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# Hotspot St. Moritz: UBS entlässt Kundenberaterin wegen Dollar-Derivaten
- URL: https://www.tippinpoint.ch/hotspot-st-moritz-ubs-entlasst-kundenberaterin-wegen-dollar-derivaten/
- Published: 2026-09-30T04:59:27.000Z
- Updated: 2026-09-30T04:59:27.000Z
- Description: Die Grossbank hat eine Kundenberaterin aus «disziplinarischen» Gründen fristlos entlassen. Damit steigt die Zahl der betroffenen Banker im FX-Debakel auf acht Personen.
- Author: Beat Schmid
- Tags: UBS, Dollar-Derivate, Financials, #pos1

Die UBS hat sich von einer weiteren Kundenberaterin getrennt. Wie Tippinpoint erfahren hat, handelt es sich um eine Kundenberaterin aus dem Private-Banking-Team in St. Moritz. Die Kündigung erfolgte vergangene Woche. Wie bei früheren Trennungen von Mitarbeitern auf unteren Stufen wurden der Beraterin sämtliche Leistungen wie Bonuszahlungen per sofort gestrichen. Eine UBS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Entlassung kommt überraschend, da es in den letzten Monaten keine Kündigungen im Zusammenhang mit Dollar-Derivaten mehr gab. Die meisten Entlassungen fanden Anfang Jahr statt. Damals stellte die UBS sechs Frontmitarbeiter sowie einen Kadermann auf die Strasse.

Hintergrund sind die hohen Verluste, die Kunden mit sogenannten Range Target Profit Forwards (RTPFs) erlitten. Dabei handelt es sich um hochkomplexe Derivate, die auf einem Währungspaar oder dem Edelmetall Gold basierten. Die Produkte aus dem Investmentbanking der UBS wurden im grossen Stil in den Schweizer Wealth-Management-Kanal gepusht.

Zum grossen Unfall kam es Anfang April 2025, als Donald Trump seine Zollankündigungen im Garten des Weissen Hauses machte und damit die Devisenmärkte in Aufruhr versetzte. Massenhaft rutschten die Range-Produkte der UBS aus den Bandbreiten. Zahlreiche Kunden mussten zusätzliches Geld einschiessen – oftmals in einer Höhe, die den ursprünglichen Kapitaleinsatz um ein Mehrfaches überstieg. 

### Weekly Sales Calls 

In den sogenannten Weekly Sales Calls wurden die Kundenberater auf den Verkauf der Produkte eingeschworen. Diese Veranstaltungen liefen unter dem [Motto «Play the Range» ](https://www.tippinpoint.ch/dollar-derivate-skandal-geschasste-berater-bereiten-klagen-gegen-die-ubs-vor/)und wurden von dem Schweiz-Chef des Wealth Management, August Hatecke, und anderen Kaderleuten organisiert. Quartalsweise wurden die Teams mit den besten Verkaufszahlen ausgezeichnet. 

Eine Region, die die Produkte besonders erfolgreich verkaufen konnte, war die Ostschweiz. Zu diesem Marktgebiet gehört auch die Region St. Moritz, die [intern als Hotspot des Derivate-Verkaufs ](https://www.tippinpoint.ch/st-moritz-ist-der-hotspot-im-derivate-debakel-der-ubs/)bezeichnet wurde. Der Verkauf kam ab [2024 so richtig in Schwung](https://www.tippinpoint.ch/das-umstrittene-derivate-business-der-ubs-kam-erst-2024-so-richtig-in-schwung/). 

Mit der nun Entlassenen sind bereits zwei Banker aus St. Moritz, die gehen mussten. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sowohl der Desk Head als auch der Region Head [weiterhin bei der Bank tätig sind oder sogar befördert wurden](https://www.tippinpoint.ch/ubs-entliess-subalterne-der-chef-der-hotspot-region-ostschweiz-wurde-befordert/). Es sind somit vor allem Angestellte auf unteren Stufen, die die Konsequenzen zu tragen haben. Bis auf eine Ausnahme sind sämtliche hohen Kaderleute weiterhin in ungekündigter Stellung bei der UBS tätig.

Wie[ Tippinpoint Ende Juli schrieb](https://www.tippinpoint.ch/dollar-derivate-skandal-geschasste-berater-bereiten-klagen-gegen-die-ubs-vor/), wehren sich mehrere UBS-Kundenberater gegen ihre Entlassung. Mit Anwälten bereiten sie Klagen gegen die Grossbank vor. Aus Sicht der Kundenberater erfolgten die Kündigungen missbräuchlich. Seit über einem Jahr untersucht auch die Finma die Vorgänge in der Bank. Der Bericht soll gemäss Quellen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

### Finma-Untersuchung bald fertig?

Auch die UBS scheint weiterhin zu untersuchen, was schiefgelaufen ist, wie die jüngste Entlassung zeigt. Vier Monate nach dem Knall sagte CEO Sergio Ermotti im Sommer 2025, eine interne Untersuchung habe ergeben, dass rund 3000 Kundinnen und Kunden in der Schweiz diese Produkte in den vorangegangenen 12 bis 18 Monaten gehalten hatten. 

Bei weniger als 200 davon sei es zu Situationen gekommen, in denen sich Kundenberater nicht an die Regeln gehalten hätten. Verantwortlich sei eine Handvoll Personen an wenigen Standorten. Diese müssten mit Konsequenzen rechnen.

Mit vielen betroffenen Kunden hat die UBS inzwischen Entschädigungsvereinbarungen getroffen. Diese fallen zum Teil [höchst unterschiedlich aus](https://www.tippinpoint.ch/dollar-derivate-ubs-leistet-entschadigungen-von-null-bis-90-prozent/).