass die Trump-Familie wenig von den Grundsätzen der Dezentralität und Zensursicherheit hält, die als Vorteile und Stabilitätsanker von Kryptowährungen gelten Zudem wird offensichtlich, dass man sich auf dünnes Eis begibt, wenn man in Projekte des präsidialen Umfelds investiert. Vor wenigen Tagen reichte der Unternehmer Justin Sun vor einem Federal Court in San Francisco eine Klage in Höhe von 45 Millionen Dollar gegen World Liberty Financial ein, weil die Gesellschaft ihn betrogen habe. World Liberty Financial (WLF) ist ein Ableger des Kryptogeschäfts der Trump-Familie. Diese hält 38 Prozent am Unternehmen mit Sitz in Florida, hat sich aber das Recht gesichert, 75 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf des WLF-Tokens zu erhalten. Das Unternehmen hält fest, dass die Beliebtheit seiner Produkte und Dienstleistungen teilweise vom Ruf und der Popularität des Präsidenten abhänge. ### Familien Trump und Witkoff Das Unternehmen wurde 2024 gegründet – und zwar mit einem zweistündigen Online-Livestream mit Donald Trump und einem Verkauf von WLF-Token. Seine Söhne Donald Jr., Eric und Barron werden als Co-Gründer aufgeführt. Präsident Trump wird als Mitbegründer Emeritus aufgeführt, ebenso wie Steve Witkoff, der Immobilienentwickler, der als Trumps Nahost-Gesandter fungiert und für die Aushandlung eines Friedensabkommens mit dem Iran verantwortlich ist. Auch Witkoffs Söhne Zach und Alex sind als Co-Gründer eingetragen. Bei den Token handelt es sich um Governance-Token ohne Wert. Die Inhaber erwerben lediglich das Recht, über Unternehmensentscheide abzustimmen. Der Verkauf oder die Übertragung von WLF-Token ist vorerst nicht möglich. Dies soll zu einem noch nicht bestimmten Zeitpunkt aber möglich werden. ### Rettung der Token-Emission? Sun nimmt für sich in Anspruch, World Liberty Financial im November 2024 vor einem verpatzten Start gerettet zu haben. Das Unternehmen wollte durch den Verkauf seiner WLF-Token 300 Millionen Dollar einzunehmen, hatte jedoch am ersten Tag nur 12 Millionen und im ersten Monat 22 Millionen Dollar eingenommen. Dann folgte der Auftritt von Justin Sun. Er erwarb zwischen November 2024 und Januar dieses Jahres für 45 Millionen Dollar 3 Milliarden WLF-Token. Sun ernannte sich zum grössten Investor von WLF und schrieb auf X in einem Tweet: «Die USA werden zum Blockchain- sowie Bitcoin-Hub und verdanken das @realDonaldTrump!» Als Dank ernannte ihn WLF zum Unternehmensberater und schenkte ihm eine weitere Milliarde Token im Wert von 15 Millionen Dollar. In seiner Klage behauptet Sun nun, erst nachdem seine Investition öffentlich geworden sei, sei World Liberty durchgestartet und habe 550 Millionen Dollar durch den Token-Verkauf eingenommen. ### Eingefrorene Token Doch das Verhältnis zwischen dem Krypto-Unternehmen und seinem vermeintlich grössten Investor kühlte schnell ab. Kurz bevor Suns WLF-Token handelbar werden sollten, änderte das Unternehmen 2025 angeblich heimlich die Regeln, um die Übertragung von Token durch bestimmte Inhaber einschränken zu können. Obwohl die Token-Inhaber angeblich das Recht hatten, über eine solche Änderung abzustimmen, hat gemäss Sun keine Abstimmung stattgefunden. In der Klage schreibt er: «World Liberty hat sich diese Befugnis einfach selbst angeeignet.» In den Monaten vor dieser Änderung habe das Management versucht, Sun unter Druck zu setzen, damit er noch mehr in WLF investiere. Um den Druck zu erhöhen, habe das Unternehmen seine Token eingefroren, heisst es in der Klage von Sun. Das WLF-Management habe gedroht, die Token zu verbrennen – d.h. dauerhaft wertlos zu machen – und ihn bei den US-Strafverfolgungsbehörden anzuzeigen. Das Krypto-Unternehmen setzte über X die Anschuldigung ab, dass es Sun der Veruntreuung von Geldern anderer Inhaber verdächtige. Kurz nach Einreichen der Gerichtsklage von Sun, twitterte WLF-Geschäftsführer Zach Witkoff, die Klage sei ein verzweifelter Versuch, die Aufmerksamkeit von Suns eigenem Fehlverhalten abzulenken. Seine Behauptungen seien völlig unbegründet, und World Liberty sehe der raschen Abweisung der Klage erwartungsvoll entgegen». WLF erklärte sich aber bereit, Suns Token nicht zu verbrennen oder zu veräussern, bis der Fall entschieden oder beigelegt ist. ### Eine Hand wäscht die andere Der ehemalige chinesisch Staatsbürger Sun, der in Hongkong wohnt, sich nun aber als Staatsbürger der Karibiknation St. Kitts und Nevis und von Malta bezeichnet, ist allerdings auch kein Chorknabe. Nachdem Trump Präsident geworden war, schloss die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission einen Fall aus dem Jahr 2023 ab, in dem Suns Handelsfirma Betrug und andere Verstösse gegen das Wertpapierrecht vorgeworfen wurden. Der Vergleich sah vor, dass Suns Gesellschaft lediglich eine Strafe von 10 Millionen Dollar zahlen musste, ohne dass er ein Fehlverhalten eingestehen musste. Dies erschien vielen Beobachtern wie eine Gegenleistung für die Unterstützung für Trump in seinem Wahlkampf, in dem Sun nicht müde wurde, sein Vertrauen in Donald Trump hervorzuheben und sein angebliches Engagement für dezentrale Finanzen zu loben. Investigative Journalisten hatten auch versucht, Unregelmässigkeiten in verschiedenen Unternehmensübernahmen von Sun aufzudecken, darunter den Peer-to-Peer-Streamingdienst BitTorrent. Sun wurde in der breiten Öffentlichkeit bekannt, als er im September 2024 über 6 Millionen Dollar für ein Kunstwerk ausgab, das aus einer mit Klebeband an einer Wand befestigten Banane bestand. Sun bewies sein Kunstverständnis, indem er die Banane verzerrte und ein Video davon auf Social Media verbreitete. ### Stable- und Memecoins So unbedeutend diese Geschichte um World Liberty Financial für den gesamten Kryptomark am Ende auch sein wird, zeigt sich doch, wie naiv es wäre zu glauben, dass ein Politiker, der als «Sonnenkönig» auftritt, erratische Entscheidungen fällt und die Notenpresse der Federal Reserve dringend braucht, um seine Politik zu finanzieren, zum grössten Förderer einer dezentralen, basisdemokratischen Zahlungstechnologie werde. Mit der Lancierung von World Liberty Financial liess sich Trump als Blockchain-Pionier feiern und erschloss sich zuvor als Bitcoin-Förderer neue Wählerkreise. Die Token-Technologie eignet sich vorzüglich, um diskret Unterstützergelder einzusammeln. Auch die Machtbasis lässt sich zügig erweitern. Das Krypto-Unternehmen DWF aus den Vereinigten Arabischen Emiraten schrieb in der Pressmitteilung zum Kauf von WLF-Token über 25 Millionen Dollar offenherzig, die Akquisition erfolge auch, um die Zusammenarbeit mit US-Politikern auf regulatorischer Ebene zu verbessern. Zum Jahresbeginn des laufenden Jahres hat WLF eine Lizenz für den «World Liberty Trust» beantragt. Dieser gibt den Stablecoin USD1 herauszugeben. Tether und Circle habe bewiesen, dass sich mit der Emission von digitalen Dollars Milliarden verdienen lässt. ### Der Name Trump steht für… Verluste WLF ist nicht das einzige Projekt, mit dem die Trump-Familie den Krypto-Trend versilbern will. Die Trump Media & Technology Group (TMTG) hat der US-Börsenaufsicht einen Zulassungsantrag für einen ETF eingereicht, der einen Korb mit führenden Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Solana abbilden soll. Als reine Abzocke könnte man die verschiedene Memecoins bezeichnen, die den Namen (respektive die Vornamen) der Familie tragen. Während einige inoffiziell sind, wurde der $TRUMP Token zeitweise direkt durch öffentliche Auftritte und Firmenbeteiligungen mit dem Familienimperium in Verbindung gebracht. Trumps Kryptowährungs-Projekte seien nichts weiter als ein Feigenblatt für Schmiergeldzahlungen von ausländischen Staatsangehörigen und Regierungen, tweetete ein demokratischer Senator aus Connecticut, als Trump ein privates Abendessen in seinem Golfclub in Virginia und persönliche Führungen durch das Weisse Haus für die grössten Käufer von $TRUMP in Aussicht stellte. Für Investoren ist der Name Trump zum Synonym für Desaster geworden. Von den Memecoins konnte man nicht viel mehr als ein Kurseinbruch erwarten – das haben andere Memecoins schon vorgemacht. Der World Liberty Financial Token ist seit der Emission nur gefallen von 31 Cents auf aktuell 6,4 Cents. Die Alt5 Sigma Corp., die im August 2025 1,5 Milliarden Dollar einsammelte, um WLF-Token zu horten, gab diese Woche bekannt, dass sie sich in AI Financial Corp. umbenennen werde, um einen neuen Schwerpunkt zu spiegeln. Die Aktien des Unternehmens sind seit Einführung um 90 Prozent gefallen. Eine vergleichbare Erfolgsgeschichte findet sich auch bei American Bitcoin, dem Krypto-Mining-Unternehmen, zu dessen Mitbegründern Eric Trump zählt. Diese Valoren sind vom Hoch im September des vergangenen Jahres um 85 Prozent gefallen. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Satoshi wurde schon wieder gefunden Es ist nicht Adam Back, wie John Carreyrou in der New York Times vom 8\. April enthüllte. Der zweifache Pulitzerpreisträgers glaubt anhand von orthografischen Eigenheiten beweisen zu können, dass Back der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sei. Die vor wenigen Tagen erschienen kostenpflichtige Dokumentation «Finding Satoshi» kommt zu einem anderen Schluss – und zwar, dass es zwei Erfinder waren und beide mittlerweile verstorben sind. Der 2014 verstorbene Cyberpunk Hal Finney und der 2011 verstorbene Kryptograph Len Sassaman sollen es sein. Für den umfangreichen Dokumentarfilm arbeitete der Bestsellerautor William Cohan mit Tyler Maroney, einem privaten Detektiv der Firma QRI, zusammen. Die Recherchearbeit soll mehr als drei Jahre in Anspruch genommen haben. In der Dokumentation geht es darum, den Kreis der möglichen Kandidaten immer weiter einzugrenzen, insbesondere durch den Abgleich der Zeitspannen, zu denen die jeweiligen Personen typischerweise online aktiv waren, mit denen von Satoshi Nakamoto. Wie auch in den bisherigen Versuchen, Satoshi Nakamoto zu identifizieren, bleibt ein handfester Beweis auch diesmal aus. Dieser könnte nur Satoshi selbst liefern, indem er seine ursprünglich geschürften Bitcoins bewegt oder mit dem privaten Schlüssel zu diesen Coins eine Nachricht signiert. Die Motivation ist aber gering – denn als erstes würde wohl eine Steuerrechnung in den Briefkasten flattern, für ein viele Milliarden schweres Bitcoin-Vermögen. ## «Nur Strategy treibt Bitcoin» Seit dem Tiefstand im Februar ist der Bitcoin um 20 % gestiegen. Gemäss dem Chief Investment Officer von Bitwise, Matt Hougan, ist der entscheidende Treiber des Bitcoin-Kurses der konsequente Kauf durch Michael Saylors Treasury-Unternehmen [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/). In den vergangenen acht Wochen habe Strategy Bitcoin im Wert von 7,2 Milliarden Dollar hinzugekauft. Zwar hätten auch Bitcoin-ETF und Käufe von Grossinvestoren zur jüngsten Bitcoin-Rallye beigetragen, doch entscheidend sei die Einkaufsstrategie von Michael Saylors Unternehmen, schreibt der Bitwise-Anlagechef. Hougan geht davon aus, dass die Käufe von Strategy noch einige Zeit andauern werden, angetrieben durch die Ausgabe von unbefristeten Vorzugsaktien des Unternehmens, die den Anlegern eine feste Dividende zahlen, solange Strategy tätig ist. ### Umstrittener Shortseller reitet Attacke auf Partners Group URL: https://www.tippinpoint.ch/umstrittener-shortseller-reitet-attacke-auf-partners-group/ Last updated: 2026-07-18T23:01:56.000Z Die Titel von Partners Group sind gestern um vier Prozent gefallen. Hintergrund war ein Bericht von Grizzly Research, einem Shortseller, dessen zum Teil waghalsige bis grenzwertige Reports an den Börsen für Aufruhr sorgen und ihm mehrere Klagen eingebracht haben. Nach Angriffen auf Firmen wie Trustpilot, HelloFresh und Sinch hat Grizzly Research hat Grizzli Research nun also Partners Group ins Visier genommen. «We Have Severe Concerns About Partners Group Holding AG’s Valuation Marks in Their Prominent Evergreen Funds», wirft Grizzly dem Investor aus Zug vor. Im Bericht heisst es dann: «Wir haben die Kapitalstruktur, die zugrunde liegenden Beteiligungen und die lokalen Filings der grössten Evergreen-Fonds der [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/), allen voran ihres Master-Fonds, eingehend geprüft. Wir haben unsere Ergebnisse mit denen anderer Unternehmen der Branche verglichen und uns mit Branchenexperten, ehemaligen Mitarbeitern der Partners Group sowie Finanzprofessoren beraten, die angesichts unserer Erkenntnisse tiefe Besorgnis äusserten. Ein Professor bemerkte nach sorgfältiger Prüfung unserer Analyse, die Situation sei ‘schlimmer als bei Wirecard’.» ### Maximal schädliche Vorwürfe Das sind maximal schädliche Vorwürfe. Der zitierte Professor wird als Experte für «forensische Compliance» beschrieben – tritt jedoch nicht namentlich auf, was kaum überrascht. [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) hat den Bericht umgehend zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass externe Gutachter die Bewertungen monatlich prüfen. Beim Angriff auf die Evergreen-Struktur und dem Vorwurf, die Beteiligungen in den Fonds seien systematisch zu hoch bewertet, bedient sich Grizzly der gängigen Argumentationslinie: Bewertungen basieren auf internen Modellen, vergleichbare Assets am Markt – etwa börsenkotierte Konkurrenten – sind teils deutlich günstiger bewertet, zudem kommt es zu Zeitverzögerungen bei Abschreibungen in illiquiden Märkten. Es liegt in der Natur des Marktes, dass Bewertungsmodelle viel Spielraum für Interpretationen lassen. Das heisst jedoch nicht, dass sie automatisch falsch sind. Grizzly kann denn auch keine Belege für systematische Fehlbewertungen liefern. ### Parallelen zu Hindenburg Research Der Kurseinbruch von vier Prozent hält sich in Grenzen. Bei früheren Angriffen auf einzelne Titel kam es zu deutlich stärkeren Reaktionen. So brach die Aktie von Trustpilot Ende 2025 zeitweise um rund 30 Prozent ein. Die Delle war allerdings bereits nach einem Monat wieder ausgebügelt. Für Grizzly dürfte sich der Angriff dennoch gelohnt haben. Das Geschäftsmodell ist einfach und umstritten: Der Shortseller baut eine Short-Position auf, publiziert einen kritischen Bericht und profitiert anschliessend von fallenden Kursen. Ähnlich operierte auch Hindenburg Research, die in der Schweiz durch die Attacke auf die Softwarefirma Temenos bekannt wurde. Inzwischen hat sich der Shortseller jedoch aus dem Geschäft zurückgezogen. Grizzly Research wurde 2020 vom Deutschen Siegfried Eggert gegründet und ist gemäss eigenen Angaben in New York aktiv. Laut LinkedIn war Eggert einst Handballtrainer beim VfL Gummersbach, bevor er 2014 als Trainee ins Banking einstieg. ### UBS: Eine halbe Milliarde mehr für Wealth Manager und Investmentbanker URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-eine-halbe-milliarde-mehr-fuer-wealth-manager-und-investmentbanker/ Last updated: 2026-07-18T23:01:57.000Z Die Grossbank hat im ersten Quartal die Personalkosten um 552 Millionen Dollar auf 7,58 Milliarden Dollar erhöht – «was in erster Linie auf höhere Rückstellungen für leistungsabhängige Prämien zurückzuführen ist, die die Geschäftsentwicklung widerspiegeln, sowie auf Wechselkurseffekte», wie die Bank im Quartalsbericht schreibt. Die Erhöhung sei «teilweise» durch den Personalabbau kompensiert worden. Am stärksten stiegen die Kosten in der Investmentbank: um 357 Millionen Dollar oder 15 Prozent auf 2,78 Milliarden. Der Anstieg sei hauptsächlich auf höhere Personalausgaben und Wechselkurseffekte zurückzuführen, so die Bank. Im Global Wealth Management kletterten die Kosten um 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Auch hier gilt: Der Anstieg sei vor allem auf Wechselkurseffekte und höhere variable Vergütungen zurückzuführen, die «grösstenteils mit einer Erhöhung der Vergütung für Finanzberater zusammenhängen, die sich aus höheren vergütungsfähigen Umsätzen ergibt», heisst es im Quartalsbericht. Die US-Finanzberater (ehemals Paine Webber) konnten ihre Bezüge um 100 Millionen Dollar steigern. Im Schweizer Personal & Corporate Banking dagegen sanken die Kosten in Schweizer Franken gegenüber dem gleichen Quartal im Vorjahr um 17 Prozent – bei leicht höherem Ertrag. Zur Entwicklung der Personalkosten machte die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) im Schweiz-Geschäft keine Angaben. ### Noch knapp 100'000 Beschäftigte Die Zahl der intern Beschäftigten lag per 31\. März 2026 bei 101’594 (Vollzeitäquivalente), was einem Rückgang von 1’583 entspricht. Die Zahl der externen Mitarbeitenden betrug rund 15’220 (Anzahl Personen), ein Minus von etwa 1’192\. Insgesamt sank die Beschäftigtenzahl damit auf 116’814\. Das sind 2’775 weniger als drei Monate zuvor – oder rund 1000 Beschäftigte pro Monat weniger. ### UBS steigert den Reingewinn auf drei Milliarden Dollar URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-steigert-den-reingewinn-auf-drei-milliarden-dollar/ Last updated: 2026-07-18T23:01:57.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) liegt mit ihren Ergebnissen am oberen Ende der [Analystenschätzungen](https://tippinpoint.ch/artikel/78751/sinkende%5Fkosten%5Fsteigende%5Fertraege%5F-%5Ffuer%5Fdie%5Fubs%5Fbeginnt%5Fsich%5Fder%5Fcs-kauf%5Fauszuzahlen.html?ref=tippinpoint.ch): Der Reingewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent auf 3 Milliarden Dollar. Der Vorsteuergewinn lag bei 4 Milliarden Dollar. Analysten erwarteten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 3 Milliarden Dollar. Die Rendite auf das CET1-Kapital (RoCET1) kletterte auf 16,8 Prozent, wie die Bank mitteilt. Die Zuflüsse (Net New Assets) lagen bei 37 Milliarden im Global Wealth Management und 14 Milliarden im Asset Management. Die hohe Volatilität hatte einen positiven Effekt auf die Einnahmen: Im Wealth Management kletterten die transaktionsabhängigen Erträge um 17 Prozent. Die Erträge der Investmentbank erhöhten sich um 27 Prozent. Die Eigenkapitalrendite der Abteilung schoss auf 24,9 Prozent hoch. Im ersten Quartal wurden die letzten CS-Kunden auf die UBS-Systeme migriert. Die Bank spricht davon, die Integration bis Ende Jahr vollständig abzuschliessen, um dann von weiteren Effizienzgewinnen profitieren zu können. In der Mitteilung schreibt die Grossbank, dass sie sich zu einem global diversifizierten Geschäftsmodell bekenne und einen Beitrag zu «faktenbasierten Überlegungen zum Schweizer Kapitalrahmen» leiste. «Wir konzentrieren uns weiterhin auf den Schutz der Interessen unserer Aktionäre und versuchen dabei, die Auswirkungen auf unsere Kunden und Mitarbeitenden so gering wie möglich zu halten.» ### Schlappe für Bundesanwaltschaft im Fall Karimowa URL: https://www.tippinpoint.ch/schlappe-fuer-bundesanwaltschaft-im-fall-karimowa/ Last updated: 2026-07-18T23:01:58.000Z Sie wurde von der Bundesanwaltschaft (BA) als Alleinherrscherin über eine kriminelle Organisation dargestellt, die Schmiergelder in Milliardenhöhe auf dem Finanzplatz Schweiz wusch. Nun muss die 53-jährige Gulnara Karimowa von der hiesigen Justiz nichts mehr befürchten, es sei denn das Bundesgericht in Lausanne hiesse einen möglichen Rekurs gegen die Verfahrenseinstellung durch das Bundesstrafgericht gut. Ausschlaggebend für den Übungsabbruch im Fall Karimowa war der Umstand, dass die seit 12 Jahren in ihrer Heimat inhaftierte Angeklagte frühestens im Jahr 2028 an einem Prozess in Bellinzona teilnehmen könnte. Dann wären die Vorwürfe der BA aber verjährt. Die Voraussetzungen für ein Abwesenheitsverfahren sah das Gericht nicht erfüllt. Gleiches gilt für den mitangeklagten ehemaligen Mitarbeiter. Nicht von der Einstellung betroffen ist das Verfahren gegen einen ehemaligen Vermögensverwalter der [Genfer Privatbank Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77760/bundesanwaltschaft%5Fklagt%5Flombard%5Fodier%5Fwegen%5Fschwerer%5Fgeldwaescherei%5Fan.html) sowie gegen die einstige Hausbank der Usbekin selber. Keine unmittelbaren Folgen hat der Entscheid des Bundesstrafgerichts für die in der Schweiz vor zwölf Jahren beschlagnahmten Gelder von ursprünglich rund 800 Millionen. 131 Millionen Dollar hat die Schweiz bereits an Usbekistan zurückerstattet. Weitere 230 Millionen Dollar sind im Zuge von rechtskräftigen Strafbefehlen gegen Komplizen der Usbekin eingezogen und sollen ebenfalls nach Usbekistan zurückgeführt werden. Noch offen ist das Schicksal von 350 Millionen Franken, die die Bundesanwaltschaft ebenfalls einziehen möchte. Hier hat die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts im Juli 2022 aber eine Verfügung aufgehoben und den Fall zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Dieses Verfahren wurde inzwischen bis zum Ausgang des Prozesses gegen Gulnara Karimowa sistiert. Weitere Vermögenswerte und Schmuck wollte die BA mit dem nun eingestellten Verfahren einziehen. Offen ist ferner, was mit den Verfahrenskosten von 1,6 Millionen Franken passiert. ### Bundesanwaltschaft will Entscheid prüfen Die Bundesanwaltschaft äusserte sich vorerst nicht inhaltlich zur Niederlage in Bellinzona. Man habe den Entscheid zur Kenntnis genommen und werde diesen eingehend prüfen, bevor über allfällige weitere Schritte entschieden werde, hiess es auf Anfrage. Die BA wird sich Fragen zu ihrer Strategie in dem Verfahren stellen müssen, bei dem sie vor dem Prozess gegen die Hauptbeschuldigte vier mutmassliche Komplizen, die langjährige Haftstrafen in Usbekistan verbüssten, mit Strafbefehlen verurteilte. Und rund 700 Millionen Franken einzog. In der Ära Lauber musste die Bundesanwaltschaft [mehrere Rückschläge](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78703/prozess%5Fgegen%5Fusbekischen%5Fprinzessin%5Funter%5Fungewissen%5Fvorzeichen.html) einstecken und den Verfahrensleiter wegen Befangenheit ersetzen. Das Bundesstrafgericht trug insofern nicht zur Beschleunigung des Verfahrens bei, als es erst im Mai 2025 beschloss, die seit Herbst 2023 vorliegende Anklageschrift gegen Karimowa mit der ein Jahr später eingereichten Anklage gegen [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) zusammenzulegen. Aussergewöhnlich war zudem der Entscheid des Gerichts, zwei Mal innert Jahresfrist zusätzliche Einvernahmen Karimowas in Usbekistan durchzuführen. Dies offenbar im Bemühen, die Voraussetzungen für ein Abwesenheitsverfahren zu erfüllen. Einem Gesuch um die Zwischenauslieferung der Usbekin für die Durchführung des Prozesses standen auch Bedenken des Bundesamts für Justiz hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit in der ehemaligen Sowjetrepublik im Wege. ### Missachtung elementarster Verteidigungsrechte kritisiert Auf Betreiben der Verteidigung hat ein UNO-Expertengremium die Verhaftung Karimowas als willkürlich taxiert. Die Genfer Rechtsanwälte Gregoire Mangeat, Fanny Margairaz und Roman Wavre bezeichneten die Einstellung als klares Zeichen dafür, dass man in der Schweiz niemanden verurteile, der mehr als zehn Jahre willkürlich in einem Gefängnisloch festgehalten werde. Usbekistan habe gegen die elementarsten Verteidigungsrechte ihrer Klientin verstossen und die Grundanforderungen des Rechtsstaats missachtet, kritisierten die Anwälte. ### Sinkende Kosten, steigende Erträge - für die UBS beginnt sich der CS-Kauf auszuzahlen URL: https://www.tippinpoint.ch/sinkende-kosten-steigende-ertraege-fuer-die-ubs-beginnt-sich-der-cs-kauf-auszuzahlen/ Last updated: 2026-07-18T23:01:59.000Z Der Konsens der Analysten geht fürs ersten Qartal 2026 von einem Vorsteuergewinn auf Gruppenebene von über 3 Milliarden Dollar aus. So viel war es noch nie in einem ersten Quartal. Im Schnitt erwarten die Analysten in allen Einheiten eine deutliche Zunahme des Vorsteuergewinns. Die stärksten Zuwächse bei den Erträgen werden im Asset Management (plus 83 Prozent) sowie im Schweizer Corporate- und Retail-Banking (plus 26 Prozent) erwartet. Danach folgen das Global Wealth Management (22,8 Prozent) und die Investmentbank (plus 17,9 Prozent). Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) wird ihren Zahlen morgen Mittwoch präsentieren. Die wichtigsten Treiber der guten Prognosen sind neben den steigenden Erträgen (plus 5,4 Prozent auf Gruppenstufe) auch die sinkenden Kosten (minus 2,5 Prozent) infolge der Integration der Credit Suisse. Dadurch soll die Cost-Income-Ratio von 82 auf 76 Prozent sinken – ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Die Bank wird deutlich profitabler, was sich positiv auf die Aktienkursprognosen auswirkt. Zuletzt haben sich die Analysten mit optimistischen Prognosen übertroffen. Die Bank of America rechnet mit einem Kurs von 46 Franken. Der Analyst von Jefferies setzt noch einen obendrauf und sieht sogar ein Kursziel von 55 Franken. Aktuell liegt die UBS-Aktie bei rund 33 Franken. ### IT-Abbau als Gewinnbooster Blickt man weiter in die Zukunft, zeigt sich immer deutlicher, dass sich die Integration der Credit Suisse für die Aktionäre der Bank allmählich auszahlt. Die Beseitigung von Doppelspurigkeiten und die Stilllegung von IT-Systemen dürften sich als Gewinnbooster erweisen. Im März wurde mit dem Rückbau der Systeme begonnen. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 12,2 Milliarden Dollar. In den folgenden Jahren soll dieser weiter steigen und 2028 bei 17,4 Milliarden Dollar liegen, wenn man den Prognosen Glauben schenkt. Der Reingewinn soll dann 13,4 Milliarden Dollar erreichen. Während die Erträge in diesem Zeitraum um rund 3 Milliarden Dollar wachsen sollen, erwarten die Analysten einen unveränderte Kostenbasis von 36 Milliarden Dollar. In den Jahren vor der CS-Integration wies die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) in guten Jahren einen Gewinn von über 7 Milliarden Dollar aus. Mit dem CS-Booster unter der Motorhaube gelingt es der Bank nun, ihren Gewinn zu verdoppeln. Ist das gut oder schlecht? Angesichts der einst angekündigten Kosteneinsparungen von 13,5 Milliarden Dollar hätte man durchaus eine stärkere Gewinnsteigerung erwarten können. ### Treten an Ort im Schweizer Fondsmarkt URL: https://www.tippinpoint.ch/treten-an-ort-im-schweizer-fondsmarkt/ Last updated: 2026-07-18T23:02:00.000Z Das Gesamtvolumen des Schweizer Fondsmarkts legte im ersten Quartal leicht auf rund 1742 Milliarden Franken zu – ein hauchdünnes Plus von 2,2 Milliarden. Gleichzeitig flossen netto 17,7 Milliarden Franken an Neugeldern in den Markt, was auf eine grundsätzlich intakte Nachfrage hindeutet, wie der Verband Asset Management Switzerland in einer Mitteilung schreibt. Der Krieg im Iran hat deutliche Spuren in den Depots hinterlassen. Nach einem dynamischen Jahresauftakt kam es im März zu einer spürbaren Trendwende, schreibt die AMAS. Die Aktienfonds verloren im Schnitt 4,4 Prozent. Die Performance war in den meisten Anlageklassen negativ, wie die Tabelle zeigt: [Klar negative Performance in den meisten Anlageklassen. (Quelle: AMAS)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2604118%5F070415.jpg?ref=tippinpoint.ch) Über das ganze 1\. Quartal flossen 12 Milliarden in Aktien-, 4,8 Milliarden in Obligationen- und 983 Millionen in Anlagestrategiefonds. Abflüsse gab es in Geldmarktfonds (minus 586 Millionen). «Anlegerinnen und Anleger berücksichtigen die herrschenden Risiken durchaus und haben sich langfristig positioniert», sagt AMAS-CEO Adrian Schatzmann. «Ein Ausstieg nach einem Kursrückschlag bedeutet, den nächsten Aufschwung zu verpassen. Und historisch gesehen war dies jeweils ein sehr kostspieliger Fehler.» ### UBS dominiert mit 36,7 Prozent Marktanteil Die Marktstruktur ist weiterhin stark konzentriert: Rund 74 Prozent des Volumens entfallen auf die zehn grössten Anbieter. Angeführt wird der Markt unverändert von [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) mit einem Anteil von 36,7 Prozent, gefolgt von [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/) (11,1 Prozent), [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/) (9,7 Prozent) und [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) (5,7 Prozent). Die wichtigsten Aktienindizes schlossen das erste Quartal im Minus ab: Dow Jones: −3,58%, S&P 500: −4,63%, EURO STOXX 50: −3,83%, SMI: −3,70%. ### Übernahmekampf um Commerzbank wird immer gehässiger geführt URL: https://www.tippinpoint.ch/uebernahmekampf-um-commerzbank-wird-immer-gehaessiger-gefuehrt/ Last updated: 2026-07-18T23:02:00.000Z Statt sich darüber zu freuen, endlich ihren Anteil an der [Commerzbank](https://www.tippinpoint.ch/tag/commerzbank/) veräussern zu können, wehrt sich die deutsche Regierung mit Händen und Füssen gegen den Übernahmeversuch der italienischen Konkurrentin [Unicredit](https://www.tippinpoint.ch/tag/unicredit/). Um den europäischen Finanzplatz nach vorne zu bringen, wäre ein deutsch-italienischer Schulterschluss wohl keine schlechte Sache. Doch das will der hochverschuldete deutsche Staat nicht. Wie nun bekannt wurde, hat die Regierung in diesem Jahr bei europäischen Banken sondiert, ob sie die Commerzbank gegen das Übernahmeangebot der Unicredit verteidigen könnten. Deutsche Beamte sind offenbar informell bei Banken vorstellig geworden, um auszuloten, ob ein strategischer Investor eine Beteiligung erwerben oder sogar die in Frankfurt ansässige Bank übernehmen könnte, berichtet Bloomberg, ohne weitere Namen zu nennen. Die Bundesregierung taxiert das Angebot der Italiener als «feindliche Übernahme» und lehnt es weiterhin ab. In Berlin scheint man besorgt zu sein, dass zentrale Entscheidungen von Frankfurt nach Mailand verlagert werden könnten. Zu protektionistischen Massnahmen will man dennoch nicht greifen – aus Sorge um den Ruf Deutschlands und seines Finanzplatzes und aufgrund rechtlicher Beschränkungen innerhalb der Europäischen Union, die eine Vollblockade von Übernahmen im Binnenmarkt verbieten. ### Bafin moniert Banner-Kampagne Der Chef der [Unicredit](https://www.tippinpoint.ch/tag/unicredit/), Andrea Orcel, hat in den letzten Monaten die Beteiligung an der zweitgrössten Bank Deutschlands sukzessive auf rund 30 Prozent ausgebaut. Bei dieser hohen Beteiligungsquote wird es für jeden weissen Ritter schwierig, einen Konkurrenten auszustechen. Der deutsche Staat ist 2008 in der Finanzkrise bei der [Commerzbank](https://www.tippinpoint.ch/tag/commerzbank/) eingestiegen und hält aktuell noch einen Anteil von 12 Prozent. Die Übernahmeschlacht wird immer gehässiger. Letzte Woche schaltete Unicredit eine Banner-Kampagne, die die Commerzbank in ein schiefes Licht stellte. Das hat nun ein Nachspiel. Die deutsche Bafin hat die italienische Grossbank aufgefordert, die Veröffentlichung von «unsachlichen Werbeanzeigen» in Bezug auf die Commerzbank zu unterlassen. Diese Werbeanzeigen seien geeignet gewesen, die Entscheidung der Aktionäre der Commerzbank beim Übernahmeangebot zu beeinflussen, kritisierte die Bafin. Die Aufmachung sei «reisserisch und unsachlich» gewesen. Die italienische Bank räumte später ein, dass die Übersetzung eines einzigen Wortes aus der englischen Originalfassung ins Deutsche möglicherweise zu Missverständnissen geführt habe. ### Zondacrypto: Spuren führen nach Dubai und zu russischen Oligarchen URL: https://www.tippinpoint.ch/zondacrypto-spuren-fuehren-nach-dubai-und-zu-russischen-oligarchen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:01.000Z Pech mit dem Sponsor, Glück im Spiel. Gestern gelang dem HCD ein glücklicher 5:4-Heimsieg im Playoff-Final gegen Fribourg. Das Zondacrypto-Stadion tobte, besser bekannt als die Eishalle Davos. Jetzt fehlt dem Rekordmeister nur noch ein Sieg für die Meisterschaft. Dem Sponsor dagegen, beziehungsweise zu viele Kunden der Kryptoplattform hingegen, ist kaum zum Feiern zumute. Die Börse, die vor allem in Osteuropa aktiv ist, aber auch Kunden in der Schweiz ansprach, ist vom Netz. Die Website von Zondacrypto ist seit Donnerstag nicht mehr aktiv. Auch der Zugriff aus der Schweiz funktioniert nicht mehr. Bereits länger haben die Kunden keinen Zugriff mehr auf die Bestände ihrer Kryptos, wie tippinpoint berichtete. Gründer und Chef von Zondacrypto, Przemysław Kral, wies zunächst Liquiditätsprobleme vehement zurück. Doch inzwischen scheint erhärtet, dass die Börse auf ausgewiesene Krypto-Bestände gar nie Zugriff hatte, weil die entsprechenden Schlüssel fehlten. Inzwischen scheint sich auch Przemysław Kral abgesetzt zu haben. Nach Recherchen mehrerer Medien soll sich der Investor nach Israel abgesetzt haben. Der gebürtige Pole besitzt seit rund einem Jahr auch die israelische Staatsbürgerschaft, heisst es. ### Grösster Finanzskandal des Jahrzehnts Der Fall Zondacrypto hat sich in Polen zu einer Staatsaffäre entwickelt. «Wäre eine Bank betroffen, würden wir vom grössten Finanzskandal des Jahrzehnts sprechen. Und wäre ein Investmentfonds betroffen, würden wir von einem grossen Betrug sprechen», sagte Finanzminister Andrzej Domański gemäss Medienberichten. Wie die Tageszeitung «Rzeczpospolita» berichtet, sollen Anteile von Zondacrypto an drei in den Vereinigten Arabischen Emiraten registrierte Gesellschaften übertragen worden sein. Diese würden wiederum von Firmen aus Luxemburg kontrolliert, die einem gewissen Sylwester Suszek gehören sollen. Er ist der Gründer der Börse, der vor ein paar Jahren unter mysteriösen Umständen verschwand. Alle drei mit Zondacrypto verbundenen Gesellschaften in Dubai seien über anonyme Treuhänder gegründet worden, heisst es weiter. Wie «Rzeczpospolita» vermutet, würden solche Schemata häufig auf russische Oligarchen hindeuten, die so versuchen, internationale Sanktionen zu umgehen. ### Vom Wesen des Kompromisses bei der Regulierung der UBS URL: https://www.tippinpoint.ch/vom-wesen-des-kompromisses-bei-der-regulierung-der-ubs/ Last updated: 2026-07-18T23:02:01.000Z «Hier werden keine Kompromisse geschlossen, hier wird bereits alles als Kompromiss vorgetragen, und die Spannung nimmt leicht zu, wenn aus zwei Kompromissen ein dritter geformt wird.» Dieses Fazit zog Peter Bichsel 1968 nach dem Besuch der Sommersession des Parlaments in Bern. So läuft zurzeit auch die Regulierung der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) nach dem Debakel der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) (CS) ab. Nach echten Kompromissen - keiner gewinnt alles, keiner verliert mehr als die andern – sucht man seit 2023 vergebens. Ein solcher wurde allenfalls in letzter Minute vor dem drohenden Kollaps der CS geschlossen. Am Sonntag, dem 19\. März 2023 um 15.00 Uhr, kam im Bundesrat laut dem PUK-Bericht folgendes zur Sprache: *«Es wurde der neue Kompromissvorschlag diskutiert, wonach es der UBS mit einer Erhöhung der Bundesgarantie von 5 auf 9 Milliarden Franken ermöglicht würde, den Kaufpreis auf 3 Milliarden zu erhöhen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass mit einem Preis von 3 Milliarden die Aktionärsrechte besser entschädigt würden, die durch die Vereinbarung ohnehin bereits eingeschränkt würden. Aus dem Protokoll der Bundesratssitzung geht hervor, dass der Bundesrat zu diesem Zeitpunkt für den Fall, dass sich die Banken nicht einigen, auch über die Alternative diskutierte, die CS gestützt auf Artikel 14b der Notverordnung zur Annahme des erwähnten Kompromissvorschlags zu zwingen. Für die Regierung wäre eine Zwangsfusion nur eine Ultima Ratio gewesen, die es aus verschiedenen Gründen zu verhindern galt, insbesondere aufgrund der hohen Rechtsrisiken.»* ### «Bund erhöhte seine Garantie und die UBS im Gegenzug den Übernahmepreis» Der Bund erhöhte also seine Garantie und die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) im Gegenzug den Übernahmepreis. Solches Entgegenkommen von beiden Seiten ist seither Mangelware. Im Fall des Eigenkapitals forderte ein von Finanzministerin Karin Keller-Sutter in Auftrag gegebenes Gutachten des St. Galler Professors Manuel Ammann eine Leverage Ratio von zehn Prozent, Der Nationalrat nahm am 2\. Mai 2023 eine Motion der Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo mit 92 zu 82 Stimmen an, die eine Leverage Ratio von mindestens 15 Prozent für systemrelevante Banken verlangte. Der damalige Mitte-Präsident Gerhard Pfister sprach sogar von 20 Prozent. Aus alldem wurde nichts. Der Nationalrat schob die vom Bundesrat bekämpfte Motion Birrer-Heimo, die auch eine stärkere Progression der Eigenmittelanforderungen verlangte, auf die lange Bank. Der Bundesrat verzichtete 2025 auf eine deutliche Erhöhung der Leverage Ratio und beschränkte sich auf die Unterlegung der Auslandtöchter der UBS mit 100 Prozent Eigenmitteln. Auf Ebene der Verordnung kam der Bundesrat der UBS zudem bei der Eigenmittelberechnung für latente Steueransprüche und Software entgegen. ### «Für die UBS geht es um die Frage, ob das kompromisslose Powerplay nicht an ihrer Glaubwürdigkeit rüttelt» Folgt man der Argumentation der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und ihren Supportern in Wirtschart und Politik, hat der Bundesrat dennoch die Chance für einen Kompromiss verpasst. Es ist von extremen Forderungen die Rede, und einmal mehr wird das [Gespenst eines Wegzugs](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78427/die%5Fubs%5Fwird%5Fdie%5Fschweiz%5Febenso%5Fwenig%5Fverlassen%5Fwie%5Fdie%5Fmilliardaere.html) der letzten Schweizer Grossbank an die Wand gemalt. Im Vorfeld der Phase, wo nach Bichsel’scher Lesart aus zwei Kompromissen ein dritter geschmiedet wird, wird das Lobbying noch einmal erhöht. In Form eines Briefs von elf Wirtschaftsverbänden an alle Parlamentarier. In einer gemeinsamen Stellungnahme wandten sich auch die Finanzplatzkantone Zürich, Genf und Tessin gegen den Bundesrat. Soviel zur leicht erhöhten Spannung, bevor die Vorschläge des Bundesrats im Mai in die Wirtschaftskommission des Ständerats kommen. Absehbar ist schon jetzt, dass dann [noch ein Kompromissvorschlag](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78479/die%5Fkoalition%5Fder%5Fwilligen%5F.html) auf den Tisch kommt. Jener, mit dem die Prominenz der Parteien FDP, SVP, Mitte und GLP den Einsatz von AT1-Anleihen bei der Unterlegung der Auslandstöchter erlauben will. Scheitert die 100-prozentige Unterlegung der UBS-Auslandstöchter mit harten Eigenmitteln im Parlament, bleibt die Möglichkeit des Referendums und damit der Volksabstimmung. Der Bundesrat drohte mit Abstrichen beim Entgegenkommen. Für die UBS geht es um die Frage, ob das kompromisslose Powerplay nicht an ihrer Glaubwürdigkeit rüttelt. Im Bundesrat sowie bei der Nationalbank und der Finma sitzen wohl kaum lauter Angsthasen, die sich vor der nächsten Finanzkrise fürchten. ### «Mit dem Angriff auf den Iran explodierte das Volumen auf Hyperliquid» URL: https://www.tippinpoint.ch/mit-dem-angriff-auf-den-iran-explodierte-das-volumen-auf-hyperliquid/ Last updated: 2026-07-18T23:02:02.000Z Während der Bitcoin auf Jahressicht im Minus liegt, hat Hyperliquid mehr als 100 Prozent zugelegt. Die dezentrale Plattform war 2025 mit einem Umsatz von 70 Millionen Dollar pro Mitarbeiter das weltweit produktivste Unternehmen. Mit dem Erdölhandel während des Nahostkrieges rückte die dezentrale Börse ins breite Rampenlicht. Der Coinshares-Experte Luke Nolan erklärt, worum es bei Hyperliquid geht. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Wette nicht auf Dich selbst • Die Grundidee des Bitcoins verliert sich im Nebel --- ### Herr Nolan, mit dem Angriff auf den Iran und dem daraus resultierenden Ölpreisanstieg war ein starker Anstieg des Handelsvolumens bei Öl auf der DeFi-Börse Hyperliquid zu verzeichnen. Wieso? Hyperliquid hebt die zeitliche Beschränkung des Handels auf. Der Terminmarkt für Öl schliesst am Freitag und öffnet am Montag wieder. Es gibt zwar einige illiquide Möglichkeiten, am Wochenende zu handeln, aber diese sind nicht zuverlässig und nicht allgemein zugänglich. Hyperliquid füllt diese Lücke, indem es eine liquide Handelsplattform bietet, auf der man zu jeder Zeit und an jedem Tag mit quasi sofortiger Abwicklung handeln kann. Die Ermittlung des Handelspreises ist ziemlich clever. Wenn er zu sehr vom tatsächlichen Preis abweicht – sagen wir an einem Freitag –, steigt die Funding-Rate und umgekehrt, was die Dinge weitgehend im Gleichgewicht hält. Das bedeutet nicht, dass der Preis nicht schwanken kann. Aber er liefert einen Hinweis darauf, wie der Erdölpreis bei Wiederaufnahme des Handels aussehen wird. Der Preis wird genauer, je mehr Volumen, je mehr Teilnehmer auf die Plattform kommen – je mehr Liquidität, desto besser die Spreads. Es gab Wochenenden, an denen bis zu 2 Milliarden Dollar in unbefristeten Terminkontrakten, sogenannte Perpetuals, gehandelt wurden. Ein weiterer Vorteil ist das Hedging. Institutionen oder Market Maker können über Hyperliquid am Wochenende Hedging-Aktivitäten durchführen, um das Risiko einzuschränken. ### Dies ist nicht die erste Ölkrise, warum kommt Hyperliquid gerade jetzt aufs Parkett? Hyperliquid ermöglichte den Handel mit tokenisierten Wertpapieren über HIP3, den Hyperliquid Improvement Proposal 3\. Das gibt es seit acht oder neun Monaten, am Anfang war es noch sehr experimentell. Es gab nicht viel Vertrauen, dass die Plattform genaue Preise liefern könne oder dass die Korrelation mit den realen Vermögenswerten bestehen bleiben würde. Mit dem Angriff auf den Iran explodierte das Volumen und es bewährte sich als zuverlässiger Handelsplatz. ### Waren es die traditionellen Ölhändler oder neue Spekulanten, die Hyperliquid nutzen? Es ist ein bisschen von beidem. Die Daten deuten an, dass viele auf Kryptowährungen spezialisierte Händler zu Erdöl wechselten, wo das Volumen und die Volatilität hoch waren. Aber auch traditionelle Handelsdesks entdeckten Hyperliquid. Es gibt eine ganze Reihe von Händlern, die nicht auf Anlageklassen festgelegt sind, die einfach dorthin gehen, wo etwas los ist. [Luke Nolan ist Ethereum Research Associate bei Coinshares, einem Vermögensverwalter für digitale Vermögenswerte mit Sitz in Jersey. (Quelle: HO)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Luke%5FNolan%5F2604114%5F060413.jpg?ref=tippinpoint.ch) ### Wenn ich in der Schweiz Tokenisierungsprojeket betrachte, dann brauchen die immer Zeit und nochmals Zeit. Wieso konnte Hyperliquid im Februar so schnell reagieren? Bei den auf Hyperliquid gehandelten Kontrakten handelt es sich um unbefristete Kontrakte ohne zugrundeliegende Eigentumsrechte am Öl. Es ist ein synthetisches Engagement, das man mit der Gegenpartei schafft. Im Vergleich zum gesamten Erdölmarkt ist das Volumen noch gering. Im Vergleich zu traditionellen Öl-Futures sind es in der Spitze etwa drei oder vier Prozent. Ich war ziemlich überrascht, dass an einem Tag über 1,5 Milliarden Dollar gehandelt wurden. Es gibt noch eine regulatorische Bremse. Viele Institutionen können nicht auf einem dezentralen Handelsplatz handeln. Doch das wird sich ändern. ### Wird das Erdölvolumen auf Hyperliquid weiterwachsen? Das Ölvolumen wächst nicht unbegrenzt, irgendwann wird die Krise überwunden sein. Aber das tokenisierte Volumen, bei dem man die 24/7-Effizienz nutzt, wird zunehmen. Welche Anlageklasse das ist, kann ich noch nicht sagen. ### Was ist der grösste Vorteil beim Handel über Hyperliquid? Es ist eine Mischung aus verschiedenen Faktoren. Der Handel rund um die Uhr über eine einheitliche Plattform mit sofortiger Abwicklung. Wenn man bei einem traditionellen Broker handelt und eine Position verkauft, muss warten, bis das Geld verbucht ist. Die Kapitaleffizienz ist deutlich geringer. Es kann aus den unterschiedlichsten Gründen zu Abwicklungsfehlern oder Verzögerungen bei der Abwicklung kommen. Auf einer sehr liquiden Plattform kann man unmittelbar vom Handel mit Öl zum Handel in ein anderes Asset, etwa zu Altcoins, wechseln. Diese Vereinheitlichung ist wichtig ebenso wie die Möglichkeit, Ihre Kontrakte auch mit einer Vielzahl von Vermögenswerten zu besichern. ### Für welchem Vermögenswert sehen Sie das grösste Potenzial für eine derartige Tokenisierung? Der logische nächste Schritt wäre, Dinge zu tokenisieren, die weniger liquide oder geradezu illiquide sind. Etwa einen Private-Equity-Fonds, der sehr hohe Mindestanlagebeträge hat. Das bedeutet, dass die Preisbildung kontinuierlich ist. Ein Private-Equity-Fonds legt seine Preise vielleicht einmal pro Quartal fest. So entsteht in den Zeiträumen dazwischen eine Preisbildung. Das gilt auch für Pre-IPO-Aktien wie Anthropic oder SpaceX. Das ist keine 100-prozentig genaue Preisbildung aber eine Annäherung auf Basis von informierten Marktteilnehmern. ### Schon vor dem Nahostkrieg gab es einen Hype um Hyperliquid, und die Blockchain entwickelt sich seit Monaten besser als Bitcoin. Was war damals der Hintergrund? Das Besondere an Hyperliquid ist seine Tokennomics-Struktur. Sie generiert täglich zwischen 1 und 5 Millionen Dollar Erträge über die Handelsplattform. Mit rund 95 Prozent dieser Einnahmen werden systematisch eigenen Token zurückgekauft. In volatilen Zeiten steigert Hyperliquid ihren Wert. Im Gegensatz zu andern Blockchain lässt sich Hyperliquid Aktien-ähnlich bewerten. Der Token wird zu etwa dem 50- bis 20-fachen des Preises im Verhältnis zu den annualisierten Gebühren gehandelt. In Zeiten hoher Volatilität, insbesondere bei Kursrückgängen, bietet die systematische Rückkaufpolitik eine zusätzliche Stütze, was ziemlich einzigartig ist. ### Hyperliquid verfügt über eine eigene Layer-1-Blockchain. Kann das von einer dezentralen Börse auf Ethereum kopiert werden? Derzeit ist das nicht möglich, was einerseits ein Vorteil, andererseits aber auch ein Nachteil ist. Wenn wir an etwas Dezentrales denken, denken wir normalerweise an Open Source, aber Hyperliquid ist Closed Source. Das bedeutet: Wenn ich wollte, könnte ich die Ethereum-Blockchain exakt kopieren. Sie ist vollständig öffentlich zugänglich. Der Hyperliquid-Code ist nicht allgemein verfügbar. Das ist einzigartig aber auch eine Art Black Box. Sollte etwas schiefgehen, hat man keinen Einblick, was schiefgelaufen ist und warum. Ich könnte mir vorstellen, dass Hyperliquid nach einigen Jahren Online-Betrieb mit hohem Liquiditäts- und Netzwerkeffekte Open Source werden können, weil sie dann einen Schutzwall haben. ### Bisher werden Tokenisierungsprojekte mit Ethereum gleichgesetzt. Was Hyperliquid tokenisiert, sind lediglich Verträge, während Ethereums tatsächliche zugrunde liegende Vermögenswerte tokenisiert. So repräsentiert der auf Ethereum aufbauende Blackrock-Geldmarktfonds tatsächlich das Eigentum an dem Vermögenswert, der von BNY Mellon im Auftrag von [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/) verwahrt wird. Bei der Tokenisierung realer Vermögenswerte dominiert Ethereum. Aber wenn es darum geht, einen Preis zu bieten, Liquidität zu verschaffen, dann kommt Hyperliquid ins Spiel. Es besteht aber kein Anspruch auf den Basiswert. ### Gibt es kein Sicherheitsproblem, wenn man auf Hyperliquid nicht das bekommt, was man gekauft hat? Ich sehe es nicht als Sicherheitsproblem, sondern als Korrelationsrisiko. Wenn jemand kommt und für 200 Millionen Dollar Nivida-Aktien über die Plattform verkauft oder shortet, wird sich der tatsächliche Kurs von Nvidia in diesem Moment vom Kurs auf Hyperliquid abkoppeln. Wenn sich der Kurs abkoppelt, wird die Funding-Rate negativ ausfallen, was Anreize zum Kauf schafft, durch das Eintreiben von Funding dazu beitragen, den Kurs wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Preisabweichungen können manchmal unattraktiv sein, etwa in der Absicherung, besonders wenn man in grossen Volumina handelt. ### Ist es kein Problem, wenn Elon Musk sagt, dass er nicht möchte, dass SpaceX-Aktien auf Hyperliquid gehandelt werden? Das ist das Schöne an einem dezentralen Markt: Es spielt keine Rolle, was jemand denkt. Er kann diesen Handel nicht verhindern. Wenn jemand, der Anteile an SpaceX besitzt, zu einem Unternehmen geht und sagt: Ich verkaufe euch meine Anteile und ihr tokenisiert diese, dann hat Elon einen Rechtsanspruch. Aber da es sich lediglich um einen unbefristeten Kontrakt handelt, hat er keine rechtliche Handhabe, weil es sich einfach um ein synthetisches Engagement handelt. ### Aber gibt es ein Emittentenrisiko – weil die Plattform nicht Open-Source und nicht dezentralisiert ist? Ja, aber es wurden zwei Massnahmen ergriffen, um dieses Risiko zu mindern. Zum einem hat Hyperliquid in den vergangenen Monaten eine Lobbyabteilung in Washington eröffnet, sodass sie sehr nah an den Regulierungsbehörden sind und sicherstellen, dass sie nichts Falsches tun. Zudem gibt es derzeit nur eine sehr begrenzte Anzahl von Validatoren. Ein Grossteil der Hyperliquid-Anteile ist an eine Stiftung delegiert. In seinem derzeitigen Zustand ist das System also zentralisiert. In der Vergangenheit gab es Fehler und das Geld wurde zurückgebucht. Aber der Validator-Pool soll erweitert werden, sodass sie die Gesellschaft nicht mehr die Mehrheit der Anteile kontrolliert und durch den engen Kontakt mit den Regulierungsbehörden ist das Regulierungsrisiko gesunken. Ein weiterer Beweis dafür, dass sie die regulatorische Lücke überbrücken, ist, dass sie es geschafft haben, eine Lizenz von den S&P 500 Dow Jones-Indizes zu erhalten, um einen offiziellen tokenisierten S&P 500 zu lancieren. ### Wenn man die beiden Layer-1-Blockchains Ethereum und Hyperliquid vergleicht, welcher würden Sie mehr Potenzial und mehr Sicherheit zusprechen? Die beiden ergänzen sich. Hyperliquid bietet Ihnen ein Nischenengagement im Handelsbereich und in weitere Bereiche, in die sie expandieren wollen. Es ist wie eine Investition in ein Unternehmen, während es bei Ethereum darum geht, in eine Smart-Contract-Plattform zu investieren. Wenn wir an DeFi, Kreditmärkte, tokenisierte reale Vermögenswerte und Stablecoin denken, dann kommt Ethereum ins Spiel. Das sind die Märkte, in denen Hyperliquid Schwierigkeiten hätte, zu konkurrieren. Ethereum ist seit Einführung 2015 noch nie offline gegangen, noch nie kompromittiert worden. Ethereum verfügt über jene Sicherheitsgarantien, die viele Institutionen besonders am Herzen liegt. Hyperliquid offeriert ein Engagement in das wachsende Segment von Privatanlegern und institutionellen Händlern, die mit Finanzanlagen handeln. ### Gibt es bei Hyperliquid irgendwelche Volumenbeschränkungen – das Potenzial für tokenisiert Assets ist riesig? Einer der Vorteile der Zentralisierung besteht darin, dass die Hyperliquid-Blockchain extrem leistungsfähig ist: Blockzeiten im Millisekundenbereich, Tausende von Transaktionen pro Sekunde. Sie war noch nie mit Einschränkungen konfrontiert. Das geht jedoch zu Lasten der Skalierbarkeit: Wenn ich beispielsweise Ethereum validieren wollte, könnte ich das wahrscheinlich auf einem Laptop ausführen. Wenn ich Hyperliquid validieren wollte, bräuchte das einen extrem leistungsfähigen und teuren Server. Ethereum verfügt deshalb über mehr als eine Million Validatoren. Der Ansatz von Hyperliquid war hingegen: Lasst uns einfach die bestmögliche Blockchain schaffen. Wir fangen zentralisiert an und kommen dereinst zum Punkt, in der die Technologie eine stärkere Dezentralisierung zulässt. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Wette nicht auf Dich selbst Zwei Kandidaten für den US-Kongress und ein amtierender Abgeordneter sind von der Prognosebörse Kalshi mit Geldstrafen und Sperren belegt worden. Die Blockchain-Prognosebörse hatte festgestellt, dass diese Politiker auf den Ausgang der eigenen Wahlkämpfe gewettet hatten. Prognosemärkte, wie Polymarket oder Kalshi, auf denen Nutzer auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wetten können, stehen wegen Insiderhandels und möglicher Verstösse gegen Glücksspielgesetze zunehmend unter Beobachtung des US-Gesetzgebers. Die Aufsichtsabteilung bei Kalshi erklärte, dass diese Fälle zwar gegen die Börsenvorschriften von Kalshi verstossen hätten, jedoch keine Weiterleitung an die US-Aufsichtsbehörde für den Terminhandel (CFTC) oder das Justizministerium zur weiteren Untersuchung und Strafverfolgung rechtfertigten. ## Die Grundidee des Bitcoins verliert sich im Nebel Dreht sich Satoshi gerade im Grab (wenn es ihn denn überhaupt gegeben hat und er schon verstorben ist)? Aber das soll hier nicht das Thema sein. Es geht darum, wie seine Grundidee von Bitcoin, der Schaffung eines dezentralen, digitalen Geldsystems, das ohne zentrale Instanzen wie Banken, Staaten oder Zwischenhändler funktioniert, je länger, je mehr aufgeweicht wird. Bereits vor einigen Jahren schieden sich die Geister darüber, ob es sinnvoll ist, ein Zertifikat auf Bitcoin zu emittieren und damit die dezentrale Währung ins Fiat-System zu holen. Dafür gab es Argumente: Ist doch etwa das Führen und Aufbewahren eines privaten Wallets und das selbständig Durchführen von Transaktionen nicht jedermanns Sache. Zudem gibt es Investoren, die an der Wertentwicklung von Bitcoin teilhaben wollen, ohne selbst auf der Blockchain zu sein. Doch das USD Garant Cap Zertifikat 06/2032 der UniCredit Bank ist neben anderen Produkten nochmals eine neue Kategorie. Das ist ein Kapitalschutzzertifikat auf den iShares Bitcoin Trust ETF. Ein Zertifikat mit Emittentenrisiko auf einen ETF mit Bitcoin als Basis ist wohl nicht das, was Satoshi im Blick hatte. Wenn man den Atem anhält und an der Blockchain lauscht, hört man Satoshi leise seufzen. ### Blockierte Milliarden bei MBaer - Kunden haben keinen Zugriff URL: https://www.tippinpoint.ch/blockierte-milliarden-bei-mbaer-kunden-haben-keinen-zugriff/ Last updated: 2026-07-18T23:02:03.000Z Am 27\. Februar schritt die Finma ein, entzog der [MBaer](https://www.tippinpoint.ch/tag/mbaer/) Merchant Bank die Banklizenz und setzte einen Liquidator ein. Gemäss Einschätzung der Behörde waren die «systematischen Mängel unter den gegebenen Umständen nicht korrigierbar» – die Zwangsschliessung war die Folge. Dieser Schritt kam einem Schock gleich und rückte den Schweizer Finanzplatz international in ein schiefes Licht. Per Ende 2025 zählte die Bank rund 700 Kunden mit Vermögen von insgesamt 4,9 Milliarden Franken. Weder Eigenkapital- noch Liquiditätsprobleme lagen vor. Dennoch warten die Kunden auch zwei Monate nach der Schliessung weiterhin auf die Auszahlung ihrer Gelder. Der von der Finma eingesetzte Liquidator, Daniel Staehelin, bestätigt gegenüber Tippinpoint, dass die Kundengelder nach wie vor blockiert sind und bislang keine Überweisungen erfolgt sind. ### Keine Transaktionen möglich Derzeit führen Staehelin und sein Kollege Lukas Bopp – beide von der Basler Kanzlei Kellerhals Carrard – gemeinsam mit einem verbliebenen Rumpfteam der Bank eine erneute KYC-Prüfung der rund 700 Kunden durch. Zwar wurden entsprechende Kontrollen bereits im regulären Bankbetrieb sowie im Rahmen des Enforcementverfahrens vorgenommen, doch werden die Dossiers nun nochmals umfassend überprüft. Parallel dazu laufen Abklärungen zur künftigen Verwahrung der Kundengelder. Nach Recherchen steht [MBaer](https://www.tippinpoint.ch/tag/mbaer/) mit drei Banken in Kontakt, über die die Kundenbeziehungen abgewickelt werden sollen. Staehelin bestätigt dies. Das zentrale Problem: Ohne Banklizenz ist MBaer vom Zahlungssystem ausgeschlossen. Seit Ende Februar kann die Bank keine eigenen Transaktionen mehr ausführen. Das lange Warten stellt für alle Kunden eine Belastung dar. Besonders betroffen sind jedoch kleinere Firmenkunden, die operativ auf MBaer angewiesen waren. Für Finma und Liquidator hingegen besteht kein unmittelbarer Anreiz, die Abwicklung möglichst rasch und kosteneffizient voranzutreiben. Auf die Frage nach den geschätzten Kosten der Liquidation – etwa ob zwei bis drei Millionen Franken pro Jahr realistisch seien – erklärt Staehelin, dazu derzeit keine Angaben machen zu können. ### Rechnet sich jetzt ein Wegzug für die UBS überhaupt noch? URL: https://www.tippinpoint.ch/rechnet-sich-jetzt-ein-wegzug-fuer-die-ubs-ueberhaupt-noch/ Last updated: 2026-07-18T23:02:03.000Z «Unglaublich, so kann man doch keine Politik machen», sagt ein Banker, nachdem er den Auftritt von Bundesrätin Karin Keller-Sutter am Donnerstag mitverfolgt hatte. Er regt sich zum einen darüber auf, dass die Regierung am Vollabzug der Auslandstöchter festhält und diesen ins Bankengesetz überführen will. Geradezu unverfroren findet er, dass sich die Regierung eine Hintertür offenlässt, um über den Verordnungsweg die Regulierung weiter zu verschärfen, wenn das Parlament den Kapitalabzug der Auslandstöchter verwässern sollte. In die gleiche Kerbe haute auch der emeritierte Bankenprofessor Martin Janssen. Er sagte [im Blick](https://www.blick.ch/wirtschaft/bankenprofessor-ueber-keller-sutters-aussage-empoert-hoert-sich-wie-eine-erpressung-des-parlaments-an-id21891480.html?ref=tippinpoint.ch), das «höre sich wie eine Erpressung des Parlaments an». Schaut man auf den gestrigen Tag, war diese Rückversicherung tatsächlich das einzige Neue und Überraschende in der Diskussion um die neue Too-big-to-fail-Regulierung. Konkret bedeutet sie: Der Bundesrat kann über die Eigenmittelverordnung Verschärfungen vornehmen, die die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) dazu zwingen würden, mehrere Milliarden Eigenkapital zusätzlich zu beschaffen. Wie erwartet wurde, hat der Bund – im Unterschied zu früheren Plänen – den Ausschluss von latenten Steuergutschriften und Betriebssoftware vom Eigenkapital zurückgenommen. Das reduziert den zusätzlichen Kapitalbedarf von 11 auf 2 Milliarden Dollar für das UBS-Stammhaus. Es geht also um einen «Discount» von 9 Milliarden, den der Bund der UBS gewähren will – wieder rückgängig machen könnte. ### Kapitalbedarf schrumpft deutlich Das könnte dann der Fall sein, wenn das Parlament der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) weiterhin einen Rabatt bei der Kapitalisierung der Auslandstöchter im Stammhaus gewährt. Die aktuelle Gesetzgebung sieht vor, dass systemrelevante Banken den Buchwert der Auslandstöchter im Stammhaus nur zu 60 Prozent absichern müssen. Übernimmt das Parlament die Botschaft des Bundesrats, muss die UBS 20 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital aufbauen, wie die Bank gestern in einer Reaktion festgehalten hat. Mit den 2 Milliarden, die durch die Änderung der Eigenmittelverordnung hinzukommen, ergibt das gemäss UBS insgesamt 22 Milliarden Dollar. Die jährlichen Kapitalkosten dafür betragen 1,7 Milliarden Dollar – gerechnet mit einem Kapitalkostensatz von 8 Prozent, den auch die UBS in ihren eigenen Berechnungen verwendet. «Wenn ich Sergio Ermotti wäre, würde ich jetzt nach einem Käufer für die Bank suchen», sagt eine involvierte Auskunftsperson. Ein Verkauf würde sich auf die der Aktionäre rechnen, die auf einen Schlag die 20 Milliarden Eigenkapital nicht aufbringen müssten. Ein Verkauf wäre deshalb ein lukratives regulatorisches Arbitragegeschäft, glaubt er. Mit einem Wegzug wäre die Schweiz zwar das «Klumpenrisiko» UBS los – doch für den Finanzplatz und die Wirtschaft wäre dies mit kaum absehbaren Kosten verbunden. Die UBS pumpt Liquidität in den Schweizer Markt und bietet Finanzierungslösungen für Unternehmen an, die aktuell nur sie erbringen kann. Ein Wegzug hätte entsprechend weitreichende Folgen. Umgekehrt kann man sich auch die Frage stellen: Würde sich ein Wegzug wegen 1,7 Milliarden Dollar zusätzlicher Kosten tatsächlich rechnen? Die Folgen eines Verkaufs oder eines Wegzugs aus der Schweiz auf das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft – dem eigentlichen Kerngeschäft der Bank – wären ebenfalls völlig unkalkulierbar. Die Basler Professorin Corinne Zellweger-Gutknecht befürwortet die neuen Regeln. Sie sagt: «In ihrem Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, kann die Bank das zusätzliche Eigenkapital als Verkaufsargument nutzen.» ### Vontobel: Neugeldwende bei den institutionellen Kunden URL: https://www.tippinpoint.ch/vontobel-neugeldwende-bei-den-institutionellen-kunden/ Last updated: 2026-07-18T23:02:04.000Z Die Privatbank macht erste Angaben neuen Geschäftsjahr. In den ersten drei Monaten zog [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/tag/vontobel/) Neugelder von 1,7 Milliarden Franken an. Im gesamten letzten Jahr waren es 4,2 Milliarden Franken. Die gesamten Assets under Management bleiben praktisch unverändert bei 240 Milliarden Franken. Die institutionellen Kunden haben daran einen Anteil von 107,7 Milliarden Franken, das Privatkundengeschäft 124,5 Milliarden Franken. Der Bereich Privatkunden verzeichnete Netto-Neugeldzuflüsse in Höhe von 1,3 Milliarden Franken, getrieben von anhaltenden Zuflüssen in allen Schwerpunktmärkten, schreibt die Bank in einem Update. Die Nettozuflüsse im Bereich institutionelle Kunden beliefen sich auf insgesamt 0,3 Milliarden Franken (Gesamtjahr 2025: Minus 2,7 Milliarden Franken), hauptsächlich aus dem Bereich Fixed Income. In den Zahlen enthalten sind Abflüsse in Höhe von einer Milliarde Franken aus den Raiffeisen-Fonds. Die sogenannten Futura-Fonds werden bis 2027 vollständig von Raiffeisen übernommen. Weitere Angaben zum Geschäft machte die Bank nicht. ### Die Würfel sind gefallen: Bund lässt 20-Milliarden-Kapitalhammer auf die UBS niedersausen URL: https://www.tippinpoint.ch/die-wuerfel-sind-gefallen-bund-laesst-20-milliarden-kapitalhammer-auf-die-ubs-niedersausen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:05.000Z Jetzt ist es amtlich: Systemrelevante Banken müssen ihre Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften im Schweizer Stammhaus vollständig mit hartem Kernkapital unterlegen. Das schlägt der Bundesrat in seiner Gesetzesbotschaft dem Parlament vor. Damit sollen Schweizer Banken in der Stabilisierungsphase einer Krise, in der sie noch eigenverantwortlich handeln können, ausländische Tochtergesellschaften ohne negative Folgen für die Kapitalquoten des Stammhauses ganz oder teilweise veräussern können, hält das federführende Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) in einer Mitteilung fest. Laut dem SIF soll dadurch die Wahrscheinlichkeit reduziert werden, dass sie abgewickelt werden müssen. «Damit wird die Stabilität global tätiger systemrelevanter Banken und folglich auch des Schweizer Finanzplatzes gestärkt. Ebenfalls wird möglicher Schaden für die Steuerzahlenden vermindert», heisst es weiter. Damit bleibt der Bundesrat bei einer Linie. Allerdings kommt die Landesregierung wie erwartet den Banken bei der Eigenmittelverordnung entgegen. Entgegen dem ursprünglichen Vorschlag verzichtet der Bundesrat darauf, für latente Steueransprüche und Software eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital zu verlangen. Wie [Tippinpoint bereits vermeldete](https://tippinpoint.ch/artikel/78737/der%5Fbund%5Fbleibt%5Fbei%5Fauslandstoechtern%5Fhart%5F-%5Fkompromisse%5Fbei%5Fder%5Fkapitalqualitaet.html?ref=tippinpoint.ch), wird sich die Schweiz den EU-Regeln anpassen und eine maximal dreijährige Abschreibungsdauer für Software festlegen. Auf die vorgeschlagene Änderung im Bereich der latenten Steueransprüche werde «vorerst» verzichtet, schreibt das SIF. Laut den Behörden würde diese zwar ebenfalls die Finanzstabilität stärken, wäre aber international eine Ausnahme. Zudem werde die mit der Massnahme angestrebte Risikominderung grösstenteils auch mit der im Bankengesetz vorgeschlagenen Eigenmittelunterlegung für ausländische Beteiligungen erreicht. Pikant: «Sollte letztere nicht hinreichend umgesetzt werden, behält sich der Bundesrat vor, die Eigenmittelunterlegung latenter Steueransprüche neu zu beurteilen», schreibt der Bund. Damit hält sich der Bundesrat eine Hintertür offen, die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zu mehr Eigenkapital zu verpflichten, falls das Parlament die Eigenkapitalunterlegung zu stark verwässern sollte. ### Nur noch 9 Milliarden Dollar Die neue Regelung soll gemäss Schätzungen der Behörden bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zu einer gezielten, substanziellen Stärkung der harten Eigenmittel (CET1) im Stammhaus um rund 20 Milliarden US-Dollar führen, wie das SIF weiter schreibt. Wäre die Regelung per 1\. Januar 2026 eingeführt worden, hätte die effektive CET1-Kapitallücke noch rund 9 Milliarden US-Dollar betragen. Das SIF beziffert in einer Pro-forma-Rechnung die mögliche künftige harte Kernkapitalquote der UBS «nach Umsetzung aller Massnahmen» auf 15,5 Prozent. Damit liege die Bank im Bereich der heutigen Kapitalquoten der internationalen Peers. Dies entspricht auf Gruppenstufe einer Erhöhung der harten Kernkapitalquote gegenüber dem 4\. Quartal 2025 um rund 1,1 Prozentpunkte (siehe Grafik). [Gemäss Bund bedeutet das Paket eine verkraftbare Erhöhung der Eigenkapitalquote. (Quelle: SIF)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2604112%5F130406.jpg?ref=tippinpoint.ch) Wie die Behörden weiter festhalten, sollten die entstehenden Finanzierungskosten bei einer verursachergerechten Überwälzung nicht durch die Kundinnen und Kunden in der Schweiz getragen werden. Eine Quersubventionierung des Geschäfts ausländischer Tochtergesellschaften durch Einnahmen aus dem inländischen Kreditgeschäft widerspräche der Annahme eines effizienten, kompetitiven Schweizer Kreditmarkts. Bundesrat, [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) und [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) «sind sich einig, dass das vorgeschlagene Massnahmenpaket sinnvoll, notwendig, zielgerichtet und für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) tragbar ist». ### Der Bund bleibt bei Auslandstöchtern hart - Kompromisse bei der Kapitalqualität URL: https://www.tippinpoint.ch/der-bund-bleibt-bei-auslandstoechtern-hart-kompromisse-bei-der-kapitalqualitaet/ Last updated: 2026-07-18T23:02:06.000Z Am heutigen [Mittwoch wird der Bundesrat ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78729/showdown%5Fum%5Fubs-kapital%5Fbundesrat%5Fentscheidet%5Fam%5Fmittwoch.html)die Eckpunkte zu den Eigenkapitalregeln bekanntgeben. Diese sind bereits teilweise durchgesickert: Bei der gewichtigsten Massnahme – der Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter im Stammhaus – wird der Bundesrat aller Voraussicht nach hart bleiben, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten. Konkret bedeutet das: Der Bundesrat verlangt von den systemrelevanten Banken, dass sie das Eigenkapital der Auslandstöchter vollständig auch im Stammhaus halten müssen. Damit wird der bisher gewährte Discount gestrichen. Für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) bedeutet dies, dass die Bank bis zu 20 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital beschaffen muss. Beim zweiten Geschäft, der sogenannten Eigenkapitalverordnung, kommt der Bundesrat den Banken hingegen entgegen, wie Quellen übereinstimmend berichten. Ursprünglich wollte der Bund, dass aktivierte Software für den Bankbetrieb nicht mehr dem Eigenkapital zugerechnet werden kann. Davon sei der Bundesrat nun abgerückt und soll auf die Linie der EU eingeschwenkt sein: Software kann weiterhin aktiviert werden, muss jedoch über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum von drei Jahren abgeschrieben werden. Auch bei den latenten Steuergutschriften, den Deferred Tax Assets (DTA), soll sich der Bund kompromissbereit zeigen. Für die UBS bedeutet das unter dem Strich, dass sie einen beträchtlichen Teil der rund 11 Milliarden Dollar an Kapital, das die Massnahmen ursprünglich gekostet hätten, nicht aufbringen muss. Die DTA machen dabei den Löwenanteil aus. ### Wie weiter? Die Eigenkapitalverordnung kann der Bundesrat ohne Zustimmung des Parlaments in Kraft setzen. Theoretisch könnte sie später noch durch ein Gesetz angepasst werden, das das Parlament einbringen kann. Eine entsprechende Drohung äusserte Mitte-Politiker Erich Ettlin vor Kurzem gegenüber Reuters. Angesichts des Entgegenkommens des Bundesrats scheint dieses Szenario derzeit jedoch vom Tisch. Die Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter im Stammhaus hingegen wird dem Parlament vorgelegt. Dieses kann Änderungen einbringen – oder darauf verzichten. Ob die Bundespolitiker, wie schon nach der Finanzkrise, erneut substanzielle Verwässerungen vornehmen werden, bleibt abzuwarten. Für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) dürfte sich der heutige Tag wie ein Zwischensieg anfühlen: Die Verordnung wird abgeschwächt, und alles Weitere kann über das Parlament beeinflusst werden. ### Chaos bei Zondacrypto: Schweizer Verwaltungsrat zurückgetreten - CEO nach Israel geflohen? URL: https://www.tippinpoint.ch/chaos-bei-zondacrypto-schweizer-verwaltungsrat-zurueckgetreten-ceo-nach-israel-geflohen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:06.000Z Beim Hallensponsor des HCD eskalieren die Negativschlagzeilen. Przemysław Kral, Gründer und Chef der Kryptowährungsbörse Zondacrypto, sei wie vom Erdboden verschluckt, berichten polnische Medien. Er nehme weder Anrufe entgegen noch antworte er auf Nachrichten. Inzwischen wird spekuliert, dass sich der Gründer der Kryptoplattform mit angeblich über einer Million Kundinnen und Kunden nach Israel abgesetzt habe – nachdem er vor Kurzem den Pass mit der Menora erhalten haben soll. Zuvor sind mehrere Verwaltungsräte des Unternehmens zurückgetreten, darunter Guido Bühler. In einem gemeinsamen Statement mit zwei weiteren Verwaltungsräten schreibt er: «In einer Governance-Struktur, in der Eigentümerschaft und operative Führung in einer einzigen Person konzentriert sind, setzt eine wirksame Aufsicht Transparenz, rechtzeitige Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen voraus. Leider ist dieses Fundament in wesentlicher Weise untergraben worden.» Bühler war zuvor auch aus der Swiss Blockchain Federation ausgetreten, wie das [Crypto Valley Journal berichtete](https://cvj.ch/aktuell/news/swiss-blockchain-federation-bestaetigt-vorstand-und-baut-regulatorischen-einfluss-aus/?ref=tippinpoint.ch). Der Investor ist Mitgründer der Schweizer Kryptobank Amina. ### Kein Zugrif auf Cold Wallet Die Staatsanwaltschaft Katowice hat Ermittlungen aufgenommen. Der geschätzte Schaden für die Kunden beläuft sich auf mindestens 350 Millionen Złoty (rund 75 Millionen Franken) – Tendenz steigend. Erste Hinweise auf Liquiditätsprobleme der Börse tauchten Anfang April auf. Die Berichte in lokalen Medien stützen sich unter anderem auf On-Chain-Analysen von Recoveris, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Zug, das sich auf Blockchain-Forensik, Ermittlungen und die Wiederbeschaffung digitaler Vermögenswerte spezialisiert hat. Przemysław Kral wies Liquiditätsprobleme zunächst vehement zurück. Er verwies auf einen aktuellen Bestand von 4500 Bitcoins, die sich jedoch in sogenannten Cold Wallets befinden sollen. Wie nun bekannt wurde, hat die Börse offenbar keinen Zugriff auf die privaten Schlüssel dieser Wallets. Gemäss Recoveris weist die Bitcoin-Adresse seit 2016 keinerlei Aktivität auf. Dies legt nahe, dass die Börse faktisch insolvent ist, da die Kundengelder nicht gedeckt werden können. ### Finma sieht sich falsch verstanden und will rasch neue Kompetenzen URL: https://www.tippinpoint.ch/finma-sieht-sich-falsch-verstanden-und-will-rasch-neue-kompetenzen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:06.000Z Der statistische Leistungsausweis der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma für 2025 lässt sich sehen. 55 sogenannte Enforcement-Verfahren wurden abgeschlossen. Es handelt sich um Verwaltungsverfahren zur Durchsetzung des Finanzmarktrechts und um eines der schärfsten Instrumente der Finma. Präsidentin Marlene Amstad sprach am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz vom «Enforcement-Hammer». Gegen potenziell unerlaubt tätige Subjekte auf dem Finanzplatz eröffnete die Finma rund 450 Abklärungen; rund 300 von ihnen landeten auf einer Warnliste – so viele wie noch nie. Ohne das duale Aufsichtssystem – mit privaten Prüfgesellschaften für die Kontrollen in den Banken – über Bord zu werfen, legte die Finma auch letztes Jahr einen Akzent auf eigene Vor-Ort-Kontrollen – ein Markenzeichen seit dem Amtsantritt von Direktor Stefan Walter. 113 Mal kreuzten die Aufseher bei Banken auf, 42 Mal allein bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). 43 Vor-Ort-Kontrollen wurden bei Versicherungen angeordnet, 20 im Asset Management. Betroffen waren vor allem grössere Institute, während sich die Aufsicht über kleinere Firmen auf Daten stützt. Bei den direkten Kontrollen der Banken, sogenannten Deep Dives, stellte die Finma teilweise schwerwiegende Mängel fest. In 14 Fällen ordnete sie einen Eigenmittelzuschlag an. In sieben Fällen wurde die Geschäftstätigkeit eingeschränkt, und in einem Fall verbot die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/), Übernahmen zu tätigen. In 271 Fällen klärte die Finma ein potenzielles Fehlverhalten von Versicherungsvermittlern ab und entferne mehrere von ihnen aus dem öffentlichen Register. ### Personalbestand soll unter 1'000 bleiben Die Aufsicht über die rund 10'000 Versicherungsvermittler obliegt der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) seit 2024\. Zusammen mit dem Ausbau anderer Tätigkeiten führte dies auch 2025 zu einem deutlichen Personalausbau, um 63 auf neu 617 Vollzeitstellen. In Vorwegnahme der Kritik von Politikern und Betroffenen versicherten Walter und Amstad, man wolle beim Personal «dreistellig» bleiben. Sie unterstrichen den risikobasierten Ansatz der Aufsichtstätigkeit. «Unser Fokus liegt auf einer Aufsicht, die noch wirksamer, noch proportionaler und noch zukunftsgerichteter ist», sagte Walter. Die Finma sorge für widerstandsfähigere Institute, förderte verantwortungsvolle Innovation und leiste einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit sowie zur guten Reputation des Finanzplatzes Schweiz. Mit Nachdruck sprach sich die Finma-Spitze für eine rasche Umsetzung der «Too-big-to-fail»-Pakets des Bundesrats aus, einen Tag bevor die Regierung ihre Beschlüsse fassen dürfte. Der Finma geht es dabei vor allem um drei neue Instrumente in ihrem Werkzeugkasten, eine Bussenkompetenz, eine offensivere Kommunikation, die die schwarzen Schafe beim Namen nennt, sowie um die Möglichkeit, verantwortliche Manager zur Verantwortung zu ziehen. Die Finma steht auch hinter den Plänen für schärfere Eigenmittelvorschriften für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), mochte dies angesichts der unmittelbar bevorstehenden Entscheide des Bundesrats aber nicht mehr näher ausführen. ### Verkauft sich die Finma zu schlecht? Überhaupt war das Bemühen der Finma-Spitze spürbar, die Debatte um Rolle und Ausübung der Finanzmarkaufsicht nicht zusätzlich anzuheizen. Walter verwendete mehrmals das Bild des politischen Pendelschlags. Kritische Fragen zur Sache wies er mit Hinweis auf seine 30-jährige internationale Erfahrung in der Finanzmarktaufsicht zurück. Eine starke Aufsicht fördere langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes. Von einer Überregulierung in der Schweiz wollte Walter nichts wissen. Und Präsidentin Amstad sagte, die nationale Wahrnehmung stehe im Widerspruch zur internationalen Anerkennung der Schweizer Aufsicht, wie sie eben wieder an der Frühjahrstagung des IWF erfahren habe. ### Für Topkader von Julius Bär gab es 2025 eine Bonus-Nullrunde URL: https://www.tippinpoint.ch/fuer-topkader-von-julius-baer-gab-es-2025-eine-bonus-nullrunde/ Last updated: 2026-07-18T23:02:07.000Z Die Benko-Kredite hallen auch über zwei Jahre nach dem Zusammenbruch des gescheiterten Immobilieninvestors aus Österreich nach. Ein langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung, das heute in der erweiterten Geschäftsleitung von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) tätig ist, erhielt für das Jahr 2025 keinen Bonus. Damit hatte die betroffene Person nicht gerechnet, da im Jahr zuvor noch Bonuszahlungen ausgeschüttet worden waren, wie eine Quelle sagt. Zwar seien diese geringer ausgefallen, aber nicht vollständig entfallen. Kolleginnen und Kollegen auf derselben Stufe habe es ähnlich getroffen. Laut der Quelle trägt die Nullbonusrunde für 2025 die Handschrift von CEO Stefan Bollinger, dem früheren Goldman-Sachs-Banker, der seit Anfang 2025 an der Spitze der Bank steht. Bollinger krempelte im vergangenen Jahr die Führungsetage komplett um. Er halbierte die auf 16 Personen angewachsene Konzernleitung. Die Leiter der Kundenregionen sowie weiterer Funktionen wurden in das neugeschaffene, unterhalb der Geschäftsleitung angesiedelte Global Wealth Management Committee verschoben. In der Konzernleitung befinden sich nur noch zentrale Funktionen wie Finanzsteuerung, Risk, Compliance, Operations und Rechtsdienst. Durch die Verkleinerung der Konzernleitung lässt sich die Reduktion der Boni nicht direkt aus dem Geschäftsbericht herauslesen; Vergleiche mit früheren Jahren sind nur eingeschränkt möglich. Für 2025 beträgt die gesamte variable Vergütung der Konzernleitung 11 Millionen Franken. Darin enthalten ist ein Spezialbonus von 1,5 Millionen Franken für den damaligen CEO ad interim Nick Dreckmann sowie «explizite Abzüge für zwei ExB-Mitglieder im Zusammenhang mit früheren kreditbezogenen Entscheidungen». ### Zwei zusätzliche Abschreiber Dabei dürfte es sich um Kreditabschreiber handeln, die erst im vergangenen Jahr im Rahmen der Überprüfung des Kreditbuchs aufgetaucht sind. Im Mai und später im November gab [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) bekannt, nochmals 130 beziehungsweise 149 Millionen auf Immobilienkrediten abschreiben zu müssen. Dies belastete das Ergebnis spürbar. Welche Manager es konkret getroffen hat, legt die Bank nicht offen. Die Konzernleitung besteht aus sechs Mitgliedern, vier davon sind 2025 und 2026 neu hinzugekommen. Zwei sind bereits länger dabei: Finanzchefin Evie Kostakis und Chefjurist Christoph Hiestand. Ebenfalls dazugerechnet werden kann auch Oliver Bartholet, der im Juli zurücktrat und die Bank Ende 2025 verliess. Inzwischen hat Chief Financial Officer Evie Kostakis entschieden, die Bank zu verlassen. Vor zehn Tagen wurde bekannt, dass die 50-Jährige eine internationale Führungsrolle ausserhalb des Instituts anstrebt. Sie werde noch bis Ende 2026 im Unternehmen bleiben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Ob und inwiefern ihr Abgang mit möglichen Bonuskürzungen zusammenhängt, ist nicht erhärtet. Eine Mediensprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Die Bank verweist generell auf den Geschäftsbericht. ### Raiffeisen führt «Rundungssparen» ein - und bietet Zugang zu Kryptos und Gold URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-fuehrt-rundungssparen-ein-und-bietet-zugang-zu-kryptos-und-gold/ Last updated: 2026-07-18T23:02:07.000Z Der neue CEO Gabriel Brenna will [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) zu einer Anlagebank machen. Jetzt macht die Genossenschaftsbank einen ersten kleinen Schritt und schafft Anreize, damit Kunden mehr Geld auf die Seite legen. Mit sogenanntem Rundungssparen können Kundinnen und Kunden automatisch Kleinbeträge auf ein Sparkonto oder in Fondspläne übertragen lassen. Bei Zahlungen mit der Raiffeisen-Debitkarte oder Raiffeisen-Twint können die Beträge auf den nächsten Franken oder die nächsten fünf oder zehn Franken aufgerundet werden, teilt die Bank mit. Gleichzeitig hat Raiffeisen die Eintrittsschwelle in die digitale Vermögensverwaltung «Rio» deutlich gesenkt, von 5000 auf 500 Franken. Laut Raiffeisen ist das Kernportfolio neu automatisch «global» ausgerichtet. Die Ausrichtungen «Swissness» und «Futura» würden als optional wählbare Themen verfügbar bleiben, heisst es weiter. ### Kryptos und Gold Auch alternative Anlagen will die Genossenschaftsbank ihren Kunden schmackhaft machen. Das Portfolio kann um Bausteine wie Kryptowährungen, Gold und Immobilien ergänzt werden. Die bisherigen Themen wie «Smart Healthcare», «Robotics», «Green Energy» oder «Dividenden» bleiben bestehen. Jedes Thema erhält eine Gewichtung von fünf Prozent des investierten Kapitals. ### Showdown um UBS-Kapital: Bundesrat entscheidet am Mittwoch URL: https://www.tippinpoint.ch/showdown-um-ubs-kapital-bundesrat-entscheidet-am-mittwoch/ Last updated: 2026-07-18T23:02:08.000Z Diesen Mittwoch wird bekannt, wie viel Eigenkapital der Bund von der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verlangt. Das Finanzministerium wird voraussichtlich nach Börsenschluss die wichtigsten Eckpfeiler der künftigen Too-big-to-fail-Regulierung präsentieren. Im Zentrum steht die Eigenkapitalverordnung, die definiert, welche Bilanzpositionen dem Eigenkapital zugerechnet werden können und welche nicht. Dabei geht es im Kern um betriebliche Software und Steuergutschriften. Dieses Geschäft ist fix – das Parlament kann es nicht mehr abändern. Ein zweites Paket betrifft die hochumstrittene Eigenkapitalunterlegung von Auslandstöchtern im Stammhaus. Hier soll eine Lücke geschlossen werden, die im Nachgang der Finanzkrise vom Parlament geschaffen wurde. Künftig soll – so der Plan der Landesregierung – das Eigenkapital der Auslandstöchter im Stammhaus vollständig abgezogen werden, wie das ursprünglich bereits einmal diskutiert wurde, aber dann mit Rücksicht auf die Grossbanken abgeschwächt wurde. ### Noser bricht Lanze für die UBS Hier wird es erneut zu Abschwächungsversuchen kommen – je nach Vorschlag des Bundesrats dürften sie unterschiedlich intensiv ausfallen. Übers Wochenende kam es zu letzten Stellungsbezügen: Im SonntagsBlick brach Alt-FDP-Ständerat Ruedi Noser eine Lanze für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), die die Verschärfungen bekanntlich vehement bekämpft. Noser forderte mehr Weitblick bei der Regulierung. Die Credit Suisse sei nicht an zu wenig Kapital gescheitert, sondern an klaren Managementfehlern, wie im PUK-Bericht nachzulesen sei, sagte der IT-Unternehmer, der von 2017 bis zum Ende im Verwaltungsrat der Credit Suisse Asset Management sass. Auch Hannes Germann, Schaffhauser SVP-Ständerat, lehnt eine Verschärfung des Eigenkapitalregimes ab, wie er auf Cash sagte. Zudem brachte er einen kaum realisierbaren Vorschlag ins Spiel: «Vielleicht müssen wir einen Schritt weitergehen und die Abtrennung des Auslandsgeschäfts vom Schweiz-Geschäft der UBS erzwingen», sagte er. Das wäre einschneidend, aber aus Sicht des Schweizer Steuerzahlers der sicherste Weg, so Germann – der gleichzeitig einräumte, dass diese Idee kaum mehrheitsfähig sein dürfte. Der Politiker ist Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK) und unterstützt den Kompromissvorschlag bürgerlicher Politiker, bis zur Hälfte des neu geforderten Kapitals im Stammhaus über Fremdkapital (AT1) bereitzustellen. ### Banken lancieren Derivate, um auf Ausfälle von Private-Credit-Fonds zu spekulieren URL: https://www.tippinpoint.ch/banken-lancieren-derivate-um-auf-ausfaelle-von-private-credit-fonds-zu-spekulieren/ Last updated: 2026-07-18T23:02:08.000Z JP Morgan, [Barclays](https://www.tippinpoint.ch/tag/barclays/) und weitere Banken haben Credit Default Swaps (CDS) auf Private-Credit-Fonds von [Blackstone](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackstone/), Apollo Global Management und Ares Management lanciert. Mit diesen Derivaten können Investoren Absicherungen für Fonds kaufen, die ihre Schulden nicht bedienen können. Gleichzeitig lassen die Kontrakte auch Wetten auf die Pleite der Fonds zu. Steigt der Wert der CDS, steigt damit auch die Ausfallwahrscheinlichkeit. Ermöglicht wurden die neuen Produkte mit der Einführung eines neuen Index der Ratingfirma Standard & Poor’s (S&P). Der sogenannte CDX Financials umfasst neben Banken, Versicherern und Immobilienfirmen auch Fonds von Apollo, Blackstone und Ares. Kurz nach dem Start des Index begannen Banken aktiv mit dem Handel von CDS auf die zugrunde liegenden Fonds, wie die Financial Times schreibt. ### Wackeliger Private-Credit-Markt Der Private-Credit-Markt befindet sich seit einigen Monaten in einer angespannten Lage. Anbieter im Markt mit einem Volumen von rund 2000 Milliarden Dollar kämpfen mit Mittelabflüssen und höheren Finanzierungskosten. Zum Teil mussten Fonds ihre Gates hochfahren, weil sie die Rücknahmeforderungen der Investoren nicht mehr bedienen konnten. Auch die Regulatoren haben inzwischen einen Blick auf das Geschäft geworfen, das naturgemäss intransparent ist. Neben JPMorgan und [Barclays](https://www.tippinpoint.ch/tag/barclays/) sollen gemäss FT auch [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) und [Citigroup](https://www.tippinpoint.ch/tag/citigroup/) in den CDS-Markt für Private Credit eingestiegen sein. Die UBS wird nicht genannt. Das Handelsvolumen sei bislang jedoch noch relativ gering. Credit Default Swaps wurden ursprünglich vor vielen Jahren lanciert, um sich gegen den Ausfall von Anleihen abzusichern. Bekannt wurden sie vor allem als Krisenbarometer für Banken während der Finanzkrise. ### Maria Sala wechselt als Evergreen-Produktspezialistin zu Hamilton Lane URL: https://www.tippinpoint.ch/maria-sala-wechselt-als-evergreen-produktspezialistin-zu-hamilton-lane/ Last updated: 2026-07-18T23:02:09.000Z Maria Sala tritt bei Hamilton Lane als Principal und Multi-Strategy Evergreen Product Specialist am Standort Zürich an. Sie kommt von [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/), wo sie insgesamt elf Jahre tätig war. Zuletzt verantwortete sie als Leiterin der Wealth Alternatives Specialists das Geschäft in der DACH-Region sowie in Italien. Davon war Sala für Barclays, Goldman Sachs und HSBC tätig. Ralph Aerni, Head of Client Solutions EMEA bei [Hamilton Lane](https://www.tippinpoint.ch/tag/hamilton-lane/), sagt zur Personalie: «Ihre Ernennung und ihre umfassende Erfahrung in privaten und öffentlichen Märkten werden uns dabei helfen, unsere europäischen Kundinnen und Kunden noch besser zu betreuen. Gleichzeitig werden wir unsere Evergreen-Plattform über verschiedene Anlageklassen in den Private Markets weiter ausbauen und stärken.» ### 17 Milliarden in Evergreen-Fonds Hamilton Lane ist auf Private Markets spezialisiert und beschäftigt rund 780 Mitarbeitende an 23 Standorten weltweit, mit Hauptsitz in Philadelphia. Das Unternehmen verwaltet derzeit zwölf Evergreen-Fonds. Deren Gesamtvolumen belief sich Ende Februar auf rund 17 Milliarden US-Dollar. ### Coop betreibt Einkaufstourismus bei deutscher Druckerei URL: https://www.tippinpoint.ch/coop-betreibt-einkaufstourismus-bei-deutscher-druckerei/ Last updated: 2026-07-18T23:02:09.000Z Das grenzüberschreitende Einkaufen kostet den Schweizer Detailhandel jedes Jahr Milliarden. Entsprechend scharf fällt die Kritik am Einkaufstourismus aus. Der frühere Coop-Chef Hansueli Loosli sagte einst, wer im Ausland einkaufe, profitiere zwar persönlich, gefährde aber gleichzeitig Arbeitsplätze in der Schweiz. Zusammen mit der [Migros](https://www.tippinpoint.ch/tag/migros/) setzte sich [Coop](https://www.tippinpoint.ch/tag/coop/) dafür ein, dass die Grenze für zollfreie Einkäufe von 300 auf 50 Franken gesenkt wurde. Seither ist die Kritik etwas milder geworden. Zwar hängt der Einkaufstourismus weiterhin wie ein Damoklesschwert über dem Schweizer Detailhandel. Hinzu kommt, dass sich der Euro gegenüber dem Franken zuletzt deutlich abgeschwächt hat. Doch Coop-CEO Philipp Wyss gibt sich demonstrativ gelassen. Man nehme das Thema zwar ernst und modernisiere Filialen in Grenznähe. Einen Umsatzeinbruch spüre man bislang jedoch nicht. «Für ein Sandwich reist niemand nach Deutschland», sagte Wyss. ### «Coopzeitung Mag» – printed in Germany Die gedämpfte Kritik passt zum eigenen Verhalten. Wie Recherchen zeigen, profitiert [Coop](https://www.tippinpoint.ch/tag/coop/) selbst vom tieferen Preisniveau in Deutschland. Letzte Woche kündigte der Grossverteiler unter anderem ein neues Printmagazin an, das speziell auf eine jüngere Zielgruppe – die Millennials – ausgerichtet ist. Die neue Publikation «Coopzeitung Mag», die vierteljährlich erscheint, wird jedoch nicht in einer Schweizer Druckerei produziert, sondern auf der anderen Seite der Grenze in Deutschland, wo die Kosten tiefer sind. Ein Coop-Sprecher bestätigt dies gegenüber Tippinpoint: «Der Druck von ‹Coopzeitung Mag› erfolgt bei Vogel Druck in Deutschland.» Die Auflage betrage 350’000 Exemplare. Der Sprecher fügt an, dass die Coopzeitung jede Woche mit über 2’500’000 Exemplaren vollständig in Schweizer Druckereien produziert werde. ### Das Crypto Valley stolpert ins 2026 URL: https://www.tippinpoint.ch/das-crypto-valley-stolpert-ins-2026/ Last updated: 2026-07-18T23:02:10.000Z Kam der Abgesang auf das Crypto Valley zu früh? Der aktuelle «CV VC Crypto Valley Top 50 and Ecosystem Report» bestätigt das – auf den ersten Blick: Die Schweizer Kryptoindustrie hat 2025 die Hälfte des europäischen Risikokapitals angezogen. Damit baue die hiesige Industrie ihre Position auf dem Kontinent aus, heisst es im Bericht. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Solana im Meme-Tief • Kryptobörsen im Sponsoring-Wahnsinn --- Mit 1766 aktiven Unternehmen erreicht der Standort einen neuen Höchststand, wobei die Bewertung der 50 führenden Firmen mit 467 Milliarden Dollar angegeben wird. Wenig überraschend nach der heftigen Korrektur im Kryptobereich im vergangenen Herbst erreichte die Bewertung vor Jahresfrist annähernd 600 Milliarden Dollar – verzeichnete damals aber zum Vorjahr eine Wachstumsrate von über 50 Prozent. In erster Linie verdankt das Crypto Valley sein Marktgewicht dabei dem Umstand, dass wichtige Blockchain-Stiftungen ihren Sitz in die Schweiz, d. h. in Zug, gelegt haben. Die bekanntesten sind Ethereum, Solana, Cardano, Polkadot, Internet Computer, Hedera, Cosmos oder Tezos. ### Blockchains im Überlebenskampf Ethereum verlor im Jahresverlauf 2025 etwas mehr als 10 Prozent an Wert. Es fällt aber auf, dass andere Blockchains aus dem Crypto Valley mit hohen Werteinbussen zu kämpfen haben. Cardano, Polkadot, Hedera, Internet Computer haben zwischen fast 60 bis deutlich über 70 Prozent eingebüsst. «Wertverluste sind bei den gelisteten Protokollen in dieser Branche normal und oft marktgetrieben», sagt Mathias Ruch, Gründer und CEO von Crypto Valley Venture Capital (CV VC). Angesichts solcher Wertverluste fragt sich der Beobachter jedoch, ob gewisse Projekte im Crypto Valley nun mit Existenzproblemen kämpfen. Das Thema Treasury kann gemäss Ruch schnell zu einer Herausforderung werden, wenn es nicht professionell gemanagt wird. Denn viele Protokoll-Stiftungen halten ihre Reserven grösstenteils in eigenen Token. Wenn der Wert dieser Token dauerhaft tief bleibt, schrumpft der Runway für Entwicklung, Aktivitäten und Ökosystem-Aufbau. «Wichtig sind auch strukturelle Effekte: z. B. fehlende Entwickleranreize, zu wenig Liquidität oder auch Sicherheitsaspekte», sagt der CVVC-CEO. Solange ein professionelles Treasury-Management, Aktivität, Nutzerwachstum und Anwendungsfälle bestehen, seien aber auch Rückgänge verkraftbar. Kritisch werde es, wenn die Probleme überall gleichzeitig auftreten. Ruch fasst zusammen: «Wer die Hausaufgaben frühzeitig gemacht hat, über eine solide Technologie und aktive Community verfügt, übersteht auch einen Bärenmarkt». ### Ein Projekt sammelt 400 Millionen ein Im vergangenen Jahr flossen über Finanzierungsrunden 728 Millionen Dollar in Blockchain-Unternehmen im Crypto Valley. Das entspricht einer Zunahme von 37 Prozent zum Vorjahr. Somit fliessen fast 50 Prozent der europäischen Risikokapitalinvestitionen im Blockchain-Sektor in die Schweiz. Was auf den ersten Blick wie Wachstum und die Verschiebung zu mehr Substanz aussieht – die Anzahl der Finanzierungen sank und die durchschnittlichen Volumina der einzelnen Deals stiegen –, ist in Wirklichkeit eine Transaktion, welche die Statistik verzerrt. Der grösste Einzeldeal entfiel auf TON mit einer Finanzierung über 400 Millionen Dollar. Die Layer-1-Blockchain TON wurde 2018 von den Telegram-Gründern als «Telegram Open Network» lanciert und sollte die Messaging-App in ihren Anwendungen erweitern. Nachdem die US-Börsenaufsicht den Token-Verkauf von Telegram untersagt hatte, entwickelten ab 2020 unabhängige Entwickler die Codebasis unter dem Namen «The Open Network» als Stiftung weiter. Bereits im Jahr 2024 hatte Pantera Capital 20 Millionen in TON investiert. Das Ziel des Projekts ist es, durch Mini-Apps, Wallet-Integrationen und In-Chat-Zahlungen direkt in die riesige Telegram-Nutzerbasis eingebettet zu sein. Er sehe grosses Potenzial bei In-App-Zahlungen, sagt ein Experte für digitales Zahlen. Telegram verfüge bereits über einen solide umgesetzten Stablecoin, Signal habe bereits eine Zahlungslösung, ebenso WhatsApp – jedoch nur in den USA. «Die Anzahl der Mobile-User steigt kontinuierlich, mit dem Aufkommen von SuperApps wird Banking innerhalb des Ökosystems immer wichtiger, besonders in Asien. In Regionen, in denen die Menschen keinen Bankzugang haben, ist das Telefon Nummer eins für Payment», führt der Experte aus. ### Einige Unicorns verendeten Im Report des vergangenen Jahres fällt auch auf, dass die Zahl der Unicorns von 17 auf 10 gefallen ist. Der Ausdruck Unicorn stammt aus der traditionellen Finanzwelt und bezeichnet Unternehmen, die eine Bewertung von über einer Milliarde erreicht haben und bereit wären für einen Börsengang. Im Report wird zwischen zwei Kategorien unterschieden: Public Valuations (gelistete Token) und Private Valuations (traditionelle Unternehmen). Der Rückgang der Unicorns ist primär eine Folge der Bewertungslogik: Für Token-Projekte zählt die Marktkapitalisierung per 31\. Dezember 2025\. Wer unter 1 Milliarde Dollar fällt, scheidet automatisch aus. «Das ist ein Stichtagseffekt und es reflektiert vor allem Marktvolatilität, nicht zwingend die Qualität der Projekte», sagt Ruch. Bei den Private Valuations sei der Hauptgrund ein anderer: 21Shares wurde akquiriert und erfülle damit die Kriterien nicht mehr. Das Unternehmen sei kein eigenständiges Schweizer Unternehmen mehr. Ob die 1-Milliarden-Schwelle für traditionelle IPO-Kandidaten überhaupt sinnvoll ist, sei tatsächlich eine offene Debatte, fügt der CVVC-CEO an. Die klassische Unicorn-Definition stamme aus einer Zeit, in der private Bewertungen das primäre Signal für Reife waren. «Im Blockchain-Kontext haben wir es oft mit öffentlich gehandelten Token-Projekten zu tun, deren Marktkapitalisierung täglich schwankt – das ist etwas fundamental anderes als eine geprüfte Unternehmensbewertung im Vorfeld eines IPOs. Die Schwelle ist eine Art Benchmark, aber wir sind uns bewusst, dass sie nur einen Teil der Wirklichkeit abbildet», so Ruch. ### Nur ein Teil in der Schweiz Für den Wirtschaftsstandort wäre auch noch wichtig zu wissen, wie viele Arbeitsplätze die Kryptoindustrie bietet und neu geschaffen hat. Hier gibt der Report keinen Aufschluss. «Seit der 2024er-Ausgabe haben wir die Methodik geändert und dabei bewusst auf Mitarbeitendenzahlen verzichtet. Öffentliche Daten, etwa von LinkedIn, sind zu ungenau, und bei global organisierten Projekten wie Ethereum, Solana oder Cardano ist eine geografische Zuordnung kaum belastbar», sagt Mathias Ruch. Die Einschätzung von CV VC sei: Strategische, rechtliche und teilweise technologische Funktionen seien weiterhin in der Schweiz verankert, während die operative Umsetzung global verteilt sei. Die Schweiz sei oft der Ort von Struktur und Governance. Wichtig für das Gedeihen des Krypto-Ökosystems sind die regulatorischen Rahmenbedingungen. Während die Schweiz mit der frühen und innovativen DLT-Gesetzgebung einst einen deutlichen Vorsprung gegenüber anderen Jurisdiktionen aufwies, fiel das Crypto Valley in den vergangenen Jahren punkto gesetzlicher Rahmenbedingungen zurück. Ein Rückschlag war etwa eine Aufsichtsmitteilung zur Herausgabe von Stablecoins durch die Finanzmarktaufsicht (Finma) im Juli 2024\. Die Golfregion, Singapur und in den vergangenen Jahren die Vereinigten Staaten schienen da viel eher Nägel mit Köpfen zu machen. ### Umstrittene US-Regulation «In vielen Gesprächen mit Krypto-Unternehmen in den USA habe ich festgestellt, dass diese mit Bewunderung auf die europäische MiCA-Regulierung schauen», sagt der CEO eines Schweizer Kryptodienstleisters. Denn trotz Clarity- und Genius-Act sei in den Vereinigten Staaten vieles umstritten und weniger klar, als hier oft angenommen wird. Der führende Dollar-Stablecoin operiere deshalb noch immer aus El Salvador heraus. In der Schweiz ist zuletzt wieder Bewegung in die Krypto-Regulierung gekommen. Die Chance besteht, dass ein mit MiCA vergleichbarer Gesetzesrahmen entsteht – und regulatorische Bedenken ausräumt. Zudem haben geopolitische Unruhen viele aufstrebende Krypto-Konkurrenten zurückgebunden, vor allem jene am Golf – etwa Abu Dhabi. Mit der Wahl von Donald Trump und seinen Bestrebungen, die USA zur «Heimat von Bitcoin» zu machen, schien das Land zum neuen Eldorado der Kryptoindustrie zu werden. Doch mit seiner Unberechenbarkeit – und seinen dreisten Selbstbereicherungen – hat Trump viele Investoren verunsichert. Die Chancen stehen also gut, dass die Zahlen zum Crypto Valley im nächsten Report (noch) besser aussehen. ### Der Abgesang kam zu früh Auch für Mathias Ruch kam der Abgesang auf das Crypto Valley übereilt – vor allem im aktuellen geopolitischen Kontext: «Sicher, andere Jurisdiktionen haben aufgeholt, die USA haben grosse Impulse ausgelöst mit ihrem Regulierungsansatz, Asien war schon immer stark und die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich zumindest regulatorisch hervorragend positioniert». Doch er setzt ein «Aber». Die grossen Protokoll-Stiftungen seien in der Schweiz – nicht gegangen. Das Crypto Valley wachse zwar weniger stark. Wenn man die Zahlen aber mit den Unternehmensfinanzierungen vergleiche, also wie viel Geld auf welche Art in Blockchain-Unternehmen in der Schweiz investiert werde, dann zeige sich aufgrund der geringeren Anzahl Deals bei gleichzeitig höherem Investitionsvolumen, dass das Crypto Valley reifer, resilienter und vielleicht sogar qualitativ hochstehender geworden sei. «Derzeit bestehen Lücken zu den führenden regulatorischen Hubs, das bremst die Dynamik. Resilienz und Stabilität stärken aber langfristig auch das Vertrauen. Wir können auf ein über viele Jahre entstandenes Ökosystem mit stabilem Regulierungsrahmen, institutionellem Know-how und einer grossen Dienstleistungslandschaft bauen», so der CVVC-Präsident. Das Crypto Valley verliere nicht an Relevanz, sondern entwickle sich zum globalen Infrastruktur- und Vertrauenshub. