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# Karin Keller-Sutter lässt nicht locker
- URL: https://www.tippinpoint.ch/karin-keller-sutter-lasst-nicht-locker/
- Published: 2026-09-02T04:28:00.000Z
- Updated: 2026-09-02T07:34:17.000Z
- Description: Die Finanzministerin kritisiert den Entscheid der Ständeratskommission mit scharfen Worten und schiebt ein «Faktenblatt» nach.
- Author: Beat Schmid
- Tags: Financials, UBS

Am Tag nach dem Entscheid der Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) zur Lex UBS legt Bundesrätin Karin Keller-Sutter nach. An einem Anlass in Basel kommentierte sie die Kompromisslösung der Ständeräte scharf: «So viel kann ich sagen: Es haben sich nicht die Interessen der Steuerzahlenden durchgesetzt», sagte sie einem angereisten Journalisten von CH Media.

Das Finanzdepartement publizierte ausserdem ein [«Faktenblatt»](https://www.efd.admin.ch/de/newnsb/g-DMuj6xb9CI?ref=tippinpoint.ch), in dem es den Entscheid der WAK-S dem Vorschlag des Bundesrats gegenüberstellt. Die «leichte» Erhöhung der Unterlegung von ausländischen Beteiligungen mit hartem Kernkapital von heute 45% auf 50% adressiere die Risiken für die Kundengelder und Gläubiger der Stammhäuser von systemrelevanten Banken und letztlich auch für die Schweizer Steuerzahlenden «ungenügend», heisst es darin.

Statt ausschliesslich auf hartes Eigenkapital setzen die Ständeräte auf AT1-Anleihen. Das Problem an diesen Anleihen sei, dass sie auch in der angepassten Form kaum oder nur sehr spät Verluste absorbieren könnten. Die Wirksamkeit der AT1-Anleihen bleibe damit begrenzt und unsicher. Der automatische Stopp von Couponzahlungen sei sinnvoll, komme aber spät in der Krise und bringe kurzfristig wenig Entlastung.

Keine andere vergleichbare Bank weltweit könne auch nur annähernd so viele AT1-Anleihen anrechnen, hält das EFD fest. Mit dem Vorschlag der WAK-S werde die Handlungsfähigkeit in einer Stabilisierungsphase nur marginal verbessert. Eine in der Krise der Credit Suisse erkannte Lücke werde damit nicht konsequent angegangen.

### 10 Milliarden «negative Kapitallücke»

Mit dem Vorschlag der WAK-S bestehe für die UBS kein Aufbaubedarf an hartem Kernkapital. Die UBS würde die von der WAK-S vorgeschlagenen Anforderungen im Stammhaus sogar um rund 10 Milliarden US-Dollar übertreffen. Das EFD beschreibt dies als «negative Kapitallücke».

Am Anlass in Basel nahm Keller-Sutter auch zu ihrer Kritik am Lobbying der UBS Stellung: «Ich habe nur beschrieben, was ich wahrnehme. Es gibt Parlamentarier, die zu mir gekommen sind und mir davon erzählt haben. Gestandene Parlamentarier haben gesagt, dass sie sich teilweise unwohl oder bedrängt gefühlt hätten», sagte sie.

Auch die UBS äusserte sich zum WAK-S-Entscheid. «Wir würdigen die Bemühungen der Kommission, Alternativen zu den extremen Vorschlägen des Bundesrats zu prüfen», heisst es in einem LinkedIn-Post von UBS-Chef Sergio Ermotti. In einer separaten Stellungnahme teilte die Bank mit, die Kommission habe «wichtige Fakten» und «Zusammenhänge» berücksichtigt, um seine Empfehlungen zu begründen.

Nach Schätzung der Grossbank müsste die UBS AG zusätzlich rund 13 Milliarden US-Dollar an Tier-1-Kapital halten, das mit AT1-Kapital gedeckt werden könnte. Hinzu kämen rund 2 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1-Kapital aufgrund der vom Bundesrat Anfang Jahr angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe. Darüber hinaus müsse die UBS infolge der Übernahme der Credit Suisse unter den bestehenden Vorschriften wie bereits kommuniziert rund 15 Milliarden US-Dollar zusätzliches CET1-Kapital halten.

![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/09/Chart-9_2_2026-1_54_09-AM.png)

UBS-Aktie tauchte am Montagmorgen und erholte sich im Verlauf des Tages wieder. 

Die UBS-Aktie reagierte gestern eher negativ auf den Entscheid der WAK-S. Die Papiere schlossen leicht im Minus. Die Verwässerung des Bundesrats dürfte bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein.