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# Ehemaliger BLKB-Präsident übernimmt die Verantwortung für das Radicant-Debakel
- URL: https://www.tippinpoint.ch/ehemaliger-blkb-prasident-ubernimmt-die-verantwortung-fur-das-radicant-debakel/
- Published: 2026-09-14T05:40:00.000Z
- Updated: 2026-09-14T06:06:39.000Z
- Description: Thomas Schneider, der frühere BLKB-Bankratspräsident, erhebt schwere Vorwürfe gegen die parlamentarische Untersuchungskommission: Sie sei voreingenommen und verweigere Betroffenen grundlegende Rechte.
- Author: Redaktion
- Tags: Financials, Radicant, BLKB

Der ehemalige Bankratspräsident der [Basellandschaftlichen Kantonalbank](https://www.tippinpoint.ch/tag/blkb/) (BLKB), Thomas Schneider, geht in die Offensive. Im Zusammenhang mit dem Debakel um die Digitalbank [Radicant](https://www.tippinpoint.ch/tag/radicant/) übernimmt er die unternehmerische Verantwortung für die Entscheide des Bankrats. Gleichzeitig übt er in einem Interview mit der «Basler Zeitung» ([Abo](https://www.bazonline.ch/ex-blkb-praesident-puk-grenzt-an-kabinettjustiz-389313322021?ref=tippinpoint.ch)) scharfe Kritik an der parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK).

«Ich übernehme die unternehmerische Verantwortung für die Entscheide, die wir getroffen haben, dazu stehe ich», sagt Schneider. Auch die Öffentlichkeit habe ein Recht auf Transparenz. Deshalb habe er freiwillig an der laufenden Untersuchung der Finanzmarktaufsicht Finma mitgewirkt.

Bei der PUK sieht Schneider dagegen grundlegende Probleme. Während die Finma die Vorgänge ergebnisoffen untersuche, gehe die parlamentarische Kommission in ihrem Auftrag bereits von einem Fehlverhalten aus, bevor dieses überhaupt festgestellt worden sei. «Das ist Voreingenommenheit», sagt Schneider.

### Vorwurf der «Kabinettjustiz»

Besonders scharf kritisiert er, dass ihm und anderen Betroffenen bislang keine Akteneinsicht gewährt werde. Die PUK untersucht unter anderem eine mögliche Verantwortung der Organe von BLKB und Radicant. Grundlage bildet ein Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GWP, der konkrete Vorwürfe erhebt.

Nach Schneiders Darstellung stehen den Betroffenen gemäss Landratsgesetz Mitwirkungsrechte zu. Dazu gehörten etwa die Akteneinsicht oder das Recht, bei Anhörungen anwesend zu sein. 

![](https://storage.ghost.io/c/11/7a/117a3396-8af6-43a4-8dc5-f891a0cee13d/content/images/2026/09/file-4.jpg)

Thomas Schneider war von 2018 bis Sommer 2025 Bankratspräsident der BLKB. Er trat gleichzeitig mit CEO John Häfelfinger zurück. 

Bei der Radicant-Untersuchung sei dies anders. «Die PUK Radicant verweigert diese Mitwirkungsrechte jetzt, entgegen dem klaren Wortlaut des Gesetzes», sagt Schneider. Die Kommission wolle offenbar verhindern, dass man ihr bei ihrer Arbeit kritisch über die Schulter schaue. Sein Fazit fällt entsprechend hart aus: «Das grenzt an Kabinettjustiz.»

### Interessenkonflikt bei GWP?

Auch die Rolle der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GWP stellt Schneider infrage. Diese war zuvor Auftragnehmerin der BLKB und berät nun die PUK bei deren Untersuchung. Für Schneider ist diese Doppelrolle problematisch: «GWP war Auftragnehmerin der BLKB und untersucht nun als Beraterin der PUK faktisch ihren früheren Auftraggeber.» Das sei ein Interessenkonflikt, der dazu hätte führen müssen, dass GWP das Mandat gar nicht erst annehme. «Man kann nicht zweier Herren Diener sein.»

Mit seinem Gang an die Öffentlichkeit will Schneider auch verhindern, dass die Verantwortung für das Radicant-Debakel allein beim früheren Bankrat abgeladen wird. «Ich bin nicht länger bereit, zu akzeptieren, dass der Bankrat als Sündenbock dargestellt wird», sagt er.

Ein Projekt wie Radicant müsse zwingend breit abgestützt sein. Zwar liege die strategische Kompetenz beim Bankrat. Für die operative Umsetzung seien jedoch die Geschäftsleitung der BLKB beziehungsweise die Organe von Radicant zuständig gewesen. Gleichzeitig müsse der Eigentümer über alle wesentlichen Schritte informiert werden.