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Solana im Meme-Tief Die Krypto-Branche ist seit vergangenem Herbst im Tief. Das Industrie-Barometer, der Bitcoin, hat seit Ende September 2025 rund 60 Prozent nachgegeben. Solana dagegen ist in diesem Zeitraum um zwei Drittel eingebrochen und in der Rangliste der grössten Kryptowährungen nach hinten gerutscht. Noch vor Jahresfrist herrschte eine grosse Begeisterung um die «Meme-Blockchain». Der Kurseinbruch wurde auch nicht mit der Lancierung der ersten Solana-ETFs Ende Oktober 2025 gestoppt. Diese ermöglichen Retail- und institutionellen Investoren ein einfacheres Investment. Kritiker werfen den Meme-Coins mangelnden Nutzen vor, bemängeln die extremen Kursschwankungen und den oft rein spekulativen Charakter. Pepe the Frog, Fartcoin, Bonk, Dogwithhat und alle anderen hätten keine nachhaltige Rolle im Finanzsystem, sondern seien nur ein kurzlebiges Experiment. Wenig zur Vertrauensbildung von Meme-Coins und Solana dürfte auch der $TRUMP des US-Präsidenten Donald Trump beigetragen haben, der im Januar 2025 lanciert wurde. Das Umfeld des Präsidenten lancierte ebenfalls den WLFI (World Liberty Financial) Coin, den Barron Trump Coin und den $Melania. Alle diese Meme-Coins stehen im Verdacht, vor allem zur Bereicherung der Familie Trump lanciert worden zu sein. Entwickler führen oft an, dass Meme-Coins keinen klassischen Nutzen erfüllen, doch sie würden Bewegung, Sichtbarkeit und Liquidität auf die Blockchain bringen, und dies sei ihr eigentlicher Wert. Doch in einer risikoaversen Welt ist das zu wenig, um Investoren zu überzeugen. Der Traum von der Herausforderung von Ethereum muss Solana wohl (vorläufig) begraben. Auch die Blockchain von Vitalik Buterin hat an Beachtung, d. h. Wert, verloren. Aber wichtige Projekte, etwa in den Bereichen Stablecoins oder Tokenisierung, bauen weiter auf Ethereum. ## Kryptobörsen im Sponsoring-Wahnsinn Wer den Champions-League-Match zwischen Bayern München und Real Madrid verfolgte, der stolperte wahrscheinlich auch mehrmals über Bitpanda. Die österreichische Kryptobörse ist einer der Sponsoren des deutschen Rekordmeisters. Aber nicht nur das: Bitpanda ist auch Partner von Arsenal FC sowie der ATP-Tennisspieler Dominic Thiem, Alexander Zverev, Stan Wawrinka und Gaël Monfils. Zudem unterstützt die Kryptobörse die NFL (National Football League) in Europa und ausgewählte Football-Spieler. Bitpanda meint dazu, es verfolge die Strategie, nur mit Partnern zusammenzuarbeiten, die in ihrem Bereich Marktführer oder Gamechanger seien – also Potenzial hätten, um das Thema Krypto-Investments in den Mainstream zu rücken. Der Markt ist umkämpft und es gibt zahlreiche Anbieter. Also muss man sich dem Kunden in Erinnerung rufen. Das ist teuer, auch wenn die Margen und Gewinne der Unternehmen noch dünn sind – wenn überhaupt vorhanden. Dass dies schnell ins Auge gehen kann, zeigte sich in den vergangenen Tagen bei der osteuropäischen Kryptobörse Zondacrypto. Im Sportsponsoring konzentriert sich dieses Unternehmen auf den italienischen, polnischen und Schweizer Markt. Das Unternehmen setzt dabei auf eine Mischung aus traditionsreichen Fussballvereinen, erstklassigem Radsport und prominenten Markenbotschaftern. Zu den Sponsoringpartnern gehören die italienischen Fussballclubs Juventus Turin, Bologna FC, Atalanta Bergamo, Parma Calcio und der polnische Verein Raków Częstochowa. Zudem hält das Unternehmen die Namensrechte am Stadion des Eishockeyclubs HC Davos. <&/p> Auch im Radsport ist Zondacrypto prominent vertreten, als Premium-Partner der Tour de Suisse, Titelsponsor des Frauenteams Canyon / SRAM Racing, des Giro d’Italia Women und der Tour de Pologne. Daneben unterstützt die Kryptobörse einzelne Fussball- und Tennisspieler sowie Radrenn- und F1-Fahrer. In einem schwachen, über längere Zeit seitwärts laufenden Markt sinkt das Interesse der Retail-Investoren und damit das Handelsvolumen. In den vergangenen Tagen kam es zu Berichten über die Illiquidität von Zondacrypto. Das muss nicht nur die Kunden beunruhigen, sondern auch Sportvereine und Sportler sowie deren Fans. ### Finanzplatz-Initiative: Droht ein Anlageverbot für Chevron & Co.? URL: https://www.tippinpoint.ch/finanzplatz-initiative-droht-ein-anlageverbot-fuer-chevron-co/ Last updated: 2026-07-18T23:02:10.000Z Am Donnerstag wurde die Finanzplatz-Initiative eingereicht. Sie verlangt, dass sich der Schweizer Finanzplatz ökologisch nachhaltig ausrichtet – im Einklang mit internationalen Standards. Die Kernforderung lautet: Schweizer Finanzmarktteilnehmende sollen «keine Finanzierungs- und Versicherungsdienstleistungen» erbringen, die der «Erschliessung, der Förderung neuer sowie der Ausweitung des Abbaus bestehender fossiler Energievorkommen dienen; das Gesetz legt die entsprechenden Einschränkungen fest». Die Formulierung lässt viel Interpretationsspielraum offen. Finanzplatzvertreter lehnen die Initiative «aufgrund gravierender Mängel und potenziell erheblicher negativer Folgen» für den Schweizer Finanzplatz ab. Der Verband Asset Management Association Switzerland (AMAS) schreibt in einem Positionspapier, dass die Initiative «tief in die Anlagefreiheit» eingreife und den Finanzplatz schwäche. Gemäss Auffassung der AMAS beschränkt sich das geforderte Verbot von «Finanzierungs- und Versicherungsleistungen» nicht nur auf die Vergabe von Krediten und die Erbringung von Versicherungsleistungen für Unternehmen, die im Abbau fossiler Energievorkommen tätig sind, sondern auch auf den Handel mit Aktien oder Anleihen solcher Unternehmen. Die Bankiervereinigung doppelte gestern nach und spricht von erheblichen Nachteilen für Anlegerinnen und Anleger. Die Initiative sehe vor, gewisse Unternehmen pauschal von Vermögensverwaltungsmandaten und der Anlageberatung auszuschliessen. Eine derartige Einschränkung der Anlagemöglichkeiten würde die Diversifikation der Portfolios deutlich beeinträchtigen, zu höheren Kosten führen und das Risiko tieferer Renditen erhöhen, schreibt die Bankiervereinigung. Gemäss Einschätzung der AMAS wären bei Annahme der Initiative zudem breite, global diversifizierte Anlagelösungen (z. B. MSCI World) in dieser Form nicht mehr möglich. ### Kernanliegen: Finanzierungsfluss stoppen Ein Sprecher des Initiativkomitees gibt dagegen Entwarnung. Auf die Frage, inwieweit die Initiative in die Anlagefreiheit eingreife und ob das Halten von Aktien wie Chevron oder Shell in der Schweiz verboten würde, sagte er, dass dieser Punkt immer wieder für Verwirrung sorge. Die Initiative verlange von Investoren lediglich, dass sie ihre Anlageportfolios und Anlageentscheidungen bis 2050 auf Netto-Null ausrichten. Damit soll die Grundlage für die schrittweise Umstellung der Wirtschaft gelegt werden. «Das Halten und Handeln von Wertpapieren von Konzernen wie Chevron bleibt weiterhin möglich», sagt der Sprecher. «Was die Initiative verhindern will, ist, dass neues Kapital aus der Schweiz in Unternehmen fliesst, die ihr fossiles Geschäft ausweiten, oder dass diesen Unternehmen Versicherungsdienstleistungen angeboten werden.» Bleibt es bei dieser Interpretation, rennt die Initiative zumindest zum Teil offene Türen ein. Die meisten Schweizer Banken wie etwa die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), aber auch die Versicherer streben bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen über ihr gesamtes Geschäft hinweg an. ### Neue Rekordstände - Anleger haben den Krieg im Nahen Osten abgehakt URL: https://www.tippinpoint.ch/neue-rekordstaende-anleger-haben-den-krieg-im-nahen-osten-abgehakt/ Last updated: 2026-07-18T23:02:11.000Z Die Ölpreise haben am Freitagmorgen nochmals leicht nachgegeben. Die Sorte Brent kostete 98 US-Dollar je Barrel. Damit reagierten die Märkte auf die seit Mitternacht geltende brüchige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Auch in den Verhandlungen um eine Beendigung des Kriegs mit dem Iran scheint es Fortschritte zu geben. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte Donald Trump. Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump. An den Finanzmärkten scheinen die Investoren bereits einen Schritt weiter zu sein. Für Aktieninvestoren ist der Krieg abgehakt. In den USA liegt der S&P 500 bereits wieder höher als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Am Mittwoch und Donnerstag erreichte er sogar Rekorde. Am Donnerstag stieg auch der japanische Nikkei-Index auf einen Höchststand, ebenso der Weltindex MSCI World. ### Risikoappetit nimmt tendenziell ab Am Freitag dagegen gab es in Asien einen leichten Taucher. Die Rekordrally ist damit ins Stocken geraten. Das hat aber primär weniger mit neuen Ängsten zu tun, sondern mit dem Umstand, dass Anleger vor dem Wochenende Gewinne mitgenommen und Positionen reduziert haben. Der MSCI All Country World Index, einer der breitesten Indikatoren für die weltweite Aktienentwicklung, gab um 0,1 Prozent nach. Zuvor hatte er zehn Tage in Folge zugelegt und am Donnerstag ein neues Allzeithoch erreicht. Der SMI dagegen liegt noch über 800 Punkte unter dem Hoch von Anfang März. Klar ist aber auch: Die Märkte sind sehr hoch bewertet, und der Risikoappetit nimmt tendenziell ab. So legte Gold zuletzt wieder leicht zu und handelt aktuell bei etwa 4800 US-Dollar pro Unze – ein Zeichen für allgemeine Vorsicht. US-Staatsanleihen und der Dollar bleiben hingegen stabil. ### Kurz vor neuem Eigenkapitalregime: Bundesrat stärkt Finma demonstrativ den Rücken URL: https://www.tippinpoint.ch/kurz-vor-neuem-eigenkapitalregime-bundesrat-staerkt-finma-demonstrativ-den-ruecken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:11.000Z Es ist ein Klassiker: Sonntags sind sich alle einig, dass die Schweiz eine starke und unabhängige Finanzmarktaufsicht braucht. Werktags klagen die Betroffenen hingegen über unverhältnismässige Schikanen. Kommt es zu Unfällen, sind aber die Aufseher zumindest mitschuldig. Nach dem Skandal beginnt das Spiel von vorn. Es folgt der Ruf nach einer Stärkung der Aufsicht, bis sich die Empörung gelegt hat, und jene Stimmen wieder Oberhand gewinnen, die die Kontrolleure in die Schranken weisen. Drei Jahre nach dem Untergang der Credit Suisse (CS) ist diese Phase in vollem Gang. Die gleichen Kreise, die der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) nach dem Kollaps der Grossbank Totalversagen vorwarfen, warnen nun vor überschiessender Reaktion bei den Eigenmittelvorschriften und neuen Kompetenzen für die Aufsicht. In die [Serie von parlamentarischen Vorstössen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78678/genfer%5Fpolitikerin%5Fund%5Fbankerin%5Fblaest%5Fzum%5Fangriff%5Fauf%5Fdie%5Ffinma.html) reiht sich eine Motion der Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats ein, die einen Konsultationsmechanismus des Parlaments für Verordnungen und Rundschreiben der Finma verlangt. ### Oberaufsicht des Parlaments Noch vor der Bekanntgabe der Massnahmen zur Bewältigung des CS-Debakels schlägt der Bundesrat hier einen Pflock ein. Er lehnt die im Februar von der WAK mit 15 zu 9 Stimmen verabschiedete Motion ab und erinnert daran, dass das Parlament bereits heute die Möglichkeit habe, mit seiner Rechtsetzungskompetenz über die Finanzmarktgesetzgebung die Ausrichtung der Tätigkeit der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) massgeblich zu gestalten. Beim Erlass von Verordnungen und Rundschreiben sei die Finma an das übergeordnete Recht gebunden. Hinzu kämen gesetzliche und gerichtliche Kontrollmechanismen, die namentlich die Einhaltung des Legalitätsprinzips gewährleisteten. Der Bundesrat verweist weiter auf die Oberaufsicht des Parlaments über die Finma und stellt auch den Vergleich der Motionäre mit dem Konsultationsrecht des Parlaments bei Verordnungen des Bundesrats richtig. Dieses fokussiere sich auf wichtige Verordnungen und umfasse insbesondere nicht Fragen der Rechtsanwendung. Die Schaffung eines auf die Finma begrenzten Konsultationsmechanismus wäre sowohl vom Umfang wie auch vom Inhalt her ein Novum – auch im Vergleich zu anderen unabhängigen Verwaltungsbehörden, gibt der Bundesrat zu bedenken. Ausserdem könnte der Konsultationsmechanismus zu Verzögerungen bei der Regulierung führen. Dem Bundesrat scheint es wichtig – so lassen sich Zeitpunkt und Inhalt der Stellungnahme interpretieren –, noch vor Bekanntgabe des neuen Regimes für die Finma klar zu machen, dass er keine Schwächung der Finanzmarktaufsicht duldet. In der vergangenen Frühlingssession hatte sich der Bundesrat in der Fragestunde des Nationalrats bereits gegen Fragen gewehrt, die auf Finma-Direktor Stefan Walter und den Umstand seiner deutschen Staatsangehörigkeit zielten. ### Finanzplatz-Initiative fordert Verbot fossiler Finanzierungen URL: https://www.tippinpoint.ch/finanzplatz-initiative-fordert-verbot-fossiler-finanzierungen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:12.000Z Der Finanzplatz Schweiz soll Verantwortung übernehmen für Klima und Umwelt. Das will eine Volksinitiative, die heute in Bern eingereicht wird. Mit Verfassungsbestimmungen soll der Bund gezwungen werden, den Schweizer Finanzplatz ökologisch nachhaltig auszurichten, im Einklang mit internationalen Standards. Laut Initiativtext sollen Schweizer Finanzmarktteilnehmende «keine Finanzierungs- und Versicherungsdienstleistungen» erbringen, die der «Erschliessung und der Förderung neuer sowie der Ausweitung des Abbaus bestehender fossiler Energievorkommen dienen; das Gesetz legt die entsprechenden Einschränkungen fest.» Weiter heisst es: «Zur Durchsetzung dieser Vorgaben wird eine Aufsicht vorgesehen; diese hat Verfügungs- und Sanktionskompetenzen.» Erfasst von der Initiative sind Schweizer Finanzmarktteilnehmende wie «Banken, Versicherungsunternehmen, Finanzinstitute sowie Vorsorge- und Sozialversicherungseinrichtungen». Ausnahmen soll es für Finanzmarktteilnehmende geben, deren Tätigkeiten mit geringen Umweltauswirkungen verbunden sind. Im Komitee der sogenannten Finanzplatz-Intiaitve sitzen Vertreterinnen und Vertreter von SP, Mitte-Partei, FDP, Grünen, GLP und EVP, der WWF Schweiz sowie Vertreterinnen und Vertreter von Finanzbranche und Zivilgesellschaft. Raphaël Comte, ehemaliger FDP-Ständerat, sagt, dass der Schutz der Umwelt eine grundlegende Herausforderung sei, jeder Wirtschaftssektor müsse seinen Beitrag leisten. «Die Dringlichkeit des Handelns ist unbestritten, die Zeit ist reif für ehrgeizige Ziele!» ### «Starres, obligatorisches Regime» Finanzplatzvertreter lehnen die Initiative «aufgrund gravierender Mängel und potenziell erheblicher negativer Folgen» für den Schweizer Finanzplatz hingegen ab, wie es in einem Positionspapier des Verbands Asset Management Association Switzerland (AMAS) heisst. Die Initiative setze auf Verbote mit geringer globaler Wirkung. Sie greife gleichzeitig «tief in die Anlagefreiheit» ein und schwäche den Finanzplatz. AMAS spricht von einem starren, obligatorischen Regime, das von internationalen Ansätzen abweicht. Diese würden auf Transparenz setzen und Anlageentscheide im Rahmen der treuhänderischen Verantwortung den Investoren überlassen. Die Initiative beschneide diese Verantwortung und reduziere Diversifikationsmöglichkeiten – mit potenziell negativen Folgen für Vorsorgegelder und Anleger. Laut Einschätzung der AMAS wären bei Annahme der Initiative breite, global diversifizierte Anlagelösungen (z. B. MSCI World) in dieser Form nicht mehr möglich. Der Verband der Asset Manager ist überzeugt: «Die Umsetzung führt zu zusätzlicher Bürokratie, neuen Aufsichtsstrukturen und erheblichen Abgrenzungsfragen.» Gemäss Auffassung von AMAS beschränkt sich das geforderte Verbot von «Finanzierungs- und Versicherungsleistungen» nicht nur auf die Vergabe von Krediten und die Erbringung von Versicherungsleistungen für Unternehmen, die im Abbau von fossilen Energievorkommen tätig sind. Sondern auch auf den Handel von Aktien oder Anleihen solcher Unternehmen. Falls dem tatsächlich so ist, würde das heissen, dass Schweizer Banken keine Aktien von Shell oder Chevron für ihre Kunden in den Depots halten dürften. ### Warum Thomas Jordan in den UBS-Verwaltungsrat einziehen müsste URL: https://www.tippinpoint.ch/warum-thomas-jordan-in-den-ubs-verwaltungsrat-einziehen-muesste/ Last updated: 2026-07-18T23:02:12.000Z Am Mittwoch kamen die Aktionäre der UBS zusammen. In Basel wählten sie unter anderem drei neue Verwaltungsräte. Neben dem Wechsel von Markus Ronner in den Verwaltungsrat der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), wo er Lukas Gähwiler als Vizepräsident ablösen wird, kommt es zu zwei weiteren Neuzugängen. Gewählt wurde der Mexikaner Agustín Carstens, der als Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bekannt wurde. Zuvor war der 68-Jährige, der letztes Jahr eigentlich seinen Rückzug aus dem Banking bekannt gab, unter anderem Gouverneur der Zentralbank von Mexiko. Ebenfalls ins Gremium kommt Luca Maestri, ein hoher Manager des Computerriesen Apple. Mehr als zehn Jahre war er Finanzchef des Techkonzerns. Carstens und Maestri sind zweifellos fähige Manager, die viel geleistet haben und einen eindrucksvollen Leistungsausweis vorlegen können. Damit erfüllen sie alle Kriterien vieler international agierender Weltkonzerne. Doch sind sie auch eine Idealbesetzung für das höchste Leitungsgremium der letzten verbliebenen Schweizer Grossbank? ### Keine normalen Zeiten Erfahrene Beobachter der Schweizer Bankenszene haben Zweifel. Weder Carstens noch Maestri kennen die Schweiz. «Sie sprechen keine Landessprache und sind hier nicht vernetzt – in der Wirtschaft und auch in der Politik nicht», sagt eine Quelle. Das ist ein Manko, das in normalen Zeiten vielleicht entschuldbar wäre. Doch die UBS lebt nicht in normalen Zeiten – wie die laufende Debatte um die künftige Too-big-to-Fail-Regulierung zeigt. Das Primat liegt bei der Politik, und als Schweizer Bank hat sich die UBS diesem Diktat zu unterwerfen – ob es ihr passt oder nicht. Die andere Realität ist: Niemand sonst als die Schweiz wird der UBS im Krisenfall beistehen. Die Schweizerische Nationalbank ist der Lender of Last Resort, und die Eidgenossenschaft und damit der Steuerzahler sind die Retter in der Not. Das müsste eigentlich Anreiz genug für die UBS sein, um unabhängige Vertreter in den Verwaltungsrat zu holen, die über grosses Vertrauen bei den Schweizer Institutionen verfügen. Carstens und Maestri können das nicht bieten – wie auch Colm Kelleher im übrigen nicht. Die [anderen unabhängigen Schweizer Vertreter](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78393/die%5Fubs%5Fbraucht%5Fwieder%5Fmehr%5Fschweizer%5Fim%5Fverwaltungsrat.html), Patrick Firmenich und Renata Jungo Brüngger, haben sich bisher nicht in öffentlichen Diskussionen zum Eigenkapital eingebracht. Schweizer Bankenprofessor Alfred Mettler sagte vor einem halben Jahr in einem Interview, dass die UBS «unbedingt» mehr Schweizer Vertreter vom Schlage eines Peter Spuhler im Spitzengremium brauche. Er hat recht. – Die Diskussion über das Eigenkapital würde einen ganz anderen Verlauf nehmen, wenn beispielsweise Thomas Jordan in den Verwaltungsrat der UBS einziehen würde. Natürlich würde eine Nominierung zu Diskussionen führen, schliesslich spielte Jordan eine entscheidende Rolle bei der CS-Notübernahme. Hinter vorgehaltener Hand sehen Beobachter den ehemaligen SNB-Direktoriumspräsidenten jedoch als Traumverwaltungsrat für die Grossbank. In der Schweiz gibt es nicht viele Leute mit einem Profil wie der Ex-SNB-Chef. Aktuell sitzt Jordan im Verwaltungsrat der [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) Insurance und wird voraussichtlich am Donnerstag ins Nestlé-Board gewählt. Jordan kann dem Nahrungsmittelkonzern sicher einiges bringen. Doch nirgends wären seine fachlichen Fähigkeiten und seine politischen Erfahrungen gefragter als bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Hat die UBS Jordan für den Verwaltungsrat gefragt? Wir wissen es nicht. ### Sergio Ermotti soll noch «bis weit ins Jahr 2027» UBS-Chef bleiben URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-soll-noch-bis-weit-ins-jahr-2027-ubs-chef-bleiben/ Last updated: 2026-07-18T23:02:13.000Z Sergio Ermotti könnte als CEO der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) noch deutlich bis in die zweite Hälfte des Jahres 2027 im Amt bleiben. Das berichtet Reuters. Als Gründe für die Verlängerung nennt die Agentur die regulatorische Neuaufstellung der Bank sowie den Faktor Zeit: Da kein klarer interner Kandidat verfügbar sei, wolle sich der Verwaltungsrat mehr Spielraum für die Nachfolgesuche verschaffen. Die Agentur beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen. Ganz neu ist das nicht. Seit einigen Monaten zeichnet sich ab, dass Ermotti über den ursprünglich genannten Mindesttermin April 2027 hinaus bleiben könnte. Aus dem Umfeld der Bank werden dabei meist die gleichen Gründe genannt – insbesondere die neuen Eigenkapitalvorschriften, bei denen Ermotti weiterhin eine aktive Rolle spielen will. Würde er im April 2027 abtreten und später in den Verwaltungsrat wechseln, müsste er zunächst eine Cooling-off-Phase einhalten. Dadurch würde er womöglich entscheidende Phasen der Regulierung verpassen. ### Verknorzte Nachfolgesuche Ein weiterer Punkt ist die zunehmend verfahrene Nachfolgesuche. Seit Monaten kursieren die immer gleichen Namen. Die Bank sei unsicher, schreibt Reuters, ob die möglichen internen Nachfolger derzeit die richtige Besetzung für den Posten wären. Der Verwaltungsrat sei daher zunehmend offen dafür, dass auch ein externer Kandidat die Nachfolge antreten könnte, erklärten eine der Quellen sowie eine weitere mit den Überlegungen vertraute Person. Reuters nennt keine externen Namen. Laut Tippinpoint-Quellen wird in den UBS-internen Wett- und Gerüchtebörsen derzeit der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing als möglicher Kandidat hoch gehandelt. Als CEO der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) könnte er deutlich [mehr verdienen als in Deutschland – nach Steuern sowieso](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78679/keine%5Feile%5Fbei%5Fder%5Fubs%5Fwarum%5Fdie%5Fermotti-nachfolge%5Fwarten%5Fmuss.html), schrieb Tippinpoint Ende März. ### Nach den Radicant-Wirren: BLKB holt neue CEO ohne Erfahrung in Geschäftsleitung URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-den-radicant-wirrenblkb-holt-neue-ceo-ohne-erfahrung-in-geschaeftsleitung/ Last updated: 2026-07-18T23:02:13.000Z Die Doppelernennung soll einen personellen Neuanfang markieren. Alexandra Scriba wird per 1\. Mai 2026 als neue CEO die Leitung der [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) übernehmen, teilt die Bank mit. Scriba kommt von der Zürcher Kantonalbank, ihrer bisher einzigen Station im Banking. Insgesamt verbrachte sie 14 Jahre bei der Staatsbank, zuletzt als Leiterin Institutional Clients & Multinationals, davor als Leiterin Directbanking. Eingestiegen ist sie als Mitarbeiterin im Bereich Corporate Services. Auffallend ist: Als neue CEO überspringt Scriba zwei Führungsebenen. Bei der ZKB rapportiert sie an Stephanino Isele, der die Bereiche Institutionals & Multinationals leitet und stellvertretender Vorsitzender der Generaldirektion der ZKB ist. Dieser tritt Ende Juni zurück und wird von Raiffeisen-Banker Roger Reist abgelöst. Scriba kann also keine Erfahrung in einer Geschäftsleitung einer Bank vorweisen und kennt den Austausch mit einem Verwaltungsrat kaum. Wenig Erfahrung hat sie zudem mit dem für Kantonalbanken wichtigen Kreditgeschäft. Ausserdem hatte sie in ihren bisherigen Positionen kaum Kontakte zur Finma. Die 48-jährige Schweizerin promovierte in Ökonomie an der Universität Zürich. Sie ist ehemalige Triathletin und Langstreckenläuferin und im Kanton Aargau aufgewachsen. Im Mai zieht sie nach Liestal, wie es weiter heisst. Scriba folgt auf Christoph Schär, der letztes Jahr nach dem Abgang von John Häfelfinger als CEO ad interim eingesprungen ist. Er wird in seine Rolle als Leiter des Geschäftsbereichs Technologie und Corporate Services zurückkehren. Im Juli wird zudem Thomas Aegerter das Präsidium der Bank übernehmen. Der ehemalige UBS-Regionalbanker übernimmt von Thomas Bauer, der mitten in den Radicant-Wirren an die Spitze kam und nun sein Amt nach weniger als einem Jahr wieder abgibt. Aegerter hat sich 2025 als Berater selbständig gemacht und sitzt in verschiedenen Gremien: bei der Handelskammer beider Basel – dort ist auch John Hafelfinger weiterhin aktiv – und im Stiftungsrat der Stiftung FHNW. Zudem sitzt er für die FDP im Gemeinderat von Ettingen (BL). ### Journalist Lukas Hässig hätte vor Bundesgericht wohl gute Chancen URL: https://www.tippinpoint.ch/journalist-lukas-haessig-haette-vor-bundesgericht-wohl-gute-chancen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:14.000Z Für den Wirtschaftsjournalismus markiert das Urteil des Zürcher Obergerichts von letzter Woche eine Zäsur. Im Kern läuft es darauf hinaus, dass ein Journalist selbst dann angeklagt werden kann, wenn keine klare Beweislage dafür besteht, dass er sich aktiv an einer unrechtmässigen Beschaffung von Daten beteiligt hat. Damit werden investigative Recherchen – insbesondere im Zusammenhang mit potenziell illegalen Finanztransaktionen – praktisch verunmöglicht. Der Schutz des Bankgeheimnisses wird faktisch über die Pressefreiheit gestellt. Auch das Whistleblowing in der Schweiz wird damit weiter durchlöchert. Kritiker sehen in der Haltung des Obergerichts eine Rückkehr zu einem überkommenen Verständnis des Bankkundengeheimnisses – ein Urteil, das das Odium des Kalten Kriegs verströmt. Ausgelöst wurde das Verfahren durch Beat Stocker, der selbst zu den Hauptbeschuldigten im sogenannten Vincenz-Fall gehört. Das Bezirksgericht Zürich erachtete es als erwiesen, dass Stocker gemeinsam mit dem ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sowie weiteren Personen unzulässige Vorteile erlangt haben soll. Das Verfahren ist derzeit vor dem Obergericht hängig. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Stocker sah durch die Berichterstattung von Lukas Hässigs Blog «Inside Paradeplatz» seine Privatsphäre verletzt. Eine vor zehn Jahre erschienene Artikelserie bezog sich auf Daten von Julius Bär, bei der Stocker ein Konto hatte. Im Zuge des Strafverfahrens gegen Hässig kam es zu Hausdurchsuchungen in den Redaktionsräumen als auch im Privatdomizil des Journalisten. Die dabei beschlagnahmten Unterlagen und Geräte liess Hässig versiegeln. Das zuständige Zwangsmassnahmengericht entschied, dass diese Versiegelung bestehen bleibt – ein Entscheid, der den Quellenschutz zumindest vorläufig stärkt. ### Artikel 47 als Bazooka Dass es überhaupt soweit gekommen ist, hängt wesentlich mit der Verschärfung des Bankengesetzes zusammen. Seit 2015 riskieren Journalisten strafrechtliche Konsequenzen, wenn sie über Bankdaten berichten. Artikel 47 des Bankengesetzes stellt die Weitergabe von Bankdaten unter Strafe – mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Die Verschärfung hatte Folgen: So verzichteten die Redaktionen des Medienhauses Tamedia im Jahr 2022 auf eine Auswertung der sogenannten «Swiss Leaks»-Daten zur Credit Suisse. Mehrere angefragte Rechtsexperten gehen davon aus, dass ein Weiterzug des Falls ans Bundesgericht für Lukas Hässig erfolgversprechend wäre. Das höchste Schweizer Gericht urteile in der Regel pressefreundlicher als kantonale Instanzen, sagt ein Experte. Hinzu kommt ein gewisser Respekt vor internationalen Insititutionen: Die Lausanner Richter blicken in ihrer Rechtsprechung eher auf internationale Standards und die mögliche Reaktion internationaler Gerichte wie dem Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte. Sollte das Bundesgericht die Linie des Zürcher Obergerichts bestätigen, wäre der Weg nach Strassburg offen. Der Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich bislang nicht explizit zum Schweizer Bankgeheimnis im Kontext journalistischer Recherchen geäussert. Ein entsprechender Leitentscheid fehlt. ### Urteile zur Pressefreiheit Allerdings git es Urteile zur Pressefreiheit bei der Veröffentlichung sensibler oder vertraulicher Informationen. In Fällen (Stoll v. Switzerland oder Bédat v. Switzerland) hat der Gerichtshof klargestellt, dass es auf eine Abwägung im Einzelfall ankommt: Beitrag zur öffentlichen Debatte, Schwere des Eingriffs in private oder geschützte Interessen, journalistische Sorgfalt und Verhältnismässigkeit der Sanktion. «Der EGMR misst der Rolle der Medien als ‘Public Watchdog’ erhebliches Gewicht bei», sagt ein Experte. Ob Artikel 47 des Bankengesetzes in seiner heutigen Anwendung mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar ist, bleibt eine offene Frage. Ein Fall wie jener von Lukas Hässig könnte erstmals klären. Wenn das Urteil des Obergerichts bestehen bleibt, wird die Zürcher Staatsanwaltschaft Hässig anklagen müssen. Auch in diesem Fall bliebe der Instanzenweg theoretisch bis Strassburg offen – in beiden Fällen dürfte viel Zeit verstreichen. Die Auseinandersetzung im Fall Hässig hat keinen direkten Einfluss auf das Hauptverfahren von Stocker und Vincenz. Der Prozess vor dem Zürcher Obergericht ist auf den 10\. August terminiert. ### Neues Mandat für Ex-UBS-Boss Ralph Hamers URL: https://www.tippinpoint.ch/neues-mandat-fuer-ex-ubs-boss-ralph-hamers/ Last updated: 2026-07-18T23:02:15.000Z Der frühere UBS-Chef Ralph Hamers übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrats der Banking Circle Group, einem Infrastrukturanbieter im weltweiten Zahlungsverkehr. Die Plattform bietet Lösungen für grenzüberschreitende Zahlungen für Fintechs, Banken und internationale Handelsunternehmen. Das Unternehmen erzielt gemäss eigenen Angaben Erträge von 500 Millionen Euro. Hamers bringt umfangreiche Erfahrung aus dem internationalen Bankensektor mit, heisst es. Der Niederländer wurde in der Schweiz als Chef der Grossbank [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) bekannt, zuvor war er CEO der ING Group. Vor einem Jahr wurde Hamers in den Verwaltungsrat des Cybersicherheitsunternehmens Palo Alto Networks gewählt. Dort ist er inzwischen nicht mehr aktiv. ### Also doch: Bernadette Koch verlässt Post-Verwaltungsrat URL: https://www.tippinpoint.ch/also-doch-bernadette-koch-verlaesst-post-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-07-18T23:02:15.000Z Am Montagabend wurde Bernadette Koch in den Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank (LUKB) gewählt. Heute früh folgte dann die Meldung der Schweizerischen Post, dass die Innerschweizerin «im Zuge ihrer Wahl in den Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank» den Verwaltungsrat der Post verlassen wird. «Nach vielen intensiven und spannenden Jahren für die Post in der Funktion als Verwaltungsrätin habe ich mich dafür entschieden, mein Portfolio neu auszurichten», lässt sich Koch zitieren. Dass Bernadette Koch zuerst die Wahl abwartete und erst dann ihren Rücktritt bei der Post bekanntgab, lässt tief blicken. Mit dem sicheren Mandat der [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) in der Tasche kann die Wirtschaftsprüferin nun die Post verlassen, wo sie seit 2022 auch Vizepräsidentin war. Mit ihrer Wahl in den Verwaltungsrat der LUKB manövrierte sich die Multiverwaltungsrätin in unüberbrückbare Interessenkonflikte. Dies unter anderem, weil die Post mit ihrer Finanztochter [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) künftig Kredite vergeben will – ein umstrittener Ausbau des Geschäfts, dem Kantonalbanken naturgemäss kritisch gegenüberstehen, wie [Tippinpoint im Dezember schrieb](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78480/der%5Fheikle%5Fsesselwechsel%5Fvon%5Fbernadette%5Fkoch.html). Für Governance-Spezialisten war das ein klares No-Go: «Es besteht für mich überhaupt kein Zweifel daran, dass Bernadette Koch nicht gleichzeitig Dienerin dieser beiden Herren sein kann – es geht nur das eine Mandat oder das andere», sagte Governance-Expertin Monika Roth. ### Umschwung bei der Post Die Post sah dies vor Kurzem noch anders. In einem Statement im Dezember schrieb das Staatsunternehmen: «Der Verwaltungsrat hat die Situation überprüft und ist zum Schluss gekommen, dass kein permanenter Interessenkonflikt von grundsätzlicher Bedeutung vorliegt.» Daher habe der Verwaltungsrat die zwei Mandate von Bernadette Koch als «kompatibel» angesehen. Sollte es zu einem situativen Interessenkonflikt kommen, würde Bernadette Koch auf Antrag des Präsidenten in den Ausstand treten. Auch in Luzern sah man keine Probleme. Um eine gewisse Distanz herzustellen, gab Koch mit ihrer LUKB-Nomination den Rücktritt aus dem PostFinance-Verwaltungsrat bekannt und legte auch den Vorsitz des Audit- und Risikoausschusses des Postkonzerns nieder. Die Post und Koch dürften geglaubt haben, damit den Governance-Aspekten Genüge zu leisten. Jetzt kommt es also anders. Postpräsident Christian Levrat muss nun eine Nachfolge suchen. «Mit Bernadette Koch verlieren wir eine äusserst engagierte, kompetente und vorausschauende Verwaltungsrätin», schreibt er. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger werde in den nächsten Wochen gestartet. Koch absolviert noch ihre zweijährige Amtszeit und tritt im Mai 2027 zurück. ### Der Moçambique-Skandal hinterlässt wohl nur ein Bauernopfer URL: https://www.tippinpoint.ch/der-moambique-skandal-hinterlaesst-wohl-nur-ein-bauernopfer/ Last updated: 2026-07-18T23:02:16.000Z Mit der am letzten Freitag veröffentlichten Verfügung blockierte das Bundesstrafgericht den Versuch der Bundesanwaltschaft (BA), die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) für den Umgang der Credit Suisse (CS) mit Geldern aus der Milliarden-Kreditvergabe an Moçambique zur Verantwortung zu ziehen. Mit der Löschung im Handelsregister sei die CS nicht nur gesellschaftsrechtlich, sondern auch strafrechtlich untergegangen, begründete das Bundesstrafgericht die Einstellung des Verfahrens. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit sei deshalb durch die Fusion nicht auf die UBS übergegangen. Die Richter in Bellinzona sprachen dem Anwalt der UBS eine Entschädigung von 92'547,65 Franken zu Lasten der Eidgenossenschaft zu. Diese muss auch die Verfahrenskosten berappen. Die Bundesanwaltschaft prüft die Verfügung und will dann über einen Rekurs entscheiden. Ein solcher kann innerhalb von zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts deponiert werden. Die UBS begrüsste, dass sie nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen und eine Haftung bei einer Fusion nicht auf eine Rechtsnachfolgerin übertragen werden könne. ### Prozess gegen ehemalige CS-Mitarbeiterin im Mai Nicht von der Verfahrenseinstellung betroffen ist die Anklage der Bundesanwaltschaft gegen eine ehemalige Compliance-Mitarbeiterin der [CS](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/). Ihr wird vorgeworfen, im Frühherbst 2016 die Überweisung von mehr als 600'000 Franken deliktischer Herkunft nach Abu Dhabi ausgelöst zu haben. Damit habe sie sich der Geldwäscherei schuldig gemacht. Das Bundesstrafgericht legte die Hauptverhandlung soeben auf den kommenden 19\. und 20\. Mai fest. Ursprünglich war in diesem Zusammenhang auch gegen die frühere CS-Risikochefin Lara Warner ermittelt worden. Dieses Verfahren stellte die BA jedoch ein, weil das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) Warner im Frühling 2025 wegen Unterlassung der Geldwäschereimeldepflicht mit 100'000 Franken gebüsst hatte. [Lara Warner und Andrew Pearse. (Quelle: HO)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F2604103%5F070432.jpg?ref=tippinpoint.ch) Eine weitere, parallele Strafverfolgung sei weder sachlich angezeigt noch verfahrensökonomisch zweckmässig, begründete die BA den Verzicht auf die Strafverfolgung Warners. Die 58-jährige Amerikanerin, die in ihrer Heimat inzwischen als Beraterin für Regulierungsfragen tätig ist, wehrte sich aber gegen die Busse und beantragte eine gerichtliche Beurteilung der Strafverfügung des EFD. Die Verhandlung gegen die Einsprache fand Anfang März in Abwesenheit Warners vor dem Bundesstrafgericht statt. Das Urteil wurde bisher nicht bekanntgegeben. Die BA erliess im vergangenen Dezember ausserdem zwei Strafbefehle im Zusammenhang mit dem Moçambique-Skandal. Der eine betraf eine der Hauptfiguren der Affäre, den früheren CS-Manager Andrew Pearse. Der Neuseeländer Pearse wurde wegen Geldwäscherei mit 180 Tagessätzen zu je 90 Franken, entsprechend 16‘200 Franken, bedingt auf zwei Jahre bestraft. Ein 65-jährige Zürcher Geschäftsmann erhielt 120 Tagessätze zu je 450 Franken, entsprechend 54‘000 Franken, ebenfalls auf zwei Jahre bedingt. Die Bundesanwaltschaft warf den beiden vor, sie hätten in gegenseitiger Absprache am 1\. April 2016 Vermögenswerte in der Höhe von sieben Millionen Dollar deliktischer Herkunft von einem Konto bei der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) lautend auf eine Zürcher Finanzgesellschaft auf ein Bankkonto in den Vereinigten Arabischen Emiraten transferiert. Beide Verurteile erhoben Einsprache gegen den Strafbefehl, weshalb es am 30\. März zum Prozess in Bellinzona kam. Im Fall des Geschäftsmanns wurde der Schuldspruch wegen Geldwäscherei bestätigt, die bedingte Geldstrafe jedoch auf 50 Tagessätze zu 700 Franken, entsprechen 35'000 Franken, reduziert. Er kann das Urteil innerhalb von zehn Tagen anfechten. ### Ehemaliger CS-Manager zieht Einsprache gegen Busse zurück Der 56-jährige Pearse, der bei der Kreditvergabe an Moçambique eine zentrale Rolle spielte und von der britischen Finanzaufsichtsbehörde mit einem Berufsverbot belegt wurde, zog seine Einsprache noch vor Prozessbeginn zurück, wie das Bundesstrafgericht auf Anfrage von Tippinpoint bekanntgab. Der Strafbefehl gegen ihn ist damit rechtskräftig geworden. [Trotz der Häufung von Verfahren in jüngster Zeit](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78598/jetzt%5Fpressiert%5Fes%5Fmit%5Fden%5Fprozessen%5Fzum%5Fmoambique-skandal%5Fder%5Fcs.html) bleiben die Folgen des Skandals, der Moçambique an den Rand des Ruins brachte, hierzulande bescheiden. Neben den Bussen und den erwähnten Rekursmöglichkeiten steht noch der Prozess gegen die ehemalige CS-Mitarbeiterin aus. Die Bundesanwaltschaft hatte die Verfahren erst unter dem neuen Bundesanwalt Stefan Blättler vorangetrieben. Die Verzögerungen führten dazu, dass die im Jahr 2016 vorgeworfenen Delikte zu verjähren drohten. So bat die BA das Bundesstrafgericht im Fall der Einsprachen gegen die beiden Strafbefehle, bei der Vorbereitung der Hauptverhandlung der am 1\. April eintretenden Verjährung Rechnung zu tragen. ### Postfinance holt tschechische Investment-Spezialistin in den Verwaltungsrat URL: https://www.tippinpoint.ch/postfinance-holt-tschechische-investment-spezialistin-in-den-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-07-18T23:02:17.000Z Die gebürtige Tschechin Kamila Horackova ist als Chief Investment Officer bei der NN Group in den Niederlanden tätig und wurde in den Verwaltungsrat von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) gewählt, wie die Tochter der Schweizerische Post am Montag mitteilte. Horackova war viele Jahre in der Schweiz tätig: zunächst ab 2011 bei der AXA Winterthur, danach als Chief Investment Officer Europe bei der Zurich Versicherung. «Mit Kamila gewinnen wir eine versierte Investment- und Finanzspezialistin für unseren Verwaltungsrat», schreibt Verwaltungsratspräsident Marcel Bührer zur Wahl. Obschon sie nie in einer operativen Risikorolle tätig war und auch kaum Bankerfahrung vorweisen kann, wird Horackova Vorsteherin des Risikoausschusses des Verwaltungsrats. Zudem nimmt sie Einsitz im Ausschuss Audit und Compliance. ### Vakanter Sitz von Koch Horackova folgt auf Hans Lauber, der nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat aufgrund der Amtszeitbeschränkung zurücktritt. Vakant ist weiterhin der Sitz von Bernadette Koch, die wegen ihres neuen Mandats im Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank das Spitzengremium von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) verlassen hat. Koch bleibt indessen im Verwaltungsrat der Konzernmutter, der Schweizerischen Post, was wegen [inhärenter Interessenkonflikte für deutliche Kritik ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78558/breiter%5Fwiderstand%5Fgegen%5Fwahl%5Fvon%5Fbernadette%5Fkoch.html)sorgte. Nichtsdestotrotz hält die [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) an ihrer Wahl fest, wie ein Blick auf die Einladung der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank zeigt. Diese findet heute Montagabend statt. ### Trumps Hormus-Drohung erschüttert die Rohstoffmärkte URL: https://www.tippinpoint.ch/trumps-hormus-drohung-erschuettert-die-rohstoffmaerkte/ Last updated: 2026-07-18T23:02:17.000Z Die Öl-Futures sprangen am Montag erneut deutlich über die Marke von 100 US-Dollar und liegen derzeit bei 104 Dollar pro Fass – ein Plus von acht Prozent. Gleichzeitig gaben der Dollar und die Aktienmärkte nach, nachdem Gespräche zwischen den USA und dem Iran ohne Fortschritte in Richtung eines nachhaltigen Friedens gescheitert waren. Die USA kündigten eine Blockade iranischer Häfen an. Damit beabsichtigt Donald Trump, den Druck auf Teheran sowie auf die Abnehmer iranischen Öls – insbesondere China – zu erhöhen. Sollte es Trump tatsächlich ernst sein, würde eine vollständige Blockade vermutlich den langfristigen Einsatz einer hohen Anzahl amerikanischer Kriegsschiffe erfordern. Würde der iranische Ölexport vollständig ausfallen, könnte das globale Angebot um bis zu 2 Millionen Barrel pro Tag sinken. ### 140 Dollar in Sicht? Laut einem kontaktierten Rohstoffexperten könnte der Ölpreis in den nächsten Wochen auf 140 Dollar ansteigen. Er hoffe, er liege falsch, aber die Aufwärtsbewegung sei noch nicht abgeschlossen. Auch sogenannte Soft Commodities legten deutlich zu. Darin spiegelt sich die Erwartung einer verschlechterten Versorgung mit Treibstoffen und Düngemitteln wider. Gleichzeitig gerieten die Anleihemärkte unter Druck, da steigende Inflationsrisiken eingepreist werden. Die US-Inflation ist auf 3,3 Prozent gestiegen. Viele Anlageklassen reagierten jedoch moderat auf die jüngsten Drohungen aus dem Weissen Haus und kehrten auf das Niveau von Mitte letzter Woche zurück – also vor der Vereinbarung eines Waffenstillstands zwischen den USA, Israel und dem Iran. ### Knall bei Bär: Evie Kostakis verlässt die Bank URL: https://www.tippinpoint.ch/knall-bei-baer-evie-kostakis-verlaesst-die-bank/ Last updated: 2026-07-18T23:02:18.000Z Julius-Bär-CEO Stefan Bollinger muss sich nach einem neuen Chief Financial Officer umschauen. Wie die Bank am Freitag überraschend bekannt gibt, tritt Evie Kostakis von ihrem Posten zurück, um eine internationale Führungsrolle ausserhalb des Unternehmens zu übernehmen. Die Finanzchefin werde bis Ende 2026 im Unternehmen bleiben, um einen reibungslosen Übergang an ihre designierte Nachfolge zu gewährleisten, heisst es. Der Umstand, dass Bär noch keine Nachfolge ankündigen kann, deutet auf einen schnellen und überraschenden Abgang hin. CEO Bollinger schreibt in einem Statement: «Ich danke Evie Kostakis für ihre Führung und ihr unermüdliches Engagement für unser Unternehmen.» Ihre entschlossene Führung sei entscheidend gewesen, um Julius Bär im Hinblick auf langfristigen Erfolg neu auszurichten. «Persönlich bin ich Evie Kostakis sehr dankbar für ihre Unterstützung und Impulse seit meinem Eintritt bei [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/). Im Namen der Geschäftsleitung sowie des Verwaltungsrates danke ich ihr und wünsche ihr alles Gute für den nächsten Schritt.» Evie Kostakis selbst wird in der offiziellen Mitteilung von Julius Bär nicht zitiert. Die 50-jährige Managerin war insgesamt 13 Jahre bei Bär, davon die letzten sechs zunächst als stellvertretende CFO und seit 2022 als CFO der Gruppe. ### Einen Franken-Stablecoin braucht es nicht (mehr) URL: https://www.tippinpoint.ch/einen-franken-stablecoin-braucht-es-nicht-mehr/ Last updated: 2026-07-18T23:02:18.000Z Immerhin hat er es in den Sandkasten geschafft. Aber wie lange geht es, bis er erwachsen ist und berufstätig wird? Die Rede ist vom Franken-Stablecoin. [Diese Woche gab Swiss Stablecoin bekannt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78709/schweizer%5Fbanken%5Fstarten%5Ftestumgebung%5Ffuer%5Fstablecoins.html), dass das Unternehmen zusammen mit der UBS, [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/), Sygnum, [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/), der Zürcher und der Waadtländer Kantonalbank schon bald eine Franken-Stablecoin-Sandbox lanciere. Die neue Initiative testet potenzielle Anwendungsfälle für einen Franken‑Stablecoin in der Schweiz in einer isolierten Test-Umgebung. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Und wieder einmal: Satoshi ist gefunden!! • IWF-Studie: Tokenisierung gefährdet Finanzmärkte --- Das ist zumindest ein Fortschritt. Bisher hörten Aussenstehende nach der Lancierung von verschiedenen hiesigen Projekten nicht mehr allzu viel, während andernorts Stablecoins boomen – vor allem in den USA. Im Juni 2024 warf die Finanzmarktaufsicht (Finma) mit der Aufsichtsmitteilung «Stablecoins: Risiken und Anforderungen für Stablecoin-herausgebende und garantiestellende Banken» Schweizer Projekten einen dicken Knüppel zwischen die Beine. Im Oktober des vergangenen Jahres rief Pascale Bruderer, die Gründerin von Swiss Stablecoin, zu einem Roundtable, an dem sich 60 Vertreter aus Finanzindustrie, Realwirtschaft, bundesnahen Betrieben, Behörden und Wissenschaft austauschten. Grundtenor: In der Schweiz soll ein Stablecoin freundliches Umfeld entstehen. ### Was will der Markt? Die in der Pressemitteilungen erwähnten «potenziellen Anwendungsfälle» lassen einiges an Spielraum offen, damit könnten etwa Abrechnungstransaktionen zwischen Schweizer Banken, Interbank-Zahlungstransaktionen oder auch Zahlungen von Privatpersonen an Verkaufsstellen gemeint sein. «Welche Anwendungsfälle umgesetzt werden, gilt es noch zu entscheiden. Es ist genau eines der Ziele dieser Sandbox herauszufinden, für welche Anwendungen im Markt Interesse besteht, solche gemeinsam zu entwickeln und zu testen», antwortet Pascale Bruderer Tippinpoint auf die Frage nach dem Anwendungsfall. Eine Schweizer Krypto-Dienstleister hat dagegen klare Vorstellungen, was Stablecoins sind. «Es geht darum, den internationalen Zahlungsverkehr zu verändern. Stablecoins sind eine Attacke auf Swift», sagt er. Swift ist das internationale Banken-Netzwerk für sichere Geldüberweisungen. Der Schlüssel für den Erfolg ist Liquidität – und diese ist schwer zu erreichen, wenn etablierte Produkte schon auf dem Markt sind. Der Stablecoin wird von den Dollar-Stablecoins von Tether und Circle (USDC) dominiert. Diese absolute Dollar-Dominanz zeigt, dass der Stablecoin nicht mit den traditionellen Währungen zu vergleichen ist. Der Euro-Stablecoin von Tether bringt es etwa auf eine Marktkapitalisierung von 3 Millionen Dollar, während der Dollar-Bruder 184 Milliarden auf die Waage bringt. ### International ein schwerer Stand Franken-Stablecoins werden im internationalen Umfeld – mit Verspätung – erst recht einen schweren Stand haben. Das zeigt sich an anderen Krypto-Produkten: Obwohl zahlreiche Anbieter wie 21Shares oder [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank schon vor Jahren Krypto-ETP lanciert haben, erreichen diese nur einen Bruchteil des Volumens der Krypto-Anlageprodukte – vor allem der Exchange Traded Funds (ETF) – grosser US-Asset-Manager, die Jahre später lanciert wurden. Der Schweizer Regulator erlaubt keine ETF, die nur ein Asset, etwa den Bitcoin, als Basiswert aufweisen. Aus diesem Grund sind keine in der Schweiz domizilierten Exchange-Traded-Funds auf Kryptowerte zugelassen, Exchange Traded Products (ETP), die ETF sehr ähnlich sind, aber schon. «Es ist das eine, einen Stablecoin auf der Blockchain zu etablieren, das weitaus schwierigere ist es, die Zahlungstechnologie im täglichen Leben zu etablieren und beispielsweise den Stablecoin an die gebräuchlichen Zahlstellen in Läden, Tankstelle und Restaurants zu bringen», wendet ein Schweizer Experte ein. Ein Argument für Stablecoins wäre eine «Verzinsung». Die Sicherheiten, mit denen die Coins hinterlegt sind, werfen auch einen Ertrag ab. Dieser geht aber nicht an die Halter. Sowohl die US-Regulierung als auch die europäische MiCA-Verordnung untersagen eine Verzinsung für Retailkunden. Wobei in den USA das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. ### Dollarraum ist gesättigt Die These, «es braucht keine weiteren Stablecoins», hält Phil Dettwiler, Head Strategic Partnerships bei Crypto Finance, einer Tochter der Deutschen Börse, für den globalen Dollar-Raum weitgehend für zutreffend, für andere Währungen jedoch nur eingeschränkt. «Im Dollar sehen wir klar, dass Liquidität, Marktakzeptanz und Markenvertrauen die entscheidenden Faktoren sind. Der Markt ist dort mit Tether und USD-Coin faktisch entschieden – abgesehen von möglichen regulatorischen Änderungen und Herausgeberrisiken». Weitere Plain-Vanilla-Dollar-Stablecoins ohne klaren Differenzierungsfaktor würden kaum relevant skalieren und die Diskussion dreht sich im Dollar eher darum, ob Zins erlaubt werden soll oder nicht. Die heutige Dollar-Stablecoin-Dominanz wurde gemäss Dettwiler dadurch begünstigt, dass die meisten Kryptowährungen hauptsächlich in Dollar gehandelt werden. In anderen Währungsräumen – Euro, Franken, künftig auch ausgewählte Schwellenländer-Währungen – sei die Situation differenzierter. «Hier kann es Sinn machen, neue Stablecoins zu lancieren, wenn sie entweder über einen starken Markennamen verfügen oder als politisch und kommerziell als neutral wahrgenommen werden oder klar in bestehende Zahlungs-, Bank- oder Wertschöpfungssysteme integriert sind», sagt der Crypto-Finance-Experte. Unabhängig davon werde es zwangsläufig zu einer Marktkonsolidierung kommen müssen, sonst würden Liquidität, Interoperabilität und Effizienz leiden. «Aus Nutzersicht sind tausend kleine Stablecoins kein Fortschritt. Aus diesen Gründen begrüsse ich die angekündigte Stablecoin Initiative, da eine private, neutrale, dominante Schweizer Lösung den hiesigen Finanzplatz stärken kann», so Dettwiler. ### «Franken-Stablecoin ist Infrastruktur» «Die These, es braucht keine weiteren Stablecoins, ist für den Retail-Bereich nachvollziehbar. Dort entscheiden Liquidität, Marke und Netzwerkeffekte. Aber die These endet dort, wo es interessant wird. Denn im institutionellen Bereich geht es nicht um ein weiteres Zahlungsmittel - ein Franken-Stablecoin ist kein Produkt, er ist Infrastruktur», sagt Markus Fehn, Leiter der Strategie- und Innovationsabteilung bei Chartered Investment. Dass Interbanken-Transaktionen aber auch ohne Stablecoins oder digitales Zentralbankgeld unmittelbar verarbeitet werden können, zeigt das Projekt von Crypto Finance Group, [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank und Incore Bank. In dieser Woche haben die Institute den zweiten Schritt ihres Zahlungsinfrastruktur-Piloten auf Google Cloud Universal Ledger abgeschlossen. «Das gemeinsame Projekt zwischen Swiss Stablecoin, UBS, [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/), ZKB & Co. ist ein Schritt in die richtige Richtung für den Schweizer Finanzplatz nebst dem bisher adressierten Deposit Token-Projekt der Schweizerischen Bankiervereinigung», sagt Gregor von Bergen, Head of Payments, Cards & Digital Assets, beim Beratungsunternehmen Capco. Es zeige sich bereits heute, dass Stablecoins eine gute Ergänzung seien zu Deposit Token (digitales Geschäftsbankengeld), welche an strengere KYC-Anforderungen (Kundenidentifikation) gebunden seien, jedoch im Gegenzug eine interessante Kapitaleffizienz aufweisen. «Der Kunde möchte auch nicht einen PostFinance-Token, einen UBS-Token etc.», fügt von Bergen aus. Das werde zu kompliziert und auch der Tausch zwischen den Token könne eine operative Herausforderung sein. Bei dem Thema lohne auch der Blick ins europäische Ausland: Mit Qivalis gebe es im Euro-Raum einen spannenden Vorreiter, der aufzeige, dass ein Zusammenschluss von Banken sinnvoll sein könne, sagt von Bergen. «Eines ist sicherlich klar: Es braucht einen digitalen Franken, so wie es einen digitalen Euro braucht nebst dem digitalen Dollar». ### Es geht um zeitliche Konvergenz Banken und institutionelle Marktteilnehmer stehen gemäss Fehn vor dem Problem, dass tokenisierte Vermögenswerte zwar rund um die Uhr handelbar sein könnten - aber die Geldseite nicht mithält. Settlement-Systeme schliessen um 17 Uhr, Delivery-versus-Payment brauche programmierbares Geld, und zwischen Geld- und Asset-Seite klaffen Medienbrüche. «Ein regulierter Franken-Stablecoin würde dieses Problem adressieren», sagt der Chartered-Investment-Experte. Der Schweizer Franken ist neben dem Dollar die einzige Währung mit einer global anerkannten Vertrauens- und Stabilitätsreputation. Ein Franken-Stablecoin, der diese Eigenschaft digital verfügbar macht, hätte gemäss Fehn theoretisch Potenzial weit über die Schweiz hinaus. Das Projekt von Swiss Stablecoin scheint sich jedoch auf die Schweiz zu fokussieren. Krypto-Investoren möchten «zwischen den Deals» auf der Blockchain bleiben, sagt ein Kryptodienstleister, das sei ein Anwendungsfall für Stablecoins und die grosse Chance für Tokenisierung. Denn der Anleger sitze nach dem Verkauf eines Krypto-Assets auf Stablecoins, wolle darauf aber Einkommen erzielen und suche deshalb Assets, die das liefern können, wie etwa tokenisierte Schuldverschreibungen. Das grösste echte Bedürfnis für Stablecoins sieht Phil Dettwiler im Settlement für digitale Assets. Nach seiner Ansicht liegt dort der stärkste «Product-Market-Fit» im Settlement von digitalen Vermögenswerten – also bei Kryptowährungen, tokenisierten Assets und DLT-nativen Wertpapieren. Asset- und Settlement-Seite verwendeten die gleiche Technologie und können damit grundsätzlich ein quasi risikoloses, sofortiges «delivery vs paymet» Settlement ermöglichen. Dieses Bedürfnis könnte theoretisch auch über Smart-Contract-getriggerte Kontoüberträge gelöst werden. Dann stelle sich aber sofort wieder die Konzentrations- und Trust-Frage. «Vertraue ich lieber einem Stablecoin-Issuer oder einer Bank? Entscheidend ist: Dieses Settlement-Bedürfnis wächst direkt proportional zur Verbreitung digitaler Assets. Ohne diese bleibt auch der Nutzen von Stablecoins begrenzt», sagt Dettwiler. ### Noch andere Franken-Projekte Der Swiss Stablecoin ist nicht das einzige digitale Franken-Projekt, aber wohl das einzige, dass dank der breiten Unterstützung im Finanzsektor eine gewisse Chance auf eine Etablierung hat. Im Februar lancierte das Gemeinschaftsunternehmen Allunity (DWS Group, Flow Traders und Galaxy) einen EU-regulierten Franken-Stablecoin aus Deutschland heraus und umging so die einschränkende Regulierung der Finma. Der im März 2024 von Luzius Meisser lancierte Frankencoin ist ein «purer» Blockchain-Stablecoin ohne zentralen Emittenten und dient vor allem der Geldschöpfung. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat mehrfach betont, dass eine Retail-CBDC – also ein digitales Zahlungsmittel für Privatpersonen – nur dann eingeführt werden könnte, wenn damit klare Vorteile verbunden wären, ohne das bestehende Bankensystem zu destabilisieren. Zudem liess die SNB durchblicken, dass Retail-Stablecoin von privaten Unternehmen eingeführt werden sollte. Pascale Bruderer ergänzt zum Swiss Stablecoin: «Die SNB ist nicht direkt involviert, wurde und wird aber selbstverständlich informiert». ### Beschleunigt die Sandbox? Auf die Frage, ob diese Sandbox-Initiative die Einführung des Swiss Stablecoin beschleunigen werde, antwortet Bruderer: «Diese Sandbox ist ausdrücklich als zeitlich befristete Lern-Phase konzipiert und kein Vorentscheid für eine mögliche Lancierung im Rahmen dieser Partnerschaft». Für Swiss Stablecoin sei das Projekt in so relevanter Partnerschaft natürlich ein wichtiger Meilenstein. Es bestätigte auch die Positionierung von Swiss Stablecoin: «Wir setzen seit Gründung auf ein reguliertes Vorgehen und haben geduldig auf die richtigen Partnerschaften hingearbeitet. Denn Vertrauen ist absolut zentral – bei jeder digitalen Innovation und insbesondere, wenn es um Zahlungsmittel geht. Darum sind wir auch froh, schlägt der Bundesrat vor, die Rechtssicherheit zu stärken mit einer angepassten Regulation. All diese Entwicklungen rund um digitale Franken wirken sich insgesamt durchaus beschleunigend aus». «Ein Stablecoin setzt sich nicht durch, weil jemand ihn baut. Er setzt sich durch, wenn mehrere grosse Marktteilnehmer gleichzeitig dahinterstehen, die Regulierung planbar ist und es eine glaubwürdige Governance gibt. Die Technik ist dabei der einfachste Teil», sagt Fehn. Ein Franken-Stablecoin, den Privatkunden nutzen können, wird noch lange auf sich warten lassen. Was jetzt gebaut wird, ist Infrastruktur für Bankanwendungen. Eine Übernahme in den Retail-Zahlungsverkehr sei erst dann realistisch, wenn sich die Strukturen im institutionellen Bereich bewährt hätten und die regulatorischen Rahmenbedingungen auch den Retail-Bereich eindeutig abdeckten, sagt der Chartered-Investment-Experte. Die bestehende Zahlungslösungen funktionieren für Konsumenten gut - der Druck, auf einen Stablecoin umzusteigen, ist im Alltag gering. Es zeigt sich, mit Stablecoins werden unterschiedliche Themen adressiert, Krypto-Dienstleister setzen auf Infrastruktur für das Asset-Settlement, Zahlungsdienstleister sehen Effizienzgewinne bei der Transaktionsabwicklung, Privatkunden warten auf den «Franken-Tether», den man in der Migros und für Zahlungen an Freunde brauchen kann. Was der Swiss Stablecoin schlussendlich sein wird, ist noch offen – auch ob er sich durchsetzen kann. Bis ein Stablecoin-Franken, der es mit Tether aufnehmen kann, etabliert und für Schweizer Privatkunden verfügbar ist, dürfte noch viel Sand durch die Sanduhren rieseln. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Und wieder einmal: Satoshi ist gefunden!! Dieses Mal hat ihn seine Sprache verraten. Wieder einmal hat jemand herausgefunden, wer Satoshi Nakamoto ist. Der New-York-Times-Journalist John Carreyrou legte in einem langen Artikel dar, weshalb Adam Back Satoshi Nakamoto sei. Carreyrou hat Texte von Nakamoto und Back verglichen und viele Gemeinsamkeiten gefunden. Back ist Kryptograf und Informatiker und war derjenige, dem Satoshi Nakamoto den Entwurf seines Whitepapers zu Bitcoin schickte. Back war also bereits früh in die Entwicklung von Bitcoin eingebunden und hatte Kontakt zu Nakamoto. Er selbst sei es allerdings nicht, erklärte Back. Das wird er nur so lange müssen, bis der nächste Satoshi Nakamoto überführt ist. ## IWF-Studie: Tokenisierung gefährdet Finanzmärkte Die Tokenisierung, die Abbildung von realen Vermögenswerten auf einer Blockchain, könnte sowohl die Kryptomärkte als auch die traditionelle Finanzwelt grundlegend verändern und dabei neue Risiken mit sich bringen, für deren Bewältigung die Aufsichtsbehörden derzeit noch nicht ausreichend gerüstet sind. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Tokenisierung sei mehr als nur ein technisches Upgrade für die Märkte. Durch die Verlagerung von Vermögenswerten wie Geld, Anleihen, Aktien und Fonds auf die Blockchain können Transaktionen sofort abgewickelt werden, wodurch Zwischenhändler überflüssig werden und Verzögerungen, die die heutigen Märkte prägen, reduziert werden. Die Tokenisierung könnte durch automatisierte Märkte und Smart Contracts die Volatilität so verstärken. Der IWF forderte klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine stärkere globale Koordination und warnte davor, dass tokenisierte Vermögenswerte, die sich sofort über Gerichtsbarkeiten hinweg bewegen, die Aufsicht erschweren und die finanzielle Fragmentierung bei fehlender geeigneter Regulierung verschärfen könnten. ### Nach Gerichtsurteil: UBS blockiert Herausgabe von heiklen Dokumenten URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-gerichtsurteil-ubs-blockiert-herausgabe-von-heiklen-dokumenten/ Last updated: 2026-07-18T23:02:19.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) wird rund 150 als potenziell heikel eingestufte Dokumente nicht herausgeben. Diese stehen im Zentrum einer Auseinandersetzung zwischen der Bank und dem US-Anwalt Neil Barofsky, der seit Jahren in den Archiven der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) nach Verbindungen zur Nazi-Zeit sucht. Die UBS stoppte die Zusammenarbeit mit Neil Barofsky, nachdem jüdische Organisationen neue Klagen gegen die Bank ins Spiel gebracht hatten. Daraufhin versuchte die Bank vor einem Gericht in New York zu klären, dass der historische Vergleich, den Schweizer Banken Ende der 1990er-Jahre geschlossen hatten, auch in Bezug auf mögliche Konten von NS-Funktionären gelte. Die UBS argumentierte, dass der Vergleich von 1999 weitere Haftungsrisiken explizit ausschliesse. Richter Edward Korman [stellte diese Woche klar](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78706/mutmassliche%5Fns-konten%5Fubs%5Fscheitert%5Fvor%5Fgericht%5Fin%5Fnew%5Fyork%5F.html), dass er der UBS keinen Schutz vor zukünftigen Klagen garantieren kann. Ohne diese Rechtssicherheit sieht die Bank ein potenzielles Milliardenrisiko. Als Konsequenz zieht sich die UBS zurück und hält die Dokumente unter Verschluss. ### Druck auf die UBS dürfte zunehmen «Im Interesse der Transparenz hatten wir dennoch nach Möglichkeiten gesucht, dem Ombudsmann (Neil Barofsky) Zugang zu diesen Dokumenten zu gewähren und gleichzeitig angemessene Schutzvorkehrungen zu treffen, da in jüngster Zeit im Zusammenhang mit der Vereinbarung von 1999 mit Rechtsstreitigkeiten gedroht wurde», schreibt die Bank in [einem Update auf ihrer Website](https://www.ubs.com/global/de/media/voluntary-review.html?ref=tippinpoint.ch). «Dies war einer der Gründe, warum wir Richter Korman um eine klärende Stellungnahme gebeten haben. Vor dem Hintergrund des gerichtlichen Entscheids werden wir die Vertraulichkeit der dem Anwaltsgeheimnis unterliegenden Dokumente aus dem Sammelklageverfahren der 1990er-Jahre weiterhin aufrechterhalten.» Der Druck auf die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) dürfte damit nicht weg sein. Der Milliardär Ronald Lauder, seit 2007 Präsident des World Jewish Congress, war massgeblich an der historischen Vergleichszahlung von 1,25 Milliarden Dollar im Jahr 1998 beteiligt. Doch der Kosmetik-Milliardenerbe ist überzeugt, dass damals nicht die ganze Wahrheit ans Licht kam: «Wir haben wahrscheinlich 5 bis 10 Milliarden Dollar auf dem Tisch liegen lassen», sagte er in einem [Interview im letzten Sommer](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78191/neuauflage%5Fdes%5Fholocaust-vergleichs%5Fjetzt%5Fgeht%5Fes%5Fum%5Fbis%5Fzu%5F10%5Fmilliarden%5Fdollar.html). ### Zondacrypto: Davos-Stadionsponsor steckt in grossen Schwierigkeiten URL: https://www.tippinpoint.ch/zondacrypto-davos-stadionsponsor-steckt-in-grossen-schwierigkeiten/ Last updated: 2026-07-18T23:02:20.000Z Wie aus dem Nichts tauchte vor einem Jahr die Kryptoplattform Zondacrypto in der Schweiz auf. Rechtzeitig zum Start des World Economic Forum ging der HC Davos mit der osteuropäischen Kryptobörse eine mehrjährige Partnerschaft ein. Aus dem Davoser Eisstadion wurde die «zondacrypto-Arena». Der CEO Przemysław Kral reiste aus Polen an, um die Partnerschaft mit dem Traditionsverein zu besiegeln. Als einen Glücksfall bezeichnete HCD-Präsident Gaudenz Domenig die Vereinbarung mit der Kryptobörse. Jetzt kämpft Zondacrypto ums Überleben. Medien in Polen berichten über massive Liquiditätsprobleme. Die Bitcoin-Reserven der Börse sollen um 99 Prozent praktisch vollständig eingebrochen sein. Das führt zu Auszahlungsproblemen bei Nutzern, wie das Portal Money.pl berichtet. Die Medien stützen sich auf sogenannte On-Chain-Analysen von Recoveris, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Zug, das sich auf Blockchain-Forensik, Ermittlungen und die Wiederbeschaffung von gestohlenen oder verlorenen digitalen Vermögenswerten spezialisiert hat. ### Entleerte Hot-Wallets Ein möglicher Grund für die Auszahlungsprobleme könnte sein, dass das sogenannte Bitcoin-Hot-Wallet der Börse – also ein dauerhaft mit dem Internet verbundenes Wallet – nahezu leer ist. Gemäss Recoveris ist der durchschnittliche monatliche Bitcoin-Bestand im Wallet von Zondacrypto von etwa 55,7 Bitcoin im August 2024 auf 0,18 BTC im März 2026 gefallen – ein Rückgang um 99,7 Prozent. Per 1\. April sollen sich noch 0,068 Bitcoin im Wallet befunden haben. Gemäss der Analyse, die Tippinpoint vorliegt, sollen zwischen Dezember und April insgesamt in 511 Transaktionen ein Gesamtvolumen von rund 21 Millionen Dollar von Wallets von Zondacrypto an Kraken übertragen worden sein. «Diese Transaktionen erstreckten sich über sechs Blockchains (BTC, ETH, USDC sowie mehrere Altcoins) und deuten eher auf eine systematische Leerung von Reserven hin als auf gewöhnliche operative Abläufe», heisst es im Bericht. Zondacrypto gibt an, mehr als eine Million Kundinnen und Kunden zu betreuen – der Grossteil davon stammt aus Polen. Vor dem Hintergrund der offenbar sehr begrenzten Liquidität wird deutlich, wie fragil das System ist: Bereits wenige grössere Abhebungen könnten ausreichen, um die Plattform in ernsthafte Auszahlungsschwierigkeiten zu bringen. ### Zondacrypto-CEO weist Probleme zurück Zondacrypto-CEO Przemysław Kral weist Liquiditätsprobleme vehement zurück. Er sagt, dass Auszahlungen durchgeführt würden: «Allerdings haben wir ein technisches Problem und bearbeiten sie manuell», sagte er gegenüber polnischen Medien. Zudem beziffert er den aktuellen Bestand des Wallets auf über 4500 Bitcoins. Laut Kral verfüge die Börse über mehr als 3,2 Millionen Adressen, darunter seien auch Cold Wallets – also vom Internet getrennte Wallets. Diese können von On-Chain-Analysen nicht eingesehen werden. Doch Belege zum Bestand der Cold Wallets legte er bisher nicht vor. Zondacrypto ist zwar mehrheitlich in Osteuropa aktiv und verfügt über eine estnische FIU-Lizenz. Sie gehört zur estnischen BB Trade Estonia OÜ, die wiederum von der Divisio Holding AG aus Zug kontrolliert wird. Im Verwaltungsrat von Zondacrypto sitzt Guido Bühler, ein Schweizer Finanzunternehmer und Mitgründer der Schweizer Kryptobank [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/). ### Politische Dimension Die Turbulenzen rund um Zondacrypto haben auch eine politische Dimension. Polen zählt zu den wenigen EU-Ländern, die die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) bislang nicht vollständig umgesetzt haben. Die Regulierung sieht unter anderem vor, dass Kryptodienstleister Kundengelder vollständig hinterlegen müssen. Gegen den entsprechenden Gesetzentwurf hat der polnische Präsident Karol Nawrocki zweimal sein Veto eingelegt – mit der Begründung, die Vorgaben seien übermässig restriktiv. Die nun aufgetretenen Probleme bei Zondacrypto haben bereits eine politische Debatte ausgelöst und zu gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen dem politischen Lager des Präsidenten und der Regierung von Donald Tusk geführt. Wie gestern bekannt wurde, hat inzwischen die polnische Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. ![Zondacrypto: Davos-Stadionsponsor steckt in grossen Schwierigkeiten](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Zonda_260499_070402.jpg) In Davos ist bisher offenbar noch nichts zu spüren von den Turbulenzen. «Wir sind nicht in Kenntnis einer Liquiditätsproblematik bei unserem Partner. Ihren Verpflichtungen sind sie immer nachgekommen», sagt HCD-CEO Marc Gianola auf Anfrage. Die Kryptobörse ist auch Partner von Sportvereinen wie Juventus FC, Atalanta BC und AS Monaco Basket. Zondacrypto verfügt neben dem Holdingsitz mit BB Trade Switzerland AG auch über eine operative Niederlassung in der Schweiz. Zudem ging sie mit der [Incore](https://www.tippinpoint.ch/tag/incore/) Bank eine Kooperation ein. ### Mutmassliche NS-Konten: UBS scheitert vor Gericht in New York URL: https://www.tippinpoint.ch/mutmassliche-ns-konten-ubs-scheitert-vor-gericht-in-new-york/ Last updated: 2026-07-18T23:02:20.000Z Ein US-Richter hat am Dienstag einen Antrag der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) abgelehnt, eine Klarstellung zum historischen Vergleich über 1,25 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 1998 zu erwirken. Die Bank wollte sich damit gegen mögliche neue Ansprüche absichern, die im Zusammenhang mit Konten stehen, die mutmasslich von Mitgliedern des NS-Regimes genutzt wurden. Der US-Bezirksrichter Edward Korman in Brooklyn erklärte, UBS verlange faktisch ein Rechtsgutachten, das sie vor «hypothetischen» Klagen schützen solle – also vor Verfahren, die bislang gar nicht eingereicht wurden. «Solange kein konkreter Fall oder Streit entsteht, der eine gerichtliche Auslegung der Vereinbarung erfordert, spricht diese weiterhin für sich selbst», hielt Korman fest. Korman hatte bereits den Vergleich von 1998 zu nachrichtenlosen Vermögen beaufsichtigt. In dessen Folge zahlten Schweizer Banken insgesamt 1,25 Milliarden US-Dollar, die an rund 458’000 jüdische NS-Opfer sowie deren Familien verteilt wurden. ### Konten mit NS-Bezügen Das Simon Wiesenthal Center argumentierte, der Antrag der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) würde den Vergleich unzulässig ausweiten, indem er auch neu aufgedeckte Erkenntnisse über Geschäftsbeziehungen von Banken mit dem Dritten Reich einbezieht. UBS wandte sich an das Gericht, nachdem eine 2020 von der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) in Auftrag gegebene Untersuchung zusätzliche Verbindungen der Bank, ihrer Vorgängerinstitute und des NS-Regimes offengelegt hatte. Dabei wurden unter anderem 890 Konten mit angeblichen NS-Bezügen identifiziert. Jüdische Organisationen wie der World Jewish Congress haben bereits Forderungen in Milliardenhöhe ins Spiel gebracht. Dessen Präsident Ronald Lauder erklärte im vergangenen Sommer, man habe «wahrscheinlich 5 bis 10 Milliarden Dollar auf dem Tisch liegen lassen». UBS teilte dazu mit: «Nichts in der Entscheidung des Richters widerspricht unserer Auslegung der Vergleichsvereinbarung von 1999.» ### Schweizer Banken starten Testumgebung für Stablecoins URL: https://www.tippinpoint.ch/schweizer-banken-starten-testumgebung-fuer-stablecoins/ Last updated: 2026-07-18T23:02:21.000Z Die Schweiz ist bei der Entwicklung und Implementierung von Stablecoins ins Hintertreffen geraten. Jetzt haben sich Schweizer Finanzinstitute zusammengetan, um in einer geschützten digitalen Live-Umgebung – einer sogenannten Sandbox – ausgewählte Anwendungsfälle eines CHF-Stablecoins zu testen, wie die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) heute in einer Mitteilung schreibt. Bei einer Sandbox handelt es sich um eine geschützte Live-Umgebung für Testzwecke. Die Idee ist es, neue digitale Finanzprodukte unter realistischen Bedingungen testen zu können. Neben der UBS sind PostFinance, [Sygnum Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/sygnum-bank/), [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/), [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/) und [BCV](https://www.tippinpoint.ch/tag/bcv/) an Bord. Die technische Infrastruktur für die Herausgabe der Stablecoins kommt von der Swiss Stablecoin AG. Der Versuch mit der Sandbox soll 2026 durchgeführt werden. Sie steht auch weiteren interessierten Banken, Unternehmen und Institutionen offen, die zur Entwicklung eines CHF-Stablecoins beitragen möchten, heisst es weiter. Allfällige Marktentscheide sollen später fallen. Dass die Banken auf die Lösung von Swiss Stablecoin AG setzen, kommt nicht von ungefähr. Im letzten Herbst kam es zu einem Austausch zu regulierten Schweizer Stablecoins. Initiantin des Roundtables, Swiss-Stablecoin-Gründerin Pascale Bruderer, sagte damals, dass [Partnerschaftsgespräche «so intensiv wie nie zuvor» ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78362/stablecoin%5F-%5Fjetzt%5Fkommt%5Fes%5Fzum%5Fmassenstart.html)laufen. Am Roundtable wurden Stablecoin-Anwendungen von der [Sygnum Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/sygnum-bank/), UBS und PostFinance präsentiert. ### Waffenruhe treibt Märkte nach oben URL: https://www.tippinpoint.ch/waffenruhe-treibt-maerkte-nach-oben/ Last updated: 2026-07-18T23:02:21.000Z Die Aktienmärkte reagieren heftig auf die von Iran und den USA angekündigte zweiwöchige Feuerpause. US-Präsident Donald Trump sowie der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bestätigten in der Nacht zum Mittwoch die Waffenruhe in eigenen Stellungnahmen. Gleichzeitig versprach Araghchi eine temporäre Öffnung der Strasse von Hormus. Für einen Zeitraum von zwei Wochen werde eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge möglich sein. Die Börsen in Ostasien haben mit kräftigen Kursgewinnen reagiert. So sprang der Nikkei in Japan um fast 5 Prozent nach oben, der südkoreanische Kospi lag zeitweise fast 6 Prozent im Plus. Der SMI liegt vorbörslich 3,18 Prozent im Plus. Beim deutschen DAX sind es 4,7 Prozent. Bei den Währungen legte der Franken gegenüber dem Dollar leicht zu. Ein Dollar kostete noch 0,7898 nach 0,7993 ein paar Stunden zuvor. Euro legte in der Nacht auf Mittwoch kräftig zu und übersprang die Schwelle von 1,16 US-Dollar. Am Morgen wurden 1,1677 bezahlt. Praktisch unverändert bleibt der Euro zum Franken. Deutlich zeigte sich die Entspannung beim Ölpreis. Für ein Fass der Sorte Brent wurde am Morgen nur noch 96 Dollar bezahlt, WTI verbilligte sich auf 94 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von bis zu 15 Prozent gegenüber dem Vortag. ### Führungswechsel bei Banque Cramer URL: https://www.tippinpoint.ch/fuehrungswechsel-bei-banque-cramer/ Last updated: 2026-07-18T23:02:22.000Z Fabian Käslin wird per Anfang April Chef der [Banque Cramer](https://www.tippinpoint.ch/tag/banque-cramer/), wo er bereits Mitglied der Geschäftsleitung ist. Er löst den bisherigen CEO ad interim, Jérôme Savioz, ab, der sich als CFO und COO verstärkt auf die Digitalisierung sowie die Automatisierung zentraler Prozesse fokussieren werde, wie es in einer Mitteilung heisst. Fabian Käslin kam im August 2025 in die Bank und wurde Head Private Banking. Zuvor war er unter anderem bei Banque Havilland, BIL Suisse und bei Julius Bär tätig. In der Cramer-Geschäftsleitung gibt es weitere Verschiebungen: Placido Albanese erweitert sein Verantwortungsgebiet und wird neben den Investment Services zusätzlich die Leitung des Private Banking übernehmen. Verwaltungsratspräsident Reto Kunz spricht von einem «logischen Schritt» und betont die Kombination aus Kontinuität und Weiterentwicklung. Die Positionierung als Boutique-Institut mit personalisiertem Service soll beibehalten werden. Fabian Käslin sagt: «Es ist mir eine Ehre, die Banque Cramer zu führen und auf Werten aufzubauen, welche ihren Ursprung vor gut 300 Jahren haben und noch heute unsere Identität prägen.» ### Iran-Krieg reisst Schweizer Pensionskassen ins Minus URL: https://www.tippinpoint.ch/iran-krieg-reisst-schweizer-pensionskassen-ins-minus/ Last updated: 2026-07-18T23:02:23.000Z Nach dem Peak im Februar geht es für Schweizer Pensionskassen wieder den Berg runter – dem Angriffskrieg von Israel und den USA gegen den Iran sei es zu verdanken. Im März erzielten die Kassen eine durchschnittliche Performance von minus 2,4 Prozent. Seit Anfang des Jahres liegt die durchschnittliche Performance nun mit 0,6 Prozent im Minus, schreibt die [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/) im Pensionskassen-Monitor von [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/). Dadurch bröckelt der Deckungsgrad – nach dem Höchststand im Februar hat der kapitalgewichtete Deckungsgrad der privaten Pensionskassen um 2,9 Prozentpunkte auf 119,3 Prozent abgenommen. Bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung beträgt der Deckungsgrad neu 114,2 Prozent und bei jenen mit einer Teilkapitalisierung 91,3 Prozent. Bei den Anlageklassen zeigen sich grosse Unterschiede, die den Iran-Kriegswirren geschuldet sind. Seit Jahresbeginn zweistellig zugelegt haben die Rohstoffe mit einer Performance von 15 Prozent (im März betrug die Performance minus 1,16 Prozent). Ebenfalls positiv entwickelten sich direkt gehaltene Schweizer Immobilien mit einem Plus von 0,97 Prozent. ![Iran-Krieg reisst Schweizer Pensionskassen ins Minus](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260497_140447.jpg) Markante Rückgänge gab es bei indirekten Immobilienanlagen in der Schweiz (minus 3,75 Prozent) und bei Schweizer Aktien, die seit Anfang Jahr 2,3 Prozent verloren – allein im März setzte es ein Minus von 7,4 Prozent ab. Private Equity erwies sich im März als stabilisierender Faktor und erzielte mit 3,9 Prozent die höchste Rendite. Seit Anfang des Jahres beträgt das Plus 2,59 Prozent. Der globale Aktienmarkt hat seit seinem Höchststand Ende Februar rund 8 Prozent in US-Dollar verloren. Die teils spürbare Euphorie von Ende Februar habe sich abgekühlt, was zusammen mit dem ungebrochenen Wachstum der Firmengewinne aber für Aktien spreche, heisst es im Pensionskassen-Monitor von [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/). «Regional erscheint uns insbesondere der Schweizer Aktienmarkt attraktiv, wo zu düstere Aussichten eingepreist sind.» Auch bei Gold sieht Swisscanto nach der jüngsten Kursbereinigung Potenzial. ### Prozess gegen usbekischen «Prinzessin» unter ungewissen Vorzeichen URL: https://www.tippinpoint.ch/prozess-gegen-usbekischen-prinzessin-unter-ungewissen-vorzeichen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:24.000Z Die Bundesanwaltschaft (BA), die vor 14 Jahren zu ermitteln begann, wollte eigentlich zwei Prozesse führen. Einen gegen die Tochter des verstorbenen usbekischen Präsidenten und gegen deren ehemaligen engsten Mitarbeiter. Und den zweiten gegen den Banker, der die Gelder der Usbekin und deren Entourage verwaltete, sowie gegen die Bank selber, die Genfer Privatbank [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/). Das [Bundesstrafgericht beschloss aber im Mai 2025](https://www.nzz.ch/schweiz/der-fall-der-usbekischen-praesidententocher-gulnara-karimowa-dreht-eine-ueberraschende-zusatzschlaufe-ld.1887858?ref=tippinpoint.ch) überraschend und gegen den Willen der Bundesanwaltschaft, die beiden Verfahren gemäss dem Grundsatz der Verfahrenseinheit zusammenzulegen. Eine neue gemeinsame Anklageschrift gibt es hingegen nicht. Zum Prozessbeginn am 27\. April liegen vielmehr die beiden Anklageschriften vor, die die BA im Herbst 2023 beziehungsweise im Herbst 2024 in Bellinzona deponiert hatte. Zusammen sind das 771 Seiten. Stoff für Anträge der Verteidigung gibt es aber auch aus einem anderen Grund: Die Hauptangeklagte – einst als designierte Nachfolgerin ihres Vaters als Staatspräsidentin gehandelt und als «Prinzessin» bezeichnet – ist seit 2014 in ihrer Heimat inhaftiert, nachdem sie bei ihrer Familie in Ungnade gefallen war. Für das Bundesstrafgericht stellte sich deshalb die Frage, ob Gulnara Karimowa für die Dauer des Prozesses in Bellinzona in die Schweiz ausgeliefert werden kann. Das Bundesamt für Justiz (BJ) gab dem Gericht aber einen ablehnenden Bescheid. Zum einen stehe einem Gesuch an Usbekistan zur Auslieferung einer usbekischen Staatsbürgerin das Gegenrecht im Weg, liefere doch die Schweiz keine eigenen Staatsangehörige aus. Zum anderen verweist das Bundesamt für Justiz auf die Bestimmung im Rechtshilfegesetz, wonach die Zusammenarbeit mit dem Ausland abgelehnt wird, wenn die Annahme besteht, dass das Verfahren im Ausland nicht den Grundsätzen zum Schutz der Menschenrechte und den Grundfreiheiten entspricht. Das BJ machte diesbezüglich auf verschiedene Lücken in der usbekischen Strafverfolgung aufmerksam und nannte Folter, fehlenden sofortigen Zugang zu einem Haftgericht, fehlenden Zugang zu einem Anwalt und die fehlende Unabhängigkeit der Justiz. Letztes Jahr hatte zudem ein UNO-Gremium die [Verhaftung Karimowas als willkürlich eingestuft](https://www.nzz.ch/schweiz/uno-menschenrechtsexperten-stufen-die-inhaftierung-von-gulnara-karimowa-als-willkuerlich-ein-ld.1891793?ref=tippinpoint.ch). ### Vorbereitungen für Prozess in Abwesenheit der Angeklagten Somit kommt eine Anwesenheit der 53-jährigen Karimowa am Prozess in Bellinzona nur in Frage, wenn sie aus der usbekischen Haft entlassen würde – ein Schritt, an den niemand glaubt. Unter dem Zeitdruck der Verjährung – sie tritt im Fall der Geldwäscherei 2027 ein – traf der federführende Richter Stephan Zenger Vorbereitungen für ein Abwesenheitsverfahren. So ist laut Beobachtern der ungewöhnliche Schritt zu erklären, dass Zenger und eine Gerichtsschreiberin innert Jahresfrist gleich zwei Mal für Einvernahmen von Karimowa nach Taschkent reisten. Denn zu den Voraussetzungen für das Abwesenheitsverfahren gehört laut Strafprozessordnung, dass «die beschuldigte Person im bisherigen Verfahren ausreichend Gelegenheit hatte, sich zu den ihr vorgeworfenen Straftaten zu äussern». Ob die Umstände der Einvernahmen – Fragen konnten nur via usbekische Staatsanwälte gestellt werden – diese Bedingung erfüllten, dürfte ein Streitpunkt an der Hauptverhandlung sein. Die Verteidiger verzichteten jedenfalls auf eine Teilnahme an der zweiten Auslandmission des Gerichts. Zu den Vorbereitungen für einen Prozess in Abwesenheit gehört auch der Umstand, dass das Bundesstrafgericht Vorladungen für Karimowa und den mitangeklagten Bekhzod Akhemedow im Bundesblatt veröffentlichte, mit dem Hinweis auf die Bestimmungen der Strafprozessordnung für den Fall des Nichterscheinens zur Hauptverhandlung. Und zwar gleich in doppelter Version: Zum einen für Verhandlungen zwischen dem 27\. April und dem 22\. Mai sowie zum anderen für Verhandlungen zwischen dem 4\. und dem 29\. Mai. Das zweite Datum wurde vorsorglich für den Fall angesetzt, dass eine Partei zum Prozessbeginn am 27\. April nicht erscheinen sollte, wie das Gericht auf Anfrage bestätigte. ### Die Rückschläge für die Bundesanwaltschaft Diese Ungewissheiten im Vorfeld des Prozesses folgen auf eine Reihe von Ungereimtheiten während des Verfahrens der Bundesanwaltschaft. So musste sie 2019 den Verfahrensleiter auswechseln, nachdem der langjährige Staatsanwalt des Bundes Patrick Lamon vom Bundesstrafgericht für befangen erklärt wurde. Der Grund war der informelle Besuch einer sechsköpfigen Delegation der BA unter Leitung des damaligen Bundesanwalts Michael Lauber bei der Staatsanwaltschaft in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Vergeblich versuchte die BA dem Pflichtverteidiger Karimowas, dem Genfer Rechtsanwalt Grégoire Mangeat, das Mandat zu entziehen. Ungewöhnlich ist ausserdem, dass die BA vor der Anklage gegen die Hauptbeschuldigten vier in usbekischer Haft sitzende Komplizen mit Strafbefehlen verurteilte und den Hauptteil der ursprünglich beschlagnahmten 800 Millionen Franken einzog. Erst 2022 erweiterte die BA das Geldwäschereiverfahren um den Tatbestand der kriminellen Organisation. Fast gleichzeitig hatte das Bundesstrafgericht Rekurse der Verteidigung teilweise gutgeheissen und die Rolle Karimowas als faktische fremde Amtsträgerin bei der Einkassierung von Schmiergeldern in Frage gestellt. In der Anklageschrift bekräftigt die BA beim Anklagepunkt der passiven Bestechung die Rolle Karimowas als Amtsträgerin. Seit 1995 habe sie immer wieder hohe staatliche Funktionen ausgeübt, als Beraterin für Minister, als ministerielle Beraterin der usbekischen Botschaft in Moskau, als Vizeministerin sowie als Botschafterin bei der UNO in Genf und für Spanien. Dank ihres Status als Tochter des Präsidenten habe Karimowa einen unbegrenzten Einfluss auf Beamte und Politik ihres Landes gehabt und die Wirtschafts- und Finanzbeziehungen beeinflusst. Der Zugang zum Markt der Telekommunikation habe zwangsläufig über Karimowa geführt. Der Geldwäschereivorwurf betrifft vor allem Schmiergelder in Milliardenhöhe, die Karimowa von internationalen Telekomkonzernen für den Zugang zum usbekischen Mobiltelefonmarkt kassiert haben soll. In Vergleichsverhandlungen mit den Behörden zahlten die Konzerne MTS, Vimpelcom und Telia 2,6 Milliarden Dollar. ### Geld floss über 30 Konten bei acht Schweizer Banken Zum Vorwurf der kriminellen Organisation schildert die BA den Aufbau des hierarchisch organisierten sogenannten «Office» mit 45 bis 50 Mitgliedern allein in Taschkent, weltweit rund 100 Briefkastenfirmen, die intern zum Teil als Mülleimer bezeichnet wurden, und Karimowa an der Spitze mit alleinigen Befehlskompetenzen. Allein in der Schweiz habe das 2001 gegründete «Office» kriminelle Gelder von rund 800 Millionen Dollar generiert. Die Gelder sollen über 30 Bankbeziehungen in der Schweiz geflossen sein. Neben der Hausbank Lombard Odier werden in der Anklageschrift folgende Institute genannt: Vontobel, Bordier, Union Bancaire Privée (UBP), Credit Suisse, [Mirabaud](https://www.tippinpoint.ch/tag/mirabaud/), [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) und UBS. Zu den internationalen Bankbeziehungen gehörten zwei Banken in Lettland sowie die Standard Chartered Bank in Hongkong. Die Anklage zur Bank Lombard Odier wirft einem heute 55-jährigen ehemaligen Vermögensverwalter schwere Geldwäscherei vor. Als Leiter für die Entwicklung des Geschäfts in Osteuropa soll er zwischen 2008 und 2012 neun Bankbeziehungen für das «Office» eröffnet und betreut haben. Unter Missachtung der Geldwäschereivorschriften seien Gutschriften in der Höhe von 1,065 Milliarden Dollar, 199,4 Millionen Euro, 39,5 Millionen britische Pfund und 296’250 Schweizerfranken erfolgt. Die Abbuchungen beliefen sich im gleichen Zeitraum gemäss Anklageschrift auf 451,4 Millionen Dollar, 139,4 Millionen Euro, 71,4 Millionen britische Pfund und 601'777 Schweizer Franken. Am 23\. Juli 2012 kündigte die Bank dem Vermögensverwalter und stellte ihn per sofort frei. Er war während seiner Tätigkeit mit insgesamt 2'725'025,50 Franken vergütet worden. Der Anklageschrift ist unter anderem zu entnehmen, dass der Vermögensverwalter Gulnara Karimowa im Oktober 2010 auch der Bank Mirabaud als Kundin empfohlen hatte. Als sich Yves Mirabaud bei einer Verwaltungsrätin von Lombard Odier erkundigte, erhielt er die Rückmeldung, «diese Dame» habe ein «kleines Konto» bei [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/). Die Sorgfaltsabklärungen seien erfolgt, und das Konto habe seit zwei bis drei Jahren keine Bedenken ausgelöst. ### Finma zieht 4,8 Millionen ein Spannend dürfte die Beurteilung der strafrechtlichen Verantwortung der Bank werden, der die BA vorwirft, nicht alle angemessenen und notwendigen organisatorischen Massnahmen getroffen zu haben, um die Geldwäscherei zu verhindern. Denn [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) selber hatte die Ermittlungen am 28\. Juni 2012 mit einer Anzeige an die Geldwäscherei-Meldestelle des Bundes (MROS) ausgelöst. Und zwar im Einvernehmen mit Patrick Odier, dem damaligen Senior Managing Partner der Bank und gleichzeitig Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Dass die Bank dennoch ins Visier der Bundesanwaltschaft geriet, dürfte mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma zusammenhängen. Denn die Bankenaufseher kamen am 16\. April 2014 zum Schluss, dass Lombard Odier bei der Betreuung der Konten des «Office» auf schwere Weise die Sorgfaltspflichten des Geldwäschereigesetzes vernachlässigt habe. Das Verfahren der Finma war bisher nicht bekannt und führte zur Einziehung von Gewinnen in der Höhe von 4'786'899 Franken. So viel hatte die Bank mit den neun usbekischen Konten bis Ende 2013 verdient. ### Vontobel will das Deutschland-Geschäft ausbauen URL: https://www.tippinpoint.ch/vontobel-will-das-deutschland-geschaeft-ausbauen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:24.000Z Die Zürcher Privatbank Vontobel streckt ihre Fühler wieder stärker nach Deutschland aus. Georg Schubiger, Co-CEO von [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/tag/vontobel/), sagte zum deutschen Handelsblatt ([Abo](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-schweizer-privatbank-vontobel-eroeffnet-neuen-standort-in-duesseldorf/100213321.html?utm%5Fsource=hb-financebriefing&utm%5Fmedium=nl&utm%5Fcampaign=standard-free&utm%5Fcontent=07042026)): «Deutschland ist für uns ein zentraler Markt in Europa. Mit der geplanten Niederlassung in Düsseldorf stärken wir unsere Präsenz in einem der wichtigsten Finanz- und Wirtschaftsstandorte des Landes.» Vontobel schliesst sich mit dem Schritt anderen Schweizer und Liechtensteiner Banken an, die ihre Präsenz in Deutschland wieder ausbauen. Die Liechtensteiner [LGT](https://www.tippinpoint.ch/tag/lgt/) hatte bereits 2022 ihre Rückkehr auf den deutschen Markt bekannt gegeben. Sie ist heute an den Stanorten München, Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Köln vertreten. Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) ist an drei Standorten in Deutschland aktiv. Sie verwaltet inzwischen acht Milliarden Euro von deutschen Kunden. ### Bitcoin-Schwäche: Der Markt blickt mit Sorge auf Strategy URL: https://www.tippinpoint.ch/bitcoin-schwaeche-der-markt-blickt-mit-sorge-auf-strategy/ Last updated: 2026-07-18T23:02:24.000Z Einst waren sie das «heisseste Ding» in der Branche, jetzt drohen sie zu einer gefährlichen Belastung des angeschlagenen Bitcoins zu werden – die Treasury Unternehmen. Den Ton setzte [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) (damals noch Microstrategy) und machte auch lange die Musik. Doch diese Woche gab es nicht unerwartet einen Misston, der die Krypto-Anleger aufschreckte: Strategy stoppt die Bitcoin-Akkumulation. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • [Franklin Templeton](https://www.tippinpoint.ch/tag/franklin-templeton/) gründet Kryptosparte • Hongkong verpasst Stablecoins-Termin --- Seit sechs Jahren kauft Strategy regelmässig Bitcoin – mit Fremd- und Eigenkapital. Dadurch hat sich das einstige Software-Unternehmen zum grössen institutionellen Bitcoin-Halter gemausert. Doch in dieser Woche hat die Gesellschaft zum ersten Mal seit 13 Wochen keine Bitcoins gekauft. Der Bestand auf der Bilanz beläuft sich unverändert auf 762’099 Bitcoin. Das entspricht etwa 3,6 Prozent des gesamten Angebots. Der Gesamtwert der Position beträgt damit momentan 51,8 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis je Bitcoin beläuft sich für das Treasury-Unternehmen auf 75'700 Dollar – mehr als 10 Prozent über dem aktuellen Marktpreis. ### Früher Einstieg und Software-Geschäft Diese Zäsur in der bisherigen Akkumulationsstrategie wird vom Unternehmen nicht kommentiert. Man kann argumentieren, dass es [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) an den Mitteln fehlt – weil Fremdkapitalgeber angesichts der Marktlage kein Geld mehr einschiessen wollen. Ein grosser Teil der Bitcoin-Käufe finanziert das US-Unternehmen mit Wandelanleihen. Schlimmer wäre es für die Krypto-Anleger, wenn der Bitcoin-Bulle Michael Saylor selbst den Glauben an die Kryptowährung verloren hätte. Dabei steht Strategy solider da als viele Konkurrenten, die später als Nachahmer in den Markt eintraten. Strategy kaufte viele Coins noch günstig ein und verfügt als Sicherheitsanker noch über ein rentables, wenn auch nicht mehr wachsendes Geschäft im Bereich Business-Software. Ein Konkurrent, der unter die Räder kam und wohl faktisch insolvent ist, ist das Treasury-Unternehmen Nakamoto. Die an der Nasdaq kotierten Aktien von Nakamoto (NAKA) haben seit dem Höchst über 99 Prozent verloren. Das Unternehmen wurde im Mai 2025 von David Bailey gegründet. Mit einem Finanzierungsmix aus Private Investments (PIPE) und Wandelanleihen sammelte die Gesellschaft 710 Millionen Dollar ein. Für den Börsengang nutzte man einen sogenannten Reverse-Merger mit der bestehenden Aktiengesellschaft KindlyMD. Die massiven Kursgewinne im Umfeld des Mergers flossen als Kapital in Bitcoin-Käufe. Doch Nakamoto kaufte aus heutiger Sicht zu teuer. Für 679 Millionen Dollar wurden 5’744 Bitcoin erworben. Damit stieg das Unternehmen zu den grössten institutionellen Bitcoin-Haltern auf, der durchschnittliche Kaufpreis lag aber auf 118’000 Dollar. ### Schulden müssen getilgt werden Mit diesem Einstiegspreis nahe dem Allzeithoch hat Nakamoto enorme Buchverluste angehäuft und das Vertrauen der Investoren nachhaltig zerstört. Im März erfuhren die Investoren aus einem Filing an die Börsenaufsicht SEC, dass das Unternehmen 284 Bitcoin – unter dem Einkaufspreis – verkauft hat und so 20 Millionen Dollar löste. Diese dürften für Zinszahlungen gebraucht worden sein. Nakamoto hat sich 210 Millionen Dollar von der Kryptobörse Kraken geliehen – zu einem Zins von 8 Prozent. Das Schicksal von Nakamoto ist kein Einzelfall, sondern spiegelt eine breitere Verunsicherung im Sektor. In den Jahren 2024 und 2025 sprangen viele Unternehmen auf das Geschäftsmodell von [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) auf. So lange der Bitcoin-Kurs stieg, ging das gehebelte Geschäftsmodell wunderbar auf. Das ist vorbei. Die Aufnahme von Schulden zum Kauf von volatilen Assets wird bei langfristig fallenden Kursen zur Existenzbedrohung für die Treasury-Unternehmen. Auch Satsuma Technologies und Sequans veräusserten jüngst Bitcoins, um Wandelanleihen tilgen zu können. Das Mining-Unternehmen Mara Holdings verkaufte im März zum gleichen Zweck 15'133 Bitcoins. Vor Kurzem noch hatte das Unternehmen verlauten lassen, es sei nun auch ein Treasury-Unternehmen und werde die im Mining gewonnenen Coins nicht mehr veräussern. ### Fällt der letzte Käufer? Die Investoren mussten schmerzhaft lernen, dass was nach oben funktioniert, ebenso nach unten passiert. Das heisst, der Hebel in der Anlage durch Fremdkapital liess die Aktien der Treasury-Unternehmen noch schneller steigen als den Bitcoin, umgekehrt ist jetzt die Fallhöhe für die Börsennotierungen auch höher. Während wohl die wenigsten Schweizer Anleger in dieses Treasury-Unternehmen investiert sind, verursachen die Massen an Bitcoins, die auf den Markt geworfen werden, Sorgen. Wie soll sich so der Markt erholen – es sieht eher nach einem weiteren Rückschlag aus. Notorische Bitcoin-Kritiker sehen sich bestätigt und schreiben etwa, der Markt sei gar nicht dezentral, nur noch wenige Wallets würden den Handel aufrechterhalten und die Treasury Unternehmen seien die letzte Säule gewesen, die die Bitcoins, die Privatanleger, ETF oder Staaten wie Bhutan abstiessen, erworben hätten. Und nun breche auch diese Säule weg… ### Bitcoin bleibt volatiles Asset «Aktuell ist Bitcoin im Bärenmarkt, jeder, der etwas anderes sagt, ist meiner Meinung nach sehr euphorisch und ignoriert eine brenzlige Weltwirtschaftslage», sagt Joel Kai Lenz von der Bitcoin-App Relai. Anleger würden in Bitcoin immer noch einen sehr volatilen Vermögenswert für kurzfristige Haltefristen sehen. Daher sei er bei einem Kriegsausbruch oder Ähnlichem auch einer der ersten Vermögenswerte, die liquidiert werden. Aktuell hätten es auch Gold und Silber schwer. Die Kehrseite ist gemäss Lenz, dass im Bullenmarkt pure Euphorie herrsche und wirklich jeder eine Treasury Firma aus dem Boden gestampft habe, oft, ohne an den Abwärtstrend zu denken. Man habe nicht daran gedacht, ob man genügend Cash-Reserven habe, wie man im Bärenmarkt zusätzliche Verpflichtungen decken könnte, wenn keiner mehr Aktien oder Wandelanleihen kaufe. «Dass ein einzelnes Unternehmen wie Nakamoto in Schwierigkeiten steckt, ist für den Gesamtmarkt unbedeutend. Sein Anteil ist zu gering, um den Kurs nachhaltig zu bewegen», sagt Bitcoin-Experte und Dozent Rino Borini. Es gebe rund 190 Bitcoin-Companies, die etwa 1'160’000 Coins halten. 65 Prozent davon hält [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/), die Nummer zwei, Twenty One Capital, hält bereits lediglich 3,7 Prozent. Nakamoto habe ihre Bitcoin Bestände fast auf dem Allzeithoch gekauft. «Ob das klug war, sei dahingestellt. Rückblickend ist man immer gescheiter», sagt Borini. Er fand das Vorgehen aber doch eher risikoreich. ### Schmerzhaft, aber kein Todesstoss Würde [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) ausfallen, hätte das gemäss Borini kurzfristig riesige Auswirkungen. Doch dieses Szenario sehe er nicht. Es gebe keine Anzeichen für einen Notverkauf. Die Finanzierung sei langfristig gesichert. «Die eigentliche Stabilität wird durch die grossen Spot-ETF und private Holder gewährleistet», fügt der Bitcoin-Experte an. Ein Rückzug der Treasury-Unternehmen wäre ein schmerzhafter Preisrücksetzer, aber kein Todesstoss für den Bitcoin. «Nach über zehn Jahren in Bitcoin würde ich behaupten, dass es der klassische Wash-out-Effekt ist, wo Leute, die dachten, es kann nur nach oben gehen, von der Realität eingeholt werden», sagt der Relai Manager. Unternehmen, die länger dabei sind, und sich auch mit langfristigen Optionen beschäftigen, werden überleben, die anderen nicht. Strategy habe im Bärenmarkt 2022 gelernt, dass es eine ordentliche Cash-Reserve aufbauen müsse. Damals stand es wesentlich schlechter um die Firma. ### Risiko für Aktien Borini sieht eher für den Aktienmarkt ein Reputationsrisiko: «Wenn das Bitcoin-Treasury-Modell scheitert, wird es inskünftig schwierig, institutionelles Kapital über den Aktienmarkt einzusammeln.» Er bemängelt jedoch, dass die Abhängigkeit von wenigen Unternehmen ein Konzentrationsrisiko sei, das der Dezentralisierung widerspreche. Wenn diese Firmen ihre Bestände verkaufen müssten, würden die Coins in die Hände von Tausenden kleineren Adressen übergehen, was die langfristige Stabilität sogar erhöhen würde. Für Borin bleibt zentral: Ein Verkauf von Corporate Bitcoin Treasuries wäre ein einmaliges Ereignis (Liquidation), das den Preis kurzfristig drückt, aber die Funktionalität des Protokolls nicht berührt – Bitcoin sei Bitcoin. «Bitcoin ist immer noch sehr jung. Der Markt muss lernen, auch ohne permanente Käufe durch Firmen zu funktionieren. Das führt langfristig zu einer gesunden Entwicklung. Das gehört aber alles zu einer Adaptionsphase», fügt er an. short cuts ## Franklin Templeton gründet nach Übernahme Kryptosparte Der US-Asset-Manager [Franklin Templeton](https://www.tippinpoint.ch/tag/franklin-templeton/) gründet eine eigene Kryptowährungsabteilung, Franklin Crypto, die auf der geplanten Übernahme der Krypto-Investmentfirma 250 Digital basiert. Die neue Einheit wird die liquiden Krypto-Strategien der beiden Unternehmen zusammenführen, um aktivere, institutionell ausgerichtete Krypto-Investitionen anzubieten. Franklin Tempelton erweitert damit das Krypto-Angebot über das ETF-Geschäft hinaus. Das Spannende am Deal ist die Bezahlung, die teilweise mit tokensierten Vermögenswerten erfolgt und damit diese experimentelle Asset-Klasse in die reale Welt bringt. Ein Teil der Akquisition wird mit Benji-Token bezahlt, die an den On-Chain U.S. Government Money Fund von Franklin Templeton gebunden sind. Der Digital-Asset-Bereich von Franklin Tempelton verwaltet bisher rund 1,8 Milliarden Dollar. ## Hongkong verpasst Stablecoins-Termin Die Währungsbehörde in der chinesischen Sonderwirtschaftszone hat bisher keine Anträge für Hongkong-Dollar-Stablecoins genehmigt, obwohl sie das nach eigenem Bekunden im März vorhatte. Die Verzögerung erfolgt trotz früherer Zusicherungen der Behörden, dass die Lizenzvergabe im März beginnen werde, was Fragen darüber aufwirft, wie schnell Hongkongs Stablecoin-Rahmenwerk von der Politik zur Umsetzung übergehen wird. Grosse Institutionen wie HSBC und ein Joint Venture von Standard Chartered und Animoca werden voraussichtlich zu den ersten Lizenznehmern gehören, was die enge Verbindung zwischen dem neuen Stablecoin-Regime und dem bestehenden Notenausgabesystem Hongkongs unterstreicht. ### Bundesanwalt Stefan Blättler zu MBaer: «Der Fall liegt bei uns» URL: https://www.tippinpoint.ch/bundesanwalt-stefan-blaettler-zu-mbaer-der-fall-liegt-bei-uns/ Last updated: 2026-07-18T23:02:25.000Z Mit dem Fall [MBaer](https://www.tippinpoint.ch/tag/mbaer/) beschäftigt sich auch die Bundesanwaltschaft (BA). Auf die behördliche Schliessung der Zürcher Bank und die von der Finma sanktionierten schweren Verstösse gegen die Geldwäschereivorschriften angesprochen, sagte Bundesanwalt Stefan Blättler am Donnerstag: «Der Fall liegt bei uns.» Ihm seien die Vorwürfe bekannt. Noch ist aber kein formelles Strafverfahren eröffnet. Die Aussagen des Bundesanwalts deuten aber darauf hin, dass dies demnächst der Fall sein dürfte. Zumal die internationale Dimension des Falls mit Kundenbeziehungen in Russland, Venezuela und Iran klar eine Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft für die Strafverfolgung begründen. Bisher war nicht bekannt, ob die Finma eine Strafanzeige bei der BA eingereicht hat. Der Finanzregulator hat der Zürcher Bank vor einem Monat die Lizenz entzogen. Zuvor drohte die US‑Behörde FinCEN, [MBaer](https://www.tippinpoint.ch/tag/mbaer/) vom Dollar-Raum auszuschliessen. Die Bank habe im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust, hiess es. ### MBaer Merchant Bank ist Geschichte - doch viele Fragen bleiben offen URL: https://www.tippinpoint.ch/mbaer-merchant-bank-ist-geschichte-doch-viele-fragen-bleiben-offen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:25.000Z Am Schluss setzte die Finma den Gnadenschuss. Sie entzog der MBaer Merchant Bank die Lizenz und setzte den gesamten Verwaltungsrat ab. Der Wachhund des Schweizer Finanzplatzes hat zugeschnappt. Die Bank habe über kein ausreichendes Dispositiv zur Bekämpfung der Geldwäscherei verfügt und es Kundinnen und Kunden ermöglicht, behördliche Vermögenssperren zu umgehen. Schluss, aus, Ende. Vorarbeit leistete die amerikanische FinCEN (Financial Crimes Enforcement Network). Einen Tag zuvor zitierte die Behörde in einer Medienmitteilung den US-Finanzminister Scott Bessent mit den Worten: «MBaer hat im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust. Banken sollten sich bewusst sein, dass das US-Finanzministerium die Integrität des US-Finanzsystems mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aggressiv schützen wird.» Weiter hielt die Behörde fest, MBaer sei für eine Vielzahl illegaler Akteure ein zentraler Zugangsknotenpunkt zum US-Dollar gewesen. Dadurch seien sowohl die nationale Sicherheit der USA gefährdet als auch die Integrität des US-Finanzsystems untergraben worden. FinCEN drohte offen mit dem Ausschluss der Bank aus dem Dollarraum. US-Banken sollte es untersagt werden, Korrespondenzkonten für MBaer zu führen. MBaer hätte 30 Tage Zeit gehabt, eine Stellungnahme zuhanden der FinCEN einzureichen. Doch mit dem Lizenzentzug der Finma erledigte sich der Fall faktisch. ### Beide Augen zu? Auffällig ist, dass weder in der Medienmitteilung von FinCEN noch im umfassenden Bericht zur MBaer – und auch nicht in den Verlautbarungen der Finma – die Rolle der involvierten Korrespondenzbanken thematisiert wird. Dabei arbeiteten diese seit der Gründung eng mit MBaer zusammen. Recherchen zeigen, dass MBaer für das Dollar-Clearing mit drei Instituten kooperierte, wobei die Grossbank JPMorgan Chase die wichtigste Verbindung in den Dollarraum darstellte. Laut dem FinCEN-Report erfolgte die Abwicklung so: MBaer provides correspondent banking services to its customers directly through one correspondent relationship with a U.S. financial institution, and indirectly through at least one correspondent account that another foreign financial institution holds with U.S. financial institutions. Wenn zutrifft, was Finanzminister Bessent sagt – nämlich dass Gelder im Umfang von über 100 Millionen Dollar für illegale Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland durch das US-Finanzsystem geschleust wurden –, stellt sich eine zentrale Frage: Warum fiel dies den Korrespondenzbanken nicht auf? Es gehört zu ihren Kernaufgaben, Transaktionen zu überprüfen, die sie im Auftrag von Partnerbanken abwickeln. Besteht der Verdacht auf illegale Aktivitäten, müssen sie eingreifen. Sollten tatsächlich unrechtmässige Gelder geflossen sein, könnte somit auch eine Mitverantwortung der Korrespondenzbanken im Raum stehen. Umso erstaunlicher ist, dass weder die Finma noch FinCEN diese Institute sichtbar ins Visier genommen haben. Es gibt zumindest keine Hinweise darauf. Das wiederum lässt zwei Interpretationen zu: Entweder haben die Behörden bewusst beide Augen zugedrückt – oder die tatsächlichen Verfehlungen von MBaer waren weniger gravierend, als öffentlich dargestellt. Der Schweizer Regulator äussert sich auf Anfrage ausweichend: «Die Finma äussert sich nicht zu weiteren Inhalten des Verfahrens oder zum vorliegenden Fall. Als unabhängige Aufsichtsbehörde hat die Finma hoheitliche Befugnisse auf dem schweizerischen Finanzmarkt.» Damit macht sie indirekt geltend, dass ihr Handlungsspielraum auf Schweizer Institute beschränkt ist – und spielt den Ball an die US-Behörden zurück. ### Flossen Daten in die USA? Eine weitere Ungereimtheit betrifft die Datengrundlage der US-Behörden. Wie gelangte FinCEN an detaillierte Informationen zu mutmasslichen Kundenbeziehungen und Transaktionen? Naheliegend ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Finma und FinCEN. Das ist heikel. In Enforcement-Verfahren müssen Banken mit der Finma kooperieren. Die Behörde kann sich dabei Zugriff zu hochsensiblen Daten verschaffen. Wie wäre es zu rechtfertigen, wenn Daten ohne Wissen der Banken mit den USA ausgetauscht würden? Die Aufsichtsbehörde bestätigt eine Zusammenarbeit zumindest indirekt: «Die Finma setzt sich für eine funktionierende Aufsichtskooperation mit ausländischen Behörden (z. B. mit FinCEN) ein und arbeitet im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags mit solchen zusammen. Die Kontakte mit FinCEN basieren auf dem Finanzmarktaufsichtsgesetz und einem bilateralen Memorandum of Understanding (MoU). Zu den Details der Zusammenarbeit äussert sich die Finma nicht.» ### SIX lanciert einen gleichgewichteten Leitindex: Was bringt der SMI Equal Weight? URL: https://www.tippinpoint.ch/six-lanciert-einen-gleichgewichteten-leitindex-was-bringt-der-smi-equal-weight/ Last updated: 2026-07-18T23:02:26.000Z An anderen Handelsplätzen gibt es gleichgewichtete Leitindizes schon lange. Jetzt zieht die [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/) in der Schweiz nach und lanciert einen Konkurrenzindex zum Swiss Market Index. Der SMI Equal Weight bildet wie sein grosser Bruder die 20 grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen ab. Nur macht jeder Titel fünf Prozent aus. Das Rebalancing findet vierteljährlich statt. Im Gegensatz dazu sind die Firmen im Original-Leitindex nach Marktkapitalisierung gewichtet. Das bedeutet: Je grösser ein Unternehmen ist, desto mehr Gewicht hat es im SMI. Das ist der Grund, warum Nestlé, Novartis und Roche den Index stark dominieren. Die drei Titel machen knapp 50 Prozent der Gewichtung aus. ### Vorteile Der Ansatz der gleichmässigen Gewichtung sei sowohl in der Index- als auch in der Fondsmanagementbranche als Instrument zur Minderung des Konzentrationsrisikos weit verbreitet, begründet die [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/) den Schritt. Unbestritten ist, dass der gleichgewichtete Ansatz die Diversifikation erhöht, da die Dominanz einzelner Schwergewichte deutlich reduziert wird. Dadurch bildet der Index die Breite des Schweizer Aktienmarkts realistischer ab und gibt mittelgrossen Unternehmen ein grösseres Gewicht. Für Anleger entsteht dadurch ein ausgewogeneres Exposure, das weniger von defensiven Branchen abhängig ist. Gleichzeitig führt die Gleichgewichtung zu einer stärkeren Partizipation an konjunkturellen Aufschwüngen, da zyklischere Titel stärker ins Gewicht fallen. Der SMI Equal Weight ist auch «schweizerischer», da Schwergewichte wie Nestlé, Novartis und Roche nur einen marginal kleinen Anteil ihrer Erträge in der Schweiz beziehungsweise im Schweizer Franken erzielen. Ein zusätzlicher Effekt ergibt sich aus dem regelmässigen Rebalancing: Gewinner werden systematisch reduziert und schwächere Titel aufgestockt, was langfristig einen disziplinierten, antizyklischen Investmentansatz begünstigt. ### Nachteile Es gibt aber auch Nachteile: Durch die geringere Gewichtung defensiver Schwergewichte verliert der Index an Stabilität und kann in volatilen Marktphasen stärkere Schwankungen aufweisen als der klassische SMI. Zudem ist es wenig schlüssig, weshalb kleinere Unternehmen denselben Einfluss erhalten wie global bedeutende Konzerne. Ein weiterer Nachteil liegt in den höheren Umschichtungen: Da die Gewichtung regelmässig angepasst werden muss, steigen die Transaktionskosten, was sich bei Anlageprodukten negativ auf die Nettorendite auswirken kann. ### ESG-Blue-Chip-Index mit Inrate Ebenfalls neu ist der SPI ESG 25\. Er stellt eine Teilmenge des breiter gefassten SPI ESG Index dar und soll laut SIX die Entwicklung von Finanzprodukten, die hochliquide Instrumente erfordern, ermöglichen. Der neue Index wählt 25 Unternehmen auf Basis der höchsten kombinierten Werte von Marktkapitalisierung, Orderbuchumsatz und ESG-Impact-Ratings aus. Das Impact-Rating wird von Inrate bereitgestellt. Die Konstruktion ist kompliziert. Konkret werden die Komponenten nach der Free-Float-Marktkapitalisierung gewichtet und durch einen Faktor angepasst, der ihr Inrate-ESG-Rating widerspiegelt, heisst es in den Erklärungen der [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/). Nur Unternehmen, die Teil des breiteren SPI ESG-Index sind, können für den SPI ESG 25 infrage kommen. Zudem dürfen sie eine bestimmte Umsatzschwelle mit Themen wie Pornografie, Alkohol, Rüstung, Glücksspiel, Gentechnik, Kernenergie, Kohle, fossilen Brennstoffen und Tabak nicht überschreiten. ### Ermotti macht Ansage: «Ich bleibe bis mindestens April 2027» URL: https://www.tippinpoint.ch/ermotti-macht-ansage-ich-bleibe-bis-mindestens-april-2027/ Last updated: 2026-07-18T23:02:26.000Z UBS-Chef Sergio Ermotti will den Integrationsprozess der Credit Suisse bis ganz zum Schluss begleiten. Gleichzeitig will er in den nächsten 12 Monaten die Bank durch den laufenden regulatorischen Prozess führen. «Ich werde mindestens bis April nächsten Jahres bleiben – und danach sehen wir weiter», sagte Ermotti gemäss Reuters bei einer Veranstaltung des International Center for Monetary and Banking Studies. Zu seinem möglichen Nachfolger hat Ermotti ebenfalls eine Meinung. Vor dem Publikum sagte er, dass er eine interne Lösung bevorzuge. Die Bank verfüge bereits über geeignete Kandidaten. «Und wenn der Zeitpunkt kommt, wird es darum gehen, die Person entsprechend den dann geltenden Anforderungen der Bank auszuwählen», sagte der 65-jährige Tessiner Banker. Für eine grosse Überraschung sorgte Ermotti mit seinen Äusserungen nicht. Dass der Banker noch einige Zeit an der Spitze der Bank bleiben möchte, ist hinlänglich bekannt. Auch, dass er später am liebsten in den Verwaltungsrat der Bank wechseln würde. Das Problem beim Wechsel ist, dass Ermotti eine Abkühlphase einlegen müsste. Diese könnte genau in die entscheidende Phase der Regulierung fallen. Interessant ist, dass der UBS-Chef eine interne Nachfolgelösung bevorzugt. Ob das der Verwaltungsrat auch so sieht? Zuletzt gab es [Zweifel, ob das Kandidatenfeld tatsächlich stark genug ](https://tippinpoint.ch/artikel/78679/keine%5Feile%5Fbei%5Fder%5Fubs%5Fwarum%5Fdie%5Fermotti-nachfolge%5Fwarten%5Fmuss.html?ref=tippinpoint.ch)ist. Seit Chairman Colm Kelleher die Nachfolge Ende 2023 selbst thematisiert hatte, kursieren weitgehend die gleichen internen Namen: die beiden Co-Wealth-Management-Chefs Rob Karofsky und Iqbal Khan sowie COO und Europa-Chefin Bea Martin. Neu zum Kreis der möglichen Kandidaten zählt Aleksandar Ivanovic, Chef der Asset-Management-Sparte. ### UBS-Mann soll Präsident der Zuger KB werden URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-mann-soll-praesident-der-zuger-kb-werden/ Last updated: 2026-07-18T23:02:27.000Z Urs Rüegsegger tritt nach sechs Jahren als Präsident des Bankrats der Zuger Kantonalbank auf die kommende Generalversammlung hin zurück. Als Nachfolger hat der Bankrat Reto Wangler nominiert. Dieser war während mehr als zwanzig Jahren bei der UBS tätig. Unter anderem war er Regionaldirektor Zentralschweiz sowie Chief Operating Officer für UBS Schweiz und UBS Global Wealth Management. Zuletzt war er Chief Financial Officer für das Schweizer Geschäft der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Nachdem er die UBS im Sommer 2025 verlassen hatte, wurde er Partner der Avanti Group, einem IT-Beratungsunternehmen von Stefan Arn, der dort Managing Director ist. Dieser war während vieler Jahre einer der wichtigsten IT-Köpfe der UBS. Zuletzt war er Mitglied eines Advisory Boards, das für die Integration der Credit Suisse geschaffen wurde. ### Lex UBS: Kommt der Bundesrat mit einer taktischen Finte? URL: https://www.tippinpoint.ch/lex-ubs-kommt-der-bundesrat-mit-einer-taktischen-finte/ Last updated: 2026-07-18T23:02:27.000Z Das Lobbying für oder gegen schärfere Eigenkapitalregeln der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verläuft in Wellen. Derzeit scheint sich eine neue Welle aufzubauen. Sie kommt kurz bevor der Bundesrat die wichtigsten Eckpfeiler der künftigen Too-big-to-fail-Regulierung bekannt geben wird. Die Landesregierung wird voraussichtlich am 22\. April einerseits die Eigenkapitalverordnung verabschieden. Diese definiert, welche Bilanzpositionen zum Eigenkapital gezählt werden können und welche nicht. Das zweite Geschäft betrifft die Eigenkapitalunterlegung von Auslandstöchtern im Stammhaus, die der Bundesrat zum gleichen Zeitpunkt als Botschaft ans Parlament verabschieden will. Die Financial Times baut kurz vor dem Tag der Wahrheit nochmals Druck auf. Berner Parlamentarier hätten «führenden Managern» der UBS «versichert», dass sie die strengen neuen Vorschriften «abschwächen» werden, schreibt das Blatt. Hinter verschlossenen Türen hätten die Politiker der UBS mitgeteilt, dass sie einen Kompromiss zu den Vorschlägen des Finanzministeriums ausarbeiten würden. Eine an den Gesprächen beteiligte Person soll zudem darauf hingewiesen haben, dass die Bedingungen eines möglichen neuen Kompromisses noch nicht festgelegt seien, merkte jedoch an, dass die Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Parlaments den Prozess im Mai «übernehmen» würden. «Ab diesem Zeitpunkt werden wir mehr Entscheidungsbefugnis haben», sagte ein namentlich nicht genannter Parlamentarier laut FT. ### Die mögliche Finte des Bundesrats Allerdings kann die Politik nur auf das zweite Geschäft Einfluss nehmen, also die hochumstrittene Eigenkapitalunterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften im Stammhaus. Das erste Geschäft, das die Qualität des Eigenkapitals betrifft, entscheidet der Bundesrat am Parlament vorbei über den Verordnungsweg. Noch ist nicht bestimmt, was der Bundesrat bekannt geben wird. Allgemein wird davon ausgegangen, dass er in beiden Geschäften nicht weit von seinen ursprünglichen Vorschlägen abweichen wird. Also keine Anrechnung von Software oder latenten Steuergutschriften und der volle Eigenkapitalabzug der Auslandstöchter im Stammhaus. Der Bundesrat könnte aber auch mit einer taktischen Finte überraschen – nämlich dann, wenn er bei der Eigenkapitalverordnung der UBS überraschend entgegenkommt. Damit würde er den Grossbanken-freundlichen Kompromissparlamentariern der FDP und der GLP den Wind aus den Segeln nehmen. Für sie würde es dann umso schwieriger, eine Abschwächung der Eigenkapitalerfordernisse für die Auslandstöchter durchzudrücken. Letzten Dezember outete sich [eine Gruppe von bürgerlichen Parlamentariern](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78479/die%5Fkoalition%5Fder%5Fwilligen%5F.html), die sich für eine Aufweichung der Eigenkapitalregeln einsetzt. Statt hartes Eigenkapital soll die UBS AT1-Anleihen für ihre ausländischen Tochtergesellschaften anrechnen lassen können. «Wir wollen möglichst hohe Sicherheiten für die letzte verbliebene globale Grossbank der Schweiz, aber wir müssen auch die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz berücksichtigen», sagte der Aargauer Ständerat Thierry Burkart damals. Neben dem FDP-Politiker gehören Thomas Matter (SVP), Erich Ettlin (Die Mitte) und Tiana Moser (GLP) der Parlamentariergruppe an. Kernidee der Gruppe ist: Statt hartes Eigenkapital (CET1) soll die UBS im Stammhaus auch Fremdkapital für die ausländischen Tochtergesellschaften anrechnen können. Konkret soll die UBS bis zur Hälfte die geforderte 100-Prozent-Unterlegung mit ominösen AT1-Anleihen bestreiten können. Das ist billiger für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Allerdings bedeutet billiger gleichzeitig auch weniger Sicherheit. ### Iran-Krieg vernichtet 12 Billionen - Asien trifft es besonders hart URL: https://www.tippinpoint.ch/iran-krieg-vernichtet-12-billionen-asien-trifft-es-besonders-hart/ Last updated: 2026-07-18T23:02:28.000Z Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis im ablaufenden Monat auf ein Rekordhoch getrieben und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Anleger fürchten eine höhere Inflation und ein langsameres Wirtschaftswachstum. Der Preis für die Nordseesorte Brent legte im März um rund 59 Prozent zu. Das ist der grösste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Der von den USA und Israel angezettelte Krieg hat zum bislang grössten monatlichen Wertverlust in der Geschichte geführt: An den globalen Aktienmärkten belaufen sich die Verluste bislang auf 12 Billionen US-Dollar. Besonders hart getroffen sind die asiatischen Börsen, die auf den stärksten monatlichen Verlust seit 2022 zusteuern. Der japanische Nikkei-Index verlor im März 12,6 Prozent. Am Dienstag notierte er 0,1 Prozent schwächer bei 51’820 Punkten. Der sogenannte CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen stieg um 0,4 Prozent auf 5133 Punkte. In Südkorea gab der Kospi um 1,7 Prozent auf 5187 Punkte nach. ### Will Trump den Krieg beenden Für eine leichte Erholung sorgten Berichte, wonach US-Präsident Trump bereit sei, den Militäreinsatz gegen den Iran zu beenden – ohne auf die Öffnung der Strasse von Hormus durchzusetzen. Gleichzeitig beschoss der Iran in der Nacht auf Dienstag einen voll beladenen kuwaitischen Öltanker im Ankergebiet des Hafens von Dubai, wodurch der Rumpf beschädigt wurde und an Bord ein Feuer ausbrach. Am Devisenmarkt gewann der Dollar leicht auf 159,65 Yen und 6,90 Yuan. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,15 Dollar. Im Monatsverlauf legte der Dollar um rund 2,9 Prozent zu und verzeichnete damit den stärksten Gewinn seit acht Monaten. Die Ölpreise gaben am Dienstag leicht nach. Die Brent-Futures verbilligten sich um 0,6 Prozent auf 112,05 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent schwächer bei 102,08 Dollar. Der Goldpreis stieg um 0,6 Prozent auf 4’538,07 Dollar je Feinunze. ### Ex-UBS-Mann wird Finanzchef der SIX URL: https://www.tippinpoint.ch/ex-ubs-mann-wird-finanzchef-der-six/ Last updated: 2026-07-18T23:02:29.000Z Der deutsche Markus Habbel wird per 1\. Juni 2026 neuer CFO und Mitglied der Konzernleitung von [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/). Er löst Daniel Schmucki ab, der das Unternehmen Ende Juli verlassen wird. Habbel ist seit 2021 Senior Partner bei Bain & Company, zuvor war er bei der UBS, unter anderem als CFO Global Wealth Management und CFO UBS Group EMEA. «Markus ist eine herausragende Führungskraft im Finanzbereich mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz bei der Erzielung von Ergebnissen in komplexen, globalen Organisationen», sagt SIX-Chef Bjørn Sibbern. Habbel startete seine Karriere bei McKinsey. ### Leonteq muss wohl einen neuen Kandidaten fürs Präsidium suchen URL: https://www.tippinpoint.ch/leonteq-muss-wohl-einen-neuen-kandidaten-fuers-praesidium-suchen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:29.000Z Am Mittwoch findet die Generalversammlung von [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) statt. Eigentlich hätte Felix Oegerli dann in den Verwaltungsrat und zum Präsidenten der Derivateboutique gewählt werden sollen. Dazu wird es nun nicht kommen. Der Grund ist seine Verbindung zu Rainer-Marc Frey: Gemeinsam mit weiteren Aktionären hat er eine Gruppe gebildet, die ein grösseres Aktienpaket von Raiffeisen erworben hat. Als Teil dieser Gruppe gilt Oegerli nicht mehr als unabhängig. Zusammen halten [die Aktionäre 30,1 Prozent an Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78641/leonteq%5Fgruppe%5Fvon%5Frainer-marc%5Ffrey%5Fhaelt%5F301%5Fprozent%5Fan%5Fder%5Fderivate-boutique.html). «Im Sinne einer guten Corporate Governance hat Felix Oegerli als Mitglied der Aktionärsgruppe, die von Raiffeisen Leonteq-Aktien erwirbt, beschlossen, sich bis zum Abschluss dieser Aktientransaktion nicht zur Wahl als Präsident zur Verfügung zu stellen», teilte Leonteq Anfang März mit. Nur wenige Tage zuvor waren die Gruppenbildung sowie der Verkauf des Leonteq-Aktienpakets durch Raiffeisen bekannt geworden. Dies wiederum folgte rund zwei Wochen nach der Ankündigung Oegerlis als neuen VR-Präsidenten. Wie Recherchen zeigen, wurde Leonteq davon überrascht, dass Oegerli an der Transaktion teilnahm und damit Teil der Gruppe wurde. Das brachte die Planung des Unternehmens durcheinander. Denn Oegerli, ein erfahrener Trader der [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/), verlor damit seinen Status als unabhängiger VR-Kandidat. Leonteq musste die Wahl des neuen Präsidenten daher verschieben. Statt an der Generalversammlung vom kommenden Mittwoch soll sie nun an einer ausserordentlichen Generalversammlung erfolgen. Wann diese stattfindet, ist noch offen. Bis dahin bleibt [der bisherige Präsident, Christopher Chambers](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78647/leonteq%5Fpraesident%5Fchristopher%5Fchambers%5Fmuss%5Feine%5Fextraschlaufe%5Fdrehen.html), im Amt. ### Alternativszenario für Oegerli Ob Felix Oegerli überhaupt noch Präsident werden kann oder ein neuer Kandidat gesucht werden muss, ist offen. Vieles hängt davon ab, wie die Aktionäre auf die Konstellation reagieren. Zwar soll sich die Aktionärsgruppe um Rainer-Marc Frey nach Abschluss der Transaktion mit Raiffeisen wieder auflösen. Die entscheidende Frage ist jedoch, ab wann Oegerli wieder als unabhängiger Kandidat gelten kann. Wie [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) selbst mitteilte, soll die Transaktion mit Raiffeisen spätestens im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein. So lange bleibt die Gruppe mindestens bestehen. Für kundige Beobachter ist es ausgeschlossen, dass ein Kandidat in so kurzer Zeit wieder als unabhängig gelten kann. Unabhängig davon scheint Oegerli Rainer-Marc Frey ohnehin nahezustehen. Die Derivateboutique legt sich besser ein Alternativszenario für Oegli zurecht. Leonteq lehnte eine Stellungnahme ab. ### J. Safra Sarasin weist dank Sondereffekten einen höheren Gewinn aus URL: https://www.tippinpoint.ch/j-safra-sarasin-weist-dank-sondereffekten-einen-hoeheren-gewinn-aus/ Last updated: 2026-07-18T23:02:30.000Z Die Privatbank-Gruppe [J. Safra Sarasin](https://www.tippinpoint.ch/tag/j-safra-sarasin/) weist per Ende 2025 verwaltete Vermögen von 228 Milliarden Franken aus – ein leichtes Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Netto-Neugeld beträgt 2,7 Milliarden Franken. Das klassische Zinsgeschäft war rückläufig. Der Bruttoerfolg sinkt von 612,2 Millionen auf 525,6 Millionen Franken (-14%). Auffällig ist jedoch die starke Verbesserung bei den Wertberichtigungen für Ausfallrisiken: Statt eines leicht negativen Effekts im Vorjahr (+0,6 Millionen) ergibt sich 2025 ein positiver Beitrag von 148,3 Millionen Franken. Dadurch steigt das Nettoergebnis aus dem Zinsgeschäft insgesamt auf 673,9 Millionen Franken (+10%). Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft war stabil. Der Gesamtertrag steigt von 680,3 Millionen auf 702,6 Millionen Franken (+3%). Das Wertschriftengeschäft legt moderat zu, und auch die sonstigen Dienstleistungen wachsen leicht. Demgegenüber steigen die Kommissionsaufwendungen spürbar. Das Handelsergebnis hingegen geht deutlich zurück – um 14 Prozent von 368,9 Millionen Franken auf 317,8 Millionen Franken. ### Personalkosten steigen an Auf der Kostenseite steigen die Ausgaben für das Personal um rund 35 Millionen Franken (+5%). Die Abschreibungen verdoppeln sich nahezu, und auch Rückstellungen sowie Verluste nehmen zu. Insgesamt wachsen die operativen Kosten stärker als die Erträge. Das führt zu einem Rückgang des Betriebsergebnisses von 847,6 Millionen auf 819,5 Millionen Franken. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechtert sich leicht auf 48,6 Prozent – bleibt jedoch im Branchenvergleich auf einem sehr tiefem Niveau. Positiv wirkt ein ausserordentlicher Ertrag von 38,3 Millionen Franken, der im Vorjahr nicht vorhanden war. Gleichzeitig sinkt die Dotierung der Reserven für allgemeine Bankrisiken deutlich (minus 186 Millionen gegenüber minus 255 Millionen Franken), was das Ergebnis zusätzlich stützt. Demgegenüber steht ein starker Anstieg der Steuerbelastung (von 88,1 Millionen auf 149,5 Millionen Franken). Unter dem Strich steigt der Konzerngewinn leicht von 504,5 Millionen auf 522,3 Millionen Franken. ### Der Stablecoin kommt auch auf die Kreditkarte URL: https://www.tippinpoint.ch/der-stablecoin-kommt-auch-auf-die-kreditkarte/ Last updated: 2026-07-18T23:02:30.000Z Stablecoins gehören je länger, je mehr zur Transaktionsinfrastruktur und bleiben kein eigenständiges Zahlungsprodukt. Das zeigt die Übernahme von Mitte März dieses Jahres: Mastercard übernimmt mit BVNK ein Unternehmen, das eine Infrastruktur bereitstellt, die traditionelle Zahlungssysteme mit der Abwicklung auf Stablecoin-Basis verbindet. Mastercard bezahlt dafür 1,8 Milliarden Dollar – damit ist der BVNK-Kauf eine der drei grössten Transaktionen, die Mastercard in den vergangenen zehn Jahren vorgenommen hat. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Coinbase kämpft gegen Clarity Act • Mara ist kein Hodler mehr --- BVNK könnte man als universellen Adapter für Geld vorstellen, ähnlich wie ein einziger Stecker, der in die unterschiedlichsten Steckdosen passt. BVNK ermöglicht es Unternehmen, über eine einzige Schnittstelle nahtlos zwischen Bankkanälen und Stablecoins zu wechseln – also etwa Euro annehmen, Tether ausgeben und wieder Dollar zurücknehmen. Mastercard kauft sich so eine Schnittstelle. ### Bankservice auf der Blockchain Gregor von Bergen, Head of Payments, Cards & Digital Assets, beim Beratungsunternehmen Capco beschreibt es so: «Die Produkte von BVNK ermöglichen es Unternehmen Stablecoin-Zahlungen zu empfangen, zu senden, Stablecoins in virtuellen Konten aufzubewahren, in andere Währungen zu konvertieren und über traditionelle Zahlungsverkehrssysteme wie etwa SWIFT auszuzahlen. Sie bieten damit ähnliche Optionen wie sie heute von traditionellen Banken erbracht werden – mit dem klaren Fokus auf die Blockchain-Technologie». Das Acquiring-Angebot von Mastercard werde durch den Zukauf ergänzt. Mit Acquiring ist das Abwickeln von Kreditkartentransaktionen gemeint. Händler können sich zukünftig ihre Einnahmen aus Kartentransaktionen als Stablecoin auszahlen lassen. «Dies ist insbesondere für Regionen mit unterentwickeltem Zugang zu klassischen Bank-Services interessant. Ein Händler könnte zukünftig auch ein Karten-Terminal besitzen, ohne eine Bankbeziehung zu haben», ergänzt von Bergen. Mastercard nehme somit eine vertikale Integration vor. Kartennetzwerke verfügen bereits über umfassende Erfahrung mit Stablecoins, insbesondere im Treasury-Bereich. ### Behaupten sich die Kartennetzwerke? «Mit der BVNK-Übernahme positioniert sich Mastercard explizit als Brückenbauer zwischen klassischen Zahlungsrails und blockchainbasierten Settlement- Mechanismen. Ziel ist es, Stablecoins und tokenisierte Einlagen in bestehende Zahlungsprozesse einzubinden – insbesondere für grenzüberschreitende Zahlungen, Payouts und B2B-Use-Cases», ergänzt Markus Fehn, Leiter Strategy & Innovation bei Chartered Investment. Dabei gehe es weniger um einen Ersatz bestehender Kartensysteme als um zusätzliche Settlement Optionen im Hintergrund. Die Nutzer und Händlererfahrung bleibe kartentypisch, während die Abwicklung auch über Stablecoin Rails erfolgen könne. Den teuren Kreditkarten wurde schon bei anderen Fintech-Innovationen das Ende vorhergesagt. Können sich die Kartennetzwerke auch dieses Mal behaupten? «Kartenzahlungen werden auch zukünftig relevant sein am Point-of-Sale (POS) und im Distanzgeschäft. Sie stehen in Konkurrenz zu alternativen Rechnungsstellungsmöglichkeiten von Händlern, wie z.B. Vorabüberweisung oder Zahlen per Rechnung», erklärt der Capco-Experte. Der Kauf von BVNK ist aus seiner Sicht ein strategischer Schritt zum Erhalt und gegebenenfalls zum Ausbau der starken Position. «Kartennetzwerke wie [Visa](https://www.tippinpoint.ch/tag/visa/) und Mastercard behaupten sich weniger über das reine Bewegen von Geld, sondern über Funktionen wie globale Akzeptanz, Betrugsprävention, Rückabwicklung, regulatorische Einbettung und operative Standards», sagt Markus Fehn. Stablecoins adressierten vor allem Effizienz und Settlement Themen, während Netzwerke weiterhin Vertrauen, Reichweite und Governance lieferten. In diesem Zusammenspiel könnten Kartennetzwerke eine zentrale Rolle behalten. ### Die Musik spielt vorerst in den USA Wieder einmal scheint es so, dass die Innovationsmusik in den USA spielt. Dem hält Fehn entgegen: «Zwar kommen viele Impulse aktuell aus den USA, doch die regulatorische und infrastrukturelle Entwicklung ist klar global. In Europa hat MiCAR einen einheitlichen Rechtsrahmen für regulierte Stablecoins geschaffen, während in anderen Regionen - etwa Asien oder dem Nahen Osten - ebenfalls aktiv an regulatorisch eingebetteten Stablecoin-Modellen gearbeitet wird». Internationale Zahlungsnetzwerke reagierten genau auf diese globale Dynamik, indem sie Lösungen aufbauen, die über Rechtsräume hinweg funktionieren und regulatorisch anschlussfähig bleiben. Bis zum täglichen Einsatz in der Schweiz ist es aber noch ein Stück. An Stablecoin Use Cases wird nicht nur in den USA, sondern auch in der Schweiz und Europa gearbeitet. Bis anhin sind jedoch Aktivitäten zwischen den grossen Karten-Acquireren wie Wordline und Nexi zusammen mit Mastercard und [Visa](https://www.tippinpoint.ch/tag/visa/) nur in den Innovations-Stadien zu finden. Ein produktiver Einsatz ist gemäss von Bergen noch nicht vollumfänglich vorhanden. Das reine Zahlungsvolumen von Stablecoins betrug im vergangenen Jahr «nur» geschätzte 500 Milliarden Dollar, das sind weniger als 5 Prozent der gesamten Stablecoin-Ströme, die nach wie vor weitgehend vom Kryptohandel getrieben werden. BVNK wird mit einem Marktanteil von 5 bis 10 Prozent bei Stablecoin-Zahlungen für Mastercard noch keine wesentliche Rolle spielen. ### Zusammen mit KI-Agenten «Es wird noch eine Weile dauern, bis Stablecoin-Zahlungen den On-Chain-Handel ersetzen. Die unterschiedlichen Gebiete, an denen Banken und Unternehmen bereits heute arbeiten, zeigt jedoch, dass sich dies bald ändern könnte», sagt von Bergen. In allen Bereichen der Geschäftstätigkeit werde geprüft, ob der Einsatz von Stablecoins sinnvoll sei - bis hin zu KI-Agenten die zukünftig automatisiert Bestellungen erledigen könnten. Gerade dort, wo klassische Zahlungsinfrastruktur teuer, langsam oder fragmentiert ist bieten Stablecoins gemäss Fehn einen funktionalen Mehrwert. «Dieser Wandel ist weniger ein kurzfristiger Trend als eine strukturelle Erweiterung des Einsatzspektrums. Gleichzeitig wird es wichtig sein, dass Stablecoins zu jeder Zeit, dass in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen». Stablecoins verändern gemäss Chartered-Investment-Experte die Strategien, aber sie würden Kartennetzwerke nicht vollständig ersetzen. Vielmehr verschiebe sich deren Rolle: weg vom reinen Zahlungsabwicklern, hin zum Orchestrator verschiedener Zahlungs und Settlement-Rails. «Auch in einer Welt mit programmierbaren Zahlungen, KI-Agenten und Blockchain bleibt die Frage nach Haftung, Compliance, Identitätsprüfung und Standardisierung. Genau hier liegt eine Chance für etablierte Netzwerke, ihr Geschäftsmodell anzupassen», fügt Fehn an. ### Anpassung lebensnotwendig Stablecoin-Strategien sind gemäss Capco-Experte bereits heute obligatorisch für Kartennetzwerke, Banken und Zahlungslösungen wie Twint, um sich mit der drohenden Substitution auseinanderzusetzen. «Ein Wechsel weg von den Kartenprodukten ist jedoch noch ein langer Weg. Aus diesem Grund nutzen traditionelle Player Stablecoins initial zu Ergänzung und für bestimmte Use Cases, damit die Position von Mastercard & Co weiterhin bestehen bleibt», fügt von Bergen an. Somit ermöglichten sie auch Innovationen für Händler und Endkunden. Daran wird auch das Aufkommen von KI-Agenten wenig ändern. Denn für einen KI-Agenten spiele es keine Rolle, ob er eine Kreditkartennummer im Shop angebe, eine Instant Payment-Zahlung auslöse oder einen Stablecoin übermittle, sagt von Bergen. «Die KI-Agenten-Anwendungsfälle werden sich unabhängig von der Zahlungsart entwickeln». Angesichts von agentengesteuertem Handel und maschineninduzierten Zahlungen fragt es sich, was die Kreditkartengesellschaften in Zukunft machen. Markus Fehn sagt dazu: «Neue Akteure wie Stripe, Bridge oder Tempo schaffen leistungsfähige neue Infrastrukturschichten, insbesondere für automatisierte und maschinelle Zahlungen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine Ablösung bestehender Netzwerke. ### Sinken die Kosten? Entscheidend werde sein, welche Anbieter regulatorische Verantwortung, Betriebssicherheit und globale Skalierbarkeit dauerhaft gewährleisten könnten. In vielen Szenarien sei eher mit Koexistenz und Integration als mit vollständiger Verdrängung zu rechnen. Gleichzeitig muss gemäss Fehn jedes Unternehmen zwingend seine Geschäftsstrategie an die fundamentalen Veränderungen durch Stablecoins adjustieren - wer das nicht gewissenhaft tue, laufe Gefahr an Relevanz zu verlieren. Natürlich stellt sich der Kreditkarten-Kunde die Frage, ob diese Entwicklung den Zahlungsprozess günstiger machen wird. «Die Blockchain-Technologie hilft sicherlich, Kosten in gewissen Bereichen zu reduzieren – etwa internationale Auszahlungen an Händler. Bis die Karten-Schemes und Banken diese Kosteneinsparungen an Händler und damit an die Konsumenten weitergeben, wird es jedoch noch eine Weile dauern», relativiert von Bergen. Die Lösungen befinden sich zurzeit noch in der Entwicklung, erste Projekte werden lanciert. Die ersten Produkte im Bereich der Kartenschemas für Händler können gemäss Capco sicherlich Anfang 2027 erwartet werden. ### Mit Partnerschaften im Rennen bleiben Durch das Auftreten von Neobanken habe es bezüglich Kosten für die Anwender in den vergangenen Jahren bereits deutliche Verbesserungen gegeben, sagt Fehn. Stablecoins können das nächste Level sein. Sie senken die Kosten im Hintergrund - insbesondere bei grenzüberschreitenden Abwicklungen und B2B-Zahlungen. Ob diese Effizienzgewinne beim Endkunden ankommen, hängt von Marktstruktur und Wettbewerb ab. «Im Konsumentengeschäft spielen neben Settlementkosten auch Betrugsrisiken, Garantien, Rückabwicklungen und Bonusmodelle eine Rolle, die darauf Einfluss nehmen werden», gibt Fehn zu bedenken. Der Aufstieg von Stablecoin-Zahlungen zwingt [Visa](https://www.tippinpoint.ch/tag/visa/), Mastercard, American Express und Stripe dazu, zu überdenken, wie Wert über die verschiedenen Abwicklungsschichten hinweg generiert wird. Die Kartenkonzerne setzen darauf, dass Partnerschaften, Krypto-Integrationen und KI-Tools sie im digitalen Handel im Zentrum halten werden, anstatt dass sie von kostengünstigeren Zahlungswegen verdrängt werden. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Coinbase kämpft gegen Clarity Act Der Stablecoin-Markt entwickelt sich zu einem eigenständigen Wachstumstreiber innerhalb der Finanzindustrie. Davon haben etwa die Kryptobörse Coinbase und der Stablecoin-Emittent Circle profitiert. Doch der Gesetzesentwurf zum Clarity Act, zur Regulierung von Stablecoins, will die Ausschüttung von Zinserträgen beschränken. Konkret sollen Bilanz-basierte Vergütungen — also passive Zinsen auf geparkte Stablecoin-Guthaben — faktisch verboten werden. Aktivitätsbasierte Belohnungen, für Zahlungen und Transaktionen, blieben erlaubt. Die US-Banken hatten auf diese Lösung hingearbeitet. Denn passive Stablecoin-Renditen würden das traditionelle Bankenmodell bedrängen, da Kunden auch ausserhalb von Banken «sparen» könnten. Im Jahr 2025 erzielt Coinbase annähernd 1,4 Milliarden Dollar an Stablecoin-Einnahmen. Der Grossteil stammt vom Dollar-Coin (USDC), aus einem Verteilungsabkommen mit Circle, dem Herausgeber dieses Stablecoins. Coinbase erhält alle Einnahmen auf USDC, die auf der Börse gelagert werden und die Hälfte der Renditen, wenn USDC ausserhalb der Plattform liegen. Am 25\. März gab Coinbase bekannt, den aktuellen Gesetzesentwurf nicht mitzutragen. Bereits im Januar hatte die Kryptobörse eine Fassung abgelehnt und die geplante Abstimmung im Senat gekippt. Die Aktien von Coinbase Global und Circle Internet Group haben zuletzt deutlich eingebüsst. ## Mara ist kein Hodler mehr Auch wenn sich der Bitcoin etwas stabilisiert hat, ist das für einige Marktteilnehmer zu spät. Etwa für das weltgrösste Mining-Unternehmen Mara Holdings. Das Unternehmen gab noch im Sommer 2024 an, ab sofort ein Hodler zu sein. Das bedeutet, dass alle durch das Mining verdienten Bitcoins im eigenen Bestand gehalten würden. Doch im Verlauf des März hat Mara 15’133 Bitcoins für einen massiven Schuldenabbau verkauft. Der Miner hat den Rückkauf von unverzinslichen Wandelanleihen im Gesamtnennwert von rund 1 Milliarde Dollar angekündigt. Durch den Verkauf der Bitcoin-Bestände erzielte das in Miami ansässige Unternehmen einen Erlös von rund 1,1 Milliarden Dollar. Mara verbessert so die Kreditwürdigkeit und will sich in Zukunft über das reine Bitcoin Mining hinaus auch als Anbieter für digitale Energie- und Hochleistungsrecheninfrastruktur positionieren – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz. Damit ist die einst populäre Bitcoin-Treasury-Strategie bei einem weiteren Unternehmen gescheitert. ### UBS stoppt Rücknahmen - offene Immobilienfonds geraten unter Druck URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-stoppt-ruecknahmen-offene-immobilienfonds-geraten-unter-druck/ Last updated: 2026-07-18T23:02:31.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hat einen europäischen Immobilienfonds mit einem Volumen von 400 Millionen Euro für bis zu drei Jahre geschlossen. Die Anleger hatten Rücknahmeanträge in einem Umfang gestellt, den der Fonds nicht bedienen konnte. In den USA ist es inzwischen fast zum Branchenstandard geworden, dass Fondsgesellschaften die Tore ihrer Private-Markets-Vehikel schliessen. Wie Bloomberg in einem Bericht aufzeigt, übersteigen die Rücknahmeanträge im Bereich Private Credit die Möglichkeiten der Fonds um das Doppelte. Insgesamt warten Investoren auf Auszahlungen in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar. Konkret betroffen ist der UBS Euroinvest Immobilien. Der Fonds konzentriert sich auf sogenannte Core-Immobilien in guten Lagen europäischer Metropolen, wie es heisst. «Angesichts des derzeit schwierigen Marktumfelds hat die UBS Real Estate GmbH beschlossen, Rücknahmen vorerst auszusetzen, um die Interessen aller unserer Anleger zu wahren», teilte die Bank in einem Statement mit. ### Liquiditätsmismatch Gemäss Beobachtern ist es das erste Mal seit Ausbruch des Kriegs im Iran, dass ein grosser europäischer Immobilienfonds Rücknahmen aussetzt. Die Kampfhandlungen am Persischen Golf haben die globale Wirtschaft erschüttert. Die Zinserwartungen sind aufgrund höherer Preise gestiegen, was auf die Bewertungen drückt. Das wiederum führt zu Anpassungen in der Allokation. Der UBS-Euroinvest-Fonds hat in den letzten zwölf Monaten 9,4 Prozent verloren. Seit Anfang Jahr beträgt das Minus 1,6 Prozent. Setzt sich diese Entwicklung fort, dürften weitere offene Immobilienfonds Rücknahmen aussetzen. Das verweist auf ein strukturelles Problem dieser insbesondere in Deutschland verbreiteten Anlageform: den Liquiditätsmismatch zwischen täglich handelbaren Anteilen und illiquiden Immobilien. In der Schweiz sind viele Immobilienfonds börsenkotiert. Sie bleiben damit zwar handelbar, allerdings oft nur mit deutlichen Abschlägen auf den Nettoinventarwert. ### UBS gibt CS-Gebäude an der Europaallee auf - die Jobs gehen in den Uetlihof URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-gibt-cs-gebaeude-an-der-europaallee-auf-die-jobs-gehen-in-den-uetlihof/ Last updated: 2026-07-18T23:02:31.000Z Die Europaallee in Zürich ist praktisch – vor allem für Pendler, die mit dem Zug in die Stadt kommen. Ein paar Schritte nur, und schon sitzen sie im Büro. Für etliche Teams dürfte der Arbeitsweg künftig etwas länger werden. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hat beschlossen, einen Standort beim Hauptbahnhof aufzugeben und die Arbeitsplätze in den Uetlihof zu verschieben – also in den Megakomplex der ehemaligen Credit Suisse am Fusse des Uetlibergs. Mindestens zweimal quer durch die Stadt müssen Angestellten nun reisen. Für viele Zugpendler ist das nicht wirklich effizient, doch das Immobilienmanagement hat kaum eine andere Wahl. Der Grund sind die Mietverträge. Der Standort an der Europaallee, der aufgegeben wird, wurde ursprünglich von der Credit Suisse genutzt. Dieser Vertrag läuft demnächst aus. Der Mietvertrag für den Uetlihof dagegen läuft noch bis ins Jahr 2037\. Ein weiterer UBS-Standort an der Europaallee 21 bleibt bestehen. Ursprünglich wurde der Uetlihof-Campus 2012 von der Credit Suisse für rund 1 Milliarde Franken an den norwegischen Staatsfonds verkauft. Durch die Übernahme der CS ist die UBS heute die Hauptmieterin der Liegenschaft. Der Uetlihof gilt als grösster Bürocampus der Schweiz. Der gesamte Komplex, inklusive eines Erweiterungsbaus, hat eine Geschossfläche von 95’000 Quadratmetern und bietet Platz für über 8500 Arbeitsplätze. ### Weit entfernt von der Machtzentrale Zu den Teams, die neu im Uetlihof untergebracht werden, gehören gemäss Quellen unter anderem die Abteilungen für Kommunikation und Marketing. Sie rücken damit noch weiter weg von der Machtzentrale an der Bahnhofstrasse 45, dort also, wie die Mitglieder der Konzernleitung ihre Büros haben. Auch nach dem Umzug dürften noch viele Flächen im Uetlihof leer stehen. Aktuell werden auf Homegate fast 15’000 Quadratmeter Bürofläche zur Miete angeboten. Die Grossbank lehnte eine Stellungnahme ab. Die wichtigsten Standorte der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) in Zürich sind: Bahnhofstrasse 45, Paradeplatz, Uetlihof, Europaallee und Altstetten. ### Das Radicant-Abenteuer kostet die BLKB bis zu 190 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/das-radicant-abenteuer-kostet-die-blkb-bis-zu-190-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:31.000Z Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) zieht einen Strich unter die Onlinebank [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/), mit der sie vor fünf Jahren an den Start ging. Wie die Baselbieter Kantonalbank am Donnerstag mitteilt, wird die Abwicklung der Online-Tochter das Ergebnis mit 102 Millionen Franken belasten – der Verlust wird durch die Auflösung von Reserven in der Höhe von 50 Millionen Franken abgefedert. Der gescheiterte Einstieg ins Onlinebanking kostet die Eigner viel Geld. Seit dem Start im Jahr 2021 bis zum Abschluss der Liquidation erwartet die [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) «aus heutiger Sicht Gesamtkosten von 180 bis 190 Millionen Franken». Mit dem Abschluss 2025 seien die erforderlichen Kosten für die getätigten Investitionen und die geplante Liquidation von Radicant vollumfänglich berücksichtigt. Es sollten also keine weiteren Kosten hinzukommen. ### Bonus gestrichen Operativ konnte die [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) den Geschäftsertrag um 4,6 Prozent auf 499 Millionen Franken steigern. Der Konzerngewinn dagegen sank um 7,1 Prozent auf 154,5 Millionen. Ohne Griff in die Reserven wäre er viel tiefer ausgefallen. Die Zertifikats-Eigner erhalten eine gleichbleibende Dividende. Der Kanton erhält total 71,7 Millionen Franken. Im Zuge der Radicant-Wirren trat BLKB-CEO John Häfelfinger Ende Juli 2025 zurück. Gemäss Geschäftsbericht erhielt er eine Entschädigung für 2025 in der Höhe von 844’926 Franken – darin inkludiert ist sein Fixlohn von 650’000 Franken für 12 Monate. Gestrichen wurde ihm der Bonus. Dieser betrug im Vorjahr 215’000 Franken. ### Revolut wächst in der Schweiz rasant - die Jobs entstehen anderswo URL: https://www.tippinpoint.ch/revolut-waechst-in-der-schweiz-rasant-die-jobs-entstehen-anderswo/ Last updated: 2026-07-18T23:02:32.000Z Heute Donnerstag geht die Reise der Regiobank Männedorf nach über 120 Jahren zu Ende. Die Aktionäre dürften aller Voraussicht nach grünes Licht für den Verkauf der Bank an die Acrevis-Gruppe geben. Damit verschwindet eine weitere Bank aus der Statistik. Ein paar wenige Jobs dürften ebenfalls verschwinden. Neben Managementfehlern belasteten auch Investitionen in die Technik die Bank. Vermeintliche Commodity-Lösungen wie eine Twint-Anbindung drückten bereits aufs Budget der kleinsten Bank vom Zürichsee. Revolut ist komplette das Gegenteil der Regiobank Männedorf. Allein im vergangenen Jahr gewann die Neobank rund 240’000 zusätzliche Kunden. Insgesamt zählt das Unternehmen inzwischen «mehr als eine Million Kunden» im Schweizer Markt – eine Marke, die allerdings bereits im April des Vorjahres erreicht worden war. Entsprechend sind die aktuellen Wachstumszahlen mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren. Unumstritten ist dagegen, dass [Revolut](https://www.tippinpoint.ch/tag/revolut/) von erheblichen Skaleneffekten profitiert – nicht zuletzt durch seine internationale Struktur. Trotz der rasanten Kundenzunahme bleibt die Präsenz in der Schweiz schlank. Gemäss öffentlich zugänglichen Profilen auf Karriereportalen arbeiten an den Standorten Genf und Zürich lediglich rund 20 Personen. Revolut bleibt hierzulande damit ein klassisches «Lean Office». Der Grossteil der Wertschöpfung erfolgt ausserhalb der Schweiz. ### 40 Prozent der Jobs in Indien Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist Indien. Revolut plant, bis Ende 2026 rund 40 Prozent seiner globalen Belegschaft dort zu beschäftigen. Das Unternehmen will in den nächsten fünf Jahren rund 500 Millionen Pfund in den Standortausbau investieren. Bis Ende 2026 sollen insgesamt etwa 1600 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Damit würde die lokale Belegschaft auf rund 5500 Mitarbeitende anwachsen. Die neuen Jobs entstehen vor allem in den Bereichen Produktentwicklung, Operations und Finanzdienstleistungen – etwa in der Zahlungsabwicklung oder bei Betrugsanalysen. Weltweit beschäftigt Revolut derzeit rund 12’000 Personen. Indien galt lange als Anbieterin von günstigen Offshoring-Diensten. Schweizer Banken haben schon vor über 20 Jahren erste Erfahrungen gesammelt. Doch inzwischen werden in Indien immer mehr zentrale Funktionen angesiedelt – von Technologie über Operations bis hin zu Forschung und Entwicklung. Indien sei einer der «tiefsten und dynamischsten Talentpools der Welt», heisst es bei [Revolut](https://www.tippinpoint.ch/tag/revolut/). Der Tech-Hub spiele eine zentrale Rolle für die globale Skalierung. Bereits heute werden dort zentrale Prozesse gesteuert – darunter Transaktionsüberwachung oder KI-gestützte Warnsysteme. Auch neue Anwendungen wie Video-KYC (Know Your Customer) werden in Indien entwickelt und anschliessend international ausgerollt. Auch die ganz Grossen im Banking setzen zunehmend auf Indien. Im Februar hat die UBS bekannt gegeben, dass sie in Hyderabad und anderen Standorten einen massiven Ausbau mit bis zu 3000 neuen Stellen plant. Der Fokus liegt auf Technologie, Finanzen, Operations und dem Wealth Management. Dieser Ausbau steht im Kontrast zum Stellenabbau in der Schweiz nach der Credit-Suisse-Übernahme. ### Pictet sammelt 400 Millionen Euro für Direktinvestments ein URL: https://www.tippinpoint.ch/pictet-sammelt-400-millionen-euro-fuer-direktinvestments-ein/ Last updated: 2026-07-18T23:02:32.000Z Die Pictet-Gruppe hat 403 Millionen Euro für ihren Direct-Private-Equity-Fonds [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) Private Equity Entrepreneur Capital I eingesammelt. Die Kapitalzusagen stammen von Stiftungen, Pensionskassen sowie institutionellen Family Offices und Unternehmern, wie die Bank anlässlich des finalen Closings mitteilt. Zielinvestments sind mittelgrosse Unternehmen im Gründer- oder Familienbesitz in der DACH-Region und in Grossbritannien. Der Branchenschwerpunkt liegt bei B2B-Dienstleistungen und Bildungsangeboten – Segmente, die von langfristigen Wachstumstrends profitieren würden, heisst es weiter. Bereits investiert ist der Fonds in fünf Unternehmen: Dazu gehören die britische Facility-Management-Firma Pareto FM und Technology Services Group, ein Microsoft Solutions Partner, sowie QGroup aus Deutschland und Tretor aus der Schweiz. Bei letzterem handelt es sich um eine Treuhandfirma für Schweizer KMU aus dem Baselbiet. Die PE-Direktstrategie gehört zum Bereich [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) Alternative Advisors (PAA), der Investments in Private Equity, Private Debt, Immobilien und Hedgefonds verwaltet. Ende 2025 belief sich das Volumen von alternativen Strategien auf 54 Milliarden Dollar, davon 31 Milliarden in Private Equity. Die gesamten verwalteten und verwahrten Vermögen der Pictet-Gruppe belaufen sich auf 757 Milliarden Franken. ### Partners-Group-Insider kaufen Aktien im Umfang von 21 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/partners-group-insider-kaufen-aktien-im-umfang-von-21-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:33.000Z Die Aktien der [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) mussten in den vergangenen Monaten stark Federn lassen. In den letzten 12 Monaten brach der Kurs um 40 Prozent auf knapp über 800 Franken ein. Offenbar sieht man in der Chefetage des Investors in Baar den Boden nun erreicht – oder man will dies zumindest klar signalisieren. Gemäss Angaben der Schweizer Börse wurden allein am Montag und Dienstag Aktien im Wert von 6 Millionen Franken gekauft. Wer hinter den Transaktionen steht, ist nicht bekannt. Gemäss SIX handelt es sich um jeweils ein exekutives Verwaltungsratsmitglied oder ein Mitglied der Geschäftsleitung. Die drei Gründer Marcel Erni, Alfred Gantner und Urs Wietlisbach sind exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats. Einer oder mehrere von ihnen würden somit als Käufer infrage kommen. Seit Mitte März gab es insgesamt 12 Transaktionen, bei denen Aktien im Wert von rund 20 Millionen Franken gehandelt wurden. Die zum Teil identischen Ordergrössen (unter anderem je zwei Transaktionen mit jeweils 3750, 2500, 1250 Stück) lassen auf einen einzelnen Käufer schliessen. Der Durchschnittspreis liegt bei 815 Franken. Noch im Januar zahlte man knapp 1100 Franken für eine Aktie des Private-Equity-Spezialisten. Letzten Freitag tauchten die Titel unter die Marke von 800 Franken. Am Dienstag gingen sie zu 804 Franken aus dem Markt. ### Die grosse KI-Angst Was den Käufer oder die Käufer bewegt hat, eigene Aktien aufzukaufen, ist nicht bekannt. Das aktuelle Kursziel der Analysten liegt bei 1240 Franken – allerdings schätzt der Markt die Titel ganz offensichtlich anders ein. [Partners Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/partners-group/) ist nicht der einzige PE-Investor, der an der Börse abgestraft wird. Apollo Global Management, Blackstone und Blue Owl Capital haben seit Anfang Jahr deutlich stärker verloren, mit Abschlägen von 25, 30 beziehungsweise 40 Prozent. Insbesondere im Bereich Private Credit herrscht derzeit grosse Unsicherheit. Hintergrund sind Befürchtungen im Zusammenhang mit der künstlichen Intelligenz. In Worst-Case-Szenarien rechnen Marktstrategen damit, dass die Ausfallquoten auf bis zu 15 Prozent anschwellen könnten. Dies wäre dann der Fall, wenn künstliche Intelligenz eine «aggressive» Disruption bei Unternehmensschuldnern auslöst, wie es etwa in einem Bericht der UBS hiess. ### Epstein-Fall: Razzia bei Edmond de Rothschild URL: https://www.tippinpoint.ch/epstein-fall-razzia-bei-edmond-de-rothschild/ Last updated: 2026-07-18T23:02:33.000Z Letzten Freitag stattete die französische Finanzstaatsanwaltschaft einen Besuch in den Pariser Büros der Privatbank Edmond de Rothschild ab. Die Durchsuchung erfolgte im Zusammenhang mit einer Untersuchung wegen Bestechung von Amtsträgern. Im Fokus steht der französische Diplomat Fabrice Aidan. Dieser wird in den Epstein Files über 200 Mal erwähnt. Die Razzia wurde offenbar in Anwesenheit von Ariane de Rothschild, der Chefin der Bank, durchgeführt, wie die französische Agentur AFP berichtete. Fabrice Aidan arbeitete für die Privatbank, bevor er zum Energieunternehmen Engie wechselte, wo er dann abgesetzt wurde, als seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bekannt wurden. Aus den offengelegten E-Mails geht hervor, dass er vertrauliche UN-Dokumente an Epstein weitergegeben haben soll; zudem organisierte er Treffen von hochrangigen Diplomaten mit Epstein und dessen Bekannten. Zudem half er bei der Vermittlung von Visa. Der Name Ariane de Rothschild taucht in der Epstein-Datenbank auf. Aus dem umfangreichen Datenmaterial des amerikanischen Justizministeriums – insgesamt taucht ihr Name 4504 Mal auf – lässt sich rekonstruieren, wie nah sich de Rothschild und der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestanden haben müssen. Die Bankerin, die durch ihre Heirat mit Benjamin de Rothschild im Jahr 1999 Teil des Genfer Strangs der zweigeteilten bekannten Bankiersfamilie wurde, ist seit 2023 CEO von Edmond de Rothschild. Ab 2013 war sie Chairwoman der Bank. Das Institut verwaltet Vermögen von 184 Milliarden Franken. ### Epstein als Berater Aus den Epstein-Files geht hervor, dass de Rothschild vor Epsteins Verhaftung im Jahr 2019 über Jahre hinweg in engem Kontakt mit dem Sexualstraftäter stand. Bekannt ist, dass Epstein von de Rothschild als Berater engagiert wurde, um einen Verkauf der Bank auszuloten. In diesem Zusammenhang traf er sich zweimal mit dem damaligen Chef der Bank Julius Bär, Boris Collardi. Ariane de Rothschild suchte zudem den Rat von Epstein in persönlichen Belangen, etwa im Zusammenhang mit ihrem Ehemann Benjamin de Rothschild, der unter Drogenproblemen litt. Nach dem Tod von Epstein dementierte die Bank zunächst, dass es Treffen zwischen de Rothschild und dem Straftäter gegeben habe. Später musste die Bank zurückkrebsen und erklärte, Epstein sei zwischen 2013 und 2019 ein geschäftlicher Bekannter von de Rothschild gewesen. Ariane de Rothschild habe keine Kenntnis von dessen Verhalten gehabt und «verurteilt dieses sowie die von ihm begangenen Verbrechen unmissverständlich». ### Genfer Politikerin und Bankerin bläst zum Angriff auf die Finma URL: https://www.tippinpoint.ch/genfer-politikerin-und-bankerin-blaest-zum-angriff-auf-die-finma/ Last updated: 2026-07-18T23:02:34.000Z Voraussichtlich [im April will der Bundesrat die Lehren](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78659/der%5Fbundesrat%5Fduerfte%5Fdie%5Flex%5Fubs%5Fam%5F22%5F%5Fapril%5Fvorlegen.html) aus dem Debakel der Credit Suisse (CS) für die Finanzmarktaufsicht konkretisieren. Dabei geht es nicht nur um die zum Showdown zwischen UBS-Chef Sergio Ermotti und Finanzministerin Karin Keller-Sutter hochstilisierte Frage der Eigenmittel für die einzig verbliebene Grossbank der Schweiz. Sondern vom Bundesrat werden auch Vorschläge über neue Kompetenzen für die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma erwartet. Auch darüber zeichnet sich eine heftige politische Auseinandersetzung ab. Dass es sich um keinen Spaziergang handeln wird, macht das Multipack von sechs Motionen von SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz deutlich. Inhaltlich geht es gegen eine Bussenkompetenz für die Finma und gegen das «Naming and Shaming» bei Verfahren der Finanzmarktaufsicht. Aber auch um scheinbar moderatere Forderungen wie die Voraussetzungen für die Mitglieder des Verwaltungsrats der Finma sowie die Verpflichtung der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/), im Verkehr mit den Beaufsichtigten stets jene Amtssprache zu verwenden, wo diese ihren Sitz haben. Weiter soll die strikte Anwendung des Prinzips der Verhältnismässigkeit im Gesetz verankert und die fahrlässige Verletzung der Geldwäscherei-Meldepflicht eliminiert werden. Amaudruz arbeitet nach Tätigkeiten bei Julius Bär und bei der UBS zurzeit bei der Genfer Bank Reyl Intesa Sanpaolo. Das Institut hatte versucht, kritische Medienberichte über zweifelhafte Kunden juristisch zu unterbinden, ist Ende 2025 vor der [Genfer Staatsanwaltschaft aber abgeblitzt](https://www.srf.ch/news/wirtschaft/ch-investigativjournalismus-das-bankgeheimnis-schuetzt-banken-auch-vor-recherchen?ref=tippinpoint.ch). ### Gegen Marlene Amstad gerichtet Der Blick auf die Liste der rund zwei Dutzend Mitunterzeichner der Vorstösse zeigt, dass die Anliegen über das Lager der SVP hinausgehen. So haben der ehemalige FDP-Vizepräsident Philippe Nantermod (VS) und der Genfer Mitte-Nationalrat Vincent Maitre alle Motionen unterschrieben. Bei mehreren Vorstössen gehört FDP-Fraktionschef Damien Cottier zu den Mitunterzeichnern. Zwei Motionen (Amtssprache, Naming and Shaming) werden auch von der Genfer SP-Nationalrätin Estelle Revaz unterstützt und die Motion zur Verwendung der Amtssprache von der Waadtländer Grünliberalen Céline Weber. Die Stossrichtung der Motionen richtet sich mehr oder weniger direkt gegen den Positionsbezug von Finma-Verwaltungsratspräsidentin Marlene Amstad zum dritten Jahrestag des CS-Untergangs. In einem [Grundsatzreferat ](https://www.finma.ch/de/~/media/finma/dokumente/dokumentencenter/myfinma/finma-publikationen/referate-und-artikel/20260309%5Fbussensmrundenforcementtransparenz3jahre%5Famstad.pdf?sc%5Flang=de&ref=tippinpoint.ch)vor Finanzanalysten hatte sie vor allem drei neue präventive Instrumente für ihre Behörde gefordert: eine Bussenkompetenz, ein Senior Management Regime, das die Verantwortlichkeiten der Führungskräfte klarer definiert, sowie Transparenz über die abgeschlossenen Verfahren der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/). Dass die Finma ins Visier der Politik gerät, ist nichts Neues. Schon die Vorgängerbehörde Eidgenössische Bankenkommission (EBK) lebte mit dem Dilemma, dass sie bei Skandalen auf dem Finanzplatz häufig als Prügelknabe hinhalten musste, während die gleichen Kritiker eifrig bemüht waren, der Behörde die Flügel zu stutzen. Dieses Muster ist auch beim Debakel der Credit Suisse zu beobachten. Im Unterschied zum moderaten Ton der Amaudruz-Motionen wird dabei auch direkt auf den Mann gespielt. Im Visier ist dabei Finma-Direktor Stefan Walter. So musste die Finanzministerin in der Frühlingssession in der Fragestunde des Nationalrats die Frage eines SVP-Vertreters beantworten, ob die Finma ihre Sitzungen in Frankfurt abhalten wird. Ebenfalls auf dem Umstand anspielend, dass mit Walter ein Deutscher die Finma leitet, sorgte sich ein anderer SVP-Nationalrat um die «Germanisierung der Bundesverwaltung». Beide Fragesteller erhielten den Bescheid, dass es bei der Wahl Walters keine Kandidaten mit Schweizer Pass mit gleichwertiger Qualifikation wie Walter gegeben habe. ### Keine Eile bei der UBS: Warum die Ermotti-Nachfolge warten muss URL: https://www.tippinpoint.ch/keine-eile-bei-der-ubs-warum-die-ermotti-nachfolge-warten-muss/ Last updated: 2026-07-18T23:02:34.000Z Am Montag gab der CEO der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ein Interview auf Bloomberg TV. Im knapp siebenminütigen Gespräch wurde er am Schluss zu seiner Nachfolge befragt. Dabei sagte Ermotti den Satz: «Succession is not a topic for the moment». Damit macht er deutlich, was sich bereits seit einiger Zeit innerhalb der Bank abzeichnet: Der CEO dürfte länger an der Spitze bleiben als ursprünglich geplant. Dafür dürfte es mehrere Gründe geben. Die zwei wichtigsten: Sollte er in den Verwaltungsrat wechseln, müsste er eine längere Cooling-off-Periode von mindestens einem Jahr durchlaufen. Das ist zwar keine regulatorische Vorgabe, doch darauf pochen die grössten Investoren. Tritt er Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 zurück, könnte Ermotti während einer entscheidenden Phase der Gesetzgebung womöglich an der Seitenlinie stehen. Das möchten weder er noch offenbar der Verwaltungsrat. Der zweite Grund hängt mit der Kandidatenfeld zusammen. Die zusätzliche Zeit verschafft der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) Spielraum, die Kandidatensuche neu zu ordnen. Seit Chairman Colm Kelleher die Nachfolge an einer Konferenz in London Ende 2023 selbst thematisiert hatte, kursieren weitgehend die gleichen internen Namen: die beiden Co-Wealth-Management-Chefs Rob Karofsky und Iqbal Khan sowie COO und Europa-Chefin Bea Martin. Neu zum Kreis der möglichen Kandidaten zählt Aleksandar Ivanovic, Chef der Asset-Management-Sparte. ### Wo sind die externen Topshots? Doch wie stark sind diese Kandidaten tatsächlich? Einige der Genannten sind seit vielen Jahren in der Bank tätig. Schaut man auf die Breite der Erfahrungen, kommt eigentlich nur Rob Karofsky für den CEO-Posten infrage. Er hätte beste Voraussetzungen, doch er hat einen amerikanischen Pass, und zudem ist fraglich, ob der frühere IB-Chef wirklich Lust verspürt, von New York in die Schweiz zu ziehen und «sich mit dem Bundesrat und der Finma herumzuschlagen», wie ein Insider sagt. Was am Nachfolgeprozess auffällt: Es fehlen bisher Führungskräfte mit externem Profil. Ermotti und Kelleher haben es in den vergangenen drei Jahren verpasst, Topmanager von anderen Instituten zur [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zu holen und gezielt als potenzielle Nachfolger aufzubauen. Manager wie Ermotti selbst – einst als Nummer zwei von Unicredit von Oswald Grübel nach Zürich geholt – sind derzeit nicht in Sicht. Seit 2023 gab es keine namhafte Ernennung mit klarem CEO-Potenzial. Wo ist die mutige Einwechslung? Etwa von Managern mit dem Profil eines Christian Sewing, der die [Deutsche Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/deutsche-bank/) wieder auf die Erfolgsspur zurückgebracht hat? Als Konzernchef der UBS könnte er deutlich mehr verdienen als in Deutschland – nach Steuern sowieso. Zudem hat es die Bankführung verpasst, ausgewählten früheren Topkadern der Credit Suisse eine Chance zu geben. Gemeint sind nicht jene, die über Jahre zum Niedergang beigetragen haben, sondern unverbrauchte Führungskräfte, die erst später dazugestossen sind – etwa Finanzchef Dixit Joshi oder CS-COO Francesca McDonagh, die zuvor CEO der Bank of Ireland war. ### «Verfrüht, über den Zeitpunkt seines Rücktritts zu spekulieren» Für manche Beobachter erinnert der aktuelle Nachfolgeprozess an die letzte Nachfolge vor einigen Jahren. Schon damals war Sergio Ermotti für seine eigene Nachfolgeregelung mitverantwortlich. Mangels überzeugender interner Kandidaten setzte die Bank damals auf den externen Manager Ralph Hamers. Er wurde vom damaligen Chairman Axel Weber von ING geholt. Mit dem Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats zu Colm Kelleher verlor Hamers jedoch rasch an Rückhalt. Ein UBS-Sprecher sagt zur Nachfolge: «Wie wir bereits mehrfach gesagt haben, wird Sergio Ermotti mindestens bis Anfang 2027 Group CEO bleiben. Da die Integration wie geplant erst Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein wird und wichtige Arbeiten bevorstehen, um die Bank auf die nächste Phase ihrer Strategie und ihres Wachstumskurses vorzubereiten, ist es verfrüht, über den Zeitpunkt seines Rücktritts zu spekulieren.» Und zu potenziellen Kandidaten sagt der Sprecher: «Wenn es an der Zeit ist, über einen Nachfolger zu entscheiden, kann der Verwaltungsrat auf eine Reihe starker interner Kandidaten zurückgreifen, wird aber selbstverständlich seiner treuhänderischen Pflicht nachkommen und auch externe Kandidaten prüfen.» ### LGT steigert Gewinn deutlich - Wachstum und Profitabilität ziehen an URL: https://www.tippinpoint.ch/lgt-steigert-gewinn-deutlich-wachstum-und-profitabilitaet-ziehen-an/ Last updated: 2026-07-18T23:02:35.000Z Die [LGT](https://www.tippinpoint.ch/tag/lgt/) hat im Geschäftsjahr 2025 ein Ergebnisplus erzielt und sowohl Erträge als auch Profitabilität verbessert. Der Konzerngewinn stieg um 25 Prozent auf 445 Millionen Franken, der Bruttoerfolg legte um 9 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken zu. Die verwalteten Vermögen lagen per Ende 2025 bei 386 Milliarden Franken (plus 5 Prozent). Treiber der Entwicklung war insbesondere das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das um 12 Prozent auf 1,97 Milliarden Franken zunahm. Ebenfalls positiv entwickelte sich das Handelsgeschäft, während der Zinserfolg im Zuge sinkender Leitzinsen um 12 Prozent zurückging. Auf der Kostenseite erhöhte sich der Personalaufwand um 10 Prozent auf 1,77 Milliarden Franken, unter anderem aufgrund der Akquisition eines Private-Advice-Geschäfts in Australien sowie höherer leistungsabhängiger Vergütungen. Insgesamt zählt die LGT-Gruppe 5891 Mitarbeitende auf Vollzeitbasis. ### LGT Private Banking verdoppelt Neugeld Gleichzeitig sank der Sachaufwand um 3 Prozent, was zu einer leichten Verbesserung des Kosten-Ertrags-Verhältnisses auf 76,8 Prozent führte. Neugelder in der Höhe von 11,4 Milliarden Franken flossen in die Bankgruppe, was einem organischen Wachstum von 3,1 Prozent entspricht. Im Kernbereich LGT Private Banking beliefen sich die Neugelder auf 10,1 Milliarden Franken – was fast einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht (5,8 Milliarden Franken). Das Eigenkapital der LGT betrug Ende 2025 5,5 Milliarden Franken. Im Jahr zuvor waren es 6 Milliarden Franken. Dies reflektiert eine Sonderdividende von 703 Millionen Franken an das Fürstenhaus von Liechtenstein als Eigentümerin der [LGT](https://www.tippinpoint.ch/tag/lgt/), heisst es in einer Mitteilung. Die CET1-Kapitalquote der Bank liegt bei 19,2 Prozent. Für das laufende Jahr zeigt sich die LGT zuversichtlich. Zwar bleiben geopolitische Spannungen und makroökonomische Unsicherheiten ein Risikofaktor, doch will die Bank ihre bestehenden Märkte weiter ausbauen und zusätzliche Wachstumsimpulse aus früheren Investitionen realisieren. Parallel dazu investiert die LGT in Digitalisierung, künstliche Intelligenz und den Ausbau ihrer Investmentkompetenz. ### Laurent Freixe sieht sich immer noch als CEO von Nestlé - wegen eines Rechtsstreits? URL: https://www.tippinpoint.ch/laurent-freixe-sieht-sich-immer-noch-als-ceo-von-nestl-wegen-eines-rechtsstreits/ Last updated: 2026-07-18T23:02:35.000Z Er war nicht einmal ein Jahr lang CEO des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé. Im September wurde er wegen einer verheimlichten Beziehung aus dem Konzern entfernt. Akzeptiert scheint Laurent Freixe diesen Rauswurf noch nicht zu haben. Auf der Karriereplattform LinkedIn gibt er nämlich nach wie vor an, Chief Executive Officer von Nestlé zu sein. Wie der [«Blick» in Erfahrung bringen konnte](https://www.blick.ch/wirtschaft/was-zieht-ex-boss-freixe-da-bloss-ab-nestle-hat-seit-monaten-einen-zweiten-vollzeit-ceo-id21728655.html?ref=tippinpoint.ch), blieb das dem Konzern vom Genfersee nicht verborgen. Nestlé habe mehrfach Druck ausgeübt, Freixe zu einer Anpassung seines Netzwerkprofils zu bewegen. Der Franzose weigere sich offensichtlich, hiess es. Der Ex-Boss sonne sich immer noch im Glanz vergangener Zeiten an der Spitze von [Nestlé](https://www.tippinpoint.ch/tag/nestl/), schrieb der Blick. ![Laurent Freixe sieht sich immer noch als CEO von Nestlé - wegen eines Rechtsstreits?](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260382_080353.jpg) Seine Weigerung, den Eintrag anzupassen, ist allerdings auch nachvollziehbar. Die Art und Weise, wie Freixe von seinem Posten entfernt wurde, war extrem und nicht angemessen für einen Weltkonzern wie [Nestlé](https://www.tippinpoint.ch/tag/nestl/). Statt eine einvernehmliche Lösung zu suchen, gab es eine fristlose Trennung. Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke musste kurze Zeit später auf Druck der Aktionäre frühzeitig von seinem Posten zurücktreten. ### Nur den Grundlohn erhalten Es ist davon auszugehen, dass sich Freixe und [Nestlé](https://www.tippinpoint.ch/tag/nestl/) in einem arbeitsrechtlichen Konflikt bezüglich der Kündigung befinden. Dabei dürfte es auch um entgangene Bonuszahlungen in Millionenhöhe gehen. Freixe erhielt 2025 lediglich sein Fixgehalt. Im Geschäftsbericht heisst es: «Der ehemalige Konzernchef Laurent Freixe erhielt bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses keine andere Abfindung als sein anteiliges Grundgehalt bis zum 1\. September 2025.» Arbeitsrechtlich könnte es für Nestlé schwierig werden. Solange der Streit nicht gelöst ist, sieht sich Freixe offenbar weiterhin in seiner Rolle als CEO. Daher stimmt es aus seiner Perspektive, den LinkedIn-Eintrag nicht anzupassen und Sätze wie diesen: «Ich habe seit September 2024 das Privileg, Nestlé weltweit zu führen», nicht vom Netz zu nehmen. Ein Nestlé-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. ### Sergio Ermotti: Die Energiepreise dürften länger auf hohem Niveau bleiben URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-die-energiepreise-duerften-laenger-auf-hohem-niveau-bleiben/ Last updated: 2026-07-18T23:02:36.000Z In der vierten Woche des Irankriegs bleibt die Lage höchst angespannt. Für Verunsicherung sorgt das Ultimatum von Donald Trump an den Iran, innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus freizuräumen – ansonsten würde seine Armee wichtige Energieinfrastrukturen zerstören. Am Montag gaben Aktien, US-Staatsanleihen und Gold (minus 3 Prozent) nach. Der Bitcoin legte am Montag zu, nachdem er zuvor unter die Marke von 70’000 Dollar gefallen war. Rohöl der Sorte Brent ist in diesem Jahr um mehr als 80 Prozent gestiegen und notiert derzeit bei rund 112 US-Dollar pro Barrel. Am Montag äusserte sich UBS-Chef Sergio Ermotti zur Lage am Golf von Persien: «Die Energiepreise dürften auf absehbare Zeit hoch bleiben und damit gewissen Inflationsdruck auf die Lieferketten ausüben», sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV in Peking. Insgesamt würde die UBS-Kundschaft ruhig bleiben: «Wir sehen keine wesentlichen Verschiebungen in der Asset-Allokation», sagte er. Gleichzeitig werde der wirtschaftliche Druck zunehmen und sich zunehmend auf die Märkte auswirken. Investoren seien weiterhin damit beschäftigt, einzuschätzen, wie lange es dauern wird, bis der Schock dieser Krise verarbeitet ist. «Wir haben bereits früher in diesem Jahr gesehen, dass Kunden ihre Portfolios stärker diversifiziert haben», so Ermotti. Es habe eine grössere Streuung gegeben, mit einer Tendenz, sich teilweise von stark auf KI-Technologie fokussierten Anlagen zu lösen und breiter zu diversifizieren – ein Schritt, der sich in den letzten Wochen als sinnvoll erwiesen habe. Die Bank habe Mitarbeitenden geholfen, die aus persönlichen oder Sicherheitsgründen mit ihren Familien umziehen mussten. Dank Notfallplanung bleiben die operativen Abläufe stabil – entweder an bestehenden Standorten oder mit Unterstützung aus Europa und anderen Regionen, sagte er. Der UBS-CEO äusserte sich auch zu möglichen Transaktionen. Die Bank führe ihr Geschäft nicht im «Stop-and-go»-Modus, aber im aktuellen Umfeld würde sie bei gewissen Investitionen taktisch auf die Bremse treten. ### Basil Heeb - der nächste McKinsey-Mann an der Raiffeisen-Spitze URL: https://www.tippinpoint.ch/basil-heeb-der-naechste-mckinsey-mann-an-der-raiffeisen-spitze/ Last updated: 2026-07-18T23:02:37.000Z Basil Heeb soll Thomas Müller als Verwaltungsratspräsident der Zentralgenossenschaft [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) Schweiz ablösen. Von 2019 bis Anfang 2025 war er CEO der Basler Kantonalbank, von 2012 bis 2017 Finanzchef der Privatbank Notenstein La Roche. Davor leitete er von 2009 bis 2012 als Mitglied der Geschäftsleitung die Basler Niederlassung der Bank Wegelin – die bekanntlich im US-Steuerstreit unterging und von Raiffeisen im Rahmen eines Notverkaufs übernommen wurde. Nach seinem Ingenieurstudium an der ETH war Heeb während 15 Jahren als Berater bei McKinsey tätig. Insgesamt arbeitete der heute 61-Jährige rund 16 Jahre im Bankensektor – seine Erfahrung im Schweizer Banking ist damit vergleichsweise begrenzt. Seine Biografie weist Parallelen zu jener des [kürzlich eingesetzten Raiffeisen-CEO Gabriel Brenna ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78110/er%5Fhat%5Fdas%5Fbankgeschaeft%5Fnicht%5Fvon%5Fder%5Fpike%5Fauf%5Fgelernt.html)auf. Auch dieser verfügt über einen Doktortitel der ETH, war lange bei McKinsey tätig und bringt im Vergleich eine eher kurze Banking-Erfahrung mit. Brenna stieg erst 2012 operativ ins Bankgeschäft ein. ### Die Handschrift von Eon Zehnder Eine weitere Parallele: Beide kommen aus dem Private Banking. Brenna leitete von 2012 bis 2021 das Private Banking der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Heeb war wie erwähnt bei Wegelin beziehungsweise der Nachfolgebank Notenstein. Und beide kommen von deutlich kleineren Banken. Die Basler KB hat eine Bilanzsumme von 55 Milliarden Franken. Die [LLB](https://www.tippinpoint.ch/tag/llb/) 28 Milliarden. [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) dagegen ist mit knapp 300 Milliarden inzwischen eine Grossbank. Mit Basil Heeb und Gabriel Brenna an der Spitze vollzieht die frühere «Bauernbank» einen bemerkenswerten Wandel. Brenna hat bereits angedeutet, wohin die Reise gehen soll: «Wir sind heute die führende Hypothekarbank – jetzt müssen wir auch zu einer starken Anlagebank werden», sagte er bei seinem ersten Auftritt als CEO von Raiffeisen vor einer Woche. Die Wahl von Basil Heeb trägt die Handschrift des Personalberatungsunternehmens Egon Zehnder. Dominik Schaller, Managing Partner des Headhunter-Unternehmens, hatte bereits beim Search von Gabriel Brenna die Hände im Spiel. Die Wahl von Heeb als neuer Präsident überrascht daher nicht. Seine Laufbahn erfüllt sämtliche Anforderungen: ein geradliniger akademischer Werdegang an einer Eliteuniversität und mehrere Jahre bei der US-Beratung McKinsey. Beides gilt als sicheres Ticket an die Spitze. ### Luzerner Kantonalbank hält an der Wahl von Bernadette Koch fest URL: https://www.tippinpoint.ch/luzerner-kantonalbank-haelt-an-der-wahl-von-bernadette-koch-fest/ Last updated: 2026-07-18T23:02:37.000Z Die Luzerner Kantonalbank zieht es durch: Sie hält an der umstrittenen Wahl von Bernadette Koch in den Verwaltungsrat fest. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Traktanden zur Generalversammlung hervor. «Die eidg. dipl. Wirtschaftsprüferin Bernadette Koch soll das Gremium mit Blick auf die zunehmenden regulatorischen Anforderungen gezielt um ausgewiesene Audit-Kompetenzen ergänzen und so die Aufsicht und Risikokontrolle stärken», heisst es. Gleichzeitig weist die Bank darauf hin, dass bei ihrer Wahl der Frauenanteil im Verwaltungsrat neu 44 Prozent beträgt – statt bisher 37,5 Prozent. Die Kantonalbank schlägt damit Bedenken hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit in den Wind. Koch ist in verschiedenen Verwaltungsräten aktiv. Unter anderem ist die 57-Jährige Vizepräsidentin des Post-Verwaltungsrats und sitzt als Vertreterin der Konzernmutter im Verwaltungsrat von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/). Weitere Mandate hält sie bei Geberit und Mobimo. ### «Dienerin zweier Herren» Das neue Mandat ist heikel. Zwar zieht sie sich aus dem Verwaltungsrat von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) zurück und gibt auch den Vorsitz des Audit- und Risikoausschusses des Postkonzerns ab. Doch Koch bleibt Vizepräsidentin des «gelben Riesen». Damit manövriert sie sich in einen kaum auflösbaren Interessenkonflikt. Die Post setzt sich für die Aufhebung des Kreditverbots für PostFinance ein, während sich die Kantonalbanken vehement gegen den Einstieg der Posttochter ins Kreditgeschäft wehren. Für Governance-Expertin Monika Roth ist die Wahl ein No-Go: «Es besteht für mich überhaupt kein Zweifel daran, dass Bernadette Koch nicht gleichzeitig Dienerin dieser beiden Herren sein kann – es geht nur das eine Mandat oder das andere.» ### Deutliche Erhöhung der VR-Honorare In der Luzerner Politik kam es zu einem Vorstoss wegen der Personalie. Politiker von links bis rechts sprachen von einer «konfliktgeladenen Konstellation». Der Regierungsrat, der als Eigner in der Hauptverantwortung steht, verwies lediglich darauf, dass der LUKB-Verwaltungsrat zum Schluss gekommen sei, es liege kein «permanenter Interessenkonflikt von grundsätzlicher Bedeutung» vor. Dass auch die Finma der Wahl offenbar ihren Segen gegeben hat, erstaunt. Allerdings tendiert die Behörde auch bei offensichtlichen Interessenkonflikten zu einer laxen Haltung. So erlaubte sie es, dass die damalige Ehefrau von Pierin Vincenz Rechtschefin der Genossenschaftsbank werden konnte. Auch damals begnügte man sich damit, dass die Bank klare Ausstandsregeln definiert hatte. Solange diese eingehalten würden, bestehe kein Problem. Das VR-Honorar beträgt gut 100’000 Franken – die Vergütungen wurden auf dieses Jahr um etwa 15 Prozent erhöht. ### SNB-Schlegel signalisiert «erhöhte» Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren URL: https://www.tippinpoint.ch/snb-schlegel-signalisiert-erhoehte-bereitschaft-am-devisenmarkt-zu-intervenieren/ Last updated: 2026-07-18T23:02:37.000Z Die Nationalbank lässt den Leitzins dort, wo er war – bei null Prozent. Das gab Direktoriumspräsident Martin Schlegel am Donnerstag anlässlich der vierteljährliche Lagebeurteilung bekannt. «Wir haben beschlossen, den SNB-Leitzins unverändert bei 0% zu belassen. Sichtguthaben der Banken bei der [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite beträgt nach wie vor 0,25 Prozentpunkte.» Der Franken hat sich letzt stark aufgewertet. Schlegel sagt dazu: «In unsicheren Zeiten wird der Franken als sicherer Hafen gesucht. Er hat sich seit unserer Lagebeurteilung im Dezember aufgewertet. Mit der Eskalation im Nahen Osten hat der Aufwertungsdruck nochmals zugenommen. Auf handelsgewichteter Basis hat der Franken seit Mitte Dezember rund 2,5 Prozent an Wert gewonnen.» Zu möglichen Interventionen am Devisenmarkt sagte Schlegel: «Angesichts des Konflikts im Nahen Osten ist unsere Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht. Damit wirken wir einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegen, welche die Preisstabilität in der Schweiz gefährden würde.» ### Yuh wächst - verdient aber kaum Geld URL: https://www.tippinpoint.ch/yuh-waechst-verdient-aber-kaum-geld/ Last updated: 2026-07-18T23:02:37.000Z Letzten Sommer hat [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) die Finanz-App [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) vollständig übernommen. Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht, liefert Yuh nur sehr wenig zum Ergebnis von Swissquote bei. Die Zahlen zeigen, dass Yuh 2025 zwar zusätzliche Erträge generiert hat, der Beitrag zum Gesamtkonzern von Swissquote jedoch überschaubar bleibt. Mit rund 10,4 Millionen Franken entspricht der inkrementelle Umsatzanteil lediglich gut 1 Prozent der Gesamterträge. Interessant ist die Zusammensetzung der Erträge: Während Trading-, Krypto- und Zinserträge positiv beitragen, ist das Gebührengeschäft rückläufig. Das bedeutet, dass die App vor allem transaktionsbasierte und zinssensitive Einnahmen generiert – und damit stark von den Launen des Markts abhängig ist. Die Zahl der Kundenkonten legte um 36 Prozent zu. Per Ende 2025 waren es 400’000 Konten; die Kundenvermögen beliefen sich auf 3,7 Milliarden Franken. Auf der Kostenseite wird klar, dass [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) weiterhin noch tief in der Aufbau- und Investitionsphase steckt. Die zusätzlichen Aufwendungen – insbesondere im Marketing sowie bei Abschreibungen – absorbieren den Grossteil der erzielten Erträge. Entsprechend bleibt der Ergebnisbeitrag mit rund 196’000 Franken marginal, die Nettomarge liegt bei lediglich knapp 2 Prozent. Im Vergleich zur Marge von [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) von über 50 Prozent wirkt Yuh damit stark verwässernd. ### Margenziel gesenkt Wie Swissquote in einer Mitteilung schreibt, ist [Yuh](https://www.tippinpoint.ch/tag/yuh/) «nach wie vor weniger profitabel» als [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/), und das Unternehmen wird deshalb das Margenziel für 2028 von 55 auf 53 Prozent korrigieren. Für das laufende Jahr erwartet Swissquote einen Nettoertrag von 760 Millionen Franken und einen Vorsteuergewinn von 385 Millionen. Das reflektiere die Investitionen in Technologie. Im letzten Jahr schrieb Swissquote einen Vorsteuergewinn von 420 Millionen und generierte Erträge von 723 Millionen. Der Reingewinn kletterte um 24 Prozent auf 366 Millionen Franken. ### Über einen Waffeneinsatz entscheidet VBS-Chef Pfister URL: https://www.tippinpoint.ch/ueber-einen-waffeneinsatz-entscheidet-vbs-chef-pfister/ Last updated: 2026-07-18T23:02:38.000Z Die Informationen des Bundesrats zur Qualifikation und den Folgen des Kriegs im Nahen Osten für die Schweiz und ihre Neutralitätspolitik waren bisher wenig koordiniert und erfolgten zum Teil bloss auf Fragen von Medienleuten. Ein naheliegender Grund sind die hängigen Verhandlungen zwischen der Schweiz und den USA über ein Zollabkommen, beziehungsweise das Bemühen, die US-Seite nicht zu verärgern. Nach wie vor unklar ist, wie die Schweiz mit dem Export von Kriegsmaterial in die USA umgeht. Keine Auskunft gab es bisher zur Frage, ob der Bundesrat eine [Vermögenssperre für allfällige Gelder](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78628/nun%5Fduerfte%5Fder%5Fbundesrat%5Fdie%5Firan-gelder%5Fin%5Fder%5Fschweiz%5Feinfrieren.html) des iranischen Regimes in der Schweiz ins Auge fasst. «Sollte der Bundesrat entscheiden, Vermögen auf Basis des Bundesgesetzes über die Sperrung und die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ausländischer politisch exponierter Personen (SRVG) zu sperren, würde eine SRVG-Verordnung zu gegebener Zeit veröffentlicht», erklärte die Bundeskanzlei auf Anfrage von Tippinpoint. Am vergangenen Freitagabend informierte der Bundesrat erstmals zur Frage von Überflugverboten und gab bekannt, dass er für den 15\. März zwei US-Gesuche für den Überflug von Aufklärungsflügen abgelehnt hat. Beim letzten Golfkrieg hatte der Bundesrat am 16\. Januar 1991 ein Überflugverbot beschlossen, als die von den USA angeführte Koalition in die Kampfhandlungen zur Befreiung Kuwaits von der Eroberung durch den Irak eingriff. Im Unterschied zum Vorgehen der USA im Iran war der Einsatz damals durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrats legitimiert. [Einem vertraulichen Dokument](https://assets.dodis.ch/ephemeral?url=aHR0cHM6Ly9zb3MtY2gtZGstMi5leG8uaW8vYXR0YWNobWVudHMvcHVibGljL3BkZi81NjAwMC9kb2Rpcy01NjA2MC5wZGY%5FcmVzcG9uc2UtY29udGVudC1kaXNwb3NpdGlvbj1hdHRhY2htZW50JTNCJTIwbmFtZSUzRHB1YmxpYyUyRnBkZiUyRjU2MDAwJTJGZG9kaXMtNTYwNjAucGRmJlgtQW16LUFsZ29yaXRobT1BV1M0LUhNQUMtU0hBMjU2JlgtQW16LUNyZWRlbnRpYWw9RVhPMWQ1YWRmZGNkOWJlNGI1NzgyM2QxNTBkJTJGMjAyNjAzMTglMkZjaC1kay0yJTJGczMlMkZhd3M0X3JlcXVlc3QmWC1BbXotRGF0ZT0yMDI2MDMxOFQxNjE4MzNaJlgtQW16LUV4cGlyZXM9ODY0MDAmWC1BbXotU2lnbmVkSGVhZGVycz1ob3N0JlgtQW16LVNpZ25hdHVyZT0yNzYxYmM4MzBhNTEwNDM0Yzg0MzZjMTFjZjFmZDIxNThkM2RiYjk3YWFiYjNjNWM5OWE4NzBmNGIyMWZmOTYz&ref=tippinpoint.ch) ist zu entnehmen, was der Bundesrat damals zur Durchsetzung des Überflugverbots ins Auge fasste. ### Unkontrollierte Eskalation im Fall eines Waffeneinsatzes befürchtet «Ein generelles Überflugverbot könnte für unser Land schwerwiegende Folgen haben», heisst es in einem Aussprachepapier für den Bundesrat. Solange sich die Gesuchsteller an ablehnende Entscheide hielten, bestehe kein Problem. Falls Überflüge dennoch forciert würden, müsste der Bundesrat reagieren. «Bei einem Waffeneinsatz könnte eine ungewollte und unkontrollierte Eskalation eintreten, die der politischen Zielsetzung widerspräche und unserem internationalen Ansehen abträglich wäre», gaben die Departemente für Militär sowie für Energie und Verkehr (heute VBS und UVEK) zu bedenken. Als vertretbare Lösung schlugen sie dem Bundesrat vor: Ausnahmebewilligungen für den Transport von Verwundeten; Überwachung des Luftraums durch militärische Radars rund um die Uhr mit täglicher Auswertung der Flugbewegungen; stichprobenweise Luftpolizei-Einsätze zur Identifikation bewilligter Überflüge und nicht identifizierter Luftfahrzeuge bei Tag und ausnahmsweise bei Nacht. ### «Hot missions» rund um die Uhr möglich Zur Frage, was der Bundesrat aktuell zur Durchsetzung von Überflugverboten ins Auge fasst, erklärte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL), die Luftwaffe sei für die Wahrung der Schweizer Lufthoheit verantwortlich und setze die dafür vorgesehenen Massnahmen gemäss den geltenden rechtlichen Grundlagen um. Komme es im Luftraum zu einer Situation, die eine rasche Abklärung oder Intervention erfordere, würden die rund um die Uhr bereitstehenden Kampfflugzeuge alarmiert. Der daraus resultierende reale Einsatz werde als «Hot Mission» bezeichnet. Das BAZL sei für allfällige administrative oder strafrechtliche Massnahmen zuständig, wenn die Lufthoheit oder Luftverkehrsregeln verletzt würden. «Über einen möglichen Waffeneinsatz entscheidet primär der Vorsteher des VBS», erklärte das BAZL Ob die USA seit vergangenem Freitag weitere Überfluggesuche gestellt haben, ist nicht bekannt. Das BAZL will auf Wochenbasis jeweils am Freitag über Gesuche im Zusammenhang mit dem Irankrieg informieren. ### Pasquale Bruderer verlässt TX Group - Private-Equity-Mann kommt URL: https://www.tippinpoint.ch/pasquale-bruderer-verlaesst-tx-group-private-equity-mann-kommt/ Last updated: 2026-07-18T23:02:39.000Z Die frühere SP-Ständerätin Pascale Bruderer zieht sich aus dem Verlagshaus Tamedia zurück. Nach sechs Jahren im Gremium wird sie nicht zur Wiederwahl antreten, um sich «auf eigene Projekte» zu konzentrieren. Verleger Pietro Supino schreibt in einer Mitteilung: «Pascale Bruderer hat mit ihrem Sachverstand, ihrer Kenntnis der Schweiz und ihrem Unternehmergeist sehr viel zur Weiterentwicklung der [TX Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/tx-group/) beigetragen.» Er danke ihr für die fruchtbare Zusammenarbeit während der letzten sechs Jahre, wünsche ihr mit dem «vielversprechenden Stablecoin-Projekt viel Erfolg» und freue sich, im «bereichernden Austausch» zu bleiben. Als Nachfolger ist Christian Osterland bestimmt. Er ist Principal bei General Atlantic, dem Finanzinvestor, der auch bei der Swiss Marketplace Group (SMG) investiert ist. Das frühere Joint Venture kam letztes Jahr an die Börse. Die [TX Group](https://www.tippinpoint.ch/tag/tx-group/), die im Rahmen des Börsengangs keine Aktien abgab, ist grösste Aktionärin des Online-Anzeigenunternehmens mit einem Anteil von 31,14 Prozent. Nach dem IPO hat SMG 38 Prozent an Wert verloren. Pascale Bruderer hat 2022 die Swiss Stablecoin gegründet und sich das Ziel gesetzt, den digitalen Franken in der Schweiz salonfähig zu machen. ### Handelssysteme der UBS fielen zeitweise aus URL: https://www.tippinpoint.ch/handelssysteme-der-ubs-fielen-zeitweise-aus/ Last updated: 2026-07-18T23:02:39.000Z Aufgrund eines kurzen Zwischenfalls in den global vernetzten IT-Systemen mussten Teile des Handelsgeschäfts der Grossbank ausgesetzt werden. Inzwischen sei der Betrieb fast vollständig wiederhergestellt, berichteten Insider gegenüber Agenturen. Die Bank habe die Ursache ermittelt und eine Lösung implementiert, hiess es. Über die Ursache ist nichts bekannt. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) nahm keine Stellung zu dem Vorfall. Der Vorfall platzte in eine Zeit, in der hohe Anspannung an den Märkten besteht wegen des Kriegs im Iran. Auch mehrere andere Finanzinstitute hatten zuletzt mit Pannen zu kämpfen, die sich auf ihre Dienstleistungen auswirkten. Bei der Lloyds Banking Group ereignete sich ein grober Schnitzer, der es Kunden ermöglichte, die Transaktionen anderer Kunden online einzusehen. Auch die Börsen kämpfen immer wieder mit Ausfällen und technischen Problemen. Die London Metal Exchange hatte am Montag ein Problem mit ihrer primären elektronischen Abgleich-Engine, wodurch der elektronische Handel vorübergehend zum Erliegen kam. Pannen, aber vor allem auch der Schutz vor Cyberattacken, befinden sich inzwischen ganz oben auf den Prioritätenlisten der Banken. ### UBS-Finanzchef macht sich keine Sorgen um das Private-Credit-Exposure URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-finanzchef-macht-sich-keine-sorgen-um-das-private-credit-exposure/ Last updated: 2026-07-18T23:02:40.000Z Wie stark sind Banken in Private-Credit-Vehikeln investiert? Diese Frage treibt derzeit die Branche um, da je nach Schätzung bis zu 10 Prozent der Engagements ausfallen könnten. Letzten Herbst erlitten Kunden der UBS und anderer Banken hohe Verluste im Zusammenhang mit der Pleite von First Brands. Seither herrscht grosse Unsicherheit über die Qualität der Privatkredite. Letzte Woche legte die Deutsche Bank ein Exposure von 23 Milliarden Euro offen. Tuckner sagte, er sei nicht besorgt über die Position der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). «Ich bin entspannt mit dem Umfang unseres Engagements», sagte Tuckner auf einer Konferenz von Morgan Stanley, wie die Agenturen Reuters und Bloomberg berichteten. Eine Zahl nannte er nicht. Tuckner wurde auch gefragt, wie sich der aktuelle Leitzins der Schweizerischen Nationalbank von 0 Prozent auf das Geschäft auswirken könnte. Er sagte, es sei möglich, dass das Schweizer Geschäft der Bank Ende 2026 aufgrund des Drucks auf den Nettozinsertrag knapp hinter dem angestrebten Zielwert für die zugrunde liegende Kosten-Ertrags-Quote zurückbleiben könnte. Tuckner äusserte sich auch zur Migration der übernommenen CS-Kunden auf die UBS-Systeme in der Schweiz. Diese werde in den kommenden Tagen abgeschlossen sein. «Damit wird die gesamte Kundenmigration von den Plattformen der Credit Suisse auf die Plattformen der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) weltweit abgeschlossen sein», sagte Tuckner. Dies würde es der UBS ermöglichen, die letzte Phase der Integration in Angriff zu nehmen und die gesamte Plattform der Credit Suisse ausser Betrieb zu nehmen – ein Schritt, der der Bank viel Geld einsparen würde. Und auch die neuen Eigenkapitalregeln waren ein Thema. In ein paar Wochen werde man wissen, wie die Kapitalreformen voraussichtlich aussehen werden, sagte er. «Bis dahin setzen wir uns weiterhin für ein besseres, moderateres Ergebnis ein.» Die neuen Regeln dürften Mitte April mit einer Verordnung beziehungsweise mit einer Botschaft ans Parlament vom Bundesrat verabschiedet werden. ### Das überraschende CEO-Ranking - und was dahintersteckt URL: https://www.tippinpoint.ch/das-ueberraschende-ceo-ranking-und-was-dahintersteckt/ Last updated: 2026-07-18T23:02:40.000Z [23,9 Millionen Franken](https://tippinpoint.ch/artikel/78661/zahltag%5Ffuer%5Fstefan%5Fbollinger%5Fbaer-chef%5Ferhaelt%5Finsgesamt%5F239%5Fmillionen.html?ref=tippinpoint.ch) für Stefan Bollinger. [18 Millionen für Giorgio Pradelli ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78614/dank%5Fsuperbonus%5Fsteigt%5Fdas%5Fsalaer%5Fvon%5Fefg-ceo%5Fgiorgio%5Fpradelli%5Fauf%5Fueber%5F10%5Fmillionen%5F.html)und [14,9 Millionen für Sergio Ermotti](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78644/ermottis%5Fsalaer%5Fbleibt%5Fbei%5F149%5Fmillionen%5Ffranken%5F-%5Fbonuspool%5Fsteigt%5Fauf%5Fueber%5F5%5Fmilliarden.html). Das Ranking der bestbezahlten Banker der Schweiz überrascht. Vor einem Jahr noch war der UBS-Chef die klare Nummer eins. Nic Dreckmann, der vor Bollinger die Privatbank als Interims-CEO ein Jahr lang führte, erhielt damals 5,8 Millionen Franken. Klar, das Ranking ist speziell in diesem Jahr, da die Entschädigungen von Bollinger und Pradelli Einmaleffekte enthalten. Beim Bär-CEO sind es Ausgleichszahlungen für entgangene Boni von seinem früheren Arbeitgeber Goldman Sachs. Beim EFG-Chef Pradelli ist es ein spezielles Bonusprogramm, das während drei Jahren lief und nun fällig wurde. Es hat einen Umfang von 10,4 Millionen Franken und wird in drei Tranchen ausbezahlt. Würde man diese «One-offs» abziehen, würde Sergio Ermotti an der Spitze liegen. Doch kann man das so sehen? Unternehmen haben die Tendenz, hohe Managerlöhne zu verschleiern. Vergleicht man die Entschädigungsberichte der letzten Jahre, fällt auf, dass es immer schwieriger wird, zwischen ausgewiesenen Entschädigungen fürs vergangene Jahr und den effektiv ausbezahlten Summen zu unterscheiden. Nur in den wenigsten Geschäftsberichten wird klar darauf hingewiesen, was dem CEO für ein Jahr zugeteilt wurde und was ihm effektiv ausbezahlt wurde. Aus Sicht der Aktionäre sind die allein effektiv ausbezahlten Löhne entscheidend – inklusive der «One-offs». Es sind schliesslich sie, die diese Entschädigungen finanzieren. Deshalb müssten diese Beträge ihnen auch offen und transparent dargelegt werden. Wie wollen sie sonst beurteilen können, ob die Vergütung tatsächlich die erbrachte Leistung widerspiegelt? ### UBS verweigert vorzeitige Rückzahlung von Festhypotheken URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-verweigert-vorzeitige-rueckzahlung-von-festhypotheken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:40.000Z Viele Jahre war Reto K.