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# Julius Bär startet 600-Millionen-Rückkauf-Programm
- URL: https://www.tippinpoint.ch/julius-bar-startet-600-millionen-ruckkauf-programm/
- Published: 2026-10-02T05:31:01.000Z
- Updated: 2026-10-02T06:08:57.000Z
- Description: Nach Abschluss des Finma-Verfahrens lanciert die Privatbank ein Aktienrückkaufprogramm und passt gleichzeitig ihre Ausschüttungspolitik an.
- Author: Beat Schmid
- Tags: Julius Bär, Finma, Financials

Am Dienstag kam die Rüge aus Bern – am Freitag legt Julius Bär ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 600 Millionen Franken auf. Es soll in den kommenden Wochen starten und innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, teilt die Privatbank mit. Das Volumen ist etwa so hoch wie die Abschreiber, die Bär im Zusammenhang mit Krediten an René Benko vornehmen musste.

Gleichzeitig überarbeitet Julius Bär seine Kapitalausschüttungspolitik. Die Bank will weiterhin zwischen 40 und 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren IFRS-Konzerngewinns als Dividende ausschütten. Angestrebt wird zudem eine progressive Dividende je Aktie, sofern «keine aussergewöhnlichen Ereignisse» eintreten.

Als Ziel für die CET1-Kapitalquote nennt Julius Bär weiterhin 15 Prozent. Kapital, das darüber hinaus nicht für das Geschäft benötigt wird, soll grundsätzlich an die Aktionäre zurückfliessen.

### «Ausgewogener Ansatz» 

JB-Präsident Noel Quinn nimmt in seiner Stellungnahme Bezug auf das abgeschlossene Enforcement-Verfahren der Finma: «Der Verwaltungsrat ist erfreut über die Fortschritte, die Stefan Bollinger und das Führungsteam bei der Bewältigung von Altlasten erzielt haben, sowie über den offenen und transparenten Dialog, der während des gesamten Prozesses mit der Aufsichtsbehörde gepflegt wurde.» Es sei wichtig, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.

Quinn spricht von einem «ausgewogenen Ansatz» bei der Kapitalausschüttung. «Überschüssiges Kapital wird an die Aktionäre zurückgeführt, während die notwendige finanzielle Stärke und Flexibilität zur Umsetzung unserer bestätigten Finanzziele für den aktuellen Zyklus 2026–2028 gewahrt bleiben.»

Am Dienstag rügte die Finanzmarktaufsicht die Privatbank im Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung zu René Benko und zwei russischen PEPs scharf. Die Finma verhängte gleichzeitig eine Reihe von Massnahmen, darunter zusätzliches Eigenkapital von 250 Millionen Franken sowie die Bedingung, Dividendenausschüttungen genehmigen zu lassen.

Die JB-Aktie machte nach der Finma-Ankündigung einen Sprung nach oben. Im Verlauf der Woche büsste die Aktie allerdings wieder stark ein.