Financials
Der Verkauf des US-Geschäfts für institutionelle Anleger könnte laut Reuters 2 Milliarden einbringen – es wäre ein stolzer Preis.
23. Oktober 2022 • Beat Schmid

Mehrere Asset-Manager und Investmentfirmen sollen Interesse an der US-Einheit des Asset-Managements der Credit Suisse haben, wie Reuters berichtete. So sollen Janus Henderson, AllianceBernstein, Blue Owl sowie die Private-Equity-Firmen Centerbridge Partners und Clearlake Capital potenzielle Angebote einreichen. Zu den weiteren Vermögensverwaltern, die eine Teilnahme am Auktionsverfahren der Credit Suisse erwägen, gehören gemäss Reuters Ameriprise Financial und Invesco.

Die US-Einheit könnte bei einem Verkauf rund zwei Milliarden Dollar einbringen, schreibt Reuters. Alle genannten Firmen lehnten eine Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur ab. Die Credit Suisse hat sich bisher noch nicht zu möglichen Abspaltungsplänen geäussert. Letzte Woche berichtete Bloomberg über einen möglichen Verkauf der Einheit.

Der Asset-Management-Markt ist Bewegung. Einige Unternehmen haben zuletzt Konkurrenten aufgekauft, um dem Druck auf die Fees durch passive Anlagemethoden zu begegnen. Janus Henderson ging 2017 aus dem Zusammenschluss von Janus Capital und Henderson hervor. Blue Owl wiederum entstand durch den Zusammenschluss der Owl Rock Capital Group, Dyal Capital Partners und einer Spac-Gesellschaft gegründet.

Auch Ameriprise und Invesco kauften in den letzten Jahren zu. Ameriprise übernahm die Mehrheit des Asset-Management-Geschäfts von der Bank of Montreal für knapp 700 Millionen Dollar. Invesco schluckte unter anderem Oppenheimer-Funds von der Massachusetts Mutual Life Insurance.

Am Donnerstag wird die Strategie bekannt

Das CS-Asset-Management zählte per Ende Juni knapp 1200 Mitarbeitende, die insgesamt Vermögen im Umfang von 427 Milliarden Franken verwalten. Aktuell wird die Abteilung von CEO Ulrich Körner geführt.

Die gesamte Einheit erzielte in den vergangenen Jahren nie mehr als 500 Millionen Franken Vorsteuergewinn. Zwei Milliarden allein für den US-Teil wäre ein stolzer Preis. In den USA vertreibt die Grossbank eine Reihe von Mutual Funds und sogenannte Collateralized Loan Obligation. CLOs sind ein Zins abwerfende Papiere, die durch besicherte Kredite gedeckt sind.

Die Credit Suisse wird am Donnerstag ihre Pläne bekannt geben, wie es mit der Bank weitergehen soll. Letzte Woche trennte sie sich bereits von ihrer Allfunds-Beteiligung, was ihr 328 Millionen Franken einbrachte. Bekannt ist auch, dass sie das Hotel Savoy in Zürich verkaufen will.

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