\* zufriedener Kunde der Credit Suisse. Sie war seine Hausbank, dort hatte er sein Depot, seine Kreditkarten und die Hypotheken für sein Haus im Speckgürtel von Zürich. Doch mit dem Wechsel zur [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) fingen die Probleme an, wie er sagt. Zum Bruch kam es vor Kurzem: Reto K. wollte eine Tranche seiner Hypothek zurückzahlen – die letzte, dann wäre er schuldenfrei. Nachdem die Nationalbank die Zinsen auf null gesenkt hat, ist es für Reto K. attraktiver geworden, die Schulden zurückzuzahlen. Zuvor war es umgekehrt: Der Zins für Festgeld lag höher als der Zins für seine feste Hypothek. Da machte die Verschuldung noch Sinn – jetzt nicht mehr. Also meldete er sich beim Berater, um die Rückzahlung in die Wege zu leiten – drei Jahre vor dem Fälligkeitsdatum seiner Festhypothek. Als Finanzprofi war ihm klar, dass er bei einer vorzeitigen Auflösung eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten hätte – also die aufsummierte Zinsdifferenz plus Gebühren. Doch den sogenannten Penalty nahm er gerne in Kauf, da er diesen steuerlich absetzen kann. Zu seiner grossen Überraschung beschied ihm der UBS-Berater jedoch, dass dies nicht möglich sei, und verwies auf die Bestimmungen im Kreditvertrag. ### «Im Falle eines Verkaufs» Dort heisst es standardmässig: «Eine Festhypothek hat eine feste Laufzeit. Im Falle eines Verkaufs der Liegenschaft kann der Kreditnehmer die UBS-Festhypothek ausserordentlich unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 90 Tagen kündigen.» «Im Falle eines Verkaufs» – die Bank beschied ihm also, dass eine vorzeitige Rückzahlung gemäss Vertrag ausschliesslich bei einer Handänderung möglich sei. Reto K. findet es enttäuschend, dass sich die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) strikt auf die Vertragsklauseln beruft. «Kulant ist das nicht», sagt er. Bei der CS sei das noch anders gewesen, der immer wieder mal Festhypotheken vorzeitig amortisierte. Die UBS will sich zum Fall nicht äussern und nimmt auch sonst keine Stellung zu ihrer Rückzahlungspraxis. Klar ist allerdings auch, dass die UBS in anderen Fällen sehr wohl Rückzahlungen ermöglicht. In der Praxis hat sich durchgesetzt, dass ein Kunde, wenn er ein besseres Angebot einer anderen Bank hat, nach Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung ohne Probleme wechseln kann. Die UBS selbst schreibt auf ihrer Website, dass sie gerne Kunden hilft, die zur UBS wechseln wollen. «Erstellen Sie mit wenigen Klicks ein unverbindliches Angebot. Auf Wunsch beraten wir Sie kostenlos zu Ihrem unverbindlichen Angebot. Ablösen und zurücklehnen. Wir leiten die Kündigung ein und übernehmen für Sie die Überschreibung des Schuldbriefs.» Wörtlich heisst es weiter: «Weil die Bank die Hypothek langfristig refinanziert hat, darf sie laut der gängigen Rechtsprechung bei vorzeitiger Auflösung des Kredits eine Entschädigung verlangen.» Kein Wort findet sich auf der Website darüber, dass eine Auflösung nur dann möglich ist, wenn der Kunde das Haus gleichzeitig verkauft. Im Gegenteil: «Scheidung oder der Verkauf einer Immobilie können Gründe sein, die zu einer vorzeitigen Auflösung der Hypothek führen», heisst es. Diese Oder-Formulierung steht im Widerspruch zur Praxis, die die UBS im Fall von Reto K. anwendet. ### Raiffeisen sieht es lockerer Andere Banken sehen es jedenfalls lockerer. [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/), die Nummer eins im Hypothekarmarkt in der Schweiz, schreibt auf Anfrage: «In den Hypothekarverträgen von Raiffeisen ist grundsätzlich vorgesehen, dass die Schuldnerin beziehungsweise der Schuldner eine Entschädigung zu leisten hat, wenn sie beziehungsweise er mit der Bank die vorzeitige Auflösung der Festhypothek vereinbart.» Die Bestimmung, wonach eine Rückzahlung nur bei einem Hausverkauf möglich sein soll, kennt die Bank nicht. Raiffeisen Schweiz empfiehlt den regionalen Raiffeisenbanken, für die Kreditablösung eine Bearbeitungsgebühr von 200 Franken zu erheben. Warum verweigert die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) die vorzeitige Amortisation? Einen angefragten Hypothekenexperten überrascht es, dass die UBS hier keine Hand bieten will. Zitieren lassen will er sich indessen nicht. Adrian Wenger vom HypothekenZentrum des VZ sagt: «Aus Kundenoptik ist der Rückzahlungswunsch verständlich, aus Sicht der Bank ist das ‘Verhindern‘ auch nachvollziehbar.» Denn die Bank verliere meist doppelt – Hypothek und Kontoguthaben, so Wenger. ### Wegen Abschaffung des Eigenmietwerts? Reto K. hegt noch einen anderen Verdacht, warum die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) so handelt. «Es würde mich nicht überraschen, wenn die Bank im Hinblick auf die bevorstehende Abschaffung des Eigenmietwerts schon jetzt die Schraube anzieht», glaubt er. Bereits in der Steuerperiode 2028 könnte es so weit sein. Das dürfte der Zeitpunkt sein, ab dem viele Hypothekarnehmer ihre Schulden zurückzahlen werden. Indem sie die Rückgabe einschränkt, kann sich die Bank zumindest ein bisschen Luft verschaffen – beziehungsweise das Management der Bilanz besser planen. Reto K. kann die Geschäftspolitik nicht nachvollziehen. Für ihn als sogenannten High-Net-Worth-Individual-Kunden war die Begebenheit Anlass, seine Kundenbeziehung zur Bank grundsätzlich zu überdenken. Sein Depot wird er über die nächsten Monate auf eine andere Bank transferieren – die zudem deutlich tiefere Gebühren verlangt. Wenn er seine Hypothek 2029 kündigen kann, wird er auch seine Konten saldiert haben. ### Private Credit: Ausfallraten könnten auf bis zu acht Prozent steigen URL: https://www.tippinpoint.ch/private-credit-ausfallraten-koennten-auf-bis-zu-acht-prozent-steigen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:41.000Z Die Ausfallraten im Direct-Lending-Geschäft dürften gemäss [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) auf rund acht Prozent ansteigen. Der Grund sind Befürchtungen, wonach die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz zunehmend die Softwareindustrie unter Druck setzen. Zwar habe KI die Fundamentaldaten im Private-Credit-Segment bislang noch nicht «in materieller Weise» beeinflusst, doch hohe Verschuldungsgrade und anstehende Refinanzierungen im Softwaresektor könnten die Ausfallraten in die Höhe treiben – auf ein Niveau, das zuletzt während der Corona-Pandemie erreicht wurde. Die Kreditqualität im Softwarebereich wird als besonders kritisch beurteilt, weil Softwarefirmen im Vergleich zu Unternehmen aus anderen Branchen eine hohe Verschuldung und niedrige Zinsdeckungsgrade aufweisen. Die Ausfallraten haben sich zwar zuletzt stabilisiert, doch der Trend könnte sich schnell wieder drehen, sollte die KI-Entwicklung weiter fortschreiten, glauben die Analysten von [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/). ### Grosser Refinanzierungsbedarf Die weltweiten Kreditmärkte stehen bereits seit einigen Monaten unter Druck, da Investoren die möglichen Auswirkungen von KI insbesondere auf die Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen neu bewerten. In den vergangenen Jahren hatten spezialisierte Investoren verstärkt in Softwarefirmen investiert, da sie stabile Erträge bei hohen Margen geliefert haben. Der Software-Anteil in den Kreditbüchern ist entsprechend hoch. In verbrieften Kreditvehikeln, sogenannten Private-Credit-CLOs, liegt der Software-Anteil bei etwa 20 Prozent. Hinzu kommt: Ein substanzieller Teil dieser Kredite wird in den kommenden Jahren fällig. Gemäss Daten von PitchBook werden rund 11 Prozent der Kredite im Softwarebereich im Jahr 2027 fällig, gefolgt von weiteren 20 Prozent im Jahr 2028\. Ein hoher Refinanzierungsbedarf kann in unsicheren Zeiten die Probleme verschärfen und die Ausfallraten anheizen. ### Fonds ziehen die Gates hoch Investoren sichern sich zunehmend ab und haben Anträge für Rücknahmen aus Private-Credit-Fonds gestellt. Erst letzte Woche haben [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) und Cliffwater Rücknahmen aus ihren Private-Debt-Fonds für Kunden begrenzt. Die grosse Frage ist, ob und wie die Probleme im Private-Credit-Markt auf das Finanzsystem übergreifen werden. Die [Deutsche Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/deutsche-bank/) hat letzte Woche ein Engagement über [26 Milliarden Euro im Private-Credit-Markt offengelegt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78656/deutsche%5Fbank%5Fim%5Fstrudel%5Fwegen%5Fprivate-credit-positionen.html). In ihrem Geschäftsbericht für 2025 schrieb sie, dass Finanzierungen für Private-Credit-Fonds «aufgrund jüngster Zahlungsausfälle einer verstärkten Wachsamkeit unterliegen». Seit Anfang März verlor die Aktie über 15 Prozent. ### Kaum zusätzliches Geld von der Nationalbank für Bund und Kantone URL: https://www.tippinpoint.ch/kaum-zusaetzliches-geld-von-der-nationalbank-fuer-bund-und-kantone/ Last updated: 2026-07-18T23:02:42.000Z Alle fünf Jahre schliessen der Bund und die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Vereinbarung über die Gewinnausschüttung der Notenbank ab. Ende 2025 ist die letzte Vereinbarung abgelaufen. Sie war für Bund und Kantone insofern unbefriedigend, als sie in den Jahren 2022 und 2023 wegen Verlusten der Nationalbank auf dem Trockenen blieben. Für 2025 gab es dann vier Milliarden Franken, die gemäss dem gesetzlich verankerten Schlüssel zu zwei Dritteln an die Kantone und zu einem Drittel an den Bund gehen. Wie Finanzministerin Karin Keller-Sutter am Montag in der Fragestunde des Nationalrats bekanntgab, verhandelt die Eidgenössische Finanzverwaltung seit vergangenem Oktober mit der Nationalbank über eine neue Vereinbarung für die Jahre 2026 bis 2030\. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob und wie die Ausschüttungen besser verstetigt und Nullrunden vermieden werden können. Dieses Ziel hatte der Bundesrat schon im vergangenen November erwähnt. Offensichtlich kommen die Verhandlungen aber nur zäh voran. Keller-Sutter hofft nun auf einen Abschluss bis Mitte Jahr. Dass die klammen Bundesfinanzen künftig einen höheren Zustupf von der Nationalbank erhalten, ist laut der Finanzministerin allerdings wenig wahrscheinlich. «Derzeit wird der durchschnittliche Ausschüttungsbetrag für die Jahre 2027 bis 2030 auf 3 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt», sagte sie, und weiter: «Auch mit der neuen Vereinbarung ist nicht davon auszugehen, dass die Ausschüttungen im Durchschnitt über 3 Milliarden Franken liegen werden.» Mit dem Vorbehalt, dass die [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) weiterhin ihre Rückstellungen für Währungsreserven jährlich um zehn Prozent ihres Bestandes erhöht. Je mehr vom Jahresergebnis in diese Rückstellungen fliesst, desto geringer ist der Anteil, der für Ausschüttungen zur Verfügung steht, wie Keller-Sutter erinnerte. Die Festlegung der Rückstellungen liegt allein in der Kompetenz der SNB und wird abschliessend durch den Bankrat genehmigt. ### SNB wird sich kaum auf Experimente einlassen Ob dies ein Hinweis auf Absichten des Bundes ist, an dieser Regelung etwas zu ändern, muss sich zeigen. Schon im letzten November hatte der Bundesrat die Möglichkeit erwähnt, das Ziel der Verstetigung der Gewinnausschüttung auf Gesetzesstufe zu regeln, ohne sich aber festzulegen. Der gegenwärtige Mechanismus zur Bestimmung des ausschüttbaren Gewinns wird auch von Teilen der Wissenschaft in Frage gestellt. Das sogenannte «SNB Observatory», bestehend aus drei Ökonomieprofessoren, forderte im Februar 2025, anstatt wie bisher eine Ausschüttungsregel für Gewinne zu vereinbaren, sollten sich [SNB](https://www.tippinpoint.ch/tag/snb/) und EFD auf ein Eigenmittelziel einigen. Und auf einen Plan, wie ein allfälliger Überschuss im Laufe der Zeit verteilt werden könnte. Die Nationalbank dürfte sich angesichts der globalen Risiken aber kaum auf das Abenteuer einer Gesetzesänderung bezüglich Gewinnausschüttung einlassen, auch wenn es die ersten Verhandlungen mit dem Bund unter der Präsidentschaft von Martin Schlegel sind. Die Notenbank kann dabei auf Sukkurs der Kantone, ihrer Mehrheitsaktionäre, zählen. Der Zürcher Regierungsrat und Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), Ernst Stocker, hatte [Anfang Jahr auf Anfrage von Tippinpoint gesagt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78520/wenn%5Fdie%5Fpolitik%5Fauf%5Fdie%5Fmelkkuh%5Fnationalbank%5Fschielt.html), die geltende Vereinbarung habe sich bewährt und eine zu starke Politisierung der Gewinnausschüttung verhindert. ### Sawiris verkauft zwei Luxusvillen für 60 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/sawiris-verkauft-zwei-luxusvillen-fuer-60-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:42.000Z Ein Jahr nach dem Rückzug von der Börse startet Samih Sawiris ein neues Grossprojekt in Andermatt. Es geht um den Bau von insgesamt 28 Luxusvillen im Reussen-Resort. Eine wurde bereits vor Jahren fertiggestellt – es handelt sich um die Villa Behr des Schaffhauser Unternehmers Giorgio Behr. Die geplanten weiteren 27 Villen sollen auf dem Landstreifen zwischen dem Sawiris-Resort und der Reuss entstehen, die kurz danach die Schöllenenschlucht hinunterstürzt. Wie Recherchen ergeben haben, sollen bereits zwei dieser Villen verkauft sein – Kostenpunkt: 30 Millionen Franken pro Objekt. Die Villensiedlung kommt damit auf ein Projektvolumen von mehreren hundert Millionen Franken. Das Preisschild hat es in sich. Wie man hört, sollen die Immobilien mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet sein, etwa mit Indoor-Pools. Um den Aufenthalt der Besitzer möglichst angenehm zu gestalten, werden spezielle Services wie Butler angeboten. Die Villen werden vom Berner Büro MRH Architektur entworfen. Der verbaute Stein und das Holz sollen aus der Region stammen. ### International mobile ultrareiche Familien Eine Sprecherin wollte sich zu den zwei verkauften Villen und zum Preis nicht äussern. In einer Stellungnahme schreibt sie: «Die Baueingabe für die Villen ist derzeit noch nicht erfolgt, weshalb wir dazu aktuell keine detaillierten Angaben machen können. Da es sich nach dem Verkauf des Landes um private Grundstücke handelt, sind die Baufelder nicht strikt definiert. Nach heutigem Stand gehen wir weiterhin von rund 28 Villen aus.» Wie aus dem Umfeld von Sawiris zu hören ist, ist man optimistisch, Käufer für die Villen zu finden. In die Hände der ägyptischen Unternehmerfamilie spielt die unsichere Lage in den Golfstaaten. Einschlagende Raketen in Dubai und Abu Dhabi haben Investoren verschreckt – und die Immobilienpreise zum einstürzten gebracht. Die angepeilte Klientel für die Villen sind international mobile ultrareiche Familien, die Vermögensschutz suchen. Für sie kommt das Projekt in der sicheren Schweiz – die Teil der legendären Gotthardfestung ist – wie gerufen. ### Zahltag für Stefan Bollinger: Bär-Chef erhält insgesamt 23,9 Millionen URL: https://www.tippinpoint.ch/zahltag-fuer-stefan-bollinger-baer-chef-erhaelt-insgesamt-239-millionen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:43.000Z Anfang 2025 hat Stefan Bollinger als CEO von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) begonnen. Für ihn und die Bank war es ein turbulentes Jahr. Am Montag veröffentlichte die Bank nun den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Daraus geht hervor, dass Bollinger 8,2 Millionen Franken als Salär bezog, davon waren 1,49 Millionen Fixgehalt – der Rest ist variabel. Bezogen hat er allerdings deutlich mehr. Wie in einer Fussnote vermerkt, kommen noch Ersatzprämien in Höhe von 14,756 Millionen Franken dazu, plus weitere 0,931 Millionen Franken für Sozialversicherung, Pensionskasse und Sonstiges, wie es heisst. Der Gesamtwert der Ersatzprämien liege innerhalb der Vergütungsgrenzen für 2025, die durch die Generalversammlung 2024 genehmigt wurden. Unter Berücksichtigung dieser Ersatzprämien würde sich die totale Entschädigung für Stefan Bollinger auf 23,958 Millionen Franken belaufen, schreibt die Bank. ### Verwaltungsrätin Olga Zoutendijk tritt zurück Gleichzeitig gab [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) einen Umbau des Verwaltungsrats bekannt. Olga Zoutendijk wird das Gremium verlassen – Colin Bell stellt sich zur Wahl. Da eine Frau geht und ein Mann kommt, werde Julius Bär damit die Vorgaben zur Geschlechterdiversität «bedauerlicherweise vorerst nicht erreichen», schreibt die Bank in einer Mitteilung. Zoutendijk gehörte dem Verwaltungsrat seit sieben Jahren an und war Mitglied des Audit Committee sowie des Governance & Risk Committee. Gleichzeitig kündigte Julius Bär eine weitere Personalie an: Colin Bell soll an der Generalversammlung neu in den Verwaltungsrat gewählt werden. Bereits Anfang Februar hatte die Bank den früheren Finma-Chef Urban Angehrn als Kandidaten für das Gremium nominiert. Bell war unter anderem Group Chief Compliance Officer bei HSBC sowie Group Chief Compliance Officer und Leiter Non-Financial Risk bei UBS. Zudem leitete er als CEO von HSBC Europe und HSBC Bank plc die europäischen Aktivitäten der Grossbank. Bär-Chairman Noel Quinn war fünf Jahre Group-CEO von HSBC. Wie Julius Bär hervorhebt, verfügt Bell über «enge Kontakte» zu den Aufsichtsbehörden Financial Conduct Authority, der Prudential Regulation Authority, der Europäischen Zentralbank sowie der Finanzmarktaufsicht Finma. Laut Quinn bringt Bell «weitreichende Erfahrung» mit und werde mit seinem Know-how bei der Umsetzung komplexer Compliance-Programme sowie bei Transformationsprojekten Impulse für den Verwaltungsrat liefern. ### Der Bundesrat dürfte die Lex UBS am 22. April vorlegen URL: https://www.tippinpoint.ch/der-bundesrat-duerfte-die-lex-ubs-am-22-april-vorlegen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:43.000Z Drei Jahre nach dem Untergang der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) wird der Bundesrat das neue Kapitalregime für systemrelevante Banken bekannt geben. Wie der SonntagsBlick schrieb, sollen die neuen Bestimmungen im April von Finanzministerin Karin Keller-Sutter vorgelegt werden. Es geht einerseits um die Eigenkapitalverordnung, die definiert, welche Bilanzpositionen zum Eigenkapital gezählt werden können und welche nicht. Das zweite Geschäft betrifft die Eigenkapitalunterlegung von Auslandstöchtern im Stammhaus, die der Bundesrat zum gleichen Zeitpunkt als Botschaft ans Parlament verabschieden will. Damit legt die Regierung alle Karten auf dem Tisch. Im Fall der Eigenkapitalverordnung gibt es nichts mehr zu diskutieren. Diese kann die Landesregierung im Alleingang einführen. Einführungstermin soll der 1\. Januar 2027 sein. Es gelten Übergangsfristen. Bleibt der Bundesrat dabei, dass er Positionen wie Software und Steuergutschriften nicht mehr akzeptiert, könnte das für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) den Aufbau von etwa 10 Milliarden Dollar zusätzlichem Eigenkapital bedeuten. ### Zwischen GV und Quartalszahlen Bei den Auslandstöchtern dürfte der Bundesrat ebenfalls bei seiner Linie bleiben – und den Vollabzug der Töchter im Stammhaus vorschlagen. Die Gesetzesvorlage dürfte im Parlament viel zu reden geben. Sehen es National- und Ständerat gleich wie der Bundesrat, kämen auf die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) weitere Belastungen in Milliardenhöhe zu. Auch hier würden lange Übergangsfristen zur Anwendung kommen. Ursprünglich wurde das Too-big-to-Fail-Paket des Bundesrats auf den Sommer erwartet. Jetzt geht es offenbar doch schneller. Ein konkreter Termin scheint bereits festzustehen. Gemäss Insidern dürfte der Bundesrat an der Sitzung vom Mittwoch, dem 22\. April, die Katze aus dem Sack lassen. Das würde insofern Sinn ergeben, als eine Woche zuvor, am 15\. April, die Generalversammlung der UBS über die Bühne geht. Eine Woche später, am 29\. April, gibt die UBS ihre Zahlen für das erste Quartal 2026 bekannt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Bundesrat in diese Termine hineinplatzen wird. ### Iwan Deplazes: «Wir dürfen es mit der Regulierung nicht übertreiben» URL: https://www.tippinpoint.ch/iwan-deplazes-wir-duerfen-es-mit-der-regulierung-nicht-uebertreiben/ Last updated: 2026-07-18T23:02:43.000Z Seit 2020 ist Iwan Deplazes Präsident des Verbands Asset Management Switzerland (AMAS). Dieses Jahr gibt er turnusgemäss das Amt ab. Im Interview spricht er über die Emanzipierung des Asset Management als eigenständige Disziplin, das Verschwinden der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) und die künftige Regulierung des Finanzplatzes – und er bricht eine Lanze für aktives Investieren. Deplazes leitet seit 2007 das Asset Management der Zürcher Kantonalbank. Mit [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/) liegt die Bank auf Platz zwei der grössten Asset Manager der Schweiz. ### Herr Deplazes, Sie sind seit 2020 Präsident der Asset Management Association Switzerland. Was hat sich in dieser Zeit in der Branche verändert? Die letzten sechs Jahre waren stark von regulatorischen Entwicklungen geprägt. Bilanzbelastende Geschäfte werden in der Finanzindustrie zunehmend stärker reguliert und damit auch stärker penalisiert. Dadurch gewinnen bilanzneutrale Geschäftsmodelle an Bedeutung – und genau hier spielt das Asset Management eine wichtige Rolle. ### Traditionell stand diese Disziplin in der Schweiz eher im Windschatten des Wealth Management. Das ist nun anders? Inzwischen hat das Asset Management deutlich an Gewicht gewonnen. Die in der Schweiz verwalteten Vermögen sind in den letzten sechs Jahren um rund 1000 Milliarden auf etwa 3700 Milliarden Franken gestiegen. Das zeigt, dass sich das Asset Management zunehmend aus dem traditionellen Dreiklang des Bankings – Retail- und Kommerzgeschäft, Wealth Management und Investment Banking – herauslöst und sich als eigenständige Disziplin etabliert. Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. ### Wieso? Je stärker Finanzinstitute unterschiedliche Geschäftsmodelle kombinieren, desto robuster wird ihre Ertragsbasis. Gleichzeitig hat die Attraktivität des Geschäfts aber auch neue Konkurrenten angezogen. Gerade weil die Schweiz ein bedeutender Wealth-Management-Standort ist, haben sich zahlreiche internationale Anbieter angesiedelt – entsprechend ist der Konkurrenzdruck gestiegen. ### Wie beurteilen Sie die aktuelle Diskussion über Kapitalanforderungen und mögliche Überregulierung? Wir müssen aufpassen, welche Effekte wir mit zusätzlichen Eigenmittelanforderungen auslösen. Regulierung ist wichtig – sie muss sich aber am internationalen Wettbewerb orientieren. Entscheidend ist, dass Schweizer Institute nicht stärker reguliert werden als ihre ausländischen Wettbewerber. Sonst entstehen Wettbewerbsverzerrungen, die weder im Interesse der Banken noch des Finanzplatzes Schweiz sind. Wir dürfen es nicht übertreiben. ### Was ist in Ihrer Amtszeit besonders gut gelaufen – und was weniger? Worauf ich durchaus stolz bin: Es ist uns gelungen, das Bewusstsein für die Bedeutung des Asset Managements zu stärken. Am Ende geht es nicht darum, wie die Branche funktioniert, sondern welchen Nutzen sie für die Gesellschaft stiftet. Ein gutes Beispiel ist die Altersvorsorge. Heute wird viel stärker über die Verzinsung des Altersguthabens in der BVG gesprochen – und damit auch über die Anlagerenditen, die dahinterstehen. Diese Renditen werden zu einem grossen Teil von der Asset-Management-Industrie erwirtschaftet. Das Bewusstsein dafür ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. ### Und was ist weniger gut gelungen? Ich bin der Meinung, dass das Bewusstsein für die Bedeutung des Wertschriftensparens noch stärker sein müsste. Investieren wird teilweise noch immer als etwas betrachtet, womit Banken primär Geld verdienen. Dabei geht es im Kern darum, Kapital produktiv arbeiten zu lassen. Wir sehen zwar Fortschritte – etwa durch neue Angebote im Bereich der Säule 3a oder durch digitale Plattformen. Trotzdem ist die Demokratisierung des Wertschriftensparens noch nicht so weit, wie sie sein könnte. Es sollte selbstverständlich sein, dass Ersparnisse nicht einfach unverzinst liegen bleiben, sondern investiert werden. ### Welche regulatorischen Themen haben die Branche in den letzten Jahren besonders geprägt? Ein zentrales Thema war Nachhaltigkeit. Vor sechs oder sieben Jahren gab es einen enormen Hype, begleitet von sehr komplexen regulatorischen Vorgaben aus Europa. In der Schweiz ist es gelungen, stattdessen eine prinzipienbasierte Selbstregulierung zu etablieren. Dadurch konnten wir vermeiden, dieselbe bürokratische Komplexität zu übernehmen, wie sie auch in der EU teilweise entstanden ist. Der Dialog zwischen Branche und Regulator war in dieser Frage sehr konstruktiv. Wir haben Mindeststandards definiert, ohne die Regulierung ausufern zu lassen. Das zahlt sich heute aus. Die Diskussion über Nachhaltigkeit hat sich inzwischen deutlich verändert – teilweise ist sie politisch sogar ins Gegenteil gekippt. Gerade deshalb ist ein langfristiger, pragmatischer Ansatz wichtig. ### Sie sprechen es an: Der Sustainability-Hype ist vorbei. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit heute noch für die Branche? Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Thema. Allerdings hat sich der Blickwinkel verändert – auch wegen geopolitischer Entwicklungen. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit das Zusammenspiel von Ökologie, sozialer Verantwortung und guter Governance. Entscheidend ist eine langfristige Perspektive. Nachhaltige Konzepte müssen wirtschaftlich tragfähig sein und über lange Zeit Bestand haben. Strategien, die nicht ideologisch geprägt sind, sondern auf langfristige Entwicklungen setzen, haben weiterhin ihre Berechtigung. Unsere Aufgabe als Verband ist es, hier Kontinuität zu bewahren und nicht jedes Jahr neue Positionen zu formulieren. ### Hat die Finanzbranche bei Nachhaltigkeit teilweise zu grosse Versprechen gemacht? Die Asset-Management-Industrie trägt eine Mitverantwortung – aber sie kann die Welt nicht allein retten. Wir investieren im Auftrag von Eigentümern: Pensionskassen, institutionelle Investoren oder Privatanleger. Diese definieren letztlich die Rahmenbedingungen. Nachhaltigkeit funktioniert nur entlang der gesamten Kette: vom Kapitalgeber über den Asset Manager bis hin zum Regulator. In den letzten Jahren hat teilweise ein «Schwarzer-Peter-Spiel» stattgefunden, bei dem verschiedene Akteure versucht haben, die Verantwortung auf andere abzuwälzen. ### Vor ziemlich genau drei Jahren brach die Credit Suisse zusammen. Welche Auswirkungen hatte das auf die Branche? Das war ohne Zweifel eine Zäsur – auch für das Asset Management. Mit der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) ist ein bedeutender Wettbewerber weggefallen, der die Dynamik der Branche mitgeprägt und stark in der Schweiz produziert hat. Drei Jahre später kann man sagen: Ein Teil der Aktivitäten wurde von der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) übernommen, ein anderer Teil von anderen Wettbewerbern – sowohl aus der Schweiz als auch aus dem Ausland. Ein dauerhaftes Loch ist also nicht entstanden. Die Credit Suisse war ein international erfolgreicher Asset Manager mit starker Präsenz in der Schweiz. Ihr Wegfall hat die Wettbewerbslandschaft verändert. ### Wie äussert sich das? Der Wegfall der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) hat sichtbar zu einer Konzentration der Marktstruktur geführt, beispielsweise in den Bereichen Custody und Immobilienanlagen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist mit der Integration des CS Asset Managements zum klar dominierenden Anbieter geworden. Gleichzeitig eröffnet die neue Konstellation Chancen für andere Anbieter, auch internationale, da viele Investoren ihre Mandate stärker diversifizieren. Damit könnte sich der Wettbewerb zunehmend in Richtung spezialisierter Anbieter verschieben, während UBS ihre Stärke vor allem über globale Skaleneffekte ausspielen kann. ### Ist dabei auch Know-how verloren gegangen? Ein gewisser Teil sicher. Gleichzeitig wurde viel Know-how von der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und anderen Marktteilnehmern übernommen. Ein grosser Teil der Expertise ist also im Markt geblieben. ### Die Credit Suisse war stark international vernetzt. Ist mit ihrem Verschwinden auch ein Stück internationale Perspektive verloren gegangen? Teilweise vielleicht. Allerdings verfügen heute auch viele andere Asset Manager über internationale Produktionsstandorte. Neben der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) gilt das etwa für grosse Schweizer Häuser wie Partners Group oder andere global tätige Anbieter. Für junge Talente im Asset Management gibt es weiterhin zahlreiche Möglichkeiten, internationale Erfahrung zu sammeln. Dennoch bleibt festzuhalten: Der Wegfall der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) war für den Standort Schweiz zweifellos ein Verlust, den ich sehr bedauere. ### Die Schweiz hat Deutschland überholt und liegt beim Asset Management mittlerweile auf Platz drei in Europa. Kann sie diese Position halten – oder sogar ausbauen? Die Voraussetzungen dafür sind grundsätzlich sehr gut. Die Schweiz hat mehrere Vorteile: eine hohe Lebensqualität, ein starkes Bildungssystem und international ausgerichtete Universitäten. Diese ziehen Talente aus der ganzen Welt an. Gleichzeitig entstehen zunehmend spezialisierte Ausbildungswege für die Asset-Management-Industrie. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Heimmarkt. Gemessen an der Bevölkerungsgrösse wird hier sehr viel Geld verwaltet. ### Wo sehen Sie die grössten Zukunftschancen für die Schweizer Branche? Vor allem in spezialisierten Bereichen. Das ETF-Geschäft ist ein stark skaliertes globales Massengeschäft. Dort ist es schwierig, gegen die ganz grossen Anbieter anzutreten. Chancen bestehen eher in Nischen mit hoher Expertise – etwa bei thematischen Strategien, bei spezialisierten Fonds oder in den Private Markets. Entscheidend ist, dass Anbieter sagen: In der Schweiz lohnt es sich, Investmentkompetenz aufzubauen. ### Die Diskussion über aktives und passives Investieren begleitet die Branche seit Jahren. Wird es bald nur noch passive Strategien geben? Im Kern geht es immer um dieselbe Frage: Welche Rendite bleibt nach Kosten übrig? Passive Produkte wie ETFs sind günstiger und haben deshalb vor allem im Retail-Segment stark an Bedeutung gewonnen. Bei Schweizer Pensionskassen liegt der Anteil indexierter Anlagen inzwischen bei rund 30 Prozent. Wenn man die Entwicklung der letzten Jahre anschaut, scheint sich der Anteil ungefähr auf diesem Niveau einzupendeln. ### Ist der Anstieg passiver Strategien vor allem auf Privatanleger zurückzuführen? Der steigende Anteil von Retail-Investoren an den Kapitalmärkten ist sicher ein wichtiger Faktor. Viele Anleger wollen einfach und kostengünstig investieren – und greifen deshalb zu ETFs. Das ist nachvollziehbar: Man erhält eine breite Diversifikation zu sehr niedrigen Kosten, ohne sich intensiv mit einzelnen Titeln beschäftigen zu müssen. ### Was bedeutet das für das aktive Asset Management? Aktive Strategien müssen ihren Mehrwert nachweisen. Das geschieht über sogenannte aktive Renditen – also über eine Performance, die über die Benchmark hinausgeht. Typischerweise bewegt sich dieser Mehrwert im Bereich von einigen Dutzend Basispunkten pro Jahr. Ob sich aktives Management lohnt, hängt stark von den Kosten und vom jeweiligen Anleger ab. Institutionelle Investoren haben oft deutlich niedrigere Gebührenstrukturen als Privatanleger – entsprechend fällt die Rechnung unterschiedlich aus. ### Hat aktives Management langfristig überhaupt noch eine Zukunft? Ja, absolut. Ohne aktive Investoren gäbe es keinen funktionierenden Preisfindungsprozess an den Märkten. Es muss immer jemanden geben, der beurteilt, ob eine Aktie zu teuer oder zu günstig ist. Wenn der Anteil passiver Anlagen zu stark steigt, entstehen sogar neue Chancen für aktive Manager. Denn je mehr Kapital einfach einem Index folgt, desto grösser werden die Ineffizienzen im Markt. Auch in absehbarer Zukunft wird es beides geben: passive Strategien für effiziente Marktexponierung – und aktives Management für die Preisfindung und spezialisierte Anlagestrategien. ### Was der Krieg gegen den Iran für die Schweizer Krypto-Szene in den Emiraten bedeutet URL: https://www.tippinpoint.ch/was-der-krieg-gegen-den-iran-fuer-die-schweizer-krypto-szene-in-den-emiraten-bedeutet/ Last updated: 2026-07-18T23:02:44.000Z Der Zeitpunkt und das Ausmass des jüngsten Nahostkrieges haben viele überrascht. In den vergangenen Tagen machten Schweizer Touristen Schlagzeilen, die nicht aus Dubai und Abu Dhabi abreisen konnten und in den Emiraten blockiert waren. Auf Social Media kursieren Filme von Rauchsäulen in den Städten, die von Drohnen und Marschflugkörpern verursacht wurden. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Kraken erhält direkten Zugang zur Fiat-Welt • 20 Millionen Bitcoins sind produziert --- Doch die Angst der Touristen und Influencer ist das eine, das andere ist der Finanzplatz Arabische Emirate. Dubai und Abu Dhabi gelten als aufstrebende Standorte in der Bankenwelt, kaum eine globale Grossbank, die hier nicht ihre Präsenz ausbaut. Was für die traditionelle Finanzbranche gilt, ist für die Krypto-Branche noch stärker der Fall. Der Reichtum am Golf ist kryptoaffin. Laut einer Umfrage von Avaloq handeln bereits 39 Prozent der Anleger in den Golfstaaten mit Kryptowährungen – ein Wert, der deutlich über dem globalen Schnitt liegt. Diese Dynamik ist keineswegs kurzfristig: Die Verbreitung ist gemäss dem Research-Unternehmen ApeX-Protocol seit dem Jahr 2019 um 210 Prozent gestiegen. ### Ein Einfallstor für Digital Assets Die kryptofreundliche Gesetzgebung und die zukunftsgerichtete Finanzpolitik machen insbesondere Abu Dhabi zum zentralen Tor für die Kryptoindustrie. Die Marktzahlen von Chainalysis bestätigen diese Entwicklung. Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 flossen Kryptovermögenswerte im Wert von rund 340 Milliarden Dollar in die Golfstaaten, das entspricht 7,5 Prozent des globalen Volumens. Um abzuschätzen, wie Schweizer Krypto-Dienstleister mit der «Iran-Krise» umgehen, hat sich Tippinpoint im Crypto Valley umgehört. «Wir versuchen den jungen Mitarbeitern vor Ort ein Gefühl von Normalität zu vermitteln, indem wir auf ihren Wunsch am Standardmodus festhalten», sagt Mathias Ruch, Gründer und CEO des Venture-Capital-Fonds CVVC in Zug. Die meisten Angestellten seien um die 30 und von den ständigen Alarmmeldungen auf dem Handy gestresst und verängstigt. Viele hätten auch erfolglos versucht, einen Flug zu ergattern und die Region zu verlassen. Am 19\. Februar hatte CVVC den in Abu Dhabi ansässigen Accelerator Elixir gekauft, um der wachsenden Nachfrage nach international vernetzten Blockchain-Startups gerecht zu werden. ### Nach der Krise wird es «noch besser» CVVC ist seit 2020 in den Emiraten aktiv. Gemäss Mathias Ruch würden Partner in Abu Dhabi und Dubai das Gleiche sagen: Die Führung der Emirate, die bereits bisher visionär agierte, werde nach der Krise alles daransetzen, dass die Voraussetzung nicht nur wieder gleich sein werden, sondern besser – auch um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Einheimischen seien stolz, was in den vergangenen zwanzig Jahren erreicht worden sei und auch, wie mit der aktuellen Krise umgegangen werde. Die Ausschreibung für das nächste Elixir-Programm im Herbst für Start-up laufe weiter gut, ergänzt Ruch. «Die [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank betreibt eine von der FSRA regulierte Niederlassung in Abu Dhabi (ADGM), die von Teams in unseren weltweiten Büros unterstützt wird. Die Niederlassung betreut mit einem kleinen, engagierten Team vor Ort vermögende Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen», sagt Amina-CEO Franz Bergmüller. Als von der ADGM regulierte Niederlassung verfügt das Institut über eine Finanzdienstleistungsgenehmigung der FSRA, um professionelle Kunden in Bezug auf Investitionen und Kredite zu beraten sowie Geschäfte in den Bereichen Investitionen, Kredite und Verwahrung zu arrangieren. «Diese Dienstleistungen werden als Teil unseres breiteren Gruppenangebots erbracht, das hauptsächlich in der Schweiz angesiedelt ist», fügt der CEO an. ### Mitarbeiterwohl im Zentrum Der Betrieb der [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank laufe weiterhin uneingeschränkt. Als Vorsichtsmassnahme habe das Institut seinen Business Continuity Plan (BCP) für die VAE aktiviert; alle Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, von sicheren und konformen Standorten aus remote zu arbeiten. Der Kundenservice laufe ohne Unterbrechung weiter, und alle kritischen Funktionen würden wie gewohnt ausgeführt. «Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität», so Bergmüller. Allgemein verbreiten die Schweizer Anbieter in den Emiraten Zuversicht. Die Niederlassung von Sygnum Bank Middle East, verfügt über zehn Teammitglieder. Die Niederlassung arbeitet gemäss Giulia Finkbeiner-Bertoni eng mit der Sygnum Bank in der Schweiz zusammen und ist aus Infrastruktur- und Betriebssicht gut integriert. «Wir stellen sicher, dass unser Team sowie deren Familien geschützt werden und dass das Geschäft normal weitergeführt werden kann», sagt Finkbeiner-Bertoni, die Senior Executive Officer der Sygnum Bank Middle East ist. Der Betrieb werde wie gewohnt fortgeführt. Das Unternehmen stehe in regelmässigem Kontakt mit der Schweizer Botschaft in Abu Dhabi und befolge alle Empfehlungen im Zusammenhang mit der aktuellen Situation. «Trotz der Situation und obwohl es aufgrund der Nähe zu einem regionalen Konflikt naturgemäss zu gewissen Einschränkungen kommt, funktioniert Abu Dhabi weiterhin reibungslos, und die Stimmung bleibt insgesamt positiv», sagt Finkbeiner-Bertoni. ### «Ein langfristiges Commitment» Ähnlich äussert sich auch [Bitcoin Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitcoin-suisse/). Der Krypto-Dienstleister hat im Mai 2025 eine In-Principle Approval (IPA) von der FSRA des Abu Dhabi Global Market erhalten. «Wir befinden uns aktuell im Operationalisierungsprozess und bieten noch keine aktiven Dienstleistungen an», sagt Andrej Majcen, Group CEO von Bitcoin Suisse. In Zukunft werde das Unternehmen institutionellen Kunden den Handel mit Virtual Assets, Crypto Securities und Derivatives sowie lokale Custody-Lösungen anbieten. Das Team vor Ort umfasst sechs Mitarbeitende. Mitarbeitende von Bitcoin Suisse aus der Schweiz, die sich zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns in der betroffenen Region befunden haben, konnten zwischenzeitlich in die Schweiz zurückkehren. Die Verpflichtung zum Standort Abu Dhabi bleibt. «Unsere strategische Entscheidung für Abu Dhabi basiert auf der Stärke des regulatorischen Rahmens, den ADGM seit 2018 für digitale Vermögenswerte aufgebaut hat, einem der fortschrittlichsten weltweit. Diese strukturellen Fundamentalfaktoren sind unverändert. Unser Fokus liegt auf dem Aufbau eines regulierten, institutionellen Geschäfts, das ist ein langfristiges Commitment», erklärt Majcen. ### Auf Ausfallsicherheit angelegt Auf kleinerer Flamme kocht die Zürcher Privatbank Maerki Baumann. Das Institut ist in Abu Dhabi mit einer Niederlassung und zwei Mitarbeitern präsent. «Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf lokal ansässigen Unternehmen aus dem Tech-, Blockchain- und Kryptoumfeld, wobei die Bankdienstleistungen durch die Tech-Banking-Abteilung in Zürich erbracht werden», erklärt der Sprecher der Bank. Maerki Baumann stehe in engem Kontakt mit den Mitarbeitenden und orientiere sich an den Empfehlungen der Behörden in der Schweiz und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Anpassungen der Geschäftspläne in der Region würden zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Diskussion stehen, merkt der Banksprecher an. Franz Bergmüller versichert: «Unser strategisches Engagement in den VAE bleibt unverändert. Die ADGM als Amina-Hub im Nahen Osten ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres globalen Betriebsmodells, und wir konzentrieren uns weiterhin voll und ganz auf die Betreuung unserer Kunden in der Region». Die Infrastruktur von [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) sei auf Ausfallsicherheit ausgelegt. Vorübergehende regionale Störungen hätten keinen Einfluss auf die Fähigkeit, Dienstleistungen für die Kunden zu erbringen. ### Die Schweiz könnte profitieren, wenn... «Die Stimmung in der Finanzwelt der VAE ist von Widerstandsfähigkeit geprägt. Wir sind beeindruckt davon, wie die Behörden der VAE mit dieser sehr schwierigen Situation umgegangen sind, und diese Zuversicht wird von vielen unserer Partner und Kunden geteilt», sagt der Amina-CEO. Die VAE könnten auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken, wenn es darum gehe, Zeiten der Unsicherheit zu meistern und zu überwinden. «Auf Phasen der Störung folgte stets neues Wachstum», erklärt Bergmüller. «Die aktuelle Krise zeigt, dass Stabilität und Rechtssicherheit entscheidende Faktoren sind und die Schweiz sich damit profilieren kann», sagt Ruch. Aber unser Land bewege sich weniger dynamisch als vor einigen Jahren, die Rahmenbedingungen für die Kryptoindustrie hätten sich verschlechtert – die Stablecoin-Problematik sein nur ein Beispiel von vielen. «Die Lücke könnte man noch schliessen, doch die Schweiz hat bezüglich Finanzen und Technik eine innovationsfeindliche Haltung eingenommen.» Es ist gemäss Ruch zu früh, um abzuschätzen, ob der Nahostkrieg nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Kryptoindustrie in den Emiraten habe. Das vermeintliche Wachstumswunder Abu Dhabi zeigt seine Achillessehne. Das Kryptogeschäft in den Emiraten weist Parallelen zum Erdölgeschäft auf. Je länger der Krieg dauert, desto grösser werden die Disruptionen im Markt werden. Profitieren werden bei einem lange anhaltenden Konflikt andere Standorte. Die Schweiz hat dabei eher schlechte Karten. Besser gerüstet sind da die Vereinigten Staaten und Singapur. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Kraken erhält direkten Zugang zur Fiat-Welt In den USA lösen sich die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Infrastruktur auf. Die Krypto-Börsenbetreiberin Kraken Financial erhält als erster Krypto-Dienstleister einen Federal Reserve Master Account. Damit kann die im US-Staat Wyoming-lizenzierte Tochtergesellschaft von Payward direkt auf die zentralen US-Zahlungsinfrastrukturen zugreifen – darunter den Fedwire Funds Service, den FedNow-Dienst sowie den National Settlement Service. Bislang musste Kraken für Dollar-Transaktionen auf Banken als Intermediäre zurückgreifen – dieser Umweg entfällt künftig vollständig. Das Masterkonto wurde zunächst für eine Laufzeit von einem Jahr genehmigt und ist mit Einschränkungen verbunden, die dem besonderen Geschäftsmodell von Kraken Rechnung tragen. Es handelt sich um einen sogenannten «Limited Purpose Account», der nicht den vollen Leistungsumfang eines klassischen Bankkontos bei der Fed bietet – Zinsen auf Reserven sind etwa nicht vorgesehen. Fünf Tage nach dem Fed-Meilenstein legte Kraken nach. Nasdaq gab bekannt, mit Payward, Krakens Muttergesellschaft, ein System für die Ausgabe und den Handel tokenisierter Aktien zu entwickeln. Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind, könnten künftig tokenisierte Versionen ihrer Aktien ausgeben, die auf der Blockchain existieren. Der 24-Stunden-Handel läuft nicht über klassische Broker, sondern über Kraken. ## 20 Millionen Bitcoins sind produziert Ist es schon bald geschafft? Vor wenigen Tagen wurde der 20-millionste Bitcoin (BTC) produziert, d.h. gemined. Damit sind inzwischen rund 95 Prozent des maximalen Angebots von 21 Millionen Bitcoins im Umlauf. Doch das Ende des Mining werden wir nicht mehr erleben – das wird erst in etwa 105 Jahren der Fall sein. Dass die letzten Bitcoins noch über ein Jahrhundert auf sich warten lassen, liegt am eingebauten Halving-Mechanismus im Bitcoin-Protokoll. Ungefähr alle vier Jahre halbiert sich die Belohnung, die Miner für das Hinzufügen eines neuen Blocks erhalten. Diese künstliche Knappheit ist ein Argument, das für die Werthaltigkeit der Kryptowährung angeführt wird. In der Realität ist diese «Seltenheit» noch grösser, da ein gewisser Teil der Private Keys unwiderrufbar verloren sind. ### Der globale Kunstmarkt ist wieder leicht gewachsen URL: https://www.tippinpoint.ch/der-globale-kunstmarkt-ist-wieder-leicht-gewachsen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:45.000Z Der globale Kunstmarkt ist 2025 erstmals seit drei Jahren wieder gewachsen. Gleichzeitig nimmt der Optimismus in der Branche zu, wie ein am Donnerstag veröffentlichter Jahresbericht der Schweizer Bank [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und der Kunstmesse Art Basel zeigt. Der Marktumsatz ist 2025 um 4 Prozent auf geschätzte 59,6 Milliarden Dollar gestiegen, bleibt aber weiterhin unter dem Peak im Jahr 2022. Die kombinierten öffentlichen und privaten Verkäufe in Auktionshäusern stiegen um 6 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Galerien und Händler erzielten ein Plus von 2 Prozent auf geschätzte 34,8 Milliarden Dollar. Obschon Zollturbulenzen, geopolitische Unsicherheiten und gestiegene Kosten auf das Wachstum drücken, rechnen 43 Prozent der Kunsthändler damit, dass ihre Umsätze 2026 weiter zulegen. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 33 Prozent. ### Trendwende im Kunstmarkt? Clare McAndrew, die Autorin des Berichts und Gründerin des Beratungsunternehmens Arts Economics, geht von einer Trendwende für den Kunstmarkt aus. «Der Markt bewegte sich jedoch weiterhin in einem volatilen geopolitischen Umfeld – insbesondere im Hinblick auf den grenzüberschreitenden Handel, dessen volle Auswirkungen sich auch 2026 noch zeigen dürften», sagte sie. Treiber des Wachstums waren öffentliche Auktionen und die USA (plus 5 Prozent) – der weltweit grösste Kunstmarkt. Kein Wachstum gab es dagegen in China und Grossbritannien, die an zweiter und dritter Stelle im globalen Kunsthandel stehen. Der Markt in der Schweiz legte um 13 Prozent zu. ### Deutsche Bank im Strudel wegen Private-Credit-Positionen URL: https://www.tippinpoint.ch/deutsche-bank-im-strudel-wegen-private-credit-positionen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:45.000Z Die [Deutsche Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/deutsche-bank/) ist im umstrittenen Private-Credit-Markt mit 26 Milliarden Euro engagiert. Das hat die Grossbank in ihrem Geschäftsbericht für 2025 offengelegt. Darin heisst es, dass Finanzierungen für Private-Credit-Fonds «aufgrund jüngster Zahlungsausfälle einer verstärkten Wachsamkeit unterliegen». Die Aktie der Deutschen Bank brach am Donnerstag bis zum Nachmittag um mehr als sechs Prozent ein. Immer mehr Anlagevehikel haben mit hohen Mittelabflüssen zu kämpfen, gleichzeitig überdenken traditionelle Banken ihr Engagement. So wurde am Mittwoch bekannt, dass die grösste US-Bank JP Morgan die Vergabe von Krediten an Private-Debt-Fonds zurückfahren will. Die UBS trennte sich Ende 2025 von O’Connor-Vehikeln, die zu Verlusten geführt hatten. Der wachsende Schattenbankenmarkt könnte zunehmend zu einem Problem für die Finanzstabilität werden. Weil es an Transparenz fehlt, laufen weltweit Bestrebungen, die Datenlage von sogenannten nichtbanklichen Finanzintermediären (NBFI) zu verbessern und damit etwa die Aussagekraft von Risikobewertungen zu erhöhen. ### Trotz strategischer Spitzkehren halten ESG-Fonds von UBS und Swisscanto weiterhin Erdölaktien URL: https://www.tippinpoint.ch/trotz-strategischer-spitzkehren-halten-esg-fonds-von-ubs-und-swisscanto-weiterhin-erdoelaktien/ Last updated: 2026-07-18T23:02:45.000Z Gemäss einer Analyse der Financial Times ([Abo](https://www.ft.com/content/6b17766b-d85a-474c-acca-6c1c3bf510a8?ref=tippinpoint.ch)), die sich auf Daten des Finanzdatenanbieters Morningstar abstützt, hielten bis Ende 2025 mehr als 110 aktive und passive ESG-Fonds Anteile an BP. Darunter befinden sich auch Anlagevehikel von [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/) sowie anderer Vermögensverwalter wie [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/). Der Ölkonzern hatte Anfang Jahr einen strategischen «Reset» angekündigt. Der frühere CEO Murray Auchincloss erklärte, der Konzern sei mit seiner grünen Strategie «zu weit und zu schnell» gegangen. In der Folge reduzierte BP sein Ziel, die Öl- und Gasproduktion bis 2030 um 40 Prozent zu senken, auf eine Reduktion von 25 Prozent. Trotz dieses Kurswechsels halten weiterhin über 60 aktiv verwaltete ESG-Fonds BP-Aktien. Zu den Fondsanbietern mit besonders hohen BP-Gewichtungen – gemessen am Anteil im Fondsvermögen – zählen unter anderem Produkte von [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/) und [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) sowie von [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/), ODDO BHF und Banca Popolare di Sondrio. Swisscanto sagte zur FT, der eigene Ansatz setze eher auf die Unterstützung des Übergangs zu einer CO₂-ärmeren Wirtschaft als auf generelle Ausschlüsse einzelner Branchen. ### Kritik von Umweltorganisationen Kritik kommt von Umweltorganisationen. Laut Reclaim Finance bestätigten die Daten die bestehenden Bedenken in Zusammenhang mit Greenwashing. Viele Anleger würden nicht erwarten, dass ESG- oder «grüne» Fonds in Unternehmen investiert sind, die ihre Aktivitäten im Bereich fossiler Energien ausbauen. Neben BP halten laut Morningstar-Daten auch rund 200 ESG-Fonds weiterhin Anteile am Energiekonzern Shell. Das Mineralölkonzern hatte seine Klimapolitik Anfang 2024 nach dem Amtsantritt von CEO Wael Sawan ebenfalls abgeschwächt. Gleichzeitig prüft die Europäische Union strengere Regeln für nachhaltige Anlageprodukte. Diskutiert wird unter anderem, Entwickler fossiler Energieprojekte aus bestimmten Fonds mit Nachhaltigkeitslabel auszuschliessen. ### Vaduz wird erneut zum Treffpunkt der Finanzbranche URL: https://www.tippinpoint.ch/vaduz-wird-erneut-zum-treffpunkt-der-finanzbranche/ Last updated: 2026-07-18T23:02:46.000Z Das Finance Forum Liechtenstein ist seit mehr als 10 Jahren der zentrale Treffpunkt für die Finanzbranche in Liechtenstein und der Schweiz. Die 12\. Ausgabe findet am 29\. April 2026 in Vaduz statt und bringt erneut mehrere hundert Entscheidungsträger zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren. Unter dem Motto «Stabilität sichern – Wandel gestalten» beleuchten die diesjährigen Referentinnen und Referenten die aktuellen Chancen und Herausforderungen für die Finanzbranche aus unterschiedlichen Perspektiven. ### Erfolgsfaktoren des Finanzplatzes Nach der Begrüssung durch Liechtensteins Regierungschefin Brigitte Haas analysiert Börsenspezialist und Wirtschaftsexperte Jens Korte die Lage an den internationalen Finanzmärkten und ordnet die wichtigsten Trends und Risiken für Investoren ein. Korte ist einer der renommiertesten Finanzjournalisten im deutschsprachigen Raum und berichtet seit über 25 Jahren für zahlreiche Medien aus den USA. Im anschliessenden Gespräch diskutieren Roman Pfranger, CEO der Neuen Bank, und Angelika Moosleithner, Partnerin bei First Advisory, über aktuelle Entwicklungen und Wachstumsperspektiven für die Finanzbranche in Liechtenstein. Die beiden Diskussionsteilnehmer sind bestens bekannt am Finanzplatz Liechtenstein: Pfranger ist Vorstandsmitglied des Liechtensteinischen Bankenverbands, Moosleithner war von 2015 bis 2024 Präsidentin der Liechtensteinischen Treuhandkammer. ### Im Wettbewerb um Kunden und Talente Einen strategischen Blick auf den Wandel der Finanzbranche wirft Patrick Odier. Der Aufsichtsratspräsident von Lombard Odier & Co. wird im Gespräch zum Thema «Swiss Banking im Wandel» darauf eingehen, wie die Finanzplätze Schweiz und Liechtenstein langfristig führend bleiben. Odier ist Präsident der Organisation Swiss Sustainable Finance und war von 2009 bis 2016 Vorsitzender der Schweizerischen Bankiervereinigung. Der zunehmende Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte steht im Mittelpunkt des Talks mit Georgine Roesle. Die Executive-Search-Beraterin bei Egon Zehnder berät Finanz- und Technologiefirmen bei der Suche nach Führungskräften und wird darauf eingehen, wie Finanzinstitute auch in Zukunft im Wettstreit um die besten Talente mithalten können. ### Führung in unsicheren Zeiten Im Anschluss spricht Thomas Süssli, ehemaliger Chef der Schweizer Armee, in seinem Referat «Krisen, Konflikte, Klarheit: Führen in unsicheren Zeiten» über Entscheidungsstärke und Leadership unter schwierigen Rahmenbedingungen. Süssli war vor seiner Militärkarriere unter anderem Mitinhaber eines Finanzsoftware-Herstellers und übernahm leitende Positionen bei UBS, Credit Suisse und Vontobel in Europa, Asien und den USA. Zum Abschluss der Veranstaltung betritt der ehemalige deutsche Bundesfinanzminister Christian Lindner die Bühne, um über aktuelle geopolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Europa zu sprechen. Er wird dabei insbesondere die Chancen und Herausforderungen Liechtensteins und der Schweiz beleuchten. Durch das Programm wird erneut TV-Moderator und Wirtschaftsjournalist Reto Lipp führen. Zum Abschluss bietet der Networking-Apéro Gelegenheit, sich mit Entscheidungsträgern und Experten zu vernetzen. ### Zentraler Treffpunkt für Finanzbranche Das Finance Forum Liechtenstein wird von der Regierung des Fürstentums Liechtenstein getragen und von den wichtigsten Finanzverbänden des Landes sowie Partnern aus der Privatwirtschaft unterstützt. Die Veranstalter erwarten erneut mehrere hundert Führungskräfte und Finanzfachleute aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Liechtenstein. Im Vorfeld der Tagung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiederum kostenlos praxisorientierte Workshops besuchen. Dabei beleuchten Experten aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz, Regulierung und Marktzugang. Informationen und Anmeldungen unter [www.finance-forum.li](http://www.finance-forum.li/?ref=tippinpoint.ch) Tippinpoint ist Medienpartner des Finance Forum. ### EFG International erhält einen Schuss vor den Bug URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-international-erhaelt-einen-schuss-vor-den-bug/ Last updated: 2026-07-18T23:02:46.000Z Die Privatbank [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International legte in den vergangenen Jahren ein stürmisches Wachstum hin. Die Bank stellte viele neue Kundenberater ein, sammelte Milliarden an Neugeldern ein und kaufte zu: Ende Januar kaufte sie die Privatbank Quilvest (Switzerland); im Jahr zuvor waren es ISG und die Genfer Privatbank Cité Gestion. Jetzt reagiert die Ratingagentur Moody’s auf diesen Kurs. Sie signalisiert eine mögliche Absenkung des langfristigen Emittentenratings «A3» und senkte den Ausblick auf «negativ» von zuvor «stabil». Der Grund dafür ist die deutlich dünnere Eigenkapitaldecke der Privatbank. Neben den Zukäufen nennt Moody’s Kapitalausschüttungen sowie Rückstellungen für rechtliche Altlasten. Falls sich das Kreditprofil nicht verbessere, könnte die Bank herabgestuft werden. Die Bank gab mit [ihren Jahreszahlen im Februar](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78605/efg%5Finternational%5Frueckstellungen%5Fund%5Fkreditverluste%5Fdruecken%5Fauf%5Fden%5Fgewinn.html) eine bemerkenswerte Absenkung der Eigenkapitaldecke bekannt: Die harte Eigenkapitalquote sank auf 14 Prozent (von 17,7 Prozent im Jahr zuvor). Zum Rückgang haben unter anderem beigetragen: Aktienrückkäufe (1,9 Prozentpunkte) sowie 2025 erfolgte Übernahmen (1,3 Prozentpunkte). Die Rückstellungen für Altlasten belasteten die Quote mit weiteren 1 Prozentpunkt, weil sie dadurch die risikogewichteten Aktiven erhöht haben. Insgesamt tätigte sie Rückstellungen in Höhe von 86,5 Millionen Franken. Hinzu kamen Kreditverluste von 10,7 Millionen Franken. ### Aktie taucht Trotz des nur marginal gestiegenen Gewinns schlug [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) eine Erhöhung der Dividende um acht Prozent auf 65 Rappen je Aktie vor – die fünfte Dividendenerhöhung in Folge. Die Aktien reagierten gestern mit einem Minus von 2,5 Prozent. In den vergangenen 12 Monaten weist das Papier eine Wertzunahme von 32 Prozent aus. Seit dem letzten Hoch Mitte Januar bei 20.70 Franken hat die Aktie 10 Prozent verloren. ### Treten an Ort bei Swiss Life URL: https://www.tippinpoint.ch/treten-an-ort-bei-swiss-life/ Last updated: 2026-07-18T23:02:47.000Z Swiss Life weist für das Geschäftsjahr 2025 einen unveränderten Reingewinn von 1,26 Milliarden Franken aus. Während das klassische Versicherungsgeschäft weiterhin für stabile Gewinne sorgte, fiel das Ergebnis im gebührenbasierten Geschäft schwächer aus. Die Kapitalisierung des Konzerns gilt weiterhin als robust: Die SST-Quote lag bei rund 210 Prozent. Eine Auffälligkeit zeigte der Bereich Asset Managers: Die Neugelder im Drittkundengeschäft (TPAM) erhöhten sich auf 17,7 Milliarden Franken – ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die verwalteten Vermögen mit Drittkunden stiegen um 17 Prozent auf 145,7 Milliarden Franken. Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionärinnen und Aktionären eine weitere Erhöhung der Ausschüttung vor. Die Dividende soll von 35 Franken auf 36.50 Franken je Aktie steigen. Mit den präsentierten Kennzahlen und dem Dividendenvorschlag erfüllt [Swiss Life](https://www.tippinpoint.ch/tag/swiss-life/) weitgehend die Erwartungen der Analysten. Im Rahmen des Strategieprogramms «Swiss Life 2027» strebt der Versicherer eine Verbesserung der Ertragsqualität sowie zusätzliches Wachstum an. Bis 2027 soll das Ergebnis aus dem Gebühren- und Kommissionsgeschäft auf über 1 Milliarde Franken steigen (aktuell sind es 858 Millionen Franken). Gleichzeitig strebt Swiss Life eine Eigenkapitalrendite von 17 bis 19 Prozent an. Im Jahr 2025 lag diese bei 17,2 Prozent. ### CEO Juan Beer weg - was ist bei Zurich Schweiz los? URL: https://www.tippinpoint.ch/ceo-juan-beer-weg-was-ist-bei-zurich-schweiz-los/ Last updated: 2026-07-18T23:02:48.000Z Dass es auf höchster personeller Ebene bei [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) Schweiz zu einem Wechsel kommen könnte, bahnte sich seit einiger Zeit an. Nun ist es passiert: Zurich-Schweiz-CEO Juan Beer hat das Unternehmen verlassen, wie die Zurich am Dienstagabend bekanntgab. Interimistisch hat seine Funktion Urs Lüthy übernommen, der Head Commercial Insurance bei Zurich Schweiz. Juan Beer hatte 2018 den CEO-Schweiz-Posten übernommen – jetzt ist er weg, nach 35 Jahren im Konzern. Er werde sich neuen Aufgaben ausserhalb des Versicherungskonzerns widmen, heisst es. ![CEO Juan Beer weg - was ist bei Zurich Schweiz los?](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260370_070312.jpg) Bei [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) Schweiz herrscht seit einiger Zeit Unruhe, wie aus dem Innern zu hören ist. Das lässt sich auch an zahlreichen Neubesetzungen und Wechseln in der Geschäftsleitung der Schweizer Niederlassung ablesen. Chief Claims Officer Armin Betschart ist seit 1\. Dezember 2025 im Amt. Ebenso Thorsten Schneidewind, der neue Head of Life, der von Sandro Meyer übernahm. Seit 1\. Januar 2026 sitzt Constance Reschke als Chief Risk Officer in der Geschäftsleitung des Schweizer Heimmarktes. ### Kein Glück im Heimmarkt Wie tippinpoint im Januar 2026 schrieb, gilt Philomena Colatrella in Branchenkreisen als eine mögliche Kandidatin für die Nachfolge von Beer. Colatrella war viele Jahre CEO des Krankenversicherers CSS und sass zuletzt im Verwaltungsrat von Swiss Life. Dort gab sie im Januar überraschend und per sofort ihren Rücktritt bekannt. Sie werde im Frühjahr 2026 ein neues Mandat innerhalb der Versicherungsbranche übernehmen, hiess es. Group-CEO Mario Greco hat auf Konzernebene zwar einen guten Lauf und ist derzeit mit der milliardenschweren Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley beschäftigt. Doch in der Schweiz fehlte ihm zuletzt das Glück. Besonders ärgerlich für den Versicherungsmanager ist, dass er Baloise nicht kaufen konnte. Stattdessen fusionierte das Unternehmen mit Helvetia und macht nun der [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) den zweiten Platz im Schweizer Markt hinter Axa streitig. ### Net-Zero-Initiative wagt den Neustart - viele Schweizer Asset Manager machen mit URL: https://www.tippinpoint.ch/net-zero-initiative-wagt-den-neustart-viele-schweizer-asset-manager-machen-mit/ Last updated: 2026-07-18T23:02:49.000Z Von der Finanzindustrie angestossene Klima-Initiativen haben es schwer. Nach dem Hype im Nachgang der Klimakonferenz in Glasgow im Jahr 2021 kamen Donald Trump und seine MAGA-Bewegung, die auf alles schossen, was mit Sustainable Finance zu tun hatte. Vor diesem Hintergrund hat sich auch die Initiative Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM) neu aufgestellt, nachdem sie ihre Aktivitäten vor einem Jahr vorübergehend ausgesetzt hatte. Mehr als 250 Vermögensverwalter sind beim Neustart dabei. Auf dem Höhepunkt hatte die Initiative noch 325 Unterzeichner. Zu den Unterzeichnern der aktualisierten Liste gehören Namen wie [Amundi](https://www.tippinpoint.ch/tag/amundi/), BNP Paribas Asset Management oder L&G. Zu den Schweizer Unterzeichnern gehören unter anderem [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) Asset Management, [Swisscanto](https://www.tippinpoint.ch/tag/swisscanto/), [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/), [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/), [J. Safra Sarasin](https://www.tippinpoint.ch/tag/j-safra-sarasin/), [UBP](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubp/) Asset Management, zCapital. Nicht mehr dabei sind vor allem amerikanische Vermögensverwalter. Insgesamt stammen nur noch 12 der aktuellen Unterzeichner aus den USA. Branchengrössen wie [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/), Vanguard, J.P. Morgan Asset Management, Invesco und Goldman Sachs Asset Management machen nicht mit. Einige US-Asset-Manager – etwa [Fidelity](https://www.tippinpoint.ch/tag/fidelity/), State Street Global Advisors oder Columbia Threadneedle – sind über ihre europäischen Niederlassungen angeschlossen. ### Reality Check Die neu lancierte NZAM reduziert die Zahl der Verpflichtungen von zehn auf sieben. Gleichzeitig legt sie stärkeres Gewicht auf aktives Aktionärs-Engagement (Stewardship), Investitionen in Transformationsfinanzierung sowie Klimalösungen – statt auf strikte Vorgaben zu finanzierten Emissionen oder die Dekarbonisierung von Portfolios. Unterzeichner müssen sich zudem nicht mehr verpflichten, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Auch Zwischenziele für 2030 sind nicht mehr zwingend – ein Punkt, der insbesondere für Investoren aus Schwellenländern bisher eine Hürde darstellte. Kritiker sehen darin eine Verwässerung der Initiative oder sprechen von einem Rückschritt. Es gebe keine Ziele und keine formellen Verpflichtungen mehr. Statt sich auf ein konkretes Ziel auszurichten, bewegt man sich nur noch in eine allgemeine Richtung, so der Tenor. Gleichzeitig kommt die Neuausrichtung einem Reality Check gleich. Als die Initiativen 2021 starteten, herrschte die Vorstellung, dass Investoren quasi im Alleingang die Klimaprobleme lösen könnten. Inzwischen ist klar geworden, dass es die Regierungen sind, die über die Macht verfügen (würden), die Wirtschaft zu verändern. ### Raiffeisen mit Gewinnrückgang - 41-Millionen-Abschreiber auf Leonteq URL: https://www.tippinpoint.ch/raiffeisen-mit-gewinnrueckgang-41-millionen-abschreiber-auf-leonteq/ Last updated: 2026-07-18T23:02:49.000Z Die Raiffeisen-Gruppe weist einen Gewinn von 1,1 Milliarden Franken aus. Das sind knapp 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Hypothekarforderungen sind um 10,2 Milliarden Franken auf 230,9 Milliarden Franken gewachsen. Das entspricht einem Plus von 4,6 Prozent. Damit konnte die Bankengruppe ihren Marktanteil auf 18,4 Prozent erhöhen. Wie das Unternehmen mitteilt, steigerte [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) die Kredite im Firmenkundengeschäft um 3,9 Milliarden auf insgesamt 57 Milliarden Franken. Laut eigenen Angaben seien gut 5000 neue Firmenkunden hinzugekommen. Im Zinsengeschäft resultierte ein Minus von 7,1 Prozent. Das Nettoergebnis beträgt 2,6 Milliarden Franken. Bei den Kundeneinlagen verbuchte [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) Neugelder in Höhe von 10,9 Milliarden Franken. Die Kundeneinlagen belaufen sich auf 225,8 Milliarden Franken (+5,1 Prozent). Der Refinanzierungsgrad erhöhte sich von 92,2 auf 92,6 Prozent. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft hat sich rückläufig entwickelt. Er ging um 202,2 Millionen Franken oder 7,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken zurück. ### Wertberichtigung auf Leonteq Raiffeisen baute das indifferente Geschäft aus: Das Depotvolumen ist um 7,8 Milliarden Franken auf 59,7 Milliarden Franken gewachsen – ein Plus von 15 Prozent. Das Nettoneugeldvolumen im Anlagegeschäft beträgt 2,9 Milliarden Franken. Die Anzahl der Depots stieg um 56’000. Die Personalkosten sind um 44,4 Millionen Franken oder 2,8 Prozent angestiegen. Die Gruppe zählt 252 Vollzeitstellen mehr. Der Sachaufwand nahm um 13,2 Millionen Franken oder 2,2 Prozent zu. Insgesamt hat der Geschäftsaufwand um 57,6 Millionen Franken oder 2,6 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken zugenommen. Da der Geschäftsertrag gleichzeitig um 2 Prozent auf 3,82 Milliarden Franken abnahm, erhöhte sich die Cost-Income-Ratio deutlich von 56,7 auf 59,4 Prozent. Ausserdem musste [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) eine weitere Wertberichtigung über 41,2 Millionen Franken auf ihrer Leonteq-Beteiligung verbuchen. Im Jahr 2024 betrug der Abschreiber 82,4 Millionen. Wie letzte Woche bekannt wurde, hat sich die Bankengruppe von einem [Grossteil ihrer Beteiligung an der Derivate-Boutique](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78629/knall%5Fbei%5Fleonteq%5Fraiffeisen%5Fverkauft%5Ffast%5Falle%5Faktien%5Fder%5Fstruki-boutique.html) getrennt. ### Droht Journalisten Lukas Hässig doch noch eine Anklage? URL: https://www.tippinpoint.ch/droht-journalisten-lukas-haessig-doch-noch-eine-anklage/ Last updated: 2026-07-18T23:02:50.000Z Schon drei Mal hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Journalisten des Portals «Inside Paradeplatz», Lukas Hässig, wegen Verdachts auf Bankgeheimnisverletzung eingestellt. Zuletzt war das am 8\. Dezember 2025\. Der journalistische Quellenschutz stehe in wesentlichen Punkten einer Beweisführung entgegen, begründeten die Behörden den Entscheid damals. Hintergrund ist die Berichterstattung über Finanztransaktionen zwischen Pierin Vincenz und Beat Stocker, die über die Privatbank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) abgewickelt wurden. Damit nahm einer der grössten Schweizer Wirtschaftsfälle seinen Anfang, der letztlich das Ende für die Karrieren mehrerer Manager bedeutete – insbesondere für jene des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz. Die ersten Berichte von Lukas Hässig erschienen vor bald zehn Jahren. Bleibt das Verfahren eingestellt, tritt in den nächsten Monaten die Verjährung ein. Das scheint die Gegenseite um Beat Stocker verhindern zu wollen, der kurz vor Weihnachten gegen die Einstellungsverfügung der [Staatsanwaltschaft Beschwerde eingereicht hat](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78522/causa%5Fvincenz%5Fverfahren%5Fgegen%5Finside%5Fparadeplatz%5Fgeht%5Fin%5Fdie%5Fverlaengerung%5F.html). Jetzt muss das Obergericht erneut darüber befinden. Entweder gibt es den Klägern recht und es wird Anklage gegen Hässig erhoben, was die Verjährung unterbricht – oder das Verfahren ist vom Tisch, wahrscheinlich definitiv. Der Entscheid dürfte in den nächsten Tagen oder Wochen fallen. ### Schlüsseldokument von Julius Bär Eine Beschwerde muss begründet sein. Die Kläger haben deshalb unter anderem eine sogenannte «Quellenanalyse» beim Gericht eingereicht. Beim 12-seitigen Dokument handelt es sich im Kern um eine Textanalyse, die den Inhalt von vier Inside-Paradeplatz-Artikeln mit einem vertraulichen Schlüsseldokument von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) vergleicht. Bei letzterem handelt es sich um das «Compliance Memorandum», das die Compliance-Abteilung der Bank Julius Bär erstellt hat und das die geschäftlichen Verflechtungen von Pierin Vincenz analysiert. Darin sind verdeckte Beteiligungsstrukturen sowie Transaktionen im Zusammenhang mit Firmen wie Commtrain, Eurokaution und Investnet dokumentiert. Das Compliance Memorandum wurde am 8\. April 2016 erstellt. Am 13\. Mai 2016 erschien ein Artikel auf Inside Paradeplatz mit dem Titel «Pierin Vincenz’ geheimes Netzwerk». Allerdings ist bereits am 7\. April der erste Artikel von Hässig zum Thema («Pierin Vincenz im Strudel wegen brisanter Zahlung») erschienen. Dieser wurde in der Quellenanalyse indessen nicht berücksichtigt. Die Quellenanalyse basiert auf einer angepassten Methode, die zur Erkennung akademischer Plagiate verwendet wird. In der Schlussfolgerung des Berichts heisst es: Die Analyse ergebe 22 dokumentierte Befunde, davon 12 mit «starker Beweiskraft». Es bestehe eine «an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit», dass dem Journalisten das Compliance Memorandum «in irgendeiner Form» vorlag. ### Kein Copy-and-Paste nachgewiesen Allerdings gibt es auch zahlreiche Einschränkungen. Die vielleicht stärkste: Die Analyse hat keine wörtlichen Textübernahmen festgestellt. Ein Plagiat im engeren Sinn, also ein Copy-and-Paste, wurde somit nicht nachgewiesen. Ausserdem wird auf mögliche Zwischenquellen hingewiesen. Es könne also nicht ausgeschlossen werden, dass zwischen dem Memorandum und den Artikeln weitere Quellen liegen, heisst es. Das Verfahren gegen Lukas Hässig stellt einen Nebenschauplatz in der Causa Vincenz dar. Ebenso eine Beschwerde der Kläger im Zusammenhang mit dem Beizug von Prof. Andreas Donatsch, der die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft prüfte. Auch hier wird in Kürze ein Urteil erwartet. All dies dürfte allerdings nichts daran ändern, dass am 10\. August Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, Beat Stocker und weitere Beschuldigte vor dem Zürcher Obergericht zum wohl aufsehenerregendsten Wirtschaftsstrafprozess des Jahres erscheinen werden. Erstinstanzlich wurden Pierin Vincenz, Beat Stocker und weitere Beschuldigte unter anderem wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung zu Gefängnisstrafen verurteilt. ### Leonteq: Präsident Christopher Chambers muss eine Extraschlaufe drehen URL: https://www.tippinpoint.ch/leonteq-praesident-christopher-chambers-muss-eine-extraschlaufe-drehen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:50.000Z Die Derivate-Boutique liefert im Wochenrhythmus neue Schlagzeilen. Anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen im Februar wurde bekannt, dass Felix Oegerli neuer Verwaltungsratspräsident von Leonteq werden soll. Zwei Wochen später dann die Meldung, dass Raiffeisen 16,2 Prozent an H21 (Rainer-Marc Frey) und 6,5 Prozent an vier private Investoren verkauft hat. Letzte Woche dann gaben H21 und die vier privaten Investoren bekannt, eine Gruppe gebildet zu haben. Als Teil dieser Gruppe wurde Felix Oegerli genannt, der designierte Präsident von [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/). Heute Dienstag folgt die neueste Wendung: Vorerst kommt es nun doch nicht zu einem Wechsel im VR-Präsidium. Oegerli werde sich an der Generalversammlung vom 1\. April nicht zur Wahl stellen, heisst es. «Im Sinne einer guten Corporate Governance hat Felix Oegerli als Mitglied der Aktionärsgruppe, die von Raiffeisen Leonteq-Aktien erwirbt, beschlossen, sich bis zum Abschluss dieser Aktientransaktion nicht zur Wahl als Präsident zur Verfügung zu stellen.» Der bisherige Präsident Christopher Chambers wird also eine Extraschlaufe drehen müssen. Auch dessen Vize Philippe Weber wird sich «für eine Übergangszeit» zur Wiederwahl stellen. Wenn die Transaktion abgeschlossen ist, soll im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung der neue Präsident gewählt werden. Zudem werden der Generalversammlung Barbara Heller und Jürg Steiger als neue Mitglieder des Verwaltungsrats vorgeschlagen. Heller ist Gründungspartnerin von Swipra Services und Trusted Board Advisors (wo unter anderem PR-Doyen Aloys Hirzel mitwirkt) und sitzt im Verwaltungsrat der Graubündner Kantonalbank. Jürg Steiger ist gemäss Mitteilung Leiter eines Single Family Office, Start-up-Coach bei Innosuisse und Mitglied des Verwaltungsrats von Apiax. ### RBM-Präsident Thomas Stäheli: «Ich glaube an die Vernunft unserer Aktionäre» URL: https://www.tippinpoint.ch/rbm-praesident-thomas-staeheli-ich-glaube-an-die-vernunft-unserer-aktionaere/ Last updated: 2026-07-18T23:02:51.000Z Die kleine Bank am Zürichsee wird an die Acrevis-Gruppe aus St. Gallen verkauft. In der Seegemeinde Männedorf hat das [zu heftigen Reaktionen geführt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78603/regiobank%5Fmaennedorf%5F-%5Fin%5Fder%5Fzuercher%5Fseegemeinde%5Fbrodelt%5Fes.html). Denn der Verkauf erfolgt unter Druck. Die Bank hat zuletzt operative Verluste eingefahren und Kundengelder verloren. Jetzt nimmt erstmals Thomas Stäheli, Verwaltungsratspräsident der Regiobank Männedorf (RBM), Stellung zu den Hintergründen und zur bevorstehenden Transaktion. Wie er im Gespräch sagt, mussten «wir feststellen, dass es für eine Bank unserer Grösse und in unserer Region sehr schwierig geworden ist, unsere strategischen Ziele zu erreichen». Daher drängte sich ein Verkauf auf. «Wir haben einen professionell begleiteten Transaktionsprozess durchgeführt und verschiedene Angebote erhalten und geprüft», sagt er. Es habe «mehrere ernsthafte Kaufinteressenten» gegeben. Ob sich darunter auch ein Angebot der Bank [Avera](https://www.tippinpoint.ch/tag/avera/) befand, sagte er nicht. Die Bankengruppe kommt aus dem Zürcher Oberland, ist aber auch in Zürich und in Küsnacht an der Goldküste vertreten. [Acrevis](https://www.tippinpoint.ch/tag/acrevis/) dagegen hat ihren Hauptsitz in St. Gallen und ist bisher nicht über die Ostschweiz hinausgewachsen. Keiner der insgesamt acht Standorte befindet sich im Kanton Zürich. Einige Aktionäre und Kunden der Regiobank hätten es lieber gesehen, wenn eine Bank aus der Region zum Zug gekommen wäre. Das dürfte an der Generalversammlung vom 26\. März zu reden geben, wenn die Aktionäre über den Deal zu befinden haben. Dass in letzter Sekunde noch ein Konkurrenzangebot auftauchen könnte, glaubt Thomas Stäheli nicht. «Ich gehe nicht davon aus, dass wir jetzt noch ein Gegenangebot erhalten werden.» ### Negativer Goodwill macht die Regiobank zum Schnäppchen Ein weiterer heisser Diskussionspunkt ist der Preis. [Acrevis](https://www.tippinpoint.ch/tag/acrevis/) muss für die Regiobank lediglich 60 Prozent des Buchpreises zahlen. Mit dem deutlichen Abschlag kann die Käuferin einen schönen negativen Goodwill verbuchen und damit ihre Eigenkapitaldecke stärken oder überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre ausschütten. Wirtschaftsanwalt Thomas Stäheli sagt dazu: «Acrevis bietet den RBM-Aktionären eine attraktive und marktübliche Prämie. Daher halten wir den Preis, den Acrevis bietet, für fair.» Die Entwicklung der Regiobank verläuft seit einigen Jahren negativ. Dies zeigt auch ein letzte Woche veröffentlichter [Vergleich von 57 Regionalbanken und Sparkassen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78634/wie%5Fdie%5Fregiobank%5Fmaennedorf%5Fauf%5Fdie%5Fschiefe%5Fbahn%5Fgeriet.html) des Luzerner Bankenprofessors Andreas Dietrich. Seit 2019 steigen Personal- und Sachaufwand ungebrochen an. Die Erträge dagegen konnten mit der Kostenentwicklung nicht mithalten, sodass sich die Cost-Income-Ratio über die Jahre deutlich verschlechterte – und 2025 erstmals die Marke von 100 Prozent durchbrach. ### Vergleich mit anderen Regionalbank «nicht aussagekräftig» Für Stäheli ist der Vergleich mit anderen Regionalbanken untauglich. «Ein Regionalbankenvergleich, wie ihn die HSLU erstellt, ist für die Beurteilung der RBM nicht aussagekräftig», sagt er. Die Studie umfasse deutlich grössere Institute, und die wenigen erfassten Kleinstbanken in ländlichen Gebieten seien mit einem deutlich «schwächeren Wettbewerbsumfeld konfrontiert» und würden von einem «tieferen Lohnniveau» profitieren, das nicht dem «Zürcher Finanzplatz ausgesetzt» sei. «Damit sind diese Kleinstbanken besser in der Lage, substanziell höhere Margen zu erzielen.» Ende März kommt es also zum Showdown in Männedorf. «Ich bin zuversichtlich, dass die Aktionäre dem Kaufangebot zustimmen werden», sagt der Verwaltungsratspräsident. «Ich glaube an die Vernunft unserer Aktionäre.» Thomas Stäheli ist Konsulent bei der Kanzlei Roesle Frick & Partner und wurde 2015 in den Verwaltungsrat der RBM gewählt. Seit 2020 ist er Vizepräsident und seit 2022 Verwaltungsratspräsident der Bank. ### Ermottis Salär bleibt bei 14,9 Millionen Franken - Bonuspool steigt auf über 5 Milliarden URL: https://www.tippinpoint.ch/ermottis-salaer-bleibt-bei-149-millionen-franken-bonuspool-steigt-auf-ueber-5-milliarden/ Last updated: 2026-07-18T23:02:51.000Z Wie aus dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, hat die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) den Bonuspool für 2025 um 10 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar vergrössert. Letztes Jahr beliefen sich die gesamten variablen Vergütungen noch auf 4,7 Milliarden Dollar. Es ist das erste Mal seit der Finanzkrise 2008, dass der sogenannte Award Pool die Marke von 5 Milliarden überschreitet. Laut UBS widerspiegle die Steigerung die starke finanzielle Leistung im Vergleich zu 2024, Fortschritte bei der Integration, die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten sowie «marktkonforme Überlegungen». Eine Erhöhung auf [über 5 Milliarden konnte erwartet werden](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78510/der%5Fbonustopf%5Fder%5Fubs%5Fkoennte%5Fauf%5Ffuenf%5Fmilliarden%5Fansteigen%5F.html). Für Mitglieder der Konzernleitung erhöhten sich die Gesamtentschädigungen um 4 Prozent auf 118,9 Millionen Franken. Das Salärpaket für CEO Sergio Ermotti blieb unverändert: Wie schon 2024 wurden ihm 14,9 Millionen Franken zugeteilt. Auch der Lohn für Chairman Colm Kelleher blieb unverändert bei 5,5 Millionen Franken. ### Explodierende Ölpreise lassen die Börsen einbrechen URL: https://www.tippinpoint.ch/explodierende-oelpreise-lassen-die-boersen-einbrechen/ Last updated: 2026-07-18T23:02:52.000Z Der Preis für Brent-Öl springt um über 25 Prozent auf knapp 120 Dollar pro Barrel. Bereits letzte Woche betrug das Plus 28 Prozent. Das ist historisch: Was sich an den Märkten abspielt, ist der stärkste Tagesanstieg seit mehreren Jahrzehnten – mindestens seit 1988\. Der Ölpreis klettert damit auf ein Niveau, das bisher nur selten erreicht wurde: Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im März 2022 kostete ein Fass zeitweise 139 Dollar. Der historische Höchststand wurde 2008 mit mehr als 147 Dollar erreicht. Die Reaktion an den Aktienbörsen war entsprechend heftig. In Japan, einem grossen Importeur von Öl und Gas, stürzte der Nikkei-Index um 7,5 Prozent ab, nachdem er bereits in der vergangenen Woche 5,5 Prozent verloren hatte. In Südkorea setzte es ein Tagesminus von 8,1 Prozent ab, nachdem der Leitindex letzte Woche bereits mehr als 10 Prozent verloren hatte. Ebenfalls ein bedeutender Ölimporteur ist China: Der chinesische Blue-Chip-Index gab um 2,3 Prozent nach. Die Verkaufswelle an den Märkten dürfte auch auf andere Märkte übergreifen. An der Wall Street verloren die Futures auf den S&P 500 2,1 Prozent. Die Nasdaq-Futures gaben um 2,5 Prozent nach. Auch in Europa gerieten die Terminkontrakte unter Druck: Die Futures auf den SMI gaben 1,7 Prozent nach, jene auf den Euro Stoxx 50 und den DAX je 3,2 Prozent. «Heute wird es krachen», schreibt ein Portfoliomanager in einer WhatsApp-Nachricht am frühen Morgen. ### Alles wird teurer Ein Freitag warnte der katarische Energieminister, dass ein Stopp der Exporte von Öl und Gas aus der Golfregion «die Weltwirtschaft zum Erliegen bringen könnte». Er prognostiziert, dass alle Energieexporteure am Golf innerhalb weniger Tage die Produktion einstellen und den Ölpreis damit auf 150 Dollar pro Barrel treiben. Der Nahe Osten ist und bleibt nun mal eine der wichtigsten Zapfsäulen der globalen Ölversorgung. Ein steigender Ölpreis verteuert nicht nur Benzin oder Heizöl. Die Auswirkungen reichen weit darüber hinaus: Transporte werden teurer, ebenso industrielle Vorprodukte, die direkt oder indirekt auf Erdöl basieren – von Kunststoffen über Chemikalien bis hin zu Aluminium oder Stahl. Auch der Flug- und Strassenverkehr spürt die höheren Energiekosten unmittelbar. Damit wächst der Inflationsdruck. In den vergangenen vier Jahren wurde die Teuerung durch fallende Rohstoffpreise gedämpft. Nun scheint sich das Blatt zu wenden. Die Europäische Zentralbank warnt bereits vor einem «erheblichen Anstieg» der Inflation, sollten der Krieg länger andauern und die Energielieferungen ins Stocken geraten. ### «Cash is trash» bei hoher Inflation Steigende Inflationsraten treffen alle. Zuerst die Konsumenten, die für ihren täglichen Einkauf mehr bezahlen müssen. Aber auch viele Anleger könnten verlieren. Wer aus Angst vor einer Eskalation des Konflikts seine Aktien verkauft und vollständig in Cash flüchtet, läuft ebenfalls Gefahr, real an Kaufkraft einzubüssen: Inflation frisst den Wert von Geldvermögen schleichend auf. In Zeiten hoher Inflation heisst es nicht umsonst: «Cash is trash.» ### Lugano: Plan B geht in nächste Phase URL: https://www.tippinpoint.ch/lugano-plan-b-geht-in-naechste-phase/ Last updated: 2026-07-18T23:02:52.000Z Als Mitte diese Woche der FC Lugano den FC Sion mit 2:1 besiegte, prangte auf der Brust der siegreichen Spieler der Schriftzug «Plan B». Das ist nicht ungewöhnlich, ist doch die Krypto-Kampagne von Lugano Sponsor des örtlichen Fussballclubs. Doch an diesem Tag feierte das Projekt auch den Abschluss der ersten Phase und den Startschuss für Phase II des Projekts «Plan B». --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Clarity Act in der Sackgasse • Neuer Krypto-ATM-Anbieter in der Schweiz --- Nach vier Jahren mit «greifbaren Ergebnissen» unterzeichneten Lugano und [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/) am 3\. März 2026 eine zweite Absichtserklärung für den Zeitraum 2026 bis 2030, die den ursprünglichen Weg mit einer digitalen Entwicklungsstrategie erweitert, die sich auf Souveränität, Resilienz und technologische Autonomie konzentriert und mit der städtischen Digitalstrategie 2025 bis 2030 und der Vision Lugano Duemilatrenta im Einklang steht. ### Eine stadteigene Blockchain Der Startschuss für Phase I erfolgte Anfang März 2022\. Der Stablecoinemittent [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/) und die Stadt Lugano signierten ein «Memorandum of Understanding». Damit lancierten der Stablecoin-Anbieter und die Stadt Lugano ihren Plan B, der als öffentlich-private Partnerschaft konzipiert ist. In der Tessiner Hauptstadt konnten die Bürger mit Bitcoin, Tether und dem Luganeser-Coin LVGA – mit einem Cashback von 10 Prozent – bezahlen. Tether betreibt dazu einen Validierungsknoten in der stadteigenen Blockchain. Tether ist das Unternehmen, das den globalen gewichtigsten Stablecoin mit gleichem Namen emittiert. Tippinpoint fragte bei Pietro Poretti, Direktor für wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Lugano, nach, was in den ersten vier Jahren von Plan B erreicht worden sei. «Die erste Phase des Plans B hat reale Ergebnisse für die Stadt, ihre Einwohner und Unternehmen geliefert», antwortete er. Bezüglich Bildung und Kompetenzentwicklung seien Universitätskurse und Ausbildungsprogrammen in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Universitäten mit Schwerpunkt auf dezentralen Technologien und digitaler Finanzwirtschaft gestartet worden. ### Kompetenzzentrum und Kryptozahlungen Zudem sei ein physischer Hub im Zentrum von Lugano eröffnet worden, der Start-ups und Fachleuten aus den Bereichen Bitcoin, Blockchain und Peer-to-Peer-Technologie gewidmet ist. Des Weiteren finde mit dem Plan-B-Forum eine jährliche Konferenz zu Bitcoin und dezentralen Technologien statt, die mittlerweile über 4000 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern zählt und zu einer der führenden internationalen Veranstaltungen in diesem Bereich geworden ist. Gemäss Poretti haben sich digitale Zahlungen in der Region verbreitet: «Mehr als 400 lokale Unternehmen können nun Zahlungen in Bitcoin, [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/) und LVGA akzeptieren, wodurch digitale Währungen in den Alltag der Stadt integriert wurden. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Stadt 4516 Transaktionen in Tether/BTC unter Verwendung des Lugano Plan B Point-of-Sale erfolgt, mit der «Luganeser Kryptowährung LVGA seien 2025 113'936 Transaktionen mit 465 Partnern erfolgt. «Die Zahl der Händler ist auf derzeit auf 472 Partner gestiegen – der Trend ist positiv», gibt Poretti zu Protokoll. ### Über 100 Unternehmen angezogen Krypto-Innovationen seien auch im öffentlichen Dienst angekommen, mit der Einführung von Instrumenten wie digitalen Anleihen und der Möglichkeit, bestimmte öffentliche Zahlungen in digitalen Währungen zu tätigen. «Wir haben ein wirtschaftliches Ökosystem geschaffen und rund 120 Unternehmen aus den Bereichen Fintech und Blockchain angezogen. Das erhöhte internationale Sichtbarkeit für Lugano als Zentrum für technologische Innovation», ergänzt Poretti. Angesprochen auf Beispiele von Unternehmen, die nach Lugano gezogen sind, nennt der Beamte Blockstream und Zefix. Aus den Medien war zu entnehmen, dass etwa die Sygnum Bank im Oktober 2024 eine Zweigstelle in Lugano eröffnet hat. Im selben Jahr hat auch der Bitcoin-Milliardär Christian Angermayer seinen Wohnsitz nach Lugano verlegt. ### Auf Bestehendem aufbauen Die zweite Phase des Plans B soll auf den bereits geschaffenen Grundlagen aufbauen und den Aktionsradius auf folgende Bereiche ausweiten. Digitale Resilienz: Stärkung der Fähigkeit der Stadt, Infrastruktur, Dienste und Daten autonom und sicher zu verwalten. Interoperabilität: Unterstützung offener und kompatibler Systeme, um zukünftige Innovationen zu ermöglichen. Lokales Fachwissen: Förderung der Entwicklung fortgeschrittener Kompetenzen in Bereichen wie dezentrale Technologien und künstliche Intelligenz. Einfachere und sicherere Dienstleistungen: Verbesserung der digitalen Erfahrung von Einwohnern und Unternehmen durch effiziente und transparente öffentliche Dienstleistungen. Wie der Kryptobereich weltweit wird auch die zweite Phase des Plan-B-Projekts breiter und bewegt sich Richtung KI, Tokenisierung und digitale Identitäten. Das Programm ist in fünf Kernbereiche unterteilt. Die erste Säule will die institutionelle Infrastruktur stärken durch den Ausbau von SwissLedger zu einer Blockchain für die Realwirtschaft, Tokenisierung von Vermögenswerten und Bildungsangeboten zu Bitcoin. Die Säule zwei fördert den digitalen Handel. Lugano soll als Hub für den digitalen Rohstoffhandel und Handelsfinanzierung unter Nutzung von Stablecoins und Smart Contracts etabliert werden. Die digitale Identität ist Thema der dritten Säule. Hier ist es die Absicht, ein dezentrales, datenschutzfreundliches Identitäts-Ökosystems (Zero-Knowledge-Proofs) für Bürger und Unternehmen aufzubauen. Die Säule IV beschäftigt sich mit dem Aufbau einer lokalen KI. Diese soll durch die Entwicklung eines souveränen Ökosystems für künstliche Intelligenz und autonome wirtschaftliche Agenten geschaffen werden. Die resiliente Stadt umfasst die Säule fünf. Ziel ist es hier, eine unabhängige digitale Infrastruktur mit dezentraler Speicherung und Peer-to-Peer-Netzwerken für kritische Dienste aufzubauen. ### Die Stadt behält die Aufsicht Die Zusammenarbeit mit [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/) wird im Rahmen eines bis 2030 laufenden Programms fortgesetzt und vom Stablecoin-Unternehmen mit bis zu 5 Millionen Franken unterstützt, hauptsächlich durch Know-how, Infrastruktur, Forschung und Bildung. «Die Governance des Projekts bleibt aber bei der Stadt, und die Zusammenarbeit ist nicht exklusiv. Die Fondazione Plan B koordiniert die Aktivitäten und wird durch neue Ressourcen gestärkt», sagt Pietro Poretti. Auf die Frage, ob die Erweiterung des Projekts auf digitale Identitäten und den digitalen Handel, eine Folge der Kursschwäche von Bitcoin sei, antwortet Poretti: «Der im Vergleich zur ersten Phase erweiterte Umfang ist eine natürliche Entwicklung, die die Vision beider Partner der Zusammenarbeit – der Stadtverwaltung und Tether – spiegelt. Viele der neuen Bereiche, die in der anfangs dieser Woche unterzeichneten Absichtserklärung behandelt werden, standen bereits in früheren Ausgaben des Plan-B-Forums im Vordergrund». Die digitale Souveränität sei wohl eines der drängendsten Themen unserer Zeit, unabhängig von der Bewertung digitaler Vermögenswerte. Das sehe man auch in der digitalen Strategie der Stadt. ### Gold, Manager und Funktionen in der Schweiz Die Seriosität von [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/) \- etwa bezüglich hinterlegte Sicherheiten – aber auch die Corporate Governance wird von Kritikern immer wieder in Zweifel gezogen. Zudem entspricht der Tether vielen strengen US- und EU-Anforderungen (Mica) nicht mehr. Zwar hat der Stablecoin-Emittent Tether seinen Sitz in El Salvador, doch immer wieder gibt es Stimmen, die sagen, dass er eigentlich schweizerisch ist (nur die Steuern nicht hier zahlt). Wichtige Personen aus der Geschäftsführung und Funktionen hierzulande «zuhause». Das Unternehmen soll nach eigenen Angaben in einem Schweizer Bunker Gold im Wert von gegen 10 Milliarden Dollar lagern. «Wir haben unseren eigenen Tresor. Ich glaube, es ist der sicherste Tresor der Welt», sagte CEO Paolo Ardoino in einem Interview mit Bloomberg. Tether (USDT) ist mit einer Marktkapitalisierung von aktuell nahezu 180 Milliarden Dollar der grösste Stablecoin im Kryptomarkt. Gemessen am täglichen Handelsvolumen von durchschnittlich rund 100 Milliarden Dollar schlägt die Kryptowährung, die den Dollar eins-zu-eins abbildet, den Bitcoin deutlich. Der Stablecoin ist seit dem Erlass des Genius Act in den USA nicht mehr zugelassen. Das Unternehmen hat mit der Einführung des USA-Tether auf den Regulierungsdruck reagiert. Der neue Token ist Genius Act konform, wird von der Anchorage Digital Bank emittiert und zielt insbesondere auf institutionelle Kunden. Der traditionelle Tether ist aber weiterhin eine Geldmaschine. Stablecoins dürfen (noch) keine Erträge auf den hinterlegten Sicherheiten auszahlen und halten diese ein. Tether erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von 10,6 Milliarden Dollar. ### Bisher mehr Hype als Nutzen «Das sollten Sie die Banken fragen», antwortet Poretti lachend auf die Frage, ob sich die Zusammenarbeit mit den Banken verbessert habe. Es hänge wahrscheinlich auch davon ab, was man darunter verstehe. Schweizer Banken würden ihren Kunden zunehmend Kryptowährungen als neue Anlageklasse anbieten. Nach seiner Meinung habe die Blockchain-Technologie vor allem neue Geschäftsmodelle und Möglichkeiten im Banken- und Finanzsektor geschaffen. «Im Jahr 2025 haben wir das Web-3-Banking-Symposium in Lugano veranstaltet.» Das Interesse des Finanzsektors an dieser Technologie sei spürbar und die Themen für das diesjährige Symposium bereits definiert. Die Lancierung des Plan B vor vier Jahren war ein Geniestreich des Standort-Marketings. Der gebeutelte Finanzplatz in der Südschweiz gewann als «Bitcoin-City» neues Profil und zieht wieder Talente und Unternehmen an. Oft sind es zwar noch mehr Ankündigungen und Events statt reale Geschäftsfälle und Nutzen für Anwender und Bürger. Doch die Voraussetzung stimmen und die Kryptoinfrastruktur läuft. Ein Risiko bleibt die enge Verflechtung mit dem kontroversen Privatunternehmen [Tether](https://www.tippinpoint.ch/tag/tether/). --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Clarity Act in der Sackgasse Die Einführung des Clarity Acts, der in den USA klare Kryptovorschriften schaffen und die Akzeptanz von Kryptowährungen erhöhen soll, kommt ins Stocken. Der Gesetzentwurf kam im Januar zum Stillstand, weil Banken sich gegen eine Bestimmung aussprachen, die es Stablecoin-Emittenten und Krypto-Unternehmen erlaubt, renditestarke Produkte und andere Vergütungen anzubieten. Dies würde bei den Banken zum Abzug von Einlagen führen und den Instituten die Gewährung von Krediten erschweren. In der Folge schaltete sich das Weisse Haus mit Kompromissvorschlägen ein und schlug vor, das Stablecoin-Prämien unter bestimmten Umständen zugelassen würden, beispielsweise bei Peer-to-Peer-Zahlungen, jedoch nicht für ungenutzte Stablecoin-Bestände. Doch das Kryptowährungsgesetzgebung befindet sich weiter in der Sackgasse, weil die Banken diesen Kompromiss nicht unterstützen. Präsident Donald Trump wirft den US-Banken vor, sie würden versuchen, das Gesetz zu untergraben. Trump, der im Wahlkampf um Kryptowährungen geworben hatte, hat die Krypto-Reform während seiner zweiten Amtszeit zur Priorität erklärt. In einer Erklärung schrieb die American Bankers Association, die Kreditgeber hätten konstruktive Ideen vorgelegt, um den Gesetzentwurf voranzubringen, ohne die Einlagen zu gefährden: «Die Risiken für das Wirtschaftswachstum und die Finanzstabilität sind real, wenn die Politik hier nicht die richtigen Entscheidungen trifft.» Damit wir unsicher, ob der Gesetzentwurf noch in diesem Jahr verabschiedet werden kann. Die Chancen für ein Krypto-Gesetz würden weiter sinken, wenn die Demokraten im November Sitze im US-Kongress gewinnen würden, da die Partei in der Haltung zu Kryptowährungen stärker gespalten ist als die Republikaner. ## Neuer Krypto-ATM-Anbieter in der Schweiz Die rein subjektive Einschätzung ist: Geldautomaten für Kryptowährungen sind nicht unbedingt das, worauf Bürgerinnen und Bürger gewartet haben. So war unter anderem auch dem Bitcoin-Kauf an SBB-Billett-Automaten kein grosser Erfolg beschieden. Das hindert das Unternehmen Rothbard nicht daran, sieben Bitcoin-Geldautomaten in Genf, Luzern und Zürich aufzustellen. Die Standorte sind auf der [Website Rothbard.eu](https://www.rothbard.eu/de/mapa/bitcoin-atm-map-switzerland?ref=tippinpoint.ch) ersichtlich. Das Unternehmen hat zudem Pläne, das Netzwerk in diesem Jahr auf 40 Standorte auszubauen. Mit den Bitcoin-Geldautomaten von Rothbard können Nutzer Bitcoin, Ether, Litecoin, USD-Token, USD-Coin, Tron, Binance-Coin, Solana und Polkadot gegen Schweizer Franken kaufen und verkaufen. Man erhält den Eindruck, dass das Unternehmen vor allem auf den Verkauf von Coins gegen Franken setzt. Das kann man über den Computer machen und das Geld mittels QR-Codes später am ATM beziehen. Für jeden Automaten ist auf der Website der aktuelle Frankebestand aufgeführt. Reicht dieser nicht für die Transaktion, soll er in wenigen Tagen aufgefüllt werden. Alle Rothbard-Automaten unterliegen den Schweizer Regulierungsstandards und sind Mitglieder der Selbstregulierungsorganisation VQF. Das Unternehmen gibt an, dass sein Compliance-Modell darauf ausgelegt sei, die lokalen Geldwäscherei- und KYC-Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig die Erfassung unnötiger Daten zu minimieren. Die Transaktionen sind gebührenfrei, der Spread hat es aber in sich. Am Donnerstag werden etwa für den Bitcoin Bid/Ask angegeben: 54’978 auf 60’132 Franken. ### Kritik am Geschäftsgebaren der UBS im Globalen Wealth Management URL: https://www.tippinpoint.ch/kritik-am-geschaeftsgebaren-der-ubs-im-globalen-wealth-management/ Last updated: 2026-07-18T23:02:52.000Z Der Vorwurf wiegt schwer: Die UBS soll ihre Vertriebsmacht im Wealth Management einsetzen, um Anbieter von Private-Market-Produkten dazu zu bewegen, einen Teil ihrer erfolgsabhängigen Gebühren an die Bank abzutreten. Im Gegenzug würden deren Produkte aktiv an vermögende Privatkunden vertrieben. Laut einem Bericht der Financial Times teilen [Carlyle](https://www.tippinpoint.ch/tag/carlyle/) und [CVC](https://www.tippinpoint.ch/tag/cvc/) entsprechende Gebühren mit der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Carlyle etwa soll den sogenannten Carried Interest seines Evergreen-Secondaries-Fonds teilweise an die Bank weitergeben. Auch CVC würde die Performance-Gebühren eines Evergreen-Fonds mit UBS teilen. Zudem soll der schwedische Investmentmanager EQT bereit gewesen sein, einen Teil der Managementgebühren seines US-Infrastruktur-Evergreen-Fonds mit der Grossbank zu teilen. Sollten diese Vereinbarungen zutreffen, wirft dies Fragen zur Unabhängigkeit der Beratung auf. Naheliegend ist, dass UBS-Berater dann vor allem jene Produkte bevorzugen, die für sie und ihr Team die höchsten Einnahmen generieren. Fondsanbieter, die Gebührenbeteiligungen anbieten, könnten bei der Distribution entsprechend bevorzugt werden. ### Lukratives 2/20-Gebührenmodell Private-Market-Anlagen sind für Banken besonders attraktiv, weil sie hohe Gebühren generieren. Üblich ist eine Struktur aus rund 2 Prozent Management Fee und etwa 20 Prozent Performance Fee. In einer Zeit, in der viele Anleger auf kostengünstige ETF-Produkte ausweichen, gelten Privatmarktfonds daher als wichtiger Hebel zur Steigerung der Gebühreneinnahmen. Gleichzeitig hat die Branche in den vergangenen Jahren einen starken Wachstumsschub erlebt. Produkte aus den Bereichen Private Equity, Private Credit und Infrastruktur verzeichneten massive Mittelzuflüsse. Immer mehr Anbieter sind in diesen Markt eingestiegen und haben neue Fonds aufgelegt, deren Volumen inzwischen über die Nachfrage institutioneller Investoren hinausgeht. Die Folge ist ein verstärkter Vorstoss in das Privatkundensegment. Mit sogenannten Evergreen-Strukturen – sie erlauben regelmässige Rücknahmen im Gegensatz zu klassischen geschlossenen Fonds – hat die Branche eine Produktkategorie geschaffen, die gezielt auf private Investoren zugeschnitten ist. Wie die Financial Times weiter berichtet, soll [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) gegenüber Fondsmanagern besonders aggressiv auftreten, wenn es darum geht, solche Produkte über das eigene Vertriebsnetz zu platzieren. Nicht alle Anbieter seien jedoch bereit, ihre Gebühren mit der UBS zu teilen. Üblicherweise zahlen Fondsanbieter Distributoren wie UBS eine sogenannte Placement Fee – eine Vertriebsprovision auf das eingesammelte Kapital. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb um einen Platz auf den sogenannten Product Shelves der Banken verschärft. ### UBS weist Kritik zurück UBS betont gegenüber der Financial Times, dass die Auswahl von Private-Market-Anbietern auf einem strengen Investment- und Due-Diligence-Prozess basiere. Die Gebührenvereinbarungen seien marktüblich und würden den Kunden transparent offengelegt. Zudem gebe es keine Hinweise darauf, dass die Abmachungen mit [Carlyle](https://www.tippinpoint.ch/tag/carlyle/) oder [CVC](https://www.tippinpoint.ch/tag/cvc/) zu höheren Kosten für Endinvestoren geführt hätten. Beteiligungen an Performance-Gebühren würden in den jeweiligen Fondsprospekten ausgewiesen. Die Financial Times macht keine Angaben dazu, in welchen Regionen [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) dieses Gebühren-Sharing-Modell einsetzt. Damit könnten auch regulatorische Fragen aufgeworfen werden. In der Schweiz gelten Retrozessionen zivilrechtlich grundsätzlich als dem Kunden zustehende Vermögensvorteile. Sie dürfen nur dann beim Finanzintermediär verbleiben, wenn der Kunde ausdrücklich und informiert darauf verzichtet. In vielen EU-Ländern sind solche Vergütungen im Beratungsgeschäft weitgehend verboten. In den USA wiederum gelten spezifische Vorschriften zur Offenlegung von Interessenkonflikten. ### Leonteq: Gruppe von Rainer-Marc Frey hält 30,1 Prozent an der Derivate-Boutique URL: https://www.tippinpoint.ch/leonteq-gruppe-von-rainer-marc-frey-haelt-301-prozent-an-der-derivate-boutique/ Last updated: 2026-07-18T23:02:52.000Z Rainer-Marc Frey hat zusammen mit vier weiteren Personen eine Gruppe gebildet. Es handelt sich dabei um Adrian Gut, Felix Oegerli, Tatjana Frey und Herbert Item. Diese Gruppe hält 5’568’340 Aktien, was 30,1 Prozent der ausstehenden Leonteq-Aktien entspricht. Ein Grossteil dieser Aktien wird indirekt über H21 Macro Limited auf den Cayman Islands gehalten. Adrian Gut und Herbert Item kommen aus dem H21-Umfeld. [Anfang Woche wurde bekannt](https://tippinpoint.ch/artikel/78629/knall%5Fbei%5Fleonteq%5Fraiffeisen%5Fverkauft%5Ffast%5Falle%5Faktien%5Fder%5Fstruki-boutique.html?ref=tippinpoint.ch), dass Raiffeisen Schweiz sich von einem Anteil in der Höhe von 22,7 Prozent an [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) trennte. Dies umfasste den Verkauf von 16,2 Prozent an H21 Macro Limited sowie weitere 6,5 Prozent an vier private Investoren. Der Hedgefonds-Manager Frey hält einen Anteil von knapp über 23 Prozent. Der Unternehmenswert von Leonteq ist zuletzt deutlich gesunken. Insgesamt wird die Firma noch mit 265 Millionen Franken bewertet. Der Anteil von Rainer-Marc Frey beträgt somit rund 60 Millionen Franken. Raiffeisen musste mehrfach Millionen auf der Beteiligung abschreiben. Zuletzt vor einem Jahr, als sie 82,4 Millionen Franken abschrieb. Seither hat der Kurs nochmals über 36 Prozent abgegeben. Seit Montag verteuerte sich die Leonteq-Aktie um über 23 Prozent. ### Mario Grecos Lohn klettert erstmals auf über 10 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/mario-grecos-lohn-klettert-erstmals-auf-ueber-10-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:53.000Z Lange sah es so aus, als würde der Verwaltungsrat die Bezüge von CEO Mario Greco bewusst unter der Marke von 10 Millionen Franken halten. Damit konnte sich der Chef des Versicherers der Debatte um überzogene Managergehälter weitgehend entziehen. Damit ist es im Jahr 2025 vorbei. Greco bezog gemäss Geschäftsbericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, 10,39 Millionen Franken. Im Jahr davor waren es 9,88 Millionen. Das Plus beträgt rund 5 Prozent. Zulegt hat sein Fixgehalt: Es beträgt neu 2,32 Millionen Franken. Die Boni kletterten auf 8,07 Millionen Franken. Damit wird Greco Mitglied im Club der Manager, die mehr als 10 Millionen Franken verdienen. Aktuell an der Spitze steht Vasant Narasimhan von [Novartis](https://www.tippinpoint.ch/tag/novartis/), der im vergangenen Jahr 24,9 Millionen bezog. Roche-CEO Thomas Schinecker erhielt 2025 eine Gesamtentschädigung von 10,2 Millionen Franken. EFG-Chef Giorgio Pradelli kommt dank [Ausschüttung eines langjährigen Bonus](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78614/dank%5Fsuperbonus%5Fsteigt%5Fdas%5Fsalaer%5Fvon%5Fefg-ceo%5Fgiorgio%5Fpradelli%5Fauf%5Fueber%5F10%5Fmillionen%5F.html) 2025 auf eine Gesamtentschädigung von 18 Millionen Franken. Die Bezüge der Zurich-Konzernleitung erhöhten sich auf 57,6 Millionen Franken, nach 55,4 Millionen Franken im Vorjahr. Unverändert bei 2 Millionen Franken blieb das Honorar von Verwaltungsratspräsident Michel Liès. Die gesamten VR-Bezüge blieben mit 5,8 Millionen Franken praktisch unverändert. ### Asiatische Börsen erholen sich deutlich URL: https://www.tippinpoint.ch/asiatische-boersen-erholen-sich-deutlich/ Last updated: 2026-07-18T23:02:54.000Z Die Aktienmärkte in Asien legten am Donnerstag deutlich zu. Gleichzeitig gaben US-Staatsanleihen nach, was auf eine vorsichtige Rückkehr des Risikoappetits schliessen lässt. Nach Ausbruch des Krieges gegen den Iran flüchteten viele Anleger aus den Aktienmärkten. Der südkoreanische Leitindex Kospi machte seine starken Verluste aus der vorherigen Sitzung wieder wett. Rückenwind kam von der positiven Entwicklung an der Wall Street sowie von Hoffnungen, dass die Vereinigten Staaten und Iran nach einem Ausweg aus der militärischen Konfrontation suchen könnten. Der breit gefasste MSCI-Index für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan stieg am Donnerstag um 2,9 Prozent. Besonders stark entwickelte sich Südkorea: Der Kospi legte um 10,4 Prozent zu. Auch Japans Nikkei-Index gewann 2,9 Prozent. Bei den Anleihen stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen um 2,7 Basispunkte auf 4,109 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere erhöhte sich um 3,1 Basispunkte auf 4,748 Prozent. Die Sorge um die Energieversorgung treibt die Ölpreise weiter nach oben. US-Rohöl verteuerte sich um 3 Prozent auf 76,9 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent stieg um 2,5 Prozent auf 83,4 Dollar pro Barrel. Auch Gold legte zu: Der Spotpreis erhöhte sich um 0,84 Prozent auf 5178 Dollar pro Unze. Am Kryptomarkt gaben die Kurse leicht nach: Bitcoin verlor 0,78 Prozent auf 72’774 Dollar, während Ether um 0,94 Prozent auf 2130 Dollar sank. Der US-Dollar legte nach seiner jüngsten Rally eine Pause ein. Der Dollarindex, der die US-Währung gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst, notierte unverändert bei 98,81 Punkten. Der japanische Yen wertete um 0,2 Prozent auf 156,75 Yen je Dollar auf. ### Konflikt im Nahen Osten spitzt sich zu Der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran weitete sich am Mittwoch deutlich aus. Ein US-U-Boot versenkte ein iranisches Kriegsschiff. Ein NATO-Luftabwehrsystem fing eine iranische ballistische Rakete ab, die in Richtung Türkei abgefeuert worden war. In Washington unterstützte der US-Senat Präsident Donald Trumps Krieg gegen den Iran. Der republikanisch dominierte Senat blockierte eine parteiübergreifende Resolution, die den Luftkrieg stoppen sollte. Damit wird es zumindest kurzfristig zu keinem raschen Ende der Kampfhandlungen kommen. Deshalb muss weiterhin ein grosses Fragezeichen hinter die Rückkehr zum Courant Normal an den Börsen gesetzt werden. Sehr schnell kann sich alles wieder ändern. Der Ausblick bleibt so lange eingetrübt, bis die Öllieferungen wieder uneingeschränkt fliessen. ### Konzern BKB steigert Gewinn 2025 auf über 200 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/konzern-bkb-steigert-gewinn-2025-auf-ueber-200-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:02:54.000Z Die Basler Kantonalbank (BKB) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren Gewinn abgeschlossen. Der Konzerngewinn stieg um 8,8 Prozent auf 202,8 Millionen Franken. Getragen wurde das Ergebnis laut Bank vor allem von einem breiteren Ertragsfundament, Effizienzsteigerungen sowie stabilen Geschäftsaktivitäten. Zum Konzernergebnis trug auch die Tochtergesellschaft Bank Cler bei, die einen Jahresgewinn von 44 Millionen Franken erzielte. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich im Jahr 2025 um 4,3 Prozent auf 470,3 Millionen Franken. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte leicht zu: Die Erträge stiegen um 1,7 Prozent auf 142,9 Millionen Franken. Rückläufig entwickelte sich hingegen das Handelsgeschäft. Der Handelserfolg sank um 15,2 Prozent auf 52,7 Millionen Franken. Insgesamt erhöhte sich der Geschäftsertrag des Konzerns um 1,9 Prozent auf 675,1 Millionen Franken. Der Personalaufwand nahm um 0,9 Prozent auf 214,6 Millionen Franken zu. Gleichzeitig sank der Sachaufwand um 2,4 Prozent, unter anderem aufgrund von Kostendisziplin und Prozessoptimierungen, wie die Bank mitteilt. Insgesamt erhöhte sich der Geschäftsaufwand leicht um 1 Prozent auf 367,7 Millionen Franken. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich leicht auf 54,6 Prozent nach 54,8 Prozent im Vorjahr. Die Gesamtkapitalquote des Konzerns lag Ende 2025 bei 19,4 Prozent und damit deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 13,1 Prozent. Die Bilanzsumme wuchs um 2,6 Prozent auf 57,4 Milliarden Franken. Gleichzeitig wurden sowohl die Forderungen gegenüber Kunden (minus 6,4 Prozent auf 3,0 Milliarden Franken) als auch die Hypothekarforderungen (minus 0,7 Prozent auf 33,5 Milliarden Franken) leicht reduziert. Der BKB-Konzern weist einen Abfluss von Kundengeldern in der Höhe von 1,47 Milliarden Franken aus. Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt die Bank eine höhere Bruttodividende von 3.60 Franken je Partizipationsschein vor, nach 3.25 Franken im Vorjahr. ### Neuer Freispruch für die UBS im Fall der bulgarischen Drogenmafia URL: https://www.tippinpoint.ch/neuer-freispruch-fuer-die-ubs-im-fall-der-bulgarischen-drogenmafia/ Last updated: 2026-07-18T23:02:55.000Z Es geht sich um einen besonders krassen Fall in der Skandal-Chronik der Credit Suisse (CS): Die Grossbank hatte in den Nullerjahren Dutzende von Millionen Franken der bulgarischen Drogenmafia entgegengenommen. Das Geld wurde laut den Ermittlern zum Teil im Rollkoffer an den Hauptsitz am Paradeplatz gekarrt. Nach über zehnjährigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft (BA) verurteilte das Bundesstrafgericht die CS im Juni 2022 zu einer Busse von zwei Millionen Franken wegen organisatorischer Mängel in der Bekämpfung der Geldwäscherei. Hinzu kamen eine Ersatzforderung von über 19 Millionen Franken sowie die Einziehung von mehr als 12 Millionen Franken auf Konten der ehemaligen [CS](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/). Im ersten Berufungsverfahren sprach die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts die [UBS am 26\. November 2024 überraschend frei](https://www.bstger.ch/de/media/comunicati-stampa/2024/2024-11-27/1443.html?ref=tippinpoint.ch), Entscheidend war der Umstand, dass die erstinstanzlich verurteilte ehemalige CS-Mitarbeiterin inzwischen verstorben war. Deshalb sei es nicht mehr möglich, die der Bank vorgeworfene Verletzung der Bestimmung über die strafrechtliche Verantwortung des Unternehmens zu prüfen, ohne die Unschuldsvermutung der Verstorbenen zu verletzen, begründete das Gericht den Freispruch. Das von mehreren Parteien angerufene Bundesgericht hob dieses Urteil im Juli 2025 auf und wies den Fall zur Neubeurteilung an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts zurück. Zuvor hatte das Bundesgericht gegen die von der Vorinstanz beschlossene Abtrennung des Verfahrens der Verstorbenen entschieden. ### Entschädigungen in Millionenhöhe zu Lasten der Bundeskasse Nach zusätzlichen Verhandlungen, an denen insbesondere die Erben der verstorbenen CS-Mitarbeiterinnen teilnahmen, gab die Berufungskammer nun das Urteil im zweiten Berufungsverfahren bekannt. Das Gericht sprach die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) erneut frei und hob die Ersatzforderung auf. Das Verfahren wegen schwerer Geldwäscherei gegen die verstorbene ehemalige CS-Kundenberaterin, eine frühere bulgarische Spitzensportlerin, wurde eingestellt. Ihre Erben erhalten vom Bund eine Entschädigung von 1,081 Millionen Franken. Der UBS muss der Bund Entschädigungen von 635'700 Franken zahlen. Im zweiten Berufungsverfahren bestätigte das Bundesstrafgericht ausserdem die teilweisen Verurteilungen eines ehemaligen Vermögensverwalters einer anderen Bank sowie eines Bulgaren wegen Unterstützung beziehungsweise Beteiligung an einer kriminellen Organisation sowie wegen schwerer Geldwäscherei. Für die UBS ist die Sache trotz des zweiten Freispruchs noch nicht ganz vom Tisch. Denn auch dieses Urteil kann beim Bundesgericht angefochten werden. Die Bundesanwaltschaft erklärte auf Anfrage, sie habe vom Dispositiv der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts Kenntnis genommen. Vor allfälligen Schritten werde das schriftlich begründete Urteil abgewartet. Die UBS begrüsste den Entscheid. Die Grossbank bekräftigte aber, das Verfahren gegen sie hätte eingestellt werden müssen. Denn eine strafrechtliche Verantwortung könne nach einer Fusion nicht auf den Rechtsnachfolger übergehen, sagte eine UBS-Sprecherin. (Dispositiv CA.2025.17 des Bundesstrafgerichts vom 3.3.26) ### Barclays Schweiz: John Shipman wird neuer CEO URL: https://www.tippinpoint.ch/barclays-schweiz-john-shipman-wird-neuer-ceo/ Last updated: 2026-07-18T23:02:55.000Z Shipman wechselt von [HSBC](https://www.tippinpoint.ch/tag/hsbc/) zu [Barclays](https://www.tippinpoint.ch/tag/barclays/), wo er zuletzt als Interim CEO des Schweizer Private-Banking-Geschäfts sowie als Country Head Switzerland tätig war. Zuvor hatte er Funktionen im Risikomanagement inne. Shipman wird in Genf stationiert sein und direkt an Annabelle Bryde, Head of Barclays Private Bank International, berichten. Der bisherige CEO von Barclays Schweiz, Rahim Daya, der seit 15 Jahren für das Institut tätig ist, übernimmt die Funktion des Global Head of Sales Management für Barclays Private Bank and Wealth Management (PBWM). Barclays ist seit 1986 in der Schweiz präsent und mit einem Standort in Genf vertreten. Seit 2012 werden Kundinnen und Kunden – darunter Familien, Unternehmerinnen und Unternehmer, institutionelle Anleger und Unternehmen – auch vom Standort Zürich aus betreut. ### Wie die Regiobank Männedorf auf die schiefe Bahn geriet URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-die-regiobank-maennedorf-auf-die-schiefe-bahn-geriet/ Last updated: 2026-07-18T23:02:57.000Z Offiziell wird der Verkauf der Regiobank Männedorf an die Acrevis-Gruppe mit dem «anhaltenden regulatorischen und technologischen Wandel» begründet, der «insbesondere kleinere Banken vor wachsende Anforderungen» stelle. Doch im konkreten Fall der Bank an der Zürcher Goldküste greifen diese Erklärungen zu kurz. Die Ursachen liegen tiefer – und sind weitgehend hausgemacht. Anhand eines Vergleichs zentraler Kennzahlen lässt sich relativ präzise bestimmen, ab wann die Regiobank Männedorf aus dem Tritt geriet. Grundlage dafür ist eine Auswertung von 57 Sparkassen und Regionalbanken, die der Luzerner Bankenprofessor Andreas Dietrich gemeinsam mit Matteo Langenegger von der HSLU erstellt hat. Als eigentliches Schicksalsjahr erweist sich 2019\. Damals erlitt die Bank – gemessen an ihrer Bilanzsumme – einen massiven Verlust, der rund fünf Jahresgewinne auf einen Schlag auslöschte. Dass die Regiobank diesen Schock überstand, unterstreicht zwar die grundsätzliche Stabilität des Schweizer Regionalbankensystems. Zum Vergleich: Würde eine Grossbank wie die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) einen Verlust von rund 40 Milliarden Franken verbuchen, wären einschneidende Kapitalmassnahmen kaum zu vermeiden. Auf den Grossverlust reagierte die Regiobank mit einem personellen Neustart an der Spitze und einer klar wachstumsorientierten Strategie. Rückblickend zeigt sich jedoch, dass dieser Kurswechsel die Probleme eher verschärfte als löste. Vereinfacht gesagt: Die Kosten explodierten, während die Erträge nicht Schritt hielten. Besonders auffällig ist der Anstieg der Personal- und Sachkosten, der deutlich über dem Durchschnitt der Schweizer Sparkassen und Regionalbanken lag. [Personalkosten laufen aus dem Ruder. (Quelle: HSLU)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260363%5F070339.jpg?ref=tippinpoint.ch)[Sachkosten explodieren. (Quelle: HSLU)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260363%5F070354.jpg?ref=tippinpoint.ch) Entsprechend schoss auch die Cost-Income-Ratio in die Höhe – ein klares Warnsignal für die operative Effizienz: [Cost-Income-Ratio. (Quelle: HSLU)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260363%5F070331.jpg?ref=tippinpoint.ch) Die neue Strategie zeigte zunächst Wirkung auf der Passivseite: Die Kundeneinlagen wuchsen überdurchschnittlich stark. Doch ab 2023 drehte der Trend. Die Einlagen begannen zu schrumpfen, Kunden zogen Gelder ab. Zwischen 2024 und 2025 sanken die Kundeneinlagen von 275 auf 266 Millionen Franken. [Entwicklung der Einlagen. (Quelle: HSLU)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260363%5F070338.jpg?ref=tippinpoint.ch) Unterdurchschnittlich entwickelte sich gleichzeitig das Hypothekargeschäft. Das ist bemerkenswert für eine Bank in einer Region, die in den vergangenen Jahren einen ausgeprägten Immobilienboom erlebte. Gerade hier hätte die Regiobank ihre lokale Verankerung und Marktkenntnis ausspielen können – tat es aber nicht in ausreichendem Mass. Die Regiobank Männedorf ist kein klassisches Opfer von Regulierung, Digitalisierung oder Grössennachteilen. Sie scheiterte primär an strategischen Fehlentscheiden und mangelnder Kostendisziplin nach einem einschneidenden Verlustjahr. Statt die eigene Ertragskraft zu stabilisieren und Risiken zu kontrollieren, setzte das Management auf Wachstum um fast jeden Preis – und verlor dabei die Balance. Positiv bleibt, dass rechtzeitig ein Käufer gefunden wurde und die Integration in eine grössere Gruppe geordnet erfolgen kann. Für den Schweizer Regionalbankenplatz ist das ein wichtiges Signal: Probleme werden intern gelöst, ohne dass es zu Vertrauensverlusten oder einem Flächenbrand kommt. Der Fall Männedorf zeigt aber auch, dass auch lokal verankerte Traditionsinstitute bei falschen Managemententscheidungen schnell auf dem Tritt geraten können. ### Jetzt schiesst die FT gegen Sergio Ermotti und das UBS-Lobbying URL: https://www.tippinpoint.ch/jetzt-schiesst-die-ft-gegen-sergio-ermotti-und-das-ubs-lobbying/ Last updated: 2026-07-18T23:02:58.000Z Selten musste die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und ihr CEO Sergio Ermotti Kritik von der Financial Times einstecken. Die Verbindungen zum Traditionsblatt sind eng. Umso überraschender ist nun eine heute publizierte Geschichte ([Abo](https://www.ft.com/content/33c66cc4-6301-4643-92a7-8426e5575120?ref=tippinpoint.ch)), wonach die Bank ihr Lobbying in Bern gegen die Eigenkapitalvorschriften zurückfahren solle. Das Blatt zitiert Insider und Parlamentarier, der der UBS empfohlen haben, ihr Lobbying zu «überdenken». Insbesondere solle die Bank den öffentlichen Auftritt von CEO Sergio Ermotti im Widerstand gegen die Reformen herunterfahren. «Ein grosser Teil des Parlaments teilt die Position der Bank in einem zentralen Punkt. Wir haben aber klar gemacht, dass das aktuelle Lobbying und insbesondere öffentliche Aussagen von Ermotti im Moment nicht hilfreich sind», sagte ein Parlamentarier. Die Schelte aus London kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fronten zwischen der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) verhärtet sind. Auf beiden Seiten scheint es derzeit wenig Raum für Kompromisse zu geben. Klar ist auch, dass Bundesrätin Karin Keller-Sutter den Vorschlag einer parteiübergreifenden Gruppe abgelehnt hat, wonach Auslandstöchter teilweise mit AT1-Kapital unterlegt werden sollten, statt vollständig mit hartem Eigenkapital. ### Mischt die Finma mit? Doch Sergio Ermotti wird so schnell nicht zurückgebunden. Erstens gibt es in der Bank keine Person, die in der Lage wäre, den Tessiner zu bremsen. Zweitens erwägt die Bank offenbar, die Amtsdauer des CEO über das bisher gesetzte Ablaufdatum im Frühling 2027 hinaus zu verlängern. Dass Ermotti bis zum Abschluss des Regulierungsprozesses als Konzernchef verlängern könnte, brachte am Samstag die Neue Zürcher Zeitung ([Abo](https://www.nzz.ch/wirtschaft/sergio-ermotti-soll-ueber-april-2027-hinaus-ubs-chef-bleiben-grossbank-schiebt-suche-nach-nachfolger-auf-ld.1926956?ref=tippinpoint.ch)) ins Spiel. Ob es tatsächlich so kommt, bleibt abzuwarten. Ein Plan war stets, dass Ermotti ab 2027 in den Verwaltungsrat der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) wechselt und dort ein Jahr später Colm Kelleher als Präsident ablösen könnte. Auch als Verwaltungsrat könnte Ermotti die Eigenkapitaldebatte weiter bestimmen. Wozu also eine Verlängerung als CEO? Eine mögliche Erklärung ist, dass die Finma für Ermotti eine deutlich längere Cooling-off-Periode vorsieht – als etwa für Markus Ronner, der nach nur wenigen Monaten Auszeit auf die kommende Generalversammlung in den Verwaltungsrat wechselt. Müsste Sergio Ermotti im Frühling 2027 eine einjährige Auszeit einlegen, würde er entscheidende Phasen bei der Ausgestaltung der neuen Regulierung verpassen. ### VP Bank steckt mitten im Turnaround URL: https://www.tippinpoint.ch/vp-bank-steckt-mitten-im-turnaround/ Last updated: 2026-07-18T23:02:58.000Z Nach dem Taucher im letzten Jahr meldet die [VP Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/vp-bank/) für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn von 47 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag erhöhte sich um 2,1 Prozent auf 337,3 Millionen Franken. Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg erhöhte sich um 3,3 Prozent auf 141,6 Millionen Franken. Auch der Handelserfolg stieg um 13,2 Prozent auf knapp 35 Millionen. Der Zinserfolg dagegen schrumpfte 5,4 Prozent auf 144,5 Millionen. Die sichtbarste Veränderung gibt es auf der Kostenseite. Der Geschäftsaufwand sank um 8,9 Prozent auf 280,8 Millionen. Die Personalkosten reduzierten sich um 5,7 Prozent auf 172,8 Millionen, die Sachkosten um 9,2 Prozent auf 77,7 Millionen. Deutlich geringere Abschreiber schlugen ebenfalls positiv zu Buche. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich um 10 Prozentpunkte, liegt aber weiterhin auf sehr hohen 83,2 Prozent. Die Bank zog 2025 Netto-Neugelder von 1,2 Milliarden Franken an (per Mitte 2025 vermeldete sie noch ein Plus von 2 Milliarden). Die betreuten Kundenvermögen stiegen um 5,8 Prozent auf 53,7 Milliarden. Das Kreditvolumen blieb mit 5,9 Milliarden stabil. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von 4 Franken je Namenaktie A und 40 Rappen je Namenaktie B vor. Die Bank wird derzeit mit 526 Millionen Franken bewertet. Der Kurs schwankte n den letzten 12 Monate zwischen 77 und 89 Franken. ### Bundesbehörden empfangen Delegation des US-Finanzministeriums URL: https://www.tippinpoint.ch/bundesbehoerden-empfangen-delegation-des-us-finanzministeriums/ Last updated: 2026-07-18T23:02:59.000Z Eine Delegation des amerikanischen Finanzministeriums weilt am Montag und Dienstag in der Schweiz. Sie wird unter anderem vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) empfangen, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) auf Anfrage von Tippinpoint bekanntgab. Zum Thema der Gespräche machte das EFD keine Angaben. Der Gegenstand des Austauschs sei vertraulich. Laut amerikanischen Angaben geht es um eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Finanzströme, wie die Nachrichtenagentur Reuters am vergangenen Freitag berichtete. Und zwar im Nachgang zur Schliessung der Zürcher Bank MBaer wegen Verletzung der Geldwäscherei-Vorschriften und der Sanktionen gegen Russland und Iran. Gemäss dem Bericht wird sich der hohe Beamte des US-Finanzministeriums auch mit dem Schweizer Privatsektor treffen. Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent hatte den Fall der kleinen Schweizer Bank am letzten Donnerstag in einer persönlichen Stellungnahme angeprangert und so den Druck indirekt auch auf die Schweiz erhöht. Einen Tag später gab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma bekannt, dass MBaer den Widerstand gegen den bereits drei Wochen zuvor verfügten Bewilligungsentzug aufgegeben hat. Die hohe Publizität, die die Amerikaner dem Fall beimessen, deutet darauf hin, dass auch weitergehende Ziele verfolgt werden. Das Treffen mit dem Seco lässt vermuten, dass es um den Vollzug von Sanktionen geht. Der Zeitpunkt der öffentlichen Anprangerung von MBaer, zwei Tage vor dem US-Angriff auf Iran, rückt die Frage des Umgangs der Schweiz mit iranischen Geldern in den Blickpunkt. Das Vorgehen der US-Behörden ist für die Schweiz ausserdem politisch brisant, verhandelt Bern doch zurzeit mit Washington über ein Zollabkommen. Dabei ist eine innenpolitische Kontroverse entbrannt, ob es beim geplanten Deal auch um Konzessionen der Schweiz zur Übernahme von US-Sanktionen geht. ### Knall bei Leonteq: Raiffeisen verkauft fast alle Aktien der Struki-Boutique URL: https://www.tippinpoint.ch/knall-bei-leonteq-raiffeisen-verkauft-fast-alle-aktien-der-struki-boutique/ Last updated: 2026-07-18T23:02:59.000Z Jetzt hat [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) die Reissleine gezogen. Ein Umbau der Beteiligungsverhältnisse bei der Zürcher Derivate-Boutique [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) hatte sich abgezeichnet, nachdem der Aktionärsbindungsvertrag ausgelaufen war. Wie die Genossenschaftsbank am Montag mitteilt, hat sie 22,71 Prozent ihrer Beteiligung an Leonteq verkauft. 16,2 Prozent beziehungsweise drei Millionen Aktien hat Raiffeisen Schweiz an H21 Macro verkauft. Dabei handelt es sich um das Investmentvehikel von Rainer-Marc Frey (Bild). Der Hedgefonds-Manager baut mit dem Kauf seinen Einfluss bei Leonteq wieder aus. Neu kommt er auf einen Anteil von knapp über 23 Prozent. Wie [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) mitteilt, hat sie weitere 6,49 Prozent beziehungsweise 1,2 Millionen Aktien an vier Privatinvestoren veräussert. Damit reduziert Raiffeisen Schweiz ihre Beteiligung an [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) von 29,7 auf knapp über 7 Prozent. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden und wird spätestens im dritten Quartal 2026 erwartet. Mit diesen Transaktionen beendet [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) Schweiz ihre Rolle als Ankeraktionärin und fokussiert sich auf die operative Zusammenarbeit mit [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/), heisst es weiter. Der Kooperationsvertrag von Raiffeisen Schweiz mit Leonteq ist folglich nicht betroffen und läuft weiterhin bis im März 2030. Der Unternehmenswert von Leonteq ist zuletzt deutlich gesunken. Insgesamt wird die Firma noch mit 210 Millionen Franken bewertet. Der Anteil von Rainer-Marc Frey beträgt somit rund 50 Millionen Franken. Raiffeisen musste mehrfach Millionen auf der Beteiligung abschreiben. Zuletzt vor einem Jahr, als sie 82,4 Millionen Franken abschrieb. Seither hat der Kurs nochmals um über 36 Prozent abgegeben. Raiffeisen machte keine Angaben zu einem möglichen neuen Abschreiber. ### Strafanzeigen wegen MBaer Merchant Bank? URL: https://www.tippinpoint.ch/strafanzeigen-wegen-mbaer-merchant-bank/ Last updated: 2026-07-18T23:03:00.000Z Die Vorgänge rund um die MBaer Merchant Bank sind kein Ruhmesblatt für den Finanzplatz. Den Verantwortlichen der Bank wird vorgeworfen, seit ihrer Gründung 2018 Geldwäscherei und illegale Finanzaktivitäten ermöglicht zu haben, unter anderem durch die Erleichterung von Korruption im Zusammenhang mit russischer Geldwäscherei sowie Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung im Auftrag von mit dem Iran verbundenen ausländischen Terrororganisationen, darunter die Islamische Revolutionsgarde und ihre Quds-Truppe. Zur Eskalation gebracht hat den Fall das amerikanische Finanzministerium. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) der Behörde zitierte in einer Mitteilung den US-Finanzminister Scott Bessent mit den Worten: «MBaer hat im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust. Banken sollten sich bewusst sein, dass das US-Finanzministerium die Integrität des US-Finanzsystems mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aggressiv schützen wird.» Zuvor hatte die Finma ein Enforcement-Verfahren gegen MBaer abgeschlossen. Dieses sah als Massnahme den Bewilligungsentzug sowie die Liquidation der Bank vor. Weil MBaer dagegen vor dem Bundesverwaltungsgericht klagte, wurde die Massnahme zunächst nicht wirksam. Nach dem Eingreifen der Amerikaner zog die Bank am Freitag die Beschwerde allerdings zurück, sodass die Liquidation eingeleitet werden konnte. Die Finma kann und muss in gravierenden Fällen eine Strafanzeige einreichen. Ein Sprecher der Behörde wollte sich zum konkreten Fall nicht äussern. In einem Statement schreibt die Behörde: «Für die Finma besteht gegenüber den Strafverfolgungsbehörden eine Anzeigepflicht, wenn sie von strafbaren Handlungen im Sinne von Art. 38 Abs. 3 FINMAG Kenntnis erlangt. Die Finma zeigt allfällig strafrechtlich relevante Angelegenheiten bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde an. Die Finma äussert sich nicht dazu, ob und gegebenenfalls wo sie Anzeige erstattet.» Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft gegenüber Tippinpoint am Mittwoch sagte, sei derzeit keine Strafanzeige gegen MBaer eingereicht worden. ### Nun dürfte der Bundesrat die Iran-Gelder in der Schweiz einfrieren URL: https://www.tippinpoint.ch/nun-duerfte-der-bundesrat-die-iran-gelder-in-der-schweiz-einfrieren/ Last updated: 2026-07-18T23:03:00.000Z Im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte man sich am Sonntag noch nicht zur Frage äussern, ob mögliche Gelder des iranischen Regimes auf dem hiesigen Finanzplatz gesperrt werden. Eine Antwort wurde für Montag in Aussicht gestellt. Der Blick auf das Vorgehen des Bundesrats im Fall Maduro macht die Wahrscheinlichkeit einer solchen Massnahme deutlich. Zwei Tage nach der Festnahme und Entführung des venezolanischen Präsidenten durch die USA verfügte der Bundesrat am 5\. Januar die [Sperre allfälliger Gelder Maduros](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78512/maduro-gelder%5Fgesperrt%5F-%5Fmehrere%5Fbanken%5Fsitzen%5Ftief%5Fim%5Fvenezuela-sumpf%5F.html) und seiner Entourage. Damit soll verhindert werden, dass illegal erworbene Vermögenswerte abfliessen, bevor rechtliche Schritte zur Rückführung dieser Gelder nach Venezuela eingeleitet werden. Entscheidend für die auf das Potentatengeldergesetz SRVG gestützte Massnahme sei nicht, ob der Machtverlust rechtmässig oder völkerrechtswidrig herbeigeführt worden sei, erklärte der Bundesrat, und weiter: «Entscheidend ist die Tatsache, dass ein Machtverlust eingetreten ist und somit neu die Möglichkeit besteht, dass der Herkunftsstaat zukünftig Rechtshilfeverfahren mit Bezug auf die unrechtmässig erworbenen Vermögenswerte anstrengen wird.» Die Parallelen zu Iran, wo das Staatsoberhaupt dem Angriff der USA und Israels zum Opfer fiel, sind offensichtlich. Die Bewegung Free Iran Switzerland hatte schon vor Kriegsbeginn die Einfrierung sämtlicher Gelder des islamischen Regimes, der Revolutionsgarde und der Basij auf Schweizer Bankkonten gefordert. Konkrete Angaben über solche Vermögenswerte gibt es nicht. Die Sorgfaltspflichten im Umgang mit Geldern politisch exponierter Personen (PEP) und das Verbot der Terrorismusfinanzierung sollten Transaktionen über den Schweizer Finanzplatz verhindern. ### Erhöhen die USA den Druck auf die Schweiz Dass sich diesbezüglich nach wie vor schwarze Schafe auf dem Finanzplatz tummeln, macht die soeben bekannt gewordene [Schliessung der Bank MBaer](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78624/connection%5Fzu%5Frussland%5Fund%5Firan%5Fusa%5Fdrohen%5Fmbaer%5Fmit%5Fausschluss%5Faus%5Fdem%5Fdollar%5F.html) deutlich. Die kleine Zürcher Bank habe illegale Geschäfte mit Russland und Iran betrieben, inklusive den iranischen Revolutionsgarden und den Quds-Brigaden, prangerte das US-Finanzministerium am letzten Donnerstag an. Der Druck der USA, MBaer vom Dollar-Handel auszuschliessen, führte dazu, dass das Institut den Widerstand gegen den bereits drei Wochen zuvor von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma verfügten Bewilligungsentzug aufgab. Wieweit das aggressive Vorgehen der USA mit einem Auftritt des Finanzministers gegen das Schweizer Mini-Institut einen Vorgeschmack auf neuen amerikanischen Druck im Zuge der Iran-Offensive liefert, wird sich zeigen. Laut Medienberichten soll ein hoher Beamter des US-Finanzministeriums in der neuen Woche in Bern vorsprechen. ### UBS 2005 mit 100 Millionen Dollar gebüsst Das weckt Erinnerungen an die Nullerjahre: [2005 büsste die US-Notenbank die ](https://www.nzz.ch/newzzDU2PKLHW-12-ld.349539?ref=tippinpoint.ch)[UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) mit 100 Millionen Dollar, weil die Grossbank im Notenhandel mit Ländern geschäftete, die von einem US-Embargo betroffen waren, darunter Iran. Im Jahr darauf gaben UBS und Credit Suisse öffentlich bekannt, dass sie die Geschäfte mit Kunden aus Iran und Syrien abgebrochen haben. Der Rückzug aus Ländern, die von den USA als «Schurkenstaaten» angeprangert wurden, sorgte deshalb für Aufsehen, weil die Banken auf ihre sprichwörtliche Diskretion verzichteten. Es könne ohnehin nicht geheim gehalten werden, wenn man einem Kunden schriftlich die Auflösung des Bankdepots mitteile, argumentierte die UBS damals. Zeitlich fiel der Rückzug mit Berichten über die Umlagerung der iranischen Währungsreserven zusammen, weg von Banken der EU-Länder auf Offshore-Plätze und möglicherweise in die Schweiz. Die einzige Statistik über iranischen Guthaben in der Schweiz stammt von der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Demnach verwalteten die Schweizer Banken Ende 2024 Guthaben aus Iran in der Höhe von 228 Millionen Franken. Ein deutlicher Rückgang war letztmals 2018 verzeichnet worden, und zwar von 1,867 Milliarden auf 348 Millionen Franken. Diese Zahlen sind insofern unvollständig, als die nicht in den Bilanzen geführten Wertschriftendepots fehlen. ### Der zweite Versuch für ein globales WhatsApp-Geld URL: https://www.tippinpoint.ch/der-zweite-versuch-fuer-ein-globales-whatsapp-geld/ Last updated: 2026-07-18T23:03:01.000Z Meta (ehemals Facebook) startet den zweiten Versuch, ein weltweites Zahlungssystem einzuführen, mit dem die drei Milliarden Nutzer der unternehmenseigenen Social-Media-Kanäle WhatsApp, Instagram und [Facebook](https://www.tippinpoint.ch/tag/facebook/) Transaktionen ausführen könnten. Die Abwicklung soll über Stablecoins erfolgen – was vor allem internationale Zahlungen drastisch beschleunigen und vergünstigen würde. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Buterin macht Ethereum «Quantensicher» • [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) ändert Strategie nicht --- Der Krypto-Mediendienst CoinDesk berichtet, dass [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/) ein Request for Proposal (RFP) an Drittanbieter verschickt habe, um die technische Abwicklung zu übernehmen. Mehrere unabhängige Quellen bestätigten diese Pläne. Stripe gilt dabei als wahrscheinlichster Partner für den Pilotbetrieb. Der Zahlungsabwickler hat im Februar des vergangenen Jahres das Stablecoin-Infrastrukturunternehmen Bridge für über 1,1 Milliarde Dollar akquiriert. Parallel zur Stablecoin-Integration entwickelt Meta ein neues Wallet. ### Zahlreiche Wallet-Tests Gemäss Medienberichten soll dieses digitale Stablecoin-Wallet Transaktionen mit gängigen Dollar-Stablecoins wie Tether und US-Dollar-Coin (USDC) ermöglichen. Die Integration von Stablecoin-Zahlungen wird Metas kontinuierliches Engagement im Bereich Peer-to-Peer-Zahlungen unterstützen. Der Tech-Gigant unterstützt bereits digitale Geldbörsen wie PayPal über [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/) Pay. Das Unternehmen hat ausserdem Krypto-Transaktionen über Instagram mit der Integration der digitalen Web3-Wallets MetaMask und Coinbase Wallet getestet. Stripe hat Meta bereits in der Vergangenheit seine Zahlungsabwicklungsdienste zur Verfügung gestellt und 2023 die Zahlungsakzeptanz auf WhatsApp ermöglicht, damit Unternehmen Zahlungen über die Messaging-Plattform abwickeln können. Die Beziehungen zwischen den beiden Unternehmen wurden noch enger, als Patrick Collison, CEO von Stripe, im April 2025 in den Verwaltungsrat von Meta berufen wurde. ### Kein eigener Stablecoin Andy Stone, Vice President of Communications bei [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/), betonte in einem Beitrag auf X – unmittelbar nach diesen Medienmeldungen –, dass das Unternehmen keinen eigenen Meta-Stablecoin einführen werde. Meta wolle Stablecoins von Drittanbietern unterstützen, um Stablecoin-Zahlungen auf seinen Social-Media-Plattformen zu ermöglichen. Das Bigtech-Unternehmen hat seit langem Interesse daran, Stablecoin-Zahlungen für seine Milliarden Social-Media-Nutzer weltweit einzuführen. Der erste Vorstoss ging jedoch schief. Meta verfolgt nun einen anderen Ansatz. Das wiederauflebende Interesse von Zuckerberg und Meta an Stablecoins folgt sieben Jahr nach dem Zusammenbruch ihres eigenen digitalen Währungsprojekts Libra, das später in Diem umbenannt wurde. Im Jahr 2019 kündigte das Technologie- und Social-Media-Unternehmen, damals noch unter dem Namen [Facebook](https://www.tippinpoint.ch/tag/facebook/), die Einführung einer Peer-to-Peer-Digitalwährung mit dem Namen Libra an, die für interne Zahlungen auf den eigenen Social-Media-Plattformen konzipiert war. Die digitale Währung sollte im Verhältnis 1:1 mit Fiat-Währungen wie dem Dollar und dem Euro gedeckt sein und in der digitalen Geldbörse Novi gespeichert werden. ### Widerstand von Regierungen, Politik und Notenbanken Meta wollte auch damals mit Libra seiner milliardenstarken Social-Media-Nutzerbasis sofortige, kostengünstigere Zahlungen ermöglichen, die so einfach sind wie das Versenden von Nachrichten an andere Nutzer innerhalb des Social-Media-Netzwerks. Libra stiess jedoch mit Einführung auf heftigen Widerstand von Regierungen, Zentralbanken und Politikern weltweit. Zuerst wurden einige Anpassungen vorgenommen und dann das Projekt ganz eingestellt. Diese Initiative von [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/) und Partnern zeigt, dass sich die Zahlungsabwicklungsinfrastruktur in Richtung Blockchain-basierte Zahlungswege bewegt. Diese sind viel schneller als herkömmliche und können nahtlos über Social-Media-Apps genutzt werden, was für hohe Anwenderfreundlichkeit sorgt. Stablecoins werden für grenzüberschreitende Zahlungen und eingebetteten Handel immer praktikabler. ### Weniger Angriffsfläche Facebook respektive Meta hat gelernt. Das ursprüngliche Konzept von Libra bestand darin, sich an einen Korb von Staatswährungen zu binden, was bedeutete, dass es nicht nur die Zahlungssysteme verschiedener Länder, sondern auch die Währungshoheit selbst in Frage stellte. Während der Anhörung im US-Kongress zu Libra stellten die Gesetzgeber Zuckerberg wiederholt die eine entscheidende Frage: Wollen Sie wirklich den Dollar ersetzen? Zuckerberg konnte die Zweifel nicht ausräumen. Mit dem neuen Konzept wird nur die zugrundeliegende Performance von Meta geliefert; das Unternehmen emittiert keine eigene Währung. Verschickt werden Dollar (als Stablecoins) auf der Stablecoin-Infrastruktur anderer Anbieter. Meta steht nicht mehr in der «Schusslinie». Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer systematischen Umgestaltung der Kryptowährungsregulierung. Die Verabschiedung des Genius Act bedeutet, dass Stablecoin-Emittenten zum ersten Mal eine klare rechtliche Identität erhalten. Von Mindestreserveanforderungen bis hin zu Offenlegungsstandards, vom Verbraucherschutz bis zum Marktzugang entsteht ein vollständiger Regulierungsrahmen. Der Kern dieser Veränderung besteht darin, dass die Regulierungsbehörden nicht mehr versuchen, etwas zu blockieren, sondern damit beginnen, die Startbahn zu markieren. Sobald die Regeln klar sind, wird ein konformer Betrieb möglich. Die Entscheidung von [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/), zum jetzigen Zeitpunkt wieder einzusteigen, ist kein Zufall. Für ein Unternehmen wie [Meta](https://www.tippinpoint.ch/tag/meta/), das soziale Transaktionen in dieser Grössenordnung abwickelt, bieten an den Dollar gekoppelte Stablecoins Geschwindigkeits- und Kostenvorteile, mit denen bisherige Systeme nur schwer mithalten können. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch Umsetzung der Wallet-Infrastruktur und die Compliance-Architektur. Als grosse Frage bleibt, ob die Drittpartner wie Stripe und Bridge eine Echtzeitabwicklung mit der erforderlichen Ausfallsicherheit für diese Transaktionsvolumen gewährleisten können. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Buterin macht Ethereum «Quantensicher» Der Mitbegründer von Ethereum, Vitalik Buterin, hat am Donnerstag einen Fahrplan zum Schutz der Blockchain vor den langfristigen Risiken durch Quantencomputer vorgestellt – kurz nachdem die Ethereum Foundation ein spezielles Post-Quanten-Forschungsteam zur Untersuchung dieses Themas eingerichtet hatte. Zwar gibt es noch keine Quantencomputer, die moderne Kryptografie knacken können, doch könnten sie eines Tages die digitalen Signaturen und Kryptographie-Systeme brechen, die Ethereum sichern. In einem [Beitrag auf X](https://twitter.com/VitalikButerin/status/2027075026378543132?ref=tippinpoint.ch) identifizierte Buterin vier wichtige Schwachstellen: Validator-Signaturen, die im Konsens verwendet werden, das Datenverfügbarkeitssystem von Ethereum, alltägliche Wallet-Signaturen und bestimmte Zero-Knowledge-Proofs, die von Anwendungen und Layer-2-Netzwerken verwendet werden. Buterin stellte auch Strategien vor, um diese Schwachstellen zu «reparieren». ## Strategy ändert Strategie nicht Ist es grenzenloses Vertrauen oder Leichtsinn? Michael Saylor kauft in der Kursschwäche weiter Bitcoins und stockt seine Bestände auf. Zwischen dem 17\. und 22\. Februar erwarb sein Unternehmen [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/) weitere 592 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 67’286 Dollar. Finanziert wurde die Transaktion durch den Verkauf eigener Aktien. Laut Firmenunterlagen stehen im Rahmen des aktuellen Verkaufsprogramms noch Aktien im Wert von rund 7,8 Milliarden Dollar zur Verfügung. Strategy hält mittlerweile insgesamt 717’722 Bitcoins mit einem Wert von fast 50 Milliarden Dollar. Die gesamten Anschaffungskosten belaufen sich jedoch auf fast 55 Milliarden – daraus entsteht ein Buchverlust. Ein gewichtiger Teil der Bitcoins wurde zudem mit Fremdkapital erworben. Das ist eine Gefahr für Saylor und den Gesamtmarkt. Würde der Bitcoin massiv weiter fallen, müsste Strategy früher oder später verkaufen – was den Markt noch stärker belasten würde. Davon geht Saylor nicht aus, auf der Plattform X kündigte er an, der Frühling für den Bitcoin stehe kurz bevor. ### UBS holt BIZ-Schwergewicht Agustín Carstens in den Verwaltungsrat URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-holt-biz-schwergewicht-agustn-carstens-in-den-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-07-18T23:03:01.000Z Neben dem Wechsel von Markus Ronner in den Verwaltungsrat der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), wo er Lukas Gähwiler als Vizepräsident ablösen wird, kommt es zu zwei weiteren Neuzugängen. Wie die Bank am Freitag mitteilte, schlägt sie Agustín Carstens zur Wahl ins höchste Leitungsgremium der Bank vor. Bekannt wurde der Mexikaner als Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Diese Rolle übte er von 2017 bis Juni 2025 aus. Zuvor war der 68-Jährige unter anderem Gouverneur der Zentralbank von Mexiko. Ebenfalls ins Gremium kommen soll Luca Maestri, der derzeit Vizepräsident Corporate Services bei Apple ist und direkt an den CEO berichtet, wie die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) schreibt. Zuvor war er mehr als ein Jahrzehnt Finanzchef des Techkonzerns. In früheren Jahren war er unter anderem Finanzchef von GM Europe mit Sitz in Zürich. Aus dem UBS-Verwaltungsrat austreten werden William C. Dudley und Jeanette Wong. ### Keller-Busse: Ende März werden die ersten CS-Systeme heruntergefahren URL: https://www.tippinpoint.ch/keller-busse-ende-maerz-werden-die-ersten-cs-systeme-heruntergefahren/ Last updated: 2026-07-18T23:03:02.000Z Noch bis Ende März laufen die alten CS-Systeme, dann sollen sie allmählich abgeschaltet werden. Bis Ende Jahr sollen dann alle Systeme definitiv heruntergefahren sein. Das sagte Sabine Keller-Busse an der Finanz’26 im Zürcher Kongresshaus. Sie sei unheimlich erleichtert, dass alles so gut gelaufen sei, sagte die Schweiz-Chefin der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) auf dem Podium. Noch sind nicht alle alten CS-Kunden migriert. Keller-Busse nannte namentlich Offshore-Kunden, die ihr Geld in der Schweiz buchen. Allerdings gibt es auch noch etliche Schweizer Privat- und Firmenkunden, deren Switch-over-Event für den März terminiert ist, wie Tippinpoint aus Gesprächen mit früheren CS-Kunden weiss. Bis Ende 2025 waren 85 Prozent der Schweizer Kunden auf die UBS-Systeme migriert. Durch den Wegfall der alten IT-Infrastruktur der Credit Suisse erhofft sich die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hohe Einsparungen. Wann sich die Kosteneinsparungen in der Erfolgsrechnung niederschlagen werden, ist unklar. Erste Indikationen müssten im Halbjahresergebnis zu sehen sein. Wie die Grossbank vor zwei Wochen bekanntgab, plant sie im indischen Hyderabad zusätzlich rund 2000 Stellen im Technologiebereich zu schaffen. In der südindischen Metropole beschäftigt sie bereits rund 2000 Personen. Weitere Service-Standorte betreibt die UBS in Bangalore und Navi Mumbai. ### Connection zu Russland und Iran: USA drohen MBaer mit Ausschluss aus dem Dollar URL: https://www.tippinpoint.ch/connection-zu-russland-und-iran-usa-drohen-mbaer-mit-ausschluss-aus-dem-dollar/ Last updated: 2026-07-18T23:03:02.000Z «MBaer hat im Auftrag illegaler Akteure mit Verbindungen zum Iran und zu Russland über hundert Millionen Dollar durch das US-Finanzsystem geschleust», sagt US-Finanzminister Scott Bessent. «Banken sollten sich bewusst sein, dass das US-Finanzministerium die Integrität des US-Finanzsystems mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aggressiv schützen wird.» In einer [Mitteilung schreibt](https://home.treasury.gov/news/press-releases/sb0408?ref=tippinpoint.ch) das Financial Crimes Enforcement Network des Finanzministeriums (FinCEN): Seit ihrer Gründung haben MBaer und seine Mitarbeiter Geldwäsche und illegale Finanzaktivitäten ermöglicht, unter anderem durch die Erleichterung von Korruption im Zusammenhang mit russischer Geldwäsche sowie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Auftrag von mit dem Iran verbundenen ausländischen Terrororganisationen, darunter die Islamische Revolutionsgarde und ihre Quds-Truppe. Zudem sei MBaer für eine Vielzahl illegaler Akteure ein wichtiger Zugangsknotenpunkt zum US-Dollar, wodurch die nationale Sicherheit der USA gefährdet und die Integrität des US-Finanzsystems untergraben werde. Die Behörde droht offen mit dem Ausschluss der Bank aus dem Dollarraum. Sie beruft sich dabei auf den Patriot Act, der es erlaubt, dass FinCEN bestimmte Sondermassnahmen anordnen kann. Im Fall der MBaer soll amerikanischen Banken verboten werden, ein Korrespondenzkonto für MBaer zu führen. ### MBaer ficht Finma-Verfügung an Nach der Kommunikation der US-Behörden hat auch die Berner Finma eine Mitteilung verschickt. Sie schreibt, dass sie vor drei Wochen ein Enforcementverfahren in Zusammenhang mit Geldwäschereivorschriften und dem Risikomanagement von Sanktionsmassnahmen abgeschlossen habe. Die Finma-Verfügung ist noch nicht rechtskräftig, da sie eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht hat. Als «flankierende» Massnahme hat der Regulator unter anderem einen «Monitor» eingesetzt. Gründer und CEO der Bank ist Michael (Mike) Bär. Der ist der Urenkel des Gründers von Julius Bär. Er war selbst Mitglied der Konzernleitung und entschied sich 2015, eine eigene Bank aufzubauen. Die Bank schreibt in einer Stellungnahme, dass die Mitteilung der FinCEN zur Kenntnis nehme und nach Rücksprache mit US-Anwälten dazu Stellung nehme. Weiter heisst es, MBaer kooperiere weiterhin vollumfänglich mit den zuständigen Behörden und unterstütze die Tätigkeit des eingesetzten Prüfbeauftragten. ### AXA Schweiz erzielt einen leicht höheren Gewinn URL: https://www.tippinpoint.ch/axa-schweiz-erzielt-einen-leicht-hoeheren-gewinn/ Last updated: 2026-07-18T23:03:03.000Z Die französische [AXA](https://www.tippinpoint.ch/tag/axa/) Gruppe konnte das Prämienvolumen im Schweizer Markt um sieben Prozent auf 6,6 Milliarden Franken erhöhen. Die Versicherungsgruppe wies einen Reingewinn 805 Millionen Franken aus – ein leichtes Plus von drei Prozent. Axa Schweiz profitierte von geringeren Unwetter- und anderen Grossschäden in diesem Jahr. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 90,1 Prozent. Eine Ausnahme bildete der Felssturz in Blatten im Mai 2025, der mit rund CHF 40 Millionen zu Buche schlug. Der neue AXA-Schweiz-CEO Patric Deflorin spricht von einem «sehr erfolgreichen Jahr». Das grösste Wachstum erzielte [AXA](https://www.tippinpoint.ch/tag/axa/) Schweiz mit Lösungen für die private Vorsorge. Die Prämieneinnahmen stiegen um 21 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. In der beruflichen Vorsorge dagegen legte das Prämienvolumen nur leicht auf 845 Millionen Franken zu. Laut AXA konnte Preissenkungen durch Marktanteilsgewinne kompensiert werden, gleichzeitig nahmen die Risikoleistungen wergen steigender Invaliditätsfälle zu – fast die Hälfte davon psychisch bedingt. ### Dunkle Wolken ziehen sich über dem Private-Credit-Markt zusammen URL: https://www.tippinpoint.ch/dunkle-wolken-ziehen-sich-ueber-dem-private-credit-markt-zusammen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:03.000Z Laut Strategen der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) könnte sich der Private-Credit-Markt weiter eintrüben. In einem aktuellen Worst-Case-Ausblick gehen sie davon aus, dass die Ausfallquoten auf bis zu 15 Prozent anschnellen könnten. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in einer Prognose, die erst vor weniger als einem Monat veröffentlicht wurde. Dies wäre dann der Fall, wenn künstliche Intelligenz eine «aggressive» Disruption bei Unternehmensschuldnern auslöst. UBS-Stratege Matthew Mish sieht eine «schnelle und tiefgreifende» Umwälzung ganzer Geschäftsmodelle durch KI als primären Auslöser des Unheils. Die Sorge, dass künstliche Intelligenz die US-Wirtschaft «massiv» destabilisieren könnte, habe in den vergangenen Wochen spürbar zugenommen. «Neu ist vor allem ein klarer erkennbarer Katalysator – eine rasche, schwere KI-getriebene Disruption», heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Die Nervosität an den Märkten hat zuletzt stark zugenommen. US-Aktien gerieten zum Wochenstart unter Druck, nachdem Citrini Research mit Schockprognosen im Zusammenhang mit KI für Aufsehen sorgte. In dem Bericht ist von einer Arbeitslosenquote von über 10 Prozent in den USA sowie einem starken Rückgang des S&P 500 bis 2028 die Rede. ### Branchenschock löst Kettenreaktion aus Kurz zuvor hatte Blue Owl Capital bei einem Private-Credit-Fonds die Gates hochgefahren und die Rücknahmen eingeschränkt – was zusätzlich Öl ins Feuer goss. Die Aktien grosser Private-Credit-Anbieter mussten deutlich Federn lassen. Blue Owl verlor seit Anfang Jahr rund 30 Prozent. Ebenfalls stark abgegeben haben [Blackstone](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackstone/) (minus 26 %) und Apollo Global Management (minus 22 %). Aus Sicht der UBS-Strategen liegt das grösste Risiko in einem Branchenschock, der zu einer Kettenreaktion führen könnte: «Die akuteste Gefahr besteht darin, dass ein branchenspezifischer Einbruch zu einer Kaskade von Ausfällen führt.» Besonders anfällig sei die Technologiebranche, die durch eine schnelle KI-Adoption und durch einen plötzlichen Investitionsrückgang doppelt unter Druck geraten könne. ### Wenn Jamie Dimon warnt Aktuell liegen die Ausfallquoten im Private-Credit-Segment zwar noch zwischen drei und fünf Prozent. Gleichzeitig nehmen laut [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) jedoch Stresssignale zu. Dazu zählten unter anderem sogenannte Payment-in-Kind-Zinsen: Statt mit Cash werden fällige Zinsen mit Aktien, Anleihen oder Schuldscheinen im Gegenwert der Zinsen beglichen. Auch für andere Kreditmärkte fällt der UBS-Ausblick düster aus. Für Leveraged Loans rechnen die Strategen im Worst Case mit Ausfallraten von bis zu sechs Prozent, für Hochzinsanleihen sogar mit bis zu zehn Prozent. In der vorherigen Analyse lagen diese Obergrenzen noch bei vier beziehungsweise acht Prozent. Der Private-Credit-Markt wird auf rund 1,8 Billionen Dollar geschätzt. Er gilt als wenig transparent und steht seit Längerem unter Druck. Anfang Woche meldete sich auch Jamie Dimon mit einer Warnung zu Wort. Der JP-Morgan-Chef zog Parallelen zu den Jahren vor der globalen Finanzkrise 2008\. Damals hatte eine Kreditbonanza der Wall-Street-Banken im US-Immobilienmarkt das internationale Finanzsystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. ### UBS stellt das amerikanische Wealth-Management neu auf URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-stellt-das-amerikanische-wealth-management-neu-auf/ Last updated: 2026-07-18T23:03:04.000Z Es ist das Geschäft mit den schlechtesten Zahlen. Jetzt unternimmt die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) einen neuen Versuch, das Wealth-Management-Geschäft in den USA neu aufzustellen. Die wichtigste Neuerung: Lisa Golia soll die Leitung der US-Wealth-Management-Advisors im operativen Tagesgeschäft übernehmen, wie mehrere US-Medien berichteten. Golia war in den vergangenen zwei Jahren als Chief Operating Officer in der amerikanischen Vermögensverwaltung der Grossbank tätig. Zuvor arbeitete sie mehr als 20 Jahre bei Morgan Stanley. In ihrer neuen Funktion verantwortet sie unter anderem Führung, Rekrutierung, Mitarbeiterbindung und Vergütungsstrukturen – also die wichtigsten Hebel im hart umkämpften amerikanischen Beratermarkt. Golia berichtet künftig an Mike Camacho, den Leiter des US-Wealth-Managements der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Camacho selbst will sich stärker auf strategische Themen konzentrieren, wie es heisst. Dazu zählen insbesondere der Ausbau der amerikanischen Bankgeschäfte, eine bessere Verzahnung mit anderen Einheiten der UBS und die Entwicklung neuer Produkte. Bekannt ist, dass sich die UBS um eine Lizenz für den US-Markt bemüht («National Bank Charter»). Inzwischen hat sie eine vorläufige Genehmigung der Aufsichtsbehörden erhalten. ### Schon viele haben sich die Zähle ausgebissen Golia wäre nicht die erste Managerin, die sich in diesem Geschäft die Zähne ausbeisst. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) versucht seit Jahren, ihr Beratergeschäft, das sie einst von Paine Webber übernommen hat, profitabler zu machen – bisher mit bescheidenem Erfolg. Das grösste Problem sind die notorisch hohen Provisionen, die die unabhängigen Broker erhalten. Oberster Verantwortlicher ist Rob Karofsky, Co-Chef des Global Wealth Management (GWM) und Amerikaregionenchef. Als er letztes Jahr das Provisionsmodell anpasste, wechselten in der Folge etliche Berater zu einem Konkurrenten. Die hohen Kosten der Berater drücken auf die Profitabilität des GWM-Abteilung, die im Vergleich zu anderen reinen Wealth Managern über eine deutlich schlechtere Cost-Income-Ratio verfügt. Mit der Beförderung von Lisa Golia gehen weitere personelle Anpassungen einher. John Vander Zee folgt Golia als COO nach. Ben Firestein, ebenfalls mit langjähriger Morgan-Stanley-Erfahrung, übernimmt die Verantwortung für Sales, Beraterentwicklung und Recruiting. ### Wie das Parlament den Banken-Notfallfonds durchdrücken will URL: https://www.tippinpoint.ch/wie-das-parlament-den-banken-notfallfonds-durchdruecken-will/ Last updated: 2026-07-18T23:03:04.000Z Wie verzweifelt muss ein Parlament sein? Letzten Freitag entschied die Finanzkommission des Nationalrates mit 19 zu 6 Stimmen, per 2027 den Public Liquidity Backstop (PLB) für systemrelevante Banken einzuführen. Man erinnert sich vage: Der war die Liquiditätshilfe, die die Nationalbank der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zur Stabilisierung der Credit Suisse zur Verfügung gestellt hat. Weil es damals keine rechtliche Grundlage für den PLB gab, musste Notrecht angewandt werden, um die Hilfen in Höhe von 100 Milliarden Franken zur Verfügung zu stellen. Insgesamt umfasste das Stabilisierungspaket 259 Milliarden Franken – 50 Milliarden als ELA (Emergency Liquidity Assistance) der Nationalbank, 100 Milliarden als ELA+ («abgesichert» durch ein sogenanntes Konkursprivileg) sowie maximal 9 Milliarden als Absicherung für Verluste der CS. Es herrschte breiter Konsens darüber, dass der PLB in ordentliches Recht überführt werden sollte. Doch die Beratungen zum ursprünglich von der Basler Ständerätin Eva Herzog eingebrachten Vorstoss wurden mehrfach verschoben. Die Wirtschaftskommission (WAK) des Ständerats hatte die Beratungen [im Oktober 2023 und Ende August 2024 vertagt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77916/der%5Fpublic%5Fliquidity%5Fbackstop%5Fwird%5Ferneut%5Fauf%5Fdie%5Flange%5Fbank%5Fgeschoben%5F.html). Im Februar 2025 hatte die WAK des Ständerats die Vorlage erneut auf die lange Bank geschoben und entschieden, die Beratungen voraussichtlich bis Ende 2026 zu verschieben. Die Ausgestaltung einer solchen staatlichen Liquiditätssicherung könne nur im «Gesamtkontext des Too-big-to-fail-Regelwerks» definiert werden, hiess es damals. ### PLB rutscht ins Entlastungspaket Doch jetzt soll es plötzlich schneller gehen. Nach dem Willen der Finanzkommission soll der Bundesrat per 2027 durch eine entsprechende Änderung des Bankengesetzes ermächtigt werden, eine solche Liquiditätssicherung per Verordnung einzuführen. Interessant ist, dass der PLB nun völlig überraschend als Teil des Entlastungspakets behandelt wird, das gemäss aktueller Planung ein Volumen von rund 2 Milliarden Franken haben soll. Pikant: Der PLB soll dabei einen Anteil von 140 Millionen Franken zum Paket beitragen. Damit hat sich die Finanzkommission nicht nur dafür ausgesprochen, dass die systemrelevanten Banken eine jährliche Versicherungsprämie für den Backstop bezahlen sollen, sondern auch die eine Richtgrösse für die Höhe des Betrags festgelegt (letztlich entscheidet Bundesrat über den Betrag). ### Hochumstrittene PLB-Prämie Ob und wie viel die Banken für den PLB zu bezahlen haben, ist eine hochumstrittene Frage. Während die Banken nicht bezahlen wollen, schon gar nicht im Voraus. Befürworten andere viel höhere Prämien von über einer Milliarde Franken jährlich. Ökonomen der Universität Bern haben vor einem Jahr in einem Paper geschrieben, dass der TBTF-Status der Schweizer SIBs konservativ geschätzt zu einer Reduzierung der Finanzierungskosten führt, die weit über die vorgeschlagene Ex-ante-Kompensation hinausgeht. Allein die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) soll im Jahr 2022 mit mindestens 2,9 Milliarden US-Dollar davon profitieren haben. Die Einbindung des PLB ist auch aus einem anderen Grund heikel. Angenommen, das Volk lehnt das Entlastungspaket ab, sollte gegen das Entlastungspaket das Referendum ergriffen werden. Mit einem solchen Entscheid wäre der PLB erledigt. In einer nächsten Krise wäre es politisch kaum zu vertreten, den PLB erneut via Notrecht einzuführen, wie das der Bund im Fall der UBS/CS getan hatte. Nicht zuletzt deshalb gibt es Stimmen in Bern, die den PLB gar nicht ins ordentliche Recht überführen möchten, sondern beim nächsten Mal lieber erneut auf Notrecht zurückgreifen möchten. ### Bellevue Group wird durchgeschüttelt - 15 Prozent der Stellen weg URL: https://www.tippinpoint.ch/bellevue-group-wird-durchgeschuettelt-15-prozent-der-stellen-weg/ Last updated: 2026-07-18T23:03:05.000Z Die [Bellevue](https://www.tippinpoint.ch/tag/bellevue/) Group hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Gewinn schrumpfte um 80 Prozent auf 1,9 Millionen Franken ein. Die verwalteten Kundenvermögen sanken um 5,3 Milliarden, ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Haupttreiber waren die unterdurchschnittliche Entwicklung des Healthcare-Sektors, Mittelabflüsse sowie die Abwertung des US-Dollars um 12,6 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken. Da mehr als drei Viertel der Anlagen in Dollar denominiert sind, schlugen die Währungseffekte mit rund 550 Millionen Franken negativ zu Buche. Entsprechend gingen um ein Viertel 52,6 Millionen zurück. Der Geschäftsaufwand sank um 16 Prozent auf 49,1 Millionen Franken. Besonders markant fiel der Rückgang beim Personalaufwand aus. Das Unternehmen reduzierte die Zahl der Vollzeitstellen von 85,5 auf 72,8\. Die Cost-Income-Ratio stieg auf 86,4 Prozent. Trotz des schwierigen Geschäftsgangs hat der Verwaltungsrat seine Honorare gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. CEO von [Bellevue](https://www.tippinpoint.ch/tag/bellevue/) Asset Management, Markus Peter, bezog 2025 eine Gesamtentschädigung von 793’000 Franken. Der frühere CEO der Gruppe, Gebhard Giselbrecht, erhielt 2024 eine Gesamtvergütung von 2,07 Millionen Franken. Im letzten Jahr baute Bellevue die Gruppenleitung um. Sie besteht nun aus drei Personen: CEO und Executive Chairman Veit de Maddalena, Markus Peter, CEO Bellevue Asset Management AG, sowie CFO Stefano Montalbano. ### «Transformationsphase aus eigener Kraft» Veit de Maddalena, exekutiver Verwaltungsratspräsident, spricht von einem «ausserordentlich anspruchsvollen Jahr». Die Unsicherheiten rund um US-Medikamentenpreise, Zölle, und Patentabläufe und der starke Dollarverfall hätten den Healthcare-Sektor insbesondere im ersten Halbjahr belastet. Sogenannte nicht strategiekonforme Aktivitäten wurden reduziert oder verkauft. Die Private-Equity-Tochter Adbodmer AG ging im Rahmen eines Management-Buy-outs an das Management. Die UK-Aktivitäten werden zurückgefahren, das Deutschland-Geschäft auf eine reine Vertriebseinheit gestutzt. Das laufende Jahr soll ein «Übergangsjahr» werden. Investitionen in die technologische Modernisierung der Investmentplattformen seien notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, heisst es im Ausblick. [Bellevue](https://www.tippinpoint.ch/tag/bellevue/) verfüge über eine solide Bilanzstruktur, um diese Transformationsphase aus eigener Kraft zu finanzieren. Die eingeleiteten Massnahmen würden die Grundlage für künftiges profitables Wachstum legen. ### Schweiz sperrt Maduro-Gelder in der Höhe von 687 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/schweiz-sperrt-maduro-gelder-in-der-hoehe-von-687-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:03:06.000Z Dass die Schweiz und ihr Finanzplatz im Schmiergeldskandal um den venezolanischen Erdölkonzern PDVSA [eine zentrale Rolle spielen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78512/maduro-gelder%5Fgesperrt%5F-%5Fmehrere%5Fbanken%5Fsitzen%5Ftief%5Fim%5Fvenezuela-sumpf%5F.html), war schon bisher bekannt. Nun wird deutlich, wie eng das Maduro-Regime mit den hiesigen Banken verbunden ist. Um den Abfluss von möglicherweise kriminellen Geldern zu verhindern, hat der Bundesrat am vergangenen 5\. Januar – zwei Tage nach der Festnahme von Maduro durch ein US-Kommando – die Vermögenswerte von 37 Personen gesperrt. Auf Anfrage von Tippinpoint gab das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) folgende Zwischenbilanz bekannt: Gestützt auf die Verordnung des Bundesrats wurden der Geldwäscherei-Meldestelle (MROS) 687 Millionen Franken gemeldet. Betroffen sind 21 der 37 aufgeführten Personen. 448 Millionen Franken waren laut EDA schon bisher aufgrund von Strafverfahren in der Schweiz gesperrt. Mit der Venezuela-Verordnung von Anfang Jahr wurden also zusätzliche Vermögenswerte in der Höhe von 239 Millionen Franken gemeldet und vorsorglich eingefroren. Das heisst nicht, dass es sich um kriminelle Gelder handelt. Die vierjährige Sperre stellt aber sicher, dass die Mittel nicht abfliessen, bevor in künftigen Verfahren über deren Rechtmässigkeit entschieden wird. Das EDA weist zudem darauf hin, dass Personen und Institutionen, die von der Verordnung betroffene Gelder halten, weiterhin alle neuen Vermögenswerte, die sie identifizieren, sperren und melden müssen. Wer vorsätzlich ohne Bewilligung des EDA Zahlungen oder Übertragungen aus gesperrten Konten tätigt oder gesperrte Vermögenswerte freigibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ob Gelder von Maduro selber von der Sperre betroffen sind, gab das EDA nicht bekannt. Das ist jedoch wenig wahrscheinlich. Zwar ist die Entgegennahme von Geldern politisch exponierter Personen (PEP) in der Schweiz nicht verboten, es gelten jedoch erhöhte Sorgfaltspflichten, die Im Fall eines exponierten Staatsoberhaupts einem Verbot gleichkommen. Neben Maduro und seiner Ehefrau sowie deren drei Söhnen figurieren auf der Liste eine Reihe von ehemaligen Ministern, Funktionären von Banken und staatlichen Institutionen sowie früheren PDVSA-Verantwortlichen. Mitglieder der amtierenden venezolanischen Regierung sind nicht betroffen. ### 800 Millionen Dollar durch Zürcher Staatsanwaltschaft gesperrt Zu den gelisteten Personen gehört auch der Geschäftsmann und Investor Alejandro Betancourt. Er ist im Visier der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, die ein Strafverfahrenb wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei gegen mehrere Personen führt. Dabei wurden rund 800 Millionen Dollar beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage zu einem [NZZ-Bericht](https://www.nzz.ch/zuerich/alejandro-betancourt-ein-schillernder-milliardaer-im-korruptionssumpf-ld.1909080?ref=tippinpoint.ch) bestätigte. Der 46-jährige Betancourt wurde im September 2025 auf Ersuchen der spanischen Justiz in London festgenommen, jedoch kurze Zeit später gegen Kaution wieder freigelassen. Rechtsgrundlage für die vom Bundesrat angeordnete Sperre ist das 2016 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Sperrung und die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ausländischer politisch exponierter Personen (SRVG). Die neue Verordnung ist komplementär zu den bereits seit 2018 bestehenden Sanktionen gegen Venezuela, die die Schweiz von der EU übernommen hatte. Diese stützen sich auf das Embargogesetz, Gelder wurden nach Auskunft des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) bei diesem Sanktionen bisher nicht gesperrt. ### Sperre auch bei völkerrechtswidrigem Diktatorensturz möglich Auf die besonderen Umstände im Fall Venezuela mit der Verhaftung und Überführung Maduros in die USA anspielend, hatte der Bundesrat schon im Januar erklärt, die Gründe für einen Machtverlust seien für eine Sperre gemäss SRVG nicht ausschlaggebend. Auch nicht, ob der Machtverlust rechtmässig oder völkerrechtswidrig herbeigeführt worden sei. «Entscheidend ist die Tatsache, dass ein Machtverlust eingetreten ist und somit neu die Möglichkeit besteht, dass der Herkunftsstaat zukünftig Rechtshilfeverfahren mit Bezug auf die unrechtmässig erworbenen Vermögenswerte anstrengen wird», erklärte der Bundesrat. Gemessen an der Höhe der eingefrorenen Gelder handelt es sich um einen der bisher grössten Fälle von Potentatengeldern in der Schweiz. Noch ist aber völlig offen, ob es im Fall von Venezuela zur Rückführung von Vermögenswerten kommt. Nach der Festnahme und Überführung Maduros in die USA sieht es im Moment nicht danach aus, dass Venezuela rechtliche Schritte einleitet, um die hierzulande blockierten Gelder zurückzuerhalten. Der Bundesrat hatte die Lage in dem südamerikanischen Land im Januar als volatil bezeichnet und von mehreren möglichen Szenarien gesprochen. Die Rechtmässigkeit der Sperre kann von den Betroffenen zudem angefochten werden. Im [Fall der Ukraine](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78584/scheitert%5Fdie%5Frueckfuehrung%5Fvon%5F130%5Fmillionen%5Fan%5Fdie%5Fukraine%5Fan%5Fder%5Fbuerokratie.html) dauerte es drei Jahre, bis das Bundesgericht die Voraussetzungen für die Sperre als erfüllt anerkannte. Das Einziehungs- und Rückerstattungsverfahren eröffnet den von der Sperre Betroffenen weitere Rechtsmittel bis ans Bundesgericht. Eigentlich für die Fälle Tunesien und Ägypten nach dem Arabischen Frühling geschaffen, führte das SRVG bisher noch nie zur Rückerstattung von Potentatengeldern. Seit 2019 wird deshalb über eine Revision des Potentatengeldergesetzes diskutiert. Nach den jüngsten Plänen des Bundesrats soll dies bis spätestens Ende 2028 verwirklicht sein. ### Regiobank Männedorf in schwerer Schieflage - Kunden ziehen Millionen ab URL: https://www.tippinpoint.ch/regiobank-maennedorf-in-schwerer-schieflage-kunden-ziehen-millionen-ab/ Last updated: 2026-07-18T23:03:06.000Z Bald schon werden die Aktionäre über den Verkauf der Regiobank Männedorf an die Acrevis-Gruppe entscheiden. Dass die kleinste Bank kaum andere Optionen hatte, als sich in die Arme einer grösseren Bank zu werfen, zeigt ein Blick in den am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht. Die Bank weist zwar einen hauchdünnen Gewinn von 96’000 Franken aus. Doch dieser kommt nur zustande, weil die Bank Ausgaben für den neuen Hauptsitz in der Bilanz aktivierte, sich aus den Bankreserven bediente und andere Bilanzmassnahmen ergriff. Operativ hat die Bank wie schon 2024 einen Verlust geschrieben. Dieser ist im abgelaufenen Geschäftsjahr sogar noch deutlich grösser ausgefallen. Der sogenannte Geschäftserfolg beträgt minus 1,03 Millionen Franken, gegenüber minus 158’000 Franken im Vorjahr. Die Erträge sind deutlich geschrumpft: Der Nettozinsertrag reduzierte sich auf 3,2 Millionen Franken, gegenüber 4,5 Millionen im Vorjahr. Gestiegene Gebühreneinnahmen konnten diesen Einbruch bei weitem nicht kompensieren. Die Kosten dagegen stiegen erneut an. Der Personal- und Sachaufwand legte um 8 Prozent auf 5,5 Millionen Franken zu. Das Ergebnis wäre noch schlechter, wenn die Bank unter anderem keine Finanzanlagen abgestossen hätte. Insgesamt schraubte die Bank den «anderen ordentlichen Ertrag» auf 627’000 Franken hoch, von 149’000 Franken im Vorjahr. Die Bank weist zwar keine Cost-Income-Ratio aus – berechnet man sie selbst, kommt man auf unhaltbare 106 Prozent. ### Kunden ziehen Gelder ab Die Kunden haben wie schon in den letzten Jahren reagiert und Gelder abgezogen. Die Kundeneinlagen sanken von 275 auf 266 Millionen Franken. Auch die Hypothekarforderungen reduzierten sich leicht. Die gesamten Kundengelder verringerten sich um 4,1 Prozent auf 289,2 Millionen Franken, von 301,6 Millionen im Vorjahr. Wie stark das Management der Bank am Rudern ist, kann man auch im Geschäftsbericht nachlesen. So wird der Anstieg des Sachaufwands unter anderem mit «strategischen Projekten» erklärt, etwa zu Compliance-Anpassungen und «Restrukturierungsmassnahmen», die «verstärkt externe Beratungsleistungen notwendig gemacht» hätten. «Diese Investitionen in rechtliche und fachliche Expertise dienen der nachhaltigen Sicherung unserer Geschäftsaktivitäten.» In ihrem Brief an die Aktionäre sprechen Verwaltungsratspräsident Thomas Stäheli und CEO André Häberling von einem «ertragsseitig sehr anspruchsvollen» Jahr. Im Ausblick für 2026 schreiben sie: «Als substanzstarke Regionalbank blicken wir zuversichtlich in die Zukunft und sehen uns gut auf künftige Veränderungen vorbereitet.» Zum Ende der Eigenständigkeit der früheren Gewerbebank Männedorf nach bald 125 Jahren schreiben sie nichts. Die Generalversammlung findet am 26\. März statt. Dann müssen die Aktionäre über den Verkauf der Bank an die Ostschweizer Acrevis-Gruppe befinden. Es dürfte zu hitzigen Diskussionen kommen. In der [Seegemeinde brodelt es](https://tippinpoint.ch/artikel/78603/regiobank%5Fmaennedorf%5F-%5Fin%5Fder%5Fzuercher%5Fseegemeinde%5Fbrodelt%5Fes.html?ref=tippinpoint.ch). ### Bitcoin-Miner: Die Achillessehne des Krypto-Marktes URL: https://www.tippinpoint.ch/bitcoin-miner-die-achillessehne-des-krypto-marktes/ Last updated: 2026-07-18T23:03:07.000Z Die Kurskorrektur des Bitcoins um rund die Hälfte trifft nicht nur Anleger hart, sie ist auch eine existenzielle Bedrohung für die Miner. Ein Mining-Unternehmen tritt mit seinen Hochleistungsrechnern gegen Konkurrenten an, um komplexe Rechenaufgaben zu lösen und damit Transaktionen zu verifizieren, in der Blockchain festzuschreiben und damit neue Blöcke zu bilden. Der Miner, der einen neuen Block in die Blockchain fügt, wird mit neuen Coins und Gebühren belohnt. Das Mining ist essentiell für die Stabilität und Sicherheit des gesamten Netzwerks. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Saylor versprüht Zweckoptimismus • SBVg: «Schweizer Banken sollen Stablecoins direkt emittieren können» --- Im Kryptowinter geht jeweils die Theorie der Todesspirale des Bitcoins um – so auch im Februar 2026\. Wenn der Bitcoin-Preis zu stark fällt, funktioniert das Geschäftsmodell der Miner nicht mehr. Der Erlös aus dem «Bitcoin-Schürfen» deckt die Produktionskosten – teure Hochleistungsrechner, Hosting, Wartung, Abschreibung und Energie – nicht mehr. Viele Miner werden insolvent und geben auf. Das Netz wird instabiler. Miner, die aus ihrer Tätigkeit hohe Bitcoin-Bestände halten, um ihre Verluste zu decken, werfen sie diese auf den Markt. Dadurch fällt der Kurs weiter. Ist das wirklich eine Todesspirale? ### Niemand kann Anweisungen geben Tatsächlich gehen derzeit viele Miner unter – das belastet den Markt, ist aber nicht das Ende. Die Bitcoin-Blockchain ist ein selbststabilisierendes System. Denn es ist nicht vorgesehen, dass eine Regierung, ein Verwaltungsrat oder ein CEO bestimmen, welche Anpassungen vorgenommen werden können, damit das Schürfen wieder rentabel und effizient wird. Um die Antifragilität des Bitcoin-Systems zu verstehen, muss man drei Elemente betrachten: den Bitcoin-Kurs, die Hashrate und die Difficulty. Je nach Höhe der Notierung werden mehr oder weniger Miner angelockt. Ein steigender Bitcoin-Preis lockt mehr Miner an, da die Profitabilität steigt. Die Hashrate ist eine Messgrösse für die Rechenleistung im Netzwerk. Mehr Miner bedeuten mehr Rechenleistung für die Blockchain. Das macht das Netzwerk sicherer, erhöht aber auch den Wettbewerb. Die Difficulty beschreibt den Schwierigkeitsgrad des Proof-of-Work-Mechanismus. Sie bestimmt, wie viel Rechenleistung erforderlich ist, um einen neuen Block zu finden und damit Transaktionen zur Blockchain hinzuzufügen. Gleichzeitig ist die Difficulty ein Regulator: Das Protokoll passt etwa alle zwei Wochen die Schwierigkeit an, damit im Schnitt alle 10 Minuten ein Block gefunden wird. Steigt die Hashrate, zieht die Difficulty automatisch nach. ### Der Vergleich mit dem Schneeschaufeln In einem Blogbeitrag erklärt die Autorin Dorothée Töreki das enge Zusammenspiel von Hashrate und Difficulty anschaulich in einem Vergleich mit dem Schneeräumen. Die Hashrate soll man sich als eine Gruppe von Schneeräumern vorstellen. Je mehr Räumer im Einsatz sind, desto schneller ist die Strasse frei. Die Difficulty ist die Menge an Schnee, die geräumt werden muss. Das Bitcoin-Netzwerk ist so programmiert, dass die Strasse immer in exakt 10 Minuten freigeräumt ist, d.h. ein neuer Block geschrieben wird, egal, wie viele Räumer (Miner) gerade arbeiten. Sind viele Räumer da, fällt automatisch mehr Schnee. Sind es weniger, fällt weniger Schnee. Wenn plötzlich die Hälfte der Schneeräumer ihre Schaufeln hinwirft – weil sie mit Räumen nicht mehr ihren Lebensunterhalt verdienen können, würde es normalerweise ewig dauern, die gleiche Schneemenge wegzuräumen. Vielleicht würde sogar irgendwann gar kein Schnee mehr geräumt. Übersetzt: Der Bitcoin wäre am Ende, denn es würden keine neuen Transaktionen mehr protokolliert. Doch jetzt schaltet sich das Bitcoin-Protokoll ein, spätestens nach zwei Wochen reagiert das System. Es schneit einfach weniger. Plötzlich schaffen die verbliebenen Räumer ihre Strasse wieder in 10 Minuten. Mit dem gleichen Aufwand, aber weniger Konkurrenz. ### Nicht perfekt selbstregulierend Doch so perfekt selbstregulierend ist das System nicht. Einflussgrössen wie Technologieentwicklungen und menschliche Gier sorgen für Ausschläge. So ist die Rechenleistung seit 2023 grösstenteils immun gegen Preisstürze. Obwohl der Bitcoin-Kurs im Jahr 2022 um über drei Viertel einbrach, legt die Hashrate in diesem Jahr um rund 40 Prozent zu. Die Miner hatten grösstenteils auf eine neue Rechnergeneration umgestellt (S19), die so effizient war, dass sie auch bei diesen tiefen Notierungen noch profitabel arbeiteten. In den vergangenen Monaten kamen mehrere Ereignisse zusammen, die Marktbeobachter als perfekten Sturm für die Mining-Industrie beschreiben. Der Bitcoin-Preis fiel in den vergangenen Wochen auf ein Niveau um die 70'000 Dollar und verharrte dort. Die durchschnittlichen Produktionskosten der Miner liegen deutlich höher in der Region von 87'000 Dollar. Bereits 2024 hatte das letzte Halving die Einnahmen der Miner halbiert, während die Kosten für Strom und Kredite tendenziell sogar stiegen. Im Januar zwang zudem ein grosser Wintersturm in den USA viele Server-Farmen ihre Rechner runterzufahren, um das öffentliche Stromnetz nicht zu überlasten. Viele Miner mussten komplett aufgeben. Anfang Februar reagierte das Netzwerk mit einer ungewöhnlich hohen Reduktion der Difficulty um 11 Prozent. Für die verbleibenden Miner wurde das Schürfen wieder leichter und profitabler. Die Hashrate erholte sich unmittelbar. ![Bitcoin-Miner: Die Achillessehne des Krypto-Marktes](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260251_070247.jpg) Wenn Mining-Unternehmen aufgeben, verkleinert sich das Bitcoin-Netzwerk und die Dezentralität reduziert sich. Hat das Auswirkungen auf die Stabilität und Sicherheit des Bitcoins? Grundsätzlich schon, sagt Phil Lojacono vom Bitcoin Dienstleister Berglinde: «Eine geringere Hashrate reduziert die Sicherheit vor Angriffen, wie z. B. einer 51-Prozent-Attacke, bei der ein Angreifer die Mehrheit der Rechenleistung kontrolliert und Transaktionen manipulieren könnte». Je niedriger die Hashrate, desto günstiger wäre ein solcher Angriff, weil weniger Rechenleistung nötig sei. Allerdings ist das Netzwerk gemäss Lojacono auch bei sinkender Hashrate stabil: Es produziert weiter Blöcke, und Transaktionen werden bestätigt, solange Miner aktiv sind. Die Difficulty-Anpassung sorge dafür, dass das Netzwerk nicht einfriere. Historisch hat der Bitcoin Hashrate-Rückgänge von 30 bis 50 Prozent – etwa nach dem Krypto-Verbot in China 2021 – überlebt, ohne Sicherheitsprobleme. «Langfristig ist das System antifragil: Schwache Miner scheiden aus, starke bleiben, und das Netzwerk wird resilienter. Aktuell bei über 1000 EH/s ist die Sicherheit extrem hoch», so der Berglinde-Experte. (1 EH/s = 1 Trillion Hash-Berechnungen pro Sekunde). ![Bitcoin-Miner: Die Achillessehne des Krypto-Marktes](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260251_070217.jpg) «Wenn die Hashrate kurzfristig sinkt, bedeutet das nicht, dass Bitcoin instabil oder unsicher wird», sagt Bitcoin-Experte und Dozent Rino Borini. In der Theorie reduziere sich die Schwelle für einen Angriff. In der Praxis bleibe der Bitcoin aber selbst nach Rückgängen extrem sicher. «Ein Angreifer müsste enorme Mengen spezialisierter Hardware und Energie kontrollieren. Das sind Investitionen in Milliardenhöhe, die weder kurzfristig verfügbar noch unbemerkt umsetzbar wären», erklärt der Experte. Dazu komme der ökonomische Zusammenhang: Wenn der Bitcoin-Preis fällt, sinkt nicht nur die Hashrate, sondern auch der potenzielle Gewinn eines Angriffs. Kosten und Nutzen bewegen sich parallel. Ein schwächerer Markt mache Angriffe weniger attraktiv, nicht mehr. Borini hält fest: «Sicherheitskosten und Angriffsmotivation fallen parallel Solche Schrumpfphasen sind Stress-Tests, sie eliminieren Schwächen und fördern Innovation wie energieeffizientes Mining und Erweiterung des Geschäftsmodells. ### Die Blockchain läuft zu schnell Doch die Lage für die Miner bleibt sehr angespannt. Einerseits kamen jüngst mit der S21-Generation sehr leistungsfähige Rechner ins System. Andererseits sind die Rechenzentren nach dem Wintersturm in den USA wieder ans Netz gegangen. Das hat zur Folge, dass aktuell die Blockchain zu schnell läuft und ein Block in deutlich unter 9 Minuten geschürft wird. Die nächste Difficulty-Anpassung wird also die Schwierigkeit erhöhen und die Kosten erneut steigen lassen – und das in einer Zeit, in der die Produktionskosten weiterhin deutlich über dem Marktpreis des Bitcoins liegen. Werden die Miner den Markt deshalb mit Bitcoin aus ihren Beständen fluten, um Liquidität zu erhalten? «Miner verkaufen typischerweise einen Teil ihrer geminten Bitcoins, um laufende Kosten zu decken – das ist normal und geschieht unabhängig von der Profitabilität. Das stellt auch neue Bitcoins im Markt sicher», erklärt Phil Lojacono. In defizitären Phasen könnte der Verkaufsdruck tatsächlich zunehmen, da Miner liquide Mittel bräuchten, um durchzuhalten oder Schulden zu tilgen. Das kann den Preis gemäss Berlinde-Experte weiter drücken und einen negativen Feedback-Loop erzeugen. ### Wenn alle Miner kapitulieren würden «Allerdings ist es kein Fluten im Sinne eines massiven Dumps: Miner halten oft einen Teil ihrer Coins als Reserve, und grosse Farmen hedgen sich über Futures oder verkaufen Over-the-Counter, um Marktstörungen zu minimieren», so Lojacono. Im laufenden Jahr würden wir das bereits sehen: Mit sinkendem Preis steigt der Druck, aber es bleibt kontrolliert. Miner generieren täglich rund 450 Bitcoins, was nur einen Bruchteil des täglichen Handelsvolumens ausmache. «Das trägt zur Marktdynamik bei, stärkt aber langfristig die Antifragilität, da es ineffiziente Akteure aussortiert», fügt Lojacono an. Wenn der Bitcoin-Preis unter den Herstellungskosten liegt, wäre doch denkbar, dass alle Miner aufhören. Das ist gemäss Lojacono nur in der Theorie möglich – praktisch spreche die Antifragilität des Bitcoins dagegen. «Selbst in extremen Szenarien, wie einem Preissturz unter 10’000 Dollar würde die Difficulty so weit fallen, dass effiziente Miner, mit günstigem Strom und moderner Hardware wieder einsteigen könnten», sagt Lojacono. Historisch habe der Bitcoin solche Phasen überstanden, zum Beispiel nach dem Crash 2018 oder 2022, ohne dass das Netzwerk kollabierte. Ein vollständiger Ausstieg aller Miner würde eine Art Todesspirale bedeuten, führt der Berglinde-Experte aus, aber der Anreizmechanismus aus Blockbelohnung und Gebühren sowie die dezentrale Natur verhinderten das: «Solange Bitcoin Wert hat, gibt es immer jemanden, der mit Mining Geld verdienen kann». ### Wunschvorstellung der Kritiker Auch Rino Borini bezeichnet das Szenario, dass alle Miner den Betrieb einstellen, als Wunschvorstellung einiger Kritiker. Das sei strukturell unmöglich und genau das sei das Geniale. «Damit alle Miner gleichzeitig aufhören, müsste etwas Fundamentales passieren, beispielsweise ein globaler Stromausfall oder ein Zusammenbruch der Internet-Infrastruktur. In einem solchen Szenario hätte jedoch nicht Bitcoin ein Problem, sondern die gesamte moderne Wirtschaft», fügt Borini an. Mining könne defizitär werden. Das passiere regelmässig, etwa nach einem Halving, nach starken Kurseinbrüchen etc. Das tue weh, führe aber nicht zum Tod des Netzwerks. Mit dem Senken der Difficulty wirke die ökonomische Logik des Bitcoins. Je mehr Miner aufgeben, desto profitabler wird es für diejenigen, die bleiben oder neu einsteigen. «Mining ist ein globaler Wettbewerb mit sehr unterschiedlichen Kostenstrukturen. Betreiber mit Zugang zu günstiger Energie, wie Wasserkraft, Überschussstrom oder abgefackeltem Gas, können auch in schwierigen Marktphasen weiterarbeiten oder schneller zurückkehren», so Borini. Es gebe sogar Miner, die aus der Abwärme Mangos trocknen und diese verkaufen, was wieder neue Erträge gibt und die Kosten reduziert (Greenminig DAO, von tippinpoint.ch porträtiert). Selbst wenn 99 Prozent aller Miner aufhören würden, wäre Mining gemäss Borini für das letzte verbliebene Prozent enorm profitabel. «Das zieht sofort neue Miner an». Ein vollständiger Rückzug aller Miner sei deshalb keine Frage der Motivation, sondern eine logische Unmöglichkeit, solange Bitcoin natürlich irgendeinen Wert hat. Die Antifragilität der Bitcoin-Blockchain ist ein Stabilisator für das System, aber nicht für den Bitcoin-Preis – und sie garantiert auch keine Preisuntergrenze. Die Stabilität und Dezentralität sind jedoch wichtige Elemente, die in die Bewertung des Bitcoins durch den Markt einfliessen. Sicher ist jedoch, dass die Aktien von Miner-Unternehmen, die meist bei höheren Bitcoin Kursen an die Börse gekommen sind, weiter leiden werden, bis sich der Bitcoin-Preis über dem branchenüblichen Break-even-Punkt stabilisiert hat. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## SBVg: «Schweizer Banken sollen Stablecoins direkt emittieren können» In der Medienmitteilung vom 11\. Februar schreibt die Schweizer Bankiervereinigung (SBVg): «Neue Technologien sollen nahtlos in das bestehende Finanzsystem integriert werden. Entscheidend ist eine integrale Regulierung, die auch traditionellen Anbietern Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet und dabei bankfähige, tokenisierte Einlagen und von Banken emittierte Stablecoins zulässt». Damit kritisiert die SBVg einen zentralen Punkt des Vorentwurfs zur geplanten Änderung des Finanzinstitutsgesetzes (FINIG). Die Vernehmlassungsfrist startete im Oktober 2025 und lief bis zum 6\. Februar 2026\. Banken erfüllten die umfassendsten und schärfsten aufsichtsrechtlichen Anforderungen, schreibt die SBVg. Sie müssten deshalb auch in einer tokenisierten Finanzwelt berechtigt sein, sämtliche Finanzdienstleistungen zu erbringen und Tätigkeiten im Finanzbereich auszuüben. Es gebe keinen Grund, Stablecoins nicht auch direkt unter einer Banklizenz emittieren zu dürfen. Auch die europäische Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) sieht keine solchen Einschränkungen für Banken vor. Eine Schweizer Sonderlösung würde den Standort gemäss Bankiervereinigung unnötig schwächen. ## Saylor versprüht Zweckoptimismus Michael Saylor, Chairman des Bitcoin-Treasury Unternehmens [Strategy](https://www.tippinpoint.ch/tag/strategy/), friert nicht im Kryptowinter. Gegenüber Fox News sagte er diese Woche: «Es wird ein Frühling folgen und dann ein glorreicher Sommer». Saylor spricht nicht nur, er handelt auch – zwischen dem 9\. und 16\. Februar erwarb Strategy 2486 Bitcoins für etwa 170 Millionen Dollar. Der Bitcoin Bestand des Unternehmens umfasst damit 717’131 Bitcoins, für die Strategy rund 55 Milliarden Dollar aufgewendet hat. Der jüngste Kauf wurde fast zur Hälfte durch die Ausgabe von Vorzugsaktien mit variabler Dividende (aktuell rund 11 Prozent) finanziert, der Rest über neue Stammaktien. Strategy kann etwas Optimismus gut brauchen. Viele Investoren wetten gegen die Aktie des Unternehmens, die über 70 Prozent unter dem Höchststand notiert. Für das vierte Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 12,4 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Einstiegspreis der Bitcoin-Bestände liegt bei rund 76’000 Dollar. ## Tippinpoint an der Finanz’26 Im Rahmen der Finanz’26 veranstaltet Tippinpoint im Open Forum ein Medienroundtable zum Thema «Bitcoin & Co. im privaten Portfolio». Das Panel findet am 25\. Februar 2026, um 17 Uhr, statt. Es diskutieren Julian Liniger, Co-Founder und CEO, Relai; Jonas Gantenbein, Head of Digital Assets bei der Bank Frick, sowie Marcel Oldenkott, Geschäftsführer und Co-CIO von BIT Capital. Moderiert wird das Roundtable von Werner Grundlehner, Kryptoexperte und Wirtschaftsjournalist Tippinpoint. Für Tippinpoint-Leser gibt es unter [HIER ](https://finanz.ticketino.com/de/visitor/home?ref=tippinpoint.ch)eine begrenzte Anzahl von Gratis-Eintritten. Ticket-Code TP1593 eingeben. First come, first served! See you. ### Kommt die «Prinzessin» Ende April nach Bellinzona? URL: https://www.tippinpoint.ch/kommt-die-prinzessin-ende-april-nach-bellinzona/ Last updated: 2026-07-18T23:03:08.000Z Die Ankündigung des Bundesstrafgerichts kam nüchtern wie immer unter der Spitzmarke «neu veröffentlichter Verhandlungstermin». Der anonymisierte Kurzbeschrieb und die geplante Dauer von 18 Verhandlungstagen zwischen dem 27\. April und dem 22.Mai machten deutlich: Es handelt sich um jenen Fall, der vor 14 Jahren in Genf aufflog, der zur Sperre von 800 Millionen Franken führte und der Ermittlungen in 20 Ländern auslöste. [Hauptangeklagte in der Korruptions- und Geldwäschereiaffäre ist Gulnara Karimowa](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78600/bundesstrafgericht%5Fsetzt%5Fprozess%5Fgegen%5Fkarimowa%5Fauf%5Fende%5Fapril%5Fan.html), Tochter des 2016 verstorbenen Langzeitpräsidenten Usbekistans. Gleichzeitig muss sich ihr ehemaliger Geschäftspartner, der usbekisch-russische Doppelbürger Bekhzod Akhmedov, vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft beiden schwere Geldwäscherei und Bestechlichkeit vor sowie Beteiligung und Unterstützung einer kriminellen Organisation, wobei sie das Verfahren erst nach zehn Jahren um den letzten Anklagepunkt erweitert hat. Entgegen den Plänen der BA will das Bundesstrafgericht an der gleichen Verhandlung auch die Geldwäschereivorwürfe gegen die Genfer Privatbank [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) und gegen einen ehemaligen Vermögensverwalter der einstigen Karimowa-Hausbank beurteilen. ### Zweiter Ausflug des Gerichts nach Taschkent ohne Verteidiger Die Bekanntgabe des Prozesstermins kam insofern überraschend, als das Gericht erst kürzlich, zwischen dem, 21\. und dem 27\. Januar, [zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Einvernahmen von Gulnara Karimowa in Taschkent](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78395/fall%5Fkarimowa%5Fbundesstrafgericht%5Freist%5Ferneut%5Fnach%5Fusbekistan.html) durchführe. Die 53-jährige frühere UNO-Diplomatin ihres Landes ist seit 2014 in ihrer Heimat inhaftiert, nachdem sie bei ihrer Familie in Ungnade gefallen war. Zuvor galt sie als designiere Nachfolgerin ihres Vaters und wurde als «Prinzessin» bezeichnet. Im Ausland durchgeführte Einvernahmen sind eine Premiere für das Bundesstrafgericht. Die restriktiven Bedingungenb – Fragen konnten nur via usbekische Staatsanwaltschaft gestellt werden – führten dazu, dass die Verteidiger der Angeklgaten sich an der zweiten Runde in Usbekistan nicht mehr beteiligten. Aus ihrem Kreis werden zudem Zweifel an der gerichtlichen Verwertbarkeit der Einvernahmen geäussert. Karimowas Schweizer Verteidiger wollen sich zurzeit nicht zu den Umständen des Prozesses und zur Frage der Teilnahme ihrer Klientin äussern. Eine vorübergehende Auslieferung der Usbekin kommt gemäss einer früheren Stellungnahme des Bundesamts für Justiz nicht in Frage. Auf Anfrage von Tippinpoint erklärte das Gericht, zurzeit seien Abklärungen mit den usbekischen Behörden im Gang, ob Karimowa in die Schweiz kommen könnte. Das heisst, dass Usbekistan sie auf eigene Initiative für die Dauer des Prozesses aus der Haft entlassen müsste. Wird ein solcher Schritt als wenig wahrscheinlich eingestuft, verbleibt die Frage, ob der Prozess in Bellinzona im Abwesenheitsverfahren durchgeführt werden kann. ### Befragungen mit Blick auf Prozess in Abwesenheit Karimowas? Zu den Voraussetzungen für das Abwesenheitsverfahren gehört laut Strafprozessordnung, dass «die beschuldigte Person im bisherigen Verfahren ausreichend Gelegenheit hatte, sich zu den ihr vorgeworfenen Straftaten zu äussern». Diese Bedingung könnte erklären, wieso sich das Gericht entschied, Karimowa zweimal in Usbekistan zu befragen. Und zwar das zweite Mal, nach der 2025 beschlossenen Zusammenlegung des Prozesses mit dem Verfahren gegen [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/). ¨ Im Fall des Mitangeklagten Bekhzod Akhmedov – über seinen Aufenthaltsort ist nichts bekannt – hatte das Bundesstrafgericht das Abwesenheitsverfahren insofern schon vorbereitet, als es im letzten Dezember zwei Vorladungen zum Prozess im Bundesblatt veröffentlichte. Mit dem Hinweis auf die Konsequenzen des Nichterscheinens und die Möglichkeit des Abwesenheitsverfahrens. Noch ist ungewiss, ob und mit welchen Beteiligten der Prozess um einen der grössten Wirtschaftskriminalfälle der Schweiz Ende April in Bellinzona beginnt. Der [Kurzbeschrieb auf der Webseite](https://www.bstger.ch/de/dibattimenti/date-dei-dibattimenti.html?ref=tippinpoint.ch) des Gerichts über die Verhandlungstermine enthält einige neue Zahlen zur Deliktsumme. Demnach soll Karimowa zwischen 2005 und 2013 kriminelle Vermögenswerte in Höhe von 585 Millionen Dollar, 108 Millionen Euro und 42 Millionen Pfund auf Bankkonten in der Schweiz überwiesen haben. Davon soll sie Überweisungen von 101 Millionen Dollar, 47 Millionen Euro und 21 Millionen Pfund in die Schweiz und ins Ausland veranlasst sowie Schliessfächer zur Lagerung von Bargeld, Schmuck und anderen Wertgegenständen angemietet haben. Weiter habe Karimowa den Geldern mit gefälschten Dokumente einen legalen Anschein verliehen und in ihrem Namen eine Immobilie im Kanton Genf erworben sowie dort Vermögenswerte, Gemälde und andere inkriminierte Gegenstände gelagert. Schliesslich wird der Usbekin vorgeworfen, in der Schweiz Bestechungsgelder in Höhe von 105 Millionen Dollar gefordert und angenommen zu haben. ### Lombard-Banker soll Einziehung von Geldern in Milliardenhöhe vereitelt haben Der ehemalige Vermögensverwalter von [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) muss sich insbesondere wegen neun zwischen August 2008 und August 2012 eröffneten Bankbeziehungen verantworten. Dabei habe er die wirtschaftlich Berechtigten falsch angegeben respektive den Kunden empfohlen, falsche wirtschaftlich Berechtigte anzugeben. Zudem soll er den wirtschaftlichen Hintergrund der Transaktionen nicht oder falsch und verspätet überprüft und bestimmte Mitglieder der Organisation anderen Schweizer Bankinstituten empfohlen haben. Diese Handlungen seien geeignet gewesen, die Identifizierung der Herkunft, die Aufdeckung und die Einziehung von Vermögenswerten in Höhe von einer Milliarde Dollar, 199 Millionen Euro, 39 Millionen Euro und 296'000 zu vereiteln. Die Bank muss sich wegen schwerer Geldwäscherei verantworten, weil sie nicht alle angemessenen und notwendigen organisatorischen Massnahmen getroffen haben soll, um die Handlungen des Vermögensverwalters zu verhindern. Lombard Odier weist die Vorwürfe zurück und will sich vor Gericht vehement dagegen wehren. ### Weitere Verfahren hängig Unabhängig vom Ausgang des Prozesses wird die beispiellose Affäre die Gerichte und die Behörden weiter beschäftigen. So hat die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts im Juli 2022 eine Verfügung der Bundesanwaltschaft zur Einziehung von weiteren 350 Millionen Franken aufgehoben und den Fall zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Dieses Verfahren wurde bis zum Ausgang des Prozesses gegen Gulnara Karimowa sistiert. Mit Strafbefehlen gegen mutmassliche Komplizen von Karimowa hatte die Bundesanwaltschaft bereits 2028 den Grossteil der ursprünglich beschlagnahmten rund 800 Millionen Franken eingezogen. Die Strafbefehle beruhten auf Geständnissen, die die Beschuldigten während der Verbüssung von langjährigen Haftstrafen in Usbekistan machten. 313 Millionen Dollar hat die Schweiz inzwischen an Usbekistan zurückerstattet, gemäss einem Beschluss des Bundesrats von 2018, wonach alle rechtskräftig eingezogenen Gelder der usbekischen Bevölkerung zugute kommen sollen. Ein Treuhandfonds der UNO ist für die korrekte Verwendung der Gelder besorgt. ### Dank Superbonus steigt das Salär von EFG-CEO Giorgio Pradelli auf über 10 Millionen URL: https://www.tippinpoint.ch/dank-superbonus-steigt-das-salaer-von-efg-ceo-giorgio-pradelli-auf-ueber-10-millionen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:08.000Z Der Chef der Privatbank [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International konnte seine Bezüge auf 7,62 Millionen Franken steigern. Das geht aus dem diese Woche veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Angesichts des profitablen Wachstums von EFG im vergangenen Jahr ist die Erhöhung nachvollziehbar. Auffallend ist, dass Giorgio Pradelli für 2025 ein höheres Grundsalär erzielte: Es legte um 11 Prozent auf 2’002’400 Franken zu, nach 1’791’601 Franken im Vorjahr. Die restlichen Komponenten blieben unverändert. Der Bonus betrug 5 Millionen Franken (2 Millionen davon in Cash, der Rest in Aktien). Gegenüber dem Jahr 2023 ist die Steigerung hingegen beträchtlich: Inklusive Bonus und Sozialleistungen verdiente Pradelli damals 5,4 Millionen Franken – gegenüber dem abgelaufenen Jahr entspricht das einer Steigerung von knapp 40 Prozent. ### Dank LTIP-Bonus sind es 18 Millionen Hinzu kommt allerdings noch eine zusätzliche Komponente. Pradelli erhält im Rahmen eines früheren, mehrjährigen Bonusprogramms insgesamt 550'000 Aktien im Wert von 10,4 Millionen Franken. Diese werden in den nächsten drei Jahren in gleichen Tranchen zugeteilt. Je nachdem, wie man es berechnet, beträgt die Gesamtentschädigung für 2025 somit 18 Millionen Franken (oder 11 Millionen jährlich, wenn man den Langzeitbonus durch die Zuteilungsjahre teilt). Das Bonusprogramm mit dem Namen LTIP wurde 2023 aufgesetzt, als die EFG-Aktie einen Marktwert von 9,04 Franken besass. Am Stichtag Ende 2025 lag der Preis bei 19,06 Franken. Der Zuteilungspreis ist nicht fixiert, das heisst, der Marktwert der Aktien-Tranchen, die Pradelli von 2026 bis 2028 erhält, könnte niedriger oder auch höher ausfallen. Auch die anderen Mitglieder der Geschäftsleitung konnten am LTIP partizipieren. Insgesamt erhält das Executive Committee Aktien im Wert von 42,4 Millionen Franken für die Jahre 2023 bis 2025\. Für die kommenden drei Jahre wird ein neues LTIP-Bonusprogramm aufgelegt. Es dürfte im ähnlichen Umfang ausfallen wie das vergangene. ### Weniger als Ermotti, mehr als die Vontobel-CEOs Giorgio Pradelli dürfte mit seinem Salär einer der bestbezahlten Bankenchefs der Schweiz sein. Mit dem LTIP-Plan kommt er auf eine Jährliche Entschädigung von 11 Millionen Franken. Sergio Ermotti bezog 2024 14,9 Millionen Franken. Sein Salär für 2025 wird mit der Publikation des Geschäftsberichts im März bekannt. ![Dank Superbonus steigt das Salär von EFG-CEO Giorgio Pradelli auf über 10 Millionen](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260251_110215.jpg) Pradelli verdient auch deutlich mehr als die beiden Vontobel-Co-CEOs Georg Schubiger und Christel de Lint. Gemäss Geschäftsbericht 2025 bezogen sie je 4,65 Millionen Franken, nach je rund 4 Millionen Franken im Jahr zuvor. Das Plus beträgt 16 Prozent. Der Vontobel-Aktienkurs hingegen verharrte auf der Stelle, auch die Dividende blieb unverändert. Anders bei [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International: Der Kurs legte 2025 von 13 auf 19 Franken zu. Die Dividende klettert von 60 auf 65 Rappen pro Aktie. Nimmt man die Periode ab 2023 zeigt sich, dass nicht nur Giorgio Pradelli finanziell stark profitierte, sondern auch die Aktionäre. Update: Der Artikel wurde um Informationen zum Bonusprogramm LTIP ergänzt. ### Collateral Good investiert in Schweizer Textilrecycling-Firma Climatex URL: https://www.tippinpoint.ch/collateral-good-investiert-in-schweizer-textilrecycling-firma-climatex/ Last updated: 2026-07-18T23:03:09.000Z Pro Kopf fallen in der Schweiz gemäss Schätzungen von Umweltorganisationen jährlich rund 11 Kilogramm Textilien an, die in der Kleidersammlung landen oder direkt entsorgt werden. Hochgerechnet entspricht das etwa 100’000 Tonnen pro Jahr. Ein zentraler Grund für dieses hohe Volumen: Textilien lassen sich bislang kaum wiederverwerten und recyceln. Seit 2008 arbeitet das Cleantech-Unternehmen Climatex an Verfahren und Lösungen, um diesen Abfallberg einst zu verkleinern. Nun hat das in Altendorf (SZ) ansässige Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 3,2 Millionen Franken abgeschlossen. Leadinvestor ist der [Collateral Good Textile & Fashion Innovation Fund](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77114/collateral%5Fgood%5Fwill%5F100%5Fmillionen%5Fin%5Fnachhaltige%5Ffashion-start-ups%5Finvestieren%5F.html). Bestehende Investoren beteiligten sich ebenfalls, wie es heisst. Mit dem Einstieg der neuen Investoren kommt es auch zu Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung. Michael Kleindl, Gründungspartner von Collateral Good, ist neu in den Verwaltungsrat von Climatex eingetreten und übernimmt das [Präsidium von Zeno Staub](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77934/zeno%5Fstaub%5Fgibt%5Fcomeback%5Fals%5Fschattenpraesident%5Fbei%5Fvontobel%5F.html), der aus dem Gremium ausscheidet. Staub war langjähriger CEO von Vontobel und ist heute Verwaltungsrat der Zürcher Bank. ### Investitionen in Vertrieb und Marketing Zudem gibt Climatex die Ernennung von Camilla Skjønning Jørgensen zur neuen CEO bekannt. Die dänische Fashionspezialistin ist seit Kurzem Venture Partnerin von Collateral Good und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit im Modemarkt. Sie war viele Jahre für das grösste dänische Modeunternehmen Bestseller (Jack & Jones, Vero Moda) als Nachhaltigkeitsmanagerin tätig. Skjønning Jørgensen soll das Unternehmen insbesondere in den internationalen Zielmärkten voranbringen, wie es in einer Mitteilung heisst. Im Zuge des Führungswechsels scheiden die bisherigen Co-CEOs Adrian Obrist und Patric Rupp aus der operativen Leitung aus und wechseln in den Verwaltungsrat. Mit dem frischen Kapital will Climatex seine Marktposition im Bereich kreislauffähiger Textillösungen weiter ausbauen. Geplant sind Investitionen in Vertrieb und Marketing, um das Wachstum zu beschleunigen. «Wir freuen uns, Climatex beim Eintritt in die nächste Wachstumsphase zu unterstützen», sagt Michael Kleindl von Collateral Good. Die Textiltechnologien des Unternehmens seien bereit für die Skalierung und passten gut zum Investmentansatz des Fonds, der in Deep Tech sowie innovative und zirkuläre Materialien und Technologien investiert. ### Von Sitzbezügen bis Alltagsbekleidung Climatex verfolgt einen sogenannten Circular-Design-Ansatz, sagt Camilla Skjønning Jørgensen. Ziel ist es, hochfunktionale und langlebige Produkte zu entwickeln, die von Beginn an auf Recycling ausgelegt sind. Textilien werden so konstruiert, dass sie sich am Lebensende einfach zerlegen lassen, um Fasern und Komponenten effizient zurückzugewinnen. Das Unternehmen verfügt zudem über Verfahren zur sortenreinen Trennung von Mischgeweben sowie über spezielle Materialien wie auflösbares Nähgarn, das bei hohen Temperaturen und in Wasser reagiert und gewebte Produkte in ihre Ursprungsbestandteile zerlegt. Die Anwendungsfelder reichen von Möbel- und Objektbezügen über Mobilitätsgewebe – etwa für Sitzbezüge im öffentlichen Verkehr – bis hin zu Alltags- und Arbeitsbekleidung. Zu den Kunden des Unternehmens zählen unter anderem VP Textile, JAB, Interstuhl und Lantal. An Lösungen für das Recycling von Textilien arbeiten neben Climatex auch grosse Modekonzerne wie H&M oder Inditex (Zara). Aber auch spezialisierte Cleantech-Firmen wie Worn Again Technologies. Das 2005 gegründete britische Unternehmen wird von Partnern aus Industrie und Mode unterstützt. Hauptinvestoren sind Sulzer Chemtech, Oerlikon Management, der Moderiese H&M sowie Himes Corporation und Directex. Worn Again verfügt in Winterthur über eine Demonstrationsanlage. ### Christoph Glaser wird Chief Financial Officer von Cembra URL: https://www.tippinpoint.ch/christoph-glaser-wird-chief-financial-officer-von-cembra/ Last updated: 2026-07-18T23:03:09.000Z Bei der [Cembra](https://www.tippinpoint.ch/tag/cembra/) Money Bank kommt es zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung. Christoph Glaser übernimmt per März die Funktion des Chief Financial Officer und folgt damit auf Pascal Perritaz, der das Unternehmen nach acht Jahren verlässt. Glaser war zuvor als Chief Financial and Operations Officer bei einem deutschen Anbieter von Infrastruktur- und Immobilieninvestments tätig. Davor sammelte er Erfahrung im Konsumfinanzierungsgeschäft, unter anderem viele Jahre bei GE. Im selben US-Konzern war auch CEO Holger Laubenthal tätig, bevor er 2021 den Posten bei Cembra übernahm. «Ich freue mich sehr, Christoph Glaser bei Cembra willkommen zu heissen», begrüsst Laubenthal seinen Landsmann. ### Basellandschaftliche Kantonalbank bestätigt Finma-Verfahren URL: https://www.tippinpoint.ch/basellandschaftliche-kantonalbank-bestaetigt-finma-verfahren/ Last updated: 2026-07-18T23:03:10.000Z Bekannt ist die Einmischung der Finma schon länger. Jetzt bestätigt es auch die Basellandschaftliche Bantonalbank (BLKB) in einer Mitteilung: Man informiere darüber, dass die Finanzmarktaufsicht eine «Untersuchung der Abläufe und Hintergründe der Radicant-Numarics-Transaktion gestartet hat». Die [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) und die Tochtergesellschaft [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/) würden bei dieser Untersuchung vollumfänglich mit der Finma kooperieren. Die BLKB begrüsse die Untersuchung durch die Finma. «In den vergangenen Monaten sind wir bei der internen Aufarbeitung dieser Transaktion gut vorangekommen und konnten bereits entsprechende bankinterne Massnahmen umsetzen», schreibt die BLKB weiter. Die Ergebnisse der Finma-Untersuchung werden uns bei der weiteren Aufarbeitung unterstützen, sagt der interimistische Bankratspräsident Thomas Bauer, der früher einmal Finma-Präsident war. Gleichzeitig läuft auch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) des Landrats von Baselland. Die BLKB hat die Mitglieder der PUK über die Finma-Untersuchung informiert. Das dürfte der eigentliche Grund sein, warum die BLKB die Finma-Untersuchung nun auch gegenüber der Öffentlichkeit bestätigt. «Unser Anliegen ist es, beide Untersuchungen zu unterstützen. Damit möchten wir auch dazu beitragen, dass Doppelspurigkeiten bei den laufenden Untersuchungen vermieden werden können», schreibt Thomas Bauer. Tippinpoint schrieb [bereits im August](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78234/basellandschaftliche%5Fkb%5Fist%5Fins%5Fvisier%5Fder%5Ffinma%5Fgeraten%5F.html), dass die Finma die Basellandschaftliche Kantonalbank ins Visier genommen habe. Schon damals war klar, dass die Behörden die genauen Umstände abklären werden, wie es zum millionenteuren Kauf der Softwarefirma Numarics und dem hohen Abschreiber kurz darauf kam. Mutmasslich steht auch eine Intervention der Finma hinter dem Entscheid der [BLKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/), bei [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/) den Stecker zu ziehen. Ursprünglich wollte die BLKB die Onlinebank stärker an sich binden. Die Bank [versäumte es, die Integrationspläne](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78347/radicant%5Fmachte%5Fdie%5Ffinma%5Fder%5Fblkb%5Feinen%5Fstrich%5Fdurch%5Fdie%5Frechnung.html) frühzeitig mit dem Regulator abzusprechen. Als man merkte, dass sich die Finma kaum von den Umsetzungsideen überzeugen liess, musste man das Projekt begraben. ### Inyova hat mit ihrem Robo Advisor in Deutschland Schiffbruch erlitten URL: https://www.tippinpoint.ch/inyova-hat-mit-ihrem-robo-advisor-in-deutschland-schiffbruch-erlitten/ Last updated: 2026-07-18T23:03:10.000Z Das Zürcher Finanz-Startup [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) hat sich mehrheitlich vom deutschen Markt zurückgezogen. Wer die lokale Website aufsucht, findet lediglich einen Link zu einem Euro-ETF-Produkt, das kurz vor Weihnachten in der Schweiz und an der Börse in Frankfurt gelistet wurde. Doch die eigene Portfolio-Lösung wie in der Schweiz ist nicht mehr zugänglich. Wie ein [deutsches Robo-Advisor-Portal schreibt](https://www.roboadvisor-portal.com/inyova/?ref=tippinpoint.ch), wurde das Deutschland-Geschäft Ende 2025 eingestellt, Neuanlagen seien nicht mehr möglich, Bestandskunden mussten alternative Lösungen finden. Das Unternehmen hatte den Einstieg in den deutschen Markt 2021 angekündigt. Das Fintech setzte sich das Ziel, «Millionen von Menschen» zu Impact-Investoren zu machen, wie Mitgründer Tillmann Lang damals sagte. Die Mittel für den Schritt in die internationalen Märkte hatte sich [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) zuvor mit Finanzierungsrunden beschafft. ### Schiffbruch erlitten Doch der Markt für Robo-Advisor in Deutschland ist noch härter umkämpft als in der Schweiz. Im Land der Sparer und Pfennigfuchser herrscht eine tiefsitzende Aktienaversion. In einem solchen Umfeld mit einer Lösung zu reüssieren, die genügend Gebühren abwirft, ist kein Spaziergang. Für Lang und sein Gründungsteam fühlte sich der Schritt dennoch sicher an. Er selbst und zwei weitere Gründer stammten aus Deutschland. «Wir sind ein Schweizer Startup mit deutschen Wurzeln», sagte Lang in einem Interview. Der Schritt nach Berlin ändere am Bekenntnis zur Schweiz aber nichts. «Unsere Technologie haben wir in der Schweiz entwickelt, und sie wird auch hier weiterentwickelt.» Mit ihrem Robo-Advisor-Angebot hat [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) in Deutschland nun Schiffbruch erlitten. Jetzt also der Abbruch der Übung, der mutmasslich schon vor Monaten eingeleitet wurde, aber nie öffentlich kommuniziert worden ist. Schlimmer noch: Tillmann Lang dementierte noch im Dezember gegenüber Tippinpoint einen Bericht von [Inside Paradeplatz](https://insideparadeplatz.ch/2025/11/27/naechstes-luft-startup-vor-big-dive-inyova/?ref=tippinpoint.ch), wonach das Unternehmen in Schwierigkeiten stecke, sich aus Deutschland zurückziehe und er als CEO zurücktrete. «Wir ziehen uns nicht aus dem deutschen Markt zurück. Der CEO ist weiter im Amt und schreibt Ihnen diese Zeilen», schrieb er in einer E-Mail vom 12\. Dezember. ### Unklare Aussagen Wie sich zeigt, war das nur teilweise transparent. Tillmann Lang selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er sei «on leave», heisst es in einer Abwesenheitsnotiz. Sein Mitgründer Erik Gloerfeld schreibt zur Kommunikation seines Compagnons: «Wir sind weiterhin im deutschen Markt tätig, allerdings mit einem regulatorisch viel schlankeren ETF-Modell.» Und zur CEO-Rolle seines Mitstreiters schreibt er: «Herr Lang ist weiterhin operativ bei [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) tätig.» Auf die Nachfrage, welche Rolle er denn genau ausübt, reagierte Gloerfeld nicht. Auf der Website von [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) wurden die Funktionen der beiden inzwischen angepasst. Erik Gloerfeld wird nun als «Co-Founder & CEO» geführt, Tillmann Lang als «Co-Founder & CFO, Verwaltungsrat». Weiterhin nichts zu lesen gibt es zum Rückzug des Robo Advisors aus Deutschland. Konkret hat Inyova das frühere Vermögensverwaltungsgeschäft für deutsche Kundinnen und Kunden per Ende 2025 eingestellt und bietet seither kein eigenständiges Portfolio-Management mehr in Deutschland an. Stattdessen wird von Inyova ein ETF-basiertes Produkt über die Deutsche Börse Xetra angeboten, das sich auch an Anlegerinnen und Anleger in Deutschland richtet. Vertrieben wird es als White-Label-Lösung von Hauck & Aufhäuser Fund Services. Das gleiche ETF-Produkt ist in einer Franken-Version auch an der Schweiz Börse handelbar. ### Spektakuläre PR-Aktion Das Startup wurde 2022 mit einer sehr erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne schweizweit bekannt. Dem Unternehmen gelang es, innerhalb kurzer Zeit sieben Millionen Franken von knapp 3'000 Investorinnen und Investoren einzusammeln. Kurz darauf lancierte [Inyova](https://www.tippinpoint.ch/tag/inyova/) mit ihrem Aushängeschild Tillmann Lang eine [spektakuläre PR-Aktion in Deutschland](https://www.tippinpoint.ch/artikel/75856/die%5Funglaublich%5Ferfolgreiche%5Fpr-kampagne%5Feines%5Fzuercher%5Fstartups.html). Im Stile eines aktivistischen Grossinvestors wollte er den deutschen Autokonzern BMW aufmischen und schlug im Vorfeld der Generalversammlung eine eigene Aufsichtsrätin vor. Alle grossen deutschen und Schweizer Medien berichteten ausführlich über den «kleinen, aber umso aktiveren Investor». ### Moderates Katastrophenjahr beschert Zurich ein Rekordergebnis URL: https://www.tippinpoint.ch/moderates-katastrophenjahr-beschert-zurich-ein-rekordergebnis/ Last updated: 2026-07-18T23:03:10.000Z Zurich Insurance hat im Geschäftsjahr 2025 neue Rekordmarken gesetzt. Der Betriebsgewinn der Gruppe stieg um 14 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar, die bereinigte Eigenkapitalrendite erreichte 26,9 Prozent. Der Reingewinn kletterte um 17 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft: Der Betriebsgewinn sprang um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich auf 92,6 Prozent, während die Bruttoprämien erstmals die Marke von 50 Milliarden Dollar überschritten. Das Firmenkundengeschäft trug 3,8 Milliarden Dollar zum Betriebsgewinn bei und wuchs zweistellig. Geholfen hat ein vergleichsweise moderates Naturkatastrophenjahr. Im Privatkundensegment stieg der Betriebsgewinn um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar – getragen von kräftigem Prämienwachstum, besserer Risikoselektion und höheren verdienten Prämiensätzen. Rekordwerte lieferten auch der Lebensbereich und Farmers. Per Ende 2025 lag die geschätzte Quote des Schweizer Solvenztests (SST) bei 259 Prozent, verglichen mit 253 Prozent ein Jahr zuvor. Der Verwaltungsrat schlägt eine um 7 Prozent höhere Dividende von 30 Franken je Aktie vor. Der Kurs der Aktie oszilliert seit einem Jahr zwischen 550 und 600 Franken. Personell vermeldete [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) keine Breaking News: Neu in den Verwaltungsrat vorgeschlagen ist Mary Forrest, die zuvor viele Jahre bei Munich Re in den Diensten stand. Ausserdem wird Jasmin Staiblin als Vizepräsidentin nominiert. Sie soll Nachfolgerin von Christoph Franz werden, der sich aufgrund der Erreichung der maximalen Amtszeit von zwölf Jahren ausscheidet. ### Banken-Dossier der Finma: Alain Girard übernimmt nach einer internen Rochade URL: https://www.tippinpoint.ch/banken-dossier-der-finma-alain-girard-uebernimmt-nach-einer-internen-rochade/ Last updated: 2026-07-18T23:03:11.000Z Stellenbesetzungen auf höchster operativer Ebene bei der [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) geben regelmässig Rätsel auf. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, wird Alain Girard die Leitung des Bereichs Recovery and Resolution abgeben und per 1\. April das Schlüssel-Dossier Banken übernehmen. Er folgt auf Thomas Hirschi, der die Finma Ende August verlassen hat und künftig Chief Risk Officer bei Vontobel wird. Bitter ist diese Rochade für Simon Brönnimann. Er hatte den Geschäftsbereich Banken nach dem Abgang von Hirschi ad interim geführt. Nun übernimmt er den Bereich Recovery and Resolution von Girard – ebenfalls nur interimistisch, wie die Behörde schreibt. Dass sich Brönnimann erneut für eine Übergangslösung zur Verfügung stellt, erstaunt. Nicht jeder würde sich das gefallen lassen. Erstaunlich ist auch die lange Zeitspanne, die diesem Entscheid vorausging. Mitte Juli wurde bekannt, dass Hirschi die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) verlässt. Es dauerte damit über sieben Monate, bis Finma-Direktor Stefan Walter zum Schluss kam, dass Rechtsanwalt Girard die richtige Lösung für die Leitung des Bankenbereichs ist. Das ist eine sehr lange Zeit. Entweder ist es der Behörde in der langen Suchphase nicht gelungen, eine externe Kandidatin oder einen externen Kandidaten zu gewinnen – oder das Findungsgremium agiert ausgesprochen entscheidungsschwach. Möglich ist auch eine Kombination aus beidem. Dass Personalentscheide bei der Finma viel Zeit in Anspruch nehmen, zeigt sich auch an anderer Stelle. Der Direktor selbst hat bis heute keinen permanenten Stellvertreter bestimmt. Seit über zehn Monaten fungiert Patric Eymann, Leiter des Geschäftsbereichs Enforcement, als Stellvertreter ad interim von Walter. ### EFG International: Rückstellungen und Kreditverluste drücken auf den Gewinn URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-international-rueckstellungen-und-kreditverluste-druecken-auf-den-gewinn/ Last updated: 2026-07-18T23:03:11.000Z Mit Netto-Neugeldern von 11,3 Milliarden Franken erzielte [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) den höchsten Zufluss seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007\. Das entspricht einer Wachstumsrate von 6,8 Prozent und liegt damit über dem strategischen Zielband von 4 bis 6 Prozent, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Den grössten Neugeldanteil steuerten Asien und die Americas-Region bei (3,2 bzw. 3,3 Milliarden Franken). Die Marktregion Schweiz und Italien erzielte 1,9 Milliarden Franken. Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) erhöhten sich Ende 2025 auf 185 Milliarden Franken, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darin eingerechnet sind die Übernahmen von Cité Gestion und ISG. Die Ertragsmarge erhöhte sich auf 98 Basispunkte, nach 96 im Jahr zuvor. Der operative Gewinn legte um 26 Prozent auf 493,1 Millionen Franken zu. Die Erträge erreichten mit 1,67 Milliarden Franken ebenfalls ein Rekordniveau (plus 11 Prozent). Da die Kosten weniger stark anstiegen (6,1 Prozent), verbesserte [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) das Kosten-Ertrags-Verhältnis auf bereinigter Basis von 72,9 auf 69,8 Prozent. ### Über 150 neue Kundenberater Unter dem Strich erhöhte sich der Reingewinn jedoch nur marginal um 1 Prozent auf 325,2 Millionen Franken. Eingeschlagen haben unter anderem erwartete Kreditverluste von 10,7 Millionen Franken sowie Rückstellungen in Höhe von 86,5 Millionen Franken. Davon entfielen 72,3 Millionen Franken auf bekannte Altlasten. Die harte Eigenkapitalquote sank auf 14 Prozent (von 17,7 Prozent im Jahr zuvor). Gründe dafür sind Aktienrückkäufe (1,9 Prozentpunkte) sowie 2025 erfolgte Übernahmen (1,3 Prozentpunkte). Die Rückstellungen für Altlasten belasteten die Quote mit weiteren 1 Prozentpunkt. Vorgeschlagen wird eine Dividende von 0,65 Franken je Aktie – ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es ist die fünfte Dividendenerhöhung in Folge. Wie schon in den vergangenen Jahren baute [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) auch 2025 personell aus: 79 neue Kundenberater (CROs) traten neu in die Bank ein. 67 weitere CROs kamen durch Übernahmen hinzu. Insgesamt beschäftigte die Bank zum Jahresende 763 CROs weltweit. Die durchschnittlich verwalteten Vermögen pro Berater stiegen um 4 Prozent auf 363 Millionen Franken. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich auf 3225 von 3114 im Vorjahr. EFG-CEO Gorgio Pradelli sagt zum Resultat: «2025 war ein weiteres Jahr mit starken Fortschritten und Wachstum. Unsere anhaltenden Mittelzuflüsse, die sich in der zweiten Jahreshälfte noch weiter beschleunigten, sind ein Zeichen für das Vertrauen, das unsere Kunden in uns setzen.» ### Regiobank Männedorf - in der Zürcher Seegemeinde brodelt es URL: https://www.tippinpoint.ch/regiobank-maennedorf-in-der-zuercher-seegemeinde-brodelt-es/ Last updated: 2026-07-18T23:03:12.000Z Kunden und Aktionäre verstehen die Welt nicht mehr. Im Dorf spricht man vom «Mänidorfer Bankenskandal», einem «katastrophalen Fall», ja von einer «Credit Suisse in klein». Grund für die Emotionen ist der Verkauf der Bank an die Ostschweizer Acrevis Gruppe, der letzte Woche bekannt wurde. Die Parallelen mögen überzogen sein, allerdings handelt es sich tatsächlich um eine Art Notverkauf, auch wenn die Beteiligten von einem «wohlüberlegten und zukunftsgerichteten Schritt» sprechen. Wie bei der Credit Suisse kamen die Probleme nicht von heute auf morgen. Ursache der Krise ist auch nicht der Umbau des Sitzes in Männedorf, der als «Luxusbau» bezeichnet wird. Er mag höchstens die Krise beschleunigt haben. Wie beim grossen Bruder vom Paradeplatz begannen die Probleme der Bank schon viel früher. Die 1903 gegründete «Gewerbebank Männedorf» war seit je eine Bank der Gewerbler. Sie waren die Kunden und auch die wichtigsten Aktionäre. Die Probleme haben in den 2010er Jahren mit der früheren Chefin begonnen, sagt ein Insider. Sie führte zehn Jahre die Bank und habe nicht gemerkt, dass sich das Dorf verändert. ### Wandel verpasst Durch die vielen Zuzüger sei Männedorf zu einem Teil der Goldküste geworden. Die Regiobank habe die Entwicklung verschlafen. «Das ganze Wachstum ist an der Bank vorbeigegangen», sagt eine Stimme aus dem Dorf. Wie in vielen Gemeinden, die einen Aufschwung erleben, wird das Gewerbe verdrängt. Hinzu kam, dass sich Raiffeisen in der Region ausbreitete. Die Probleme setzten ein, es kam zu happigen Kreditverlusten. Dann kam es zu einem Wechsel an der Spitze. Das Präsidium übernahm der Wirtschaftsanwalt Thomas Stäheli, operativer Chef wurde André Häberling, ein Küsnachter. Doch die Bank auf nachhaltigen Erfolgskurs zu setzen, vermochten sie nicht. Man habe schlicht nichts gemacht, sagt ein aufgebrachter Männedörfler. «Blöde YouTube-Videos, mehr hat man nicht gemacht.» ### Verkauf zum Schnäppchenpreis? Dass etwas faul war, konnte man auch in der Erfolgsrechnung ablesen, an der Entwicklung von Kosten und Ertrag. Statt den Gürtel enger zu schnallen, stiegen die Gehälter an – zwischen 2019 und 2024 um 62 Prozent. Der Bruttoerfolg aus dem Zinsgeschäft, der Hauptertragsquelle, blieb dagegen unverändert. Aktionäre und Kunden merken schnell, wenn etwas nicht mehr stimmt. Manche nahmen Reissaus und zogen Spargelder ab, oftmals Beträge über 100'000 Franken. Im Geschäftsjahr 2023 verlor die Bank 12 Prozent der Einlagen. Sie fielen auf 294 Millionen, von 338 Millionen im Jahr zuvor. Als Gegenmassnahme führte die Bank das «Sparkonto Goldküste» ein und lockte mit Vorzugszinsen. Das brachte zwar Neugelder, drückte aber auf die Zinsmarge. Jetzt ist man mit dem Latein am Ende. Die Zeche müssen die Aktionäre zahlen. Die Regiobank Männedorf wies Ende 2024 ein Eigenkapital von 42,1 Millionen Franken aus. Jetzt wird die Bank für 25,8 Millionen Franken an die Acrevis verkauft. Es liegt nahe, dass dies ein absoluter Schnäppchenpreis ist. Selbst wenn die Käuferin grosszügige Abschreiber auf dem luxuriösen Neubau vornehmen müsste, dürfte sie mit der Transaktion einen happigen Gewinn von über zehn Millionen Franken einstreichen. An der Generalversammlung vom 26\. März müssen die Aktionäre der Regiobank über den Verkauf befinden. Schon jetzt ist klar, dass es eine der turbulentesten werden wird in der 123-jährigen Geschichte der Bank. ### Bei der Migros Bank steigen die Kosten zu stark an URL: https://www.tippinpoint.ch/bei-der-migros-bank-steigen-die-kosten-zu-stark-an/ Last updated: 2026-07-18T23:03:12.000Z Die Bank des Migros-Konzerns erlebte ein durchwachsenes Jahr. Der Geschäftsertrag stieg 2025 um ein Prozent auf 814,4 Millionen Franken. Die Kosten erhöhten sich jedoch überproportional um 3,9 Prozent auf 441,6 Millionen Franken. Entsprechend verschlechterte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis auf 52,2 Prozent nach 50,7 Prozent im Vorjahr. Der Gewinn schrumpfte um 2,1 Prozent auf 276,2 Millionen Franken. Man habe letztes Jahr ins Filialnetz, das Beratungsmodell und in die digitalen Vertriebskanäle investiert, begründet die Bank. Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, kann man auch bei den Neukunden ablesen. Insgesamt vermeldet die Bank zwar 50’000 neue Kunden – insgesamt legte der Kundenbestand um 4,2 Prozent auf 1,23 Millionen zu. Die Kundeneinlagen stiegen dagegen nur leicht um 0,3 Prozent auf 45,9 Milliarden Franken. Angesichts des Umstands, dass die UBS im Schweizer Retailgeschäft viele frühere CS-Kunden verliert, werfen diese Zahlen Fragen auf. Eher ratlos machen auch die neuen Strategieziele der [Migros Bank](https://www.tippinpoint.ch/tag/migros-bank/). Für die Periode 2026 bis 2030 setze man auf strategische Kontinuität und fokussiere auf drei Prioritäten. Erstens die Stärkung des Kerngeschäfts in den Bereichen Vermögensberatung und Vorsorge, Wohnen und Bauen sowie Firmenkunden. Zweitens soll die operative Leistungsfähigkeit gesteigert werden, indem die verschiedenen Vertriebskanäle enger verknüpft werden. Drittens sollen weitere Synergieeffekte mit der Migros-Gruppe genutzt werden. Das klingt nach allem und gleichzeitig nach nichts. ### Portfoliomanager der Credit Suisse landen auf der Strasse URL: https://www.tippinpoint.ch/portfoliomanager-der-credit-suisse-landen-auf-der-strasse/ Last updated: 2026-07-18T23:03:13.000Z «Wir sind ein Team, und Entscheidungen basieren auf Meritokratie» – Sätze wie diese klingen wie Hohn in den Ohren vieler ehemaliger CS-Angestellter. Das UBS-Top-Management sage das nur, damit wir bis zum Schluss die volle Leistung bringen, um uns dann loszuwerden, sagt ein betroffener CS-Banker. Er war wie viele seiner Kollegen im Portfolio-Management des Asset Managements in Zürich tätig und damit verantwortlich für aktive Anlagefonds, die die Grossbank vertrieben hat. Gemäss Recherchen haben mindestens zwölf ehemalige CS-Manager ihre Jobs verloren. In den vergangenen Wochen wurden die letzten CS-Leute über die Beendigung ihrer Rollen informiert. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) lehnte eine Stellungnahme ab. Im Bereich Asset Management sei damit genau das eingetreten, was die Teams nach der Fusion befürchten mussten: Dass auf Stufe Portfolio-Management vor allem die bisherigen UBS-Teams berücksichtigt werden. Lange war nicht klar, was mit dem CS-Asset-Management geschehen wird. Als dann die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) entschied, die Fonds zusammenzulegen, wurde immer deutlicher, dass es für die früheren CS-Teams schwierig werden würde. ### Skaleneffekte beginnen zu spielen Im Unterschied zum Schweizer Retail-Banking ist die Integration im Asset Management inzwischen abgeschlossen. Der Bereich kann von Skaleneffekten profitieren. Das kann man auch an den Zahlen ablesen: Bei praktisch unveränderten Erträgen, aber deutlich gesunkenen Kosten konnte die Abteilung ihre Profitabilität steigern. Der Pre-Tax-Operating-Profit erhöhte sich 2025 auf 719 Millionen Dollar, von 520 Millionen im Jahr zuvor. Die investierten Assets der Abteilung stiegen um 19 Prozent auf 2005 Milliarden Dollar, von 1689 im Vorjahr. Wirklich überraschend kommt das Aus für viele frühere CS-Portfoliomanager nicht. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) habe im Asset Management eine ganz andere Herangehensweise, sagt ein Betroffener. Bei der [CS](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) war es die Aufgabe der Portfoliomanager zu entscheiden, welche Aktien sie kaufen oder nicht. Bei der UBS dagegen sei praktisch alles vom Investment Office vorgegeben. Die Manager würden vor allem umsetzen, was von oben kommt. Für die aussortierten CS-Manager wird es schwierig, eine neue Anstellung zu bekommen. Einerseits geht der Trend weiter in Richtung passivierter Strategien, zum andern herrscht im Asset Management ein grosser internationaler Wettbewerb, der zunehmend von amerikanischen Riesen dominiert wird. Der Kauf von [Schroders durch Nuveen letzte Woche](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78595/nuveen%5Fschluckt%5Fschroders%5Felefantenhochzeit%5Fim%5Fasset%5Fmanagement%5F.html) war ein Paukenschlag. In der Nische bieten sich immer Optionen, doch das birgt Risiken und viele Unsicherheiten. ### Pictet eröffnet Niederlassung in Südafrika URL: https://www.tippinpoint.ch/pictet-eroeffnet-niederlassung-in-suedafrika/ Last updated: 2026-07-18T23:03:13.000Z Banque [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) & Cie hat ein Büro in Südafrika eröffnet. Es ist das erste Mal in der 220-jährigen Geschichte der Schweizer Privatbank, dass sie mit einer eigenen Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent vertreten ist. Das berichtete die südafrikanische Wirtschaftszeitung Business Day. Demnach erteilte die Bankenaufsicht Prudential Authority Pictet eine Lizenz für die Eröffnung eines Repräsentanzbüros. Die Zeitung aus Johannesburg beruft sich dabei auf regulatorische Angaben. Pictet verwaltete und verwahrte Ende 2025 Vermögen in Höhe von 757 Milliarden Franken. Hintergrund des Markteintritts seien stark wachsendes Privatvermögen in Afrika. Laut dem Africa Wealth Report 2025 wird die Zahl der Millionäre in den nächsten zehn Jahren um 65 Prozent steigen. Auf dem Kontinent leben derzeit 25 Milliardäre, 348 sogenannte Centi-Millionäre und 122’500 Millionäre. Prognosen zufolge wird die Wirtschaft der afrikanischen Länder südlich der Sahara 2025 um 3,8 bis 4,2 Prozent wachsen, nach 3,5 Prozent im Jahr 2024. ### Bundesstrafgericht setzt Prozess gegen Karimowa auf Ende April an URL: https://www.tippinpoint.ch/bundesstrafgericht-setzt-prozess-gegen-karimowa-auf-ende-april-an/ Last updated: 2026-07-18T23:03:14.000Z Zwar liegen die Anklageschriften in der Korruptions- und Geldwäschereiaffäre seit über einem Jahr in Bellinzona. Die Festsetzung des Prozesses an 18 Verhandlungstagen zwischen dem kommenden 27\. April und dem 25\. Mai kommt dennoch überraschend, hatte das Bundesstrafgericht doch im Januar noch zusätzliche Einvernahmen der Hauptbeschuldigten in Taschkent durchgeführt. Im Fall der 53-jährigen Tochter des 2016 verstorbenen usbekischen Langzeitpräsidenten Islam Karimow stellt sich auch die Frage der Teilnahme am Prozess. Die frühere UNO-Diplomatin und Jet-Set-Lady ist seit 2014 in ihrer Heimat inhaftiert, will laut ihren Anwälten aber am Verfahren teilnehmen. Das Bundesstrafgericht äusserte sich am Freitag nicht zur Frage, ob eine Rechtshilfevereinbarung mit Usbekistan für die Teilnahme von Karimowa am Prozess getroffen wurde. Offen ist auch die Teilnahme des mitangeklagten ehemaligen Geschäftspartners der Usbekin, Bekhzod Akhmedov. Ende 2023 hatte das Bundesamt für Justiz dem Bundesstrafgericht bereits beschieden, es gebe weder eine Rechtsgrundlage noch einen Vertrag, der eine vorübergehende Überstellung Karimowas für die Durchführung eines Prozesses in der Schweiz ermögliche. Im Fall der beiden usbekischen Angeklagten geht es um den Vorwurf der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, der schweren Geldwäscherei und der Korruption. Angeklagt wegen schwerer Geldwäscherei sind weiter ein ehemaliger Vermögensverwalter der Genfer Privatbank [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) und die Bank selber. Sie hatte der zeitweise in Genf lebenden Karimowa als Hausbank gedient. Dort lag auch der Löwenanteil der rund 800 Millionen Franken, die 2012 von der Bundesanwaltschaft beschlagnahmt und im Zusammenhang mit Strafbefehlen gegen Mitbeschuldigte von Karimowa zu einem grossen Teil eingezogen wurden. 313 Millionen Dollar hat die Schweiz inzwischen an Usbekistan zurückerstattet. ### Ungewöhnlichen Auslandsmissionen Die Bundesanwaltschaft (BA) hatte die Verfahren gegen Karimowa und gegen [Lombard Odier](https://www.tippinpoint.ch/tag/lombard-odier/) getrennt geführt und im Herbst 2023 beziehungsweise ein Jahr später in Bellinzona zur Anklage gebracht. Im vergangenen Mai verfügte das Bundesstrafgericht gegen den Willen der BA überraschend die Zusammenlegung der beiden Verfahren. Auf ungewöhnlichen Auslandsmissionen ordnete der federführende Richter im Februar 2025 und im Januar dieses Jahres zusätzliche Einvernahmen von Karimowa und von Zeugen in Taschkent an. Lombard Odier nahm die Ankündigung des Prozesstermins zur Kenntnis und sprach auf Anfrage von einem sehr alten Fall, der auf Verdachtsmomente zurückgehe, welche die Bank bereits im Jahr 2012 proaktiv den Schweizer Behörden gemeldet habe. Im Prozess will sich die Bank vehement gegen den Vorwurf verteidigen, nicht alle angemessenen organisatorischen Massnahmen ergriffen zu haben, um die vorgeworfene Geldwäscherei zu verhindern. Die Anwälte der Verteidigung hatten die jüngste Runde des Gerichts in Usbekistan dem Vernehmen nach nicht mitgemacht. Die auf dem Rechtshilfeweg vereinbarten Einvernahmen sahen keine direkten Befragungen vor. Diese erfolgten vielmehr durch die usbekische Staatsanwaltschaft. Die Restriktionen dürften gemäss Juristen auch Fragen der Verwertbarkeit für den Prozess aufwerfen. Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Vorgehens der usbekischen Behörden wurden ausserdem durch ein UNO-Gremium genährt, das letztes Jahr die Inhaftierung Karimowas als willkürlich bezeichnete. ### Den Zins des Stablecoins entfesseln URL: https://www.tippinpoint.ch/den-zins-des-stablecoins-entfesseln/ Last updated: 2026-07-18T23:03:14.000Z Die Schweiz kommt zu spät. Bis ein Finma-regulierter Franken-Stablecoin auf den Markt kommt, dürfte sich das Jahrzehnt dem Ende zuneigen. Damit wird sich der Finanzplatz einen gewichtigen Nachteil einhandeln. Stablecoins haben sich rasch zu einem wichtigen Finanzprodukt entwickelt, das auch ausserhalb der «Hardcore-Krypto-Szene» benutzt wird. Über 99 Prozent des Stablecoin-Volumens ist in Dollar emittiert. Der Markt, der über 300 Milliarden Dollar umfasst, wird von den Anbietern Tether und Circle – mit Dollar-Coin (USDC) – dominiert. Diese beiden vereinen wiederum rund 83 Prozent der digitalen Dollar auf sich. Das Geschäft ist hochprofitabel. Die Rendite der hinterlegten Sicherheiten darf nicht an die Dollar-Halter ausgeschüttet werden. Tether hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von rund 15 Milliarden erwirtschaftet. ### Die Verzinsung zugänglich machen In der Schweiz dagegen gibt es bestenfalls ein leichtes Zucken im Stablecoin-Segment. Einerseits wird mit Coins gearbeitet und experimentiert, die nur als Abrechnungseinheiten zwischen Finanzdienstleistern funktionieren – etwa von Sygnum und der Nationalbank. Andererseits lancierten die Frankencoin-Association, die den Frankencoin emittiert hat, und das Start-up Plusplus AG zu Jahresbeginn ein Angebot, dass den Stablecoin-Geschäftsfall – Verzinsung einer wertstabilen Kryptowährung – für Privatanleger zugänglich macht. Der Frankencoin basiert auf der Doktorarbeit des Kryptoexperten Luzius Meisser und ist bereits im März 2023 lanciert worden. Dieser Stablecoin kommt ohne zentralen Emittenten aus und fusst auf einem regelbasierten System von Smart Contracts. Jede Person, die tokenisierte Vermögenswerte hinterlegt, kann selbst Frankencoins schöpfen. Mit dieser Dezentralität umgeht der Frankencoin die Regulierung von Stablecoin-Emittenten. Im vergangenen Jahr betrug das Emissionsvolumen des Frankencoin rund 28 Millionen Franken, das durch ein Vielfaches an Einlagen besichert ist. Als IBAN-basierte Lösung von Gnosis Pay ist der Frankencoin in den Zahlungsverkehr integriert und wird etwa an der Kasse des Detailhändlers Spar akzeptiert. Über Paywell hat der Stablecoin einen Zugang zur dezentralen Finanzwelt (DeFi). Im vergangenen Jahr erzielte der Stablecoin eine Rendite von 4 Prozent. Hier kommt das Angebot von Plusplus ins Spiel. ### Die Liquidität bewirtschaften Das Startup hat ein Exchange Traded Product (ETP) auf den Frankencoin aufgelegt. Für Unternehmens- und institutionelle Kunden, bietet das Unternehmen den Kunden eine attraktive Rendite für seine überschüssige Liquidität in einem Umfeld mit Nullzinsen an. Kurzfristige Anlagen sollen so einfach bewirtschaftet werden können. Im zweiten Quartal wird ein Mietkautionsprodukt in Zusammenarbeit mit Zinsli lanciert, das Unternehmen betreibt eine Plattform für Mietdepots. Der Frankencoin wird aktuell mit 4 Prozent verzinst, diese Verzinsung ist nicht fix, sondern hängt vom Marktumfeld ab. Für Anleger fällt eine Management-Gebühr für 0,4 Prozent – beim Treasury-Produkt fällt eine Performancegebühr an. «Für das Jahr 2026 streben wir für die Produkte ein Investitionsvolumen von 20 Millionen Franken an», sagte Benjamin Rossi, CEO von Plusplus, Ende Januar am Lancierungsanlass in Zürich. Beim ETP investieren die Anleger nicht direkt in einen Token, sondern in ein Finanzinstrument mit ISIN-Nummer, das über die gewohnten Verkaufskanäle der Banken verfügbar ist. Beim Treasury-Angebot werden die Positionen in segregierten Wallet-Strukturen gehalten, wobei Plusplus alle operativen Aspekte wie Konvertierung, Verwahrung und Interaktion mit Smart Contracts übernimmt. ### In der Schweiz erst in der Vernehmlassung Viele private Anbieter in Europa warten, bis der gesetzliche Rahmen definitiv gesetzt wird, bevor sie Stablecoin-Projekte starten. Zudem übernehmen im europäischen Umland staatliche Anbieter oder die Europäische Zentralbank die Initiative für digitale Landeswährungen. Frankencoin und Plusplus verfolgen dagegen das US-Modell und testen mit ihrem Angebot den bestehenden gesetzlichen Rahmen aus. Die grösste Herausforderung für die Initiative dürfte sein, einen Weg durch den regulatorischen Nebel zu finden. Mit der Aufsichtsmitteilung im Juli 2024 legte die Finma Schweizer Stablecoins grosse Hürden in den Weg. Nach den Richtlinien benötigen Emittenten eine Banklizenz und jeder Halter eines Tokens müsste einmal identifiziert werden (KYC-Verfahren). Nach heftiger Kritik an dieser Auflage, die eine Emission von Stablecoins praktisch verunmöglicht, sind neue Gesetzesgrundlagen erarbeitet worden, die den Kryptobereich fördern sollen. Denn mittlerweile haben die EU und die USA deutlich kryptofreundlichere Gesetze erlassen. Doch bis das Schweizer Gesetz greift, wird noch viel Zeit verstreichen. Die erste Vernehmlassung ist gerade erst abgeschlossen worden. Plusplus respektive das Frankencoin-System müsste auch über Blacklisting-Fähigkeit verfügen, d.h. das System muss technisch in der Lage sein, verdächtige Konten zu sperren. Dies erfordert wiederum eine zentrale Eingriffsmöglichkeit im dezentralen System. ### Nachteile der Dezentralität Der Erfolg dieses Projekts muss also noch zahlreiche Hürden nehmen. Offen bleibt, ob zwei kleine Schweizer Unternehmen – in einem globalisierten Markt – ein Standing erreichen, das im breiten Retailmarkt Bestand haben kann. Der Track Record des Frankencoin ist eher bescheiden. Im vergangenen Jahr erreichte er zwar ein Transaktionsvolumen von annähernd 200 Millionen Franken. Ein Vertreter der Association räumt aber ein, dass der überwiegende Teil davon auf Arbitragegeschäfte entfiel. Ein verschwindender Teil ist beim Zahlungsanbieter Gnosis oder gar an der Kasse des Detailhändlers Spar, die Bezahlungen mit dem Coin unterstützen, verwendet worden. Die Vorteile der dezentralen Organisation des Frankencoin werden, wenn es um Marketingpower und Öffentlichkeit geht, zum Nachteil. Niemand fährt eine Marketing-Kampagne, die die Vorteile dieser Geldschöpfung und Zahlungsmöglichkeit preist. Auf der anderen Seite ist der Frankencoin mit dem bescheidenen Transaktionsvolumen unter dem Radar des Regulators gelaufen. Das scheint sich mit zunehmendem Erfolg und neuen Kooperationen zu ändern. Der ETP von Plusplus könnte dem Frankencoin zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Das Start-up muss sich aber gegen eine Vielzahl von ETP- und ETF-Anbieter behaupten, die bereits ein Kryptoangebot mit Milliardenvolumen vertreiben. Der Frankencoin ist ein mutiges technisches Statement gegen die Zentralisierung. Doch im Finanzwesen gewinnt selten die eleganteste Technik, sondern meist die grösste Bilanz. Die beiden Anbieter müssen beweisen, dass Dezentralität mehr ist als ein ideologisches Nischenprodukt. ## Tippinpoint an der Finanz’26 Im Rahmen der Finanz’26 veranstaltet Tippinpoint im Open Forum ein Medienroundtable zum Thema «Bitcoin & Co. im privaten Portfolio». Das Panel findet am 25\. Februar 2026, um 17 Uhr, statt. Es diskutieren Julian Liniger, Co-Founder und CEO, Relai; Jonas Gantenbein, Head of Digital Assets bei der Bank Frick, sowie Marcel Oldenkott, Geschäftsführer und Co-CIO von BIT Capital. Moderiert wird das Roundtable von Werner Grundlehner, Kryptoexperte und Wirtschaftsjournalist Tippinpoint. Für Tippinpoint-Leser gibt es unter [HIER](https://finanz.ticketino.com/de/visitor/home?ref=tippinpoint.ch) eine begrenzte Anzahl von Gratis-Eintritten. Ticket-Code TP1593 eingeben. First come, first served! See you. ### Jetzt pressiert es mit den Prozessen zum Moçambique-Skandal der CS URL: https://www.tippinpoint.ch/jetzt-pressiert-es-mit-den-prozessen-zum-moambique-skandal-der-cs/ Last updated: 2026-07-18T23:03:15.000Z Bei der Aufarbeitung der Affäre um die [fatalen Milliardenkredite der ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77544/thunfisch-bonds%5Fmosambik%5Ferhaelt%5F825%5Fmillionen%5Fdollar%5Fzurueck.html)[Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) (CS) an Staatsunternehmen in Moçambique zögerte die Bundesanwaltschaft (BA) lange. Nun pressiert es aber, wie ein Hinweis der BA an das Bundesstrafgericht deutlich macht. Am 1\. April 2026 tritt die Verfolgungsverjährung in Kraft, heisst es da, und weiter: «Die Bundesanwaltschaft bittet das Gericht deshalb höflich, diesem Umstand bei der Planung und Vorbereitung der Hauptverhandlung Rechnung zu tragen.» Dem Wunsch kamen die Richter in Bellinzona insofern nach, als die den Prozess in der fraglichen Angelegenheit auf den 26\. Februar ansetzten. Es geht um einen bisher nicht bekannten Strafbefehl der BA vom vergangenen 3\. Dezember gegen eine der Hauptfiguren in der Affäre, den früheren CS-Manager Andrew Pearse, sowie gegen einen mit ihm verbundenen Zürcher Geschäftsmann. Beide haben gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben, weshalb es in Bellinzona zum Prozess kommt. Dies, obwohl sie mit bedingten Geldstrafen davon kamen. Der Neuseeländer Pearse erhielt 80 Tagessätze zu je 90 Franken, entsprechend 16‘200 Franken, bedingt auf zwei Jahre. Der 65-jährige Zürcher wurde mit 120 Tagessätzen zu je 450 Franken, entsprechend 54‘000 Franken, ebenfalls auf zwei Jahre bedingt bestraft. ### Der tiefe Fall vom Investmentbanker zum «Zügelmann» Im Fall des heute 56-jährigen Pearse, der bei der Kreditvergabe an Moçambique eine zentrale Rolle spielte, trug die BA dem Umstand Rechnung, dass sich der ehemalige CS-Investmentbanker im US-Strafverfahren schuldig bekannte und dass ein Grossteil seines Vermögens eingezogen wurde. Die britische Finanzafusichtsbehörde verhängte zudem ein Berufsverbot gegen Pearse. Er lebe heute nahe am Existenzminimum in Grossbritannien und arbeite als Umzugshelfer. Strafmildernd stufte die Bundesanwaltschaft zudem den Umstand ein, dass seit den Geldwäschereihandlunngen fast zehn Jahre verstrichen sind. Im Fall des Zürcher Geschäftsmanns fand die BA, dass die bedingte Geldstrafe eine genügende Warnung darstelle, um ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden vor, sie hätten in gegenseitiger Absprache am 1\. April 2016 Vermögenswerte in der Höhe von sieben Millionen Dollar von einem Konto bei der [Credit Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/) lautend auf eine Zürcher Finanzgesellschaft auf ein Bankkonto in den Vereinigten Arabischen Emiraten transferiert. Dabei handle es sich um Vermögenswerte deliktischer Herkunft, welche der Finanzgesellschaft am 21\. März 2016 durch die Zahlung von 7,86 Millionen Dollar des Wirtschafts- und Finanzministeriums von Moçambique zugeflossen seien. Deren Einziehung sei dadurch erschwert oder vereitelt worden. ### Prozess gegen Lara Warner am 2\. März Die 7,86-Millionen-Dollar-Transaktion steht auch im Zentrum des [Prozesses gegen die frühere Risikochefin der ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78529/lara%5Fwarners%5Fkampf%5Fgegen%5Fmoambique-busse%5Fgebremst.html)[CS](https://www.tippinpoint.ch/tag/credit-suisse/), Lara Warner. Sie wehrt sich gegen eine Busse von 100‘000 Franken, die das Eidgenössische Finanzdepartement im Frühling 2025 wegen Unterlassung der Geldwäschereimeldepflicht verhängt hatte. Eigentlich hätte der Prozess schon am vergangenen 30\. Oktober stattfinden sollen. Die Anwälte der Amerikanerin beantragten den Ausstand des Richters wegen Befangenheit, blitzten mit ihren vom Bundesstrafgericht als «abwegig» eingestuften Argumenten aber ab. Der Prozess wurde nun neu auf den 2\. März angesetzt. Auch hier steht die Frage der Verjährung zur Diskussion. Die 58-jährige Juristin, die in den USA als Beraterin für Regulierungsfragen tätig ist, wurde vom Gericht von der Teilnahme an der Verhandlung dispensiert. Um die 7,89-Millionen-Dollar-Zahlung und die anschliessende Weiterleitung nach Abu Dhabi geht es schliesslich in [einem dritten Verfahren](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78454/die%5Fubs%5Fmuss%5Fim%5Fmozambique-skandal%5Fden%5Fkopf%5Fhinhalten%5F.html), in dem die Bundesanwaltschaft im vergangenen Dezember Anklage beim Bundesstrafgericht erhoben hat. Beschuldigt wird hier eine Compliance-Mitarbeiterin der Credit Suisse. Obwohl ihr zahlreiche Anhaltspunkte auf eine möglicherweise verbrecherische Herkunft der aus Mozambique eingegangenen Gelder vorlagen, soll sie der Geschäftsleitung der CS empfohlen haben, keine Meldung bei der Meldestelle für Geldwäscherei zu erstatten, sondern die Geschäftsbeziehung zu saldieren. Als Rechtsnachfolgerin der Credit Suisse kommt in diesem Prozess auch die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ins Spiel. Denn die Bundesanwaltschaft wirft der CS vor, im relevanten Zeitraum im Jahr 2016 nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehrungen getroffen zu haben, um die mutmasslich begangene Geldwäscherei zu verhindern. Deshalb muss sich nun die UBS als Unternehmen für die mutmasslich begangene Geldwäscherei verantworten. Die UBS weist die Vorwürfe kategorisch zurück. In diesem Fall ist noch kein Prozesstermin angesetzt. ### Essen, schauen, staunen: Auf Foodsafari durchs Oberengadin URL: https://www.tippinpoint.ch/essen-schauen-staunen-auf-foodsafari-durchs-oberengadin/ Last updated: 2026-07-18T23:03:17.000Z Für Foodies ist das Oberengadin ein Schlaraffenland. Der Gault Millau zeichnet in der Region St. Moritz aktuell 28 Restaurants aus, der Guide Michelin empfiehlt 21, wovon er fünf mit mindestens einem Stern verleiht. Die Wahl ist in diesem Falle keine Qual, sondern aktiviert den Appetit. Einfach fällt sie nicht. Zumal es viele neue Lokale gibt. Jedes Jahr werden neue Konzepte ausprobiert. Und der kulinarische Ehrgeiz hat nach den Luxushotels auch tieferklassige Häuser erfasst. ### Cresta Palace, Celerina ![Essen, schauen, staunen: Auf Foodsafari durchs Oberengadin](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260243_210225.jpg) Das altehrwürdige Viersterne-Haus Cresta Palace in Celerina verfügt seit diesem Winter über ein orientalisches Restaurant namens Ya Mama. Küchenchef ist Moses Ceylan, ein Deutscher mit nahöstlichen Wurzeln, der früher im Einstein in St. Gallen tätig war. Was unter seiner Leitung aufgetischt wird, macht echt Freude. Vielfältige Mezze, in einer Art, wie es sie nicht überall gibt, etwa ein kleines Ragout aus im Ofen gerösteten Gemüsen oder eine aramäische Linsensuppe. Die Gerichte sind sorgfältig angerichtet, etwa Köfte, auf einer grillierten Peperoni und eingelegten Zwiebeln serviert und sehr schmackhaft. Die Preise sind erschwinglich, liegen etwa auf durchschnittlichem Zürcher Niveau. Mit 50 bis 60 Franken für Vorspeise und Hauptgang kommt man durch. [www.crestapalace.ch](https://www.crestapalace.ch/?ref=tippinpoint.ch) ### Engadinerhof, Pontresina [Roter Salon im Engadinerhof, Pontresina. (Quelle: HO)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260243%5F210214.jpg?ref=tippinpoint.ch) Frisch aufgehübscht und unter neuer Leitung empfängt der Engadinerhof in Pontresina, der sich neu als Boutiquehotel anpreist. Die Pizzeria im Haus gibt sich Mühe, mehr als das Übliche aufzutischen. Zum Beispiel Tagliatelle an einem saisongerechten Kohlpesto. Das ist erfreulich; allerdings würde ich, wenn ich dieses Pastagericht selbst zubereitet hätte, noch gewisses Verbesserungspotenzial erkennen. Echt ein Hit in diesem alten Haus ist die Lobby im ersten Stock. Deren Ouvertüre ist eine grosse Treppe mit Glasüberbau im Stile der 1950er Jahre. Danach steht man in einer Halle mit Nebenräumen, die durch Schwingtüren im Jugendstil zu betreten sind – dem Jassstübli, dem roten Salon und einer Bar. Mit einem Drink oder einem der vorzüglichen Engadiner Biere setzt es sich in den dicken Fauteuils so gut, dass man am liebsten einfach bleiben würde. [www.engadinerhof.com](https://www.engadinerhof.com/?ref=tippinpoint.ch) ### Restaurant Kantine, Bever ![Essen, schauen, staunen: Auf Foodsafari durchs Oberengadin](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260243_210220.jpg) Ein Upgrade erlebt hat auch die einstige Kantine einer Baufirma in Bever. Restaurant Kantine heisst das Etablissement nun, die einfache Fichtenholztäfelung ist geblieben, das Menage mit Fondor auf den Tischen auch, und wer ein Lagerbier bestellt, erhält keine Stange und auch kein kleines Fläschli, sondern das klassische Büezer-Bier, ein Lager in der 58cl Flasche. Die Spaghetti all’Amatriciana passen zur Tradition, der Fenchelsalat mit Rucola verkörpert eher das Heute. Zum unprätentiösen Ambiente passt die Auswahl an Flaschenweinen und ihre Preise, die etwa dem Doppelten der Ladenpreise entsprechen. Via Maistra 5, Bever. Tel. 081 515 27 87 ### Langosteria, Salastrains [Fisch, Meeresfrüchte und eine unbezahlbare Aussicht. (Quelle: HO)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260243%5F210258.jpg?ref=tippinpoint.ch) Die Langosteria auf Salastrains im St. Moritzer Skigebiet empfängt schon den dritten Winter Gäste aus nah und fern. Sie ist das Gegenteil des profanen Geheimtipps Kantine Bever. Wer den GaultMillau-Newsletter liest, weiss, dass es in der Langosteria vor allem und fast ausschliesslich Fisch und Meeresfrüchte zu essen gibt, und GM-Chef Urs Heller sich immer wieder davon begeistert zeigt. Ein Rätsel bleibt, was das Vergnügen eines Essens in der St. Moritzer Niederlassung der mondänen Restaurantkette aus Mailand kostet; die auf der Website des Restaurants publizierte Speisekarte enthält keine Preise. Dass sie prohibitiv sind, hat sich allerdings herumgesprochen. Ahnungslose merken es spätestens bei der Online-Reservation; pro Person wird eine Garantie von 100 Franken verlangt. [Mafaldine mit Stockfisch, Tomatensauce, Oliven und Kapern für 46 Franken. (Quelle: Michael Lütscher)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260243%5F210233.jpg?ref=tippinpoint.ch) Das Lokal sieht aus wie ein Club, die vorherrschende Farbe (Wände, Decke, Boden, Stühle) ist schwarz, und aus den Boxen beschwingt Discomusik, in Stil und Lautstärke allerdings Easy Listening. Die Atmosphäre ist entspannt, das Personal in Moncler-Gilets, Italienisch und Englisch sprechend, ist zahlreich, freundlich und flink. Am Tisch nebenan tafelt eine englisch parlierende Familie, ihre beiden Skilehrer teilen sich einen Hummer aus dem Ofen (Kilopreis: 380 Franken), am nächsten Tisch hat sich eine Schweizer Familie niedergelassen. Sie lässt sich u.a. einen Wolfsbarsch in der Salzkruste (Kilopreis: 200 Franken) auftischen. Die Mafaldine (dicke Nudeln mit gekraustem Rand) mit Stockfisch, Tomatensauce, Oliven und Kapern (46 Fr.) schmecken echt gut. Die Austern davor waren, wie sie sein sollten – köstlich. Austernplatten sind einer der Hits des Lokals, Trüffelpizza zum Teilen als Vorspeise ebenso. Letztere erinnert an das einstige La Marmite auf Corviglia, mit welcher der legendäre, verstorbene Hartly Mathis vor 60 Jahren die Ära des Fine Dinings an der Piste eröffnete. Eine Entdeckung ist übrigens der Spumante von Luigi Coppo aus der Alta Langa im Piemont, mit 25 Fr das Glas (Bollicine) einer der günstigsten Weine im riesigen Angebot. Beim letzten Schluck sind die Schweizer nebenan gegangen; ein russisches Trio lässt sich nieder, der Mann eher schlampig gekleidet, die beiden Frauen mit Schlauchbootlippen und mega aufgebretzelt. Es gibt viel zu sehen in der Langosteria und vorzüglich zu essen. [langosteria.com/en/langosteria-st-moritz](https://www.langosteria.com/en/langosteria-st-moritz?ref=tippinpoint.ch) ### Eine neue Finanz-KI erschüttert die Märkte - auch Schweizer Bankaktien tauchen URL: https://www.tippinpoint.ch/eine-neue-finanz-ki-erschuettert-die-maerkte-auch-schweizer-bankaktien-tauchen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:19.000Z Anfang Woche startete der Ausverkauf. Amerikanische Brokeragefirmen wie Raymond James, Charles Schwab und LPL Financial brachen um rund acht Prozent ein. Auslöser war ein neues KI-Werkzeug für Finanzunternehmen. Damit ist eingetreten, was zuvor bereits bei Softwareunternehmen oder Datenprovidern zu beobachten war: Neue, auf Branchen ausgerichtete KI-Werkzeuge machen das Leben für bestehende Anbieter schwer. Im Finanzsektor geht die Befürchtung um, dass automatisierte Beratung mithilfe künstlicher Intelligenz das Geschäftsmodell der Branche grundsätzlich unter Druck setzen könnte. Damit gerät die Wealth-Management-Industrie ins Visier der KI-Konkurrenz. Die Reaktion der Anleger fiel harsch aus: Sie trennten sich in grossem Stil von Papieren wie Raymond James (minus 8,8 Prozent). Charles Schwab sackte um 7,4 Prozent ab, LPL Financial Holdings um 8,3 Prozent – für beide der schwächste Handelstag seit Trumps Zollchaostagen im letzten April. Der Kursrutsch kam plötzlich und unvermittelt. Charles Schwab ist die einzige Aktie der Gruppe mit einer einzelnen Verkaufsempfehlung. Bei den Analysten scheint der KI-Effekt bislang unter dem Radar zu fliegen. «Die Unsicherheit ist extrem hoch, und es ist sehr schwierig, ein negatives Szenario zu widerlegen», sagte ein UBS-Analyst in einem Interview. «Wir befinden uns in einer Phase, in der wir schlicht nicht wissen, was die nächsten 12 oder 24 Monate für diese Unternehmen bringen werden.» ### Altruist-Gründer kennen das Banking ![Eine neue Finanz-KI erschüttert die Märkte - auch Schweizer Bankaktien tauchen](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260243_180241.jpg) Am Mittwoch schwappte die KI-Panik dann über den Atlantik nach Europa. Schweizer Bankaktien reagierten mit Kursrutschen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verlor knapp drei Prozent, bei [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) lag das Minus bei 3,1 Prozent, bei EFG bei 4,4 Prozent und beim [VZ](https://www.tippinpoint.ch/tag/vz/) sogar bei 5,27 Prozent. Am Donnerstag haben sich die Kurse nicht erholt. Das Tool, das die Märkte in Wallung versetzt, wurde am Dienstag vorgestellt und stammt vom Tech-Startup Altruist. Es soll Finanzberater dabei unterstützen, Strategien für Kunden zu personalisieren sowie Lohnabrechnungen, Kontoauszüge und weitere Dokumente zu erstellen. Altruist-Gründer und CEO Jason Wenk begann seine Karriere bei Morgan Stanley, COO Mazi Bahadori war zuvor bei Pimco Investment Management tätig. Sie kennen die Branche aus dem Effeff. ### «Viele Spekulationen im Markt» Gut möglich, dass die Reaktion der Märkte übertrieben ist. «Wir sehen viele Spekulationen im Markt, die zum Teil nichts mit realen Entwicklungen zu tun haben», sagt Marc Weber, CEO der VZ Depotbank AG. Grundsätzlich sieht er für sein Unternehmen mehr Chancen als Risiken. Ein hoher Anteil repetitiver Aufgaben lasse sich mit KI deutlich schneller erledigen. Dadurch hätten Berater mehr Zeit für die Kunden. Allerdings könne der Einsatz von KI auch dazu führen, dass insgesamt weniger Stunden verrechnet werden, räumt Weber ein. Die zentrale Frage sei, was der Kunde wolle. Er geht davon aus, dass viele Menschen kurz vor der Pensionierung auf eine persönliche Beratung nicht verzichten möchten. Finanzberatungen beim Immobilienkauf oder beim Übergang in die Pensionierung sind das eigentliche Kerngeschäft des [VZ](https://www.tippinpoint.ch/tag/vz/). ### «Regional- und Kantonalbanken werden es schwer haben» Unbestritten ist, dass im Finanzsektor erhebliches Optimierungspotenzial vorhanden ist. «Banken verdienen sehr viel Geld im Brokerage», sagt Weber. KI werde in diesem Bereich spürbar auf die Margen drücken. Das sieht auch Adriano Lucatelli so, Gründer des Zürcher Wealthtechs [Descartes](https://www.tippinpoint.ch/tag/descartes/). «Repetitive Arbeiten im Backoffice kann eine KI besser und schneller erledigen», sagt er. Lucatelli glaubt, dass die Zeiten bald vorbei sein werden, in denen Banken mit einfachem Brokerage-Geschäft viel Geld verdienen konnten. Besonders exponiert ist dabei das USA-Geschäft der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), das stark auf einem Brokerage-Ansatz basiert. In der Schweiz dürften vor allem kleinere und mittelgrosse Regional- und Kantonalbanken betroffen sein, glaubt Lucatelli. Spezialisierte Nischenanbieter wie Descartes seien dagegen ohnehin schon sehr effizient aufgestellt und setzten KI bereits ein. Hinzu kommt, dass Fintechs meist keine teuren Legacy-Systeme unterhalten müssen. Grenzen der KI sieht Lucatelli hingegen bei der eigentlichen Anlageberatung. ### Nuveen schluckt Schroders: Elefantenhochzeit im Asset Management URL: https://www.tippinpoint.ch/nuveen-schluckt-schroders-elefantenhochzeit-im-asset-management/ Last updated: 2026-07-18T23:03:19.000Z Nuveen legt insgesamt 9,9 Milliarden Pfund (10,3 Milliarden Franken) auf den Tisch und beendet damit eine Firmengeschichte, die vor über 200 Jahren begann und eng mit dem Aufstieg und dem Niedergang Grossbritanniens verknüpft ist. Schroders – ursprünglich vom Hamburger Kaufmann Johann Heinrich Schröder gegründet – ist ein Relikt als aus einer Zeit, als sogenannte Merchant Banks die City of London damit die Finanzwelt dominiert hatten. Nun also das Ende der Eigenständigkeit. Was bleibt, ist die Marke [Schroders](https://www.tippinpoint.ch/tag/schroders/), an der die neuen Besitzer festhalten wollen. Zudem soll London der wichtigste Standort ausserhalb der USA und zugleich der grösste Standort der fusionierten Gruppe sein. [Nuveen](https://www.tippinpoint.ch/tag/nuveen/) hat ihren Sitz in Chicago und ist eine 100-prozentige Tochter der TIAA (Teachers Insurance and Annuity Association of America-College Retirement Equities Fund) – einer Lehrer-Pensionskasse. «In einem wettbewerbsintensiven Umfeld, in dem Grösse zunehmend Vorteile bringt, sehen wir in [Nuveen](https://www.tippinpoint.ch/tag/nuveen/) einen Partner, der unsere Werte teilt, die von uns aufgebaute Unternehmenskultur respektiert und spannende Perspektiven für unsere Kunden und Mitarbeitenden schafft», sagte Schroders-CEO Richard Oldfield. Er wird seine Funktion behalten und zugleich in das Executive Management Team von Nuveen eintreten. ### Vier Schweizer Gesellschaften Der Deal ist ein Paukenschlag – und ein Weckruf für die europäische Asset-Management-Industrie. Grössenvorteile amerikanischer Anbieter führen zu niedrigeren Kosten und setzen insbesondere mittelgrosse Anbieter unter Druck. Hinzu kommt der Trend zum passiven Investieren, der eine Herausforderung für aktive Manager darstellt. Um [Schroders](https://www.tippinpoint.ch/tag/schroders/) gab es in den letzten Jahren immer wieder Übernahmegerüchte. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 2,5 Billionen Dollar erreicht die neue Gruppe eine Grössenordnung, die mit Schwergewichten wie Capital Group vergleichbar ist, dem weltweit grössten reinen aktiven Vermögensverwalter mit rund 3 Billionen Dollar. Die Schroders-Familie sowie einzelne Mitglieder des Verwaltungsrats halten zusammen rund 42 Prozent der Aktien. Sie haben ihre Unterstützung für den Deal bereits zugesichert. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet. [Nuveen](https://www.tippinpoint.ch/tag/nuveen/) finanziert die Übernahme aus bestehenden liquiden Mitteln sowie über einen Kredit in Höhe von 3,1 Milliarden Pfund von BNP Paribas. Es entsteht ein Unternehmen mit insgesamt 9600 Mitarbeitenden. Mit übernommen werden auch vier Schroders-Gesellschaften in der Schweiz: Schroder & Co Bank, BlueOrchard, Schroder Investment Management (Switzerland) und Schroders Capital Management (Switzerland). Für die Übernahme der sogenannten Swiss Target Entities braucht es gemäss heute publizierter Ad-hoc-Meldung noch die Zustimmung der Finma. *Korrektur: In einer früheren Version hiess es fälschlicherweise, dass die Zustimmung der Finma bereits vorliege. Die Stelle wurde angepasst.* ### Leonteq schliesst rabenschwarzes Jahr ab - Mitarbeiter trifft es hart URL: https://www.tippinpoint.ch/leonteq-schliesst-rabenschwarzes-jahr-ab-mitarbeiter-trifft-es-hart/ Last updated: 2026-07-18T23:03:20.000Z Leonteq hat 2025 tiefrote Zahlen geschrieben. Der Zürcher Derivatespezialist weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 33,7 Millionen Franken aus, nachdem 2024 noch ein Gewinn von 5,8 Millionen Franken resultiert hatte. Haupttreiber waren deutlich tiefere Erträge aus Gebühren und Handel – trotz Kostensenkungen und einer Belebung des Kundengeschäfts in der zweiten Jahreshälfte. Der Betriebsertrag brach im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 172,3 Millionen Franken ein. Während die Netto-Gebührenerträge um 17 Prozent zurückgingen, drehte das Handelsergebnis mit minus 3,1 Millionen Franken in den roten Berich. Auf der Kostenseite senkte das Unternehmen die Aufwendungen um 11 Prozent auf 205 Millionen Franken, bereinigt um 16 Prozent. Unter dem Strich blieb jedoch ein operativer Verlust vor Steuern von 33,3 Millionen Franken. Besonders hart traf es die Beschäftigten. Der Personalaufwand sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 103,7 Millionen Franken (2024: 123,9 Millionen Franken). Gründe dafür sind geringere Kosten für aufgeschobenen Vergütungen, deutlich tiefere Bonusrückstellungen für das laufende Jahr sowie ein Rückgang der fixen Lohnkosten. Das Unternehmen baute 7 Prozent oder 35 Vollzeitstellen ab. Gleichzeitig baute die Gruppe ihren Standort in Lissabon aus. Per Ende 2025 beschäftige [Leonteq](https://www.tippinpoint.ch/tag/leonteq/) in Portugal 100 Personen (Headcount) oder 26 Prozent der Gesamtbelegschaft. Ziel ist es, diesen Anteil bis Ende Jahr auf 30 Prozent zu erhöhen. ### Keine Dividende – aber Rückkauf geplant Immerhin: Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 16,9 Prozent und liegt damit deutlich über der eigenen Zielgrösse. Der Anstieg ist unter anderem auf den vorzeitig abgeschlossenen Wechsel in das neue regulatorische Regime zurückzuführen, der die risikogewichteten Aktiven im Marktgeschäft spürbar senkte. Der Verwaltungsrat schlägt einen Dividendenverzicht für 2025 vor. Überschüssiges Kapital soll frühestens 2027 über ein Aktienrückkaufprogramm an die Aktionäre zurückfliessen – sofern sich die Kapitalbasis nachhaltig über der Marke von 15 Prozent stabilisiert. Man kann hoffen, dass diese Pläne mit den grossen Aktionären abstimmt wurden. Letztes Jahr kam es in dieser Frage zu [gröberen Unstimmigkeiten](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77898/eklat%5Fbei%5Fleonteq%5Fgrossaktionaere%5Ffahren%5Fdem%5Fverwaltungsrat%5Fin%5Fdie%5Fparade.html). ### Lichtblicke im zweiten Halbjahr Operativ zeigte sich im zweiten Halbjahr eine gewisse Stabilisierung. Die Fee-Produktion zog nach dem schwachen Sommer an, das Emissionsvolumen legte zweistellig zu und die Zahl der neu aufgelegten Produkte erreichte einen Rekordwert. Gleichzeitig bleiben die Margen unter Druck. CEO Christian Spieler spricht von einem «unbefriedigenden Ergebnis», verweist auf die zunehmende Dynamik im Kundengeschäft und die strategischen Fortschritte bei der Neuausrichtung des Unternehmens. Für 2026 stellt das Management wieder schwarze Zahlen in Aussicht – sowohl im ersten Halbjahr als auch auf Gesamtjahressicht. Die mittelfristigen Finanzziele werden nun allerdings erst für 2028 erwartet. ![Leonteq schliesst rabenschwarzes Jahr ab - Mitarbeiter trifft es hart](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Felix_Oegerli_260243_080234.jpg) Gleichzeitig gab die Bank einen Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats bekannt. Felix Oegerli soll an der Generalversammlung Anfang April 2026 zum neuen Chairman gewählt werden. Der 1961 geborene Schweizer war bis Mai 2025 über elf Jahre Head of Trading, Sales and Capital Markets bei der Zürcher Kantonalbank. Er sitzt unter anderem im Verwaltungsrat der Swiss Finance & Property Group AG. ### «Dear Jeffrey»: Valartis Bank und die Geschäfte mit Epstein URL: https://www.tippinpoint.ch/dear-jeffrey-valartis-bank-und-die-geschaefte-mit-epstein/ Last updated: 2026-07-18T23:03:20.000Z Mit «Dear Jeffrey» beginnt eines der E-Mails eines früheren Managing Directors der [Valartis](https://www.tippinpoint.ch/tag/valartis/) Bank in Genf. Der Berater machte den wegen Pädophilie verurteilten Sexualstrafverbrecher auf eine rare Investmentmöglichkeit in China aufmerksam und leitete ihm streng vertrauliche Dokumente der Credit Suisse zu einem Projekt im Energiebereich weiter. Die Kundenbeziehung mit Epsteins Financial Trust Company führte die Bank von 2010 bis 2012\. Dies berichtete die «Finanz und Wirtschaft» ([Abo](https://www.fuw.ch/jeffrey-epstein-hatte-bankbeziehung-zur-valartis-gruppe-572661136238?ref=tippinpoint.ch)), die sich auf Dokumente und E-Mails abstützt, welche das US-Justizministerium veröffentlichte. Die Financial Trust Company hatte ihren Sitz auf den British Virgin Islands. Hinter der Struktur standen Jeffrey Epstein sowie Darren Indyke, der viele Jahre lang Epsteins Anwalt war. Epstein wurde 2008 erstmals in Florida wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt. 2019 nahm die US-Justiz erneut Ermittlungen auf, Epstein wurde inhaftiert, später starb er in seiner Gefängniszelle. ### Epstein hielt Anteile an einem ZKB-Gold-ETF Laut FuW hielt die Bankbeziehung von Epstein zu Valartis vermutlich deshalb nicht länger, weil sein Kontakt bei Valartis die Bank bald verliess. Im Mai 2011 schreibt dieser an Epstein: «Lieber Jeffrey, ich werde Valartis Ende des Monats verlassen und benötige eine Vollmacht für Financial Trust, um die Nachverfolgung und weitere Verwaltung des Kontos sicherstellen zu können.» Dutzende E-Mails, Telefonate und Treffen in Genf zeugen von einem engen Austausch. Anfang 2012 gibt Epstein den Auftrag, die Gelder vom Valartis-Konto abzuziehen. «Geben Sie die Anweisung, alles sorgfältig zu liquidieren, aber bis zum Ende der Woche», schreibt er einem seiner Mitarbeiter. Daraufhin bestätigt eine Mitarbeiterin von [Valartis](https://www.tippinpoint.ch/tag/valartis/), dass alle Positionen verkauft würden, darunter unter anderem 17’000 Aktien des Schweizer Biotech-Unternehmens Actelion oder 200 Anteile an einem ZKB-Gold-ETF. Die Kundenbeziehung zu Valartis ist eine von vielen Verbindungen zum Schweizer Finanzplatz und insbesondere zu Genf. Jeffrey Epstein war unter anderem eng verbunden mit [Ariane de Rothschild](https://tippinpoint.ch/artikel/78569/verbindung%5Fzwischen%5Fjeffrey%5Fepstein%5Fund%5Fariane%5Fde%5Frothschild%5Fist%5Fseit%5Fjahren%5Fbekannt.html?ref=tippinpoint.ch) von der Bank Edmond de Rothschild. Er half der Bank beim DoJ-Settlement und streckte die Fühler nach Julius Bär aus. Er traf sich mit dem damaligen [CEO Boris Collardi](https://tippinpoint.ch/artikel/78583/hat%5Fboris%5Fcollardi%5Fjeffrey%5Fepstein%5Fein%5Fkonto%5Fbei%5Fpictet%5Fangeboten%5Fder%5Fbanker%5Fdementiert.html?ref=tippinpoint.ch), dem er einen Deal mit Edmond de Rothschild schmackhaft machen wollte. Die UBS wiederum unterhielt eine Kundenbeziehung zu Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell. Die Grossbank soll bis mindestens 2019 Millionen für sie verwaltet haben. ### FINANZ26: Die Karten im Welthandel werden neu gemischt URL: https://www.tippinpoint.ch/finanz26-die-karten-im-welthandel-werden-neu-gemischt/ Last updated: 2026-07-18T23:03:21.000Z Bereits während der Corona-Pandemie begannen sich protektionistische Tendenzen abzuzeichnen, die der jahrelang boomenden Globalisierung ein unvermitteltes Ende setzten. Der 2\. April 2025 markierte eine weitere drastische Kehrtwende im Welthandel. An dem von ihm ausgerufenen Liberation Day verkündete US-Präsident Donald Trump die Wiedereinführung von drakonischen Basis- und Strafzöllen auf Importen, mit dem Ziel, die kontinentale Industrie zu stärken. Zuvor waren global über Jahrzehnte hinweg Zollhürden abgebaut worden. Zuletzt hatte beispielsweise die Schweiz auf Anfang 2024 die Zölle auf Industrieprodukte aufgehoben. ### Trump erfüllt Wahlversprechen Überraschend kam das Verdikt aus den USA zwar nicht. Trump löste damit im Wesentlichen ein Versprechen ein, das er seinen Wählerinnen und Wählern in seinem Wahlkampf gegeben hatte. Gleichwohl reagierten die Börsen weltweit unmittelbar mit massiven Einbussen darauf. Die Schockstarre der Investoren löste sich allerdings bereits nach wenigen Tagen. Der heftige Kurstaucher war kurz später bereits wieder egalisiert, und die Aktienmärkte setzten ihren Aufwärtstrend unbeirrt fort. Die Schweiz wähnte sich als sechst grösster Auslandinvestor in den USA – investiert in 50 Bundesstaaten – zunächst auf der sicheren Seite, umso mehr als Trump zudem die Standhaftigkeit unseres Landes gegenüber einem EU-Beitritt positiv hervorhob. Umso stärker überraschte die Dimension des «Zollhammers», den die US-Regierung dann notabene an unserem Nationalfeiertag ansetzte. Mit der mathematischen Formel, die sie dafür anwendete, hatte niemand gerechnet. ### Standhafter Aktienmarkt Die erwartete Reaktion der Börsenteilnehmer darauf blieb jedoch weitgehend aus. Die Wirtschaft und damit der Aktienmarkt schienen sich – notgedrungen – damit zu arrangieren. Dies vielleicht auch, weil sich die exportorientierten Unternehmen nach der Corona-Pandemie gefolgt vom Ausbruch des Ukraine-Kriegs, der Energiemangellage und dem Nahost-Konflikt in einem Dauerkrisenmodus befinden, wo ihnen selbst der Importzolltarif von hohen 39 Prozent kaum noch etwas anzuhaben vermochte. Die Hoffnung, dass sich die Konjunkturlage endlich stabilisieren würde, wurde einfach um ein weiteres Jahr hinausgeschoben. Für alle Beteiligten war es selbstverständlich und nachvollziehbar, dass die Unternehmen, die ihnen aufgelegten Zölle an die Importeure in den USA überwälzen. Als wesentlich herausfordernder und administrativ aufwendiger erweist sich für die betroffenen Unternehmen die Sprunghaftigkeit in der US-Zollpolitik. Das andauernde Hin und Her beim Anziehen und Lockern der Zollschraube auf Zuruf macht Exporte und Investitionen in die Vereinigten Staaten unberechenbar und fördert derzeit eher eine Zurückhaltung. ### Gemischte Aussichten für die Schweizer Industrie Grosse Schweizer Industrieunternehmen, die bereits in den USA produzieren, sind dort, weil es für sie ein wichtiger Absatzmarkt ist und schon bis anhin eine entsprechende Nachfrage nach ihren Produkten besteht. Ausbaupläne machen sie dementsprechend auch nicht von der US-Zollpolitik abhängig. Von den Zusatzzöllen sind sie nur dort betroffen, wo sie als Importeure auftreten, beispielsweise bei Rohstoffen wie Stahl oder Aluminium, die mit hohen 50 Prozent Importzöllen belegt sind, die sie aber ebenfalls weiterverrechnen. Als Unsicherheitsfaktor erweist sich für sie die Entwicklung des Dollars respektive die anhaltende Frankenstärke. Fataler ist die Situation für kleinere Unternehmen, die stark vom US-Geschäft abhängen und nicht die Mittel und Möglichkeiten haben, ihre Produktion kurzerhand in die USA zu verlegen. Sie profitieren am stärksten von der jüngsten Reduktion des Importzolls auf 15 Prozent. Auch wenn sie dies nach wie vor belastet, werden damit wieder gleichlange Spiesse beispielsweise mit Handelsteilnehmern aus dem EU-Raum geschaffen. ### Weitgehender Verzicht auf Gegenzölle Fakt ist, dass in den USA bislang kein Inflationsschock eingetroffen ist. Aller (medialen) Fixierung auf die US-Politik und den US-Markt zum Trotz, rufen sich die Handelsteilnehmer offenbar in Erinnerung, dass die Welt einiges grösser ist als die Vereinigten Staaten. Der Anteil der USA am Welthandel beläuft sich auf lediglich 15 Prozent. Hinzu kommt, dass nur wenige Staaten dem Beispiel der US-Zollpolitik gefolgt sind. Zum Mittel der Gegenzölle hat beispielsweise China gegriffen. Andere Staaten haben sich dagegen klar von dieser Praxis distanziert. Dies wirkt auf globaler Ebene stabilisierend, nicht zuletzt, weil sich aus der aktuellen Situation Potenzial für Handelsabkommen mit neuen Partnern ergibt. Davon zeugen auch die in diesem Jahr abgeschlossenen Abkommen zwischen der Schweiz und Indien, Mercosur und Thailand. Sie reduzieren die Abhängigkeit vom US-Markt weiter. Gleichwohl gibt es für gewisse Industrien keine Alternative zum US-Geschäft, etwa die Life-Science- und die Pharma-Industrie sowie die Flugzeugindustrie. Sie plagt aber nicht nur die Zollproblematik. So sind Medikamente momentan noch von Zöllen befreit., was aber morgen schon wieder anders sein kann. Überdies werden sie unter Umständen gezwungen sein, ihre bestehenden Absatzkanäle aufzugeben und auf Kanäle zu wechseln, die die Trump-Regierung geschaffen hat. Insgesamt zeigt sich, dass Zollpolitik kein probates Mittel zur Standortentwicklung ist und sich nur bedingt eignet, das Wirtschaftswachstum nachhaltig zu stärken, vor allem nicht, wenn sie derart unklar und wechselhaft ist. Im Rahmen der FINANZ26 in Zürich, diskutieren am Donnerstag, 26\. Februar 2026, Barend Fruithof, CEO der Aebi Schmidt Group; Stefan Legge, Head of Trade & Tax Policy und Vizedirektor am Institut für Law & Economics der Universität St.Gallen, sowie Thomas Süssli, bis Ende 2025 Chef der Schweizer Armee, unter der Leitung von Markus Diem Meier, Chefredaktor der Handelszeitung, über die neue Weltordnung. Mehr Informationen unter [https://www.finanz-ch.ch](https://www.finanz-ch.ch/?ref=tippinpoint.ch) Tippinpoint ist Medienpartner der FINANZ26\. Am Mittwoch, 25\. Februar 2026, veranstaltet Tippinpoint ein Medienroundtable zum Thema [Bitcoin & Co. im privaten Portfolio](https://www.finanz-ch.ch/programmplan/bitcoin-%26-co.-im-privaten-portfolio-?ref=tippinpoint.ch). Es diskutieren: Julian Liniger, Co-Founder und CEO, Relai; Jonas Gantenbein, Head of Digital Assets bei der Bank Frick, sowie Marcel Oldenkott, Geschäftsführer und Co-CIO von BIT Capital. Moderiert wird das Roundtable von Werner Grundlehner, Kryptoexperte und Wirtschaftsjournalist Tippinpoint. ### St. Galler Kantonalbank nutzt Lücke und baut Global-Custody-Geschäft aus URL: https://www.tippinpoint.ch/st-galler-kantonalbank-nutzt-luecke-und-baut-global-custody-geschaeft-aus/ Last updated: 2026-07-18T23:03:21.000Z Der Wegfall der Credit Suisse hat sich massiv auf das Angebot in der Schweiz ausgewirkt. Ein Bereich, in dem der Wettbewerb nachgelassen hat, ist das Global-Custody-Geschäft, also die Verwaltung und Verwahrung von Wertpapieren. Durch die Einverleibung ist die UBS zu einem dominierenden Player geworden. Wie haben die anderen Banken reagiert? Während grosse internationale Player ihren Footprint bei grossen institutionellen Anlegern ausgebaut haben, haben auch wenige kleinere Banken die Chancen gepackt. «Ganz besonders freut uns, dass wir uns auch als Depotbank für Schweizer Pensionskassen (Global Custody) hervorragend positionieren konnten», schreiben SGKB-Präsident Roland Ledergerber und CEO Christian Schmid im Vorwort zum heute publizierten Kurzbericht zum Jahresabschluss 2025\. «Wir haben in den letzten Jahren gezielt in unser Angebot in diesem Segment investiert und die sich bietenden Marktchancen nun genutzt.» Das Geschäft mit institutionellen Anlegern legte stark zu. Insgesamt erzielte die Bank ein Netto-Neugeld von 4,2 Milliarden Franken (+6,5 Prozent). Davon stammt 1,4 Milliarden (+4,6 Prozent) von Privatkunden. Mehr als doppelt so viel kam von institutionellen Anlegern, die 3,1 Milliarden zur [SGKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/sgkb/) brachten – davon entfallen 1,7 Milliarden auf neue Global-Custody-Mandaten. Die total verwalteten Vermögen kletterten auf 71,8 Milliarden Franken (+11,3 Prozent). ### Konservativ bei den Krediten Eher konservativ unterwegs ist die Ostschweizer Bank bei den Kundenausleihungen, die um eine Milliarde Franken (+2,9 Prozent) auf 34,7 Milliarden anstiegen. Der grösste Anteil des Neugeschäfts stammt aus Hypotheken für Privatpersonen (+717 Millionen). Das grösste Wachstum gab es bei den Firmenkrediten – plus 7,2 Prozent oder 194 Millionen Franken. Unter dem Strich wies die Bank einen Konzerngewinn von 227 Millionen Franken aus (+5,5 Prozent). Die Dividende wird um einen Franken auf 20 Franken je Aktie angehoben. Davon profitiert insbesondere der Kanton St. Gallen als Hauptaktionär, dem Ausschüttungen von 61,1 Millionen Franken zufliessen. Die Bank erwartet für das Geschäftsjahr 2026 ein Ergebnis in Höhe des Vorjahres. ### Pictet überwindet Schwächephase beim Neugeldzufluss - Rekord bei verwalteten Vermögen URL: https://www.tippinpoint.ch/pictet-ueberwindet-schwaechephase-beim-neugeldzufluss-rekord-bei-verwalteten-vermoegen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:22.000Z Die Genfer Privatbank [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) hat im Geschäftsjahr 2025 mehr Neugelder angezogen als in den letzten drei Geschäftsjahren. Netto flossen der Gruppe im Berichtsjahr 19 Milliarden Franken zu, nach 11 Milliarden im Jahr 2024, 16 Milliarden 2023 und 4 Milliarden im Jahr 2022\. Mit den Neugeldzahlen von 2025 kann Pictet allmählich wieder an die Jahre zuvor anknüpfen. Im Jahr 2020 und 2021 spülte es 24 und 29 Milliarden Franken Neugeld in die Bank. Bei den verwalteten und verwahrten Vermögen hat die Bank einen neuen Höchststand erreicht. Sie kletterten um 4,5 Prozent auf 757 Milliarden Franken. Damit übertraf [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) den Rekordwert klar. Im vergangenen Jahr legte der Betriebsertrag leicht auf 3,21 Milliarden Franken zu. Unter dem Strich weist Pictet einen Konzerngewinn von 667 Millionen aus – nur marginal mehr als im Vorjahr, als die Bank 665 Millionen Gewinn einfuhr. ![Entwicklung Netto-Neugeld bei Pictet (Grouped column chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/NqLEj/full.png) Die Kapitalisierung bleibt solide. Das Eigenkapital belief sich per Jahresende auf 3,28 Milliarden, die Gesamtkapitalquote lag bei 21,6 Prozent und damit deutlich über der Finma-Vorgabe von 12 Prozent. Auch die Liquiditätsquote übertraf mit 191 Prozent den Basel-III-Mindestwert klar. Der detaillierte Jahresbericht wird Ende April publiziert. ### Topkader der Berner Kantonalbank machen Kasse URL: https://www.tippinpoint.ch/topkader-der-berner-kantonalbank-machen-kasse/ Last updated: 2026-07-18T23:03:23.000Z Die Führungsetage der Berner Kantonalbank trennte sich in den letzten Tagen von vergleichsweise vielen eigenen Aktien. Insgesamt gab es nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen sechs Verkaufstransaktionen, die von einem oder mehreren Geschäftsleitungsmitgliedern und/oder von der Verwaltungsratspräsidentin Antoinette Hunziker-Ebneter ausgeführt wurden. Zählt man zwei weitere Transaktionen dazu, die vor dem geschlossenen Zeitfenster ausgeführt wurden, waren es acht Deals. Gemäss SIX-Daten wurden 3’681 Titel im Gesamtwert von 1,13 Millionen Franken gehandelt. ![Topkader der Berner Kantonalbank machen Kasse](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260242_070258.jpg) Auffällig ist die Häufigkeit der Verkäufe. Davor kam es im Jahr 2025 zu einer einzelnen weiteren Transaktion. Ebenfalls nur einen einzigen Verkauf gab es im Jahr 2024\. Warum plötzlich so viele Aktien auf einmal? Eine Erklärung könnte die Entwicklung des Aktienkurses sein. Seit Anfang 2025 legte die BEKB-Aktie um 42 Prozent zu. Allein seit Anfang Oktober beträgt das Plus 31 Prozent. Die Aktie befindet sich auf einem Allzeithoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt stolze 17,6\. Der Markt bewertet die Bank mit 3,12 Milliarden Franken. Gut möglich, dass sich die Spitzenleute bei der [BEKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/bekb/) die Überlegung machten, dass damit eine Decke erreicht ist – zumal der Gewinn der Bank im letzten Jahr leicht schrumpfte und die Zinsentwicklung beim Schweizer Franken ebenfalls nichts Gutes für die Retailbank verheisst. Antoinette Hunziker-Ebneter besitzt gemäss Geschäftsbericht 2024 3’851 Aktien. Mehr hat CEO Armin Brun (4’600 Titel), Michael Oertle kommt auf 3’300 Aktien und Mark Haller auf 3’815\. Diese Positionen haben die Manager zum Teil über Jahre aufgebaut. Die Bank hat beschlossen, die Dividende auf 10.80 Franken zu erhöhen. ### Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an - rare Ausweichoptionen im Banking URL: https://www.tippinpoint.ch/die-arbeitslosigkeit-steigt-weiter-an-rare-ausweichoptionen-im-banking/ Last updated: 2026-07-18T23:03:23.000Z Im Januar 2026 waren in Zürich 1402 Bankangestellte beim RAV gemeldet – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit um 2,5 Prozent zu, wie das Amt für Wirtschaft vermeldete. Im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr beträgt der Zuwachs 22,3 Prozent. Damit ist die Bankenbranche am stärksten von der Situation am Arbeitsmarkt betroffen. Es ist davon auszugehen, dass die Lage sich in den nächsten Monaten auf dem Platz Zürich nochmals verschlechtern könnte. Ein Treiber dürfte die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) sein, die Personal in der IT und den Operations abbauen wird. Die Grossbank rechnet mit dem Abschluss der CS-Integration im ersten Quartal. Danach werden die Altsysteme sukzessive abgeschaltet. Arbeitskräfte für die Wartung und den Betrieb braucht es kann nicht mehr. Bereits im letzten Jahr hat sich der Stellenabbau im Zuge der Zusammenführung der beiden Grossbanken kontinuierlich fortgesetzt, wie letzte Woche anlässlich der Quartalsberichterstattung bekannt wurde. Die Zahl der Vollzeitstellen auf Gruppenstufe verringerte sich auf 103’177, von 108’648 per Ende 2024 – das sind also rund 5500 Vollzeitstellen weniger. Rechnet man auch die externen Mitarbeiter dazu, reduzierte sich die Gesamtzahl von 128’648 auf 119’589\. Eine regionale Aufsplittung der Zahlen nimmt die Bank in den Quartalsberichten nicht vor. Indikationen wird der Jahresbericht im März liefern. ### Kaum neue Stellen bei Boombank ZKB Doch auch andere Banken reduzieren ihren Staff auf dem Platz Zürich. So baute auch die Bank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) die Belegschaft im letzten Jahr ab. Die Bank senkte die Zahl der Kundenberater um 90 Vollzeitäquivalente – wenn man den Verkauf der Brasilien-Einheit ausklammert, sonst wären es mehr gewesen. Insgesamt schrumpfte die Bank um etwa 150 Vollzeitstellen. ![Weiterhin starke Zunahme der Arbeitslosigkeit (Area Chart)](https://datawrapper.dwcdn.net/FY0kf/full.png) Ausweichoptionen im Banking sind aktuell rar. Selbst eine [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/), die am meisten von der CS-Pleite profitiert und 2025 erneut Rekordzahlen schrieb, baut kaum neue Stellen auf. Per Ende 2025 wies die Staatsbank einen Personalbestand von 5809 Stellen aus – ein hauchdünnes Plus von 0,5 Prozent oder von 30 Stellen im Vergleich zum Vorjahr. ### Banken verlieren an Ansehen - und Vertrauen URL: https://www.tippinpoint.ch/banken-verlieren-an-ansehen-und-vertrauen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:24.000Z Das Image der Schweizer Banken hat sich seit der Corona-Pandemie spürbar eingetrübt. Während 2021 noch 73 Prozent der Befragten davon ausgingen, dass Banken in der Bevölkerung positiv wahrgenommen werden, sind es 2025 nur noch 44 Prozent. Damit kippt die vermutete öffentliche Meinung erstmals seit 2017 wieder ins Negative. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bankenmonitor hervor, eine Umfrage, die von GFS Bern im Auftrag der Bankiervereinigung durchgeführt wurde. Auffällig ist die wachsende Lücke zwischen der eigenen Haltung und der wahrgenommenen gesellschaftlichen Stimmung: Sie beträgt 2025 neun Prozentpunkte. Diese Diskrepanz deutet auf eine erhöhte Sensibilität gegenüber Bankenthemen hin, wie die Studienautoren schreiben. ![Banken verlieren an Ansehen - und Vertrauen](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260242_120246.jpg) Inhaltlich verdichtet sich diese Skepsis vor allem beim Gewinnstreben. Drei von vier Befragten (75 Prozent) sind inzwischen der Ansicht, dass Banken «ihren eigenen Profit zu stark gegenüber gesellschaftlicher Verantwortung priorisieren», heisst es in der Studie. Auch klassische Reizthemen bleiben präsent. Rund 60 Prozent verbinden Banken weiterhin mit Geldwäscherei und Finanzskandalen. Besonders deutlich ist der Vertrauensverlust im Bereich Nachhaltigkeit: Nur noch 35 Prozent glauben 2025, dass sich Banken für Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Das ist ein erneuter Rückgang gegenüber den Vorjahren und ein klares Signal, dass entsprechende Bekenntnisse bislang wenig überzeugen. ### Stabiles Grundvertrauen in die wirtschaftliche Rolle Trotz dieser kritischen Befunde bleibt das Fundament des Vertrauens stabil. Die ökonomische Bedeutung des Bankenplatzes wird weiterhin breit anerkannt. Grosse Mehrheiten stimmen auch 2025 der Aussage zu, dass der Schweizer Bankenplatz international für seine Verlässlichkeit geschätzt wird. Banken gelten nach wie vor eine wichtige Rolle als Arbeitgeber (89 Prozent Zustimmung) und für die Finanzierung von KMU spielen (82 Prozent). Diese Zustimmungswerte liegen unter den Spitzenwerten aus dem Jahr 2021\. Während Corona stellten die Banken mit Hilfe des Bundes unkompliziert Kredite zur Verfügung. ### Sergio Ermotti wirft der Schweiz vor, «emotional» auf die CS-Pleite reagiert zu haben URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-wirft-der-schweiz-vor-emotional-auf-die-cs-pleite-reagiert-zu-haben/ Last updated: 2026-07-18T23:03:25.000Z UBS-CEO Sergio Ermotti wirft der Schweiz eine übermässig emotionale Aufarbeitung der Credit-Suisse-Pleite vor. An einer hauseigenen Finanzkonferenz in Key Biscayne in Florida sagte Ermotti am Montag, die Reaktionen nach dem Kollaps der CS im Jahr 2023 seien stark von Emotionen geprägt gewesen. Die aktuell diskutierten regulatorischen Vorschläge zur Verhinderung einer ähnlichen Krise seien für die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) in dieser Form nicht akzeptabel. «In den letzten zwei, drei Jahren sind die Emotionen nicht wirklich abgeklungen», sagte Ermotti. Umso begrüssenswerter sei es aus seiner Sicht, dass sich das Parlament nun sachlicher mit der Thematik befasse. Klarheit über die künftige Regulierung erwartet Ermotti in den kommenden zwei bis drei Monaten. Gleichzeitig erteilte er einer Sitzverlegung ins Ausland erneut eine Absage. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) wolle eine globale Bank mit Sitz in der Schweiz bleiben. Eine Verlegung des Hauptsitzes ins Ausland stehe derzeit nicht zur Diskussion. «Redomizilierung ist definitiv kein Thema, auf das wir uns aktuell konzentrieren», sagte er. ### Langwieriger Umbau des US-Beratergeschäfts Ein zentrales Thema an der Konferenz war das Vergütungsmodell im US-Vermögensverwaltungsgeschäft. Ziel der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) sei es, «ein gutes Gleichgewicht zwischen dem zu schaffen, was die Aktionäre verdienen, und dem, was die Finanzberater verdienen», sagte Ermotti. Vor diesem Hintergrund habe die Bank das Entschädigungsmodell für grosse Beraterteams in den USA angepasst. Betroffen seien insbesondere Broker-Teams, die ihr Geschäft über längere Zeit nicht ausgebaut hätten. Deren einkommensabhängige Vergütung sei reduziert worden. Die Einschnitte im Vergütungsplan für 2025 träfen vor allem grössere Teams sowie Berater mit einem Jahresertrag unter einer Million Dollar. Damit machte sich die Bank nicht beliebt bei vielen Brokern. Die Bank habe bewusst in Kauf genommen, kurzfristig an Popularität einzubüssen, um die strukturelle Profitabilität zu verbessern, sagte er. Im vierten Quartal 2025 zogen Kundinnen und Kunden netto 14,1 Milliarden Dollar aus der US-Vermögensverwaltung ab, nach 8,6 Milliarden Dollar im Vorquartal. Damit resultierten für das Gesamtjahr negative Netto-Neugelder. «Wir haben Neugelder geopfert zugunsten der Qualität des Wachstums», sagte Ermotti mit Blick auf die Vergütungskürzungen. Gleichzeitig verbesserte sich die Gewinnmarge im Americas-Wealth-Geschäft auf 13 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von knapp zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch weiterhin unter dem Zielwert von 18 Prozent bis 2028\. Die Abflüsse im US-Wealth-Geschäft wurden vom Markt schlecht aufgenommen. Der Kurs der UBS-Aktie verlor in den letzten fünf Tagen rund 10 Prozent. ### Hat Boris Collardi Jeffrey Epstein ein Konto bei Pictet angeboten? Der Banker dementiert URL: https://www.tippinpoint.ch/hat-boris-collardi-jeffrey-epstein-ein-konto-bei-pictet-angeboten-der-banker-dementiert/ Last updated: 2026-07-18T23:03:26.000Z Es sind verstörende Botschaften, die Jeffrey Epstein mit Ariane de Rothschild austauschte. Einerseits ging es um die Rekrutierung des ehemaligen israelischen Verteidigungsministers und Ministerpräsidenten Ehud Barak, andererseits sollte Epstein einen Verkaufsdeal der Privatbank [Edmond de Rothschild](https://www.tippinpoint.ch/tag/edmond-de-rothschild/) an die Bank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) einfädeln. Dutzende E-Mails und Treffen belegen eine geschäftliche Zusammenarbeit und auch private Nähe zwischen dem Sexualstraftäter und Ariane de Rothschild, die vor dem überraschenden Tod ihres Ehemanns operative Chefin der Genfer Privatbank war. Doch Jeffrey Epstein biss bei Bär auf Granit. Es kam zwar zu formellen Gesprächen, doch zu ernsthaften Verhandlungen ist es nicht gekommen. Boris Collardi liess die Kontakte zu Epstein einschlafen. E-Mails aus dem Jahr 2017 zeigen, wie dieser mehrfach versuchte, den Banker zu treffen oder mit ihm zu telefonieren. ### «Quite good I didn't trust him» Ende 2017 verliess Boris Collardi [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) und wechselte im Juni 2018 als Partner zu [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/). Später schrieb Jeffrey Epstein ein E-Mail an Ariane de Rothschild: «boris asked if i wanted an account at pictet. ? I was surprised as i thought no american accounts? have you changed your mind as well ?» Darauf schrieb sie ihm zurück: «Pictet has the sec regulated license, that s why they can (sic) Great antisemitic bank … As for Boris, it was after all quite good I didn't trust him … What was the feedback on the hotel? Ariane de Rothschild». [E-Mail-Verkehr zwischen Ariane de Rothschild und Jeffrey Epstein. (Quelle: Epstein Files)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260240%5F070259.jpg?ref=tippinpoint.ch) Hat Collardi tatsächlich Jeffrey Epstein ein Konto bei [Pictet](https://www.tippinpoint.ch/tag/pictet/) angeboten? Der Banker, der heute im Verwaltungsrat von EFG International sitzt, lässt über einen Sprecher dementieren. «Niemals» habe er Jeffrey Epstein ein Konto angeboten. Der Sprecher bestätigt jedoch, dass es zu zwei Treffen zwischen Epstein und Collardi bei [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) in Zürich gekommen sei. An den Gesprächen sei auch der damalige Bär-Finanzchef Dieter Enkelmann beteiligt gewesen. Epstein sei als Berater von Ariane de Rothschild in Erscheinung getreten, daher sei es normal gewesen, dass es zu diesen Treffen kam. **Update:** Eine bisher unbekannte E-Mail-Korrespondenz zwischen Collardi und Epstein deutet darauf hin, dass Collardi Epstein tatsächlich kein Konto bei Pictet angeboten hatte. Weniger als eine Stunde, bevor Epstein die E-Mail an de Rothschild absetzte, erkundigte er sich bei Collardi, ob Pictet US-Kunden annehmen würde. Konkret schrieb er ihm am 19\. Dezember kurz vor Mitternacht den formlosen Einzeiler: «Hope you are having a good holiday, is Pictet taking American clients?» In dem E-Mail, das Tippinpoint einsehen konnte, steht nichts davon, dass Pictet Jeffrey Epstein ein Konto angeboten oder in Aussicht gestellt hätte. ### Swiss Bankers conflicting confidence URL: https://www.tippinpoint.ch/swiss-bankers-conflicting-confidence/ Last updated: 2026-07-18T23:03:26.000Z Swiss bankers radiate collective confidence. The latest EY Banking Barometer shows 94% expect their operating results to improve long-term. Their optimism rests not on innovation or service improvements, but on the resilience of the industry, specially “during periods of uncertainty and volatility”. But speaking to senior bankers privately a different picture emerges. “The attraction absolutely remains for Switzerland as a safe haven over other places,” one admits, “but processes are difficult because of legacy procedures.” He’s not talking about minor inconveniences. He means the book-thick account openings, the KYC requirements that transform every incoming transfer into an investigation of the client’s entire financial past. More clients might showing interest out tradition of safe haven, but it risks becoming a bureaucratic fortress. More damning: instability isn’t translating to opportunity. A banker working the Latin American market observes that clients with US accounts aren’t rushing to transfer their family assets to Switzerland. Multimillionaire families don’t feel disadvantaged by the political turbulence, at a time when Latin American countries are veering to right. ### "Swiss banks are betting on chaos" A senior executive shows other concerns; sanctions to start, signalling that not all assets interest in a safe haven are directly sustainable business. There’s also a shadow of fear of US retaliation if the Swiss Financial Services Center aggressively pursuits fleeing assest. Maybe a memory of how the US demonstrated its power protecting its wealth management interests against Switzerland, after the Financial Crisis. Swiss banks are betting on chaos they cannot control while ignoring service failures they could fix. Collectively, they project confidence in geopolitical instability delivering clients to their doorstep, betting on an unchanged business model in a ruptured world. Privately, they acknowledge the obstacles. The equation has changed. Nothing, not even instability automatically means inflows. Without differentiated service justifying their costs and complexity, the safe haven promise becomes merely a business hope. *Sam Rogers is a seasoned banker who has spent over two decades at leading Swiss banks. For reasons of confidentiality, the author writes here under a pseudonym.* ### Scheitert die Rückführung von 130 Millionen an die Ukraine an der Bürokratie? URL: https://www.tippinpoint.ch/scheitert-die-rueckfuehrung-von-130-millionen-an-die-ukraine-an-der-buerokratie/ Last updated: 2026-07-18T23:03:26.000Z Als wichtiger Finanzplatz ist die Schweiz immer wieder mit der Frage der Rückerstattung von unrechtmässig erworbenen Vermögenswerten auf Schweizer Bankkonten von politisch exponierten Personen konfrontiert. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass eine Herausgabe solcher Potentatengelder durch internationale Rechtshilfe regelmässig an den Verjährungsfristen des Rechtshilfeverfahrens zu scheitern droht. Das liegt zum einen an den hohen Anforderungen, die an den Nachweis bestimmter Wirtschaftsdelikte und der Herkunft in der Schweiz befindlicher Vermögenswerte aus ebendiesen Delikten gestellt werden. Zum anderen sind Staaten in Transitionsprozessen mangels Ressourcen und Know-how oftmals schlicht nicht imstande, wirksame Ermittlungen und Rechtshilfeverfahren durchzuführen. So beschrieb das Bundesverwaltungsgericht die Ausgangslage in Urteilen vom 4\. Juni 2024, mit denen es die Beschwerden von drei Personen aus dem Umfeld des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gegen die Sperre ihrer Bankkonten in der Schweiz abwies. Es ging um die Frage, ob die Voraussetzungen des Potentatengeldergesetzes (SRVG) erfüllt waren, als der Bundesrat am 25\. Mai 2022 und am 15\. Februar 2023 die Gelder von insgesamt über 130 Millionen Franken einfror. In der Absicht, die Gelder einzuziehen und der Ukraine zurückzuerstatten. Nach dem Sturz von Janukowitsch hatte der Bundesrat diese Gelder 2014 zunächst per Notrecht und anschliessend mit einer Verordnung gestützt auf das Embargogesetz gesperrt. Betroffen sind der ehemalige ukrainische Parlamentarier Jurij Iwanjuschtschenko, der Sohn des früheren ukrainischen Ministerpräsidenten Mykola Asarow sowie der ehemalige Politiker Aleksandr Yefremow. Weder Strafverfahren in der Ukraine, noch Ermittlungen der hiesigen Bundesanwaltschaft oder der bilaterale Rechtshilfeverkehr hatten zu rechtskräftigen Urteilen über die gesperrten Gelder geführt. Die Korruptions- und Geldwäschereivorwürfe gegen die Eigentümer sind inzwischen zum Teil verjährt. Für solche Fälle – gedacht wurde ursprünglich an die Reichtümer der entmachteten Diktatoren im arabischen Frühling – wurde das Bundesgesetz über die Sperrung und die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ausländischer politisch exponierter Personen (SRVG) erlassen. Es trat 2016 in Kraft, blieb nach den Machtwechseln in Tunesien, Ägypten und Libyen aber wirkungslos. Für die nach der Maidan-Revolution in der Ukraine beschlagnahmten Vermögen ist das SRVG zugleich letzte Chance und ein neuer Testfall. ### EFD klagt über hohe Auslastung und schleppende Rückmeldungen Schon vor drei Jahren beauftragte der Bundesrat das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) die im Gesetz vorgesehenen Einziehungsverfahren vorzubereiten. Nach der Sperrung und dem Scheitern der Rechtshilfe geht es um den dritten Schritt im fünfstufigen SRVG-Verfahren: die Klage auf Einziehung der gesperrten Vermögenswerte vor dem Bundesverwaltungsgericht. Seit dem 19\. Mai letzten Jahres, als das Bundesgericht die Voraussetzungen für die Kontensperren als erfüllt bezeichnete und Beschwerden der Betroffenen abwies, ist das EFD am Zug. Es erklärte damals auf Anfrage, die Begründung der Klage und die Beschaffung der nötigen Beweismittel benötigten eine gewisse Zeit. Es sei geplant, noch im Jahr 2025 die erste Klage einzureichen. Die Einziehungsklage sei weiterhin in Vorbereitung, heisst es nun im Departement Keller-Sutter. Die Klageeinreichung verzögere sich aufgrund hoher Auslastung. «Zudem weisen wir darauf hin, dass zwar das EFD für die Einreichung der Klagen zuständig ist, aber weitere Stellen innerhalb der Bundesverwaltung bei diesem Geschäft involviert sind», erklärte das Departement. Rückmeldungen dieser Stellen zu den Klageentwürfen müssten jeweils abgewartet werden. Fehlt es der Verwaltung am Willen, die Rückführung der Ukraine-Gelder voranzutreiben? Oder sind die bürokratischen Hürden zu hoch?. Das Einziehungsverfahren vor Bundesverwaltungsgericht wird weitere Zeit beanspruchen. Es muss nachgewiesen werden, dass die gesperrten Vermögen unrechtmässig erworben wurden. Das Gesetz geht von der Vermutung der Unrechtmässigkeit aus und nennt zwei Voraussetzungen. Erstens muss das Vermögen der betroffenen Person, begünstigt durch die Ausübung des öffentlichen Amts, ausserordentlich stark gestiegen sein. Und zweitens muss der Korruptionsgrad des Herkunftsstaats notorisch hoch gewesen sein. Die Vermutung der Unrechtmässigkeit wird umgestossen, «wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass die Vermögenswerte rechtmässig erworben wurden.» Einziehungsentscheide des Bundesverwaltungsgerichts können wiederum beim Bundesgericht angefochten werden. Im letzten Teil des Verfahrens geht es um die Rückerstattung der gesperrten Vermögenswerte über die Finanzierung von Programmen von öffentlichem Interesse in der Ukraine. Ziel ist es laut Gesetz, die Lebensbedingungen der Bevölkerung im Herkunftsstaat zu verbessern oder die Rechtsstaatlichkeit im Herkunftsstaat zu stärken und damit zur Vermeidung von Straflosigkeit beizutragen. ### Bundesgericht drängt aufs Tempo Angesichts des stockenden Verfahrens stellt sich die Frage nach der maximalen Dauer der Sperre. Das Gesetz hält fest, dass die fraglichen Vermögenswerte bis zum rechtskräftigen Entscheid über ihre Einziehung gesperrt bleiben. Wird innert zehn Jahren nach Eintritt der Sperrungsverfügung kein Einziehungsverfahren eingeleitet, so wird die Sperrung hinfällig, wie es weiter heisst. Davon ist man im vorliegenden Fall noch weit entfernt. Das Bundesgericht hat aber zur Dauer der Sperren und zum Einwand der Kontoinhaber, es handle sich um einen unverhältnismässigen Eingriff in die Eigentumsgarantie, den Mahnfinger erhoben. Den Beschwerdeführerinnen, die seit über zehn Jahren nicht mehr über ihre Konten verfügen könnten, müsse endlich Gelegenheit gegeben werden, sich zur Rechtmässigkeit des Erwerbs der gesperrten Vermögenswerte zu äussern, erklärten die Richter in Lausanne im Mai 2025, und weiter: «Dafür ist alsbald das Einziehungsverfahren einzuleiten.» ### Revision des PEP-Gesetzes auf der langen Bank Die Erfahrungen im Fall der Ukraine-Gelder werden die seit Jahren hängige Revision des Potentatengeldergesetzes beeinflussen. Das Vorhaben war 2019 mit einem Postulat des Ständerats angeschoben worden. Im mehrmals verschobenem Postulatsbericht brachte der Bundesrat im Juni 2024 einen Mechanismus ins Spiel, bei dem in Ausnahmefällen rechtskräftig eingezogene Potentatengelder einem ausländischen Staat zugewiesen werden könnten. In der kürzlich vom Bundesrat verabschiedeten [Korruptionsstrategie für die Jahre 2026-2029](https://cms.news.admin.ch/dam/de/der-schweizerische-bundesrat/jaLnw1qvD3oU/Strategie+des+Bundesrates+gegen+die+Korruption+2026-2029%5FD.pdf?ref=tippinpoint.ch) figuriert das Vorhaben unter jenen Projekten, die spätestens bis Ende 2028 umgesetzt sein sollen. Ein schnelleres Vorgehen verlangt der Berner EVP-Nationalrat Marc Jost mit einer Motion und warnt vor der Gefahr, dass die Schweiz zum sicheren Hafen für illegal erworbene Vermögenswerte wird. ### Bitcoin in den Epstein Files URL: https://www.tippinpoint.ch/bitcoin-in-den-epstein-files/ Last updated: 2026-07-18T23:03:27.000Z Das westliche Business-Establishment ist aus den Fugen. Die riesige Datenmenge, die zum Leben und Umfeld von Jeffrey Epstein durch das US-Justizministerium der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, rückt gefühlt jede Stunde einen neuen Prominenten, CEO oder Politiker ins Scheinwerferlicht und wirft dementsprechend unangenehme Fragen auf. Eine solche Erwähnung kann verheerend sein. Das zeigt das Beispiel Palantir. Das Software-Unternehmen büsste umgehend rund 40 Milliarden Dollar an Marktwert ein, nachdem bekannt wurde, dass der Name von Peter Thiel, Gründer und VR-Präsident von [Palantir](https://www.tippinpoint.ch/tag/palantir/), weit über hundert Mal in den 3 Millionen Dateien erscheint. In der Datenflut tauchen auch zahlreiche Verbindungen zu Epstein und frühen Bitcoin-Entwicklern auf. Auch der Bitcoin kam in den vergangenen Tagen unter die Räder. Wie viel und ob überhaupt ein Zusammenhang zwischen Werteinbusse und «Epstein-Verbindungen» besteht, ist aber schwer abzuschätzen. Die Files zeigen: Der mittlerweile verstorbene Sexualstraftäter stand in regelmässigem Kontakt mit Joichi Ito, einem japanischen Unternehmer, der das MIT Media Lab zwischen 2011 und 2019 leitete. Das MIT (Massachusetts Institute of Technology) positionierte sich in dieser Zeit als zentrale Drehscheibe für die Arbeit am Bitcoin-Protokoll. «Das ist ein grosser Gewinn für uns», schrieb Ito in einer E-Mail an Epstein, in der er darüber berichtete, dass die Bitcoin-Core-Entwickler dem MIT Media Lab beigetreten waren. ### MIT half Bitcoin erwachsen zu werden Die Digital Currency Initiative (DCI) des MIT Media Lab hat massgeblich dazu beigetragen, dass sich der Bitcoin zu einem wichtigen Faktor im Finanzsystem entwickelt hat, der er heute ist. Wie aus dem E-Mail-Austausch hervorgeht, war Epsteins Unterstützung eine wichtige Säule für die Gründung der DCI. Zwischen 2002 und 2017 spendete Epstein gemäss Akten 850'000 Dollar an das Massachusetts Institute of Technology (MIT), wobei 525’000 US-Dollar speziell für die Digital Currency Initiative des MIT Media Lab vorgesehen waren. Im Jahr 2015 wurde ein Teil dieser Mittel zur Bezahlung von Bitcoin-Core-Mitwirkenden verwendet, die dem Labor beitraten, nachdem der Bitcoin Foundation das Geld ausgegangen war. Joichi Ito schrieb Epstein, dass seine Investition auch genutzt worden sei, um weitere Commits zu finanzieren. Ein Bitcoin-Commit ist eine spezifische Änderung am Programmcode des Bitcoin Core-Repositorys auf Plattformen wie GitHub, die von Entwicklern vorgeschlagen und nach der Prüfung zusammengeführt wird. Diese Commits aktualisieren den Quellcode, beheben Fehler oder fügen neue Funktionen hinzu. Sie sind ein Mass für die aktive Weiterentwicklung des Netzwerks. Alle hier beschriebenen E-Mail-Interaktionen fanden nach Epsteins Verurteilung durch ein Gericht in Florida im Jahr 2008 wegen Vermittlung von Kindern zur Prostitution und Anwerbung einer Prostituierten statt. ### Wenig Begeisterung unter Krypto-Fans Diese Neuigkeiten kamen bei Krypto-Enthusiasten nicht gut an. Seit dem Schreiben von Ito an Epstein hat sich der Zahl der Commits verdreifacht. Ein Teil dieser Entwicklung ist also scheinbar von Epstein finanziert worden. «Ein Teil des Bitcoin-Codes stammt direkt aus Epsteins-Investitionen, wir haben seit 2015 im Grunde genommen einen elitären globalen Pädophilenring finanziert», schreibt ein Mitglied in einem Entwickler-Chats. Die E-Mail-Kette von Ito deutet auch darauf hin, dass der mysteriöse Entwickler von Bitcoin – der pseudonyme Satoshi Nakamoto – in Wirklichkeit fünf Kernentwickler gewesen sein könnten, von denen jeder mit Epstein in Kontakt stand. Einer dieser Kernentwickler ist der frühe Bitcoin-Mitwirkende Adam Back, der den Proof-of-Work-Algorithmus erfunden hat, der in Nakamotos Whitepaper über Kryptowährungen erwähnt wird. Andere E-Mails zeigen, dass Ito dem verurteilten Sexualstraftäter vorschlug, sich mit Adam Back, und anderen Tech-Grössen zu treffen, um über die revolutionäre neue Währung zu diskutieren. ### War er Satoshi? Wie diese Dateien zeigen, hatte Back ein Treffen mit Epstein angestrebt, um die Finanzierung für seines Krypto-Unternehmen Blockstream sicherzustellen. Aus den freigegebenen Unterlagen geht hervor, dass Back zusammen mit Blockstream-CEO Austin Hill eine Reise zu Epstein nach St. Thomas plante – eine der US-Jungferninseln, die sechs Meilen von der berüchtigten Epstein-Insel Little Saint James entfernt liegt. Auch mit den anderen Mitgliedern des Bitcoin-Core-Teams des MIT war Epstein über die Jahre immer wieder im (E-Mail)-Kontakt. Dieses Engagement und die frühe Verbindung mit führenden Krypto-Pionieren führten zur Theorie, dass Epstein selbst Satoshi Nakamoto – der sagenumwobene Bitcoin-Erfinder – sei. Dieses Gerücht – das schnell Verbreitung fand – lässt sich aber einfach entkräften. Satoshi publizierte im Oktober 2008 das Bitcoin-Whitepaper und im Januar 2009 die erste Version der Referenzimplementierung. Die intensivste Entwicklung der Kryptowährung fand in den Jahren 2009 und 2010 statt. Genau in diesem Zeitraum war Epstein jedoch entweder inhaftiert oder stand in Florida unter strenger staatlicher Aufsicht. Der Aufbau des Bitcoins erforderte aber obsessive, ununterbrochene Arbeit. Zudem hatte sich Epstein, der vermeintliche Satoshi, immer unwissend gegeben. Jahre später, als Bitcoin bereits global verbreitet war, versuchte Epstein immer noch, das Konzept zu verstehen. Im Jahr 2014 und erneut im Jahr 2018 schickte er E-Mails an Personen wie Peter Thiel und Steve Bannon, in denen er grundlegende Fragen zu Kryptowährungen stellte – zu Regulierung, Steuern, Verteilung. Das wäre erstaunlich, wenn der Schöpfer solche «Anfängerfragen» zum System hätte, dass er selbst entwickelt hatte. ### Nicht in Bitcoin, sondern Erzählungen investiert In Bezug auf die Bewertung von Bitcoin gilt es aber etwas Wichtiges im Auge zu behalten. Der Bitcoin wird nicht von einer Person geleitet wie oftmals ein Unternehmen. Das System hat sich nicht verändert, weil Epstein eventuell einen Teil der Weiterentwicklung mitfinanziert hat. Bitcoin ist Open Source, dezentralisiert, zensurresistent und genehmigungsfrei. Der Coin kümmert sich nicht um Identität, Grenzen, Politik oder Moral. Kein Einzelner kontrolliert ihn. Bitcoin existiert, um Menschen vor Geldentwertung zu schützen und den freien Besitz und Austausch von Werten zu ermöglichen. Wenn nun also Investoren aufgrund von vagen Geschichten und Gerüchten ihre Bitcoins verkauft haben, dann haben diese Personen nie wirklich Bitcoin gehalten, sie haben in eine Erzählung investiert und Erzählungen überstehen keinen Druck. Wenn die Epstein-Files den Bitcoin allerdings so unter Druck bringen könnten, sollte das allen Krypto-Investoren zu denken geben. Nicht weil die eingangs erwähnten Verbindungen relevant ist, sondern weil die Überzeugung zum Bitcoin so schnell bröckelt. Ein dezentrales System, das Verbote, Abstürze, Kriege und koordinierte Angriffe überstanden hat, wird plötzlich aufgrund von Gerüchten über eine Person in Frage gestellt. ### Vontobel macht Ex-Banken-Chef der Finma zum Chief Risk Officer URL: https://www.tippinpoint.ch/vontobel-macht-ex-banken-chef-der-finma-zum-chief-risk-officer/ Last updated: 2026-07-18T23:03:27.000Z Nach den Turbulenzen im Nachgang der CS-Pleite war Hirschi zum Stellvertreter der damaligen Direktorin ad interim aufgestiegen. Per 1\. März 2026 wird er nun also Risikochef von Vontobel und zieht damit Executive Committee der Bank ein, wie die Bank im Rahmen der Jahreszahlen mitteilte. Bei der Finma hatte er es fast an die Spitze gebracht – jetzt wird Thomas Hirschi Chief Risk Officer bei der Privatbank [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/tag/vontobel/). Den Finanz-Regulator verliess er im Sommer 2025\. Zuletzt war er für den gewichtigen Geschäftsbereich Banken zuständig. ![Vontobel macht Ex-Banken-Chef der Finma zum Chief Risk Officer](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Thomas_Hirschi_260237_070225.jpg) Ebenfalls klar ist nun, dass Aktionärbindungsvertrag verlängert wurde. Die Pool-Aktionäre, die insgesamt 50,87 Prozent an der Bank halten, haben beschlossen, die befristete Laufzeit des Aktionärbindungsvertrags um zehn Jahre bis zum Ende 2036 zu verlängern, teilt die Bank weiter mit. Danach werde der Vertrag automatisch auf fortlaufender Basis alle fünf Jahre verlängert. Mit dieser Neustrukturierung würden die Aktionäre ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen und seiner langfristigen Entwicklung bekräftigen. Operativ spricht [Vontobel](https://www.tippinpoint.ch/tag/vontobel/) von einem erfolgreichen Jahr. Der Reingewinn ist auf 280 Millionen Franken gestiegen, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Parallel dazu legten die verwalteten Vermögen ebenfalls um fünf Prozent zu und erreichten ein Volumen von 241 Milliarden Franken. Privatkundengeschäft weist die Bank Nettoneugeldzuflüsse in Höhe von 4,2 Milliarden Franken aus. Das Segment Institutional Clients verzeichnete negative Nettoflüsse von 1,6 Milliarden Franken. Die Bank konnte den Gesamtertrag leicht steigern und die Kosten senken, sodass sich die Cost-Income-Ratio auf 74,2 Prozent verbesserte. Die Bank schlägt eine unveränderte Dividende von 3 Franken vor. Vontobel verfügt über CET1-Quote von 19,7 Prozent per Ende 2025. ### Kapital im Überfluss: Die ZKB weiss nicht, wohin damit URL: https://www.tippinpoint.ch/kapital-im-ueberfluss-die-zkb-weiss-nicht-wohin-damit/ Last updated: 2026-07-18T23:03:28.000Z Rund 30’000 Neukunden und 14 Milliarden Neugeld – der Zürcher Kantonalbank (ZKB) fliegen Kunden und Gelder weiterhin zu. Es ist wird immer karer, dass die [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/) eine grossen Profiteurinnen des Verschwindens der Credit Suisse ist. Mit ihrem AAA-Rating hat sie ein schlagendes Argument. Der Gewinn kletterte im vergangenen Jahr auf die neue Rekordmarke von 1,2 Milliarden Franken (plus 10 Prozent). Davon profitieren der Kanton und die Gemeinden mit einem Zustupf von 581 Millionen Franken. Trotzdem bleibt immer mehr Geld in der Kasse liegen. Das Eigenkapital der [ZKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zkb/) erhöhte sich um fast 1 Milliarde auf 15,7 Milliarden Franken. Die harte Kernkapitalquote (CET1) schnellte damit auf 21,2 Prozent hoch, von 16,8 Prozent im Vorjahr. Das ist mehr als das Doppelte der geforderten Quote von 9,5 Prozent. Die Erhöhung hat unter anderem auch mit tieferen risikogewichteten Aktiven aufgrund der Einführung von Basel III zu tun. Wie Zürcher Kantonalbank in einer Mitteilung schreibt, erfülle sie die bestehenden Eigenkapitalvorschriften «komfortabel» – was eine deutliche Untertreibung ist. ### Hat Urs Baumann einen Plan? Man könnte es auch anders formulieren: In der Bank liegt enorm viel Kapital, das nicht gebraucht wird. Die Bank müsste mehr damit tun – entweder vermehrt Kredite an Unternehmen, KMU und Immobilieninvestoren vergeben, wo sich bekanntlich die Wettbewerbssituation mit dem Verschwinden der Credit Suisse eingetrübt hat. Oder aber das Geld an den Eigentümer zurückführen, also mehr an Kanton und Gemeinden ausschütten. ZKB-CEO Urs Baumann scheint keinen Plan zu haben, was er mit dem überschüssigen Kapital machen will. In seinem Ausblick fürs laufende Jahr schreibt er: «Unsere operative Exzellenz und die Wachstumschancen in den Bereichen Privat- und Firmenkunden, Private Banking und Asset Management ermöglichen es uns, unseren Erfolgskurs konsequent fortzuführen.» ### Nach der Bitcoin-Werthalbierung suchen Experten nach Antworten URL: https://www.tippinpoint.ch/nach-der-bitcoin-werthalbierung-suchen-experten-nach-antworten/ Last updated: 2026-07-18T23:03:28.000Z Der Bitcoin hat die Trump-Präsidentschaft ausradiert. Oder anders gesagt: Die Kryptowährung ist am Donnerstag deutlich unter 65'000 Dollar gefallen und notiert wieder auf dem Stand von November 2024 – vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten. Seit dem Höchst im Oktober des vergangenen Jahres ist rund die Hälfte des Wertes weg. Ausgelöscht sind damit der Effekt des «kryptofreundlichen Präsidenten», was unter anderem die Auswechslung des krypto-skeptischen Chefs der US-Börsenaufsicht SEC sowie die Lancierung zahlreicher neuer Gesetze wie des Genius und des Clarity Acts umfasste. Ein weiterer Faktor, der die Kryptoanleger beunruhigt: Mit dem grossen Minus von dieser Woche nähert sich der Bitcoin dem aggregated realized Price an, der sich auf 56’000 Dollar beläuft. Das ist der durchschnittliche Preis, zu dem die in Umlauf befindlichen Bitcoins erworben wurden. Da ein grosser Teil des Bestandes sich seit vielen Jahren auf Wallets von Walen befindet, die die Coins zu deutlich tieferen Kosten aggregierten, muss man davon ausgehen, dass sehr viele Bitcoin-Investoren auf Buchverlusten sitzen. ### Margin Calls für Strategy? Eine weitere beunruhigende Zahl: Der durchschnittliche Einstiegspreis des Bitcoin-Treasury-Unternehmens Strategy (ehemals Softwaregesellschaft MicroStrategy) liegt aktuell bei 76'000 Dollar und damit deutlich über dem Marktpreis. Dies ist für das Unternehmen insofern ein Problem, weil ein grosser Teil der 713'000 Bitcoin, die Strategy hält, mit Fremdkapital gekauft wurde. «Es kommt bei diesem Unternehmen, aber nicht unmittelbar zu sogenannten Margins Calls. Der Preis allein verursacht noch keine Liquidation, weil Strategy auf verschiedene Finanzierungsformen setzt, wie Wandelanleihen und Unternehmenskredite», sagt Adrian Fritz, Chefstratege des Krypto-Dienstleisters [21Shares](https://www.tippinpoint.ch/tag/21shares/). Für andere jüngere und kleinere Treasury-Unternehmen ist Fritz weniger optimistisch gestimmt. Verstärkt wird der Kurseinbruch durch die jüngsten Signale aus dem US-Finanzministerium, wonach keine staatlichen Ankäufe für Kryptowährungen zu erwarten sind. Erschwerend wirkt zudem die Nominierung von Kevin Warsh zum potenziellen neuen Chef der US-Notenbank. Obwohl Warsh in der Vergangenheit Zinssenkungen befürwortet hat, gilt er in Marktkreisen als geldpolitischer Falke. Die Aussicht auf künftige Anhebungen des Leitzinses setzt spekulative Assets unter Druck. ### Clarity Act verzögert sich Auf der regulatorischen Ebene fehlen gemäss James Butterfill, Head of Research von CoinShares, kurzfristig Impulse, mittel- bis langfristig zeichne sich jedoch eine strukturell bedeutende Entwicklung ab. Im Mittelpunkt steht der Clarity Act, der bislang ernsthafteste Versuch, einen kohärenten Ordnungsrahmen für die Marktstruktur digitaler Vermögenswerte in den USA zu schaffen. Das Gesetz soll langjährige Unsicherheiten klären: welche Aufsichtsbehörde für welche Marktsegmente zuständig ist, welche Anforderungen für Handelsplattformen gelten und welche Offenlegungspflichten bei der Emission oder dem Handel von Token greifen. «Zwar hat der Clarity Act das Repräsentantenhaus Mitte 2025 passiert, im Senat stockt der Fortschritt jedoch. Der Gesetzentwurf wurde inhaltlich deutlich ausgeweitet und umfasst inzwischen auch umstrittene Themen wie Renditen auf Stablecoins, die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte und die regulatorische Behandlung dezentraler Finanzanwendungen», so Butterfill. Diese konkurrierenden Interessen hätten zuletzt zu Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess geführt. ### Bären fühlen sich bestätigt Die Kursschwäche bestärkt die Bitcoin-Bären, die schon immer pessimistisch waren und teilweise von einem Schneeballsystem warnten. In einem Substack-Beitrag argumentierte Hedge-Fund-Manager Michael Burry, dass der Bitcoin, der seit dem Höchststand im Oktober weit über 40 Prozent eingebüsst hat, sich als rein spekulative Anlage entpuppt habe. Als Absicherung gegen Wertverluste habe die Kryptowährung – im Gegensatz zu Edelmetallen – versagt. Burry erreichte Berühmtheit, weil der den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes 2007 voraussah. Weil auch die Argumente zur Begründung des rasanten Kursanstiegs in den vergangenen Jahren oft eher «luftig» waren, fällt es jetzt auch schwer, Faktoren und Argumente anzuführen, die für eine baldiges Ende des Kryptoeinbruchs sprechen. Da Bitcoin zudem in den vergangenen Monaten starke Verbindungen in die traditionelle Finanzwelt aufgebaut hat, sind On-Chain-Kennzahlen aus der «Kryptowelt» wie Hashrate, Anzahl Nodes, aktive Wallets und Transaktionsvolumen weniger relevant als die Einschätzung der Finanzmärkt durch die traditionellen Investoren und ihre dabei verwendeten Kennzahlen. Der Markt ist allgemein im Risk-off-Modus und rechnet nun mit weniger schnell fallenden Zinsen, vielleicht sogar mit bald anziehenden Sätzen. Riskante Wachstumsanlagen wie KI- und Tech-Aktien – sowie Bitcoin sind da weniger gefragt. Während der Bitcoin schon vor einiger Zeit den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von knapp 90'000 nach unten durchbrochen hat, gilt jetzt der moving average für 200 Tage, der auf 58'000 Dollar liegt, als psychologische Grenze. Aber nicht der Tiefpunkt ist entscheidend, sondern ob die Gründe für den Preisverfall bereits eingepreist sind. Was sagen Fachleute zur unmittelbaren Zukunft des Bitcoins? ### Von der Liquidität entkoppelt «Seit dem 10\. Oktober hat sich der Bitcoin von den Aktienmärkten sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern sowie von der globalen Liquiditätsentwicklung entkoppelt», sagt Domninic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse. Das Liquidationsereignis habe als Regime-Katalysator gewirkt und latenten Sorgen neuen Auftrieb verschafft – insbesondere dem Quantenrisiko – das Risiko, dass die Bitcoin-Verschlüsselung durch Quantencomputer geknackt wird, sowie dem zunehmend selbstverstärkenden Narrativ des Vierjahreszyklus, das in der aktuellen Phase weitgehend psychologischer Natur sei, da der marginale Effekt des Halvings weiter abnehme. Ab dem späten zweiten Quartal begann der Bitcoin gemäss Weibel zudem, sich von der globalen Geldmenge M2 zu lösen, und sei damit der einzige grosse Vermögenswert gewesen, der Wertverluste verzeichnete, während die Zentralbankliquidität ausgeweitet wurde. «Während Aktien und Gold zusätzliche Liquidität absorbierten, preiste Bitcoin stattdessen restriktivere Finanzierungsbedingungen, Bilanzstress bei Treasury-Unternehmen sowie einen institutionellen Hangover ein». Über die von Bitcoin Suisse beobachteten Kernindikatoren hinweg hätten sich die Bedingungen weiter verschlechtert. Das Angebot an Stablecoins ging zurück, die Zuflüsse in US-Spot-ETFs drehten klar ins Negative, und die Bitcoin-Bestände auf Börsen nahmen zu. «Zusammengenommen deutet dies eher auf Distribution als auf Akkumulation hin und spricht für eine länger anhaltende Korrekturphase statt für eine kurzfristige Trendwende», sagt Weibel. ### Miner kapitulieren und machen AI Auf der Angebotsseite beschleunigte sich die Kapitulation der Miner. Die Hashrate fiel um rund 25 Prozent, der stärkste Rückgang seit 2021, da Miner angesichts steigender Stromkosten verstärkt in AI-Infrastruktur umschwenken. In der Folge sind die Produktions- und Stromkostenuntergrenzen auf etwa 69’000 beziehungsweise 55’000 Dollar gesunken. «Dadurch verringert sich die strukturelle Unterstützung, während sich die plausible Abwärtsbandbreite ausweitet», so der Bitcoin-Suisse-Experte. Derzeit dominiert gemäss Weibel Gold weiterhin den Debasement-Trade, also der der Schutz vor der Entwertung von Notenbankgeld. Zudem fungiere der AI-Sektor als strukturelles «Auffangbecken» für überschüssige Liquidität. «Dennoch fehlen trotz möglicher weiterer Abwärtsbewegungen zentrale Merkmale eines klassischen Krypto-Bärenmarkts – etwa eine zyklische Retail-Manie am Hochpunkt, ein systemischer Leverage-Abbau oder ein durch Quantitative Tightening ausgelöster Liquiditätsschock», fügt er an. Das makroökonomische Umfeld bleibe grundsätzlich unterstützend, da mit einer Lockerung der Finanzierungsbedingungen gerechnet werde, während sich die Dynamik im Rohstoffbereich abschwäche – was potenzielle Umschichtungen in digitale Assets begünstigen könnte. Katalysatoren für eine Trendwende könnten für Weibel eine schneller als erwartete Verabschiedung des Clarity Act oder substanzielle Fortschritte bei der Quantenthematik sein. Erstaunlich für viele Anleger war, wie sich Bitcoin, als digitales Gold, und reales Gold schnell wieder entkoppelten, nachdem sie in den vergangenen Tagen zusammen einen starken Kurseinbruch erlebten. «Gold und Bitcoin haben eine tiefe Korrelation, obwohl sie ein ähnliches Wertversprechen verkörpern, aber ganz andere Fundamentals aufweisen», sagt Eliézer Ndinga, Chef Research bei 21 Shares. ### Hybrider Charakter verzögert «In Phasen akuter geopolitischer Unsicherheit tritt der hybride Charakter von Bitcoin zutage. Als Anlage, die sowohl Risiko- als auch Absicherungseigenschaften vereint, profitiert Bitcoin nicht immer unmittelbar von Krisenszenarien», sagt Butterfill. Steigende Energiepreise und geopolitische Eskalationen begünstigten kurzfristig etablierte sichere Häfen wie Gold. Historisch sei der Bitcoin jedoch häufig mit zeitlicher Verzögerung gefolgt – insbesondere dann, wenn die geld- und fiskalpolitischen Konsequenzen geopolitischer Konflikte deutlicher sichtbar wurden. Die Experten von [21Shares](https://www.tippinpoint.ch/tag/21shares/) sind überzeugt, dass im laufenden Jahr eine Phase des Fundamental Investing beginnt – eine Zeit, in der Bitcoin-Investments von Unternehmen und institutionellen Investoren stark zunehme. Zudem spreche die technologische Integration der Blockchain in Finanzdienstleistungen und die Tokenisierung von traditionellen Assets für den Sektor. Sie nennen das «Blockchain Readiness», was bedeutet, dass die Technologie nun schneller und günstiger als andere Zahlungssysteme sei. Mit MiCA, Genius und Clarity Act erhöhe sich die regulatorische Sicherheit im gesamten Sektor. 21Shares vergleicht Krypto im Jahr 2026 punkto Wachstumspotenzial mit dem Internet 2003\. Zu diesem Zeitpunkt hätten beide Technologien rund 700 Millionen Nutzer aufgewiesen. Insgesamt spreche viel für ein volatiles, seitwärts tendierendes Marktumfeld in den kommenden Monaten, schreibt Butterfill. «Die erste Hälfte des Jahres 2026 dürfte für Bitcoin anspruchsvoll bleiben, grössere Kurssprünge erscheinen kurzfristig unwahrscheinlich», fügt er an. Der mittelfristige Ausblick bleibe jedoch konstruktiv. Die monetären Rahmenbedingungen seien weiterhin unterstützend, strukturell hohe Schuldenstände würden fortbestehen, der zyklische Verkaufsdruck dürfte im Jahresverlauf nachlassen, und historische Liquiditätsbeziehungen deuteten auf erhebliches Aufholpotenzial hin. «Aus dieser Perspektive erscheint Bitcoin derzeit weniger als kurzfristiger Momentum-Trade, sondern vielmehr als strategische Positionierung für Anleger mit längerem Anlagehorizont», glaubt der CoinShares-Stratege. ### Schweiz steckt mit Russengeldern in der Sackgasse URL: https://www.tippinpoint.ch/schweiz-steckt-mit-russengeldern-in-der-sackgasse/ Last updated: 2026-07-18T23:03:28.000Z Die Richter in Bellinzona mussten über einen bisher wenig bekannten Fall urteilen, der die Justiz seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt. Und der als Paradebeispiel für den allzu blauäugigen Umgang der Schweiz mit der russischen Justiz gelten kann. Am 11\. August 2005 eröffnet die russische Generalstaatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen den russischen Geschäftsmann und Schiffseigentümer Yuri Nikitin. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit weiteren Personen die staatseigene Reederei Sovcomflot und deren Tochtergesellschaften um rund 400 Millionen Dollar geprellt zu haben. Und zwar bei Kauf- und Leasinggeschäften betreffend Frachtschiffe durch den Abschluss bzw. die Erfüllung von wissentlich ungünstigen Verträgen. Vor dem englischen High Court in London deponiert die Sovcomflot eine Zivilklage auf Schadenersatz gegen Nikitin und weitere Personen und erreichte Ende August 2005 eine weltweit wirksame Vermögensbeschlagnahmung, eine sogenannte WWFO (world wide freezing order). Diese wird vom Kreisgericht St. Gallen für die Schweiz umgesetzt. Es ist zuständig, weil Nikitin laut englischen Gerichtsakten damals Kunde der früheren Bank Wegelin war. Eine Auslieferung Nikitins an Russland lehnt ein englisches Gericht ab und erklärt, das russische Strafverfahren sei politisch und wirtschaftlich motiviert. Die Schweiz liefert demgegenüber im gleichen Verfahrenskomplex einen ehemaligen Geschäftspartner Nikitins im Sommer 2008 an Russland aus. Nikitin erhält im Juli 2009 in England politisches Asyl. ### Mehr als 200 Millionen Franken blockiert Einen weiteren Erfolg erringt er vor dem High Court in London, das die Zivilklage gegen ihn, abgesehen von einem Nebenpunkt, im Dezember 2010 vollumfänglich abweist. Das Gericht hebt zudem die »freezing order» auf. Die Gelder in der Schweiz – es geht um über 200 Millionen Franken – werden aber wenige Tage später erneut gesperrt. Diesmal auf Verfügung der Bundesanwaltschaft (BA), die seit 2007 Russland umfangreiche Rechtshilfe leistete. Der High Court spricht Nikitin 2016 in einem beispiellosen Entscheid eine Entschädigung von 73 Millionen Dollar zu. Mit der Begründung, die russischen Kläger hätten die «freezing order» widerrechtlich durch Täuschung des Gerichts erreicht. Was mit den hierzulande eingefrorenen Geldern geschieht, ist nach über 20 Jahren weiterhin offen. Die russischen Behörden fordern gestützt auf ein Urteil des Bezirksgerichts Moskau von 2018 die Einziehung der Vermögenswerte. Die Situation hat sich insofern geändert, als die Schweiz die Rechtshilfe an Russland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgesetzt hat. Der Schweizer Anwalt Nikitins bemühte sich im Frühling 2022 vergeblich um eine Aussprache mit der damaligen Justizministerin Karin Keller-Sutter und forderte inzwischen erneut die sofortige Freigabe der gesperrten Gelder. Die Bundesanwaltschaft erklärte unter Hinweis auf die suspendierte Rechtshilfe, über die Herausgabe werde erst nach weiteren Instruktionen des Bundesamts für Justiz (BJ) entschieden. ### Zweifel an restriktiver Rechtsprechung des Bundesgerichts Im folgenden Schriftverkehr zwischen der Bundesanwaltschaft und dem Anwalt Nikitins ging es unter anderem um zwei weitere Fälle, bei denen russische Gelder vor dem Beginn des Kriegs in der Ukraine gesperrt worden waren. Sie betreffen zum einen den ehemaligen stellvertretenden russischen Landwirtschaftsminister [Alexei Baschanow](https://www.nzz.ch/schweiz/russengelder-bleiben-trotz-sistierung-der-rechtshilfe-gesperrt-ld.1823144?ref=tippinpoint.ch) und anderseits das russische Brüderpaar [Dmitri und Alexei Ananiev](https://www.nzz.ch/schweiz/russland-blitzt-mit-rechtshilfegesuch-gegen-ex-bankier-ab-ld.1705553?ref=tippinpoint.ch). In beiden Fällen bestätigte das Bundesgericht die Kontosperren. Die massgebenden Rechtshilfeabkommen mit Russland seien weiterhin gültig, und die Schweiz sei grundsätzlich weiterhin verpflichtet, Rechtshilfe zu leisten. Eine rechtmässig angeordnete Beschlagnahme müsse deshalb während der Sistierung der Rechtshilfe aufrechterhalten werden. Die Richter in Lausanne liessen auch den Einwand nicht gelten, dass die Vermögenssperre dem sogenannten Ordre public entgegenstehe oder wegen der langen Dauer die Eigentumsgarantie verletze. Im Fall Nikitin weist das Bundesstrafgericht nun darauf hin, es befinde sich «in einer eigentlichen impasse». Es erscheine nicht nur als legitim, sondern als geboten, die Frage aufzuwerfen, ob in diesem Rechtshilfeverfahren noch auf den Vertrauensgrundsatz abgestellt werden solle, wie dies die Bundesanwaltschaft tue, «oder ob nicht hinreichende Gründe für die Annahme vorliegen, dass das Rechtshilfeverfahren von Russland zu sachfremden Zwecken missbraucht worden ist.» Dass die Unabhängigkeit der russischen Justiz generell fraglich sei, erscheint den Richtern in Bellinzona plausibel. Zwei englische Gerichte hätten es unabhängig voneinander als wahrscheinlich bezeichnet, dass Nikitin aus politischen Gründen verfolgt werde und in Russland nicht mit einem fairen Verfahren rechnen könne. ### Schweiz läuft Gefahr ihre völkerrechtlichen Pflichten zu verletzen Eigentlich sollte deshalb eine vertiefte Prüfung des Rechtshilfeverfahrens insgesamt und insbesondere des russischen Einziehungsentscheids möglich sein. Die im Gesetz nicht explizit vorgesehene sehr restriktive Praxis des Bundesgerichts zur Gesetzesbestimmung über den Ausschluss von Rechtshilfegesuchen verbiete aber eine solche Prüfung, Problematisch erscheine die Restriktion insbesondere dort, wo die Anwendung von der fraglichen Gesetzesbestimmung von Amtes wegen nicht dem Schutz individueller Interessen dienen würde, sondern dem Schutz des öffentlichen Interesses der Schweiz an der Wahrung ihrer Rechtsordnung und ihres Ansehens, erklärt das Bundesstrafgericht, und weiter: «Damit wird vorliegend die Gefahr in Kauf genommen, dass die Schweiz mit der Herausgabe der beschlagnahmten Gelder (…) ein Strafverfahren unterstützt, in dem nicht nur elementare rechtsstaatliche Garantien verletzt worden sind, sondern insbesondere auch die Gefahr einer Verletzung von völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz, die sich aus dem Lugano-Übereinkommen ergeben, sowie die Gefahr für den «Ordre public» des Landes.» Ohne über Freigabe oder Einziehung der gesperrten Vermögenswerte zu entscheiden, zieht das Bundesstrafgericht den überraschenden Schluss, den Fall dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) «zur allfälligen weiteren Behandlung» zu überweisen. Denn es liege ein Anwendungsfall der [Rechtshilfebestimmung über die Begrenzung der Zusammenarbeit](https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/846%5F846%5F846/de?ref=tippinpoint.ch#art%5F1%5Fa) vor. Dieser Artikel besagt, dass bei der Anwendung des Rechtshilfegesetzes den Hoheitsrechten, der Sicherheit, der öffentlichen Ordnung oder anderen wesentlichen Interessen der Schweiz Rechnung zu tragen ist. Auf der Grundlage dieser Bestimmung kann das EJPD die Rechtshilfe jederzeit von Amtes wegen ablehnen. ### Was unternimmt das Departement Jans? Auf die Beschwerde Nikitins trat das Gericht nicht ein. Die Beschwerden der mit ihm verbundenen Firmen auf den britischen Jungferninseln lehnte es ab. Der Zürcher Rechtsanwalt Nikitins wollte sich auf Anfrage nicht zum Entscheid äussern, auch nicht zur Frage, ob sein Klient von der Möglichkeit des Weiterzugs ans Bundesgericht Gebrauch macht. Die Bundesanwaltschaft und das Bundesamt für Justiz erklärten auf Anfrage, sie nähmen den Entscheid zur Kenntnis, kommentieren dieses aber nicht. Dem Entscheid ist zu entnehmen, dass die BA mit einer Einziehung der gesperrten Gelder für die Bundeskasse liebäugelt. Sie schlug dies jedenfalls in ihrer Beschwerdeantwort als Eventualstandpunkt vor. Das wäre allerdings ein Affront gegenüber Nikitin, der in England von den russischen Beschuldigungen nicht nur weitestgehend entlastet wurde, sondern auch Schadenersatz für die als widerrechtlich bezeichnete Sperre seines Vermögens erhielt. Man darf gespannt sein, ob das Departement Jans im Lichte dieses Entscheids die Rechtshilfebeziehungen zu Russland über die Sistierung der hängigen Verfahren hinaus grundsätzlich überprüft. (Entscheid RR.2023.127-133 der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 20.1.26) ### Maerki Baumann erhält Lizenz für Niederlassung in Abu Dhabi URL: https://www.tippinpoint.ch/maerki-baumann-erhaelt-lizenz-fuer-niederlassung-in-abu-dhabi/ Last updated: 2026-07-18T23:03:29.000Z Die Zürcher Privatbank Maerki Baumann hat von der lokalen Aufsichtsbehörde die regulatorische Zulassung für eine Niederlassung in Abu Dhabi erhalten. Die neue Niederlassung wird unter der Marke «ARCHIP» geführt und richtet sich primär an lokal ansässige Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Blockchain und digitale Vermögenswerte, wie das Unternehmen mitteilt. Die Bankdienstleistungen werden weiterhin von der Tech-Banking-Abteilung am Hauptsitz in Zürich erbracht. Der Standort Abu Dhabi gilt als aufstrebendes Finanzzentrum im Nahen Osten. Zum Leiter des Middle East Hub wurde der Rechtsanwalt Andreas Fröhlicher ernannt. Er war zuvor mehrere Jahre als General Counsel sowie Leiter Legal & Compliance bei Maerki Baumann in Zürich tätig und berichtet in seiner neuen Funktion an den stellvertretenden CEO Lukas S. Risi. Maerki Baumann ist seit 2019 im Geschäft mit digitalen Vermögenswerten aktiv. Neben dem klassischen Private-Banking-Geschäft bietet die Bank Dienstleistungen für Firmen und Privatpersonen aus dem Kryptosegment an, darunter Zahlungsverkehr, Liquiditätsmanagement, Kapitalanlagen und Finanzierungsberatung. Die Privatbank verwaltet Kundenvermögen von 12 Milliarden Franken. ### Valiant-CEO nimmt den Lift ins Verwaltungsratspräsidium URL: https://www.tippinpoint.ch/valiant-ceo-nimmt-den-lift-ins-verwaltungsratspraesidium/ Last updated: 2026-07-18T23:03:29.000Z Vom CEO zum Verwaltungsratspräsident – ein Karriereschritt, der oftmals mit Nasenrümpfen quittiert wird. Nichtsdestotrotz scheint sich dieser unter Governance-Aspekten heikle Karrieremove immer grössere Verbreitung zu finden. Auch bei den Banken. So ist es ein offenes Geheimnis, dass UBS-Chef Sergio Ermotti einen Wechsel in den Verwaltungsrat anstrebt. Bereits entschieden ist diese Nachfolgeregelung bei der Valiant. Wie die Bank am Donnerstag bekanntgab, wird Markus Gygax, der amtierende Präsident des Verwaltungsrats, an der Generalversammlung 2028 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Ewald Burgener, CEO von [Valiant](https://www.tippinpoint.ch/tag/valiant/), soll auf diesen Zeitpunkt seine Nachfolge antreten. «Um potenzielle Interessenskonflikte zwischen den Positionen des CEO und des Präsidenten zu vermeiden, wird Ewald Burgener mit der Generalversammlung 2027 seine Funktion als CEO abgeben und anlässlich einer Cooling-Off-Periode vorerst für ein Jahr zur Wahl als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat vorgeschlagen», schreibt die Bank. ### Kein Cooling-off Mit seinem nahtlosen Wechsel von der Geschäftsleitung in das höchste Leitungsgremium wird Burgener allerdings keine Cooling-Off-Periode im eigentlichen Sinn absolvieren. Ein echtes Cooling-off würde bedeuten, dass er während mehrerer Monate seine Tätigkeit für die Bank unterbricht. Eine einfache Mitgliedschaft im Verwaltungsrat ist kein Cooling-off. Für die Finma scheint das kein Problem zu sein. Diese «Lösung» sei mit der Finanzmarktaufsicht abgestimmt worden, wie [Valiant](https://www.tippinpoint.ch/tag/valiant/) schreibt. Sie soll «sowohl einer guten Unternehmensführung als auch den Interessen der Bank Rechnung» tragen. Rechtlich vorgeschrieben sind Abkühlphasen nicht. Wer Burgener als CEO ablösen wird, ist noch nicht bestimmt. Die Suche sei am Laufen. ### Martin Gloor: Schlinge um flüchtigen Ex-Jockey zieht sich zu URL: https://www.tippinpoint.ch/martin-gloor-schlinge-um-fluechtigen-ex-jockey-zieht-sich-zu/ Last updated: 2026-07-18T23:03:30.000Z Als die Zürcher Polizei ihn im Dezember 2011 in seinem Penthouse im Seefeld festnehmen wollte, versuchte Martin Gloor, über die Fassade des Gebäudes zu fliehen. Er blieb etwa zehn Minuten lang auf einem Sims hängen, bevor er sich ergab, berichtete der Blick. Zwei Jahre später verurteilte ihn das Bezirksgericht Zürich zu viereinhalb Jahren Haft. Über seine Firma Core Capital Partners mit Sitz an der Zürcher Bahnhofstrasse hatte er rund 30 Millionen Franken veruntreut. Dem ehemaligen Präsidenten des Zürcher Rennsportvereins erging es wie vielen unseriösen Finanzberatern, die im Zuge der Finanzkrise aufgeflogen sind. Finanziert mit den Geldern seiner Kunden pflegte Gloor einen luxuriösen Lebensstil. Er war Liebhaber von Pferderennen, Aston Martins und Champagnerpartys. Dem Zürcher Rennsportverein versprach er, das veraltete Hippodrom in Dielsdorf für 20 Millionen Franken zu sanieren und Schulden in Höhe von 1,5 Millionen Franken zu übernehmen. In Untersuchungshaft hatte er ein vollständiges Geständnis abgelegt. Das Gericht entschied, ihn gegen eine Kaution von 250'000 Franken freizulassen, bis er seine Strafe antritt. Das war ein Fehler: Gloor flüchtete ins Ausland und liess sich nie mehr in der Schweiz blicken. ### Fedpol erklärte Pass für ungültig Im Jahr 2020 meldete sich Gloor über die Botschaft in Abu Dhabi beim Register für Auslandschweizer. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich hat seither eine neue Untersuchung gegen ihn wegen Untreue, Betrugs und ungetreuer Geschäftsführung eingeleitet. Gegen den Betroffenen liegt ein Haftbefehl vor. Im Februar 2025 erklärte das Fedpol seinen Pass und seinen Personalausweis für ungültig. Das Bundesgericht bestätigte diese Massnahme in einem Urteil vom 15\. Januar 2026\. Es erinnerte dabei daran, dass der Entzug von Ausweispapieren genau darauf abzielt, «im Ausland lebende Beschuldigte zur Rückkehr in die Schweiz zu bewegen, damit sie sich den Strafverfolgungsbehörden stellen», wie das Westschweizer Justizportal Gotham City schreibt. ### Luzerner Kantonalbank vergibt deutlich mehr Kredite URL: https://www.tippinpoint.ch/luzerner-kantonalbank-vergibt-deutlich-mehr-kredite/ Last updated: 2026-07-18T23:03:31.000Z Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat 2025 den Konzerngewinn 3,1 Prozent oder 8,9 Millionen Franken auf 295,5 Millionen Franken gesteigert. Der Gesamtertrag der Bank erhöhte sich um 6,2 Prozent auf 691 Millionen Franken. Der Gesamtaufwand stieg um 6,4 Prozent auf 326,4 Millionen Franken. Besonders stark erhöhte sich der Sachaufwand (+11,5%). Die Cost-Income-Ratio blieb unverändert bei 46,1 Prozent. Die Bank verbuchte Wertberichtigungen und Abschreibungen in der Höhe von 30 Millionen Franken. Die Gesamtkapitalquote betrug 20,6 Prozent und die Kernkapitalquote (CET1) 14,7 Prozent. Die Erträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft kletterten um 13,1 Millionen Franken oder 10,1 Prozent auf 143,2 Millionen Franken. Der Handelserfolg verbesserte sich um 19,5 Millionen Franken oder 34,5 Prozent auf 76 Millionen Franken. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 14,1 Millionen Franken oder 3,2 Prozent auf 458,1 Millionen Franken. Im mandatierten Anlagegeschäft flossen der Bank Neugelder von 1,1 Milliarden Franken. Die sogenannten zinsfremden Erträge beliefen sich auf 232,9 Millionen Franken und lagen über dem Vorjahreswert von 206,5 Millionen Franken. Klar über dem Markt wuchs das Kreditvolumen, das um 6,9 Prozent zulegte und die angestrebte Bandbreite von 2,0 bis 3,75 Prozent übertraf. Das Kreditbuch der Bank wuchs seit 2021 um über 9 Milliarden an. ### 340 Millionen Gewinn bis 2030 Total verwaltete die Bank Ende 2025 Kundenvermögen in der Höhe von 42,6 Milliarden Franken (2024: 39,5 Milliarden Franken). Der Nettoneugeldzuwachs betrug im vergangenen Geschäftsjahr 1,3 Milliarden Franken. Über die Performance kamen 1,8 Milliarden Franken dazu. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung 2026 eine Erhöhung der Ausschüttung auf 2.70 Franken je Aktie. Diese soll je zur Hälfte als ordentliche Dividende sowie als steuerfreie Ausschüttung aus Kapitaleinlagen erfolgen. Im Vorjahr hatte die Ausschüttung 2.60 Franken betragen. Im November 2025 hat die [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) ihre Strategie und ihre Ziele für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt. Sie setzt sich das Ziel, sich zu einer der fünf führenden Universalbanken der Schweiz zu entwickeln. Der Konzerngewinn soll 2030 auf über 340 Millionen Franken klettern. Beim Kreditgeschäft strebt die Bank ein Zielband von 3,5 bis 5,5 Prozent (für das Jahr 2026) und von 2,5 bis 4 Prozent an (im Jahr 2030). ### UBS schreibt Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar - die Wealth-Maschine gerät ins Stocken URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-schreibt-gewinn-von-12-milliarden-dollar-die-wealth-maschine-geraet-ins-stocken/ Last updated: 2026-07-18T23:03:31.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) hat im vierten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Bank wies einen Reingewinn von 1,19 Milliarden US-Dollar aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Plus von 56 Prozent. Analysten waren im Durchschnitt lediglich von rund 970 Millionen Dollar ausgegangen. Die Erträge legten im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 12,14 Milliarden Dollar zu. Gleichzeitig senkte die Bank ihren Aufwand um 1 Prozent auf 10,29 Milliarden Dollar – auf bereinigter Basis nahmen die Kosten allerdings zu. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis lag bei 84,7 Prozent, auf bereinigter Basis bei 75,2 Prozent. Auffallend ist, dass die Bank auf Gruppenebene sowie in der Investmentbank und dem Global Wealth Management (GWM) auf bereinigter Basis steigende Kosten ausweist. Besonders auffällig ist die Entwicklung im GWM, wo die Kosten im vierten Quartal auf knapp 5 Milliarden Dollar stiegen, gegenüber 4,8 vor einem Jahr. Leicht gefallen sind die Kosten im Schweiz-Geschäft (-1%) und im Asset Management (-2%). Das Neugeld kam im vierten Quartal mit 8,5 Milliarden Dollar überraschend ins Stocken. Analysten gingen von rund 28 Milliarden Dollar aus. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was die Bank im vierten Quartal 2024 auswies (17,7 Milliarden). Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) spricht in der offiziellen Mitteilung von Abflüssen im Americas-Markt. Fürs ganze Jahr betragen die Net New Assets 101 Milliarden Dollar – was einer Zuwachsrate von 2,4 Prozent entspricht. ### 1000 Milliarden mehr Fortgesetzt hat sich auch der Schrumpfkurs des Schweiz-Geschäfts. Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal auf 1,69 Milliarden Franken, gegenüber 1,8 im Vorjahresquartal. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank auf 543 Millionen (Q4 24: 572 Millionen). Das konzernweit verwaltete Vermögen stieg bis Ende Dezember auf 7005 Milliarden Dollar, nach 6910 Milliarden per Ende September. Gegenüber Ende 2024 konnte die Bank ihre Asset-Basis um knapp 1000 Milliarden Dollar ausbauen. Die Zahl der Vollzeitstellen verringerte sich auf 103’177, von 108’648 per Ende 2024 – das sind also rund 5500 Vollzeitstellen weniger. Rechnet man auch die externen Mitarbeiter dazu, reduzierte sich die Gesamtzahl von 128’648 auf 119’589. Fürs Gesamtjahr 2025 weist die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar aus, was einem Zuwachs von 53 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Trotz laufenden Diskussionen ums Eigenkapital schlägt die Bank eine Erhöhung der Dividende auf 1,10 Dollar je Aktie vor, nach 90 Cents im Vorjahr. Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Dividendenerhöhung im mittleren zweistelligen Prozentbereich in Aussicht. Zudem plant die Bank für 2026 zunächst Aktienrückkäufe im Umfang von 3 Milliarden Dollar. Trotz übertroffener Analysten-Erwartungen tauchte die UBS-Aktie bis am Mittag um über vier Prozent auf 35 Franken. Hauptgrund dürften die enttäuschenden Zahlen bei den Net New Assets in der Kernsparte Vermögensverwaltung sein. ### UBS-Topkader von US-Senatoren grilliert URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-topkader-von-us-senatoren-grilliert/ Last updated: 2026-07-18T23:03:32.000Z Phasenweise wirkte es wie eine inszenierte Tribunal-Komödie: das Hearing im US-Senat, an dem am Dienstag zwei Mitglieder der UBS-Konzernleitung Red und Antwort stehen mussten. Rechtschefin Barbara Levi und USA-Chef Rob Karofsky waren als Zeugen geladen – im Zusammenhang mit mutmasslichen Verbindungen der früheren Credit Suisse zu Konten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Der zentrale Vorwurf: [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verweigere die Herausgabe von mehr als 150 Dokumenten, die ein externer Ermittler angefordert hat. Diese Unterlagen könnten Aufschluss über Credit-Suisse-Konten mit Bezug zu Nazi-Deutschland geben. Entsprechend scharf fiel der Ton im Justizausschuss des US-Senats aus. «Das Verhalten der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist absurd und eine historische Schande, die dieses Hearing überdauern wird», sagte Ausschusspräsident Chuck Grassley. Die Senatorinnen und Senatoren nahmen die UBS-Vertreter in die Mangel und warfen der Bank mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. UBS ist seit der Übernahme Eigentümerin der Credit Suisse. ### «Ins Herz der Untersuchung» Die Bank argumentiert, dass der Vergleich von 1998 allfällige spätere Ansprüche oder neue Enthüllungen abdecke. Gleichzeitig habe man zugesichert, die laufenden Untersuchungen zu unterstützen und sämtliches verfügbares Material offenzulegen. Die Bank ist deshalb zurückhaltend, weil die verlangten Unterlagen dazu führen könnten, dass die Gegenseite diese nutzt, den historischen Vergleich neu zu verhandeln. Neil Barofsky, der von [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) eingesetzte unabhängige Ombudsmann, sagte im Hearing, die Kooperation sei Ende letzten Jahres ins Stocken geraten, nachdem UBS die Herausgabe bestimmter Dokumente aus der Zeit des Vergleichs in den 1990er-Jahren verweigert habe. Diese Unterlagen gingen angeblich «ins Herz der Untersuchung», so Barofsky. Bisher hat Barofsky kaum verwertbare Beweise für Konten mit Nazi-Bezug gefunden. Aktivisten des Simon Wiesenthal Center fordern eine erneute Aufarbeitung jener Konten, deren Details ihrer Ansicht nach in den Untersuchungen vor dem historischen Vergleich von 1998 nicht vollständig offengelegt wurden. Damals einigten sich Schweizer Banken auf Zahlungen von insgesamt 1,25 Milliarden Dollar für den Umgang mit Vermögenswerten von Holocaust-Opfern. Ronald Lauder, Präsident von World Jewish Congress, sagte letzten Sommer in dieser Sache: «Wir haben wahrscheinlich 5 bis 10 Milliarden Dollar auf dem Tisch liegen lassen.» Die Aufzeichnung des Hearings ist [über diesen Link](https://www.senate.gov/isvp/?auto%5Fplay=false&comm=judiciary&filename=judiciary020326&poster=https://www.judiciary.senate.gov/assets/images/video-poster.png&stt=0&ref=tippinpoint.ch) abrufbar. ### Mehr Geld: Schweizer Startup-Szene kommt wieder auf die Beine URL: https://www.tippinpoint.ch/mehr-geld-schweizer-startup-szene-kommt-wieder-auf-die-beine/ Last updated: 2026-07-18T23:03:33.000Z Knapp drei Milliarden Franken an VC-Kapital flossen im vergangenen Jahr in Schweizer Unternehmen. Das ist der dritthöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren, wie aus dem Swiss Venture Capital Report (SVCR) hervorgeht. Der Bericht wird von der SECA und Startupticker in Kooperation mit startup.ch herausgegeben. Gegenüber dem Vorjahr beträgt das Plus knapp 24 Prozent. In den Jahren 2021 und 2022 investierten VCs 3016 und 3968 Millionen Franken in Schweizer Startups. Das investierte Kapital verteilt sich auf insgesamt 354 Finanzierungsrunden. Die Autoren des Berichts sprechen von einem vorsichtigen Optimismus der Geldgeber. Dieser zeige sich in der Verteilung der Mittel: Die Investitionen in junge und sehr junge Unternehmen stiegen von 864 auf über 1,4 Milliarden Franken. ![Mehr Geld: Schweizer Startup-Szene kommt wieder auf die Beine](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260234_130232.jpg) Die Aufschlüsselung nach Branchen zeigt, dass die Mittelzuflüsse vor allem im ICT- und im Biotech-Sektor stark zunahmen. Die Investitionen in Medtech, Hardware und Fintech blieben stabil. Weniger Geld zogen die Cleantech-Startups an, wobei ein Drittel des insgesamt generierten Betrags von 386 Millionen Franken auf das Konto von Climeworks ging. Das ETH-Spinoff sammelte in der zweitgrössten Finanzierungsrunde des Jahres 128 Millionen Franken ein. Gemäss der Studie ist Künstliche Intelligenz bei den Schweizer Startups noch kein «massiver Treiber». ### Verbindung zwischen Jeffrey Epstein und Ariane de Rothschild ist seit Jahren bekannt URL: https://www.tippinpoint.ch/verbindung-zwischen-jeffrey-epstein-und-ariane-de-rothschild-ist-seit-jahren-bekannt/ Last updated: 2026-07-18T23:03:34.000Z Letzte Woche stellte das US-Justizministerium Millionen von Akten ins Internet – viele davon sind allerdings nicht neu. So zum Beispiel viele E-Mails, die einen intensiven Austausch zwischen Jeffrey Epstein und Ariane de Rothschild belegen. Die Bankerin war ab 2015 Chairman der Privatbank Edmond de Rothschild; seit 2023 ist sie CEO des Instituts. So war es das Wall Street Journal, das im April 2023 in einer [Recherche die Beziehung aufdeckte](https://www.wsj.com/us-news/jeffrey-epstein-calendar-cia-director-goldman-sachs-noam-chomsky-c9f6a3ff?ref=tippinpoint.ch). Die Zeitung schrieb: *Ariane de Rothschild, die in die berühmte Bankiersfamilie eingeheiratet hatte, traf sich mehr als ein Dutzend Mal mit Epstein. Den Unterlagen zufolge bat er sie um Hilfe bei der Personalbeschaffung und der Einrichtung und besprach mit ihr auch Geschäftsabschlüsse.* *Im September 2013 bat Epstein de Rothschild in einer E-Mail um Hilfe bei der Suche nach einer neuen Assistentin, «weiblich ... mehrsprachig, organisiert».* *«Ich werde mich umhören», antwortete de Rothschild per E-Mail.* *Den Unterlagen zufolge kaufte sie 2014 und 2015 im Auftrag von Epstein Auktionsartikel im Wert von fast 1 Million Dollar.* *Ariane de Rothschild wurde im Januar 2015 zur Vorsitzenden der Bank ernannt. Im Oktober desselben Jahres handelten sie und Epstein einen Vertrag über 25 Millionen Dollar für Epsteins Southern Trust Co. aus, um «Risikoanalysen und die Anwendung und Nutzung bestimmter Algorithmen» für die Bank bereitzustellen, wie aus einem vom Journal geprüften Vorschlag hervorgeht.* *Im Jahr 2019, nachdem Epstein verhaftet worden war, erklärte die Bank, dass Ariane de Rothschild Epstein nie getroffen habe und dass sie keine geschäftlichen Verbindungen zu ihm habe.* *Die Bank räumte gegenüber dem Journal ein, dass ihre frühere Aussage nicht korrekt war. Sie erklärte, Ariane de Rothschild habe sich zwischen 2013 und 2019 im Rahmen ihrer normalen Aufgaben bei der Bank mit Epstein getroffen, und Epstein habe die Bank US-Finanzführern vorgestellt, Anwaltskanzleien empfohlen und Steuer- und Risikoberatung geleistet.* *«Parallel dazu bat Epstein sie bei mehreren Gelegenheiten persönlich um Rat und Unterstützung bei der Verwaltung seines Vermögens», erklärte die Bank.* *Ariane de Rothschild hatte keine Kenntnis von rechtlichen Schritten gegen Epstein und «war sich auch keiner Fragen hinsichtlich seines persönlichen Verhaltens bewusst», so die Bank. Nachdem sie später von seinem Verhalten erfahren hatte, erklärte die Bank, «fühlt sie mit den Opfern und unterstützt sie».* ### Verbindungen zu Ehud Barak In November 2025 publizierte das Rechercheportal [Dropsitenews ](https://www.dropsitenews.com/p/jeffrey-epstein-ariane-de-rothschild-ehud-barak-swiss-bank-israeli-cyberweapons?ref=tippinpoint.ch)weitere heikle Details. Diese stützen sich auf damals bereits vorliegenden Informationen, die das U.S. House Oversight Committee am 12\. November veröffentlichte. Gemäss diesen E-Mails plante Epstein im Januar 2014, mit de Rothschild ein Broadway-Stück zu schauen und eine private Reise nach Montreal im September. Zudem legen E-Mail nahe, dass sich die beiden über private Angelegenheiten austauschten. Dem Portal liegt zudem der geleakte Posteingang des ehemaligen israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak vor. Aus E-Mails geht hervor, wie Epsteins sich bemühte, seine persönliche Freundschaft mit de Rothschild zu nutzen, um Mittel für die Entwicklung israelischer Cyberwaffen zu beschaffen. Epstein habe dabei oft als Vermittler zwischen der Bankerin und dem ehemaligen Premierminister fungiert. In einer Notiz gab Epstein ein Angebot von de Rothschild an Barak weiter: «If Ehud wants to make serious money, he will have to build a relationship with me. take time so that we can truly understand one another.» Barak bat um Rat und vertraute dabei auf Epsteins vermeintliche Expertise in Sachen Frauen – «Ich bin bereit», schrieb er, «aber ich brauche deinen Rat, wie ich vorgehen soll (Frauen sind deine Stärke).» Gemäss Dropsitenews ist nicht belegt, ob die Rothschild-Bank letztendlich an den Cyberwaffen-Bemühungen von Epstein und Barak beteiligt war. Zu einer direkten Zusammenarbeit mit Ehud Barak ist es nicht gekommen. Als er im Januar 2013 ans WEF nach Davos reiste, sei er von Privatbanken umworben worden, die seine politischen Verbindungen nutzen wollten, um ultrareiche Privatpersonen als neue Kunden zu gewinnen. Im März 2013, kurz nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister, erhielt Barak einen Vertrag von Boris Collardi, der damals CEO der Julius Bär war. Die Bank bot ihm 600’000 Franken Honorar für seine Dienste als «strategischen Berater», der der Bankleitung geopolitische Beratung anbieten sollte. In seinem Pitch an Julius Bär empfahl er der Bank aber auch, neue Kapitalquellen in «unbekannten Gewässern» zu erschliessen – in einer E-Mail schlug er «russisches, wahrscheinlich auch chinesisches sowie jüdisches (nicht US-amerikanisches) Kapital als neue wichtige Kapitalquellen» vor. ### Julius Bär: Unter Stefan Bollinger ging jeder zehnte Kundenberater URL: https://www.tippinpoint.ch/julius-baer-unter-stefan-bollinger-ging-jeder-zehnte-kundenberater/ Last updated: 2026-07-18T23:03:34.000Z Die Privatbank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) schrieb im letzten Jahr einen Gewinn von 764 Millionen Franken – was 25 Prozent weniger ist als im Vorjahr, als die Bank 1’022 Millionen Franken auswies. Der Rückgang hat vor allem mit zwei grösseren Rückstellungen zu tun, die die Bank auf dem Kreditbuch vorgenommen hat. Rechnet man diese und andere Sondereffekte weg, dann hätte die Bank einen Vorsteuergewinn von 1,266 Milliarden Franken erzielt. Doch das ist Theorie. Real dagegen sind die verwalteten Vermögen, die sich im letzten Jahr um 5 Prozent auf 521 Milliarden Franken erhöht haben. Bär spricht von einem neuen Rekordwert. Davon weist die Bank 14,4 Milliarden Franken als Nettoneugeld aus. Die restlichen 10 Milliarden sind auf die Marktentwicklung zurückzuführen. Mit einer Neugeldrate von 2,9 Prozent ist die Bank nicht dort, wo sie sein sollte. [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/) International, die deutlich kleinere Konkurrentin, kommt auf eine doppelt so hohe Neugeldrate. Wie die [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) mitteilt, stammen die Gelder vorwiegend von Kunden mit Domizil in Asien (insbesondere Hongkong, Indien, Singapur und Thailand), Westeuropa (insbesondere Grossbritannien & Irland, Deutschland, Spanien und Portugal) sowie im Nahen Osten (hauptsächlich Vereinigte Arabische Emirate). ### Wo bleibt die Schweiz? Es fragt sich: Wo bleibt die Schweiz? Im Heimmarkt kann Julius Bär nicht auftrumpfen, obschon hier die Credit Suisse verschwunden ist und viele Mandate von vermögenden Kunden auf den Markt gekommen sind. Ganz offensichtlich fanden sie nicht den Weg zu [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/). Immerhin gelingt es der Bank, die auf 521 Milliarden Franken gestiegene Asset-Basis in Erträge umzumünzen. Sie stiegen um 6 Prozent auf 4,07 Milliarden Franken an. Die Einnahmen aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhten sich um 5 Prozent auf 2’314 Millionen Franken. Die wiederkehrenden Erträge nahmen um 5 Prozent auf 1’822 Millionen Franken zu. Courtagen und Erträge aus Wertschriftenemissionen kletterten um 12 Prozent auf 802 Millionen Franken. Der Kommissionsaufwand nahm um 23 Prozent zu. ### Kostenseite im Nebel Noch recht nebulös ist der Blick auf die Kostenseite der Bank. Stefan Bollinger hat ein Sparprogramm von 130 Millionen Franken bis Ende 2025 angekündigt. Wo tatsächlich Kosten eingespart wurden, ist nicht erkennbar. Der Geschäftsaufwand nahm insgesamt um 1 Prozent auf 2’823 Millionen Franken zu. Der Personalaufwand erhöhte sich um 3 Prozent auf 1’851 Millionen Franken. Der Personalaufwand erhöhte sich auch auf bereinigter Basis. Er nahm um 4 Prozent auf 1’848 Millionen Franken zu – «teilweise aufgrund höherer Incentive- und leistungsbezogener Kosten», erhöhter Vorsorgeaufwendungen sowie höherer Abfindungszahlungen, wie es in der Mitteilung heisst. Dabei schrumpft die Bank personell: Ende 2025 beschäftigte die Gruppe 7’390 Vollzeitkräfte (FTE), 205 FTE weniger als Ende 2024\. Besonders augenfällig ist der Rückgang bei den Kundenberaterinnen und Kundenberatern. Die Zahl der RMs betrug Ende 2025 1’262 (FTE) – das sind 118 FTE weniger als im Vorjahr. Davon fielen 28 RM-Stellen durch den Verkauf von Julius Baer Brazil weg. Der Verwaltungsrat von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) schlägt eine unveränderte Dividende von 2.60 Franken pro Aktie vor. ### Bär-Verwaltungsrat: Angelsachse raus - Ex-Finma-Chef rein URL: https://www.tippinpoint.ch/baer-verwaltungsrat-angelsachse-raus-ex-finma-chef-rein/ Last updated: 2026-07-18T23:03:34.000Z Der Rücktritt von Richard Campbell-Breeden aus dem Verwaltungsrat von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) hat sich schon länger abgezeichnet. Wie [Tippinpoint im April 2025 schrieb](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78016/julius%5Fbaer%5Fvizepraesident%5Frichard%5Fcampbell-breeden%5Fwird%5Fzuruecktreten%5Fund%5Fplatz%5Ffuer%5Feinen%5Fschweizer%5Fmachen.html), soll der Brite das Vizepräsidium abtreten und einem Schweizer Platz machen. Jetzt ist es so weit: Campbell-Breeden verlässt Julius Bär – als neuer Vizepräsident wird Jürg Hunziker vorgeschlagen, ein Schweizer mit IT-Hintergrund. Die Ernennung von Jürg Hunziker gewährleiste, dass der Verwaltungsrat weiterhin über eine dauerhafte Vertretung auf höchster Ebene in der Schweiz verfüge, die «nach wie vor ein wichtiger Wachstumsmarkt für Julius Bär ist und wo sich der Hauptsitz des Unternehmens befindet», heisst es in einer Mitteilung. Neu in den Verwaltungsrat kommen soll Urban Angehrn. Der frühere Direktor der Finma soll als unabhängiges, nicht exekutives Mitglied beitreten. Chairman Noel Quinn sagt zu der Ernennung: «Ich bin überzeugt, dass er unseren Verwaltungsrat in dessen Geschäftsaufsicht und mit seinem Wissen in Bezug auf die Schweizer Finanzbranche weiter stärken wird.» Nach seinem turbulenten Abgang beim Finanzregulator im Nachgang der Credit-Suisse-Pleite wurde es still um Angehrn. Seit 2025 sitzt er im Verwaltungsrat der Partners Group. ### Zuger Kantonalbank tritt bei den Hypotheken auf die Bremse URL: https://www.tippinpoint.ch/zuger-kantonalbank-tritt-bei-den-hypotheken-auf-die-bremse/ Last updated: 2026-07-18T23:03:35.000Z In fast allen Geschäftsbereichen zeigen die Zahlen der Zuger Kantonalbank nach oben. Zinsengeschäft legte zu, ebenso das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie der Handel. Auch bei den Kundengeldern konnte die Bank nach einem Taucher im letzten Jahr wieder aufholen. Die Erträge stiegen um 4,3 Prozent auf 328 Millionen Franken. Unter dem Strich kletterte der Konzerngewinn um 7,1 Prozent auf 131 Millionen Franken. Im Kreditgeschäft dagegen ist die Bank auf die Bremse getreten. Die Ausleihungen sind um 2 Prozent auf 15,3 Milliarden Franken gesunken. Die Hypothekenforderungen sind per Ende 2025 um 1,3 Prozent oder knapp 200 Millionen Franken gesunken. Das ist erstaunlich in einem Immobilienmarkt, der seit Jahren nach oben zeigt. Der Grund dafür ist, dass die [Zuger KB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zuger-kb/) gemäss eigenen Angaben «margenschwache» Finanzierungen bei institutionellen Immobilieninvestoren bewusst reduziert hat. Die Bank fokussiere auf das Eigenheimgeschäft, das ausgebaut werde. Mit diesen «Verschiebungen im Hypothekarportfolio» könne insgesamt die Belehnungshöhe optimiert werden, heisst es weiter. Genauere Angaben macht die Bank dazu nicht. ### Wegfall der Credit Suisse macht sich bemerkbar Mit dieser Umschichtung folgt die [Zuger KB](https://www.tippinpoint.ch/tag/zuger-kb/) einem Branchentrend. Nach dem Wegfall der Credit Suisse konnte die Banken ihre Margen erhöhen. Damit hat sich Wettbewerbssituation insgesamt verschlechtert. Spürbar ist dies insbesondere bei Firmenkrediten sowie bei Finanzierungen für professionelle Immobilieninvestoren. Hyrock, ein Hypothekenvermittler im Profi- und Privatkundensegment, hat die Entwicklung in der Schweizer Bau- und Immobilienbranche [kürzlich kritisch beurteilt](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78557/nicht-traditionelle%5Fhypotheken%5Fhyrock%5Fvermittelt%5Fueber%5Feine%5Fhalbe%5Fmilliarde.html): Die staatliche Regulierung (Basel III) sowie die zunehmende Zurückhaltung finanzierender Banken würden für Gegenwind bei Bauprojekten sorgen, teilte das Unternehmen letzte Woche mit. ### Erhebliche Wirren um Lizenz von Bitpanda URL: https://www.tippinpoint.ch/erhebliche-wirren-um-lizenz-von-bitpanda/ Last updated: 2026-07-18T23:03:36.000Z Bitpanda ist eine der bekanntesten Krypto-Plattformen Europas. Um die Marke weiter zu etablieren, ist das in Österreich beheimatete Unternehmen zahlreiche Partnerschaften mit europäischen Spitzenfussballclubs eingegangen. In der Schweiz ist [Bitpanda](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitpanda/) seit diesem Jahr Sponsor des FC Basel. Wie Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung ergeben haben, geriet die Plattform ins Visier der deutschen Finanzmarktaufsicht Bafin. Nachdem die deutsche Tochtergesellschaft Bitpanda Asset Management GmbH im Jahr 2022 eine Lizenz erhalten hatte, ordnete die Bafin 2023 eine Sonderprüfung des Risikomanagements des Finanzunternehmens an. Insgesamt stellte die Aufseherin 16 Mängel fest. Fünf davon wurden als «schwerwiegend», vier als «gewichtig», sechs als «mittelschwer» und einer als «geringfügig» eingestuft. Die Prüfer identifizierten insbesondere Defizite in den Bereichen Risiko, IT und Outsourcing. Diese zum Teil gravierenden Feststellungen betrafen zentrale Kernaufgaben des Finanzinstituts. [Bitpanda](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitpanda/) sagte gegenüber der Bafin zu, sämtliche Schwachstellen bis März 2025 zu beheben. ### «Keine ordnungsgemässe Geschäftsorganisation» Im Januar 2025 wandte sich der deutsche Regulator erneut schriftlich an [Bitpanda](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitpanda/). Die Bafin teilte dem Unternehmen mit, dass bis Ende Dezember 2024 lediglich 68,8 Prozent der Feststellungen vollständig behoben worden seien. «Aufgrund der vorgenannten, teils schwerwiegenden Prüfungsfeststellungen steht fest, dass die Bitpanda Asset Management GmbH weiterhin über keine ordnungsgemässe Geschäftsorganisation verfügt», hiess es in dem Schreiben. Gemäss den Recherchen mahnte die deutsche Bankenaufsicht die Geschäftsführer eindringlich, ihren Pflichten nachzukommen. Gleichzeitig hielt die Aufsicht fest, dass Fortschritte bei der Mängelbeseitigung erkennbar seien. Bitpanda hielt im Geschäftsbericht für das Jahr 2024 fest, das Unternehmen habe inzwischen alle Mängel beseitigt und sämtliche Anforderungen der Bafin erfüllt. «Im ersten Quartal 2025 hat die Bitpanda Asset Management GmbH die Mängelbehebung ihrer ersten planmässigen Sonderprüfung abgeschlossen.» ### Börsenpläne für 2026 Gegenüber den Medien erklärte [Bitpanda](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitpanda/), es habe sich um eine turnusmässige Bafin-Sonderprüfung gehandelt, wie sie im ersten Jahr nach Erhalt einer Konzession üblich sei. Ebenso üblich sei es, dass im Rahmen solcher Prüfungen Feststellungen gemacht würden, die anschliessend mittels Massnahmenplan umgesetzt werden. Weiter erklärte das Unternehmen: «Man habe sich aus Überzeugung dafür entschieden, ein voll reguliertes europäisches Finanzunternehmen zu sein. Das bedeute intensive Aufsicht und regelmässige Prüfungen.» Das Unternehmen zählt gemäss eigenen Angaben rund sieben Millionen Kundinnen und Kunden. Wie viele davon in der Schweiz ansässig sind, gibt Bitpanda nicht bekannt. Erst letzte Woche lancierte das Unternehmen ein neues Angebot: Neben Krypto-Assets ist nun auch der Handel mit Aktien möglich. Zudem soll Bitpanda gemäss Kapitalmarkt-Kreisen Pläne verfolgen, noch im ersten Halbjahr 2026 an die Börse zu gehen. Dazu nimmt das Unternehmen keine Stellung. ### Johannes Rüegg-Stürm landet erneut im Shitstorm URL: https://www.tippinpoint.ch/johannes-rueegg-stuerm-landet-erneut-im-shitstorm/ Last updated: 2026-07-18T23:03:37.000Z Der frühere Präsident der Raiffeisen-Banken, Johannes Rüegg-Stürm, wurde schweizweit bekannt als der Abnicker der Spesenabrechnungen von Pierin Vincenz. Der Professor musste 2018 von seinem Amt bei [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) zurücktreten und an der Universität St. Gallen eine Auszeit von seiner Lehr- und Forschungstätigkeit nehmen. Seither ist es still geworden um Johannes Rüegg-Stürm. Wenn er Schlagzeilen macht, dann an seinem Zweitwohnsitz im Unterengadin. In der Engadiner Post äusserte sich der «Gesundheitsökonom» diese Woche zu den finanziellen Problemen des Spitals Oberengadin in Samedan. Das Management von Gesundheitsorganisationen ist gemäss Uni-Website einer seiner Forschungsschwerpunkte. Sich zur schwierigen Situation des regionalen Spitals zu äussern, scheint Rüegg-Stürm besonders berufen zu sein, da er in Ftan ein Ferienhaus besitzt. «Ich bin der Region sehr verbunden und schätze als Bergler seit über 50 Jahren sowohl das Ober- als auch das Unterengadin», sagte er im Interview mit der Zeitung, die seinen Hintergrund bei [Raiffeisen](https://www.tippinpoint.ch/tag/raiffeisen/) verschwieg. ### Mediale Lawine Für manche Einheimische müssen die Worte des St. Galler Professors jedoch wie Hohn klingen. So war es Rüegg-Stürm – zusammen mit anderen Zweitwohnungsbesitzern –, der gegen eine Wohngenossenschaft für Einheimische opponiert hatte. Ziel des Projekts war es, bezahlbaren Wohnraum für Familien zu schaffen. Die Gegner erhoben Einsprache gegen das Bauvorhaben. Als sich Betroffene in den sozialen Medien über «unsere lieben Zweitwohnungsbesitzer» ausliessen, entlud sich eine mediale Lawine. ![Johannes Rüegg-Stürm landet erneut im Shitstorm](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260130_080122.jpg) Der Rekurs wurde inzwischen gutgeheissen, wie einem weiteren Eintrag zu entnehmen ist. «Gratuliere, ihr habt euer Ziel erreicht, es gibt vorerst keine Baubewilligung wegen euch!!», schreibt darin der Architekt Chasper Cadonau, der die Häuser bauen wollte. Mit scharfen Worten kritisiert er die Zweitwohnungsbesitzer, die nur hier seien, «um uns Probleme zu machen». ### Wer auf eine Aufweichung der Lex UBS hofft, könnte sich täuschen URL: https://www.tippinpoint.ch/wer-auf-eine-aufweichung-der-lex-ubs-hofft-koennte-sich-taeuschen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:37.000Z Eigentlich hätte man es wissen müssen: Karin Keller-Sutter lässt sich nicht so leicht von ihrem Kurs abbringen. Der Vorschlag, das Eigenkapital der ausländischen Tochtergesellschaften im Stammhaus vollständig abzuziehen, dürfte unverändert in die Gesetzesvorlage einfliessen, über die das Parlament frühestens im Herbst beraten wird. Der Kompromissvorschlag von bürgerlichen Politikern dürfte damit vom Tisch sein. Dieser sah vor, dass die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) die Hälfte der Kapitallücke mit AT1-Schulden statt mit hartem Eigenkapital füllen kann. Das wäre billiger und gleich sicher, argumentierten sie. Dass Karin Keller-Sutter dies keine so coole Idee findet, liess sie kürzlich in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» durchblicken. Der Vorschlag löse das Problem nicht und würde die heutige Situation praktisch nicht verbessern. Das leuchtet insofern ein, als in einer Krise Verluste immer zuerst gegen das Eigenkapital gehen. ### Entgegenkommen bei Software und Steuern? Die Regierung scheint davon auszugehen, dass die neuen Massnahmen für die UBS verkraftbar sein werden. Keller-Sutter rechnete im Interview sogar vor, dass die Grossbank bereits heute über genügend grosse Reserven verfügen würde, sodass sie gar kein zusätzliches Eigenkapital aufbauen müsste. Mit ihrer harten Haltung geht der Bund wohl davon aus, dass der UBS letztlich nichts anderes übrig bleibt, als das neue Regime zu schlucken. Der Bund gewichtet damit den Schutz vor einer neuen möglichen teuren Rettungsaktion höher ein als die internationale Wettbewerbsfähigkeit der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). Die Grossbank hat die vorgeschlagenen Kapitalmassnahmen wiederholt als «extrem» bezeichnet. Nicht ausgeschlossen ist hingegen, dass der Bund der UBS bei der Eigenmittelverordnung entgegenkommen könnte. Vorgesehen ist, dass die Banken immaterielle Werte wie latente Steuergutschriften oder Software nicht mehr anrechnen lassen können. Davon könnte der Bund nun wieder abrücken, was für die Grossbank eine Entlastung um mehrere Milliarden bringen könnte. Dieser Teil des Regulierungspakets wird über den Verordnungsweg eingeführt und geht damit nicht ins Parlament. ### Philomena Colatrella bei Swiss Life raus - geht sie zur Zurich? URL: https://www.tippinpoint.ch/philomena-colatrella-bei-swiss-life-raus-geht-sie-zur-zurich/ Last updated: 2026-07-18T23:03:38.000Z Wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte, wird Colatrella im Frühjahr 2026 ein neues Mandat innerhalb der Versicherungsbranche übernehmen. Sie gehörte dem Verwaltungsrat seit 2023 an und verlässt das Gremium nun per sofort. Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig dankte ihr in der Mitteilung für ihren Einsatz. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Colatrella als langjährige CEO der Krankenkasse CSS bekannt, wo sie von 2016 bis 2025 das operative Geschäft führte. Noch ist nicht bekannt, wohin Colatrella wechseln wird. Laut einem Insider könnte die bekannte Versicherungsmanagerin zur Zürich Insurance Group wechseln, wo sie im Schweizer Markt eine prominente Rolle übernehmen könnte. Bereits Mitte Dezember hatte [Swiss Life](https://www.tippinpoint.ch/tag/swiss-life/) angekündigt, dass sich zwei langjährige Verwaltungsratsmitglieder an der Generalversammlung vom 7\. Mai nicht mehr zur Wiederwahl stellen werden. Henry Peter und Adrienne Corboud Fumagalli scheiden damit aus dem Gremium aus. Als neue Mitglieder schlägt Swiss Life Luisa Delgado und Patrick Frost vor. Rolf Dörig wird sich, wie ebenfalls bereits bekannt, an der Generalversammlung 2026 letztmals zur Wahl stellen. Seine Amtszeit läuft bis zur GV 2027\. Danach wird er nach insgesamt 25 Jahren bei Swiss Life zurücktreten – davon sieben Jahre als CEO und Delegierter des Verwaltungsrates sowie 18 Jahre als Verwaltungsratspräsident. ### Breiter Widerstand gegen Wahl von Bernadette Koch URL: https://www.tippinpoint.ch/breiter-widerstand-gegen-wahl-von-bernadette-koch/ Last updated: 2026-07-18T23:03:38.000Z Die Wahl von Verwaltungsräten in eine Kantonalbank ist immer auch ein Politikum. Das erfährt derzeit Bernadette Koch, die sich an der nächsten Generalversammlung im April in das höchste Gremium der Luzerner Kantonalbank wählen lassen möchte. Der Innerschweizer Kanton hält 61,5 Prozent an dem börsenkotierten Institut. [Tippinpoint berichtete im Dezember](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78480/der%5Fheikle%5Fsesselwechsel%5Fvon%5Fbernadette%5Fkoch.html) über den Sesselwechsel von Bernadette Koch, die bereits in verschiedenen Verwaltungsräten aktiv ist. Unter anderem ist die 57-Jährige Vizepräsidentin des Post-Verwaltungsrats und sitzt als Vertreterin der Konzernmutter im Verwaltungsrat von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/). Weiter pflegt sie unter anderem Verwaltungsratsmandate bei Geberit und Mobimo. Mit der [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) soll nun ein weiteres Verwaltungsratsmandat hinzukommen. Das neue Mandat ist heikel. Zwar zieht sie sich aus dem Verwaltungsrat von [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/) zurück und gibt auch den Vorsitz des Audit- und Risikoausschusses des Postkonzerns ab. Doch Koch bleibt Vizepräsidentin des gelben Riesen. Dadurch manövriert sie sich in unüberbrückbare Interessenkonflikte. Bekannt ist, dass die Post für eine [Aufhebung des Kreditverbots für Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77979/postfinance-chef%5Fgreift%5Fdas%5Fkreditverbot%5Fan.html) weibelt, während die Kantonalbanken sich vehement gegen den Einstieg der Posttochter ins Kreditgeschäft wehren. Für Governance-Expertin Monika Roth ist die Wahl ein No-Go. Gegenüber der Luzerner Zeitung sagte sie: «Es besteht für mich überhaupt kein Zweifel daran, dass Bernadette Koch nicht gleichzeitig Dienerin dieser beiden Herren sein kann – es geht nur das eine Mandat oder das andere.» ### «Es geht um Vertrauen» Ähnlich sehen es Politikerinnen und Politiker des Kantonsparlaments, wo die heikle Personalie zum Thema wurde. Am Dienstag wurde im Kantonsrat ein Vorstoss der SP-Politikerin Simone Brunner behandelt. Zuvor hatte der Regierungsrat darauf verwiesen, dass der LUKB-VR zum Schluss gekommen sei, dass kein «permanenter Interessenkonflikt von grundsätzlicher Bedeutung» vorliege. Wenn es situativ zu einem solchen kommen solle, werde Koch in den Ausstand treten. Links-Politikerin Brunner machen diese Antworten «hellhörig». «Es bleiben Fragen offen», sagte sie. So sei ihr nicht klar, wie diese Ausstandsregel in der Praxis aussehen wird. «Wann geht Frau Koch in den Ausstand? Ist sie bei diesen Diskussionen dabei? Wie wird verhindert, dass keine Informationen abfliessen?» Sie kritisierte den Regierungsrat zudem, dass er noch gar keinen Beschluss gefasst habe, ob er die Wahl von Koch unterstützen wird. Auch im bürgerlichen Lager überwiegt die Skepsis. Man müsse prüfen, «ob dieses Doppelmandat mit der Eignerstrategie des Kantons Luzern vereinbar ist», sagte Sarah Arnold im Namen der FDP-Fraktion. Die Mitte-Politikerin Michèle Albrecht sagte, dass Ausstandsregeln allein nicht ausreichen: «Es geht nicht nur um juristische Zulässigkeiten, sondern auch um Vertrauen», sagte sie. Die [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) sei kein gewöhnliches Unternehmen, sondern stehe in der Öffentlichkeit und habe daher eine besondere Verantwortung. Deutlich äusserte sich Eva Lichtsteiner von den Grünen zum Interessenkonflikt wegen des Vorhabens der [Postfinance](https://www.tippinpoint.ch/tag/postfinance/), ins Kreditgeschäft einzusteigen. Sie sei erstaunt, dass die Regierung darin kein Problem sehe. «Und auch, dass die Finma das zulässt.» Das Kreditverbot sei nicht situativ, sondern generell und strukturell. «Wir erwarten, dass der Kanton Luzern Verantwortung übernimmt.» Roland Küng von der SVP spielte den Ball weiter. Er sagte, er gehe davon aus, dass die LUKB und die Finanzmarktaufsicht die «konfliktgeladene Konstellation» genau geprüft hätten. ### Finma auf beiden Augen blind? Dazu kann man nur mutmassen. Die Finma äussert sich in der Regel nie zu Gewährsfragen in der Öffentlichkeit. Tatsächlich mutet es seltsam an, dass die Behörde scheinbar kein Problem in der Kandidatur von Bernadette Koch sieht. Zumal der Finanzregulator sich gerne auch in die kleinsten Belange einer Bank einmische und auch bei den geringfügigsten Nachlässigkeiten einschreite, sagt ein Beobachter. Andererseits hat die Finma schon früher bewiesen, dass sie gerade bei offensichtlichen Interessenkonflikten auf beiden Augen blind zu sein scheint. So erlaubte es die Behörde, dass die damalige Ehefrau von Pierin Vincenz Rechtschefin der Genossenschaftsbank werden konnte. Auch damals begnügte man sich damit, dass die Bank klare Ausstandsregeln definiert habe. Solange sie diese einhalte, gebe es auch kein Problem. Und noch eine weitere Parallele gibt es zur damaligen Raiffeisen. Auch damals argumentierte CEO Pierin Vincenz, dass es eben sehr schwer sei, eine geeignete Kandidatin mit dem passenden Jobprofil für die Rolle zu finden. Ähnlich wird auch bei Bernadette Koch argumentiert. Koch ist Wirtschaftsprüferin und war Leiterin des Marktbereichs Public Sector von Ernst & Young. Sie hat aber gemäss öffentlich verfügbaren Informationen nie als Lead Auditor für eine Bank gearbeitet. Die Luzerner Regierung hinsichtlich eines möglichen Interessenskonflikts kein Risiko in der Wahl Kochs. Auch, weil die [LUKB](https://www.tippinpoint.ch/tag/lukb/) und die Post unterschiedliche Kerngeschäfte betreiben würden. Ist das wirklich so? Im Zahlungsverkehr, bei Spar- und Anlageprodukten stehen die Gesellschaften in direkter Konkurrenz. ### «The Dollar is doing great» - Donald Trump pusht den Franken auf Rekordhoch URL: https://www.tippinpoint.ch/the-dollar-is-doing-great-donald-trump-pusht-den-franken-auf-rekordhoch/ Last updated: 2026-07-18T23:03:38.000Z Der Franken steigt und steigt. Nach Äusserungen von US-Präsident Donald Trump ist die Währung gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit vielen Jahren geklettert. Nachdem der Franken bereits im letzten Jahr 14 Prozent gewonnen hatte, hat er in den ersten Wochen des laufenden Jahren bereits 3 Prozent zugelegt. Ein Dollar kostet aktuell 77 Rappen. Vor 20 Jahren kostete ein Dollar noch über 1 Franken und 30 Rappen. Auslöser der jüngsten Bewegung war eine Bemerkung von Donald Trump gegenüber einem Journalisten. «The Dollar is doing great», sagte Trump auf die Frage, ob der Dollar zu stark gefallen sei. Das löste an den Märkten eine Verkaufswelle aus. Im Gegenzug kam es zu einem einem Höhenflug beim Schweizer Franken. In diesen turbulenten Tagen ist die Schweizer Währung zum Pendant von Gold geworden – zu einem Zufluchtsort, einem Safe Haven. Die Schwäche des Dollars könnte noch länger andauern. Wie die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) in ihrer aktuellen House View schreibt, ist die Bank der Meinung, dass die Währung wegen struktureller Belastungen unter Druck stehe. «Erwägen Sie angesichts der Schwäche des US-Dollars eine Steuerung Ihres Währungsrisikos», empfiehlt die Grossbank ihren Kundinnen und Kunden. Unter anderem empfiehlt die Grossbank Gold als Absicherung und Diversifikation des Portfolios. Das Edelmetall bleibe attraktiv, obwohl es während der letzten 13 Monate um über 90 Prozent gestiegen sei. Falls die politischen oder finanziellen Risiken steigen, könnte der Goldpreis den Augen der UBS-Auguren in Richtung von 5400 Dollar je Feinunze anziehen. ### UBS geht gegen 400-Millionen-Klage von Ex-Händler Tom Hayes vor URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-geht-gegen-400-millionen-klage-von-ex-haendler-tom-hayes-vor/ Last updated: 2026-07-18T23:03:39.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist an US-Gericht gelangt, um eine Klage ihres früheren Traders Tom Hayes abzuweisen. Hayes wirft der Grossbank vor, ihn während des Libor-Manipulationsskandals den internationalen Strafverfolgungsbehörden «auf dem Silbertablett serviert» zu haben, um die Bank und deren oberste Führungsebene zu schützen. Der Hintergrund: Hayes war 2015 in Grossbritannien wegen Manipulation des Referenzzinssatzes schuldig gesprochen worden. Das Urteil löste eine Welle weiterer Strafverfahren gegen Banker und Händler aus. Trotz mehrerer Berufungen blieb das Verdikt bestehen, bis der britische Supreme Court die Verurteilung im Juli dieses Jahres letztinstanzlich aufhob. Tom Hayes war eine der zentralen Figuren im Libor-Skandal, den von über 10 Jahren die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) und anderen Banken erschütterte. Weltweiten Ermittlungen zur Manipulation des Leitzinses führten zu Bussen von insgesamt fast 10 Milliarden Dollar gegen ein Dutzend Banken und Brokerhäuser. UBS zahlte zur Beilegung verschiedener Verfahren Strafzahlungen von über 1,5 Milliarden Dollar. Die Ermittlungen wurden damals vom US-Justizministerium angeführt. ### Vorwurf «Forum Shopping» Tom Hayes reichte seine 400-Millionen-Klage gegen UBS im vergangenen Oktober ein. Er argumentiert, UBS habe ihn während der Ermittlungen zum Sündenbock gemacht und sein Leben «irreversibel zerstört». Die UBS-Anwälte erklärten gemäss einen Bloomberg-Bericht nun vor dem zuständigen Gericht in Connecticut, die Vorwürfe von Hayes seien haltlos. Zudem es ein klassischer Fall von sogenanntem «Forum Shopping», dass Hayes seine Klage ausgerechnet dort eingereicht habe – obwohl er britischer Staatsbürger sei und in England angeklagt sowie verurteilt worden sei. Der ehemalige Zinshändler der Grossbank könne nicht nachweisen, «dass UBS ihn strafrechtlich verfolgt oder seine Strafverfolgung initiiert hat», noch dass die Bank «böswillig gehandelt» habe, erklärten die Anwälte der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). ### UBS-Topkader zu US-Senatsanhörung wegen angeblicher Nazi-Konten vorgeladen URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-topkader-zu-us-senatsanhoerung-wegen-angeblicher-nazi-konten-vorgeladen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:39.000Z Es ist eine Affiche, auf die sie gerne verzichten würden: Der Justizausschuss des US-Senats hat Robert Karofsky, Americas-Chef der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), Co-Chef des Global Wealth Management und CEO-Kandidat, sowie Chefjuristin Barbara Levi [als Zeugen für eine Anhörung vom 3\. Februar vorgeladen](https://www.judiciary.senate.gov/committee-activity/hearings/the-truth-revealed-hidden-facts-regarding-nazis-and-swiss-banks?ref=tippinpoint.ch). Hintergrund der Anhörung ist die seit Jahren dauernde Kontroverse um angebliche Konten der Credit Suisse, die sie für Personen mit Bezug zur Nazi-Herrschaft geführt haben soll. Der Titel der Veranstaltung lautet: «The Truth Revealed: Hidden Facts Regarding Nazis and Swiss Banks». Als Zeugen ebenfalls sprechen werden Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center sowie Neil Barofsky (Bild), der umstrittene Ombudsmann, der die Untersuchung zu den Credit-Suisse-Konten leitet. Initiiert wurde die Anhörung von den US-Senatoren Chuck Grassley und Sheldon Whitehouse. Sie wollen damit sicherstellen, dass Credit Suisse bei der Suche nach Beweisen zu Nazi-Konten kooperiert. Gelder von ehemaligen Nazi-Schergen waren beim historischen Vergleich von 1998 kein Thema. Damals zahlten Schweizer Banken insgesamt 1,25 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit nachrichtenlosen Konten von Holocaust-Opfern. ### Kosmetik-Milliardär will mehr Vertreter jüdischer Organisationen drängen schon länger auf eine Neubewertung des historischen Deals. Ronald Lauder, Kosmetik-Milliardär und Präsident des World Jewish Congress, sagte letztes Jahr, der Vergleich von 1998 sei unvollständig gewesen. «Wir hatten nicht alle Unterlagen, wir haben quasi blind verhandelt. Wahrscheinlich haben wir [5 bis 10 Milliarden Dollar auf dem Tisch liegen lassen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78191/neuauflage%5Fdes%5Fholocaust-vergleichs%5Fjetzt%5Fgeht%5Fes%5Fum%5Fbis%5Fzu%5F10%5Fmilliarden%5Fdollar.html).» Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein Bericht des Simon Wiesenthal Center aus dem Jahr 2020\. Darin hiess es, man habe in Argentinien eine Liste mit rund 12’000 Nazis entdeckt, von denen viele bei ihrer Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg Geld auf Konten bei einer Vorgängerbank der Credit Suisse eingezahlt hätten. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) muss sich als rechtliche Nachfolgerin der Credit Suisse um das Thema kümmern. Letztes Jahr sagte die Grossbank, man sei «entschlossen, zu einer umfassenden Überprüfung der Credit-Suisse-Archive im Zusammenhang mit nazi-belasteten Alt-Konten bei Vorgängerbanken der Credit Suisse beizutragen». Man arbeite eng mit Barofsky zusammen und stelle «sämtliche notwendige Unterstützung» zur Verfügung, um dessen Untersuchung voranzubringen und «mehr Licht auf dieses tragische Kapitel der Geschichte zu werfen». ### Barofsky verrechnet 2300 Dollar pro Stunde Barofsky ist eine hoch umstrittene Figur. Ursprünglich wurde er im Jahr 2014 von der New Yorker Finanzaufsicht eingesetzt, nachdem die Credit Suisse im Steuerstreit mit den USA zu einer Strafe von 2,6 Milliarden Franken verurteilt worden war. Nach dem Erscheinen des Berichts des Simon Wiesenthal Center beauftragte die Credit Suisse die Beratungsfirma Alix Partners mit der Erarbeitung eines Untersuchungsberichts und in einem zweiten Schritt Barofsky als unabhängigen Überwacher. Im November 2022 hat die CS allerdings die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Damit ging der Streit erst richtig los. Während der Bericht von Alix Partners keine Indizien fand, dass die Hinweise des Simon Wiesenthal Center zutreffen, erhob Barofsky massive Vorwürfe gegenüber der CS. Die Bank habe ihn an der Ausübung seiner Arbeit gehindert, behauptete er. Sie sei auch gar nicht dazu bereit gewesen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und diese richtig zu untersuchen. Nachdem die CS an die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) verkauft wurde, setzte die Grossbank Neil Barofsky 2023 wieder ein. In seinem letzten Zwischenbericht erklärte er, er habe umfangreiches neues Material entdeckt sowie ein «Muster von Behinderung» seitens der Credit Suisse festgestellt. Der Abschlussbericht könnte im laufenden Jahr vorliegen. Wie die NZZ enthüllte, lässt sich Barofsky für seine Arbeit fürstlich entschädigen: «Für sagenhafte 2300 Dollar die Stunde durchforstet der amerikanische Anwalt die CS-Archive nach Helfern und Helfershelfern der Nazis», schrieb das Blatt. Mit einem Freibrief der USA ausgestattet, sei der Anwalt «mächtiger als zuvor – und offenbar auch deutlich besser gelaunt». ### Nicht-traditionelle Hypotheken: Hyrock vermittelt über eine halbe Milliarde URL: https://www.tippinpoint.ch/nicht-traditionelle-hypotheken-hyrock-vermittelt-ueber-eine-halbe-milliarde/ Last updated: 2026-07-18T23:03:40.000Z Hyrock, eine Spezialistin für die Vermittlung von Immobilienfinanzierungen für vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren, hat im vergangenen Jahr im Bereich der sogenannt nicht-traditionellen Hypotheken ein Volumen von 520 Millionen Franken vermittelt, teilt das Unternehmen mit. Gemeint sind damit Lösungen wie Bridge- und Mezzanin-Finanzierungen. Insgesamt platzierte die Vermittlerin ein Volumen von 868 Millionen Franken. Hyrock beziffert den durchschnittlichen Kreditbetrag pro Transaktion auf 5,9 Millionen Franken. «Überall dort, wo Banken in einer ersten Phase nicht Teil der Lösung sind, kommt Hyrock zum Zuge», sagt Alessandro Carroccia, CEO von Hyrock. Das Unternehmen beurteilt die Entwicklung in der Schweizer Bau- und Immobilienbranche kritisch: Die staatliche Regulierung sowie die zunehmende Zurückhaltung finanzierender Banken sorgen für Gegenwind bei Bauprojekten. Hyrock erwartet für 2026 denn auch keine Erholung des Finanzierungsmarktes. Die Basel-III-Bestimmungen würden die Banken weiterhin einschränken. Hyrock-Chef Carroccia spricht von einem schwierigen Marktumfeld. ### EFG International schluckt Latino-Privatbank Quilvest Switzerland URL: https://www.tippinpoint.ch/efg-international-schluckt-latino-privatbank-quilvest-switzerland/ Last updated: 2026-07-18T23:03:40.000Z EFG International der griechischen Latsis-Familie übernimmt die kleine Zürcher Privatbank Quilvest. Quilvest Switzerland wurde 1932 von der argentinischen Familie Bemberg gegründet und befindet sich vollständig im Besitz von Bemberg Capital, einer in Luxemburg ansässigen Holding der Familie. Die Bank hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist zudem mit einer Niederlassung in Montevideo, Uruguay, präsent. Quilvest Switzerland weist ein Kundenvermögen von rund 5,3 Milliarden Franken aus, davon 3,9 Milliarden als Assets under Management und 1,4 Milliarden als Assets under Custody. Der Geschäftsschwerpunkt liegt gemäss eigenen Angaben auf der Betreuung von UHNWIs mit Domizil in Lateinamerika, Schweiz und Westeuropa sowie im Nahen Osten. Die Akquisition stärke die Präsenz von EFG sowohl im Heimmarkt Schweiz als auch in zwei zentralen Wachstumsmärkten, Lateinamerika und dem Nahen Osten, wie es in einer Mitteilung heisst. EFG werde sämtliche Aktien von Quilvest Switzerland bar erwerben und rechnet damit, dass sich die CET1-Kapitalquote um maximal rund 70 Basispunkte reduzieren wird. Es ist vorgesehen, Quilvest Switzerland in die EFG Bank zu integrieren. Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Quartal 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben. Giorgio Pradelli, CEO von EFG International, sagt zur Transaktion: «Die Übernahme von Quilvest Switzerland unterstreicht die Fähigkeit von [EFG](https://www.tippinpoint.ch/tag/efg/), Partner zu gewinnen, die unsere unternehmerische Kultur und unser Engagement für nachhaltige, generationenübergreifende Wertschöpfung teilen.» ### UBS will Private-Banking-Kunden in der Schweiz den Handel mit Bitcoin ermöglichen URL: https://www.tippinpoint.ch/ubs-will-private-banking-kunden-in-der-schweiz-den-handel-mit-bitcoin-ermoeglichen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:40.000Z Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) soll derzeit potenzielle Partner für das geplante Krypto-Angebot evaluieren, schreibt Bloomberg. In einer ersten Phase sollen ausgewählte Private-Banking-Kunden in der Schweiz die Möglichkeit erhalten, Bitcoin und Ether zu kaufen und zu verkaufen. Später könnte das Angebot auf weitere Märkte ausgeweitet werden, darunter die Asien-Pazifik-Region sowie die USA. Die geplante Öffnung der UBS für Kryptowährungen kann als Reaktion auf die steigende Nachfrage vermögender Kunden nach digitalen Vermögenswerten gesehen werden. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist im Bereich Krypto eine Nachzüglerin. Viele Banken in der Schweiz bieten ihren Kunden bereits Zugang zu Kryptowährungen. Auch grosse US-Banken zeigen sich offener: [JP Morgan](https://www.tippinpoint.ch/tag/jp-morgan/) erwägt offenbar, institutionellen Kunden den Handel mit Kryptowährungen anzubieten. [Morgan Stanley](https://www.tippinpoint.ch/tag/morgan-stanley/) kündigte an, ab der ersten Hälfte dieses Jahres den Krypto-Handel über seine E\*Trade-Plattform zu ermöglichen. Eine Sprecherin der UBS nahm nicht direkt Stellung zum Bericht: «Im Rahmen unserer Digital-Asset-Strategie beobachten wir Entwicklungen aktiv und prüfen Initiativen, die den Kundenbedürfnissen, regulatorischen Vorgaben, Markttrends sowie soliden Risikokontrollen Rechnung tragen.» Weiter erklärte die Bank, sie erkenne die Bedeutung von Distributed-Ledger-Technologien wie der Blockchain, die digitalen Vermögenswerten zugrunde liegen. ### Gold durchbricht die Marke von 5000 Dollar URL: https://www.tippinpoint.ch/gold-durchbricht-die-marke-von-5000-dollar/ Last updated: 2026-07-18T23:03:40.000Z Der Goldpreis ist erstmals über 5000 US-Dollar pro Unze geklettert. Der Preis legte zeitweise um bis zu 2,1 Prozent zu und näherte sich der Marke von 5’100 Dollar. Auch Silber setzte seine Rally fort und stieg erstmals über 109 Dollar pro Unze – der dritte Tagesgewinn in Folge. Mit dem rasanten Anstieg wird Gold seiner Rolle als Angstbarometer der Finanzmärkte einmal mehr gerecht. Der Goldpreis hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus bereits 17 Prozent. In diesem Jahrhundert stieg der Goldpreis um 1600 Prozent. Damit schlägt das Edelmetall den S&P 500. Ein Preistreiber ist der sogenannte Debasement Trade: Anleger ziehen sich aus Währungen und US-Staatsanleihen zurück. Der jüngste massive Ausverkauf am japanischen Anleihenmarkt kann ebenfalls als Zeichen wachsender Skepsis gegenüber hohen Staatsausgaben gewertet werden. Viele langfristig orientierte Investoren gehen davon aus, dass Inflation zunehmend der einzige Weg zur Sicherung der Staatsfinanzen ist, und setzen deshalb auf Gold zum Erhalt der Kaufkraft. Ein grosser Verunsicherungsfaktor ist Donald Trump – mit seinen Attacken auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank, seiner erratischen Zollpolitik sowie der Drohung, Grönland einzuverleiben. Für Investoren ist Gold zum Safe Haven Nummer eins geworden. Auch Silber profitiert von starker Nachfrage: Der Preis legte um 4,5 Prozent auf 107.78 Dollar zu. Platin erreichte ebenfalls ein Rekordhoch, auch Palladium legte zu. ### «Die besten Technologien beginnen mit den dümmsten Anwendungsfällen» URL: https://www.tippinpoint.ch/die-besten-technologien-beginnen-mit-den-dummsten-anwendungsfallen/ Last updated: 2026-07-12T11:36:23.000Z Adrian Fritz ist im November 2025 zum Chefstrategen des Krypto-ETP-Spezialisten [21Shares](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/172/21shares.html) ernannt worden. Er ist seit über vier Jahren für das Unternehmen tätig – zuvor als Global Head of Research. Kurz zuvor hatte der US-Primebroker FalconX das Schweizer Start-up gekauft, das innerhalb von wenigen Jahren zum Unicorn aufgestiegen ist. 21Shares ermöglicht Anlegern mit über 60 Produkten in einzelne Kryptowährungen oder Gruppen von Krypto-Assets zu investieren. --- Und in den [**Short Cuts**](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78563/die%5Fbesten%5Ftechnologien%5Fbeginnen%5Fmit%5Fden%5Fduemmsten%5Fanwendungsfaellen.html#short%5Fcuts) diese Woche: • [Tether](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/249/tether.html) lanciert zweiten Dollar-Stablecoin • [Coinbase](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/26/coinbase.html) bietet Wetten an --- ### Vor Kurzem hat die New York Stock Exchange den Einstieg in die Aktien-Tokenisierung bekannt gegeben. Ist das die Initialzündung – in der Schweiz sind ja mehrere Projekte mit KMU-Aktien nicht aus den Startblöcken gekommen? Die Idee in der Schweiz mit Aktionariat und anderen Anbietern ist eigentlich brillant, aber hat es leider noch nicht in die breite Masse geschafft. In den USA, im grössten Kapitalmarkt, ist es dann doch noch mal etwas anderes. Tokenisierung und Stablecoins müssen Hand in Hand gehen, im Endeffekt müssen Effizienzen geschaffen werden, vor allem auf der operativen Seite – sprich Settlement, Clearing, Abwicklung. Es wird alles viel schneller und günstiger. Das ist die Motivation, weshalb sich NYSE, Nasdaq und andere Börsen das Ganze ansehen. Der Trend setzte Ende des vergangenen Jahres ein und bereits gibt es über 700 Millionen Dollar in tokenisierte Aktien. ### Angeblich prüft nun auch die UBS, ihren Kunden den Zugang zu Krypto-Investments zu eröffnen. Verlieren 21Shares und andere spezialisierte Krypto-Dienstleister so ihre Daseinsberechtigung? Langfristig wird das den Wettbewerb intensivieren. Aber für uns sind es in erster Linie gute News. Die Asset-Klasse wird so weiter legitimiert. Der Kuchen ist riesig und es gibt noch viel Raum zu wachsen. Spezialisten wie uns wird es immer brauchen. Vor allem, wenn es technisch wird, was die Operations angeht, das ist unser Kerngeschäft. ### Der Schweizer Kunde hat den Ruf, träge zu sein, und er geht gerne zum Anbieter, der alles aus einer Hand anbietet, auch wenn es etwas teurer ist. Man will nicht für jedes Asset zu einem anderen Spezialisten. Das Schöne ist, dass wir Produkte-Emittent sind und deswegen nicht direkt mit den Banken konkurrieren. Viele Institute arbeiten mit unseren Produkten, entsprechend ist das komplementär. Es gibt zahlreiche Wege, wie Schweizer Kunden in unsere ETPs investieren können. Ein grosser Teil unseres Geschäfts ist bereits heute B2B2C. ### Bitcoin verkörpert das Versprechen, digitales Gold zu werden. Nun hat aber das traditionelle Gold über viele Monate besser abgeschnitten. Ist die Kryptowährung doch näher an US-Tech-Aktien als an Gold? Investoren setzen nicht in erster Linie aus Sicherheitsgründen auf Bitcoin. Man darf auch nicht vergessen: Bitcoin hat 2023 über 150 Prozent zugelegt und im darauffolgenden Jahr nochmals über 100 Prozent. Jetzt befindet er sich in einer Konsolidierungsphase. Bitcoin ist noch ein junges Asset und verhält sich deshalb oft wie eine Aktie. Langfristig, rein von den Charakteristika her, hat er aber grosse Ähnlichkeit zu Gold und wird sich langfristig zu digitalem Gold entwickeln. ### Wenn Sie vom Trading sprechen: Der klassische Bitcoin-Käufer ist doch ein Hodler – der kauft und hält. Ist das vorbei? Das ist spannend on-chain zu beobachten. Das hat im vergangenen Sommer eingesetzt, als plötzlich viele sogenannte Wale begannen, Profite mitzunehmen. Das ist verständlich. Das sind Investoren, die schon sehr lange dabei sind und bei der psychologischen Marke von 100’000 Dollar Gewinne realisiert haben. Das hat eine Weile angehalten – vor allem über die vergangenen sechs Monate. In den letzten Wochen haben jedoch viele Adressen mit kleineren Beständen, aber auch solche mit 1’000 Bitcoin und mehr, wieder begonnen zuzukaufen. Oft ist es so: Wenn der Markt in die Stärke läuft, beginnt jemand zu verkaufen – und umgekehrt. In der grundsätzlichen Dynamik hat sich aber nicht viel verändert. ### Wenn wir bei den Walen sind: Es gibt auch viele Adressen, die sich nie bewegt haben – viele werden Satoshi Nakamoto zugeordnet. Sind die tot oder werden die irgendwann den Markt beeinflussen? Das kann ich nicht beantworten. Eine gewisse Restgefahr bleibt bestehen. Es handelt sich um über eine Million Bitcoin auf Wallets, die Satoshi zugerechnet werden. Wir haben leider keine Anzeichen, wer dahintersteckt oder wer Zugriff darauf hat. ### Hat[21Shares](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/172/21shares.html)Recherchen angestellt, wer Satoshi sein könnte? Ja, das haben wir – aber ohne Resultat, wie viele andere auch. ### Im jüngsten Research halten Sie fest, der Vierjahreszyklus sei am Ende. Liegt das an der schrumpfenden Miner-Belohnung? Was werden die nächsten Treiber sein? Die schrumpfende Belohnung ist ein wichtiger Grund. Wir sagen aber nicht, dass es keine Bitcoin-Zyklen mehr gibt. Der vierjährige Effekt durch die Halbierung der Miner-Belohnung wird jedoch marginaler. Die Adoption von Krypto-Assets ist mittlerweile weit fortgeschritten. Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin & Co. ist ein zentraler Treiber, ebenso die Liquidität im Finanzmarkt und makroökonomische Einflüsse. ### Wenn die Belohnung für die Validierung langfristig gegen Null geht: Werden sich dann noch Miner finden lassen, die in Rechenkapazität investieren? Langfristig ist theoretisch denkbar, dass es keinen ökonomischen Anreiz mehr gibt, als Miner aktiv zu sein. Bis dato wurden kleinere Blockbelohnungen jedoch durch höhere Preise kompensiert. Bitcoin lebt davon, dass der Preis steigt. Ein weiterer Faktor ist, dass Mining immer effizienter wird und es entsprechend günstiger ist, neue Bitcoin zu generieren. Zudem gibt es in weniger als 120 Jahren gar keine Blockbelohnungen mehr. Dann lebt das Netzwerk ausschliesslich von Transaktionsgebühren – bei gleichzeitig so hoher Adoption, dass viele Marktteilnehmer ein starkes Eigeninteresse daran haben, das Netzwerk zu sichern. ### Es gibt Stimmen, die sagen: Bitcoin ist genial, aber es hat Schwachstellen – irgendwann wird etwas Besseres kommen, etwa mit mehr Kapazität. Das Problem ist nicht, eine neue Kryptowährung zu erschaffen, sondern die Netzwerkeffekte zu replizieren. Und da sehe ich eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit. Es gibt Hunderttausende von Krypto-Assets. Viele davon sind limitiert, aber keines hat ein globales, dezentrales Netzwerk aufgebaut wie Bitcoin. ### Bitcoin gilt als Wertspeicher, während andere Kryptowährungen – etwa Ethereum, Cardano oder Solana – als Plattformen für Anwendungen wie DeFi, Stablecoins oder Meme-Coins dienen. Nun kommen auch Layer-2-Anwendungen für Bitcoin ins Spiel. Wird Bitcoin auch hier relevant? Das ist eine grosse Debatte innerhalb der Bitcoin-Community. Es gibt die Frage, ob Layer-2-Lösungen sinnvoll sind oder nicht. Dabei besteht auch die Gefahr einer Abspaltung, die Smart-Contract-Fähigkeiten unterstützt. Diese Bitcoin-Anwendungen sind im vergangenen Jahr stark gewachsen, zuletzt aber stagniert. Die meisten Lösungen sind nicht besonders stabil und haben bislang wenige Anwendungsfälle. ### In Ihrer Preisanalyse spielt dieser Aspekt keine Rolle? Nein, überhaupt nicht. Unsere Analyse basiert ausschliesslich auf der Funktion als digitales Gold und als Wertspeicher. ### 21Shares hat mittlerweile über 60 Anlageprodukte lanciert. Machen Sie für jeden einzelnen Coin eine Preisanalyse? Nicht für alle. Am Ende entscheidet der Markt. Wir erhalten viele Anfragen von Kunden, die über ETPs investieren möchten. Entsprechend prüfen wir das jeweilige Krypto-Asset und entscheiden, ob wir ein Produkt auflegen oder nicht. ### In Ihrer jüngsten Analyse setzen Sie für Ripple ein Kursziel von 2.69 Dollar. Das ist sehr konkret – hätten es auch 2.71 sein können? Genaue Prognosen über zwölf Monate sind natürlich anspruchsvoll. Unser Research analysiert, welches Potenzial in einzelnen Assets steckt – insbesondere im Vergleich zu anderen Coins. ### Kaum ein durchschnittlicher Krypto-Anleger kann 40 Coins und ihre Funktionen aufzählen. Ihr Unternehmen hat etwa ein Aave-ETP emittiert. Was gibt den Ausschlag für eine Marktlancierung? Es gibt zwei zentrale Treiber. Einerseits die kommerzielle Nachfrage, also wenn viele Kunden ein bestimmtes Produkt nachfragen. Dann prüfen wir intern und führen Research sowie Due Diligence durch, um mögliche Risiken oder Kontroversen zu identifizieren. Andererseits kommt der Impuls aus unserem Research: Wir sehen Potenzial in einem Coin, während der Markt noch hinterherhinkt. Aave ist spannend, weil es eine etablierte DeFi-Anwendung mit langjährigem Track Record ist. ### Einzelne Produktmerkmale zählen oft weniger – der Markt hängt am Bitcoin. Fällt dieser, fällt meist der gesamte Markt. 2026 wird stärker ein Jahr der Selektion, weil der Markt reift. Investoren müssen genauer hinschauen: Gibt es Umsätze? Cashflows? Was ist das konkrete Werteversprechen? Künftig werden nicht mehr alle Krypto-Assets synchron steigen. Es wird Gewinner und Verlierer geben. Deshalb ist es gut möglich, dass von unseren über 60 Produkten nicht alle überleben – insbesondere in einem Bärenmarkt. ### Haben Sie auch schon Anlageprodukte geschlossen? Absolut. Wir überprüfen jedes Jahr alle Produkte hinsichtlich Profitabilität und technologischer Perspektive. Das ist im ETF-Geschäft völlig normal. Beispiele sind Sandbox und Decentraland – zwei Metaverse-Produkte, die im letzten Zyklus stark nachgefragt waren, später aber kaum noch Volumen aufwiesen. ### Metaverse war ein riesiger Hype. Ist das Thema bereits tot? Langfristig glaube ich weiterhin an das Metaverse. Aber es war ein klassischer Technologie-Boom. Viele erwarten eine sofortige Transformation. In Wirklichkeit wird das noch Jahre oder Jahrzehnte dauern. Stand heute ist das Metaverse tot. ### Und NFT – die gleiche Geschichte? Der Grossteil der NFT-Projekte ist bereits gestorben oder wird es noch. Das Spannende ist, dass gute Technologien oft mit den dümmsten Anwendungsfällen starten. NFT ist dafür ein perfektes Beispiel. Die Idee eines einzigartigen Tokens auf der Blockchain ist sehr vielversprechend – sie begann aber leider mit überteuerten Affenbildern. ### Stablecoins gelten derzeit als das heisseste Thema. Ist das für 21Shares relevant – auch wenn Investoren keinen Ertrag erzielen? Leider noch nicht. Die Frage wird uns häufig gestellt. Stand heute gibt es jedoch keinen Stablecoin-Zins, der ein Fixed-Income-Produkt ermöglicht. Das hängt vor allem mit der Regulierung in Europa zusammen. Stablecoins sind jedoch gekommen, um zu bleiben, und haben zahlreiche Anwendungsfälle. ### In Ihrer Prognose für 2026 sprechen Sie von einer fortschreitenden Institutionalisierung. Wird Krypto langfristig Teil der klassischen Finanzwelt? Krypto wird weniger exotisch, aber bleibt disruptiv. Die Zukunft von Blockchain ist letztlich ziemlich langweilig. Sie wird Finanzinfrastruktur. Stablecoins werden sich anfühlen wie jede andere Zahlungsart. Der Grossteil der Kryptowährungen wird verschwinden. Entscheidend sind Fundamentaldaten wie Nutzerzahlen, Projekte und Liquidität. ### Gleichzeitig prognostizieren Sie Probleme für Krypto-Treasury-Unternehmen. Ich glaube nicht, dass Strategy selbst das Problem ist. Kritisch sind vielmehr viele sogenannte Digital Asset Treasuries, die erst im jüngsten Hype eingestiegen sind. Dort wird es zu einer Konsolidierung kommen. Das belastet den Markt kurzfristig, aber nicht strukturell. ### Haben Sie auch einen Blick auf Prognosemärkte geworfen – sind diese für Investoren interessant, auch ohne klassische Wetten? Die meisten Prognosemärkte haben keine eigenen Token. Dennoch wickeln sie inzwischen enorme Volumina ab und erweisen sich oft als sehr präzise. Sie werden bereits von Medien wie dem Wall Street Journal oder Bloomberg genutzt. Perspektivisch könnten sie als Instrument in Hedging-Strategien eingesetzt werden. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Tether lanciert zweiten Dollar-Stablecoin Tether hat mit dem USAT den ersten föderativ regulierten Stablecoin für den US-Markt lanciert. Die Anchorage Digital Bank agiert als Emittentin. Das ist eine Premiere: Sie ist die erste föderativ regulierte Bank, die einen Stablecoin ausgibt. Cantor Fitzgerald als Preferred Primary Dealer der US-Regierung verwaltet die Treasury-Reserven des USAT. Die neue Tether-Einheit wird von Bo Hines geführt. Der 30-Jährige leitete bis August 2025 den White House Crypto Council unter Präsident Trump. Dort arbeitete er am im Juli verabschiedeten Genius Act mit. Das Gesetz verlangt eine vollständige Deckung durch liquide Assets. USAT ist 1:1 durch US-Dollar oder kurzfristige Treasury Bills gedeckt. Monatliche geprüfte Berichte über die Reserve-Zusammensetzung sind Pflicht. Im Insolvenzfall haben Stablecoin-Inhaber Vorrang vor allen anderen Gläubigern. Tether ist bereits Marktführer für Dollar-Stablecoins und diese machen deutlich über 95 Prozent des Stablecoin-Marktes aus. Der «ursprünglich Tether» steht wegen mangelnder Transparenz bei den Reserven immer wieder in der Kritik. Die strengen Offenlegungspflichten und Prüfungsanforderungen unter dem Genius Act erfüllt der [Tether](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/249/tether.html) nicht. Der Marktanteil von Tether (USDT) ist mit 186 Milliarden Dollar auf 60 Prozent gefallen. Circles USD-Coin verwaltet mittlerweile 75 Milliarden und dominiert den US-Markt für institutionelle Kunden. Tether fährt nun eine Zwei-Produkte-Strategie: USDT bleibt der internationale Standard, USAT zielt auf US-Institutionen und amerikanische Privatanleger. ## Coinbase bietet Wetten an Die Kryptobörse [Coinbase](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/26/coinbase.html) hat auf dem Kurznachrichtendienst X die Einführung von Prognosemärkten auf «alle realen Ergebnisse aus Sport, Politik, Kultur und mehr» in allen 50 US-Bundesstaaten angekündigt. Das folgt aus dem Vorstoss, im Dezember in Zusammenarbeit mit Kalshi Onchain-Prognosemärkte einzuführen. Kontrakte auf Prognosemarktplattformen wie Kalshi und Polymarket ermöglichen es Nutzern, auf die Ergebnisse einer Vielzahl von Themen zu wetten, wobei die Wahrscheinlichkeit jedes Ereignisses durch die Beteiligung der Nutzer bestimmt wird. Ebenfalls im Dezember gab Coinbase die Übernahme von The Clearing Company bekannt, als Teil der Expansion in den Bereich der Prognosemärkte. Coinbase plant zur Allround-Börse zu werden mit einem Handelsangebot an Aktien, tokenisierten Vermögenswerten und Prognosen. Der Partner Kalshi steht jedoch im Fokus der Behörden. Zwar ist der Anbieter auf Bundesebene von der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert, sieht sich aber mit rechtlichen Schritten von Behörden in mindestens vier Bundesstaaten konfrontiert, weil die Plattform ohne Glücksspiel-Lizenz Wetten auf Sportereignisse anbietet. ### Der Schweizer Blockchain-Friedhof URL: https://www.tippinpoint.ch/der-schweizer-blockchain-friedhof/ Last updated: 2026-07-12T11:36:23.000Z Die Website Coinmarketcap.com gibt die Zahl der erfassten Kryptotoken mit über 30,5 Millionen an. Zudem werden Kurs und Marktkapitalisierung von 8946 Kryptowährungen geführt – es dürfte aber noch mehr existieren. Die einhellige Meinung in der Kryptobranche ist, dass weit über 90 Prozent dieser Währungen eingehen müssen. Diese These hört man schon lange. Hat das grosse Sterben schon eingesetzt und wie sieht es im Crypto Valley aus – wo im letzten Jahrzehnt eine Flut von ICO (Initial Coin Offering) viele Emittenten und Anwaltskanzleien reich gemacht hat? --- Und in den [**Short Cuts**](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78550/der%5Fschweizer%5Fblockchain-friedhof.html#short%5Fcuts) diese Woche: • NYSE startet 24/7-Handelsplattform für tokenisierte Wertschriften • Ethereum-Rekordvolumen! Wegen Betrugsfällen! --- Vielleicht die bekannteste Pleite – die «FTX der Schweiz» sozusagen – dürfte die Handelsplattform Lykke sein. Ende 2025 wurde der Konkurs gegen die Plattform eingestellt, die von Richard Olsen, einem Urenkel von Privatbankier Julius Bär, gegründet wurde. Grund der Pleite soll ein Hackerangriff gewesen sein, bei dem im Sommer 2024 Bitcoin und Ethereum im Wert von 20 Millionen Franken entwendet wurden. Der Angriff wurde von einer britischen Zeitung der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe zugeordnet. Doch der Diebstahl überdeckte grosse Probleme und hat wahrscheinlich das Ende nur beschleunigt. Einige Investoren äusserten den Verdacht, dass die Pleite inszeniert war und von internen Unsauberkeiten ablenken sollte. Das Mutterhaus schrieb bereits 2019 und 2020 Millionenverluste und wies kaum mehr eigene Mittel auf. Seit 2020 wurden keine Geschäftsberichte mehr publik gemacht. Zu den vielen Schweizer Geschädigten gehört auch die TX Group, die im Jahr 2018 zwei Millionen Franken in Lykke investierte und dafür Lykke-Coins erhielt, die mittlerweile wertlos sind. ### Mining im Container Eine weiterer verschwundener Coin ist jener von Envion. Das in Zug domizilierte Unternehmen sammelte Ende 2017 mit dem ICO rund 100 Millionen Dollar bei Investoren ein und war nach Tezos (mehr dazu später) der zweitgrösste virtuelle Börsengang im Krypto-Paradies Schweiz. Envion wurde aber nie operativ tätig. Die Firma ging mit Servern, die in einem Container untergebracht waren, auf Werbetour bei Investoren. Die Envion-Container sollten dorthin transportiert werden, wo Strom günstig verfügbar ist, und mit tiefen Kosten Kryptowährungen schürfen. Das Unternehmen versprach, die so erwirtschafteten Gewinne über Jahre an die Token-Besitzer auszuschütten. Der Sitz von Envion befand sich in Berlin. Die Gründer und einer bei Kapitalmassnahmen hinzugestossener Investor zerstritten sich schon bald und blockierten jegliche operative Tätigkeit. Envion schürfte gar nichts. Doch nicht nur die Situation in der Firmenführung war vertrackt. Im März 2019 schloss die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) ein im Juli 2018 eröffnetes Enforcement-Verfahren ab. Die Behörde stellte fest, dass Envion unerlaubt gewerbsmässig Publikumseinlagen von mindestens 37’000 Anlegern entgegengenommen hatte. Für ein Anleihe-ähnlich ausgestaltete Token-Emission hätte der Emittent eine Banklizenz benötigt. Weil bei der Envion die gesetzlich vorgeschriebene Revisionsstelle fehlte, wurde bereits vor dem Finma-Entscheid wegen «Organmangels» der Konkurs über das Unternehmen eröffnet. ### Die Stiftung des Wunderkinds Die Finma war der Totengräber von mehreren Schweizer ICO. Die Projekte scheiterten aufgrund von Regulierungsmassnahmen der Aufsichtsbehörde, wobei es sich häufig um unerlaubte Einlagen oder betrügerische Aktivitäten handelte. Zu den bekanntesten durch die Finma gestoppten Vorhaben gehört die Dohrnii Foundation von Krypto-Wunderkind Dadvan Yousuf. Im Mai 2022 eröffnet die Finma ein Enforcement-Verfahren gegen die Stiftung und deren lancierten Token. Die Finma kam zum Schluss, dass sich die Stiftung mit dem Verkauf von Dohrnii-Token ohne Bewilligung als Wertpapierhaus sowie als Finanzintermediär betätigt hatte. Yousuf habe als Privatperson unerlaubt Publikumseinlagen entgegengenommen. Des Weiteren habe er sich während des Enforcement-Verfahrens nicht an die Auskunftspflicht und die Vorgaben der Finma gehalten und die Aktivitäten weitergeführt. Wegen schwerer Verletzung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen wurde Yousuf im März 2023 mit einer Unterlassungsanweisung belegt. ### Ist der Token ein Wertpapier? Zahlreiche solche Verfahren gab es in den USA auch gegen dortige Coin-Emittenten. Mit der Kursänderung der Börsenaufsicht SEC unter der Trump-Administration sind diese alle eingestellt worden. Branchenkenner aus dem Crypto Valley sagen jedoch, dass der Dohrnii-Token keine relevante Rolle spielte und wie andere «get rich quick»-Projekte aussehe. Doch Yousuf wusste sich zu wehren. Im März 2022 erstattete er gegen zwei SRF-Journalistinnen Strafanzeige wegen Ehrverletzung und stellte einen Strafantrag. Die beiden hatten einen Monat zuvor auf srf.ch unter dem Titel «Der Krypto-Milliardär und seine fragwürdigen Transaktionen» ein Text publiziert, in welchem verdächtige Transaktionen beschrieben wurden und Yousuf in die Nähe der Terrorismusfinanzierung gerückt wurde – ohne Beweise dazu offenzulegen. Nach längerem rechtlichen Hin und Her erliess die Staatsanwaltschaft Zürich im Oktober 2024 gegen die beiden Journalistinnen einen Strafbefehl wegen übler Nachrede. Die SRF-Mitarbeiterinnen wurden zu einer Geldstrafe, Busse und Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt, zudem erhielt Yousuf eine Prozessentschädigung. ### Die Finma führt Liste Die Finma hat in der Vergangenheit Projekte ohne echte Blockchain-Technologie, mit betrügerischer Absicht oder ohne Deckung verboten. Als Schneeballsystem wurden etwa der Swisscoin bezeichnet und aus dem Verkehr gezogen. Als Betrugsprojekte galten auch E-Coins, sogenannte Scheinkryptowährungen, wie jener der Quid Pro Quo, die Gelder in Millionenhöhe entgegennahmen, ohne über die dafür nötige Bankbewilligung zu verfügen. Auf der Warnliste der Finma (https://www.finma.ch/de/finma-public/warnungen/warnliste) finden sich neben Bank- auch Krypto-Projekte, welche die Behörde als gefährlich oder betrügerisch einstuft. Viele Krypto-Vorhaben sterben jedoch still und langsam, ohne grosse Schlagzeilen – wenn sie keine Anwender oder echten Nutzen finden. Kaum mehr Lebenszeichen gibt etwa Smart Valor von sich. Die Gründerin Olga Feldmeier war in den Zehnerjahren mit ihrer rührseligen Geschichte, wie sie es aus ärmlichen Verhältnissen in der Ukraine zur Bankerin und zur Unternehmensgründerin sowie Millionärin geschafft hatte, in den Medien omnipräsent. 2017 gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann, einem Unternehmensberater, die Handelsplattform [Smart Valor](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/61/smart%5Fvalor.html). Doch Bekanntheit erreichte Feldmeier nicht mit stabilen Unternehmenszahlen, sondern mit dem Auftritt in der Schweizer Ausgabe des TV-Formats «Die Höhle der Löwen» und einem Portrait im US-Magazin «Forbes», in welchem sie zur «Crypto Queen» gekrönt wurde. ### Smart Valor scheitert an der Nasdaq Doch Protagonisten aus der Schweizer Krypto-Szene geben an, dass Olga Feldmeier in der «Szene» nicht sichtbar und deshalb auch nicht relevant sei. Das hielt [Smart Valor](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/61/smart%5Fvalor.html) nicht davon ab, umtriebig zu sein. Das Unternehmen betrieb ab 2019 eine Krypto-Börse in Liechtenstein, im Jahr darauf erhielt Smart Valor von der Liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Kryptolizenz. 2022 ging Smart Valor mit viel Medienbegleitung an den Nasdaq First North Growth Market. Nach zweijähriger Börsenpräsenz waren jedoch 99 Prozent der Marktkapitalisierung vernichtet und das Unternehmen wurde dekotiert. Für Smart Valor und den zugehörigen Token werden von den meisten Kryptobörsen keine Handelsdaten und Werte mehr angegeben. Das Unternehmen ist aber bereits auf den nächsten Trend aufgesprungen. Gemäss Website ist es jetzt eine «Switzerland-based Web3 AI company». Weitere Wandlungen bleiben abzuwarten. Dann gibt es Krypto-Projekte, die mit guten Absichten sowie viel Euphorie gestartet wurden und dann vergessen gingen. Ein solches Beispiel ist die Impuls-Währung Wetzi-Koin, die das lokale Gewerbe während der Corona-Pandemie ankurbeln sollte. Die Stadt im Zürcher Oberland sprach einen Kredit, um jeder Einwohnerin und jedem Einwohner einen digitalen Gutschein über 10 Franken zukommen zu lassen, der in den Geschäften der Stadt eingelöst werden konnte. Bei rund 25’000 Einwohnern belief der Kredit auf 250’000 Franken. Der Gutschein in Form einer Kryptowährung sollte für das lokale Gewerbe eine Hebelwirkung entfalten. Das Echo war gering und die lokale Währung versandete. Ähnlich erging es dem Leu, dem Projekt für «Zürichs gemeinschaftlich erzeugtes Zusatzeinkommen für alle» (wie es auf der Website heisst). Durchsetzen konnte er sich nicht, die letzte Wortmeldung der Betreiber datiert aus dem Jahr 2023. ### Streit wirft Tezos weit zurück Der Wetzi-Koin basierte auf der Tezos-Blockchain. Deren Stiftung verkörpert ebenfalls den Abstieg einer Kryptowährung. Im Juli 2017 sammelt Tezos unglaubliche 232 Millionen Dollar ein und war das bis dahin weltweit erfolgreichsten ICO. Die Technologie gilt als innovativ und vielversprechend. Doch das grosse Firmenvermögen weckt Begehrlichkeiten und Misstrauen. Die Blockchain-Gründer aus den USA und der Stiftungsratspräsident in Zug blockieren wegen privater Differenzen und Rechtsstreitigkeiten jegliche Entwicklung über mehr als ein Jahr. Als die Blockchain wieder operativ tätig wurde, hatte sie sich eine Entwicklungsrückstand eingehandelt. Fachleute sprachen Tezos, einer Layer-2-Blockchain, auch wegen des basisdemokratischen Aufbaus ursprünglich viel Potenzial zu – etwa für die Tokenisierung von Vermögenswerten oder NFT. Doch Ethereum, Solana, Cardano und andere Blockchains haben sich hier breit gemacht. Die Blockchain, die einst unter den Top-Ten zu finden war, rutscht kontinuierlich ab und rangiert noch als achtziggrösste Kryptowährung. Unter der Annahme, dass nur die Besten und Grössten überleben, ist auch Tezos langfristig gefährdet. Während die Schweiz früher als Krypto-Inkubator galt, macht sie neuerdings eher Stagnation breit. Die fortschrittliche DLT-Gesetzgebung wurde von anderen Staaten kopiert und weiter vorangetrieben. Vor allem bei Stablecoins, die als «Schmiermittel» des Systems gelten, geht in der Schweiz bisher wenig. Viele Erfolgsgeschichten der Krypto-Branche werden heute andernorts – vor allem in Singapur und den Emiraten am Golf – geschrieben. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## NYSE startet 24/7-Handelsplattform für tokenisierte Wertschriften Die New York Stock Exchange (NYSE) gab diese Woche bekannt, dass sie eine Plattform für den Handel mit tokenisierten Wertpapieren entwickelt und damit das Gewicht der 233 Jahre alten Börse hinter die wachsende Akzeptanz der Kryptotechnologie an der Wall Street stellt. Das Unternehmen erklärte, es werde die behördliche Genehmigung für die neue Plattform beantragen, über die Unternehmen Wertpapiere ausgeben könnten, die als digitale Token auf einer Blockchain dargestellt werden. Der Handel soll rund um die Uhr stattfinden. Der Zeitpunkt der Einführung wurde nicht genannt, da dieser davon abhängt, wann die Aufsichtsbehörden die Genehmigung erteilen. «Dies wird einen breiten Zugang zu den globalen Kapitalmärkten ermöglichen. Diese Entwicklung treibt Innovation und Inklusivität voran. Sie bringt die Branche in Richtung eines einheitlichen, rund um die Uhr verfügbaren Finanzökosystems. Ich gehe davon aus, dass weltweit weitere Aktienbörsen diesen Weg einschlagen werden», kommentiert Ignacio Aguirre Franco, CMO von Bitget diese Ankündigung. Die Tokenisierung sei die nächste Stufe der Demokratisierung der Kapitalmärkte, ähnlich wie es vor 50 Jahren die ETF gewesen seien – aber dieses Mal treffe es das Kernversprechen auch der Schweizer Privatbanken. «Denn Blockchain-basierte Token ermöglichen Bruchteilsbesitz und niedrigere Einstiegskosten in von zuvor illiquiden, clubähnlichen Anlageklassen – von Immobilien und Kunst bis hin zu Private Equity. Es entstehen Produktlösungen, auf die Privatanleger von überall zugreifen können. Da der Zugang global, rund um die Uhr und plattformbasiert wird, könnten Vermögensverwalter ihren historischen Vorsprung als Gatekeeper zu diesen Anlageklassen verlieren», sagt Ignacio Aguirre Franco. Der Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte ist auf rund 33 Milliarden Dollar angestiegen und wird in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich auf Billionen anwachsen, da Institutionen Anleihen, Immobilien und private Kredite tokenisieren. Larry Fink, CEO und Chairman von [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/unternehmen/64/blackrock.html), vergleicht die heutige Tokenisierung mit dem Internet im Jahr 1996\. Noch ist der Markt klein, aber mit grossem Wachstumspotenzial. ## Ethereum-Rekordvolumen! Wegen Betrugsfällen! Gemäss den Daten der Website BitInfoCharts.com erreichten am 16\. Januar die täglichen Ethereum-Transaktionen mit mehr als 2,8 Millionen einen neuen Höchststand. In den 30 Tagen zuvor wurden gemäss Etherscan mehr als 12,6 Millionen neue Ethereum-Adressen erstellt – die höchste je erreichte Zahl. Diese Rekordzahlen sind nicht eine erfreuliche Entwicklung, sondern wurden gemäss Blockchain-Sicherheitsexperten hauptsächlich durch einen massiven Address-Poisoning-Angriff verursacht. Diese Angriffe sind eine Art von Krypto-Betrug, bei dem Angreifer winzige Mengen an Kryptowährung von einer ähnlichen Adresse an die Wallet des Opfers senden. Das Ziel ist es, das Opfer dazu zu verleiten, fälschlicherweise Geld an diese Adresse zu senden, weil es glaubt, dass sie legitim ist. Dabei wird auf umständliche Benutzeroberflächen, fehlende Warnungen und die Unachtsamkeit des Opfers gesetzt. Solche Attacken sind vergleichbar mit Spam-Phishing-E-Mails – sie sind kostengünstig und haben eine geringe Erfolgsquote, aber wenn nur ein oder zwei der Tausenden von Zielpersonen darauf hereinfallen, lohnt es sich für den Angreifer. Die durch Address-Poisoning-Angriffe verursachten Verluste können enorm sein. Im vergangenen Monat verlor ein Krypto-Nutzer gemäss der Krypto-Sicherheitsplattform ScamSniffer 50 Millionen Dollar. Das Fusaka-Upgrade von Ethereum im Dezember hat dazu beigetragen, die Transaktionskosten zu senken, die Blockchain für mehr Nutzer skalierbar zu machen und neue Anwendungsfälle zu erschliessen. Die erhöhte Bandbreite bedeutet aber auch, dass Massenangriffe für Betrüger günstiger geworden sind. ### Gold klettert in immer luftigere Höhen - kratzt an der 5’000-Dollar-Grenze URL: https://www.tippinpoint.ch/gold-klettert-in-immer-luftigere-hoehen-kratzt-an-der-5000-dollar-grenze/ Last updated: 2026-07-18T23:03:41.000Z Der Preis für Gold kletterte in den vergangenen Stunden zeitweise auf ein Rekordhoch von über 4’966 Dollar. Das Wochenplus beträgt rund acht Prozent. Gepusht wird das Edelmetall vor allem von einem schwächeren US-Dollar. Auch Silber kletterte auf ein Allzeithoch knapp unter 100 Dollar pro Unze, während Platin ebenfalls einen Rekord markierte. Das Jahr 2025 war das beste Goldjahr seit 1979\. Die rasante Aufwärtsbewegung setzt sich auch im laufenden Jahr fort – mit einem Plus von weiteren 15 Prozent. Neue Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Fed, militärische Interventionen in Venezuela sowie Drohungen zur Annexion Grönlands haben dem sogenannten Debasement-Trade zusätzlichen Schub verliehen. Dabei ziehen sich Investoren aus Staatsanleihen und Währungen zurück und setzen vermehrt auf alternative sichere Häfen wie Gold. Der rasante Anstieg verdeutlicht die grosse Unsicherheit. [Goldman Sachs](https://www.tippinpoint.ch/tag/goldman-sachs/) erhöhte die Prognose für den Goldpreis per Jahresende auf 5’400 Dollar pro Unze, nach zuvor 4’900 Dollar. Als Gründe nennt die Bank eine zunehmende Nachfrage von Privatanlegern und Zentralbanken. Die polnische Zentralbank genehmigte diese Woche Pläne zum Erwerb von weiteren 150 Tonnen. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) prognostiziert für Mitte 2026 einen Goldpreis von 5’000 Dollar. ### UBP spürt die Übernahme von Société Générale URL: https://www.tippinpoint.ch/ubp-spuert-die-uebernahme-von-socit-gnrale/ Last updated: 2026-07-18T23:03:42.000Z Die [UBP](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubp/) wies per Ende Dezember 2025 verwaltete Kundenvermögen von 184,5 Milliarden Franken aus. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 30,1 Milliarden Franken oder 19,5 Prozent. Dieser Zuwachs war in erster Linie der Übernahme des Private-Banking-Geschäfts von Société Générale in der Schweiz und im Vereinigten Königreich zuzuschreiben, teilt die Genfer Privatbank mit. Positive Trends an den Finanzmärkten hätten zu einer robusten Wertentwicklung der Mandate und Anlagefonds (+14,1 Milliarden Franken) beigetragen. Diese wurde jedoch von negativen Wechselkurseffekten auf den Schweizer Franken (-14,1 Milliarden Franken) wieder aufgezehrt. Ohne Übernahmeeffekt weist die UBP Nettoneugelder von 2,7 Milliarden Franken aus. Die [UBP](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubp/) weist einen Geschäftsertrag von 1,51 Milliarden Franken aus, was einer Steigerung von 168,2 Millionen Franken oder 12,5 Prozent entspricht. Das Nettozinsergebnis verbesserte sich um 13,1 Prozent auf 546,1 Millionen Franken. Die Kosten erhöhten sich dagegen um 15,7 Prozent. Die Bank begründet diese Zunahmen mit der Übernahme von Société Générale. Per Ende 2025 weist die Bank ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 69,6 Prozent aus. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 4,4 Prozent auf 268,6 Millionen Franken. ### «Trump Put»: Das Einzige, was Trump zur Vernunft bringt, sind die Märkte URL: https://www.tippinpoint.ch/trump-put-das-einzige-was-trump-zur-vernunft-bringt-sind-die-maerkte/ Last updated: 2026-07-18T23:03:42.000Z In Asien legten die Börsen am Donnerstag um 0,8 Prozent zu, nachdem bereits die Wall Street von Trumps Aussagen profitiert hatte – der S&P 500 gewann am Vortag 1,2 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass sich auch die europäischen Märkte erholen. Die Futures auf europäische Aktienindizes kletterten um 1,2 Prozent. Mit der Entspannung an den Aktienmärkten gab das Gold um 0,7 Prozent nach. Der Schweizer Franken, der in den letzten Tagen aufgrund seiner Safe-Haven-Funktion ebenfalls gefragt war, schwächte sich leicht ab. Das Revival hat vor allem mit Trumps Spitzkehre in der Grönland-Frage zu tun. In seiner verstörenden Rede in Davos erklärte er, dass er keine Gewalt anwenden werde, um die arktische Insel unter US-Kontrolle zu bringen. Zudem sah er vorerst von neuen Zöllen gegen EU-Staaten ab, die seine Pläne im Norden nicht unterstützen. Er verwies dabei auf ein sogenanntes «Framework»-Abkommen im Zusammenhang mit Grönland. Details zu diesem Rahmenwerk legte Trump nicht vor. Es bleibt unklar, was das Abkommen konkret beinhaltet. Dänemark hatte zuvor ausgeschlossen, über eine Abtretung der halbautonomen Insel an die USA zu verhandeln. Trump kündigte später an, die Einzelheiten bald zu veröffentlichen. ### Die letzte Instanz, die Trump zur Vernunft bringt Nach mehreren turbulenzen Trump-Tagen scheinen sich die Märkte allmählich wieder in Richtung courant normal zu bewegen: steigende Kurse, getragen von der Hoffnung auf eine breiter abgestützte Wachstumsbeschleunigung. Auch der Rückgang der Volatilität deutet auf eine spürbare Entspannung hin. Wie schon vor einem Jahr, als Trump die Zölle überraschend aussetzte, scheint er auch diesmal auf die Bremse zu treten, sobald es an den Märkten zu grösseren Turbulenzen kommt. Möglicherweise haben ihn und seine Einflüsterer die Drohungen einzelner Gläubigerstaaten, sich von US-Staatsanleihen zu trennen, stärker beunruhigt als öffentlich eingeräumt. Was das auch heisst: Das Vertrauen in den sogenannten «Trump Put» hat sich erneut gefestigt. Damit ist die Erwartung gemeint, dass der amerikanische Präsident bei markanten Kursverlusten zurückrudert. Vor den Finanzmärkten scheint er – bei aller Hybris – den Respekt noch nicht verloren zu haben. Sie sind die letzte Instanz, die ihn zur Vernunft bringt. ### Rogue Trader Kweku Adoboli, der die UBS veränderte URL: https://www.tippinpoint.ch/rogue-trader-kweku-adoboli-der-die-ubs-veraenderte/ Last updated: 2026-07-18T23:03:43.000Z Es war ein Skandal, der die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) bis in die Grundfesten erschütterte. Der Investmentbanker Kweku Adoboli handelte ausserhalb der Bücher, um riesige Verluste zu verbergen. Als die Machenschaften aufflogen, kam es zu einem Köpferollen. Die UBS beschloss, die Investmentbank zu verkleinern. Involvierte erinnern sich daran, wie der damalige Investmentbanking-Chef Carsten Kengeter in einem Telefonat CEO Oswald Grübel über den Handelsverlust in Kenntnis setzte. Grübel fragte Kengeter, ob der Verlust grösser als eine Milliarde sei. Als Kengeter das bestätigte, meinte Grübel nur: «Das war es dann mit uns beiden.» Grübel trat von seinem Posten als CEO der Bank zurück, auch Kengeter musste gehen. Adoboli wurde verhaftet, ihm wurde der Prozess gemacht. Im Jahr 2012 wurde der gebürtige Ghanaer in London wegen Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt, konnte das Gefängnis aber wegen guter Führung 2015 vorzeitig verlassen. Im Jahr 2018 wurde er aus Grossbritannien ausgeschafft. Der Verlust belief sich insgesamt auf 2,3 Milliarden Dollar. ### Adoboli – ein Opfer? Die beiden Regisseure Bernard Weber und Martin Schilt haben Adoboli über Jahre begleitet. Die Interviews für den Film und die Dreharbeiten fanden mehrheitlich in Accra, Ghana, statt, wo Adoboli heute lebt. Der Film stellt Adoboli als Opfer dar. Er sei Teil eines Systems gewesen, er habe nicht für den eigenen Profit gehandelt und sich nicht selbst bereichert. Am Prozess plädierte er auf «nicht schuldig» und sagte, Teamkollegen und Vorgesetzte hätten von den unerlaubten Methoden gewusst. Im Film wird der Gerichtsprozess von 2012 in Ghana mit schwarzen Laienschauspielern anhand der originalen Protokolle nachgestellt. Nach dem Rücktritt von Grübel übernahm Sergio Ermotti dessen Platz, zunächst als interimistischer CEO, später wurde er offiziell Konzernchef. *Die Doku «The Narrative» eröffnete die Solothurner Filmtage, die noch bis zum 28\. Januar dauern. Die Schweizer Kinopremiere ist am 12\. März 2026.* ### Simone Westerfeld verlässt die UBS und geht nach Frankreich URL: https://www.tippinpoint.ch/simone-westerfeld-verlaesst-die-ubs-und-geht-nach-frankreich/ Last updated: 2026-07-18T23:03:44.000Z Bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist sie auf ein Abstellgleis geraten: Jetzt geht Simone Westerfeld zur französisch-deutschen Bankgruppe [ODDO BHF](https://www.tippinpoint.ch/tag/oddo-bhf/), wo sie Anfang Juni stellvertretende CEO wird, eine für sie geschaffene neue Position. Westerfeld werde gemeinsam mit allen Mitgliedern des ODDO BHF-Exekutivkomitees einen Wachstumsplan für die kommenden Jahre ausarbeiten, der sich nicht mehr nach Fachgebieten, sondern nach Kundensegmenten unterscheidet. Genannt werden die sieben Bereiche Privatkunden, Familienunternehmen, Stiftungen, Family Offices, Unternehmensentscheider, institutionelle Anleger und Vermögensberater. Laut Philippe Oddo, geschäftsführender Gesellschafter und CEO von [ODDO BHF](https://www.tippinpoint.ch/tag/oddo-bhf/), verfügt Simone Westerfeld über alle notwendigen Voraussetzungen, um eine Schlüsselrolle in der Zukunft der Gruppe zu übernehmen. Westerfeld ist gebürtige Deutsche und wird nun nach Frankreich ziehen, um das dortige Umfeld besser kennenzulernen, wie es weiter in der Mitteilung heisst. ### Weggang ist keine Überraschung Die Bankerin selbst sagt zu ihrem neuen Engagement: «Als familiengeführte, unabhängige europäische Privatbank kann [ODDO BHF](https://www.tippinpoint.ch/tag/oddo-bhf/) in besonders glaubwürdiger Weise anspruchsvolle Kunden wie Familienunternehmen, Stiftungen, Family Offices sowie Entscheider in Unternehmen und Investoren beraten.» Das Kapital der Gruppe wird zu 65 Prozent von der Familie Oddo gehalten. Ihr Ausscheiden aus der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) kommt nicht überraschend. Im Mai 2024 kam es in der UBS Schweiz zu einem Umbau. Westerfeld wurde von Sabine Magri als Chefin Personal Banking in der Schweiz abgelöst. Sie wechselte darauf in den Bereich von Integrationschefin Michelle Bereaux, wo sie COO wurde. Die Integration der Credit Suisse geht in diesem Jahr zu Ende. Von 2015 bis 2019 arbeitete sie in verschiedenen Führungspositionen sowie als interimistische CEO und Vorsitzende der Konzernleitung bei der Basler Kantonalbank. Die Disziplin des Private Bankings ist für die Retailspezialistin Westerfeld Neuland. ### Zürcher Getyourguide plant milliardenschweren Börsengang in den USA URL: https://www.tippinpoint.ch/zuercher-getyourguide-plant-milliardenschweren-boersengang-in-den-usa/ Last updated: 2026-07-18T23:03:44.000Z Die Reiseplattform [Getyourguide](https://www.tippinpoint.ch/tag/getyourguide/) will es wie das Schweizer Sneakerlabel On machen – eine Kotierung in den USA. Das 2009 in Zürich als ETH-Spin-off gegründete Unternehmen will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Das berichtet das deutsche Handelsblatt mit Bezug auf informierte Kreise. Der Prozess für den Börsengang könnte noch im ersten Halbjahr starten. Getyourguide soll einen deutlichen Bewertungsaufschlag anstreben, heisst es. Bei der letzten Finanzierungsrunde vor zweieinhalb Jahren wurde das Internetunternehmen noch mit zwei Milliarden Dollar bewertet. Beim Börsengang, der an der Wall Street erfolgen soll, soll nun eine Bewertung von fünf Milliarden Dollar angepeilt werden. Die Plattform, über die Touristen unter anderem geführte Stadttouren buchen können, läuft besser als auch schon. Belastbare öffentliche Zahlen zum Geschäft gibt es allerdings kaum. Seit 2024 soll [Getyourguide](https://www.tippinpoint.ch/tag/getyourguide/) auf Basis des bereinigten Betriebsergebnisses (Ebitda) profitabel sein – was immer das heisst. Im Oktober soll das Unternehmen kurz davor gestanden haben, auf Jahressicht die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro zu überschreiten. ### Rechtlicher Sitz in Zürich Seit der Gründung 2009 hat die Firma mehr als 800 Millionen Dollar von Investoren erhalten. Darunter befinden sich Grössen wie Softbank aus Japan, NGP Capital aus den USA und die Private-Equity-Firma KKR. Einer der ganz frühen Investoren war auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Das Unternehmen wurde in Zürich gegründet – doch schon bald verlegte die Firma den operativen Sitz nach Berlin, um an günstigere Mitarbeitende im Content- und Reise-Bereich zu kommen. In der Schweiz blieb jedoch der rechtliche Sitz der Gesellschaft, hier befindet sich die [Getyourguide](https://www.tippinpoint.ch/tag/getyourguide/) AG. In den letzten Jahren entstanden aber wieder etliche Hightech-Rollen in der Schweiz. Auf Linkedin haben rund 120 Beschäftigte den Arbeitsort Zürich angegeben. ### Stolze Bewertung Johannes Reck ist als Gründer immer noch bei der Firma dabei. Vor über sieben Jahren ventilierte er in einem Interview in der HandelsZeitung erstmals Börsenpläne. Doch spätesten mit Corona wurden diesen Pläne hinfällt. [Getyourguide](https://www.tippinpoint.ch/tag/getyourguide/) schlitterte in eine existenzielle Krise. Zum Vergleich: Das Unternehmen setzte 2018 gegen 500 Millionen Franken um. Der Firmenwert betrug damals rund 400 Millionen Dollar. Sieben Jahre später hat Getyourguide den Umsatz lediglich verdoppelt. Der angestrebte Börsenwert soll aber mehr als das Zehnfache des damaligen Werts sein. Es ist schwer vorzustellen, dass Aktionäre bei einer solch stolzen Bewertung anbeissen. Im Interview von 2018 äusserte sich der Getyourguide-Gründer schon fast visionär zum Standort Zürich. «Wenn man als Startup das Geld hat, Leute einzustellen, ist Zürich heute eine der attraktivsten Städte in Europa», sagte er. In wichtiger werdenden Technologien wie maschinellem Lernen, künstlicher Intelligenz und komplexer Datenanalyse finde man in der Schweiz mehr Talente als in Berlin. Da hat er recht: Inzwischen entwickelte sich in Zürich ein KI-Hub mit vielen Unternehmen, die hier Know-how suchen. Getyourguide reagierte nicht auf eine Anfrage von Tippinpoint. ### Sergio Ermotti: «Eine Diversifizierung weg von Amerika ist unmöglich» URL: https://www.tippinpoint.ch/sergio-ermotti-eine-diversifizierung-weg-von-amerika-ist-unmoeglich/ Last updated: 2026-07-18T23:03:45.000Z «Eine Diversifizierung weg von Amerika ist unmöglich», sagte UBS-Chef Sergio Ermotti am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg in Davos. Die USA seien die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Man könne unter- oder übergewichten, aber eine Diversifizierung weg von Amerika sei unmöglich, glaubt der Banker. Im Zuge der Grönland-Eskalation in den vergangenen Tagen, insbesondere mit seiner Zoll-Drohung gegen EU-Staaten, die den Status quo unterstützen, wird der Ruf immer lauter, amerikanische Assets als Waffe einzusetzen. Europäische Länder halten etwa 40 Prozent der ausländischen US-Staatsanleihen. Würden sie diese auf den Markt werfen, stiegen die Kosten für die USA, neue Schulden aufzunehmen. Die Verunsicherung hat bereits spürbar zugenommen. Der S&P 500 fiel um bis zu 1,6 Prozent und machte damit alle Gewinne dieses Jahres zunichte, und der VIX-Index, der erwartete Schwankungen an den Aktienmärkten abbildet, erreichte den höchsten Stand seit November. Gold – ein sicherer Hafen in unsicheren Zeiten – stieg auf einen Rekordwert von über 4700 Dollar pro Unze. ### Macron: «Vasallisierung und Blut-Politik» Wie Europa und andere westliche Staaten auf die immer dreisteren Provokationen von Donald Trump reagieren sollen, ist eines der grossen Themen am WEF in Davos. Während Staatschefs wie Emmanuel Macron oder Mark Carney aus Kanada verbal austeilten – der französische Präsident sprach von einer «Vasallisierung und Blut-Politik» –, hat die dänische Pensionskasse AkademikerPension Nägel mit Köpfen gemacht. Sie liess verlauten, dass sie sich per Ende Monat von allen US-Staatsanleihen in der Höhe von 100 Millionen Dollar trennen werde. US-Staatsanleihen als Waffe einzusetzen, sei eine «gefährliche Wette», sagte Ermotti. Der Schuss könnte nach hinten losgehen. Laut dem UBS-Chef seien die europäischen Volkswirtschaften angesichts des starken Wirtschaftswachstums und der Innovationskraft der USA kaum in der Lage, sich von den USA abzukoppeln oder den US-Treasury-Markt als einen der Hauptpfeiler für risikofreie Assets zu ersetzen. Als Chef eines globalen Wealth Managers kann Ermotti auch nicht viel anderes sagen, da viele UBS-Kunden grosse Dollar-Exposures haben. Die Bank selbst bilanziert in Dollar. Die skeptische Haltung von Ermotti hat auch viel mit den Plänen in den USA zu tun. Die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/), die weltweit rund 7 Milliarden Dollar verwaltet, sieht dort eine der grossen Wachstumschancen und arbeitet an einer Erweiterung des Angebots für vermögende Kunden. Die UBS-Führung stellte sogar Überlegungen an, den Sitz nach Amerika zu verlegen. ### Neue Topleute bei Julius Bär lösen Stirnrunzeln aus URL: https://www.tippinpoint.ch/neue-topleute-bei-julius-baer-loesen-stirnrunzeln-aus/ Last updated: 2026-07-18T23:03:45.000Z Die Privatbank [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) geht durch ein Stahlbad. Die Nachwirkungen des Benko-Skandals drücken auf das Geschäft. Besonders spürbar ist das im Heimmarkt, wo die Bank stark gefordert ist, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Eine Bank, die im Heimmarkt nicht reüssiert, hat auch in anderen Märkten ein Problem. Vor einem Jahr übernahm Stefan Bollinger das Steuer. Beim Umbau der Bank gibt er Vollgas: Er trifft Kunden und steht im engen Austausch mit dem Regulator, der seit über zwei Jahren die Hintergründe der Benko-Affäre ausleuchtet. Bollinger hat ein Sparprogramm eingeleitet und die Geschäftsleitung umgebaut. Das Tempo ist noch. Das Personal kommt kaum nach. Das liess die Zufriedenheitswerte der Belegschaft in den Keller rasseln. Mit der letzte Woche [angekündigten Besetzung von zwei Toppositionen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78530/knall%5Fbei%5Fjulius%5Fbaer%5Fcoo%5Fnic%5Fdreckmann%5Fverlaesst%5Fnach%5Fueber%5F20%5Fjahren%5Fdie%5Fbank.html) irritierte die Bank erneut. Zwar überrascht es nicht, dass die Karriere von Nic Dreckmann bei [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) ein Ende gefunden hat, doch die Einwechslung von Jean Nabaa als neuen Chief Operating Officer (COO) löste Stirnrunzeln aus. «Er kennt weder die Bank noch den Schweizer Markt, noch kann er die Sprache», sagt eine Quelle. Nabaa ist in der Westschweiz aufgewachsen und besitzt auch die Schweizer Staatsbürgerschaft, lebte und arbeitete aber viele Jahre im Ausland, zuletzt bei [HSBC](https://www.tippinpoint.ch/tag/hsbc/) in Hong Kong. Französisch ist seine Muttersprache, hinzu kommen Englisch und Arabisch, wie seinem LinkedIn-Profil zu entnehmen ist. ### Prozess-Know-how ist entscheidend Bis Nabaa sich eingelebt hat, mit der Kultur und vor allem den Prozessen vertraut ist, werden viele Monate vergehen. In normalen Zeiten wäre das vielleicht kein Problem. Doch im Maschinenraum hat die Bank eben erst ein Generationenprojekt angestossen: Der buchstäblich in die Jahrzehnte gekommene Mainframe-Host, das bäreigene Kernbankensystem, wird durch eine Standardsoftware abgelöst. [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/) hat es zwar nie bestätigt, doch die Bank wechselt auf die Lösung von Temenos, die sie bereits im Ausland einsetzt. Für die Einführung hat die Bank mit Rolf Olmesdahl einen Profi geholt, der seit Anfang 2025 als Leiter Core Banking tätig ist. Für das Gelingen ist jedoch entscheidend, wie die bestehenden Banking-Prozesse in der neuen Welt abgebildet werden. Das ist eine eigentliche Kernaufgabe des COO. Der Job erfordert vertiefte Kenntnisse der Bank sowie viel Fingerspitzengefühl im Austausch mit dem Business. Missverständnisse und Verzögerungen können kaum kalkulierbare Kostenfolgen auslösen. ### Neue Comms-Chefin kennt New York Intern ebenso verwundert hat die Wahl von Cindy Leggett-Flynn zur neuen Head Group Communications. Sie löst Larissa Alghisi ab, die nach vielen Jahren die Leitung der Kommunikationsabteilung Ende Jahr abgegeben hat. Auch Leggett-Flynn kennt den Schweizer Markt kaum. Sie arbeitete fast ihr ganzes Berufsleben in New York, viele Jahre bei der PR-Agentur Brunswick, danach vier Jahre bei AIG. Die Verhältnisse in New York dürfte sie gut kennen. Doch was nutzt das [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/), die in den USA längst nicht mehr aktiv ist? Ein wenig Schweiz-Luft schnupperte sie immerhin bei der Credit Suisse: Ueli Körner holte sie kurz vor dem Zusammenbruch der Bank nach Zürich. Ihr Vertrag lief nach ein paar Monaten wieder aus. ### AMAS erhält Zuwachs: Franklin Templeton und i.AM Innovation Lab neu an Bord URL: https://www.tippinpoint.ch/amas-erhaelt-zuwachs-franklin-templeton-und-i-am-innovation-lab-neu-an-bord/ Last updated: 2026-07-18T23:03:45.000Z Die Asset Management Association Switzerland (AMAS) kann zwei Neuzugänge vermelden. Zum einen ist [Franklin Templeton](https://www.tippinpoint.ch/tag/franklin-templeton/) Switzerland, der seit 1996 Anlagelösungen in der Schweiz vertreibt und seit 2004 mit einer Tochtergesellschaft hierzulande aktiv ist. Der US-Asset-Manager verwaltet weltweit Vermögen von über 1,6 Billionen Dollar und ist seit über 75 Jahren im Geschäft. Mehr als die Hälfte des weltweit verwalteten Vermögens geht auf das Konto von institutionellen Investoren. Franklin Templeton ist der AMAS als aktives Mitglied beigetreten. Als Passivmitglied ist zudem das i.AM Innovation Lab neu im Verband dabei. Das Zürcher Unternehmen positioniert sich als Technologiepartner für die Asset-Management-Branche und unterstützt Finanzinstitute unter anderem bei der Tokenisierung von Vermögenswerten, der Automatisierung von Prozessen sowie bei der Beratung rund um digitale Geschäftsmodelle, wie die AMAS in einer Mitteilung schreibt. Adrian Schatzmann, CEO der Asset Management Association Switzerland, sagt zur Aufnahme der neuen Mitglieder: «Mit [Franklin Templeton](https://www.tippinpoint.ch/tag/franklin-templeton/) und i.AM Innovation Lab gewinnen wir zwei Mitglieder, die das technologische Profil der AMAS gezielt stärken. Ihr Know-how in den Bereichen Blockchain, Tokenisierung und digitale Infrastruktur ist ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung des Asset-Management-Standorts Schweiz.» ### Zürich-Chef Mario Greco plant die grösste Akquisition seit Jahren URL: https://www.tippinpoint.ch/zuerich-chef-mario-greco-plant-die-groesste-akquisition-seit-jahren/ Last updated: 2026-07-18T23:03:46.000Z Am Montagnachmittag hat die Zurich-Gruppe überraschend mitgeteilt, dass sie dem Verwaltungsrat des britischen Versicherers Beazley ein Übernahmeangebot in der Höhe von 7,67 Milliarden Pfund (8,2 Milliarden Franken) unterbreitet hat. Mit dem Deal würde der grösste Spezialversicherer Europas entstehen. Der Kaufpreis entspricht einer Prämie von 56 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Laut [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) entstünde durch die Übernahme ein «globaler Leader» im Specialty-Geschäft mit Bruttoprämien von rund 15 Milliarden US-Dollar. Die Zurich Insurance Group hat bereits mehrere Angebote für den britischen Konkurrenten gemacht. Diese wurde jedoch vom Beazley-Board als zu tief zurückgewiesen. Der Konzern ist der Ansicht, dass das Angebot den Beazley-Aktionären einen «sofortigen und sicheren Barwert für ihre Investition auf einem Niveau bietet, das über das hinausgeht, was Beazley in einem angemessenen Zeitraum durch die Umsetzung seiner Strategie erreichen könnte», heisst es in einer Mitteilung. ### Heftige Reaktion Die Aktien reagierten deutlich auf die News: Die Beazley-Aktie sprang nach der Ankündigung um bis zu 46 Prozent nach oben. Die Zurich-Titel verloren 1,9 Prozent. Käme der Deal zustande, wäre dies die grösste Akquisition seit 2016, als Mario Greco das Ruder bei [Zurich](https://www.tippinpoint.ch/tag/zurich/) übernahm. Die Transaktion würde laut eigenen Angaben einen globalen Marktführer im Specialty-Geschäft mit rund 15 Milliarden US-Dollar Bruttoprämien schaffen. Zurich betrachtet den Zusammenschluss als komplementär. Kommt die Transaktion zustande, würde das globale Specialty-Geschäft des Versicherers in Grossbritannien gebündelt. Unter den sogenannten Specialty Lines versteht man Versicherungen in Bereichen wie Hochseefracht, Kunst, Geschäftsreisen sowie Unternehmensrisiken (etwa Cyber, Commercial Crime oder Organhaftungen). ### Israel, Schweden und Singapur - Länder ohne Grossbanken sind Ermottis Vorbilder URL: https://www.tippinpoint.ch/israel-schweden-und-singapur-laender-ohne-grossbanken-sind-ermottis-vorbilder/ Last updated: 2026-07-18T23:03:46.000Z UBS-Chef Sergio Ermotti sagte am [«Tages-Anzeiger»-Meeting](https://www.tagesanzeiger.ch/ubs-chef-ermotti-besuch-bei-trump-wichtiger-als-korrektheit-873086276215?ref=tippinpoint.ch) letzte Woche, die Schweiz solle sich weniger an ihren Nachbarländern orientieren und stattdessen andere Staaten als Vorbilder nehmen. Er nannte dabei Singapur, Schweden und Israel. Dass Ermotti ausgerechnet diese drei Länder erwähnt, ist bemerkenswert. Ihre Volkswirtschaften verfügen über keine global systemrelevante Bank (G-SIF), wie es die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) ist. Trotzdem gelingt es Singapur, Schweden und Israel, sich wirtschaftlich erfolgreich zu behaupten. Schweden hat sich zu einem Fintech-Hub entwickelt, mit Unternehmen wie [Klarna](https://www.tippinpoint.ch/tag/klarna/), das inzwischen in New York kotiert ist. Auch die Streaming-Plattform [Spotify](https://www.tippinpoint.ch/tag/spotify/) ist dort entstanden – und behauptet sich bis heute gegen US-Techgiganten. ### Erfolgreich trotz oder wegen Abwesenheit einer Grossbank Diese Firmen konnten gedeihen – trotz oder vielleicht gerade wegen der Abwesenheit einer nationalen Grossbank. Die einzige frühere schwedische G-SIF-Bank, [Nordea](https://www.tippinpoint.ch/tag/nordea/), verlegte ihren Sitz nach Finnland, um unter den Schutzschirm der Europäischen Zentralbank zu gelangen. Geschadet hat dies Schweden offenbar nicht. Auch in Israel ist eine florierende Startup-Szene entstanden, ohne dass das Land eine eigene global systemrelevante Bank beheimatet. Singapur wiederum hat sich zu einem der weltweit wichtigsten Wealth-Management-Hubs entwickelt – ebenfalls ohne eine dominierende Bank mit G-SIF-Status. Das heisst selbstverständlich nicht, dass die Schweiz ohne die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) besser dastünde. Im Gegenteil: Von der Schweiz aus operieren zahlreiche multinationale Konzerne, die auf die Dienstleistungen von Grossbanken angewiesen sind. Umso interessanter ist Ermottis Einschätzung. Denn der Schweiz mangelt es an Innovation und an Startups, denen der internationale Durchbruch gelingt. Zu denken geben muss, dass hierzulande trotz eines bedeutenden Finanzplatzes und exzellenter Hochschulen in Zürich und Lausanne deutlich weniger Startups mit Einhorn-Status entstehen als etwa in Schweden oder Israel. ### Nicolas Syz wird CEO der Syz Bank - sein verfolgt eigene Projekte URL: https://www.tippinpoint.ch/nicolas-syz-wird-ceo-der-syz-bank-sein-verfolgt-eigene-projekte/ Last updated: 2026-07-18T23:03:47.000Z Nicolas Syz wird auf Anfang Februar CEO der Bank Syz. Die Ernennung markiere einen «entscheidenden Moment» in der Entwicklung der Bank, die dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. Nicolas Syz ist der Sohn von Eric [Syz](https://www.tippinpoint.ch/tag/syz/), dem Gründer der Gruppe. Eingeleitet wurde die Nachfolge an der Spitze der Bank bereits im letzten Jahr, als Yvan Gaillard im März 2025 von seinem Posten zurücktrat. Mit der Wahl von Nicolas Syz ist die CEO-Rolle wieder besetzt und die unverwechselbare, familiengeprägte Identität der Bank gewahrt beziehungsweise gestärkt, wie es in einer Mitteilung heisst. Offiziell nicht mehr in der Gruppe aktiv ist dagegen Marc [Syz](https://www.tippinpoint.ch/tag/syz/), der andere Sohn des Gründers. Im November 2025 trat dieser aus dem Unternehmen aus. Er war Chef des Bereichs [Syz Capital](https://www.tippinpoint.ch/tag/syz-capital/). Sein Weggang habe nichts mit der nun erfolgten Ernennung von Nicolas Syz zu tun, sagt ein Sprecher der Gruppe. Die Syz-Gruppe besteht aus den drei Kernbereichen Wealth Management (Bank Syz), Asset Management und Syz Capital. Mit Marc Syz verliess auch Richard Byworth die Gruppe. Inzwischen sind die beiden im Verwaltungsrat der Future Holdings aktiv geworden, einem Bitcoin-Treasury-Unternehmen mit Sitz in Sarnen (OW). Dieses wurde von Julian Liniger (Relai) und Adam Back (Blockstream) gegründet. Im September wurde die Syz Future Capital AG gegründet, die kurz darauf in Future Holdings umbenannt wurde. ### Donald Trumps Grönland-Drohungen wirbeln Devisenmärkte durcheinander URL: https://www.tippinpoint.ch/donald-trumps-groenland-drohungen-wirbeln-devisenmaerkte-durcheinander/ Last updated: 2026-07-18T23:03:47.000Z Europa ist mit 8 Billionen Dollar an US-Aktien und -Anleihen der mit Abstand grösste Kapitalgeber der Vereinigten Staaten. Genau diese enge finanzielle Verflechtung könnte nun zum Risikofaktor werden. Laut Devisenstrategen stellt sich angesichts jüngsten Drohungen die Frage, weshalb europäische Investoren diese Rolle unverändert weiterführen sollten. Eine schrittweise Umschichtung weg vom Dollar wäre die logische Konsequenz – und würde den Euro strukturell stützen. Kurzfristig zeigte sich zwar eine klassische Risikoaversion: Euro und Pfund gerieten zunächst unter Druck, während Yen und Schweizer Franken als sichere Häfen gesucht waren. Doch diese Bewegung hielt nicht lange an. Im früheren Tagesverlauf drehte der Markt, der Dollar gab breit nach, und der Euro erholte sich auf über 1,16 Dollar. Dieses Muster ist nicht neu. Bereits bei früheren Zollankündigungen Trumps reagierten die Devisenmärkte weniger mit Euro-Schwäche als mit wachsendem Misstrauen gegenüber US-Assets. Der Bitcoin hat in der Nacht von Sonntag auf Montag 4,5 Prozent verloren. Gold und Silber kletterten auf neue Höchststände. Auffällig ist auch die Positionierung der Hedgefonds. Kurz vor den neuen Drohungen drehten sie erstmals seit November auf eine Netto-Short-Position im Euro. Das erhöht zwar kurzfristig den Abwärtsdruck, verstärkt aber zugleich das Risiko abrupter Gegenbewegungen, falls sich die politische Eskalation zuspitzt oder Europa geschlossen reagiert. ### Trump: «Es wird erledigt werden!!!» Die Diskussion um mögliche Gegenmassnahmen der EU, inklusive des Anti-Coercion-Instruments, deutet auf eine stärkere politische Kohäsion hin. Ein Schulterschluss würde nicht nur handelspolitisch, sondern hätte auch Folgen auf die Währungen. Derweil legte Trump rhetorisch nochmals nach. Er warf Dänemark erneut vor, nicht genug gegen die Bedrohung von Grönland durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die Nato vor der «russischen Bedrohung», schrieb Trump auf einer Medien-Plattform. «Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!» Was er damit genau meinte, liess er offen. Trump wird am Mittwoch in Davos erwartet. ### SIX-Finanzchef Daniel Schmucki packt die Koffer URL: https://www.tippinpoint.ch/six-finanzchef-daniel-schmucki-packt-die-koffer/ Last updated: 2026-07-18T23:03:48.000Z Nach neun Jahren ist Schluss. Daniel Schmucki verlässt die [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/). Der Finanzchef werde sich neuen beruflichen Herausforderungen ausserhalb von SIX widmen, heisst es in einer Mitteilung. Wann genau Daniel Schmucki den Finanzinfrastrukturdienstsleister verlässt, ist noch nicht klar. Schmucki werde seine Funktion als CFO bis zur Regelung der Nachfolge und zur Sicherstellung eines nahtlosen Übergangs ausüben, heisst es weiter. Der CFO sitzt als SIX-Vertreter im Verwaltungsrat der französischen Worldline und der Madrilener Börse. Vor seinem Wechsel zur [SIX](https://www.tippinpoint.ch/tag/six/) war er viele Jahre bei der Flughafen Zürich AG als Finanzchef tätig. SIX-CEO Bjørn Sibbern sagt zum Rücktritt: «Im Namen des Verwaltungsrats und der Konzernleitung möchte ich Daniel für sein grosses Engagement danken. Mit seiner grossen Fachkompetenz und seinem persönlichen Engagement hat er SIX über viele Jahre geprägt. Seine Zuverlässigkeit und sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein haben wesentlich zur Entwicklung von SIX beigetragen.» Seit Bjørn Sibbern das Zepter übernommen hat, hat er die Konzernleitung fast komplett umgebaut. Auf allen Schlüsselpositionen nahm er Änderungen vor: Der Börsenchef ist neu, ebenso der Head Security Services, der Head Banking Services, der CIO sowie der CRO. Länger dabei sind lediglich die HR-Chefin sowie die Verantwortliche für den Bereich Finanzinformationen. Mit dem Weggang des Finanzchefs ist die Konzernleitung nun von allen Positionen bereinigt, die einen Bezug zum desaströsen Worldline-Investment hatten, das die SIX hunderte Millionen Franken gekostet hat. ### Schweizer Kryptobranche im Finma-Würgegriff URL: https://www.tippinpoint.ch/schweizer-kryptobranche-im-finma-wuergegriff/ Last updated: 2026-07-18T23:03:49.000Z Die hiesige Finanzmarktaufsicht (Finma) mag die Kryptobranche nicht. Dieser Eindruck, der seit längerem besteht, hat sich mit der neuen Finma-Aufsichtsmitteilung 01/2026 vom 12\. Januar 2026 weiter verstärkt. Vor allem scheinen die Regulatoren des Finanzplatzes mit zweierlei Ellen zu messen, wenn es um traditionelle Finanzinstitute auf der einen Seite und junge Kryptodienstleister auf der anderen Seite geht. --- Und in den [**Short Cuts**](#short%5Fcuts) diese Woche: • Bitcoin beweist Wert in Iran • Bitpanda: Kryptobörse will an die Börse --- Die neueste Aufsichtsmitteilung befasst sich in erster Linie mit den Risiken bei der Verwahrung kryptobasierter Vermögenswerte. Sie baut dabei auf der sogenannten Staking-Mitteilung 08 aus dem Jahr 2023 auf und konkretisiert die Anforderungen für Schweizer Finanzinstitute weiter. Die Aufsichtsmitteilung löste damals in der Krypto-Branche Kopfschütteln aus. Die Finma schlug vor, dass nur noch Banken Staking anbieten sollten. Dieser Vorschlag wäre aber auch für Anbieter mit Banklizenz wie Sygnum und [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) sowie deren Kunden verheerend, weil das Staking durch die Hinterlegung mit Eigenkapital nicht mehr rentabel gewesen wäre. Schweizer Kryptodienstleister fürchteten, dass sie diese «Zinsfunktion», bei der Coins für Validierungsvorgänge hinterlegt und dafür entschädigt werden, bald nicht mehr anbieten könnten. ### Export von Schweizer Gesetzen Die neuste Finma-Mitteilung zielt indirekt auf das Staking – auch wenn das nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Viele Institute nutzen für das Staking Drittanbieter – beispielsweise spezialisierte Staking-Provider. Die Mitteilung 01/2026 fordert eine Durchgriffshaftung der Institute. Das heisst, die Verantwortung für die Auswahl und Überwachung der Drittverwahrer bleibt vollständig beim beaufsichtigten Schweizer Institut. Zudem wird eine Äquivalenzprüfung im Ausland verlangt. Wenn Staking-Infrastruktur oder die Verwahrung der Keys im Ausland erfolgt, muss das Institut nachweisen, dass dort ein gleichwertiger Konkurs- und Anlegerschutz besteht. Ist dies nicht gewährleistet, dürfen die Werte unter Umständen nicht als absonderbare Depotwerte (off-balance) geführt werden. Die Finma fordert also Schweizer Gesetze für ausländische Anbieter. Die Finma streicht zudem heraus, dass Staking durch die Sperrung von Werten auf der Blockchain (Lock-up) und die Abhängigkeit von Validator-Nodes spezifische Risiken berge. Dazu gehörten Slashing-Risiken. Deshalb müssten hiesige Kryptoanleger explizit darlegen, wie sie Risiken aus Fehlverhalten von Validatoren (Slashing) managen. Weil die Coins während der Validierung blockiert sind, ergeben sich gemäss Aufsichtsbehörde Liquiditätsrisiken. Die Unfähigkeit, während dieser Periode über Vermögenswerte zu verfügen, müsse deshalb in den Kundenverträgen und Risikoaufklärungen noch deutlicher adressiert werden. ### Höhere Compliance-Hürden Die Mitteilung festigt aber auch die Praxis, dass gestakte Vermögenswerte ausserhalb der Bilanz geführt werden können, was die Eigenmittelanforderungen für Banken massiv senkt. Dies ist aber nur möglich, sofern die Vermögenswerte jederzeit für den Kunden aussonderbar sind sowie das Institut nachweisen kann, dass es die technische Verfügungsgewalt (Private Keys) so kontrolliert, dass im Konkursfall des Instituts oder des Drittverwahrers keine Vermischung mit der Konkursmasse eintritt. Die neueste Aufsichtsmitteilung erhöht die Compliance-Hürden für Banken und Vermögensverwalter. Sie müssen ihre Sorgfaltspflichten (Due Diligence) bei der Wahl ihrer Staking-Partner massiv intensivieren. «Die Finma offenbart mit diesem Schritt, dass sie das Potenzial der Technologie nicht versteht. Ein Kernvorteil der Blockchain besteht darin, dass man nicht mehr von den Banken und dem Finanzsystem abhängig ist», sagt Kryptoexperte Luzius Meisser, Vorstand der Frankencoin Association, Mitgründer des Aktientokenservice Aktionariat und Verwaltungsrat von [Bitcoin Suisse](https://www.tippinpoint.ch/tag/bitcoin-suisse/). Mit der Aufsichtsmitteilung schreibe die Finma aber genau eine solche Abhängigkeit vor. Meisser relativiert aber die Auswirkungen für die eigene Branche: «Die vorliegende Aufsichtsmitteilung enthält nichts Neues für Kryptodienstleister, schränkt aber Vermögensverwalter ein.» Die Finma verlange neu, dass Vermögensverwalter verwaltete Kryptowerte bei Banken oder anderen direkt beaufsichtigten Finanzintermediären aufbewahrt. ### Kann Finma Gesetze erlassen? Die [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank sei noch mit der Analyse der Aufsichtsmeldung beschäftigt, sagt CEO Franz Bergmüller. Die Finma habe ihre bisherige Praxis zur Aufbewahrung von Kryptowerten in der neuesten Mitteilung verschriftlicht und teilweise weiter im Detail ausgeführt. «Nach unserem Verständnis kann es sein, dass einige heute im Markt tätige Anbieter von Verwahrdienstleistungen für Kryptovermögenswerte die Art und Weise der Erbringung ihrer Dienstleistungen anpassen oder die Dienstleistung einstellen müssen», glaubt Bergmüller. Rechtlich bewegt sich die Finma gemäss Meisser mit der Aufsichtsmitteilung auf sehr dünnem Eis. Auf den ersten Blick verlange FINIV Art. 24 zwar genau das, was die Finma sage. Doch das der Verordnung zugrundeliegende Gesetz regle nur im Gesetz abschliessend aufgezählte Kategorien von Finanzinstrumenten, und nicht Kryptowährungen. «Und eine Verordnung kann den Geltungsbereich eines Gesetzes nicht ausdehnen. Dazu wäre eine Gesetzesänderung nötig», hinterfragt Meisser die entsprechende Kompetenz der Finma. ### Weniger Auswahl für Vermögensverwalter Für die betroffenen Vermögensverwalter bedeute diese Mitteilung eine grosse Verunsicherung und ein Verlust von Differenzierungsmerkmalen. Meisser dazu: «Vermögensverwalter differenzieren sich ja oft damit, dass sie ihren Kunden Zugang zu Investments geben, die nicht so einfach erhältlich sind. Mit dieser Einschränkung der Anbieter verengt sich das verfügbare Anlageuniversum für Vermögensverwalter und sie werden ihrer Wahl des geeignetsten und sichersten Kryptodienstleisters eingeschränkt». Die [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank erfüllt gemäss CEO Bergmüller mit ihren sehr sicheren Aufbewahrungslösungen bereits heute die Anforderungen in der Finma-Aufsichtsmitteilung und müsse ihr Geschäftsmodell nicht anpassen. «Es kann sein, dass andere Anbieter, welche zum Beispiel selbst nicht prudentiell beaufsichtigt sind, über keine hinreichend sichere technische Infrastruktur verfügen oder mit ausländischen Verwahrdienstleistern zusammenarbeiten, welche diese und andere relevante Anforderungen, etwa konkurssichere Aufbewahrung, nicht erfüllen, nun ihr Geschäftsmodell anpassen müssen», fügt er an. ### Beschleunigung der Krypto-Abwanderung Franz Bergmüller hat nicht den Eindruck, dass die Finma gegen die Fintech-/Krypto-Branche strikter vorgeht als gegen die traditionelle Finanzbranche: «Die Finma beaufsichtigt die junge Branche und die neue Technologie genau. Unsere Bitte bleibt weiterhin, den etablierten Unternehmen wie der [Amina](https://www.tippinpoint.ch/tag/amina/) Bank vorab Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben». Die Aufarbeitung der CS-Pleite hat gezeigt, dass die Finma etwa bei der Beaufsichtigung der ausländischen Partner der Grossbank deutlich weniger rigoros war. Unklar bleibt die Motivation, weshalb die Finma der Kryptobranche Steine in den Weg legt. Etwa auch, wenn sie verfügt, dass in der Schweiz nur Gesellschaften Stablecoins ausgeben, die alle Nutzer der Coins stets identifizieren können. Oder wenn sie die Fintech-Lizenz praktisch wertlos macht. Es kann also nicht überraschen, dass die hiesige Branche ihre Tätigkeit vermehrt in kryptofreundliche Destinationen verlagert – vor allem nach Dubai oder Abu Dhabi. Das Crypto Valley als wichtiger Stützpunkt der globalen Blockchainindustrie verliert zusehends an Gewicht. --- ### Short cuts: News aus der digitalen Welt ## Bitcoin beweist Wert in Iran Im Iran erhebt sich das Volk gegen die Herrschaft der Mullahs. Die wirtschaftliche Lage im Land ist schon lange angespannt. Es gibt Stimmen, die sagen, dass ein Bankensturm das Zünglein an der Waage gewesen sei, das den Aufstand ausgelöst habe. Die Fiat-Währung im ehemaligen Persien ist kollabiert. Innerhalb eines Monates ist der Rial um über 95 Prozent eingebrochen. Das bedeutet horrende Kaufkraftverluste. [Kursentwicklung Bitcoin in Rial. (Quelle: xe.com)](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname%5F260116%5F060144.jpg?ref=tippinpoint.ch) Die Bewohner suchen verzweifelt einen sicheren Hafen und viele wenden sich dem Bitcoin zu. Dieser hat den Wert gegenüber dem Rial um ein Vielfaches von dessen Wertverlust gegenüber anderen Fiat-Währungen gesteigert. Für die Leute ist es nicht Spekulation oder Investition – es ist eine Überlebensstrategie, es geht darum, das eigene Vermögen der politischen Kontrolle und Entscheiden des verhassten Regimes zu entziehen. ### Bitpanda: Kryptobörse will an die Börse ![Schweizer Kryptobranche im Finma-Würgegriff](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260116_060137.jpg) Die Kryptohandelsplattform Bitpanda bereitet einen Börsengang in Frankfurt vor, der im ersten Halbjahr 2026 stattfinden soll, berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg mit Bezug auf Firmeninsider. Das in Wien ansässige Unternehmen könnte beim IPO eine Bewertung von vier bis fünf Milliarden Euro anstreben, heisst es in der Meldung. Als Konsortialbanken seien Goldman Sachs, Citigroup und Deutsche Bank berufen worden. Im Gegensatz zu den amerikanischen taten sich europäische Aktienbörsen bislang schwer, grosse mit Risikokapital finanzierte Unternehmen aus Wachstumsbranchen wie dem Kryptosektor an die Börse zu bringen. Bitpanda-Mitgründer Eric Demuth hatte im vergangenen Jahr erklärt, das Unternehmen habe auch einen Börsengang in New York geprüft. Das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen wurden bei der letzten Kapitalaufnahme im Jahr 2021 mit 4,1 Milliarden Dollar bewertet und hat nach eigenen Angaben sieben Millionen Nutzer. ### Revolut-Chairman Martin Gilbert ist in die Schweiz gezogen URL: https://www.tippinpoint.ch/revolut-chairman-martin-gilbert-ist-in-die-schweiz-gezogen/ Last updated: 2026-07-18T23:03:49.000Z Martin Gilbert ist seit 2019 Verwaltungsratspräsident des britischen Fintechs [Revolut](https://www.tippinpoint.ch/tag/revolut/). Bekannt wurde der Brite vor allem als Gründer und langjähriger CEO von [Aberdeen](https://www.tippinpoint.ch/tag/aberdeen/), dem schottischen Finanzunternehmen und Asset Manager. Nun hat er seine Fühler in die Schweiz ausgestreckt: Seit Oktober sitzt er im Verwaltungsrat der Revolut Switzerland Payment AG, wie dem Handelsregister zu entnehmen ist. Ende November kam es zu einem weiteren Eintrag. Revolut gründete in der Schweiz die Revolut Swiss NewCo AG – mit Gilbert als Verwaltungsratspräsident. Interessant ist: Zwischen Oktober und Dezember kam es zu einer bemerkenswerten Änderung. Noch im Oktober wird London als Gilberts Domizil genannt – im Handelsregistereintrag vom Dezember heisst es nun: Unterägeri, Zug. ### Nikolay Storonsky ging nach Dubai Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, soll Gilbert seine Steuern weiterhin im Vereinigten Königreich bezahlen und keine Pläne haben, seinen Steuersitz in die voralpine Schweizer Steueroase zu verlegen. Das erscheint allerdings wenig plausibel – zumal vor Monaten ein eigentlicher Exodus von Millionären aus Grossbritannien eingesetzt hat. Revolut-Mitgründer Nikolay Storonsky etwa verlegte seinen Steuersitz unlängst nach Dubai. Auch der Zweck von Revoluts Schweizer NewCo scheint keine Wohnsitznahme in der Schweiz zu erfordern. Im Handelsregister heisst es: «Der Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung von gruppeninternen Unterstützungstätigkeiten, die nicht den Lizenz-, Genehmigungs-, Registrierungs- oder anderen Freigabeanforderungen gemäss schweizerischem Finanzmarktrecht unterliegen.» Das britische Fintech besitzt inzwischen drei Gesellschaften in der Schweiz: die [Revolut](https://www.tippinpoint.ch/tag/revolut/) Swiss NewCo AG, die Revolut Switzerland Payment AG sowie die Revolut (Switzerland) AG, über welche die eigentlichen Geschäfte laufen. ### Swissquote erzielt Yuh-Sondereffekt von 50 Millionen Franken URL: https://www.tippinpoint.ch/swissquote-erzielt-yuh-sondereffekt-von-50-millionen-franken/ Last updated: 2026-07-18T23:03:50.000Z Die Onlinebank [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) hat vorläufige Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Der Nettoertrag dürfte sich auf mindestens 720 Millionen Franken belaufen. Der Vorsteuergewinn wird voraussichtlich bei knapp 420 Millionen Franken liegen. Die Kundenvermögen erreichten per Ende 2025 knapp 89 Milliarden Franken. Gleichzeitig verzeichnete die Onlinebank einen Netto-Neugeldzufluss von 8.5 Milliarden Franken. Wie die Bank in einer Mitteilung schreibt, wurden die Ergebnisse durch ein anhaltendes Kundenwachstum sowie resiliente Erträge getragen. Zusätzlich verbucht [Swissquote](https://www.tippinpoint.ch/tag/swissquote/) einen positiven Sondereffekt von 50 Millionen Franken. Der Einmaleffekt resultiert aus der Neubewertung der ursprünglichen 50-Prozent-Beteiligung an Yuh, nachdem Swissquote die verbleibenden Anteile übernommen hat. Der vollständige Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2025 wird am 19\. März 2026 publiziert. ### Die Finanzkontrolle nimmt KI-Projekte der Finma unter die Lupe URL: https://www.tippinpoint.ch/die-finanzkontrolle-nimmt-ki-projekte-der-finma-unter-die-lupe/ Last updated: 2026-07-18T23:03:50.000Z Die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) ist zugleich ein Koloss und ein Exot innerhalb der Berner Bundesverwaltung. Sie beschäftigt knapp 700 Mitarbeitende und verfügt über ein Budget von 154 Millionen Franken. In den vergangenen Monaten hat die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Aufsichtstätigkeit der Finma genauer geprüft. Die Untersuchung zeigt, dass der Finanzregulator seit 2018 über sein sogenanntes «Data Innovation Lab» insgesamt 28 KI-Projekte entwickelt hat. Wie die EFK in einem [kürzlich veröffentlichten Bericht](https://www.efk.admin.ch/prufung/einsatz-kunstlicher-intelligenz-in-der-aufsichtstatigkeit/?ref=tippinpoint.ch) festhält, sind diese Projekte jedoch nicht in einen institutionalisierten Rahmen eingebettet, der die Zuverlässigkeit der Systeme sicherstellt. Die bereits eingesetzten Anwendungen werden nicht systematisch anhand von Kriterien wie Transparenz, Nichtdiskriminierung oder Zuverlässigkeit bewertet. «Im Ergebnis befindet sich die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) in einer initialen Phase des methodischen und organisatorischen KI-Kompetenzaufbaus», heisst es im Bericht wörtlich. Die EFK ortet konkreten Handlungsbedarf insbesondere bei der Wirkungskontrolle und der Evaluation der Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen. «Darüber hinaus ergab die Prüfung, dass aktuell noch keine strukturierten Verfahren für eine systematische Bewertung der Wirkung und Wirtschaftlichkeit eingesetzter KI-Systeme implementiert sind. Schliesslich zeigte sich, dass die Finma ihre Expertise in den Themenschwerpunkten Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz derzeit nur punktuell in bestehende Wissens- und Austauschformate der Bundesverwaltung einbringt.» ### Pressespiegel und Risikoprognose Doch wofür setzt die [Finma](https://www.tippinpoint.ch/tag/finma/) ihre KI-Systeme konkret ein? Die Anwendungen dienen laut Bericht vor allem der Analyse von Presseartikeln, der Datenaufbereitung oder der Visualisierung von Informationen – also unterstützenden Funktionen, nicht der direkten Aufsicht. So erstellt ein KI-System etwa einen täglichen Pressespiegel, um potenziell aufsichtsrelevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Ein anderes System wird zur Schätzung risikogewichteter Vermögenswerte bei Kleinbanken eingesetzt. Die Finma will nachbessern. Laut Bericht plant die Behörde, bis Ende 2026 einen verbindlichen Bewertungsrahmen für KI-Systeme zu entwickeln. Zudem soll bis dahin ein periodischer Review-Prozess eingeführt werden. Auch den fachlichen Austausch innerhalb der Bundesverwaltung will die Finma künftig stärker nutzen. ### Temenos rappelt sich wieder auf - mehr Umsatz und Gewinn URL: https://www.tippinpoint.ch/temenos-rappelt-sich-wieder-auf-mehr-umsatz-und-gewinn/ Last updated: 2026-07-18T23:03:51.000Z Im Schlussquartal belief sich der Umsatz gemäss vorläufigen Zahlen auf 314,6 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Zahlen sind um das Geschäft mit Fondsadministrationssoftware bereinigt, von dem sich [Temenos](https://www.tippinpoint.ch/tag/temenos/) im zweiten Quartal 2025 getrennt hatte. Der bereinigte Betriebsgewinn legte im gleichen Zeitraum um 14 Prozent auf 106,3 Millionen Dollar zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 33,8 Prozent nach 32,9 Prozent im Vorjahr. Die Lizenzeinnahmen aus dem Softwaregeschäft stiegen um 7 Prozent auf 151,7 Millionen Dollar. Temenos spricht von einem «stabilen» Marktumfeld. Besser entwickelten sich die Einnahmen aus dem Softwareunterhalt, die um 17 Prozent auf 131,3 Millionen Dollar zulegten. Für das Gesamtjahr weist die Gruppe einen Umsatz von 1,07 Milliarden Dollar aus (plus 11 Prozent). Der Betriebsgewinn verbesserte sich pro forma um 22 Prozent auf 371,9 Millionen Dollar. [Temenos](https://www.tippinpoint.ch/tag/temenos/) wachse über dem Markt, sagt Takis Spiliopoulos, der [Anfang Dezember CEO des Unternehmens ](https://www.tippinpoint.ch/artikel/78457/temenos%5Fmacht%5Fex-vontobel-mann%5Fzum%5Fdefinitiven%5Fceo%5F.html)wurde. Die definitiven Zahlen legt Temenos am 24\. Februar vor. ### Wechselt Sergio Ermotti schon 2027 in den UBS-Verwaltungsrat? URL: https://www.tippinpoint.ch/wechselt-sergio-ermotti-schon-2027-in-den-ubs-verwaltungsrat/ Last updated: 2026-07-18T23:03:51.000Z Sergio Ermotti soll im April 2027 von seinem Posten als CEO der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) zurücktreten. Das meldete die Financial Times am Dienstag. Inzwischen wird diese Information in den Grundzügen von mehreren Quellen bestätigt. Ebenfalls ausgemacht scheint, dass Ermotti danach in den Verwaltungsrat der Grossbank nachrücken könnte. Der genaue Zeitpunkt dieses Wechsels ist allerdings noch offen. Sollte Ermotti tatsächlich im April 2027 zurücktreten, wäre eine Wahl in den Verwaltungsrat kaum direkt anschliessend möglich. Nach einem formellen Cooling-off von einem Jahr könnte er sich ein Jahr später zur Wahl stellen. Bankintern wird jedoch auch eine andere Variante diskutiert: Demnach könnte Ermotti bereits im Herbst 2027 im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung nach nur rund sechs Monaten Abkühlzeit in den Verwaltungsrat gewählt werden. Es gibt allerdings noch eine dritte, deutlich schnellere Option. Dabei würde Ermotti bereits im Herbst 2026 als CEO zurücktreten und schon an der ordentlichen Generalversammlung im April 2027 in das oberste Leitungsgremium gewählt. Das wäre die überraschendste und zugleich schnellste Lösung – ausgeschlossen ist sie jedoch nicht. ### Markus Ronner im Shorttrack-Cooling-Off Die UBS hat mit solchen Schnellwechseln Erfahrung. Ende Oktober 2025 kündigte die Bank die Nominierung von Markus Ronner als Vizepräsident des Verwaltungsrats an. Ronner war über viele Jahre Mitglied der Konzernleitung und seit 2018 Chief Compliance and Governance Officer der Bank. Was bisher kaum jemandem auffiel: Ronner hat seine seine operativen Funktionen Ende Jahr abgegeben. Offiziell kommuniziert wurde das nicht. Sein Eintrag auf der Webseite der Konzernleitung wurde gelöscht. Ronner befindet sich somit formell der Cooling-off-Periode, um an der nächsten ordentlichen Generalversammlung im April als Vizepräsident in den Verwaltungsrat gewählt zu werden. Mit dem Austritt aus der Geschäftsleitung und der mehrmonatigen Pause soll Ronner formell Distanz zu seiner langjährigen operativen Rolle gewinnen. Ein Cooling-off von wenigen Monaten wirkt allerdings eher wie ein Feigenblatt, um zumindest vordergründig den ungeschriebenen Governance-Erwartungen zu entsprechen. Ronner arbeitet seit seiner Lehrzeit bei der [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/). ### Rechtlich unproblematisch Rechtlich ist das Vorgehen unproblematisch. Gesetzlich gibt es in der Schweiz keine zwingenden Abkühlregeln für Manager, die in den Verwaltungsrat wechseln. Die Finma und die Corporate-Governance-Praxis verlangen lediglich eine funktionale Trennung zwischen operativer Führung und Aufsicht, setzen aber keine fixen zeitlichen Sperrfristen durch. Ermotti hat stets betont, dass er CEO bleiben will, bis die Integration der Credit Suisse abgeschlossen ist. Dieser Punkt ist erreicht, sobald die Kernbankensysteme der Credit Suisse in der Schweiz abgeschaltet werden können – was voraussichtlich noch in diesem Jahr geschieht. Zudem kommt die [UBS](https://www.tippinpoint.ch/tag/ubs/) beim Abbau der Legacy-Positionen schneller voran als ursprünglich erwartet. ### Mirjam Staub-Bisang wird Verwaltungsratspräsidentin von SIFEM URL: https://www.tippinpoint.ch/mirjam-staub-bisang-wird-verwaltungsratspraesidentin-von-sifem/ Last updated: 2026-07-18T23:03:51.000Z Mirjam Staub-Bisang wird neue Verwaltungsratspräsidentin der Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft SIFEM des Bundes. Das hat der Bundesrat an seiner Sitzung beschlossen. Staub-Bisang verfüge über langjährige Erfahrung in der strategischen Führung sowie im nachhaltigen Investieren, schreibt das federführende Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung in einer Mitteilung. Staub-Bisang war von 2018 bis August 2024 Länderchefin von [Blackrock](https://www.tippinpoint.ch/tag/blackrock/) Schweiz. In ihrer Rolle war sie auch Aushängeschild im Bereich ESG. Dann kam es zu einem Wechsel: Der frühere Bitcoin-Suisse-Chef Dirk Klee übernahm überraschend den Posten von Staub-Bisang. Die Managerin wurde Senior Advisor und zog sich in den Verwaltungsrat der Ländergesellschaft des US-Geldverwalters zurück. Staub-Bisang ist unter anderem Vorstandsmitglied von Swiss Sustainable Finance sowie der Swiss Asset Management Association. Jörg Frieden stand der SIFEM seit 2018 als Verwaltungsratspräsident vor. Dem Verwaltungsrat gehören unter anderem Angela de Wolff und Dominique Biedermann an, der als Direktor von Ethos bekannt wurde. Die SIFEM (Swiss Investment Fund for Emerging Markets) ist die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes. Sie verfügt über aktive Verpflichtungen im Umfang von rund 1 Milliarde US-Dollar. Das Investitionsportfolio beläuft sich auf 485 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2022 gewann die Zürcher Impact-Boutique [ResponsAbility](https://www.tippinpoint.ch/tag/responsability/) das lukrative Mandat für das Portfoliomanagement. Der Entscheid führte zu einer [juristischen Auseinandersetzung mit der Berner Obviam](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76031/ausschreibung%5Ffuer%5Fentwicklungshilfe-mandat%5Flandet%5Fvor%5Fgericht%5F.html), die das Mandat zuvor ausgeführt hatte. Auch BlueOrchard rekurrierte gegen die Vergabe an [Responsability](https://www.tippinpoint.ch/tag/responsability/). Der Entscheid wurde jedoch nicht umgestossen. Inzwischen gehört die Zürcher Impact-Pionierin dem britischen Asset Manager M&G. ### Knall bei Julius Bär: COO Nic Dreckmann verlässt nach über 20 Jahren die Bank URL: https://www.tippinpoint.ch/knall-bei-julius-baer-coo-nic-dreckmann-verlaesst-nach-ueber-20-jahren-die-bank/ Last updated: 2026-07-18T23:03:52.000Z Seit einem Jahr ist Stefan Bollinger CEO von [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/). Personell hat er bereits mehrere Weichenstellungen vorgenommen. Nun kommt es erneut zu einem wichtigen Wechsel, der die Bank verändern wird: Nic Dreckmann wird seine Ämter als COO und stellvertretender CEO von Julius Bär per 13\. April 2026 im gegenseitigen Einvernehmen abgeben, wie es heisst. Das teilte die Bank am Mittwoch mit. Nach einer Übergabe wird Dreckmann die Bank im Sommer 2026 verlassen, um sich neuen Aufgaben ausserhalb der Gruppe zu widmen. ![Knall bei Julius Bär: COO Nic Dreckmann verlässt nach über 20 Jahren die Bank](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/noname_260114_080155.jpg) Seine Nachfolge als COO übernimmt Jean Nabaa, der sein Amt im April antritt. Nabaa wechselt von der HSBC zu [Julius Bär](https://www.tippinpoint.ch/tag/julius-baer/). Bei der britischen Grossbank war er zuletzt als COO International Wealth and Premier Banking sowie als COO Global Private Banking tätig. Er ist Schweizer Staatsbürger und hat einen McKinsey-Hintergrund. Nic Dreckmann arbeitet seit über 20 Jahren für die Zürcher Privatbank. Im Februar 2024 hatte er nach dem Rücktritt von Philipp Rickenbacher [interimistisch die Leitung der Bank als CEO übernommen](https://www.tippinpoint.ch/artikel/77270/julius%5Fbaer%5Finterimschef%5Fnic%5Fdreckmann%5Fwill%5Fbeim%5Fneugeld%5Faufs%5Fgaspedal%5Ftreten%5F%5F.html). Rickenbacher war im Zusammenhang mit hohen Abschreibungen mit Benko-Krediten zurückgetreten. Nach der Übernahme des CEO-Amts durch Bollinger rückte Dreckmann wieder in die zweite Führungsebene. Dreckmann verfügte über breiten Rückhalt in der Belegschaft. ![Knall bei Julius Bär: COO Nic Dreckmann verlässt nach über 20 Jahren die Bank](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/07/Cindy_Leggett-Flynn_260114_080129.jpg) Zudem hat Bollinger die Rolle Group Communications neu besetzt. Nach dem Rücktritt von Larissa Alghisi per Ende Jahr übernimmt Cindy Leggett-Flynn diese Funktion. Sie stösst im laufenden Monat zur Bank und wird direkt an CEO Stefan Bollinger berichten. Die [US-Amerikanerin kam Mitte Januar 2023](https://www.tippinpoint.ch/artikel/76299/cindy%5Fleggett-flynn%5Fmuss%5Fdie%5Fcs-kommunikation%5Fwieder%5Faufpolieren%5F.html) zu Credit Suisse – nur zwei Monate bevor diese zusammenbrach. Sie übernahm damals die Kommunikationsleitung von Rob Cox, der heute als freischaffender Spin Doctor für die UBS tätig ist. _Includes the latest 500 public posts. Use `/sitemap.xml` for the complete archive of public content._